Bau-Kartelle: Lebruments Spitzkehre

Kurt Marti © ktm
Kurt Marti / 15. Jun 2018 - Früher lobte der Bündner Medien-Zar Hanspeter Lebrument kartellkritische Journalisten, jetzt wünscht er sie ins Pfefferland.

Hanspeter Lebrument, der Präsident des Bündner Somedia-Verlags, schoss in der Somedia-Zeitung «Südostschweiz» vom 3. Mai 2018 scharf gegen die Wettbewerbskommission (Weko) und das Onlinemagazin «Republik», das in einer vierteiligen Serie über die Bündner Kartelle berichtete:

«Die Weko hat in enger Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Onlinemagazin ‹Republik› – das den Lesern neue und bessere journalistische Qualitäten anbieten soll – den Bündner Wahlkampf für Regierung und Parlament vom 10. Juni aufs Schwerste gestört und beschädigt. Eine grosse Zahl schuldloser Bündnerinnen und Bündner sind in eine Affäre gezogen worden, mit der sie gar nichts zu tun haben. Eigentlich müsste die Wahl abgesetzt und neu angesetzt werden. Brutale Eingriffe der Weko sind nichts Neues, Graubünden hat schon schwer darunter gelitten.»

Ganz anders tönt Lebrument in seiner Biografie «Hanspeter Lebrument: Vom Lehrer zum Unternehmer und Präsidenten der Schweizer Verleger» (2015). Darin lobt er die Journalisten, die kritisch über Kartelle berichten, in hohen Tönen und preist die «Südostschweiz» als deren «Schutzschild» wider die Kartelle der Baumeister:

«Es erscheint mir deshalb ganz wesentlich, dass die Konzentration im Medienbereich eigentlich überall zu einer verstärkten journalistischen Position geführt hat. Wenn ich heute in der ‹Südostschweiz› lese, dass es Baumeister gibt, die das Kartellrecht verletzen, finde ich das eine wahnsinnig gute Geschichte – früher hätte ich Angst gehabt, dass mich der Präsident des Baumeisterverbandes anruft und mich fragt: ‹Seid ihr eigentlich verrückt, so etwas zu schreiben?!› Unsere Monopolstellung macht uns unabhängig, und sie ist der beste Schutzschild für die Journalisten

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.