Burkaverbot Islam © lumir beleza/flickr/cc

«Das verschleierte Gesicht untergräbt die Idee des Zusammenlebens» (ECHR)

SP lässt Muslimas im Stich

Niklaus Ramseyer / 06. Okt 2015 - Die SP-Frauen verteidigen Burka und Nikab – die gemäss EMR-Gerichtshof das Recht auf freiheitliches Zusammenleben «untergraben».

Ganzkörperverschleierung und Gesichtsverhüllung, wie sie Frauen aus rückständigen arabischen Ländern auch hierzulande etwa praktizieren, sind ab nächstem Jahr im Tessin verboten. Die wandelnden schwarzen Leintücher mit Sehschlitz oder gehäkeltem Gitter vor den Augen müssen also aus unserer südlichen «Sonnenstube» verschwinden. Und jetzt fordert jenes SVP-nahe «Egerkinger Komitee», das schon die völlig verfehlte (und dann dennoch angenommene) Minarett-Initiative lanciert hatte, mit einem Volksbegehren ein Verbot öffentlicher Gesichtsverhüllung für die ganze Schweiz. Der Initiativtext, der nach der Lancierung dieser «Burka-Initiative» letzte Woche in den Mainstream-Medien kaum je vollständig zitiert worden ist, lautet:

  1. «Niemand darf sein Gesicht im öffentlichen Raum und an Orten verhüllen oder verbergen, die allgemein zugänglich sind (ausgenommen Sakralstätten) oder der Erbringung von Publikumsdienstleistungen dienen.»
  2. «Niemand darf eine Person zwingen, ihr Gesicht aufgrund ihres Geschlechts zu verhüllen.»
  3. «Ausnahmen sind zu gestatten aus gesundheitlichen, sicherheitsrelevanten, klimatischen sowie aus Gründen des einheimischen Brauchtums.»

Streit um Zwang oder Freiheit

Ähnliche Verbote kennen etwa schon Frankreich und Italien. Die Initiative wird in der Schweiz sicher zustande kommen. An der Urne hat sie gute Chancen. Und der Streit darum ist schon entbrannt: Gegen «ein populistisch motiviertes Burkaverbot» kämpfen etwa die SP-Frauen. Wie ein solches Verbot denn motiviert sein müsste, sagen sie allerdings nicht. Sie meinen aber, durch ein Burkaverbot könnten «die betroffenen Frauen noch stärker isoliert» werden. Derlei hat man schon in den Debatten um ein Verbot der Zwangsheirat oder der Geschlechtsverstümmelung gehört.

Der «Bund» (Ausgabe vom 1. Oktober) argumentiert ähnlich. Und er behauptet keck, die betroffenen Frauen versteckten sich «aus freien Stücken» in den schwarzen Säcken. «Natürlich – es gibt muslimische Frauen, die von ihren Männern oder Familien zur Gesichtsverhüllung gezwungen werden», räumt das Blatt dann ein. Fragt dann aber: «Wer kennt eine solche Frau, und hat schon mit ihr gesprochen?»

Entpersönlichung und Isolierung

Das ist zynisch und verhöhnt die Opfer der Verschleierung. Sinn und Zweck dieser eigenartigen Kleidermode ist ja gerade, die Frauen zu entpersönlichen, zu anonymisieren und zu isolieren. Das total(itär)e schwarze Leintuch verhindert wirksam jegliches «Kennenlernen» und unterbindet die menschliche Kommunikation. Gleichzeitig wirkt die eher triste Aufmachung in der Öffentlichkeit als nervender Blickfang. Diese sensationelle Behinderung macht kaum jemand «aus freien Stücken» mit, wie der «Bund» behauptet. Viele der oft zitierten «reichen Touristinnen aus Arabien» ziehen sich im Flugzeug noch vor der Landung in Genf auf «europäisch» um und folgen Shakespeares Ratschlag: «When in Rome, do as a Roman!» Die Burkaträgerinnen unter den muslimischen Touristinnen sind jedenfalls hierzulande eine kleine Minderheit.

Der Europäische Menschenrechts-Gerichtshof (ECHR) hält sich auch eher an Shakespeares Grundsatz. Am 1. Juli 2014 wies er die Klage einer französischen Muslima gegen das in diesem Land geltende Burkaverbot ab.

«Das Gesicht spielt in der sozialen Interaktion eine entscheidende Rolle», hielten die Menschenrechtshüter im Fall «S.A.S versus France» fest. «Das verschleierte Gesicht untergräbt die Idee des Zusammenlebens», steht in der Gerichtsverlautbarung zum Entscheid weiter. Und die Burka stelle «die Möglichkeit offener persönlicher Beziehungen fundamental in Frage», wie sie in unseren Gegenden üblich sei.

Gegen kommunikative Verstümmelung

Das Gericht entschied, Frankreich verstosse mit seinem Burka-Verbot nirgends gegen die Menschenrechte. Umgekehrt können hingegen in Frankreich (und könnten nach einem Verbot auch in der Schweiz) betroffene Mädchen und Frauen ihre Eltern, Brüder oder Ehemänner, die ihnen das schwarze Leintuch aufdrängen wollen, darauf hinweisen, dass das geltende Recht auf ihrer Seite stehe. Das Menschenrecht auch für Frauen nämlich, mit offenem und unverschleiertem Gesicht nach draussen zu gehen. Und dass es hierzulande leider ebenso verboten sei, jemanden mit einer Burka künstlich zu behindern, wie es untersagt sei, junge Menschen in die Ehe zu zwingen. Ja sogar, dass derlei Isolierung und kommunikative Verstümmelung ähnlich illegal sei wie die Geschlechtsverstümmelung oder Freiheitsberaubung.

Der Reflex der SP-Frauen

Dass ausgerechnet die SP-Frauen den Muslimas hierzulande diesen rechtlichen Schutz verweigern und sie im Stich (oder genauer «im schwarzen Sack») lassen, ist erstaunlich und wirft Fragen auf: Spielt da etwa immer noch derselbe, simple Anti-SVP-Reflex, der die SP schon in die EU-Falle geritten hat? Und was ist mit jener frechen Frage, mit der eine kluge Feministin die Gegner des Burka-Verbots im deutschen Fernsehen konfrontiert hat: «Ja, haben wir denn hier jahrelang und erfolgreich dafür gekämpft, dass den Geflügelzüchtern die Käfighaltung für Hühner verboten werde – nur um jetzt rückständigen Patriarchen gleich wieder die textile Käfighaltung für Frauen zu erlauben?»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Dossier «Pro und Contra Niqab-/Burkaverbot» (auf Infosperber)
«Die Burka-Gegner wollen den Islam nicht» (auf Infosperber)
Die Menschenrechte sind wichtiger (auf Infosperber)
Die Burka verstösst klar gegen die Menschenrechte (auf Infosperber)

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20 Meinungen

Ich kann meinen kurzen Rock oder mein Bikini in einem Islamischen Land nicht anziehen, also gehe ich nicht, so einfach ist das.
Margrit Lambrigger, am 06. Oktober 2015 um 11:48 Uhr
Danke, Niklaus Ramseyer! Klar und richtig gesagt.
Nur weil die Initiative für ein Burka-Verbot von rechts aussen kommt und nur weil Politikerinnen links der Mitte sich gegen ein solches Verbot aussprechen, ist es nicht falsch, den Steinzeit-Machos aus dem Orient unmissverständlich Halt zu gebieten. Genau so richtig, wie den rechten Obermachos aus dem eigenen Land an der Urne klar entgegenzutreten.
Wer Sorge hat, die immigrierten Frauen und Töchter islamistisch verdrehter Männer würden durch das Burkaverbot noch mehr isoliert, macht einen höchst bequemen Denkfehler. Das Problem liegt in der nach wie vor unklaren Einwanderungspolitik. Sie will angeblich offen sein gegenüber Fremden und schaut drum aus Angst, als unoffen kritisiert zu werden, ängstlich weg, wo im Interesse der Offenheit gehandelt werden müsste.
Es kann nicht sein, dass ein liberales Land wie die Schweiz Menschen Unterschlupf gewährt, die das genaue Gegenbild in ihrem vernagelten Hirn mit sich herumtragen und es auch nach der Aufnahme stur weiter leben wollen, als befänden sie sich noch dort, wo sie herkommen. Wir haben schon genug vernagelte Schweizer Männer im Land, es reicht!
Billo Heinzpeter Studer, am 06. Oktober 2015 um 13:14 Uhr
Wer den Frauen und Töchtern solcher Immigranten helfen will, befreit sie nicht nur vom Burkazwang, sondern holt sie auch immer wieder von zuhause weg, zum Beispiel durch obligatorische öffentliche Sprachkurse bis zum Abschluss auf Niveau B2. Das tut auch ihren Männern, Vätern und Brüdern gut, die dann auch mal was anderes hören als nur den fatalen Hirnschrott, den sie unter Ihresgleichen gebetsmühlenartig wiederholen.
Und noch was: Verbieten wir endlich die öffentliche Zurschaustellung aller religiösen Symbole, auch der angeblich christlichen!
Billo Heinzpeter Studer, am 06. Oktober 2015 um 13:14 Uhr
MEDIEN - SEKTEN

TAMEDIA (Tages-Anzeiger, Sonntagszeitung usw.), die NZZ-Mediengruppe (Neue Luzerner Zeitung usw.) und - aufgrund der Art und Weise ihrer Berichterstattung - auch der Ringier-Verlag und Radio, Fernsehen SRF, sind Mitglieder von transatlantischen (USA/NATO) Elite-Organisationen wie „Bilder-berg“, „Transatlantik-Brücke“ usw

Merkmale dieser transatlantischen Organisationen sind:
• Intransparenz
• Verschwiegenheit
• Einseitigkeit/Undifferenziertheit
• Desinformation
• Manipulation des Denkens, der Meinungen
• Absolute Solidarität zur USA und Israel

Alles Merkmale, die jenen von Sekten entsprechen und im krassen Widerspruch stehen zu einer freien, demokratischen Gesellschaft. Ganz im Gegensatz und in Missachtung zu dem was John F. Kennedy von den Medien einforderte (Link 1).
Die Gesetze unserer Medien und ihre sektiererische Ausrichtung spiegelt sich in den 5 Geboten (Link 2) der Springer-Presse wider, die auch für die schweiz. Medien Gültigkeit haben (siehe auch Link 3)
1
John F. Kennedy und Dwight D. Eisenhower warnten uns!
https://www.youtube.com/watch?v=jRER8m0zHrM
2
Springer-Presse: Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika
http://www.neopresse.com/medien/springer-presse-solidaritaet-mit-den-vereinigten-staaten-von-amerika/
3
Führende Schweizer Medien bei den Bilderbergern
https://www.youtube.com/watch?v=ZLCgNYKO9sQ

Niklaus Ramseyer ist in führender Position bei der transatl. USA/Nato-ausgerichteten TAMEDIA und der Basler Zeitung tätig
Beat Wick, am 06. Oktober 2015 um 14:49 Uhr
Da wird doch ein nicht existierendes Problem politisch hochgeblasen, auf dass man sich ja nicht wirklichen Themen zuwenden muss. Wer fühlt sich denn um gotteswillen vom Anblick einer Niqab oder Burka gestört? Wenn die Gleichstellung der Frau bei uns wirklich Realität wäre, werden Menschen aus anderen Kulturräumen - vor allem wenn sie bei uns integriert Schulen besuchen - solches mit der Zeit gerne mitvollziehen. Bereits in der zweiten, spätestens dritten Generation werden die jungen Leute ihren Lifstyle autonom wählen. Und wie sollt im übrigen ein so unsinniges Verbot durchgesetzt werden? Die Genfer ( und ander) «Geschäftlimacher» werden sich nicht freuen, wenn die Saudis nicht mehr kommen und Geschäfte haben doch Priorität, oder nicht mehr? Diese Initiative ist ebenso unrealistisch und sinnlos wie die Minarett-Initiative. Im übrigen wäre es unser guter Anteil an Friedensarbeit, wenn wir Religionsfreiheit in aller Konsequenz vorleben. Gleichstellung der Frau und Religionsfreiheit sind die wesentlichen Merkmale und Vorteile unserer Zivilgesellschaft, Diese beiden Punkte sind auch Voraussetzung, dass wir durch die Flüchtlinge nicht mitten in deren innerreligiösen Zwist von Sunniten und Schiiten geraten.
Hermann K.J. Fritsche, am 06. Oktober 2015 um 15:42 Uhr
Lieber Herr Wick! Ihre Ausführungen und Links sind ja sehr interessant. Nur frage ich mich, was das alles mit Burka und Nikab in der Schweiz zu tun haben soll. Und bezüglich meiner Person, auf die Sie dann auch noch wacker drauf hauen, irren Sie sich gleich mehrfach gewaltig: Beim Tagi-Konzern bin ich seit über zehn Jahren nicht mehr tätig – in leitender Position schon gar nicht. Für die Basler Zeitung seit 2009 auch nicht mehr. Ich arbeite als freier Journalist „en fin de carrière“ im Bundeshaus in Bern. Mit „Bilderbergern“ oder ähnlichen „transatlantischen“ Ideologie-Fabriken habe ich noch nie etwas zu tun gehabt. Diese versuchen vorab die Mainstream-Medien zu beeinflussen. Und es sind gerade diese Medien – von Tagi/Bund über Ringier bis NZZ – , welche das Burka-Verbot im Chor mit den SP-, FDP-, und CVP-Frauen bekämpfen. Oder es noch lieber gänzlich totgeschwiegen den Mainstream runter spülen möchten. Ich halte dagegen. N. Ramseyer
Niklaus Ramseyer, am 06. Oktober 2015 um 16:00 Uhr
Herr Ramseyer ist ein tapferer unerschrockener Publizist. Wo er schreibt, geht es durchaus um relevante Sachen, meist aus nicht vorgespurter Perspektive.
Pirmin Meier, am 06. Oktober 2015 um 16:50 Uhr
Typisch für die SP, die mit solch grosser Vorliebe ständig den falschen Dampfer besteigt. Sie muss sich nicht wundern, wenn man das «Soziale» ihrer Partei nicht mehr so ernst nehmen kann. Man fragt sich, welche WählerInnen sie eigentlich haben möchte...
Jürg Schoop, am 12. Oktober 2015 um 13:54 Uhr
@Margrit Lambrigger
Genau so halte ich es auch - und geniesse meine Reisen!
:-)
Marianne Bolliger, am 12. Oktober 2015 um 17:57 Uhr
Ich habe keine Ahnung, was uns der Autor dieses Textes mit seinem konstruierten SP-Bashing sagen möchte. Wenn es ein Burkaverbot gibt, lässt man die Musliminnen erst recht im Stich, weil man sie zwingt, in ihren vier Wänden zu bleiben. Herr Ramseyer will den Burkaträgerinnen also nicht helfen, wie er uns versichert, sondern sie isolieren. Das ist erst recht zynisch.
Thomas Läubli, am 20. Oktober 2015 um 04:06 Uhr
Meinungsäusserungen wie die von Herrn Ramseyer sind nicht per se zynisch, besonders wenn es sich um Aussagen handelt, die doch stark eine Aussensicht repräsentieren. Natürlich hat das Burkaverbot, aus meiner Sicht nicht unbedingt eine Priorität, wie das weit vernünftigere und durchaus rationale Verbot von Protzbauten, einen symbolischen Zusammenhang mit dem noch nicht kodifizierten Menschenrecht, «sich nicht erobern zu lassen». Die eigentliche Frauenbefreiung wird langfristig die Sache der muslimischen Frauen selber sein. Mit Ihrer Solidarität und Ihrem Mitleid, Herr Läubli, wird den Muslimas wohl nicht geholfen sein. Selber hatte ich mal eine muslimische Schülerin mit Mitleid und muslimischer «Solidarität» mit ihren Mitschülerinnen, die verwahrlost und wie Huren herumlaufen und öffentlich herumknutschen. Aus muslimischer Sicht herrscht auch hier Handlungsbedarf.
Pirmin Meier, am 20. Oktober 2015 um 06:43 Uhr
@Läubli. Auf welche Statistik oder welche Studien stützen Sie sich bei der Aussage, Musliminnen würden ohne Burka gezwungen zu Hause zu bleiben? Nach meinen Informationen ist es so, dass die fast alle Musliminnen in Europa nach einem Burkaverbot aufs Kopftuch wechseln.
Urs P. Gasche, am 20. Oktober 2015 um 08:59 Uhr
@Pirmin Meier: Es geht mir überhaupt nicht um Mitleid, sondern um Ihre Inkonsistenz: (a) Wenn Musliminnen mit einer Burka tatsächlich Zwang angetan wird, dann bedeutet ein Burkaverbot ein noch grösserer Zwang, wie ich dargelegt habe. (b) Wenn die Muslimin aufs Kopftuch wechselt, dann war es gar kein Zwang und niemand wurde im Stich gelassen. (c) Wenn die Muslimin die Burka nur aus Provokationslust trägt, dann ist es auch kein Zwang, ergo wurde niemand im Stich gelassen.

Damit hebt sich die ganze Argumentation auf und auch der Einwand von @Urs P. Gasche ist nichtig, denn, wie man es auch dreht und wendet, die SP lässt hier niemanden im Stich.
Thomas Läubli, am 21. Oktober 2015 um 03:31 Uhr
Die ganze Diskussion um Kopftuch und Burka ist lediglich ein Deckmäntelchen für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. So kann zumindest die Fremde sichtbar und angreifbar gemacht werden. Wen dazu noch «feministische» Argumentationen herhalten muss ist dies reiner Zynismus, denn gerade in rechtsgerichteten Kreisen ist die Frauenfeindlichkeit eher ausgeprägt. Im übrigen werden nach islamischem Recht die Rechte der Frau durchaus geschützt: Das Frauenvermögen ist unantastbar auch im Konkursfall des Mannes. In Oman ist die Gleichstellung der Frau im Gesetzt verankert, auch dass sie für gleiche Arbeit gleich entlöhnt werden muss! Spricht mann mit Muslimas empfinden die wenigsten das Tragen eines Kopftuches etc. als wirkliche Belastung. Im Iran ist das Spiel mit dem Kopftuch ein Zeichen von Protest gegen religiösen Fundamentalismus. Im übrigen, warum sollten wir in einem angeblich freien Land Kleidervorschriften erlassen? Wenn es um das Wohl der Frauen geht, hätten wir weiss Gott genügend «Baustellen».
Hermann K.J. Fritsche, am 21. Oktober 2015 um 10:22 Uhr
@Läubli. Behalten Sie Ihre Meinung, wie auch Herr Fritsche, der mich in seiner Argumentation an die afghanische Verfassung erinnert, wo die Emanzipation der Frau auch garantiert ist. Die SP kann aber den Musliminnen schwer helfen, die mir bekannten Politisierten unter ihnen neigen nun mal nicht selten zu extremistischen Anschauungen. Noch interessant ein naturalisierter nicht schweizerdeutsch sprechender Türke namens Suleyman, den ich zufällig in Aarau traf vor 3 Tagen. Er sagte, er fühle sich als 300%iger Schweizer. Er wählte leider nicht SP., sondern das, was Sie und Fritsche nicht wählen würden. Ein weibliches SP-Mitglied des Grossen Stadtrates Luzern, aus Ex-Jugoslawien, unterdessen nicht mehr dabei, ist unterdessen gleichgesinnte Lebenspartnerin eines vergleichsweise noch gemässigten SVP-Kantonsrats. Auf lange Sicht ist unter der Einwanderungsmasse ein nicht zu unterschätzendes rechtes Potential nicht auszuschliessen.
Pirmin Meier, am 21. Oktober 2015 um 10:32 Uhr
@Pirmin. Reisen Sie selbst in den Oman und überzeugen Sie sich. Manchmal lässt sich nicht alles von der Studierstube aus beurteilen. Ich war von der EG eingeladen, anlässlich einer Präsentation des Omans. Die Vorstellung erfolgte durch eine Frau, die ihr Erstaunen ausdrückte, dass die Rechte der Frau in Europa weniger gut ausgebildet, denn in Oman. Ihr Vergleich mit Afghanistan ist absurd und unsachlich!
Hermann K.J. Fritsche, am 21. Oktober 2015 um 10:37 Uhr
Es ist im weiteren bekannt, dass Secondos sich besonders bemühen «rechte» Schweizer zu sein. (CB ist bestes Beispiel!) Man kann dies auch bei Konvertiten beobachten, die meist ihre neue Religion fundamentalistischer vertreten. Das Menschen, die aus dysfunktionalen Ländern kommen, eine freiheitliche Ordnung nicht kennen, sich eher konservativen rigiden Ordnungskräften zuwenden ist psychologisch gut zu verstehen. Daher ist es wichtig, dass die Zuwanderer raschmöglichst in unsere Bildungssystem integriert werden und dabei verstehen lernen, wie ein liberaler Staat funktioniert.
Hermann K.J. Fritsche, am 21. Oktober 2015 um 10:42 Uhr
Zum Glück wird dieses Mal Verantwortung von uns Männern genommen, wie immer auch die Geschichte einmal ausgehen wird. Zumindest von den Nicht-Muslimen, und letztlich ist alles nur eine Gewöhnungssache. Zudem, Frauen erhielten wohl auch wieder eine ganz andere Attraktivität, da ja der direkte Vergleich sowieso fehlen würde.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass dannzumal 'virtueller Ersatz' noch in der heutigen Form möglich wäre, und so dürfte sich die Sache, auf etwas anderem Niveau, vielleicht wieder so abspielen wie ehedem, als nur wirklich Schöne und Holde auch tatsächlich eine Chance hatten, von Wichtigen im Land überhaupt mindestens je gesehen zu werden.

Unsere freiheitliche Ordnung stellt für gläubige Christlichen genauso das Abbild der Hölle dar, wie für gläubige Andersgläubige auch. (Meinung eines guten ehem. musl. Arb.Kollegen)

Mit einem Unterschied, nämlich, Muslime sind uns einige hundert Jahre hinten nach, jünger, mit ihrer Religion, und ihrer Erfahrung. Und die machen sie, heute einfach mit anderen Waffen, und Techniken, als es unsere Vorfahren noch taten. Aber sie werden es trotzdem durchleben müssen, wie unsere Vorfahren auch.

Nur sollten wir verhindern, dass es hier wieder dazu kommt. Da wir aber NICHTS haben, was wir bieten können, kulturell, und Muslime keinen HEILAND, der im Gegensatz zu seinem Vater uns anbot, auch noch im letzten Moment des Lebens doch nur sagen zu müssen, an Gott zu glauben, um ins Paradies zu kommen, können wir uns nicht treffen.
Ernst Jacob, am 21. November 2015 um 05:02 Uhr
@Jacob. Würde die These «Muslime sind uns einige hundert Jahre hinten nach» aufgrund von Studien über die Geschichte der Intellektuellen nicht unterschreiben. Der Iraner Avicenna und der auf das alte Spanien und die Scholastik einwirkende Averroes waren weder für damals noch in Sachen geistigem Anregungswert für heute «hintennach». Bei Averroes gibt es, was zwar umstritten ist, eine von Thomas von Aquin so interpretierte Theorie, dass man zwischen theologischer und wissenschaftlicher Wahrheit unterscheiden soll. Z.B. könnte die Erde theologisch eine Kugel sein, wissenschaftlidh eine Scheibe. Solche Tricks kommen heute noch vor auf diversen Gebieten und sind nicht uninteressant. Ich bestreite, dass die muslimischen Aristoteliker des Mittelalters sich durch «Paris» usw. bestätigt fühlen würde. Betrachte mich trotzdem als Islamkritiker: Als ich mit einem schiitischen «Theologen» den Anschluss zum Dialob über Avicenna und Averroes suchte, erklärte der Anhänger des Ayatollah Ruhollah Chomeini: «Wir haben heute viel besser Theologen als Avicenna und Averroes.» Man kann diese bornierte These auch als sektiererischen Zerfall sehen.

Meine ersten unvergesslichen und relativ verbindlichen literarischen Begegnungen mit dem Islam waren einerseits, ab 1956, Karl May mit dem Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abdul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah, 1964 die erste Lektüre von Goethes Westöstlichem Divan. So konnte man kein Islamhasser werden.
Pirmin Meier, am 21. November 2015 um 08:39 Uhr
> Man kann diese bornierte These auch als sektiererischen Zerfall sehen. <

Aber im Grunde genommen ist es doch völlig irrelevant, wer was glaubt, oder dann welche Theorie als Leitfaden nimmt, es ist sowieso alles nur Theater.

Soeben hat eine Dame, hocherfreut darüber, dass ex ESO FLATHAN jetzt bei Shiva arbeitet, dem Flathen zu sagen versucht, man habe ihr bei ESO 1'600 Stutz abgenommen, für ihre Telefoniererei, und bat ihn, erneute einen Rundumblick für die Arme zu machen, wohl, um herauszufinden, wie sie jetzt wieder zu Geld komme, um weiterhin esotherische Rundumblicke machen zu lassen.

Ich kenne den Islam nicht, daher weiss ich auch nicht, ob es auch bei Muslimen Mode ist, dass Frauen Esotheriker anrufen, und sich ihr Geld in telefonsichen Warteschlangen ausreissen lassen. Ich gehe allerdings eher noch davon aus, dass Leute , die mit derart Primitivo- Methoden Andere um ihr Geld bringen, wahrscheinlich eher noch an die Wand genagelt würden, als ihren Schwachsinn auch noch ganz legal in muslimischen Kabelnetzen zu verbreiten zu dürfen.

Aber offenbar erfüllen Theologen und Schriftgelehrte einfach ein menschliches Bedürfnis, völlig unabhängig davon, was sie den Leuten erzählen, sei es nun in einer Kirche, einer Synagoge, einer Moschee, oder dann im Shiva-TV.

Man kann Menschen nicht vor sich selber schützen. Es leben zu Viele gut davon, dass so Viele halt glauben müssen, weil ihnen jedes Wissen fehlt. Hier liegt doch unser Problem, nicht im Islam, meine ich wenigstens.
Ernst Jacob, am 21. November 2015 um 12:50 Uhr

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