Präsentation einer mit Atombombe bestückten pakistanischen Rakete © dawn

Islamisten wollen in Pakistan an die Drücker der Atombomben

Urs P. Gasche / 11. Nov 2019 - Von der Atommacht Pakistan gehen noch mehr Gefahren aus als von den Möchtegern-Atommächten Nordkorea oder Iran. Doch man schaut zu.

Unter Führung des radikalen fundamentalistischen Geistlichen Maulana Fazlur Rehman blockierten Oppositionelle tagelang die Zufahrtsstrassen der Hauptstadt Islamabad. Laut einem Korrespondentenbericht der NZZ drohte Rehman damit, dass seine Anhänger das Regierungsviertel stürmen. Unterstützt werde er von den wichtigsten Oppositionsparteien, darunter die «Pakistan Muslim League» des früheren Premierministers Nawaz Sharif.

Rehman verbot es Frauen, an den Demonstrationen teilzunehmen. Er ist ein erklärter Unterstützer der afghanischen und pakistanischen Taliban und möchte in Pakistan streng islamische Gesetze einführen. «In den vergangenen Jahren haben Islamisten die Tatsache, dass sie über Nacht Zigtausende auf die Strassen bringen können, zu einer Waffe gemacht», schrieb die NZZ am 8. November.

Eigentlich müssten international die Alarmglocken läuten, tun sich jedoch nicht. Denn Pakistan verfügt über rund hundert einsatzfähige Atombomben. Falls nach einem Militärputsch IS-freundliche Militärs an die Macht kämen, würden diese «die Atombomben mit Sicherheit einsetzen», meinte vor zwei Jahren Urs Schöttli, langjähriger Asien-Korrespondent der NZZ und warnte: «Wir waren noch nie näher bei einem Atomkrieg.»

Terroristen könnten Zugang zu den Atombomben erhalten

Kurz zuvor am 20. April 2017 hatte der Pakistan-Insider Rahmatulllah Nabil in der New York Times an die USA, die Internationale Atomenergieagentur IAEA sowie an den UN-Sicherheitsrat appelliert: «Die Welt muss Pakistans Atomwaffen schützen.» Nabil stand bis 2015 dem afghanischen Geheimdienst vor. Grosse Schweizer Medien hatten über diesen Aufruf nicht informiert, was Infosperber am 20. Juli 2017 ausführlich nachholte.

Eine tickende Zeitbombe

Der Ex-Chef des afghanischen Geheimdienstes warnte, dass gerade jene pakistanischen Beamten, die am besten über das Nuklearprogramm Bescheid wissen, zum Kreis der Personen gehören, denen die Lage am meisten Besorgnis bereitet. Pakistan sei nicht nur einer der neun Staaten, die Atomwaffen besitzen (und steht dabei punkto Grösse des Atomwaffenarsenals mutmasslich vor Grossbritannien an fünfter Stelle), sondern gelte auch als Brutstätte und Zufluchtsort für Jihadisten und andere Terroristen, deren Netzwerke vom Militär zur Verfolgung eigener Zielsetzungen in der Region benutzt werden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.