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SRF 2 Kultur: Kleiner Umbau statt grosse Belebung

Robert Ruoff / 28. Jan 2013 - Mit einer kleinen Programmreform hat das SRG-Kulturradio beim eingeschworenen Stamm-Publikum grossen Schrecken verbreitet.

«Adieu ‚Mattinata’, welcome Swiss Classic, Bayern Klassik oder Espace 2», schreibt Christoph H. aus O.. Und Frau M. aus P. meint: «Als langjährige Hörerin des zweiten Programms bin ich enttäuscht, ja schlichtweg entsetzt über die ‚Strukturveränderungen’. Es ist schmerzlich, dass ich meine Hörgewohnheiten radikal umstellen und auf mein lieb gewonnenes, verlässliches Programm verzichten muss.» Und Herr M. aus T. erklärt: «Ich finde dieses Neukonzept von Radio SRF 2 Kultur ein absolutes Trauerspiel: Die Sendung ‚DRS aktuell’ fällt weg. Nach 12.00 kommt nur noch eine verdünnte Menge kultureller Informationen – meist Wiederholungen. Der Clou ist, dass wertvolle Wortbeiträge über den ganzen Morgen verteilt sind... Ich bin stocksauer.»

Das sind Auszüge aus Leserbriefen an den «kulturtipp», das Magazin für Radio, Fernsehen, Film, Bühne, Kunst, Musik. Im Editorial schreibt Chefredaktor Rolf Hürzeler: «Dieser kulturtipp enthält eine kleine Premiere: Erstmals veröffentlichen wir drei Seiten Leserbriefe. Fast täglich nämlich treffen Reaktionen von Hörerinnen und Hörern zu den Neuerungen im Programm von Radio SRF 2 Kultur ein.»

Aufgeschrecktes Publikum

Die kleine Programmreform von ehemals Radio DRS2, neu SRF 2 Kultur hat die treuesten Hörerinnen und Hörer aufgeschreckt, nicht unerwartet für den Kulturtipp-Chefredaktor, denn der vertraute, gerade mal durch stündliche Nachrichten unterbrochene Musikteppich, gewoben aus eingängigen Stücken der E-Musik vom Barock bis knapp ins 20. Jahrhundert, wird seit Mitte Dezember 2012 von Wortbeiträgen unterbrochen: von 3-Minutenstücken wie dem «Gedicht am Morgen», «100 Sekunden Wissen», dem «Blick in die Feuilletons», den «Buch-Tipps», und, besonders störend, den stündlichen oder gar halbstündlichen Nachrichten, unter anderem im zehnminütigen «HeuteMorgen»-Format.

«Der Hang, kurze Schnipsel von Wortbeiträgen ins Programm zu streuen,» schreibt Hürzeler, «ist schlicht fatal. Das bringt keinen einzigen neuen Hörer, wird die bisherige Kundschaft aber ziemlich verärgern. Darum: Lieber auf die bekannten Stärken setzen und möglichst wenig Konzessionen an den Mainstream...» – mit anderen Worten. Der Kulturtipp-Chefredaktor macht sich zum Anwalt der Jahrzehnte alten Hörgewohnheiten nach dem Motto: Kultur ist, wenn sich nichts ändert.

Mehr als jedes andere Programm war DRS2 und ist jetzt SRF 2 Kultur Objekt der Besitzansprüche von Gruppen, die für sich Deutungshoheit in Anspruch nehmen: Deutungshoheit darüber, was als «Kultur» gelten darf und was ein «Kulturradio» zu transportieren – Entschuldigung: auszustrahlen hat. Das verschworene Stamm-Publikum ist die eine Gruppe. Margrit Sprecher beschreibt sie in ihrem boshaft treffenden Buch «Das andere Radio» als «eine Art religiöse Gemeinschaft», versammelt «um einen Geheimsender für Eingeweihte».

Protestierende Lobby

Andere Gruppen mit Besitz- und Deutungsanspruch sind die Mitarbeiter- und die Kulturlobby. Die WoZ machte sich schon im September zum Sprachrohr der Bedenkenträger aus dem Haus, von denen manche sich als Gralshüter der Hochkultur verstehen. Selbst die eher zaghafte kleine Reform des «Kulturprogramms» erscheint ihnen als neoliberaler Durchgriff mit dem kulturfeindlichen Blick auf die Quote zu Lasten der Qualität. Und Suisseculture, der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz – (ein nicht ganz untypischer Schweizer Filz ?) – protestierte schon mal vorsorglich gegen «die geplante Vermischung von Gesellschafts- und Kulturberichterstattung, die Auflösung der Kulturredaktion [neu zusammen mit «Gesellschaft», R.], die Abschaffung fundierter Sendegefässe wie ‚Reflexe’ [falsch; besteht weiter] und ‚DRS aktuell’ [neu: ‚Kultur kompakt’]» und einen drohenden «Magazinmix von Musik, Gesellschafts- und Kulturberichterstattung». Das war Mitte September 2012, also drei Monate, bevor Mitte Dezember der erste Ton des am frühen Morgen und am späten Nachmittag leicht reformierten «Kulturprogramms» in den Äther ging. Seither findet sich auf der Website Suisseculture zu dieser Sache nichts mehr.

Deutungs- und Besitzansprüche

Kaum jemand ist so verharrend konservativ wie die fortschrittlich gesellschaftskritischen Kultur- und Medienschaffenden, wenn es um ihre «eigenen» Produktionsformen geht. Der Bericht über ihre Abwehrhaltung in der «NZZ am Sonntag» (16. September 2012) lief unter dem schönen Titel: «Kulturschaffende fürchten um ihr Radio». «Ihr» Radio – oder vielleicht das Radio der ganzen Gebühren zahlenden Gesellschaft? Einer Gesellschaft, die sich um Kultur vielleicht durchaus interessiert, wenn es nicht die «Kultur» einer Gesellschaftsgruppe ist, die für sich in Anspruch nimmt, diese Kultur zugleich zu definieren und zu realisieren.

Wenn man dieser Gruppierung und den Wünschen des eingeschworenen Stammpublikums folgt, werden wir in den kommenden zwanzig Jahren dasselbe erleben, was wir in den letzten zwanzig Jahren über weite Strecken erlebt haben: «Kulturradio» als Wiederholung des weitgehend Gleichen in gleicher oder wenig veränderter Form.

In diese Richtung zielt auch der wiederholte Wunsch der Kulturtipp-Redaktion, man möge doch bitte die Musikstücke insbesondere der «Mattinata» von SRF 2 Kultur wieder so rechtzeitig bekannt geben, dass sie im Programmteil der Zeitschrift abgedruckt werden können. Franziska Baetcke, die Programmleiterin von SRF 2 Kultur, hat um etwas Geduld gebeten – und ich bete zu allen Göttern eines lebendigen Kulturradios, dass diese Geduld bis zum Sankt Nimmerleinstag strapaziert wird.

Wenn man dem Wunsch der Kulturtipp-Redaktion folgt, wird die Musikgestaltung wieder vorweg korsettiert, ohne jeden Bezug zum Beispiel zu den jeweils folgenden oder vorangegangenen Wortbeiträgen, die vielleicht aus gutem Grund kurzfristig beschlossen und realisiert werden müssen. Dann plätschert auch künftig nach einer – ausgezeichnet gemachten – «Reflexe»-Sendung über die religiösen und ethnischen Spannungen im Libanon ganz ohne Ansage ein Präludium aus dem «Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach» entgegen, und wir wundern uns, wie wir aus dem Kriegs- und Spannungsgebiet an der Levante so ganz unvermittelt in der barocken Leipziger Bürgerstube des Johann Sebastian Bach landen. Anstatt, zum Beispiel, in der gegenwärtigen Bernischen Wohnung des libanesischen Komponisten und Musikers, der in seiner Musik genau diese kulturellen Spannungen bearbeitet und verarbeitet. – Nur so als Beispiel.

Kulturradio oder Spartensender

Das gilt selbstverständlich nur, wenn «Kulturradio» ein gesamthaft durchdachtes Programm sein sollte und nicht einfach eine Aneinanderreihung von Wort- und Musikteilen, sprich: wenn Kulturradio entstehen soll aus einem steten, durchlässigen Gespräch zwischen den Wort- und den Musikschaffenden (und den Moderierenden) von Radio SRF 2 «Kultur».

Für die aufgeschreckten Leserbrief-Schreiberinnen und Schreiber steht ja bei der SRG die Lösung schon bereit: der Wechsel zu Radio Swiss Classic. Das ist der Musikteppich für den bürgerlichen Kulturkonsum, mit eingängigen Stücken von Vivaldi, Bach, Mozart über Schubert, Mendelssohn bis hin zu Glinka, Fauré und Elgar. Diese Kultur wird 24 Stunden am Tag zelebriert, ohne unbotmässige Unterbrechung mit Wortbeiträgen. Es ist Musik in gut verdaulichen Happen, auch da manchmal völlig aus dem kompositorischen Zusammenhang gelöst – «der 1. Satz von...das Adagio aus...und ein Prélude, eine Nocturne von Chopin» -, sprich: es ist ein Musikteppich wie in jedem Begleitsender, der wie die alte «Mattinata» das Gefühl vermittelt, dass wir in einer unveränderlich unveränderten, heilen Welt leben. Kultur als stetige Wiederholung des immer Gleichen. Ein Kunstraum. Oder vielleicht besser: Ein künstlicher Raum. – Ein Raum, aus dem sich ein Teil der viel zitierten älteren Generation schon längst verabschiedet hat.

Also lasst die Aufgeschreckten gehen (vielleicht kommen sie ja irgendwann zurück). Radio Swiss Classic ist – wie Radio Swiss Jazz oder Radio Swiss Pop – das Programm, der wie die anderen Spartensender für die Liebhaber von Jazz, Pop oder eben Klassik geschaffen ist. Die Digitaltechnik schafft Raum für die Befriedigung legitimer Bedürfnisse. Aber es besteht kein Bedarf für einen zweiten Spartensender unter dem Namen SRF 2 Kultur. Schon deshalb gibt es keinen Grund, dieses Musikprogramm frühzeitig – Tage, Wochen vorher – festzulegen. Das wäre erneut die Mumifizierung von Musik-Kultur. Für den Wandel von SRF 2 Kultur zu einem lebendigen, zeitgenössischen Radio wäre es ein Beitrag zum programmierten Scheitern (das sich manche möglicherweise wünschen).

Mut oder Kleinmut

Die kleine Programmreform, die vor einem Monat auf den Sender gegangen ist, wirkt ja schon eher kleinmütig. Am frühen Morgen ein paar Wortpartikel in Kürze – darüber wird schon noch zu schreiben sein -, und am späten Nachmittag ein bisschen mehr «Easy listening music». Am Morgen nach wie vor die E-Musik als klassischer Bestandteil des bürgerlichen Kulturbetriebs und am Nachmittag wie bisher Jazz – seit Joachim E. Behrendt vor 60 Jahren legitimiert als Ausdruck unterdrückter Minderheiten in der Fusion mit der europäischen Musiktradition -, und jetzt also noch etwas mehr «Weltmusik», die auch das politisch korrekte multikulturelle Label aufweist. Ein mehr oder weniger akademisches Etikett und eine ausgewiesene ethisch-moralische Rechtfertigung muss in einem anständigen Kulturradio schon sein.

Als ob nicht, nach Jahrzehnten der Erstarrung des radiophonischen Kulturbetriebs ein wirklich freies «Zero-Base-Programming» angesagt wäre: Der leitende Kulturbegriff müsste unabhängig vom herrschenden Kulturbetrieb frisch durchdacht und darin die Rolle eines lebendigen Radioprogramms radikal neu geklärt werden – Nebenbei: was sind eigentlich Radio SRF 1 und SRF 3, wenn SRF 2 so exklusiv als «Kultur» ausgewiesen wird? «Unkultur»?

Belebung oder Reorganisation

Ein solcher, radikaler Denkansatz bedeutet ja nicht, dass alles auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden muss, was gegenwärtig über das SRG-«Kultur»-Radio in den Äther geht. Viel Qualität und viel Substanz sind erhaltenswert. Aber sie muss im Kontext des gegenwärtigen gesellschaftlichen Lebens, als Ausdruck der Kulturen aller Generationen, nicht nur neu definiert sondern vor allem belebt und in manchen Fällen: wieder belebt werden. Wer neues Publikum holen will, darf nicht nur fragen, was im Kulturbetrieb läuft, sondern muss – ohne Anbiederung! – den ständigen Wandel der Kultur im Auge haben, die in der je gegenwärtigen Gesellschaft lebt und sie vorantreibt. Oder sie beherrscht. Oder gegen diese Herrschaft revoltiert. Oder nicht.

Was bis jetzt als «Reform» des alten DRS-2-Programms unter dem Namen SRF 2 «Kultur» zu hören ist, wirkt eher mutlos. Die Verkürzung und Streuung bisheriger Wort-Elemente in einen grundsätzlich unveränderten Musik-Teppich (und die halbstündliche Wiederholung und Anbetung des Fetisch «Nachrichten») ist sicher nicht der Weg zum Erfolg: lebendige Kultur für ein grösseres Publikum. Die Klein-Reform öffnet mit ihren neu angeordneten und nicht selten ausgedünnten Elementen der tradierten Radio-«Kultur» den Weg zum Scheitern. Ohne klar erkennbares, neues Kulturverständnis und ohne überzeugendes, durchsichtiges Konzept ist der Misserfolg garantiert. Das alte Publikum wird tatsächlich gehen und ein Neues wird nicht wirklich kommen. (Fortsetzung folgt)

PS: Das noch immer lesenswerte und unterhaltsame Buch von Margrit Sprecher: «Das andere Radio - DRS 2», erschienen 2008, wird zurzeit vom NZZ-Verlag zum halben Preis verhökert. Ein sehr empfehlenswertes Schnäppchen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor war bis Ende 2004 in verschiedenen Funktionen Mitarbeiter der SRG

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3 Meinungen

Es ist ein starkes Stück, dass sich treue DRS2-Hörer von einem Autor belehren lassen müssen, was als Kultur gelten solle. Wer wenn nicht der Kulturliebhaber weiss am besten, dass Symphonien nicht verstückelt werden sollten. Warum man deshalb ausgerechnet diese Hörer an Radio Swiss Classic delegieren soll, bleibt das Geheimnis des Autors. Oder wie würde die DRS3-Gemeinde reagieren, wenn plötzlich jemand von oben herab befehlen würde, dass hier zum Kulturbegriff auch die Klassik zu gehören habe? Da nützt es nicht viel auf eine angebliche Kulturlobby und einen Filz zu verweisen. Wenn es eine Lobby gibt, dann sind das eben die Liebhaber der Kunstmusik. Wenn das eine «religiöse Gemeinschaft» sein soll, dann ist letztlich jede Hörergruppe eine solche, die die Frechheit hat, für sich «Deutungshoheit» zu beanspruchen.

Der Artikel strotzt nur so von dünkelhaften Gemeinplätzen. Da wird der alte Klassenkampf bemüht, wenn vom bürgerlichen Kulturbetrieb und akademischen Etiketten die Rede ist. Wenn es aber um «Easy Listening» geht, ist das selbstverständlich für den Autor nicht bürgerlich. Der DRS2-Hörer würde dagegen lieber vom Anspruchsvollen statt von Gesellschaftsschichten sprechen. Darüber hinaus diskreditiert der Autor die DRS2-Hörer, indem er sie für konservativ und gegenüber Neuem verschlossen hält. Welcher Kanal hält die Hörer denn auf dem Laufenden, was die neueste Entwicklung der Kunstmusik betrifft? Und auf welchem Kanal haben philosophische Debatten über gegenwärtige Entwicklungen Platz?

Ich frage mich, was ein derart polemischer und uninformierter Artikel auf einer Plattform zu suchen hat, die von sich behauptet, einen unabhängigen Journalismus zu pflegen.
Thomas Läubli, am 06. Februar 2013 um 22:13 Uhr
Sehr geehrter Herr Ruoff

Ihre Einwürfe und Einsprüche schätze ich sehr. Dieses Mal aber langen Sie für meinen Geschmack voll daneben. Dabei sagen Sie doch selbst: »Die Verkürzung und Streuung bisheriger Wort-Elemente in einen grundsätzlich unveränderten Musik-Teppich (und die halbstündliche Wiederholung und Anbetung des Fetisch «Nachrichten») ist sicher nicht der Weg zum Erfolg: lebendige Kultur für ein grösseres Publikum.

Wenn sich die Redaktorinnen und Redaktoren vor diesem Umbruch gefürchtet haben, dann, weil sie genau wussten, was sie zu erwarten haben.

Und es ist nicht nur das unsägliche Kurzfutter, dass einem jetzt geboten wird. Auch ausgezeichnete Gefässe wie Kontext haben in diesen letzten Wochen eine nur zu gut hörbare Veränderung erfahren. Interessant die Sendung über APN*, durchaus. Aber sie kam in absoluter DRS1-Manier daher, oder halt SRF1-Manier, und hat nichts mit dem Kontext-Ansatz gemein, nichts. Auch spannend die Sendung über Schürzenmacherinnen oder über den neuen »Atlas historique du Jura«, oder die Menschen, die nach dem Flugzeugabsturz Leichen gefuttert haben. Alle eigentlich interessant, aber allen fehlt der eigentliche Kontext-Ansatz, den ich über diese Jahre geschätzt habe! Gesellschaftskritisch und aufklärerisch, ohne abgehoben zu sein. Gut verständlich, gut recherchiert. Es sind und waren zuweilen Perlen. Sie sind noch immer da, einzelne. Noch. Und jetzt! Mikrofon hinhalten und Frau Professor Doktor von und zu gibt Auskunft. Hübscher Gesellschafts- oder Geschichtsunterricht. Mehr nicht.

Nein, Herr Ruoff, DRSII hatte noch etwas von Kultur und gleichbleibender hoher Qualität. Und sorry: Die meisten Sendungen waren eben nicht abgehoben. Eine Gabriella Kägi, eine Liselot Frei, das angenehm freche Mundwerk von Angelika Schett, der Schulz, der Schneder, der Keller, der Tschudin, die Brändli – alles 1A-Redaktorinnen und Redaktoren, die Sie in der Schweizermedienlandschaft meilenweit suchen können! Ich glaube nicht, dass Sie wirklich jemals diesen Sender gehört haben. Und die Häme von Margrit Sprecher habe ich eh nie verstanden. Persönlich habe ich keine Ahnung von klassischer Musik. Aber ich habe immer wieder etwas gelernt.

SRFII Kultur ist ein Chrüsimüsi. Früher habe ich meinen Tag so gerichtet, dass ich Kontext am morgen hören konnte. Klar, ich kanns mir ab dem Internet nehmen. Aber es waren gute Pausen im Tag. - Wissen Sie, es gibt so etwas wie eine Hörerbindung. Diese hat nur mit einem zu tun: Mit Qualität. Fällt die Qualität ab, fällt das Interresse, fällt die Bindung.
Und wichtiges kleines und vielsagendes Detail: Die Sendung »APN, ein Zukunftsmodell in der Gesundheitsversorung...« begann mit der Eingangsfrage: »Wissen Sie was APN heisst..«. Viele Befragte antworten nein, noch nie gehört dieses Kürzel. - Tja, im Internet lautet der Titel der Sendung »ANP, ein Zukunftsmodell.... - Es ist wohl eine Kleinigkeit, diese verdrehten Buchstaben... Nur: Immer mehr, immer weniger Zeit, weniger Kritik, mehr laues Gesellschafts-Schii-Schii.... Jedenfalls ist heute mein erster Griff nicht mehr nach dem Radio... so holt man sich eine neue Hörerschaft.
Echt, dieses Mal haben Sie tüchtig daneben gelangt.
Charlotte Heer Grau, am 16. Februar 2013 um 15:10 Uhr
Heute zum Beispiel - Reflexe mit einem Beitrag vom Michael Marek über den Kriegsfotografen Ronald L Haeberle: dafür liebe ich das Radio, für solche Sendungen!

http://www.srf.ch/sendungen/reflexe/fotograf-ronald-l-haeberle-und-seine-bilder-des-grauens
Charlotte Heer Grau, am 13. März 2013 um 15:00 Uhr

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