US-PR-Konzern seift Medien ein

Urs P. Gasche © upg
Urs P. Gasche / 14. Mai 2014 - Eine hoch professionelle Journalisten-Bearbeitung sorgt für vereinfachte Argumente und Berichte gegen Russland.

Eine vom US-Milliardär George Soros und der ukrainischen Übergangsregierung finanzierte PR-Kampagne versucht, u.a. folgende Botschaften in die westlichen Medien zu bringen:

  • Die Ukraine ist Opfer einer «russischen Aggression»,
  • die ukrainische Übergangsregierung ist legitim,
  • Moskau steuert von A bis Z die prorussischen Milizen in der Ostukraine,
  • die Behauptung, es bestehe eine rechtsradikale Gefahr, ist Teil der russischen Propaganda,
  • der Verdacht, die Erschiessungen von Polizisten und Demonstranten des Maidan seien im Auftrag der jetzigen Regierungskoalition geschehen, ist Teil der russischen Propaganda.

Orchestriert wird die Kampagne von einer ukrainischen Tochterfirma des US-PR-Konzerns «Weber Shandwick». Zu diesem Zweck organisiert sie in einem «Ukrainian Crisis Media Center» (UCMC)

  • tägliche Pressekonferenzen von Befürwortern der ukrainischen Übergangsregierung,
  • ausgewählte Interviewpartner, Übersetzer, ausgewähltes Video-Material, Stellungnahmen von regierungsnahen Künstlern und Akademikern wie etwa Historikern und anderen «Ukraine-Experten».

Wie der Nutzer «L.Applebaum» auf dem Internet-Portal «Der Freitag» berichtet, dürfen sich Kritiker der Übergangsregierung weder auf den täglichen Pressekonferenzen noch in anderen Interviews äussern, die das UCMC vermittelt. Das gelte für nationale Kritiker (die gesamte ukrainische Opposition) wie auch für internationale Kritiker.

Auch das ZDF nutzt das PR-Netzwerk des UCMC

Allein bis Mitte März hätten sich bereits 900 ausländische Journalisten im UCMC angemeldet, darunter auch das ZDF.

Das ZDF habe erklärt, dass sich die vielfältigen Angebote des UCMC für die Ukraine-Berichterstattung des ZDF «als sehr nützlich erwiesen haben». Dies sagt Andreas Weise, Redaktionsmitglied des heute-journals, der für das heute-journal aus Kiew berichtet.

---

Zum Bericht von «Der Freitag» vom 7.4.2014

---

NACHTRAG

Über die Rolle des US-Geheimdienstes in der Ukraine und angeblich 400 US-Söldner der privaten Firma «Academi» berichtet Spiegel online am 11.5.2014.

Der Besitzer der privaten Söldner- und Sicherheitsfirma Blackwater habe die in den USA angesiedelte Trainingseinrichtung an eine private Investorengruppe verkauft, die diese und das zu seiner Unterstützung gegründete Unternehmen in «Academi» umbenannte, berichtet Zeit online. «Academi» habe keine Beziehungen mehr zu Blackwater. Academi dementiert, Leute in der Ukraine zu haben.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

4 Meinungen

Unsere Mainstreampresse schliesst sich leider der Kampagne des US-amerikanischen Multimillionärs an. Allerdings gehen im westlichen Europa immer weniger dieser Propaganda auf dem Leim. Die politisch Interessierten können sich gezielt übers Internet informieren . Es gibt deutsche Ausgaben von russischen Internetplattformen. Nicht alle darunter sind mit dem Kreml gleichgeschaltet. Sie sind auch kritisch gegenüber den Berichterstattungen westlicher Medien.
Diese Objektivität fehlt leider in gewissen Kreisen im rotgrünen Lager. Besonders unterwürfig verhalten sich die bundesdeutschen Grünen. Sie übernehmen tel quel die Informationen der nicht legitimierten Kiewer Führung. Man zeigt Verständnis für die neonazistischen Schläger und Killer des Rechten Blocks. Man ist sich nicht zu schade, das Massaker von Odessa, bei dem über 40 Gewerkschafter und Gegner der Euromaidan-Regierung umkamen, als Machwerk russischer Propaganda hinzustellen. Dabei sind die Täter eindeutig überführt: Fussballhooligans im Schlepptau radikaler Euromaidaner. Auch in unserem Land fehlt es nicht an vordergründig «linken» Politikern, deren Erklärungen an Bescheuertheit nicht mehr zu überbieten sind. Sagte tatsächlich ein gewisser Andy Gross in einem SRF-Interview, er begrüsse die Befreiung von Städten durch die ukrainische Nationalgarde. Das, obwohl dabei aus gepanzerten Fahrzeugen auf Zivilisten geschossen wurde. Gross mag sich ärgern: In der Zwischenzeit sind weitere Städte an die Rebellen gefallen.
Peter Beutler, am 15. Mai 2014 um 11:19 Uhr
Ich erwarte von einem erfahrenen Journalisten eigentlich mehr. Hätten Sie das Pamphlet auf Freitag durchgelesen, und da vor allem seine sogar verlinkten Quellen, müsste Ihnen aufgefallen sein, dass die Quelle das genaue Gegenteil dessen sagt, als was Applebaum behauptet.

Aber wenn Sie tatsächlich meinen, dass nichts an den imperialen Plänen Putins, das ehemalige Sowjetreich auferstehen zu lassen, falsch sei, dass nichts daran falsch sei, dass Putin dies mit geschickt eingefädelter Propaganda und Aufwiegelung und retroaktiver militärischer Intervention, um 'verfolgte Russen' in autonomen Nachbarländern zu schützen, tut, dass der Verweis auf die Analogien der Art und Weise, wie Hitler seine ‚Heim ins Reich‘ Expeditionen (inklusive der gefälschten ‚Abstimmungen‘) unstatthaft sei, und meinen, dass mit den Hinweisen auf die Analogien und derselben gelähmten Reaktion Westeuropas darauf, damit Putin zum Nazi (was er grösst wahrscheinlich nicht ist) gestempelt würde, was nicht stimmt, dann spreche ich Ihnen Kenntnis der Geschichte und/oder die Fähigkeit analytischen Denkens ab.


Sie machen sich mit solchen Beiträgen nur zu einem weiteren Spielball in den unzähligen, nur durch ihren eigenen Hass und Bias motivierten, Voten einer populistisch aufgehetzten Plebs.
Katharina Buholzer, am 15. Mai 2014 um 18:10 Uhr
2:

Dass das ganze auch sehr nach ‚Amerikaner ist der neue Jude‘ - Hetze über die seit mehr als einem Jahrhundert immer als Ursache der europäischen Zwiste hingerichteten riecht, sollte ich Ihnen eigentlich nicht erläutern müssen. Denn wie Sie selber wissen, sind ethnische Konflikte wie die Ukraine europäisch-hausgemacht.

Wenn Sie tatsächlich meinen, dass die USA militärisch deswegen auf einem Nebenschauplatz, auf dem alte polnisch-baltisch-ukrainisch-russische Altlasten abgehandelt werden, auftritt, dann wissen Sie wirklich nicht Bescheid. Nämlich, dass die USA am liebsten aus der Nato austreten möchte, dies aber nicht kann, weil Europa es in 70 Jahren nicht geschafft hat, ein eigenes Verteidigungssystem aufzubauen. Aber wegen der Ukraine, und dessen Unfähigkeit, eine legitime Regierung zu bilden, unsere Leute, unser Geld dort zu opfern? No fucking way.
Katharina Buholzer, am 15. Mai 2014 um 18:12 Uhr
Ich gehe auf populistische Hetzer wie Sie nicht ein, Bregy. Beantragen Sie doch bei Putin die Annexion der Schweiz, weil die Amis dort 'aber ganz sicher, imfall' die Commies verfolgen'. Die mischeln ja ganz schwer in den Schweizer Medien mit und wiegeln die Bevölkerung gegen Russland auf, imfall. Oder so.....

Warum sollte ich Angst vor der Pute Putin haben? Nur wenn der Kalifornien annektieren will. Bei uns leben ja viele Russen, ganze Quartiere. Und die sind sicher alle abgeschottet von der Umwelt der Restamerikaner. Oder so wird das in Ihrem Kopf wohl sich manifestieren. Sorry.
Katharina Buholzer, am 15. Mai 2014 um 18:38 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.