Die Philosophin des Egoismus: Ayn Rand © Commons
Ayn Rand: Für den neuen Intellektuellen © mises.at

Die USA und Israel verstehen? Die «Philosophin» Ayn Rand lesen!

Christian Müller / 20. Jul 2018 - Ayn Rand, in Europa fast unbekannt, in den USA jahrelang der politische Bestseller und essenziell für die heutige Politik der USA.

Sie zählt in den USA zu den einflussreichsten politischen Autoren des 20. Jahrhunderts: Ayn Rand. Ihre Schriften haben eine Gesamtauflage von 25 Millionen erreicht. Auch alle heute massgeblichen Politiker und Politikerinnen standen und stehen unter ihrem Einfluss. Ihr Credo: Ethisch handelt, wer ausschliesslich seine eigenen Interessen vertritt. Etwas für andere tun ist verlogen, amoralisch und unethisch. Die USA sind in ihren Augen das edelste Land der Menschheitsgeschichte, weil sie das Selbstinteresse zum einzig richtigen moralischen Prinzip gemacht haben.

Ayn Rand wörtlich: «Sehen Sie sich die Ergebnisse einer Gesellschaft an, die auf dem Prinzip des Individualismus aufgebaut ist. Dieses, unser Land (die USA. Red.). Das edelste Land der Menschheitsgeschichte. Das Land der grössten Leistung, des grössten Wohlstands, der grössten Freiheit. Das Land, das nicht gegründet ist auf selbstlosem Dienst, auf Opfer, auf Verzicht oder irgendeine Vorschrift des Altruismus. Es wurde gegründet auf dem Menschenrecht auf das Streben nach Glück. Seinem eigenen Glück. Nicht das Glück eines anderen. Ein privates, persönliches, eigennütziges Motiv. Sehen Sie sich die Ergebnisse an.»

Und an anderer Stelle, Ayn Rand wörtlich: «Zum Ruhme der Menschheit gab es zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte ein Land des Geldes – und ich kann mir keine höhere, ehrwürdigere Auszeichnung für Amerika vorstellen, denn es bedeutet: ein Land der Vernunft, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Produktion und der Leistung. [ ] Wenn ich die stolzeste Eigenschaft der Amerikaner nennen sollte, würde ich – weil darin alle anderen enthalten sind – die Tatsache wählen, dass sie das Volk waren, das den Ausdruck ‹Geld machen› geprägt hat. In keiner anderen Sprache oder Nation wurden diese Worte jemals zuvor verwendet; die Menschen hatten Reichtum stets als statische Grösse betrachtet – etwas, das erobert, erbettelt, geerbt, geteilt, geplündert oder als Gefälligkeit erlangt wurde. Die Amerikaner haben als erste verstanden, dass Reichtum geschaffen werden muss. Die Worte ‹Geld machen› enthalten den Kern der menschlichen Moral.»

Die USA, das ersehnte Land!

«Ayn Rands Eltern waren russische Juden; ihr Vater stammte aus Brest-Litowsk, ihre Mutter aus St. Petersburg. Mit neun Jahren beschloss sie, Schriftstellerin zu werden. Im Jahr 1917 erlebte sie sowohl die Februarrevolution als auch die Oktoberrevolution mit. Die Besitztümer ihrer Familie (ihr Vater war Apotheker) wurden enteignet. In der Folge verarmte die Familie, die bald darauf in die Ukraine und kurze Zeit später auf die Krim zog, wo die Sechzehnjährige 1921 ihren Schulabschluss machte. Im selben Jahr ging die Familie zurück nach Petrograd, wo Rand an der Petrograder Staatlichen Universität Philosophie und Geschichte studierte. 1924 ging sie nach erfolgreichem Abschluss des Studiums an das Staatliche Institut der Filmkünste, um das Drehbuchschreiben zu erlernen. Gegen Ende 1925 erhielt sie ein Ausreisevisum für einen befristeten Besuch ihrer Verwandten in den USA. Am 17. Januar 1926 verliess sie ihre Geburtsstadt und kehrte nie mehr zurück.» Diese kurzen biografischen Angaben, zitiert nach Wikipedia, mögen genügen, um zu sehen, wo der Ursprung ihrer Verherrlichung des Egoismus liegen könnte.

Ayn Rand verstand sich selbst als Philosophin, nicht etwa nur als Schriftstellerin. Von den philosophischen Fakultäten an den Universitäten wurde sie aber nicht ernst genommen, nicht als ‹Philosophin› anerkannt, eine eingehende akademische Auseinandersetzung mit ihrem Werk gab es deshalb nicht. Leider, muss man heute sagen, denn ihr Einfluss auf das Denken in den USA war und ist noch immer ausserordentlich stark. In den USA kam ihre Botschaft sehr gut an, der von ihr verherrlichte Egoismus legitimierte die Mentalität der Einwanderer, die sich vom neuen Land genommen hatten, was sie wollten. In Europa dagegen blieb sie weitestgehend unbekannt. In ihren Schriften hat sie für Europa denn auch kaum ein gutes Wort übrig. Für sie war Europa – Europa, nicht etwa nur das damals kommunistische Russland! – eine verlorene Region, weil viel zu sehr dem Altruismus und dem Kollektivismus erlegen.

Ayn Rands Denken ist das, was heute «libertär» genannt wird. Ein Beispiel: Wenn eine Stadt aufgrund einer demokratischen Abstimmung eine öffentliche Parkanlage baut, dann ist das jenen gegenüber, die dagegen gestimmt haben, in dieser Stadt aber Steuern zahlen müssen, ein Akt der Enteignung. Der Staat und die Gemeinde haben nach Ayn Rands libertärer Auffassung absolut kein Recht, zum Wohle der Gemeinschaft Geld auszugeben.

Ayn Rands Einfluss heute stärker als der von Marx

Am 14. November 2017 schrieb die israelische Zeitung Haaretz: «Die (israelische) Justizministerin Ayelet Shaked, ohne Zweifel die grösste Reformerin in Ministerpräsident Benjamin Netanjahus Regierung, sagte 2015 der ‹New York Times›, ihre Neigung, das Gesicht der Gesellschaft zu verändern, basiere teilweise auf den Thesen der Autorin Ayn Rand. ‹Es ist Tatsache, dass du manchmal anders denkst als andere›, so sagte sie der Zeitung, ‹und trotzdem musst du auf deiner Meinung beharren, auch wenn du dabei angegriffen wirst›. Shaked ist nicht die einzige Person, die von Rand beeinflusst wurde. Die extrem libertäre Philosophie der russisch-amerikanischen Autorin hat gegenwärtig einen deutlich grösseren Einfluss auf die Welt als die diskreditierte Theorie von Marx. Rands Bücher sind unter dem Strich die Lektüre von Donald Trump und etlichen Mitgliedern seines Kabinetts und haben auch auf Netanjahu einen tiefen Eindruck gemacht.»

Ayn Rand muss gelesen werden!

Ayn Rand zu lesen, macht keinen Spass. Im Gegenteil. Es erstaunt, um nicht zu sagen, erschreckt einen – zumindest einen Europäer – zu lesen, was ein menschliches Wesen, eine Frau, imstande ist zu schreiben – und damit einen Riesenerfolg zu haben: Ethisch ist, wer nur seine eigenen Interessen vertritt. Wer die Interessen anderer vertritt, handelt unethisch. Nur Egoismus schafft Freiheit und Gerechtigkeit. Die USA sind das edelste Land der Menschheitsgeschichte, weil sie das Eigeninteresse zum einzig richtigen moralischen Prinzip erhoben haben. Usw. usw.

Und doch muss Ayn Rand zur Kenntnis genommen werden. Als Warnung. Ihre Botschaft wirkt nach, ist präsent, ist eine der Wurzeln des US-amerikanischen Denkens und Fühlens: Nur der Egoist ist ehrlich, nur das Eigeninteresse zählt, nur der Selfmademan, der, mit welchen Methoden auch immer, zum Milliardär geworden ist, ist ein wahrer Held. – Wir müssen, gerade auch in Europa, zur Kenntnis nehmen, was da noch auf uns zukommen kann. Der überhandnehmende Neoliberalismus ist nur der Vorbote. Und Donald Trumps bisherige Finanz-Entscheide zugunsten der Reichen und Superreichen bestätigen den Trend.

Ayn Rand hat Fach- und Sachbücher geschrieben für die gebildete, interessierte Oberschicht. Und einen Roman – «Der Streik» – für die Masse. 25 Millionen US-Amerikaner haben in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren mindestens eines ihrer Bücher gekauft – und ihre Botschaft durch die eigene Lektüre verinnerlicht. Nicht zuletzt die US-Politiker, die heute in den USA an den Hebeln der Macht sind. Und auch die Politiker, die heute in Israel das Sagen haben – wie Netanjahu, der seine Studienjahre in den USA verbrachte.

Originalaussagen von Ayn Rand

«Solange Sie nicht erkennen, dass Geld die Wurzel alles Guten ist, betteln Sie um Ihre eigene Zerstörung.»

«Ich bin fertig mit dem Monster ‹Wir›, dem Wort der Sklaverei, der Plünderer, des Elends, der Falschheit und der Schande. Und jetzt sehe ich das Antlitz Gottes, und ich erhebe diesen Gott über die Erde, diesen Gott, den die Menschen gesucht haben, seit es sie gibt, diesen Gott, der ihnen Freude und Friede und Stolz gewährt. Dieser Gott, dieses eine Wort: ICH.»

«Ich bin hergekommen, um zu sagen, dass die Integrität des schöpferischen Werks eines Menschen wichtiger ist als jede Art von Wohltätigkeit. Diejenigen, die das nicht verstehen, sind diejenigen, die die Welt zerstören.»

«Ein reines kapitalistisches System hat bis jetzt noch nie existiert, nicht einmal in Amerika; verschiedene Abstufungen von staatlicher Kontrolle haben es von Anfang an untergraben und verzerrt. Kapitalismus ist nicht das System der Vergangenheit. Es ist das System der Zukunft – wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll.»

«Wenn die Zivilisation überleben soll, so müssen die Menschen die altruistische Moral ablehnen.»

«Um dies am Lieblingsbeispiel der Altruisten – der Rettung einer ertrinkenden Person – zu illustrieren: Wenn die zu rettende Person ein Fremder ist, ist seine Rettung moralisch nur richtig, wenn das Risiko für das eigene Leben minimal ist; wenn das Risko gross ist, würde es unmoralisch sein, es zu versuchen. Nur Mangel an Selbstachtung könnte jemanden dazu veranlassen, sein eigenes Leben nicht höher zu schätzen als das irgendeines Fremden.»

«Da das eigene Glück der moralische Zweck des eigenen Lebens ist, ist der Mann, der es aus eigener Unterlassung nicht erlangt, aufgrund seines Versagens, dafür zu kämpfen, moralisch schuldig. »

«Nur Individuen haben das Recht zu entscheiden, ob und wann sie anderen helfen wollen; die Gesellschaft – als organisiertes politisches System – hat in dieser Frage überhaupt keine Rechte.»

«Fortschritt kann nur aus dem Überschuss kommen, d.h. aus der Arbeit derer, deren Fähigkeit mehr produziert als ihr persönlicher Verbrauch erfordert, die intellektuell und finanziell fähig sind, aufzubrechen, um nach Neuem zu streben. Kapitalismus ist das einzige System, in dem solche Menschen arbeiten können und in dem Fortschritt nicht von Zwangsenteignungen , sondern von einem ständigen Zuwachs an allgemeinem Wohlstand, Verbrauch und Lebensgenuss begleitet wird.»

«Altruismus ist unvereinbar mit Freiheit, mit Kapitalismus und individuellen Rechten. Man kann das Streben nach Glück nicht mit dem moralischen Status eines Opfertieres kombinieren.»

«Das Recht auf Leben bedeutet, dass der Mensch das Recht hat, sein Leben durch seine eigene Arbeit zu erhalten (auf jeder ökonomischen Stufe, so weit seine Fähigkeiten ihn bringen); es bedeutet nicht, dass andere ihn mit dem Lebensnotwendigen versorgen müssen.»

«So etwas wie ein ‹Recht auf einen Arbeitsplatz› gibt es nicht – es gibt nur das Recht auf freien Handel, d.h. das Recht, eine Stelle anzunehmen, wenn man eingestellt wird.»

«Nur wer Laissez-faire-Kapitalismus vertritt, vertritt die Menschenrechte.»

«Durch den Kapitalismus machte die Menschheit ihre ersten Schritte in Richtung Freiheit und einer rationalen Lebensweise.»

«Amerikas Grösse liegt in der Tatsache, dass seine wirklichen Monumente nicht öffentlich sind. Die Skyline von New York ist ein Denkmal von solcher Grösse, dass die Pyramiden oder die Paläste sie nie erreichen oder übertreffen können. Doch Amerikas Wolkenkratzer wurden weder durch öffentliche Mittel noch für öffentliche Zwecke erbaut: Sie wurden erbaut durch die Energie, die Initiative und den Wohlstand von privaten Individuen für persönlichen Profit. Und anstatt das Volk zu verarmen, haben diese Wolkenkratzer, während sie selber höher und höher wuchsen, den Lebensstandard gehoben – den der Einwohner der Slums mit eingeschlossen, die im Vergleich zum Leben eines ägyptischen Sklaven oder eines modernen sowjetischen Arbeiters ein luxuriöses Leben führen.»

Alle diese Zitate stammen aus den unten aufgeführten Büchern.

Im deutschen Sprachraum fast unbekannt – aber zugänglich

Wer Ayn Rand und ihre «Philosophie» kennenlernen will, hat – neben ihren Originaltexten in Englisch – in deutscher Sprache folgende Möglichkeiten:

  • Ayn Rand: Die Tugend des Egoismus. Eine neue Auffassung des Eigennutzes. TvR Medienverlag Jena, 2. Auflage 2017. ISBN 978-3-940431-55-4. 190 Seiten.

  • Ayn Rand: Für den neuen Intellektuellen. Eine Streitschrift gegen die pseudointellektuellen Verführer in den Medien und Universitäten. Verlag mises.at, 2016. ISBN 978-3902639363. 251 Seiten.

  • Ayn Rand: Der Streik. Roman. ISBN 978-3-00-037094-6. 1260 Seiten.

  • Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

    Zum Autor. Es gibt keine Interessenkollisionen.

    Weiterführende Informationen

    Auch in der Schweiz gedeiht die libertäre Weltanschauung (auf Infosperber)
    Europa ist zur Geisel der USA geworden (auf Infosperber)
    Die Rolle von Ayn Rand in den USA (auf ZEITonline)

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    14 Meinungen

    Es ist erschreckend diesen Artikel zu lesen, man sollte es aber trotzdem tun um zu begreifen, was momentan in den USA abgeht.
    Hans Arnold, am 20. Juli 2018 um 16:05 Uhr
    Um die gegenwärtige Politik zu verstehen hilft ein Wissen um die zwei Überlebensstrategien der Natur: das individuelle Verteidigungs-/Ernährungsverhalten und das Schwarmverhalten, mit dem die Gemeinschaft aller Individuen räuberische Angreifer abwehrt.
    Im Menschen entspricht das dem Akquisitionstriebs und dem Bindungstrieb. Beide Triebe gehören zur Gruppe der vier menschlichen Grundtrieben, zu denen der Lerntrieb und der Verteidigungstrieb gehören (siehe das Buch der Harvard Business School Professoren Lawrence und Nohria Driven: Was Menschen und Organisationen antreibt).
    Ayn Rand verschrieb sich dem konservativen Akquisitionstrieb und gegen den sozialen Bindungstrieb. Die Evolution, stets auf ein Gleichgewicht aller Kräfte ausgerichtet, hat jedoch keine der beiden Überlebensstrategien den Vorzug gegeben. Es ist also kein ‚entweder-oder‘ sondern ein ‚sowohl-als-auch‘. Somit haben sowohl der Akquisitionstrieb wie der Bindungstrieb ihre Berechtigung, trotz ihrer dynamischen Spannung.
    Gemäss dem Prinzip der Evolution findet der gemeinsame Fortschritt und somit das Fortbestehen der Gesellschaft statt, wenn sich beide Pole im Gleichgewicht halten. Das kann aber nur gelingen, wenn sich die Wähler dessen bewusst sind, die Bedeutung der Demokratie als integrierende Kraft verstehen, ihre Meinung bilden und wählen. Nur das kann eine Diktatur der einen oder der anderen Seite vermeiden. Die Geschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte liefert eine ausreichende Anzahl Beispiele!
    Michel Mortier, am 20. Juli 2018 um 18:10 Uhr
    Tja, vielleicht muss man zwischen Mikro- und Makroebene unterscheiden. Auf Stufe Mikro die zwischenmenschlichen Beziehungen. Bei Makro handelt es sich um die ganze Volkswirtschaft. Die beiden Kategorien müssen unterschiedlich analysiert und beurteilt werden. Ich empfehle das Video von Horst Lüning: https://www.youtube.com/watch?v=QR38eN75LUk
    Alessandro Meier, am 20. Juli 2018 um 18:15 Uhr
    Krank. Aber passt bestens zu Trump und dem aktuellen Zustand der USA. Die Dame trauert einem Zustand nach, denn es schon längst nicht mehr gibt. Seit der Wirtschaftskrise 2008 geht es dem Durchschnittsamerikaner immer schlechter, das Medianeinkommen liegt deutlich unter dem schweizerischen, und die Gesellschaft ist immer mehr gespalten, noch deutlicher als in Europa. Trump manöviert das Land weiter in den Niedergang und in die Isolation, der von ihm gestartete Handelskrieg wird sich als grosser Bumerang erweisen, denn letzten Endes vernichtet er Arbeitsplätze in den USA statt neue zu schaffen. Letztes Beispiel ist Harley-Davidson, welche die Produktion nach Thailand auslagern, um den EU-Gegenmassnahmen zu entgehen. America First ist nur ein dummer Spruch.
    Alois Amrein, am 21. Juli 2018 um 00:22 Uhr
    Ich hoffe, die Auseinanderklaffung von arm und reich werden bald von allen erkannt und führen zur Wut der nicht Besitzenden und werden zurückgeführt zu der Theorie dieser Frau. Der Rest müsste dann ein «Sich-dagegen-wehren» sein. Aber wenn wir die Geschichte analysieren - von unten kam noch nie die Veränderung - Sorry.
    Carlos Werner Schenkel, am 21. Juli 2018 um 09:41 Uhr
    Ayn Rand wird auch im (englishsprachigen) Wikipedia-Artikel über rationellen Egoismus genannt: https://en.wikipedia.org/wiki/Rational_egoism

    Mir scheint sie jedoch gerade keine rationelle Egoistin zu sein, sondern eine Ideologin, die der Idee des Egoismus verfallen ist. Echte rationelle Egoisten dürften sich eher oft altruistisch verhalten, denn auch sie können in der Regel nur gut leben, wenn es den anderen auch einigermassen gut geht.

    Sicher sind Ideologen gefährlichere Leute als rationelle Egoisten. Sie können hassen, zettlen Kriege an z.B. aus religiöser Verblendung, oder kehren das gute Ideale zum Bösen (wie z.B. Kleist's Figur Michael Kohlhaas).

    Falls meine These stimmt, dass Rand beides verkörpert, also eine ideologische Egoistin darstellt, wäre dies der blanke Horror, wie er in dystopischen Filmen auch gezeigt wird.
    Theo Schmidt, am 21. Juli 2018 um 12:15 Uhr
    @Michel Mortier

    So einfach ist es nun doch nicht, die Evolution (Anpassungs- und Überlebensstrategien) auf eine Gesellschaft (wie Menschen zusammenleben wollen) zu übertragen. Deshalb ist Ihre These, der Fortbestand der Gesellschaft setze ein Gleichgewicht zwischen Akquisitions- und Bindungstrieb voraus, nicht haltbar. Statt Trieb könnte man auch von Strategie sprechen. In keinem Fall sind es Naturgesetze.

    In der Annahme, Ihre These sei richtig, dann wäre Akquisition und Bindung gleichwertig zum Überleben der Gesellschaft. Der Akquisitionstrieb hat jedoch mit Blick auf die Gegenwart einen großen Haken: Ein Teil des Akquisitionstriebs besteht nämlich aus Kriegen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Aus Kriminalität und Gewalt. Aus Raubtierkapitalismus und weltweiter Selbstbedienungsmentalität. Aus politischer Unzuverlässigkeit bis hin zu ihrem Größenwahn. Aus einem Markt, der überhaupt nicht frei ist. Und die Akquisition besteht einem Machtstreben sondergleichen.

    Wie groß diese Anteile am Akquisitionstrieb sind, vermag ich nicht zu sagen. Aber sie sind groß genug, die Welt signifikant an den Abgrund zu führen: Hunger, Raubbau, Ungleichheitsverteilung, usw. Und dies geschieht. Leider sind davon auch Gesellschaften betroffen, in der Menschen nicht mehr so zusammenleben können wie sie wollen. Was ist jetzt mit Ihrer These?
    Uwe Pawlowski, am 21. Juli 2018 um 14:28 Uhr
    Danke Christian Müller für die träfe Verwendung von Ausrufezeichen hier. Ich glaube Ayn Rand ist weder die Ökonomin, noch die (Erkenntnis)-Filosofin für die sie sich hält. Sie ist nicht Quelle ultraliberaler Ideen sondern Brackwasser in jahrhundertelang stagnierenden Ideologiesümpfen. Keine Leseempfehlung!

    Mfg
    Werner T. Meyer
    Werner Meyer, am 21. Juli 2018 um 15:39 Uhr
    Wenn wir nach diesen Ideologien leben würden - und zwar alle - dann wäre die Menschheit im Nu ausgerottet. Denn wenn niemand mehr für andere etwas herstellt und alle nur von anderen was nehmen, nehmen sie ihnen kurzerhand auch das Leben, das ihnen im Wege steht.

    Es wird je länger je klarer, dass dies nicht zukunftsweisend sein kann und auch den Superreichen nur für kurze Zeit das Überleben garantiert.

    Dann gibt's noch einen klaren Denkfehler in Sachen 'Geld machen' - man macht es doch nicht, auch wenn man's so nennt, man 'beschafft' es sich. Wenn man es sich nämlich physisch machen würde, dann wäre es bald nicht mehr wert als das Papier, auf dem man es gedruckt hat.
    Marianne Mäder, am 24. Juli 2018 um 09:33 Uhr
    Irgendwie erscheint mir diese Dame unglaubwürdig. Sie erhebt das ICH zum Mass aller Dinge, teilt dann aber ihre «Erkenntnisse/Ideologie?» mit dem WIR. Konnte sie nicht ohne Echo des WIR auskommen um ihr eigenes Ego zu erhalten?
    (Gut, vielleicht gings auch nur um Zaster und ich irre mich)

    Ich denke die Frau war, genauso wie wir alle, auf der Suche nach Liebe und Anerkennung für ihr Dasein, konnte das aber selber nicht erkennen. Eigentlich tut sie mir leid.

    Letztlich kann sie froh sein das ihre Eltern nicht die gleiche Auffassung der Welt hatten (da sie ansonsten wahrscheinlich nie geboren worden wäre).

    P.S.: Selber hatte sie keine Kinder (konsequent) zerstörte sich selbst (starke Raucherin und Tod durch Lungenkrebs, bezeichnend) und bezog unter «falschem» Namen Sozialleistungen (entlarvend). Quelle: Wiki
    Alex Bötschi, am 24. Juli 2018 um 13:13 Uhr
    Kann mir jemand einen amerikanischen Präsidenten nennen, der nicht Ayn Rand und ihre «Philosophie» in Politik umzusetzen versuchte? Etwa Obama? Weit gefehlt, siehe die heutige Einschätzung von Cornel West, Obamas ehemaliger Wahlhelfer.
    Walter Schenk, am 24. Juli 2018 um 16:20 Uhr
    Hallo

    Vielleicht einmal «die rolle von ayn rand in den usa» bei Google eingeben.

    Ansonsten: Zwei Fragen erheben sich. Wie schlecht ist die «post mortem"-Einflussnahme der Ayn Rand auf Trump & Co.? Wesentlich interessanter: Wie und warum sind die Rands Thesen schlecht und fragwürdig?

    @ Walter Schenk

    Ihre Thes ist nicht nachvollziehbar. Obama vor Kurzem in einer Rede an der Georgetown-Uni: «The stereotype of folks on the Left who just want to pour more money into social progress and don’t care about culture or parenting or family structures […] and then you’ve got cold-hearted free-market capitalist types who are reading Ayn Rand and think everyone is mooching, and the truth is more complicated ..."
    Uwe Pawlowski, am 25. Juli 2018 um 12:06 Uhr
    @ Uwe Pawlowski
    Worte und Taten! Obama hat auch gesagt: «yes we can» und dann bewiesen, dass er nicht kann. Wenn man nicht kann, muss man das zugeben und zurücktreten.
    Walter Schenk, am 27. Juli 2018 um 12:01 Uhr
    Die Philosphie Ayn Rands (die eigentlich «Objektivismus» heisst) laesst sich in so wenigen Zeilen nicht erklaeren. Die obigen (meistens kritischen) Leserkommentare widerspiegeln gerade diese auesserst oberflaechliche Darstellung ihres Denkens.
    Lesen Sie einmal «Der Streik» und bilden Sie sich selbst Ihre Meinung!
    Alberto Tornato, am 01. September 2018 um 15:07 Uhr

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