Wird E-Bike-Fahren immer gefährlicher? © Wolfram Bolte für Unsplash
Schwerverletzte, absolute Anzahl © Daten: Astra, Grafix: fxs
© Daten: Astra, Velosiusse, Grafik: fxs.

E-Bikes: Unfallstatistiken sagen bloss die halbe Wahrheit

Felix Schindler / 26. Sep 2020 - Immer mehr getötete E-Bike-Fahrer, immer mehr Schwerverletzte. Der Bund impliziert, dass E-Bike-Fahren gefährlicher wird. Zu Recht?

Zwei Mal pro Jahr liefert das Bundesamt für Strassen (Astra) die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik – und seit Jahren sind die Fahrer und Fahrerinnen von Velos mit elektrischer Unterstützung die Sorgenkinder der Verkehrssicherheitsexperten. So widmet sich die gestrige Medienmitteilung auch keinem Verkehrsteilnehmer so stark wie dem E-Bike-Fahrenden.

Nun wissen wir: In der ersten Hälfte dieses Jahres sind 207 Elektrovelo-Fahrer/innen schwer verletzt worden, weit mehr als doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren (+258 Prozent). Und das Astra schreibt auch: Besonders bei den schwer verunfallten E-Bike-Fahrenden seien «20 Prozent der durch diese verursachten Unfälle auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen». Im Jahr zuvor seien das bloss 8 Prozent gewesen.

Kurz: Die Unfälle nehmen zu – und die Ursache ist immer häufiger zu schnelles Fahren. Der naheliegende Schluss dürfte für die meisten lauten, dass E-Bike-Fahren immer gefährlicher wird und Elektrovelo-Fahrende selbst daran schuld sind. In derselben Medienmitteilung erklärt das Astra, der Bundesrat wolle die Sicherheit von E-Bike-Fahrenden nun mit mehreren Massnahmen verbessern, etwa mit einer Helmpflicht für langsame E-Bikes. Und die Medien machen daraus Titel wie: «Hauptproblem Geschwindigkeit: Mehr schwere Unfälle mit E-Bikes» (thunertagblatt.ch). Alles passt perfekt zusammen.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn in der Statistik fehlen mehrere Informationen, die wichtig wären, um diese Zahlen besser einordnen zu können.

1. Nicht nur die Zahl der Unfälle mit Elektrovelos hat zugenommen, sondern auch die Zahl der Elektrovelo-Fahrenden. Wie stark? Ganz genau kann man das nicht sagen, aber es gibt belastbare Indizien: 2016 gab es in der Schweiz ungefähr 330'000 E-Bikes, heute sind es rund 750'000. Vergleicht man also die Entwicklung des E-Bike-Bestandes und jene der Unfälle mit schwerverletzten E-Bike-Fahrenden, sieht man eine nahezu perfekte Korrelation.

Der Bestand der Elektrovelos und die Zahl der Unfälle korrelieren fast perfekt. (Daten: Astra, Velosuisse, Mikrozensus Mobilität; Grafik: fxs)

So tragisch jeder einzelne dieser vielen Unfälle ist: Es ist mindestens wahrscheinlich, dass die Zunahme in allererster Linie damit zu tun hat, dass immer mehr Menschen E-Bikes fahren. Das Astra verliert über diesen Zusammenhang kein einziges Wort.

Warum nicht? «Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) erhebt keine statistischen Angaben zu den Veloverkäufen und den zurückgelegten Strecken. Dies erfolgt durch Dritte», sagt Astra-Sprecher Guido Bielmann auf Anfrage.

2. Besonders markant zugenommen haben die Unfälle im Vergleich zur Vorjahresperiode, nämlich um 40 Prozent. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurde in der Schweiz so viel Velo gefahren wie noch nie. Ein Forschungsprojekt der ETH zeigte, dass sich während des Lockdowns die zurückgelegten Tagesdistanzen fast verdreifacht haben. Es ist also mindestens wahrscheinlich, dass die Unfälle mit Schwerverletzten weniger stark gestiegen sind als die gefahrenen Kilometer. Das würde heissen, dass das Risiko zu verunfallen sogar gesunken ist. Und wieder: Das Astra verliert über diesen Zusammenhang kein einziges Wort.

3. «Häufigste Unfallursache bei den schwer verunfallten Personen ist die nicht angepasste Geschwindigkeit», schreibt das Astra – und zwar vor allem bei E-Bike-Fahrenden. Immerhin 20 Prozent der Unfälle, die E-Bike-Fahrende verursacht haben, gehen darauf zurück, 2019 waren es nur 8 Prozent. Nur: 20 Prozent von was? Wie viele Unfälle wurden von E-Bike-Fahrenden verursacht? Auch hier: Kein Wort in der Medienmitteilung. Auf Rückfrage erklärt Astra-Sprecher Bielmann, 33 Unfälle seien auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Im Vorjahr sei die häufigste Ursache das Missachten des Vortritts gewesen. «Deshalb ist es wichtig, dass die E-Bike-Fahrenden gut sichtbar sind.» Eine Erklärung für diese Zunahme gibt es auch auf Anfrage nicht.

Die 33 Unfälle dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden – aber belegen sie einen Trend? Die Aussagekraft einer Stichprobe in dieser Grösse ist sehr fraglich, insbesondere wenn man den starken Anstieg der Velofahrenden berücksichtigt. Auch hier kein Wort zu den Zusammenhängen.

Der Vergleich der absoluten Zahlen zeigt, dass es durchaus auch in anderen Bereichen Handlungsbedarf gibt. (Daten: Astra; Grafik: fxs)

4. Und nochmal zum selben Zitat: «Häufigste Unfallursache (...) ist die nicht angepasste Geschwindigkeit». Die Statistik basiert auf Polizeirapporten, in denen der zuständige Polizist die Resultate seiner Ermittlungen wiedergibt. Astra-Sprecher Guido Bielmann erklärt, die Polizei prüfe sie Situation und stütze sich auf Erfahrungswerte ab. «Zum Beispiel erbringen Bremswege und Kurvendynamik Erkenntnisse über den Hergang eines Unfalls», sagt Bielmann. Nur: Die Abgrenzung ist nicht immer einfach. Ob jemand zu wenig aufmerksam oder zu schnell gefahren ist, kann unter Umständen genau dieselben Folgen haben. Wir müssen uns also einfach darauf verlassen, dass der Polizist die Situation korrekt erfasst hat.

5. Gar keine Aussage macht die Statistik darüber, ob und wenn ja mit wem die E-Bike-Fahrenden kollidiert sind. Laut der holländischen Unfalldatenbank «The Crashes» sind 89 Prozent der getöteten Radfahrer in Holland mit einem Auto kollidiert. Das heisst nicht, dass die Autofahrer auch immer schuld waren, aber es erklärt, warum Unfälle mit Radfahrern derart gravierende Folgen haben. Das Astra verliert über diesen Zusammenhang kein einziges Wort.

6. Die Massnahmen, die das Astra in derselben Medienmitteilung zur Steigerung der Verkehrssicherheit bewirbt, sind durchaus umstritten. Insbesondere die Helmpflicht für langsame E-Bikes – so viel ist klar, würde keine einzige Kollision verhindern und könnte, so die Erfahrungen aus anderen Ländern, die Kosten für die Allgemeinheit sogar noch erhöhen statt sie zu senken. Auch hierzu: Kein Wort. Mehr dazu im Infosperber-Artikel Helmpflicht mit Nebenwirkungen.

Natürlich, das Astra muss diese Zusammenhänge nicht kommunizieren, und es gäbe auch wenig Gründe, sich lange damit aufzuhalten – wenn das Astra nicht eben doch kommentiert. Die Medienmitteilung leistet Spekulationen Vorschub und macht gleichzeitig Werbung für eine umstrittene Helmpflicht. Denn der naheliegende Schluss, dass E-Bike-Fahren immer gefährlicher wird und die Fahrer und Fahrerinnen einen Hang zur Raserei haben, wird in dieser Statistik nirgends belegt. Die Schweizer Fachstelle Velo und E-Bike interpretiert das laut einer Mitteilung so: «Das ASTRA will mit einseitiger Unfallzahlenmeldung den Boden für die Helmpflicht ebnen.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine.

Weiterführende Informationen

Helmpflicht mit Nebenwirkungen
"Wie Corona den Verkehr umkehrte"

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

17 Meinungen

Viele Dank! Endlich mal eine Analyse ohne Bias!
Patrick Hafner, am 26. September 2020 um 12:01 Uhr
Danke für die Infos. Ich teile Ihre Schlussfolgerung. Mit ähnlichen unvollständigen und verzerrt dargestellten Statistiken wie beim BAG und Coronafallzahlen, will das ASTRA die Helmpflicht einführen. Zuerst kamen die schnellen Elektrovelos dran, nun die langsamen, dann werden es wohl die Kinder sein, und am Schluss alle, obwohl allgemeine Helmpflichten überall dort, wo sie eingeführt wurden, sich als kontraproduktiv erwiesen haben.

Was hingegen nötig wäre, ist bessere Ausbildung. Ich hatte als ehemaliger Co-Leiter der Velofahrkurse der Pro Velo Region Thun mit andern Pro Velo Sektionen einen Kurs für Elektroveloneulinge und Senioren erarbeitet. Während unsere normalen Kurse für Kinder und deren Eltern rege nachgefragt wurden, gab es für unseren Elektrovelokurs keine einzige interessierte Person.
Theo Schmidt, am 26. September 2020 um 12:59 Uhr
E-bikes mit einer gelben Nummer sind ein großes Ärgernis. Es sind Motorräder, es ist unverständlich dass sie nicht als solche behandelt werden. Sie haben nichts auf Velowegen verloren. Auf der Straße dürfen sie von mir aus so riskant fahren wie sie wollen.
Stefan Hugi, am 26. September 2020 um 13:21 Uhr
Das ASTRA, ein Bundesbetrieb, macht auf die gleiche fiese Art mit falschen oder unvollständigen Statistiken Stimmung wie der Bund (Bundesrat und das ganze Parlament) resp. das BAG dies seit einem halben Jahr mit den Corona Zahlen machen. Das alles ist einfach nur fies und ein Verrat an der Bevölkerung. Warum werden solche Machenschaften nicht juristisch vefolgt?
Hans-Peter Rauber, am 26. September 2020 um 13:52 Uhr
Bei der gleichen Zunahme von Unfällen bei Motorfahrzeugen würde man rasch nach Verbesserung der Infrastruktur rufen. Bei den Velos? Die sind sowieso überflüssig. Besser sie verschwinden wieder im Keller, dann haben die Autos wieder freue Fahrt....
Peter Hirzel, am 26. September 2020 um 17:13 Uhr
Und was genau spricht jetzt gegen die Helmpflicht? Die meisten Unfälle sind Selbstunfälle, und ein Randstein ist nun mal härter als ein Schädel! Und ich will mit meinen Versicherungsprämien nicht solche Unvernunft mitfinanzieren... und ja, ich fahre gegen 6'000km im Jahr, immer mit Helm, weil mir mein Kopf wichtig ist... und ja, ich weiss, ein Helm schützt nicht in allen Fällen, aber eben gerade bei Selbstunfällen. Deshalb: Helmobligatorium für alle!
Roland Amstutz, am 26. September 2020 um 17:53 Uhr
meiner Meinung nach hat es dreierlei Velofahrer auch die mit Motor miteinbezogen.
Es sind teils die sich in einen Tempo-Rausch flüchten und somit absolut Scheuklappen anhaben, die machen sich absolut keine Gedanken über diejenigen die im langsamen Tempo fahren. Dann hat es solche die sicherlich schon Jahrzehnte nicht mehr auf Fahrrad sassen und somit sich (auf jeden Fall die Meisten) überschätzen und gewisse Gefahren vom E-Velo nicht meistern können. Die dritte Sorte fährt mit einem Velo das mit eigener Muskelkraft angetrieben wird, wobei kann bei diesen Fahrern zum Teil auch nicht ausgeschlossen werden, dass gewisse Vorsichtsgedanken ausgeschlossen werden. Also ist es doch einfach so, sobald man auf die Strasse geht und fährt, Hirn einschalten, auf andere Verkehrsteilnehmer achten und auch spüren wie das Ganze im Moment sich entwickelt und somit nichts herausfordern sondern die Regeln einhalten und auch Vorsicht walten lassen. Ohne gemeinsames Aufeinanderachten gehts eben nicht.
Albert Schorno-Weber, am 26. September 2020 um 17:58 Uhr
Unter dem Titel «Velopolis» habe ich um 2002 eine wissenschaftlich abgestützte Studie erarbeitet. Eine darin enthaltene These lautete damals und lautet bei mir heute noch: DAS FAHRRAD GEHÖRT NICHT AUF DIE STRASSE! Niemand hat damals verstanden, dass ich das absolut ernst meinte. Ich wurde belächelt. Betrachtet man die Entwicklung des Verkehrs in den letzten hundert Jahren, muss man erkennen, dass das Fahrrad lange vor dem Auto auf die (damals noch ganz den Langsamverkehr gehörenden) Strassen kam. Radfahrer konnten auch mitten auf der Strasse fahren! Mit dem Aufkommen der Autos wurden die Radfahrer immer mehr (wortwörtlich) an den Rand gedrängt. Dort wurden sie mehr oder weniger geduldet. Und obschon die Autos immer grösser, schneller und breiter wurden, sind Radfahrer immer noch auf dieses schmale und immer gefährlicher werdende «Reservat» angewiesen. Auf einer viel befahrenen Strasse ist das Radfahren mit dem Wandern auf engen Pfaden, neben einem tiefen Abgrund, vergleichbar. Ich gebe zu, dass sich allmählich leichte Verbesserungen einstellen. Aber es sind viel zu wenige und sie dauern zu lang. Unser Strassenverkehrsgesetz ist auch revisionsbedürftig. Dort wird das Fahrrad als «Verkehrsmittel» eingestuft und dem motorisierten Verkehr gleich gestellt. Das sollte zwingend korrigiert werden. Es macht einen grossen Unterschied, ob man sich mit Muskelkraft fortbewegt oder mit dem Gaspedal. Das Fahrrad gehört definitiv nicht auf die von Autos in Beschlag genommenen Strassen.
Felix von Wartburg, am 26. September 2020 um 19:53 Uhr
Diese falsche Statistik ist einmal mehr Typisch fürs ASTRA. Seid Jahren wurde nie etwas über die Anzahl der E-Bike etwas gesagt,, geschweige denn von de gefahrenen Kilometern.
Auch sehe ich keinen Unterschied zwischen 25kmh und 45kmh Bike in der Statistik!
Das heisst doch nichts anderes als das hier irgend etwas geschummelt wird!
Für mich jedenfalls ist diese Statistik nur Makulatur und nichts sagend.
Da hat sich das ASTRA wieder einmal einen traurigen Lapsus geleistet!
Walter Fitze, am 26. September 2020 um 21:23 Uhr
@Felix v. Wartburg: Rational betrachtet gehört das AUTO nicht auf die Strasse, sondern in die Schrottpresse. Lesen Sie: https://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Immer-schneller-immer-weiter:
Heute ist die Schweiz - gerade mal 350 Kilometer breit - durchzogen von 5177 Kilometern Eisenbahnlinien und über 70ʻ000 Kilometern Strasse. Ein Drittel der Siedlungsfläche wird vom Verkehr beansprucht, insgesamt bedeckt dessen Infrastruktur eine Fläche so gross wie der Kanton Thurgau. Wir besassen in der Schweiz 2019 mehr als 4,6 Millionen Autos und legen damit 102 Milliarden Kilometer pro Jahr zurück. Das entspricht fast 7000 Umrundungen der Erde – an jedem einzelnen Tag des Jahres. Seit 1975 sind auf unseren Strassen 29'000 Menschen getötet und 326ʻ000 Menschen schwer verletzt worden. Kein Sektor stösst mehr CO2 aus als der Verkehr, keiner verbraucht mehr Energie. Auf der Strasse lautet der Grundsatz: Das Schnelle hat immer Vorrang gegenüber dem Langsamen.
Franz Peter Dinter, am 27. September 2020 um 11:53 Uhr
@ Hugi: auch schnelle Elektrovelos sind keine Motorräder. Die Leistung ist auf 1000 W begrenzt (wie Benzin-Mofoas), was meistens viel zu hoch ist und die meisten Modelle sind weit darunter, meines z.B. 350 W, also ein bis zwei Grössenordnungen weniger als bei einem Roller oder Motorrad. Damit fahren nur starke Fahrer die mit Motor erlaubten 45 km/h; ich fahre selten über 35 km/h. Fast alle Modelle sind Pedelecs; der Motor läuft nur, wenn pedalliert wird. Es ist überhaupt kein Problem, auf Velowegen usw. langsam zu fahren mit wenig oder gar keiner Motorleistung.

Amstutz: gegen die Helmpflicht sprechen drei kontraproduktive Effekte: mit Helm fährt man etwas schneller und riskanter als ohne, wie ich bei mir selbst feststelle, weil man sich sicherer fühlt und weil man die Umgebung weniger gut wahrnimmt. Wichtiger: Bei einer Helmpflicht werden diejenigen Leute, welche Helme partout nicht mögen, aus welchen Gründen auch immer, einfach aufhören mit dem Velofahren. Nun ist steht aber die relative Sicherheit der Velofahrenden in einem positiven Verhältnis zu ihrem Anteil in Verkehr. Weniger Velos = mehr Risiko beim Velofahren. Und die Umsteiger fahren dann vielleicht Motorrad oder Auto, was das Risiko für alle erhöht, und auch Lärm, CO2, usw.

Da diese Fakten dem ASTRA bekannt sind, ist es schwierig ihre Agenda zu erkennen. Sicherheit ist es jedenfalls nicht.
Theo Schmidt, am 27. September 2020 um 19:49 Uhr
@von Wartburg: Vielen Dank für diese klaren und m.M.n. absolut zutreffenden Worte. So wie heute jedem klar ist, dass Fussgänger nicht einfach an den Rande einer Auto-/LKW-Fahrbahn verwiesen werden dürfen, sondern es einen eigenen sicheren Gehweg braucht, so gilt das auch für die ebenfalls ungemein leicht verletzbaren Velofahrer gelten: eigener, sicherer Fahrradweg.
Stephan Kühne, am 27. September 2020 um 20:45 Uhr
Bei den absoluten Zahlen der Schwerverletzten fällt auf, dass die Kurve für «normale» Radfahrer ziemlich genauso steigt wie die der E-Bike Fahrer. Das würde ja bedeuten, dass am besten alle Radfahrer einen Helm verpasst bekommen.
Wenn man die Pflicht auch noch für Fussgänger einführt kann man sicher noch ein paar Opfer vermeiden. Dazu eine Maske und am besten Motorradbekleidung für alle; dann sind wir alle ganz sicher.
Paul Sommer, am 28. September 2020 um 16:11 Uhr
@Franz Peter Dinter: Ich bin absolut Ihrer Meinung. Das AUTO hat in Innenstädten nichts zu suchen, schon gar nicht Parkplätze. Städte sind für die Lebensbedürfnisse der Menschen gebaut worden und mit ihnen gewachsen: Fischerdorf, Marktplatz, Treffpunkt, Austausch, Plaudern, Flanieren, Promenieren usw. Mit dem Aufkommen der Autos wurde all das zerstört oder zumindest massiv eingeschränkt. Ein Auto ist übrigens nicht ein FAHRZEUG sondern ein STEHZEUG, denn es wird durchschnittlich nur eine Stunde pro Tag gefahren und steht 23 Stunden als optisches und physisches Hindernis irgendwo herum und den Menschen und deren Blick im Wege. Der Lockdown wegen der Covid-19-Pandemie hat ansatzweise gezeigt, wie viel ruhiger und weniger hektisch unsere Städte geworden sind, und das Fahrrad hat epochale Zuwächse gefeiert. Alle Menschen, die ein Auto besitzen, finden immer einen Grund, warum sie «dringend» darauf angewiesen seien. Geht man dieser Behauptung nach und bohrt etwas tiefer, stellt man fest, dass das nur Schutzbehauptungen sind, um die egoistische Bequemlichkeit zu vertuschen. Eine anonymisierte Studie des Deutschen Automobilklubs ADAC hat dies ganz klar erörtert. Mein Fazit: Das Fahrrad gehört nicht auf die Strasse, so lange diese von Autos beherrscht und zu 99 Prozent in Beschlag genommen wird. Das Fahrrad braucht eigene, reservierte Fahrbahnen. Rote oder gelbe Farben und Pinselstriche auf der Strasse sind definitiv keine Lösung.
Felix von Wartburg, am 29. September 2020 um 23:26 Uhr
Ich bin mit meinem mobilem Café direkt am beliebtesten Radweg am Rhein in Bonn.
Meine Beobachtung: Je schneller die Fahrer um so rücksichtsloser. Auch gilt: Je älter um so starrsinniger.
Fußgänger werden auf kombiwegen rücksichtslos weggebimmelt.
john wegener, am 02. Oktober 2020 um 11:31 Uhr
@ Wegener: Genau. Je schneller, desto rücksichstloser, bei allen Fahrzeugen oder auch ohne (Schlitten, Ski, Joggen). Deshalb ist es ein Unding, dass das ASTRA ausgerechnet die langsamsten Velos mit einer Helmpflicht benachteiligen will. Mit Helmpflicht wird auf Kombiwegen durchschnittlich schneller gefahren werden und einige werden auf schnelle Elektrovelos oder gar Motorroller/Räder wechseln. Dann zwar weg von den Kombiwegen, aber die Gefahr steigt trotzdem.
Theo Schmidt, am 03. Oktober 2020 um 14:27 Uhr
Hallo, ich bin Autofahrer, Velofahrer und E-Bike(25km) fahrer. Dazu bin ich aber auch Wanderer. Inzwischen bin ich 70 geworden. Wenn ich auf den Wanderungen unterwegs bin, sausen manchmal die Velos und E-Bikes auf den entsprechenden Wegen und Strassen an mir vorbei, plötzlich und unerwartet und ohne zu klingeln. Bittte bitte klingeln, dafür ist sie da diese Klingel. Ist ja schlisslich keine Sirene und ich finde es viel anständiger, halt mal ein Gebimbel zu hören als vor einem plötzlich vorbeifahrenden Velo oder E-Bike zu erschrecken. Auch dies trägt zur Unfallverhütung bei. Danke und Gruss an alle Bewegungsfreudigen Stahlross-Reiter
Franz-Xaver Arnold, am 23. Oktober 2020 um 18:20 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.