Katholische Organisationen demonstrieren gegen das Gesetz über Verhütungsmittel und Aufklärung © bbc
Ileana Henchos und Miguel Yamuni (links unten): Beide klagten erfolgreich gegen das IVF-Verbot in Costa Rica © cc

Gegen Abtreibung, In-Vitro-Befruchtung, Verhütung

Barbara Marti / 21. Mrz 2013 - Philippinen oder Costa Rica: Wo die katholische Kirche Einfluss hat, will sie ihre Ethik auch allen Nicht-Katholiken aufzwingen.

Auf den katholisch geprägten Philippinen ist die Abtreibung für alle Frauen verboten. Die katholische Kirche kämpft dort sogar gegen Verhütungsmittel und sexuelle Aufklärung, weil beides vorehelichen Verkehr, Untreue und Abtreibungen begünstige. Soeben hat das Oberste Gericht des Landes auf Druck katholischer Organisationen ein Gesetz für drei Monate suspendiert, das den Ärmsten kostenlose oder subventionierte Verhütungsmittel zur Verfügung stellen wollte und Aufklärungsunterricht an Schulen vorsah. Das Oberste Gericht hat am 18. Juni eine Anhörung angeordnet und wird nachher definitiv über die Einführung des Gesetzes entscheiden.

Edcel Lagman, ein Initiator des Gesetzes, erklärte, das Gesetz zwinge niemandem, Verhütungsmittel zu verwenden und gegen seine religiöse Überzeugung zu handeln. Doch die katholische Kirche will alle Menschen zwingen, sich ihren Normen zu beugen.

Auch gegen künstliche Befruchtungen

In Costa Rica hat die katholische Kirche bis heute erfolgreich die Möglichkeit künstlicher Befruchtungen verhindert. Das Entsorgen «überzähliger Embryonen» käme einem «Mord» gleich, erklärten hohe Vertreter der Kirche. Eine Eizelle sei ab dem Zeitpunkt der Befruchtung eine zu schützende Person. Diese Rechtsauffassung hat im Jahr 2000 das Höchstgericht von Costa Rica übernommen und die In-Vitro-Fertilisation IVF verboten. Versuche des Parlaments, Zeugungen im Reagenzglas auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen, scheiterten seither am Widerstand der mächtigen katholischen Kirche.

Sind Embryonen bereits eine Rechtsperson?

Vor kurzem hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Rechtsauffassung des Höchstgerichtes von Costa Rica gekippt. Costa Rica müsse unfruchtbaren Paaren die Freiheit lassen, die Methode einer künstlichen Befruchtung IVF zu versuchen.

Laut dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte verletzt der staatliche Schutz jedes Embryos die reproduktive Freiheit unfruchtbarer Paare. Der «Corte Interamericana de Derechos Humanos» wacht über die Einhaltung der Menschenrechte in Nord-, Mittel- und Südamerika. Das Urteil ist nicht anfechtbar. Die Regierung von Costa Rica hat bereits angekündigt, dass sie IVF wieder zulassen werde.

Für Frauenrechtsaktivistinnen ist das Urteil über die Zeugungen im Reagenzglas hinaus von grosser Bedeutung. Das Urteil stelle Abtreibungsverbote in mehreren Ländern in Frage, weil auch diese davon ausgehen, dass jede Eizelle ab dem Zeitpunkt der Befruchtung als eigene Rechtsperson geschützt werden müsse.

Abtreibungsverbote, die mit dem Schutz jedes Embryos begründet sind, seien nicht mehr haltbar, sagte Alejandra Cardenas, Anwältin beim «Center for Reproductive Rights», das sich weltweit für das Recht auf Abtreibung einsetzt. Solche Abtreibungsverbote gebe es in auf den Philippinen, in Chile, der Dominikanischen Republik, El Salvador und Honduras.

Das Urteil könne zudem Auswirkungen auf die Verbote bestimmter Verhütungsmittel haben, meint Alejandra Cardenas. Die «Pille danach» beispielsweise dürfe ein Staat nicht mehr verbieten. Diese verhindert nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr während weniger Tage, dass sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnistet.

Europa schützt Embryo im Patentrecht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat vor einem Jahr entschieden, dass in Patentfragen eine Eizelle vom Zeitpunkt der Befruchtung an ein Mensch ist. Diese Definition des Embryos ist jedoch nur im Zusammenhang mit dem Patentrecht bindend. Es bleibt deshalb offen, wie der Gerichtshof den Schutz des Embryos zum Beispiel im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch beurteilen würde.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat vor kurzem einen Umkehrschluss gezogen und entschieden, dass Italien gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstösst, weil es verbietet, im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf Erbkrankheiten zu untersuchen (Präimplantations-Diagnose PID), während Italien gleichzeitig die Abtreibung eines Embryos mit einer Erbkrankheit erlaubt. Der Schutz eines Embryos dürfe bei der PID nicht weiter gehen als bei Abtreibungen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Die Autorin ist Redaktorin und Herausgeberin der Zeitschrift «FrauenSicht».

Weiterführende Informationen

Urteil des «Corte Interamericana de Derechos Humanos» vom 28.11.2012

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11 Meinungen

Ich plädiere für die vollständige Freigabe von Abtreibung, In-Vitro-Befruchtung und Präimplantationsdiagnostik (PID) sowie von Verhütungsmitteln. Zunächst halte ich es für anmaßend und verfassungswidrig, nichtgläubigen Menschen, oft in verzweifelter Lebenssituation, aufgrund religiöser Dogmen – Heiligkeit des Lebens, Ebenbild Gottes, Beseeltheit des Embryos – die Selbstbestimmung über sich und ihren Körper zu verwehren. (Es darf aber umgekehrt auch kein Druck ausgeübt werden, Abtreibungen, pränatale Tests vorzunehmen oder Verhütung zu betreiben.)

Des Weiteren lehne ich das Argument ab, einem Embryo kämen bereits menschliche bzw. personale Eigenschaften zu. Ein Embryo aus sechs bis acht Zellen ist ein Zellgewebe, dem vernünftigerweise noch keinerlei Menschenrechte zugesprochen werden können. Ihm fehlt das diese Grundrechte auslösende Überlebensinteresse. Hier von der Würde des Menschen zu sprechen, die angeblich verletzt werde, ist m.E. völlig unangebracht. Die Menschenwürde besitzt bei rechtsethischen Fragestellungen ohnehin keine Begründungskraft, sondern erweist sich bei genauerer Betrachtung als reine Leerformel. Viel hilfreicher ist es, diesen Begriff durch den der Menschenrechte zu ersetzen.

Wer sich angesichts des sich abzeichnenden weiteren medizinischen Fortschritts, hier insbesondere der Reproduktionsmedizin und der Diagnostik, auf ein Menschenbild beruft, das seine Wurzeln in den Jahrtausende alten Legenden eines einst in der Wüste lebenden Hirtenvolkes hat, wird in immer größere Abwehrkämpfe geraten und sein Heil letztlich immer nur in Verboten und mehr oder weniger willkürlichen Einschränkungen sehen. Was sich hier am Beispiel In-Vitro-Befruchtung oder PID abspielt, wird sich zukünftig in vielerlei Formen wiederholen.

Entscheidende Argumente in solchen Situationen sind für mich die Antworten auf die Leitfragen: Wem nützt es? Wem schadet es? Wie kann Wohlbefinden, Gesundheit, Glück vermehrt, wie kann Leid verhindert werden? Warum einem aller Voraussicht nach schwerbehinderten, also zukünftig lebenslang leidenden Menschen nicht von vornherein die Gnade der Nichtexistenz gewähren? Der entscheidende Maßstab ist für mich der Mensch als Selbstzweck und seine Lebensqualität. Mit diesen Kriterien würde sich eine christlich geprägte, letztlich im Irrationalen wurzelnde Moral nach und nach in eine an dem menschlichen Bedürfnis nach möglichst wenig Leid orientierten, rational nachvollziehbaren Ethik wandeln. Um unerwünschte gesellschaftliche Folgen, mit denen oft argumentiert wird, zu verhindern, ist es jedenfalls nicht akzeptabel, das Selbstbestimmungsrecht ohne überzeugende Gründe so drastisch zu beschneiden.

Wie wenig überzeugend die Argumentation jener ist, die in einem vier Tage alten Embryo bereits einen beseelten Menschen sehen wollen, geht auch daraus hervor, dass zwei Drittel aller befruchteten Eizellen auch bei natürlicher Befruchtung sich nicht einnisten, also von der Natur »selektiert« werden. Auch die Verhütungsspirale »verwirft« millionenfach befruchtete Eizellen. Wo bleibt hier der Aufschrei der Bedenkenträger, die überall moralische Dammbrüche erkennen wollen?

Dass z.B. eine Abtreibung immer auch eine psychische und für viele eine moralische Belastung darstellen – schließlich wird werdendes Leben getötet – ist für mich sehr wohl ein bedenkenswerter Einwand. Aber die Natur stellt uns vor ein nicht lösbares moralisches Dilemma. Ist es nicht ebenso psychisch belastend und unmoralisch, ein schwer behindertes, lebenslang leidendes Kind in die Welt zu entlassen oder das Kind einer vergewaltigten Frau, die diese Frucht einer Gewalttat zutiefst ablehnt, dem Schicksal auszusetzen, ungeliebt und verachtet aufzuwachsen? Es gibt keine befriedigenden Lösungen in diesen den Menschen von der Natur aufgezwungenen Entscheidungssituationen. Wir können nur abwägen, Wohlbefinden nach Möglichkeit vermehren, unnötiges Leiden vermeiden oder soweit wie möglich lindern. Mehr können wir nicht tun. (www.uwelehnert.de)
Uwe Lehnert, am 22. März 2013 um 12:48 Uhr
Wieder einmal meldet sich zuerst ein Mann zu diesem Thema und bringt für seine Ansicht Argumente, die nur Einzelfälle betreffen. Als ob das nur ein technisches Problem wäre und nicht vor allem Gebärfähige beträfe... Was die Belastung durch Vergewaltigungen oder behinderte Kinder betrifft: «Gott legt auf jede Schulter nur soviel sie tragen kann.» Kümmert sich ein kassierender Arzt denn, was aus einem In-vitro-produzierten Kind wird, wie es einer Frau nach einem provozierten Schwangerschaftsabbruch geht oder welche Irritationen er mit neugierigen Tests verursacht? Aber wir Frauen sind selbst schuld, haben wir uns doch viel zu lange dem Patriarchat unterworfen. Es ist unsinnig, aus ausländischer Sicht die Verhältnisse in irgendeinem Land zu beurteilen. Ich engagiere mich lieber gegen Mädchenbeschneidung und hoffe, dass die Inder aufhören mit ihren Vergewaltigungen und der Tötung unerwünschter Mädchen. In jenem Land hat es soviele 'kluge' Köpfe - aber offensichtlich sind es vor allem Informatik-Fachidioten, dass ihnen nicht klar ist, dass das Volk ohne Frauen ausstirbt. Ach ja, man könnte das ja alles technisch erledigen - und die Freude am geschlechtlichen Zusammensein mit Männern ausleben... Würden die Leute das viele Geld, das dieses Experimentieren (es gibt ja für keinen Eingriff eine Erfolgsgarantie) kostet, für Waise ausgeben, wäre wenigstens etwas Sinnvolles damit getan. Aber auch hier ist das Marketing stärker. Ver-rückte Welt...
Ilse Czamek, am 25. März 2013 um 16:52 Uhr
Zunächst hatte ich die Absicht auf den Beitrag von Frau Czamek zu antworten. Die Sprunghaftigkeit der Ausführungen macht es mir aber schwer, überhaupt einen argumentativen Ansatzpunkt zu finden, der diese Diskussion nicht ausufern ließe. Im Übrigen: Wer keine Argumente hat, greift gern zu Beleidigungen. In diesem Stil möchte ich nicht diskutieren.
Uwe Lehnert, am 29. März 2013 um 10:48 Uhr
Uuuups... Sehr geehrter Herr Lehnert, es würde mich sehr interessieren, 1. welchen Jahrgang sie haben, 2. welchen Beruf. Vielleicht würden ich dann die unterschiedlichen Standpunkte besser verstehen
Ilse Czamek, am 29. März 2013 um 14:02 Uhr
Sehr geehrte Frau Czamek,
ich bin Jahrgang 1935, also nicht mehr ganz frisch. (Ich hoffe dennoch, im Geiste munter geblieben zu sein.) Studiert habe ich Nachrichtentechnik und Elektronik mit Promotion an der TU Berlin. Danach absolvierte ich ein erziehungs- und unterrichtswissenschaftliches Studium und hatte bis 2002 an der Freien Universität Berlin einen Lehrstuhl für Bildungsinformatik und Bildungsorganisation inne. Nachberuflich habe ich ein Buch verfasst, dass sich ausführlich mit dem christlichen Glauben und einer möglichen Alternative dazu befasst: Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung (5. Auflage, Berlin, 2012). Auch medizin-ethische Fragen habe ich dort behandelt. Mehr dazu bei www.amazon.de.
Uwe Lehnert, am 29. März 2013 um 15:07 Uhr
Ok, gilt Gegenrecht: Bin Jg. 1942, mit allem vertraut, was eine betriebliche Verwaltung braucht - und hinterfragende Römisch-Katholische... Würde ich je konvertieren, ginge ich zu den Baha'i, um friedlichen Umgang zu lernen. Nicht mein Fehler, dass ich als Skorpionin mit Steinbock-Ascendent das Licht der Welt erblickt habe.
Dass ich als Frau von Haus aus eine andere Einstellung zu diesem Thema habe als viele Männer, liegt in der Natur der Sache. Mit Technik hab' ich so wenig wie möglich am Hut, weil ich Respekt habe vor den gerufenen Geistern, die man nicht mehr los wird. Dass man Technik im heutigen Berufsleben nutzen muss, lässt sich nicht mehr ändern; dass aber auch die Medizin immer mehr technisiert wird - wenn nicht gar industrialisiert -, geht mir total gegen den Strich. Und ich möchte nicht wissen, wieviele geklonte Menschen schon herumlaufen - geschweige als misslungener Klon wieder umgebracht wurden. Wie man zu diesen Experimenten steht, hat in meinen Augen mehr mit Ethik als mit Religion zu tun, wobei das eine ja das andere nicht ausschliesst. Der Beweggrund meiner «sprunghaften Ausführungen» ist doch, dass die technisch versierten Mediziner nicht haftbar gemacht werden können für ihre Übungen. Schliesslich geht es um Lebewesen! Und das ist nun 'mal ein vielschichtiges Thema. -
Dass Sie sich beleidigt fühlen, wundert mich, ich habe keine Namen genannt. Als 'tüpflischiissende' Buchhalterin muss ich noch etwas anmerken, von wegen Diskutieren: In der Regel sieht man sich dabei in die Augen, was beim Korrespondieren nicht möglich ist. - Nix für unguat, fröhliche Ostern!
Ilse Czamek, am 29. März 2013 um 19:42 Uhr
Schade, dass scheinbar sonst niemand an dem Thema interessiert ist.
Ilse Czamek, am 29. März 2013 um 20:11 Uhr
»… dass aber auch die Medizin immer mehr technisiert wird - wenn nicht gar industrialisiert -, geht mir total gegen den Strich.«

Niemand ist gezwungen, diese Technik in Anspruch zu nehmen. Kein Christ muss einen Schwangerschaftsabbruch durchführen, eine Präimplantationsdiagnostik vornehmen, Sterbehilfe leisten. Dieses aber anderen Menschen zu verbieten, verstößt fundamental gegen das grundgesetzlich – auch in der Schweiz – verbürgte Selbstbestimmungsrecht! Als Diabetikerin wären Sie nicht gezwungen, die modernen Medikamente einzunehmen, als Mensch ohne funktionierende Nieren könnten sie darauf verzichten, an ein lebensrettendes Dialysegerät angeschlossen zu werden, Sie könnten verfügen, im Falle eines schweren Herzinfarkts nicht mittels modernster Medizintechnik reanimiert zu werden usw.

Ich sehe aber, dass praktisch alle Menschen diesen – von vielen andererseits so verachteten – medizintechnischen Fortschritt im Bedarfsfall in Anspruch nehmen. Und wenn es dereinst gelungen sein wird dank Stammzellforschung und anderer gentechnischer Techniken, unterbrochene Nervenleitungen wieder zu verbinden, würden auch Sie – wären Sie querschnittgelähmt – dieses Heilverfahren mit größter Dankbarkeit nutzen.

Diese Entwicklungen haben insofern viel mit Medizinethik zu tun, als gerade von christlich-religiöser Seite immer wieder mit irrationalen Argumenten diese Forschungen be- und verhindert werden. Im Notfall werden sie aber ebenso von gläubigen Christen umfassend genutzt. Heuchlerischer geht es wohl kaum.
Uwe Lehnert, am 29. März 2013 um 20:19 Uhr
Wow, Sie müssen aber schon von den Christen sehr verletzt worden sein...
Können Sie sich vorstellen, dass ich der Ansicht bin, dass die Erde nicht traurig wäre, wenn weniger Menschen an ihr herumbasteln würden? Ich hab' ja am Nachmittag doch recht gehabt, dass wir konträre Ansichten haben, offensichtlich in jeder Beziehung.
Damit wir dieses Palaver beenden können: Ich bin gegen Organverpflanzung, lehne Bluttransfusionen ab, künstliche Lebensverlängerung ohne Lebensqualität sowieso, hatte aber bisher das Glück (vielleicht auch aus Achtsamkeit?), mich nie für irgendeinen grösseren Eingriff entscheiden zu müssen. Vielleicht bin ich alterna(t)iv, für mich passt's. Ihnen wünsche ich, dass Sie die Begleitung im Alter bekommen, die für Sie hilfreich ist. Melden Sie sich, wenn's arg wird, ich komme Sie dann besuchen!
Ilse Czamek, am 29. März 2013 um 20:59 Uhr
Liebe Frau Czamek, es ist Ihr gutes Recht, diese Auffassungen zu haben und zu leben. Wogegen ich mich nur wende, ist die Anmaßung bestimmter Kreise, insbesondere der Kirchen, für alle Menschen zu sprechen, auch wenn sie deren Glaubensüberzeugungen nicht teilen wollen. Keiner hat das Recht, dem anderen eine religiöse Denk- und Lebensweise aufzuzwingen. Ich bin daher für eine strikte Trennung von Staat und Kirche, für den laizistischen Staat, in dem Religion so weit wie möglich als Privatsache zu gelten hat. In einer Gesellschaftsordnung, die die Trennung von Staat und Religion ernst nimmt, haben religiöse Auffassungen in der Medizinethik nichts zu suchen. Religiöse Auffassungen kann und soll jeder Mensch für sich allein umsetzen, sie anderen vorzuschreiben, ist zutiefst undemokratisch.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ergebnisse moderner Medizin – erst recht nicht ihre Auswüchse – niemals nötig haben werden. Auch Ihnen alles Gute, Uwe Lehnert (www.uwelehnert.de)
Uwe Lehnert, am 29. März 2013 um 21:50 Uhr
Für alle Sperber-Leser: Da dieses Tauziehen immer persönlicher wird und je länger desto weniger mit dem ursprünglichen Sperber-Artikel zu tun hat, habe ich Uwe Lehnerts Angebot aufgegriffen und korrespondiere künftig direkt mit ihm. Wir werden nie herausfinden, weshalb nicht der ganze Globus identisch tickt und sich viele Völker Dinge gefallen lassen müssen, die bei uns längst passé sind; heisst nicht, dass das für die Menschheit besser ist. Frohe Ostern allen!
Ilse Czamek, am 30. März 2013 um 04:13 Uhr

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