Unser Mann in deutschen Talkshows © Screenshot

Unser Mann in deutschen Talkshows

Die TV-Auftritte von Roger Köppel

Christof Moser / 17. Okt 2012 - Die 10 Schönheitsfehler der Schweiz (6/10): Muss Roger Köppel in deutschen Talkshows so tun, als wäre das ganze Land wie er?

Der «Quotenschweizer», wie ihn die «Süddeutsche Zeitung» nannte, sorgt offenbar für gute Quoten: kaum eine deutsche TV-Talkshow, in der «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel nicht aufgetreten ist. Was die TV-Macher frohlocken lässt, ist für nicht wenige Schweizer Zuschauer eine Zumutung: Köppel gibt im Scheinwerferlicht der deutschen Öffentlichkeit mit heissblütigen Auftritten und einem kühlen Lächeln das Bild des hässlichen Schweizers. Hält er uns damit den Spiegel vor?

«Hochsachliche Diskussion»

«Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Weltwoche, verteidigt das Minarettverbot. Er sagt: In der Schweiz herrscht Demokratie, deshalb hat unser Volk das Recht, den Muslimen zu sagen, was hier geht und was nicht.» So wird er eine Woche nach der Minarett-Abstimmung in der ARD-Talkshow «Hart aber fair» vorgestellt. Eine «hochsachliche Diskussion» habe es in der Schweiz über den Islam gegeben, sagt Köppel in der Diskussion, «die Muslime müssen die Entscheide der Demokratie akzeptieren». Um das Ganze schliesslich mit der Aussage zu krönen: «Wir müssen aufpassen mit dem unscharfen Begriff der Menschenrechte.»

«Nicht gerade belebend für Tourismus»

In der gleichen Talkshow verteidigt Köppel ein paar Wochen später das Bankgeheimnis, als wäre es ein Menschenrecht, den Staat um Steuern zu betrügen. Deutsche Bürger würden ihr Geld «in Sicherheit» bringen vor einem Staat, «dessen Sozialsysteme zusammenbrechen», so Köppel. Hans Leyendecker, investigativer Journalist der «Süddeutschen Zeitung», kontert: «Ich mache meinen Job seit dreissig Jahren. Egal ob Geld, Waffen oder Nazigold – immer führt die Spur in die Schweiz.»

Auf dem Höhepunkt der jüngsten Polemik gegen die Deutschen in der Schweiz, losgetreten von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli («Es hat zu viele Deutsche»), liess sich ein Schweizer Hotelier zitieren: «Wenn Roger Köppel jede zweite Woche in einer deutschen Talkshow sitzt, wirkt das nicht gerade belebend für den Schweizer Tourismus.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Die Artikel-Serie «Die 10 Schönheitsfehler der Schweiz» entstand im Auftrag der Filmemacher von «Image Problem».

Weiterführende Informationen

Video: Köppel zum Minarettverbot
TV-Kritik: Köppel zum Thema Bankgeheimnis
Informationen zum Film

9 Meinungen

Naja, mich stört es überhaupt nicht, wenn Roger Köppel die Schweizer Politik im Ausland erklärt und vertritt. Er macht das in Talkshow's genau so gut, wie in seiner eigenen Zeitung.
Zudem schafft er ein Gegengewicht zu allen anderen Schweizer «Gesandten", die regelmässig ihr linkes Geschwatz in allen Ländern Europas oder auch ausserhalb davon verbreiten. Beispiele: Andreas Gross (...nennt sich auf der Webseite «wichtigsten Aussenpolitiker der Schweiz"...), Jean Ziegler, Joseph Deiss u.v.a.m.

Vielleicht ist Christof Moser ja einfach nur neidisch auf Köppel und würde gerne selber in solchen Sendungen referieren. Er kann sich ja mal bewerben. Wenn es dann klappt, kann er in den deutschen Sendungen den ganzen Stuss aus seiner Zehnerserie «Schönheitsfehler» nochmals mündlich vortragen.... ;-)
Peter Seiler, am 17. Oktober 2012 um 13:25 Uhr
Jeder Mensch tut sich schwer mit seinen Schönheitsfehlern. Auch mit jenen zehn der Schweiz. Zwei Dinge können wir tun gegen Schönheitsfehler. Wir lernen, damit zu leben. Oder wir unternehmen etwas dagegen.
Peter Seiler betrachtet Roger Köppel offenbar nicht als 6. Schönheitsfehler der Schweiz. Das ist sein gutes Recht. Und unser gutes Recht ist, Roger Köppel und seine Weltwoche als wucherndes Geschwür der von Christoph Brocher gegründeten AUNS zu betrachten.
Walter Schärlig, am 17. Oktober 2012 um 17:47 Uhr
Grundsätzlich darf jeder Mensch seine eigene Meinung äussern und auch nach seiner Lebenseinstellung sein Leben gestalten und leben. Nur sollte man, wenn jemand das Gefühl hat besser zu sein als der Andere, auch andere Meinungen und Ansichten akzeptieren, ohne dass er diese mit persönlichen, unterschwelligen Beleidigungen zukommentiert.
Ich persönlich schliesse mich weitestgehend dem Kommentar von Herr Peter Seiler an. Übrigens ist Hr. Roger Köppel für die Schweiz ein journalistischer Segen. Die Veröffentlichungen der Weltwoche sowie auch die Auftritte von Hr. Köppel in den Deutschen Medien geben ein positives Licht auf die CH.
Ja, Herr Walter Schärlig, es ist Ihr gutes Recht. Was mich an Ihrem Kommentar stört ist, dass Sie persönlich werden, indem Sie (in)direkt Herr Köppel und Herr Br(l)ocher als wucherndes Geschwür bezeichnen, da Sie sie in der Person in direktem Zusammenhang mit der Weltwoche und der AUNS nennen. Ohne Ihnen Hr. Schärlig etwas zu unterstellen, aber ich empfinde Ihre Aussage sowas von daneben. Versuchen Sie im Leben das Positive zu sehen anstatt zu hadern.
Werner Fitze, am 18. Oktober 2012 um 19:55 Uhr
Sieht unser ultrarechtes Staatsgewissen wirklich so aus wie auf dem Foto? Ist das echt?
Fred David, am 18. Oktober 2012 um 21:09 Uhr
@) Ulrich Hertig: Natürlich hat die Wewo den Riesenvorteil, dass sie keinerlei Interessen auch nur im mindesten hörig ist...
Fred David, am 19. Oktober 2012 um 15:56 Uhr
.

Roger Köppel hat meistens RECHT !

Ich habe zwar die Weltwoche kürzlich abbestellt; trotzdem ist Herr Köppel einer der weitaus brilliantesten Denker und Schreiber hierzulande. Er ist bestimmt kein Weichei, und meines Erachtens durchaus ein guter Talkpartner in Deutschland. Ich kenne einige reiche, deutsche Unternehmer hier in GR, welche ihn sehr schätzen und hoffen, dass Madame Merkel ihm gut zuhört...solange sie noch kanzlern darf.

(Übrigens wäre es nett gewesen, ein etwas vorteilhafteres Foto von R.K. zu verwenden)


Gruss aus GR, wo auch reiche Ausländer gern gesehene Gäste sind!
Renato Stiefenhofer, am 19. Oktober 2012 um 23:28 Uhr
Offenbar dürfen nur noch Journalisten ungestraft «pointiert» auftreten, Politiker werden bei jedem verbal «zu scharf umschriebenes Problem» abgeschossen; also kein Wunder treten die nun immer «handzahmer-und-nichts-sagender» auf...

Die Dinge beim Namen zu nennen hat nun für die Schweiz R. Köppel übernommen, und ich sage : ... «Das ist gut so» … !
Frau Carmey Bruderer, am 20. Oktober 2012 um 14:07 Uhr
@) Renato Stiefenhofer, ich finde das eine bodenlose Untertreibung: Roger Köppel hat nicht «meistens Recht", Roger Köppel hat IMMER RECHT. Er führt uns aus der Finsternis der Zeit. Wir folgen ihm.
Fred David, am 20. Oktober 2012 um 14:45 Uhr
Mann muss Herrn Köppel als Person nicht lieben. Ich glaube, dass fällt selbst vielen gleichgesinnten schwer. Doch ich finde, er vertritt, als einer der wenigen Journalisten, nicht den linksdrehenden Mainstream, hält den Finger auf wunde Punkte und zeigt diese auf. Dass er sich damit Angreifbar macht liegt in der Natur der Sache, wenn man unangenehme Themen anspricht und gegen den Strom schwimmt. Es lässt sich eben viel einfacher positionieren, indem man Gutmenschentum verbreitet, allseits basierend auf der einzig für sich beanspruchten Gerechtigkeit und Solidarität für alle.
Urs Bühler, am 25. Oktober 2012 um 11:54 Uhr

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