Chemische Waffen auf Rebellenseite!

Christian Müller © aw
Christian Müller / 13. Apr 2018 - Die USA informieren auf einer eigenen Info-Plattform darüber, wer in Syrien chemische Waffen hat – z.B. auch IS.

Die USA – und mit ihnen viele westliche Länder – geben sich absolut sicher, dass in Douma von Assads Seite Giftgas eingesetzt worden ist. Sind sie wirklich sicher? Und wissen sie überhaupt, was sie zu wissen vorgeben? Es geht immerhin um angekündigte kriegerische Bombardierungen.

Die gleichen USA betreiben für ihre eigenen Staatsbürger eine Informationsplattform der US-Botschaft in Syrien. Dort warnen sie vor Reisen nach Syrien, denn diese seien jetzt zu gefährlich. Denn, konkret:

  • «Tactics of ISIS, Hayat Tahrir al-Sham, and other violent extremist groups include the use of suicide bombers, kidnapping, small and heavy arms, improvised explosive devices, and chemical weapons.»

Oder zu deutsch: «Die Taktiken von ISIS, Hayat Tahrir al-Sham und von anderen gewalttätigen Extremisten-Gruppierungen umfassen den Einsatz von Selbstmord-Bombern, Entführungen, kleinen und schweren Waffen, von selbstgebastelten explosiven Geräten und von chemischen Waffen

Zum Bild: Ausschnitt aus der Informationsseite der US-Botschaft in Syrien.

Chemische Waffen also auch auf Rebellenseite

Werden aber wirklich irgendwo chemische Waffen eingesetzt, dann sind es – nach Aussage der USA –natürlich immer Assads Regierungstruppen gewesen. Und mit Assad wird immer automatisch auch Russland dafür verantwortlich gemacht. Das ist für viele in der US-Administration ein willkommener Anlass, in Syrien wieder loszuschlagen …

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Es gibt keine Interessenkollisionen.

Weiterführende Informationen

US Botschaft in Syrien
US Embassy Text: Chemische Waffen
Ausschnitt US

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4 Meinungen

Besten Dank für diese wichtige Information aus «erster Hand».

Dachen wir's doch...
Josef Hunkeler, am 13. April 2018 um 10:25 Uhr
Bis.

Von interesse ist, dass der Zusatz «chemical weapons» erst in der Sicherheitswarnung vom Oktober 2017 erscheint, während in allen früheren Versionen (bis März 2017) dieser Zusatz im Beschrieb der Taktik der ISI & Co fehlt.

Dies ist also offenbar eine Erkenntnis der Trump Administration, allerdings noch Tillerson, und steht im krassen Widerspruch zu den Aussagen der Frau Haley...
Josef Hunkeler, am 13. April 2018 um 11:42 Uhr
Unter den Westmächten ist der Ärger über Putins Erfolg-reiche internationale Politik der letzten Jahre gross.
- Krim-Annexion + Aufbau eigener staatlicher Strukturen in der Ost-Ukraine als Antwort auf den (von den USA ganz offiziell finanzierten Mitteln von USD 5.0 Mia.) Maidan-Umsturz von 2014 in der West-Ukraine
- Wechsel von der Ukraine-Krise nach Syrien als Antwort auf die Herausforderung der US-Waffen-Lobby (mit der STRATFOR-Organisation als treibende Kraft), welche Europa (West-Europa + Russland) gegeneinander zu einem 'Europäischen Krieg' aufzuhetzen versuchte

In meiner Wahrnehmung agierte Putin immer besonnen. Ich wird den Status als Autokrat aber nicht loswerden. Für die westliche Propaganda reichen die alten Reflexe gegen die Sowjetunion + gegen Putin als Mörder von Nemzow (Hintergrund leider nie aufgeklärt) aber alleweil.

Als Antwort finden sie nun offenbar keine bessere Lösung als Russland der Vergiftung eines Doppelagenten + Syrien des Einsatzes von Giftgas zu bezichtigen.
- Dabei braucht es neuerdings keine Nachweise der Behauptungen mehr, 'eine hohe Wahrscheinlichkeit' bzw. 'eine Alternativlosigkeit beim Schuldigen' genügt.
- Für mich ist das Alles reine Propaganda der alten US-Eliten, welche Trump wegen seiner Russland-Connection in Geiselhaft nehmen konnten.

Diese Kreise sind daran, die Glaubwürdigkeit der westlichen Werte immer mehr zu zerstören. Echt schade ...
Konrad Staudacher, am 13. April 2018 um 12:02 Uhr
Präsident Macron und die USA shen den Giftgasangriff als bewiesen an.
http://www.tagesschau.de/ausland/syriengiftgas-103.html

"Die USA sehen es als erwiesen an, dass die syrische Armee hinter dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma steckt. Russland gibt Großbritannien die Schuld. In Washington soll es Streit über das Ausmaß eines möglichen Militärschlags geben.

Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in der Stadt Duma sieht die US-Regierung es als erwiesen an, dass die syrische Regierung dafür verantwortlich ist. «

Es gibt aber Verschörungstheorektiker, die behaupten, es gibt keine soliden Beweise.

https://www.heise.de/tp/features/US-Verteidigungsminister-Mattis-Keine-soliden-Beweise-fuer-Chemiewaffenangriff-4023021.html?seite=all

"US-Verteidigungsminister James Mattis sagte am Donnerstag bei einer Anhörung vor dem Ausschuss für Streitkräfte, dass die US-Regierung «keine soliden Beweise» dafür hätten, wonach chemische Waffen bei dem Angriff in Douma verwendet wurden, bei dem mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen sein sollen."
Dieter Gabriel, am 15. April 2018 um 23:29 Uhr

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