kontertext: Wenn Alte gegen Junge gehetzt werden

Felix Schneider © cc
Felix Schneider / 23. Aug 2017 - Match-Berichterstattung oder Information? In der Debatte um die Renten zeigen die Medien, was sie können und was nicht.

Die öffentliche Debatte um die beiden Abstimmungsvorlagen zur Altersvorsorge, die am 24. September vors Volk kommen, ist eine Bewährungsprobe für die Medien, denn die Materie ist kompliziert, wichtig und emotionsgeladen. Da können die Medien zeigen, was sie können. Sie zeigen in der Tat, was sie können – und auch, was sie nicht können.

Der Kampagnenleiter des Arbeitnehmerkomitees ist Thomas Zimmermann, Kommunikationschef des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Der 47-jährige Berner ist ebenso gelassen wie deutlich: gelassen in der Analyse, deutlich in der Kritik. Er beobachtet seit 15 Jahren, wie die AHV schlecht geredet wird. Das hat aber immerhin, sagt er, den Vorteil, dass es mittlerweile ein paar Journalisten gibt, die mit dem Dossier vertraut sind und gute Beiträge liefern. Journalistenschelte liegt ihm fern. Dafür sieht er, selbst ein ehemaliger Journalist, die objektiven Gründe für schlechte Artikel zu genau: Stress, Zeitknappheit, immer weniger Spezialisten und immer mehr Generalisten – diese Entwicklungen im Journalismus haben ihren politischen Preis.

Match-Berichterstattung

Für unbrauchbar hält Zimmermann, was er «Match-Berichterstattung» nennt. Der verstorbene Medienwissenschaftler Kurt Imhof sprach von «Horse Race Journalism». Gemeint ist für den vorliegenden Fall der Trend, dass die Medien vor allem die Kampagne selbst fokussieren, die Kämpfe, die Auftritte, die Showeffekte. Kompliziertere Inhalte werden gemieden. Neulich habe er, erzählt Zimmermann, mit einem Kollegen von «Le Matin Dimanche» besprochen, wie viel Geld jemand beiseite legen müsste, um sich eine Monatsrente von 70 Franken zu ersparen. Um diesen Betrag soll ja die AHV erhöht werden, wenn die Altersvorsorge 2020 angenommen wird. Und man könnte an diesem konkreten Beispiel zeigen, wie effizient und sozial die AHV ist. Der Kollege holte sich aber in seiner Redaktion eine Abfuhr: zu technisch, zu kompliziert, zu unattraktiv sei solche Rechnerei.

Der Umwandlungssatz ist nicht sexy

Das sind schwierige Arbeitsbedingungen für Urban Hodel, den geschäftsführenden Sekretär des PK-Netzes, das die Arbeitnehmer in den Stiftungsräten der Pensionskassen organisiert und berät. Die Probleme der Pensionskassen öffentlichkeitswirksam zu erklären, ist noch schwieriger, als von der AHV zu sprechen. Und es fehlt nicht an Versuchen, in den Medien die Komplexität der Versicherungs-Verhältnisse zu betonen, in der Hoffnung, die Stimmberechtigten würden ein trotziges Nein in die Urne legen: Was ich nicht versteh, das lehn ich ab.

Hodel kämpft tapfer gegen Verkürzungen. Zum Beispiel: Der Umwandlungssatz wird von 6,8% auf 6% gesenkt! Punkt aus Schluss. Das lässt sich einfach sagen und graphisch darstellen. So auch bei SRF: Rechne mal aus, was das für Deine Rente bedeutet! Enorme Summen. Nur: das stimmt ja gar nicht. Gesenkt werden soll der Umwandlungssatz nur für das Pensionskassen-Obligatorium. Die grosse Mehrheit der Versicherten, erst Recht der Stimmberechtigten, ist jedoch in einer Pensionskasse mit überobligatorischen Leistungen versichert. Und diese Kassen wenden schon lange tiefere Umwandlungssätze an. Für die meisten User der SRF-Webseite bleibt sich der Umwandlungssatz für ihr gesamtes Pensionskassenvermögen, obligatorischer und überobligatorischer Teil zusammengenommen, gleich.

Jung gegen Alt

Am 07. Juli 2017 titelt «20 Minuten»: «Jung gegen Alt – worum es bei der AHV-Schlacht geht.» Das fest etablierte Grundnarrativ des gesamten Diskurses über die Altersvorsorge 2020 lautet: Jung gegen Alt. Und: Die Jungen sind die Verlierer. Die «NZZ am Sonntag» (17.6.17) behauptet, dass bei Annahme der Abstimmungsvorlagen alle, die jünger als 44 sind, mehr bezahlen müssen und am Ende weniger bekommen. Thomas Zimmermann dazu: «Dasch inhoutlech faudsch». Es ist eine falsche Verallgemeinerung in polemischer Absicht. «Das Beispiel betrifft eine Person, die mit 44 Jahren genau ein Jahr zu jung ist für die Besitzstandswahrung und den AHV-Maximallohn verdient», schreibt Cédric Wermuth, «der Autor hat einen Spezialfall herausgepickt, der dem generellen Effekt der Reform diametral zuwiderläuft.» Wermuths brillante Replik geht auch ins Grundsätzliche.

Gegen das emotional schon gut verankerte Wahrnehmungsmuster «Alt gegen Jung» kann man argumentieren, dass Alte und Junge starke gemeinsame Interessen haben. Je besser die beruflichen Möglichkeiten der Jungen, desto besser steht die AHV da. Ein starkes Rentensystem, vor allem eine starke AHV, entlastet die Jungen. Man kann sagen, dass «die Jungen» schon als Kategorie eine unrealistische Verallgemeinerung darstellen. Man kann betonen, dass die Alten für die Binnennachfrage dringend benötigt werden, dass sie sozial wichtige Freiwilligenarbeit leisten, dass sie ja auch einmal jung waren und die Renten der damals Alten bezahlt haben usw. usf. Alles schön und gut. Aber es gibt hier einen grundsätzlichen Aspekt: Wer sich darüber empört, dass die Jungen die Renten der Alten bezahlen müssen, kündigt den Generationenvertrag und torpediert eine wesentliche Grundlage einer solidarischen Gesellschaft. Diese Denkweise geht vom egoistischen Individuum aus: Jede und jeder spart für sich – und das ist genau die Denkweise der Versicherungswirtschaft. Diese spricht vom «Kapitaldeckungsverfahren» und verklärt das Prinzip, dass jede und jeder im Alter nur so viel bekommt, wie er ansparen oder einzahlen konnte. Wer hatte, dem wird gegeben werden!

Interessierte Expertisen und Experten

Der Artikel in der «NZZ am Sonntag» ist in der Woche nach seinem Erscheinen untermauert worden durch einen Artikel von der Wirtschaftsredaktion der «Aargauer Zeitung», der sich auf Berechnungen des «VZ VermögensZentrums» beruft.

In fünf Videobotschaften treten die Vertreter des Vermögenszentrums als neutrale Experten auf. Das sind sie nicht. Als Vermögensberater haben sie das Geschäftsinteresse, dass Geld statt in die AHV eher in Lebensversicherungen und in Dritte-Säule-Produkte fliesst.

Von enormer Wirkung in den Medien war die letzte der regelmässigen UBS-Studien. Der UBS-Vorsorgeindex Schweiz ist gekennzeichnet vom Glauben, die Welt sei total quantifizierbar. Das Resultat der Studie wird zusammengefasst in positiv oder negativ. Natürlich lautet das Fazit: «Die Dynamik des Schweizer Vorsorgesystems bleibt im Vergleich zu den Vorjahresquartalen negativ.»

Für Hodel gehört diese Studie zu den Horrorszenarien über die Finanzierung der 1. und 2. Säule, die Banken regelmässig verbreiten. Er beklagt, dass alle Medien über die Studie berichten, niemals aber das Eigeninteresse der Bank klargelegt wird: eben Geld in ihre Dritte-Säule- und andere Privat-Anlage-Produkte fliessen zu lassen. Zumindest könnte man erwähnen, dass der Bund zu ganz anderen, viel günstigeren Voraussagen über die Zukunft der Schweizer Altersvorsorge kommt. Das liegt zum einen schon daran, dass die UBS-Prognose bis ins Jahr 2100 reicht, was wohl nicht seriös ist, der Bund extrapoliert nur bis ins Jahr 2045.

Daniel Lampart untersucht in seiner hervorragenden Gegenargumentation, wie die UBS zu dem fabelhaften AHV-Finanzierungsloch von 173 BIP-Prozenten kommt, während er eines in der Grösse von 1% sieht: «Wenn sie (die UBS, FS) sich schon auf das Abenteuer einlässt, die möglichen Ausgabenüberschüsse der AHV über rund 100 Jahre zu schätzen, so sollte sie diese Zahlen auch der Summe aller Einkommen über die nächsten 100 Jahre gegenüberstellen und nicht dem BIP eines Jahres. Dann würde aus den 173 BIP-Prozenten an AHV-Fehlbeiträgen (gemessen am BIP des Jahres 2011) nämlich plötzlich rund 1 BIP-Prozent (gemessen am BIP über die nächsten 100 Jahre mit einem Produktivitätswachstum von 1 Prozent/Jahr, ohne Bevölkerungswachstum).» Die Banken-Wissenschaftler wollen offenbar nicht berücksichtigen, dass AHV-Beträge in Prozenten des Lohnes bezahlt werden und dass die Löhne normalerweise mit der Produktivität steigen.

Hansueli Schöchli von der NZZ haut dann gleich noch eins drauf: «Ungedeckte Checks für 800 Milliarden», «die Kosten tragen vor allem die Jungen.»

Nun mag man von Schöchli und der NZZ nichts anderes erwarten. Aber auch das renommierte «Echo der Zeit» befördert gelegentlich die Horrorszenarien der UBS unkritisch in den Rang von Wissenschaft. In der Sendung vom 23.05.2017 wird schon in der Anmoderation verkündet: «Die jüngere Generation von heute wird zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung auf bis zu 40% ihrer Pensionskassenrente verzichten müssen. Das zeigen neue Zahlen der Grossbank UBS.» Zum Gespräch über die UBS- Studie und deren Solidität befragt das «Echo» eine Sprecherin der UBS und lädt dann noch als Zweitmeinung, als neutrale Expertin, eine weitere AHV-Kritikerin ein: Monika Bütler, die geprägt ist von der Basler neoliberalen Wirtschaftsschule von Silvio Borner. Da es für eine kritische Einschätzung der UBS-Studie im Lande genügend Experten gegeben hätte – Cédric Wermuth, Daniel Lampart, Rudolf Strahm, Marc Chesney und andere – muss man hier schon den Vorwurf der Einseitigkeit erheben.

Krokodilstränen

Die Sicherung der Renten kostet etwas. Frauen müssen länger arbeiten, alle müssen, je nach ihren Kräften, etwas bezahlen, und es ist das Recht der Medien, auf diese Kosten hinzuweisen. Allerdings gibt es eine Art der Skandalisierung der Kosten, die unehrlich ist, weil sie verschweigt, dass zumindest die bürgerlichen Vorschläge im Parlament Frauen (Arbeit bis 67), Junge (härteres BVG-Modell) und Alte (Rentenkürzungen) noch viel stärker belastet hätten. Zimmermann sagt: Bei der jetzt vorgeschlagenen Lösung haben die heute 39- bis 44-Jährigen einen finanziellen Nachteil. Bei der Lösung, die der Nationalrat vorgeschlagen hat und die von vielen bürgerlichen Nein-Sagern gelobt wird, wären aber noch viel mehr Kategorien im Minus. Und gerade Junge müssten dann tief in die Tasche greifen.

Die Probleme der zweiten Säule sind, vor allem wegen der niedrigen Zinsen, real. Handlungsbedarf ist hier gegeben. Die bürgerlichen Rezepte sind: Rentenalter 67, tiefere Renten und Selbstversorgung, d.h. es gibt nur so viel, wie in der privaten Kasse ist. Die soziale Antwort wäre die Stärkung der ersten Säule. Dass es schon fast Mut braucht, die geniale Konstruktion der AHV in den Medien zu loben, ist ein bedenkliches Zeichen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Felix Schneider, geboren 1948 in Basel. Studium Deutsch, Französisch, Geschichte. Von Beruf Lehrer im Zweiten Bildungsweg und Journalist, zuletzt Redaktor bei SRF 2 Kultur. Hat die längste Zeit in Frankfurt am Main gelebt, ist ein halber «Schwob».

  • Unter «kontertext» schreibt eine externe Gruppe Autorinnen und Autoren über Medien und Politik. Sie greift Beiträge aus Medien auf und widerspricht aus politischen, journalistischen, inhaltlichen oder sprachlichen Gründen. Zur Gruppe gehören u.a. Bernhard Bonjour, Rudolf Bussmann, Silvia Henke, Anna Joss, Mathias Knauer, Guy Krneta, Corina Lanfranchi, Johanna Lier, Alfred Schlienger, Felix Schneider, Linda Stibler, Ariane Tanner, Heini Vogler, Rudolf Walther.

Weiterführende Informationen

DOSSIER: kontertext: Alle Beiträge
DOSSIER: Die Zukunft der AHV und IV

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27 Meinungen

Sehr geehrter Herr Felix Schneider,

Was ist das für eine Berichterstattung?

Die zweite Säule, ist teuer, unsicher und wirtschaftsfeindlich. Die Verwaltungskostensätze dürften weit mehr als 10% der Prämien umfassen. Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln, und werden natürlich zumindest von den Versicherungsgesellschaften nicht herausgegeben. Die Fehlkonstruktion zweite Säule wird in der Schweiz nur wenig kritisiert, während alles auf die AHV starrt, welche weiterhin den Prügelknaben der Sozialversicherungsdiskussion spielt. Eine solche Menge Geld zieht zwielichtige Anlageberater an und unterwandert Politik und Departamente. Und dann, die Anzahl gut rentierender und sicherer Anlagen ist in jedem Land begrenzt. Zwangsläufig müssen Pensionskassen «faule Eier» in Kauf nehmen. Die Abschaffung der 2. Säule ist die einzige Lösung. Die «Branche» (PK, Banken, Versicherungen, Stiftungen) argumentiert, dahingehend, - Wer erwirtschaftet die Zinsen, wer bezahlt die Umwandlung des Deckungskapitals in Bargeld?. Das sind genau die Kinder und Enkel, welche im künstlichen produzierten medialen Konflikt zwischen (Jung gegen Alt) geschürt wird. Ausgeblendet wird aber die Gegenfrage - was wenn aber das Deckungskapitalverfahren das Wirtschaftswachstum nachhaltig reduziert, dann wird es für die Kinder und Enkel noch viel schwieriger, die Renten zu finanzieren, als dies im Umlageverfahren der Fall gewesen wäre.

Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 23. August 2017 um 13:41 Uhr
Herr Schneider soll mir doch einmal verraten, wie er die 2. Säule abschaffen will. Das wäre ein eklatanter Vertragsbruch und würde zu einem Vertrauensbruch führen, der gravierende Folgen haben könnte.
Abgesehen davon: Wenn die Stimmberechtigten jede Vorlage nur noch daran messen, ob sie persönlich profitieren oder nicht, ist unsere direkte Demokratie gestorben. Als Stimmberechtigte haben wir auch Verantwortung für das Ganze. Da führt kein Weg daran vorbei, dass ein Nein ins Schlamassel führt und ein Ja noch rund 10 Jahre Luft bringt, um die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass das Pensionierungsalter zwingend erhöht werden muss. Dieses heisse Eisen muss so oder so angepackt werden. Die Zahl der Rentenbezüger pro Erwerbstätigen erhöht sich in den nächsten Jahren nämlich massiv. Ein Rentenalter 65 ist langfristig schlicht nicht mehr finanzierbar.
Ueli Custer, am 23. August 2017 um 16:54 Uhr
Jetzt sanieren ist im Interesse von Jung und Alt
Das knappe Ja gemäss neuesten Umfrageergebnissen genügt nicht. Wir brauchen am 20. September zwei Ja für die Rentenreform und ein Ständemehr. Bei Ablehnung riskieren wir erstens einen Zeitverlust für die dringend notwendige AHV-Sanierung und zweitens eine von rechts aussen diktiere Vorlage mit Rentenalter 67 für alle sowie tieferen Renten. Die Rentenreform ist ein hart errungener Kompromiss, und es ist eine Illusion zu glauben, dass rasch eine sicherere, rentnerfreundlichere Einigung möglich ist. Die erste und zweite Säule jetzt zumindest für die nächsten Jahre zu sanieren ist im Interesse von Jung und Alt.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 23. August 2017 um 16:57 Uhr
@Ueli Cuester, bleiben Sie sachlich! Während bei der AHV die Verwaltungskosten kaum 1% der Rentensumme ausmachen, sind es bei der 2.Säule weit über 10%..neueste Berrechnungen kommen auf sagenhafte 14%.! Sie sprechen von Vertragsbruch? Wer bricht hier Verträge? Die Pensionskassenbranche will die Herabsetzungen von Leistungen erwirken (überobligatorischer Teil schon längst im Gange) bei gleichzeitiger Erhöhung der Einzahlungspflicht! Dass damit zum Teil rückwirkend in vertraglich garantierte Leistungen eingegriffen werden kann, ist neben der rechtswidrigen Rettung mit Steuergeldern der UBS zum Beispiel; ein weiterer Beweis dafür, dass unser angeblicher Rechtsstaat längst ausgehölt ist und Rechtssicherheit nicht mehr besteht. Mit demografischen Kenngrössen ist die Wirklichkeit unseres Rentensystems nicht zu erfassen. Einzig entscheidend ist, wie viele Menschen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung beteiligt werden und wie die Wertschöpfung auf die Beteiligten verteilt wird. Bei der Altersreform geht es im Kern um Verteilungsgerechtigkeit, nicht um demografische Probleme. Welche Personengruppen sollen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung und der Verteilung des Wohlstandes wie beteiligt werden? Doch statt sich dieser Frage zu stellen, schüren die etablierten Parteien mit breiter Unterstützung der Medien einen Generationenkonflikt. Ich ermutige Sie, autark dies und vieles mehr kritisch zu hinterfragen, und nicht mit Schlagwörter wie «schlicht nicht finanzierbar» um sich zu werfen.
Michele D'Aloia, am 23. August 2017 um 17:25 Uhr
@Martin A. Liechti, Sie schreiben Zitat: «Die erste und zweite Säule jetzt zumindest für die nächsten Jahre zu sanieren ist im Interesse von Jung und Alt.» Zitat Ende.

Auch an Sie, die Konstruktion 2. Säule sorgfältig zu studieren und nicht der Propaganda der «Branche» nachzuplappern. Nur durch einen ständigen Zufluss neuer Gelder (Arbeitgeber + Arbeitnehmer Beiträge) kann die Illusion einer Werterhaltung in der Branche aufrechterhalten werden. Rentenbeiträge sind eine sehr verlockende Quelle. Deshalb ist die Erhaltung der 2. Säule ein zentrales Anliegen der Finanzwirtschaft. Es geht um einen gigantischen Markt mit lukrativen Gewinnmargen. Entsprechend intensiv werden Politik, Professoren und öffentliche Meinung bearbeitet. Es ist diesen Kreisen gelungen, die AHV als Sorgenkind darzustellen. Wer sich in der Materie einarbeitet (Dokument für Dokument) erkennt, dass die AHV als Reserve-Rad für die zunehmend in Schwierigkeiten geratenen Fehlkonstruktion 2. Säule dienen soll! Ein medialer und wissenschaftlicher Skandal der in der westlichen Hemisphäre seinesgleichen sucht. Es ist ein Meisterstück medialer Meinungsmache, dass unter Schürung latent vorhandener Existenzsorgen grosser Bevölkerungsschichten der Öffentlichkeit ständig suggeriert wird, die AHV sei nicht überlebensfähig wenn man nicht interveniert. Das Gegenteil ist richtig und wird durch dutzende Studien und der GESCHICHTE der AHV seit Einführung widerspruchsfrei belegt.

Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 23. August 2017 um 17:56 Uhr
Ich bin gegen die Reform und zwar deshalb, weil hier immer davon geredet wird, wie schwierig es doch wäre, die AHV-Rente in jener Höhe auszuzahlen, die passend wäre.
Da frage ich mich immer, wie geizig sind den unsere Parlamentarier und der Bundesrat.
Der Staat hätte das Recht, selber Geld von der SNB erzeugen zu lassen und könnte es danach für die AHV einsetzen - aber nein, wir sollen es vorher bezahlen mit Mehrwertsteuern - etc. Das nächste Jahr stimmen wir darüber ab, ob wir die Vollgeld-Initiative annehmen wollen. Danach ist wieder klar, dass wir (der Staat) nicht bei den privaten Geschäftsbanken Geld ausleihen müssen (welches diese aus dem NICHTS erzeugen) um Sozialwerke zu finanzieren. Der Politik kann bestimmen wofür Geld eingesetzt werden kann. Immer den Banken Zinsen zu zahlen für Staatsanleihen ist pervers, wenn er doch selber das Geldregal besitzt. Sogenanntes Helikoptergeld wird schon andernorts diskutiert. Die Vollgeld-Initiative nennt es Bürger-Dividende. Mit besten Wünschen Carlos W. Schenkel
Carlos Werner Schenkel, am 23. August 2017 um 19:31 Uhr
Danke für den informativen Artikel!

Ich habe den Eindruck, dass nicht alle, die den Text hier kommentiert haben, ihn wirklich gelesen haben ;-)
Felix Schneider behauptet keineswegs, die zweite Säule sei solid. Er verlangt auch nicht ihre Abschaffung. Er stellt nur fest, dass es Probleme gibt, was ja kaum zu bestreiten ist.

Natürlich wären bei der zweiten Säule noch tiefgreifendere Massnahmen nötig. Aber das ist nicht Gegenstand der Abstimmung vom 24. September
Daniel Heierli, am 23. August 2017 um 20:46 Uhr
@Daniel Heierli, dieser Artikel beschreibt lediglich die Symptome und nicht die Ursachen. Die Argumente der «Pensionskassenvertreter» die dafür Statistiken heranziehen, basieren auf falsche Prämissen. Aus den demographischen Veränderungen wird ein Sachzwang konstruirt. Ein Beispiel unter Vielen: Es gibt keine einheitliche Handhabung des Altenquotienten (SECO, BSV, BFS, OECD) da in einigen Studien unterschiedliche Altersquotienten gewählt werden als in Andere. Es werden z.B. verschiedene Altersabgrenzungen gewählt, 15/65 – 20/65 und ähnliche. Es wird für diese dann ein Verhähltnis prognostiziert, dass es heute etwa drei zu eins auf 1,5 zu eins im Jahr 2030 sinken wird. Damit wird suggeriert, indem man prognostiziert, dass immer mehr Rentner auf Erwerbstätige zukommen. Es ist somit klar, dass es nicht um wissenschaftliche Genauigkeit geht, sondern um Konstruktion gewünschter Ergebnisse. Die unterstellte Zwangsläufigkeit, weniger Kinder und Jugendliche führen zu einer systemfremden Umverteilung und machen Rentenkürzungen notwendig, ist auch historisch widerlegt. Mit systemfremde Umverteilung wir ein politischer und medialer Sachzwang konstruirt. In der PK-Branche geht ein Gerücht um: Zitat: «es geht um die Wurst bei der Altersreform 2020» Zitat Ende. Damit ist nicht die Finanzierbarkeit der 2. Säule gemeint, sondern die X Milliarden Kosten die verschlungen werden und die den Beitragszahler letztlich fehlen werden. Im Klartext: die Branche Kämpft um ihr eigenes Überleben.
Michele D'Aloia, am 24. August 2017 um 07:07 Uhr
@Charlos Werner Schenkel, das ist eine interessante Sichtweise. In der unsrigen aktuellen Geldordnung wird bald gar nichts mehr finanzierbar sein. Ob Vollgeld ein guter Ansatz ist kann ich nicht beurteilen. Was ich aber beurteilen kann ist die Tatsache, dass es ähnlich wie in der PK-Branche gewaltige Lobbys gibt die eine korrekte Darstellung der Sachlage «vernebeln». Bei einer Annahme der (Vollgeld Initiative) brechen fast ein Drittel der potentiellen Refinanzierungsmittel weg. Das tangiert wegen der Übergangsbestimmungen zwar nicht die bereits gesprochenen Bankkredite – sehr wohl aber die künftigen. Sie werden verstehen, dass dadurch den Geschäftsbanken ein Grossteil des Geschäftsmodell verlorengeht. Das werden die «Kreise» nicht hinnehmen und alles daran setzen die Bevölkerung zu beeinflussen. Das dabei nicht um Wahrheitsfindung gehen kann ist offenkundig. Dasselbe Muster sehen wir bei der Altersreformdebatte. Mit einem Nein bestünde die Möglichkeit die 2. Säule ergebnissoffen auf dem Prüfstand zu stellen. Das grösste Problem in unserem Land ist das «Nachplappern» was die zwangsfinanzierten Systemmedien nach - gereicht - bekommen.
Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 24. August 2017 um 07:52 Uhr
@Michele D'Aloia, gerne empfehle ich Ihnen die erhellende Literatur, die zu Vollgeld geschrieben wurde. sie finden Sie auf unserer Website vollgeld-initiative.ch . Das was Sie über den Widerstand schreiben ist bei uns natürlich auch Thema. Mein Ansatz dazu ist: Sammle beim Volk Zustimmung für die Sache, oder Wut gegen Status quo. Es ist Zeit das sich was ändert und ich freue mich, überall Zeichen zu sehen, dass sich was tut. Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Carlos Werner Schenkel, am 24. August 2017 um 08:04 Uhr
Pensionierungsalter 67 Jahre ist für streng körperlich Arbeitende unzumutbar
Bedenklich, wie weit sich die heutige FDP-Führung vom Enthusiasmus der Schöpfer der AHV mit Bundesrat Walter Stampfli entfernt hat. Auch ist es schwer verständlich, dass sich ausgerechnet die Spitze der Bauernpartei SVP gegen die Rentenrevision 2020 stemmt. Das von rechts aussen angestrebte höhere Pensionierungsalter (zunächst 67 Jahre, später noch höher) ist für streng körperlich Arbeitende unzumutbar. Die am 20. September präsentierte Lösung ist ein solidarischer Vorschlag für Bauern, Arbeiter und Angestellte. Das Sozialwerk AHV braucht die Unterstützung von uns allen, auch von den oberen Einkommensklassen. Verzichten wir auf egoistisches Fränklizählen.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 24. August 2017 um 16:22 Uhr
@Michele D'Aloia
Natürlich beschreibt dieser Artikel nicht umfassend alle Probleme der Altersvorsorge. Er ist eben stark auf die bevorstehende Abstimmung ausgerichtet.

Ihr Misstrauen gegenüber der betroffenen Branche teile ich vollumfänglich. Die bevorstehende Abstimmung wird die grundsätzlichen Mängel der zweiten Säule nicht lindern. Aber bei den heutigen Rahmenbedingungen ist ein Umwandlungssatz von 6.8% zu hoch. Die Frage ist doch: Sind wir nach einem Ja oder nach einem Nein in der besseren Ausgangslage, die noch verbleibenden Probleme (das sind nicht wenige!) anzupacken? Ich meine, ein Ja ist besser.
Daniel Heierli, am 24. August 2017 um 17:07 Uhr
@Daniel Heierli, ich nehme an, Sie wissen nicht, wie man Statistiken schönt, damit man mit Zahlen logisch herleiten kann, was unterstützt werden soll. Grad heute habe ich im Beobachter gelesen, wie solche Berichte zustande kommen - und natürlich, wer den Bericht bestellt hat, nimmt an, dass der Bezahlende vom Schreiber unterstützt wird. Deshalb zweifle ich grundsätzlich an politischen Aussagen. Erst die Tat kann mich überzeugen, deshalb stimme ich für Vollgeld, weil danach hat die Finanz-Lobby nicht mehr unbegrenzt Geld um Meinungen zu kaufen. «6,8% als Umwandlungssatz sei zu hoch!» Glaubst du wirklich diese Aussage sei im Interesse der Rentner und Pensionäre entstanden und nicht im Interesse der Gewinne der Geldverwalter?
Carlos Werner Schenkel, am 24. August 2017 um 22:04 Uhr
Michele D'Aloia

"Einzig entscheidend ist, wie viele Menschen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung beteiligt werden und wie die Wertschöpfung auf die Beteiligten verteilt wird."

Ist nur deshalb so, weil die AHV Abgaben auf die Löhne abhängig von der Anzahl Arbeitnehmer berechnet werden, statt von der ständig wachsenden Wirtschaftsleistung selbst. Z.B statt Abgaben auf die Löhne Abgaben auf das Endprodukt, wie es bei der MwSt bereits geschieht. Bei der MwSt redet auch niemand von der Demografie, da die Wirtschaftsleistung nicht danach fragt, ob Junge oder Alte oder der Roboter diese erzeugt.

Und auf das BVG Problem zu sprechen, warum wird da so gejammert wenn doch die Versicherungskonzerne jedes Jahr Gewinne einfahren:

2016
Zür​ich: 3 Milliarden Gewinn
Gewinnsprung von 74 Prozent

Basler: Baloise mit höherem Gewinn im Geschäftsjahr 2016
Profitabilität weiter gesteigert und den Aktionärsgewinn um 4.4% auf rund 535 Mio. CHF verbessert.

Axa Winterthur steigert Reingewinn um 10 Prozent
Erstes Halbjahr 2017. Der Reingewinn stieg um 10,5 Prozent auf 410 Millionen Franken

Der Versicherungskonzern Helvetia hat 2016 den Gewinn gesteigert
Er belief sich auf 376,6 Millionen Franken nach 309,5 Millionen Franken im Vorjahr.

Der Lebensversicherer Swiss Life hat im vergangenen Jahr den Gewinn um 5% auf 926 Mio. Fr. gesteigert . Die Aktionäre sollen von einer deutlich höheren Dividende profitieren.
Edgar Huber, am 24. August 2017 um 23:40 Uhr
@Ein Ja zur Altersreform wäre FATAL! Das wäre ein Blankocheck für die «Branche» und deren politischen «Wasserträger». Ein klares NEIN wäre eine einmalige Chance für unser Land, endlich die Fehlkonstruktion 2. Säule auf dem Prüfstand zu stellen und die AHV zu stärken/sichern. Die Schreckenszenarien der «PK-Branche» beruhen auf falschen Prämissen (wie hier widerspruchsfrei dargelegt). Die globalisierte Marktwirtschaft wird mit dem Markt begründet, der alles effizienter macht, so argumentiert die «Branche». Mehr Effizienz heisst aber auch, dass mit gleichem Aufwand mehr produziert werden kann. Die Folge müsste sein, dass es uns allen besser ginge. Und jetzt sagt man den Menschen, die Altersvorsorge sein nicht mehr finanzierbar. Also müssen die (zukünftigen) Rentner, Rentner und Bürger den Gürtel enger schnallen. Daraus kann politischer Druck entstehen, die Leistungen zu kürzen. Ist dieser Druck erst einmal vorhanden, was viele Kommentare hier beweisen, dann liegt es im Interesse der jungen Aktiven, den Rückbau möglichst rasch herbeizuführen, um den Schaden zu minimieren. Wie kommen die Gewinne der Versicherungskonzerne zustande? Wer testiert die Bilanzen? Was schreibt der Gesetzgeber vor? Mathematisch ist die 2. Säule nicht mehr zu retten (kapitalgedeckte Rente). Was wir gerade medial erleben, ist ein Überlebenskampf der «Branche» die Milliardenhonorrare nicht zu verlieren. Sollte die Reform 2020 angenommen werden, wäre ein Eingriff in laufenden Pensionskassenrenten automatisch.
Michele D'Aloia, am 25. August 2017 um 08:55 Uhr
@Michele D'Aloia: Wenn Sie wirklich das Gefühl haben, dass wir unsere gesamte Altersvorsorge in wenigen Jahren über den Haufen werfen und ein neues System auf die Beine stellen können, dann verkennen sie schlicht die politischen Realitäten. Bis wir ein neues System hätten, gäbe es schon längst keine AHV mehr. Nachdem wir 20 Jahre verplempert haben, gibt es jetzt nur noch die Wahl zwischen JA oder JA. Alles andere ist unverantwortlich und führt ins Elend.
Ueli Custer, am 25. August 2017 um 09:20 Uhr
@Ueli Custer, Sie bringen es fertig keinen einzigen fachlichen und sachlichen Argument vorzubringen. Sie suchen offenbar krampfhaft nach irgendwelchen Gegenargumenten und klammern sich an irgendetwas. Sie haben offenbar den Ernst der Sachlage nicht begriffen. Das gilt offenbar auch für diverse Teilnehmer an dieser Diskussion hier. Der erste Artikel den ich gelesen habe mit der grossen Überschrift:

"In zehn Jahren geht die AHV pleite»

Datiert 1976!!!!!

Von der PK-Branche im Auftrag gegebenen wissenschaftliche Studien versuchen die langfristige Unfinanzierbarkeit der AHV seit Jahrzehnten zu beweisen. Trotz dieser Unkenrufe belaufen sich die jährlichen Gewinne der AHV auf 1 bis 2 Milliarden Franken. Die interne Ertragsrate der nach dem Mischindex (arithmetisches Mittel aus Lohn- und Preisindex) dynamisierten AHV ist erheblich höher als das, was die Pensionskassen erwirtschaften.

Wer hat bis jetzt die Leistungen gekürzt die AHV oder Pensionskassen?

Die X hunderten Milliarden Franken PK-Gelder wollen angelegt werden, um den eingerechneten Zins zu erwirtschaften. Aber aufgrund der für Schweizer Verhältnisse unglaublichen Höhe des Deckungskapitals beeinflusst das Kapital den eigenen Preis beeinflusst. Der Preis für den Bezug von Kapital ist der Zins. Und weil im Rahmen der zweiten Säule soviel Kapital angeboten wird, dann sinkt der Zins. Wenn aber der Zins sinkt, dann hat das aber auch Auswirkungen auf das Beitrags-Leistungsverhältnis.

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Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 25. August 2017 um 09:48 Uhr
Für eine leistungsstarke AHV
Laut den neuesten Umfrage-Ergebnissen lehnen Jüngere die Rentenreform 2020 überwiegend ab. Das ist schwer verständlich, denn das sichere Überleben einer leistungsstarken AHV ist auch für die unter 50-Jährigen wichtig. Der Generationenvertrag aus dem Jahr 1947 befreit die Jungen, sind sie doch anders als in asiatischen Kulturen nicht mehr verantwortlich für die Finanzen ihrer Eltern nach deren Pensionierung. Für alle besteht zumindest eine Basisversorgung. Das ist viel wert, und die Grosseltern sind frei, Gratisarbeit beispielsweise für die Betreuung der Enkel zu leisten. 2 x Ja am 20. September sichert die nähere Zukunft unseres Sozialsystems.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 25. August 2017 um 15:01 Uhr
@befürworter. Denkt endlich mal etwas in grösseren Zusammenhängen und traut euch das Bestehende System zu verlassen. Es stimmt, es muss was verändert werden, aber sicher nicht solche geizigen finanziellen Zustüpfe wie Fr. 70.- Wisst Ihr, dass das Geld aus dem Nichts geschöpft wird von den privaten Geschäftsbanken - wo es doch eigentlich allein die Hoheit des Staates wäre Geld herzustellen wie 1891 in die Bundesverfassung geschrieben wurde. Wenn wir endlich aufhören von Geschäfts-banken Geld auszuleihen (welches diese aus dem Computer zaubern) um es mit Zinsen zurück zu verlangen und wir mit Steuergeldern zahlen und uns bewusst werden, dass Geld wirklich als bedingungsloses Grundeinkommen an die Leute weiter gegeben werden könnte, ohne Inflation zu erzeugen, dann entstehen gute Reformen für die AHV - aber nicht jetzt mit dem Slogan Geld ist nur für die Vermögenden da - oder Geiz ist geil Politik gegenüber den Rentnern.
Carlos Werner Schenkel, am 25. August 2017 um 20:55 Uhr
@Martin A. Liechti, das liegt an der zunehmenden Aufklärung der jungen Menschen darüber, wie solche Systeme funktionieren. Diese Aufklärung findet statt, auch wenn diese wichtigen Themen in den Schulen nach wie vor kaum behandelt werden. In den Schulen wird auch nicht darauf hingewiesen, dass Statistiken den Eindruck erwecken von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und zugleich das Gegenteil beweisen.
Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 26. August 2017 um 09:44 Uhr
Die wahren Motive der Gegner der Rentenreform 2020
Weshalb versuchen die Gutsituierten der SVP (nicht die einfachen Bauern) die Rentenreform an die Wand zu fahren? Warum will auch die FDP der AHV das Bein stellen und deren Finanzen knapp halten? Die Antwort ist einfach: Je höher das Einkommen, desto ungeliebter ist die AHV als saftige Lohnsteuer. Im oberen Gehaltsbereich zahlt der Versicherte wesentlich mehr ein, als er je in Rentenform zurück erhalten kann. Eine schwache AHV schürt Ängste vor der der finanziellen Sicherheit im Alter – so lassen sich teure private Vorsorgepolicen besser verkaufen. Wer weder Grossverdiener noch Versicherungsagent ist stimmt am 24. September vorzugsweise 2 x Ja.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 26. August 2017 um 17:29 Uhr
Die wahren Motive der Gegner der Rentenreform 2020
Weshalb versuchen die Gutsituierten der SVP (nicht die einfachen Bauern) die Rentenreform an die Wand zu fahren? Warum will auch die FDP der AHV das Bein stellen und deren Finanzen knapp halten? Die Antwort ist einfach: Je höher das Einkommen, desto ungeliebter ist die AHV als saftige Lohnsteuer. Im oberen Gehaltsbereich zahlt der Versicherte wesentlich mehr ein, als er je in Rentenform zurück erhalten kann. Eine schwache AHV schürt Ängste vor der der finanziellen Sicherheit im Alter – so lassen sich teure private Vorsorgepolicen besser verkaufen. Wer weder Grossverdiener noch Versicherungsagent ist stimmt am 24. September vorzugsweise 2 x Ja.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 26. August 2017 um 17:29 Uhr
@Martin A. Liechti, sie schreiben irgend welche Pro-Texte hier rein und lesen selber nix - rsp sie gehen auf keines der Gegenargumente ein - sowas nennt man blinde Rhethorik. Wie es oft in der Arena wenn Gegner aufeinander treffen praktiziert wird. Ob es ehrlich ist, ob es trotzdem wirkt? 2 X NEIN sage ich, weil wir dann die Chance habe ein echte Reform zu erarbeiten. Schnell gehen wir ja dann doch nicht pleite. Ausserdem wenn ein guter Vorschlag auf dem Tapet wäre, müssten wir nicht so hin und her argumentieren und versuchen einander mit nicht überprüfbaren Argumenten zu ködern rsp mit Ängsten versuchen zu lenken.
Carlos Werner Schenkel, am 26. August 2017 um 19:33 Uhr
Ganz einfach, und der Diskussion ein Ende bereitend.

Bedingungsloses Grundeinkommen und die Wurst ist gegessen.

Aber dann bitte dieses Grundeinkommen der Teuerung anpassen. Sonst wird damit wohl nicht viel verbessert. Warum? Weil es im Menschen liegt laufend Nutzen aus irgendeiner Sache zu ziehen. Sehr gute Beispiele geben wohl Global Footprint Network und Overshoot Day darüber ab.

Aus dem Kapital, also einem Hirngespinst heraus, geschaffene Realitäten.
Alles auf Kredit.

Es wäre einem damit ausreichend Material in die Hand gegeben um einmal tüchtig schwindlig auf dem Drahtseil zu balancieren und festzustellen dass einem der Boden darunter entzogen wurde.
André Dünner, am 27. August 2017 um 08:22 Uhr
@Andrè Dünner, welche Diskussion? Da wird nicht sachlich und fachlich auf punktuelle Hervorhebungen eingegangen, sondern mit «Schlagwörter» die eigene Sicht der Dinge zum Besten gegeben. Schauen Sie sich hier die Kommentare eines Pensionskassenvertreter Thomas Zeller:

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/2-Saule-Ruf-nach-tieferen-Renten-als-Panikmache-entlarvt

Anstelle, punktuell auf Wiederlegungen einzugehen; ist er Fragen ausgewichen und hat sich an den Ort zurückgezogen, woher er kam. Das sind Leute die eine «Branche» vertreten die uns glaubhaft machen will, dass die AHV a) nicht ausgebaut werden kann und darf - und b) das die 2. Säule im BVG um 12% gekürzt werden muss. Es wird vieles Verschwiegen und mit Halbwarheiten eine Drohkulisse aufgebaut. So ist es den Pensionskassen möglich, über extrem tiefe Umwandlungssätze im überobligatorischen Teil de fakto den gesamten Umwandlungssatz zu senken. Ein Umwandlungssatz berechnet sich aus verschiedenen Wahrscheinlichkeiten. Diese Wahrscheinlichkeiten werden aber in der Branche nicht einheitlich eingestuft. Dabei werden u.a. Statistiken und Zinsen als Bemessungsgrundlage herangezogen. Eine Senkung hat deshalb auch Auswirkungen auf den Teil der zweiten Säule, welcher die erste Säule in den Bereichen krankheitsbedingter Invalidität und Tod ergänzt. Wie ich oben und ganz allgemein in diesem Blog dargelegt habe, muss die 2. Säule abgeschafft werden. Es sprechen dafür auch volkswirtschaftliche Aspekte eine Rolle u.v.m.
Michele D'Aloia, am 27. August 2017 um 09:53 Uhr
Einverstanden, lieber André Dünner. Sollten wir unvernünftiger weise die Rentenrevision ablehnen, lohnt es sich, sich ernsthaft mit dem Grundeinkommen zu befassen, bis es eines Tages Realität wird. Wer nicht nur trockenes Brot essen will, sondern auch Butter wünscht, wird weiterhin arbeiten. Das Grundeinkommen ist ein Segen für vilel. Ärmere Leute haben permanent finanzielle Sorgen und werden deshalb gar krank. Testerfahrungen in Kanada zeigen, das Grundeinkommen senkt die Gesundheitskosten. Auch Künstler kämpfen oft gegen Geldmangel. Neue, mutige Lösungen befruchten die Kreativität. Davon profitieren wir alle. Also: Ja zur Rentenreform solange die AHV noch sanierbar ist oder raschen Einsatz fürs Grundeinkommen.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 27. August 2017 um 12:13 Uhr
@Martin A. Liechti Sie schreiben Zitat:

"Ja zur Rentenreform solange die AHV noch sanierbar ist"

Zitat Ende.

Die jährlichen AHV-Einnahmen von rund 40 Milliarden Franken werden umgehend wieder für Renten ausgegeben. Zurzeit verwaltet der Fonds Vermögen von 42 Milliarden Franken. Zu verdienen gibt es für die PK-Finanzbranche nichts!.

Anders sieht es bei der zweiten und dritten Säule aus: Das Anlagevermögen der gesamten zweiten Säule beläuft sich auf enorme 900 Milliarden Franken. Die Bewirtschaftung dieser Gelder ist ein grosses Geschäft für die Finanzinbranche.

Im Vergleich zur privaten Vorsorge ist die AHV für Normalverdienende äusserst kostengünstig: Um auf die gleich hohe Rente zu kommen, muss man bei der privaten Vorsorge viel mehr Geld einzahlen. Beitragserhöhungen und Leistungskürzungen stehen bei den Pensionskassen auf der Tagesordnung.

Also bitte was soll hier saniert werden?

Zu BGE: Die Notwendigkeit einer Gegenfinanzierung wird von allen Befürwortern eingeräumt. Das widerspricht nicht der Idee der Abschaffung der Bürokratie auf der Ausgabenseite. Die Bürokratie sowohl auf der Einnahmenseite als auch auf der Ausgabenseite auf das notwendige Mass zu reduzieren wird bereits erheblich zur Gegenfinanzierung beitragen. Die Gegner verknüpfen das BGE immer wieder mit Bedingungen, das lässt doch darauf schliessen, dass diese Kreise sich mit dem eigentlichen Thema garnicht befassen wollen. Unbestritten ist, dass wir schnell einen Systemwechsel brauchen.

Sie grüssend
Michele D'Aloia, am 27. August 2017 um 13:15 Uhr

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