Die Geisterstadt Pripjat. Am Horizont der «Sarkophag» über Reaktorblock 4 © Fotos: Thomas Bornhauser
Seit diesem Jahr verhindert eine riesige Schutzhülle aus Stahl und Beton, dass radioaktive Strahlung aus dem Katastrophen-Reaktor austritt. Der «Sarkophag» hat rund 2 Milliarden Euro gekostet.
In diesem Haus lebte bis vor kurzem eine alte Frau. Sie war praktisch als einzige in der 30-Kilometer-Sperrzone geduldet.
Verlassen und verwüstet: Behandlungsraum im Spital von Pripjat.
Ein ehemaliger Kindergarten
Gasmasken für die Kinder waren vorhanden, sie wurden aber nicht benutzt.
Der Vergnügungspark hätte am 1. Mai 1986 eröffnet werden sollen. Doch es kam nicht dazu.
Heute mitten im Wald: Das Fussballfeld des Sportstadions «Avantgarde».
Eine 800 Meter lange und ca. 150 Meter hohe Radaranlage überwachte den Himmel über der ehemaligen Sowjetunion.
Der Kommandoraum der Radaranlage: Geplündert, wie die meisten Gebäude in der Sperrzone.
Ihnen bleibt nur ein Denkmal: Unzählige Männer, die zu Arbeiten am und im Reaktorblock 4 gezwungen wurden, sind inzwischen verstorben.

Bilder aus der Todeszone um Tschernobyl

Red. / 11. Dez 2017 - 50'000 Menschen lebten einst in der Stadt Pripjat, nicht weit vom Reaktor Tschernobyl entfernt. Heute ist es eine Geisterstadt.

Um Tschernobyl ist es ruhig geworden. Doch auch drei Jahrzehnte nach der Katastrophe leidet die Bevölkerung in den am stärksten betroffenen Gebieten der Ukraine, Weissrusslands und Russlands unter den Folgen des Atomunfalls. In der Reportage «Tschernobyl ist nicht vorbei, es fängt erst an» berichtete Urs Fitze im April 2016 auf Infosperber vom Leben, von den Sorgen und Hoffnungen der Menschen im verstrahlten Gebiet.

Vor Kurzem besuchte der heute pensionierte, langjährige Leiter Kommunikation und Kultur der Migros Aare, Thomas Bornhauser, mit seiner Kamera das Atomkraftwerk Tschernobyl und die Geisterstadt Pripjat, rund vier Kilometer vom Reaktor entfernt. Nach der Atomkatastrophe wurde Pripjat grossflächig evakuiert, wegen der spärlichen Informationspolitik der Sowjetunion allerdings erst nach 36 Stunden. Seitdem verfällt die Stadt, Plünderungen und Vandalismus haben ihre Spuren hinterlassen. Hier einige Bilder aus der Geisterstadt:

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In diesem Haus lebte bis vor Kurzem eine alte Frau. Sie war praktisch als einzige in der 30-Kilometer-Sperrzone geduldet.

Verlassen und verwüstet: Behandlungsraum im Spital von Pripjat.

Ein ehemaliger Kindergarten

Gasmasken für die Kinder waren vorhanden, sie wurden aber nicht benutzt.

Der Vergnügungspark hätte am 1. Mai 1986 eröffnet werden sollen. Doch es kam nicht dazu.

Heute mitten im Wald: Das Fussballfeld des Sportstadions «Avantgarde».

Eine 800 Meter lange und ca. 150 Meter hohe Radaranlage überwachte den Himmel über der ehemaligen Sowjetunion.

Der Kommandoraum der Radaranlage: Geplündert, wie die meisten Gebäude in der Sperrzone.

Ihnen bleibt nur ein Denkmal: Unzählige Männer, die zu Arbeiten am und im Reaktorblock 4 gezwungen wurden, sind inzwischen verstorben.

Seit diesem Jahr verhindert eine riesige Schutzhülle aus Stahl und Beton, dass radioaktive Strahlung aus dem Katastrophen-Reaktor austritt. Der «Sarkophag» hat rund zwei Milliarden Euro gekostet.

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Weitere Infos auf Infosperber zum Sarkophag:

  • Auf YouTube sind einige Dok-Filme über Pripjat zu sehen (Suchbegriff: «Pripjat» / «Pripyat»)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Thomas Bornhauser war von 1986 bis 2013 Leiter Kommunikation und Kulturelles der Migros Aare und Kolumnist bei verschiedenen Zeitungen. Heute führt er seine eigene Beratungsfirma «Bo’s».

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5 Meinungen

Danke für die Bilder.
Frage:
weiss jemandem wie hoch die Beteiligung der Schweiz an der Schutzhülle gewesen ist?
Luc Farinelli, am 11. Dezember 2017 um 10:20 Uhr
Luc, ja 600 Millionen Euro.
Der Ofen liegt genau beim Zusammentreffen 3 grosser tektonischen Platten.
Ein Erdbeben führte dazu, dass der Ofen auseinander flog.
Gelöscht wurde die Schmelze mit Shungite aus Karelien.
600000 Mann waren im Einsatz.
Nach 3 Tagen waren 70 Hubschrauber Piloten mausetod. Verbrannt.
Die Japanesen haben ja bis heute noch nicht informiert und die Schweiz
hat die Bevölkerung himmelraurig belogen.
Albrecht Marco, am 11. Dezember 2017 um 14:29 Uhr
Bei YouTube gibt es einen Film vom Sperrgebiet mit dem Titel «Trügerisches Paradies» Es zeigt wie sich Fauna & Flora trotz Atomumfall entwickelt, gar besser, seit der Mensch nicht mehr eingreift:

https://www.youtube.com/watch?v=06e-YoAPdxA

Dass die Tiere offenbar keine Strahlenschäden aufweisen wurde damit begründet, weil die Lebensdauer niedriger als beim Menschen wäre.
Es wurde auch ein Fazit gezogen, nämlich dass die Natur den Menschen nicht braucht und ohne ihn prächtig zu Recht kommt.
Edgar Huber, am 12. Dezember 2017 um 20:06 Uhr
Herr Albrecht, Sie vermischen die Unfälle von Tschernobyl und Fukushima. Auch sonst sind Sie etwas unpräzis in Ihren Äusserungen. Die Bilder im Artikel stammen aus Pripjat, nahe bei Tschernobyl. Dieser Reaktor ist beim Unfall tatsächlich explodiert, aber nicht wegen eines Erdbebens, sondern wegen Fehlmanipulationen an der Steuerung durch die Mannschaft (nachzulesen bei Susan Boos, Beherrschtes Entsetzen: das Leben in der Ukraine zehn Jahre nach Tschernobyl).

Das Erdbeben war 2011 in Fukushima, Japan. Aber nicht das Erdbeben, sondern der nachfolgende Tsunami löste die Katastrophe aus. Die Reaktorblöcke flogen nicht auseinander, sondern es kam zur Kernschmelze, weil die Kühlsysteme ausfielen. Die Kernschmelze kann nicht gelöscht werden, sondern man muss warten, bis sich das Material abgekühlt hat. Die Bewohner des betreffenden Landes sind Japaner (wir sind auch keine Kuhschweizer). Auch wenn von offizieller Seite ungenügend informiert und möglicherweise auch gelogen wird, ist es möglich, an die Informationen zu kommen. Zum Beispiel hat sich der damalige Ministerpräsident Naoto Kan zum Gegner der Atomenergie erklärt und warnt in der ganzen Welt vor dieser Technologie.
Markus Mauchle, am 13. Dezember 2017 um 21:34 Uhr
Markus, jedem seine Meinung.Ich habe mit Leuten gesprochen welche vor Ort waren mit teils meiner Messausrüstung.Hochsensible Gamma Szintillatoren,Beta und Alpha Szintis. Zehn Minuten vor der Notabschaltung gab es zwei Erschütterungen,Beben welche dazu führten, dass der Reaktor in eine kritische Lage geriet.Es gab aber auch Aussagen, dass die riesige Horch,Sendeantenne- ähnlich der US, England, BRD HAARP- Anlagen dauernd Störungen im Steuerung-System verursachten.
Selbstverständlich kann man eine Kernschmelze löschen-isolieren. Man sagte das mit Graphit und Beton gewerkelt wurde. In Wahrheit war es Shungite auch ein Kohlenstoff mit Fulerenen welche bei der Weltentstehung im Zusammenhang steht. Die Russen bestreichen ihre Kampfjets mit dem Wunderzeugs und die sind für bestimmte Radarfrequenzen unsichtbar. Auch grosse strategisch wichtige Serverräume werden damit gesichert.
In Japan ist der Reaktor 3 das Problem.Dort lagern Tonnen von gebrauchten Uranstäben welche 5 Jahre gekühlt werden müssen. Man kann die nicht einfach herausholen.Diese Brennstäbe entwickeln noch andere radioaktive Stoffe mit verschiedenen Halbwertszeiten. Die können auch hochgehen wie eine Bombe.
Ich persönlich wohne hier in der Schweiz auf einer ausgiebigen Uran 238 Ader.Das Trinkwasser ist mit 30µ Uran238 kontaminiert welches ja die Töchter Radium, Polonium bildet. Vom Radon in den Häusern möchte ich gar nicht sprechen....
Während des Tschernobyl Desasters lagen in gewissen Gegenden in der CH die W 20x höhe
Albrecht Marco, am 14. Dezember 2017 um 09:57 Uhr

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