Eine Zeugung im Reagenzglas endet selten mit der Geburt eines lebenden Kindes © HS

Eine Zeugung im Reagenzglas endet selten mit der Geburt eines lebenden Kindes

Die Erfolgsrate bei Reagenzglas-Zeugungen stagniert

Barbara Marti / 22. Mai 2018 - Nach einer Zeugung im Reagenzglas bekommen nur wenige Frauen ein lebendes Kind. Die Erfolgsrate stagniert seit Jahren.

Dies geht aus Zahlen des Schweizer Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Danach lag im Jahr 2016 die «Entbindungserfolgsquote» pro Behandlungszyklus nur bei 17 Prozent.

Magere Erfolgsquote

Eine Zeugung im Reagenzglas (In-Vitro-Fertilisation, IVF) endete also nur bei jedem sechsten Behandlungszyklus mit der Geburt eines Kindes. Diese Erfolgsrate stagniert seit zehn Jahren bei unter 20 Prozent. Ein kleiner Fortschritt ist einzig bei der Behandlung mit gefrorenen Eizellen erkennbar. Hier erhöhte sich die Entbindungserfolgsquote pro Behandlungszyklus von 12 Prozent im Jahr 2006 auf fast 17 Prozent im Jahr 2016.

Kein lebendes Kind

Ein Behandlungszyklus beginnt mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke. Danach werden Eizellen entnommen, im Reagenzglas befruchtet und der Embryo in die Gebärmutter transferiert. Nur wenige Frauen bringen danach ein lebendes Kind zur Welt. Die Mehrheit der behandelten Frauen geht leer aus, auch wenn sie mehrere Behandlungszyklen über sich ergehen lassen. Dafür nehmen Frauen viel in Kauf.

Risikoreiche Behandlung

Die hormonelle Stimulation und die Entnahme von Eizellen sind ein invasiver Eingriff in den Körper, der mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Die Eierstöcke müssen mit Hormonen stimuliert werden, damit möglichst viele Eizellen reifen und entnommen werden können. Bekannte Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Blutungen, Stimmungsschwankungen, Unterleibs- und Kopfschmerzen und Thrombosen. Die Hyperstimulation steht zudem im Verdacht, Eierstock- und Gebärmutterkrebs zu fördern. Die Entnahme der Eizellen mittels einer Punktion erfordert Beruhigungsmittel oder eine lokale Narkose. Dabei kann es zu Blutungen und Infektionen kommen. Wenn der Eileiter verletzt wird, droht Unfruchtbarkeit.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Die Autorin ist Redaktorin und Herausgeberin des Online-Magazins «FrauenSicht».

Weiterführende Informationen

BFS-Statistik «Medizinisch unterstützte Fortpflanzung: entstandene Schwangerschaften und Geburten»

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