Weniger Corona-Fälle? Einfach weniger testen!

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 16. Apr 2020 - Die täglich gemeldete Zahl der «neuen Fälle» sagt über den Stand der Epidemie wenig aus. Ein krasses Beispiel aus Deutschland.

In der vergangenen Karwoche ging die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten in Deutschland «überraschend» um ganze zwanzig Prozent zurück. Nicht etwa, weil sich das Virus weniger schnell verbreitete, sondern ganz einfach, weil während dieser Feiertagswoche weniger getestet wurde.

Die Anzahl Tests pro Kalenderwoche (KW) und die Zahlen der positiv Getesteten. Grössere Auflösung der Grafik hier. Quelle: Robert Koch-Institut.

Das deutsche Robert Koch-Institut hat am 15. April die Zahl der «positiv Getesteten» wieder einmal mit der «Anzahl Testungen» verglichen. Interessant wäre eigentlich die Entwicklung des Prozentsatzes der jeweils positiv Getesteten. Doch leider sagt auch dieser wenig aus, solange man die Getesteten nicht unterteilt in solche, die bereits im Spital liegen, solche die mit schweren Symptomen zu einem Arzt gehen, solche, die mit leichten Symptomen zu einem Arzt gehen, und in Kontaktpersonen oder exponierte Menschen in Spitälern oder Pflegeheimen, die überhaupt keine Symptome aufweisen. Bei allen diesen Gruppen wird der Prozentsatz der positiv Getesteten sehr unterschiedlich sein.

Die Ansteckungen werden – durch die Quarantänen und das «physical distancing» nur verzögert – so lange weitergehen, bis über 60 Prozent der Bevölkerung angesteckt sind, oder bis Menschen wirksam geimpft werden können.

Deshalb wird die Kurve der kumulierten Corona-Fälle noch lange weiter steigen. Es ist jedoch fahrlässig, mit dieser Kurve Angst auszulösen. Denn über die Gefährlichkeit von Covid-19 sagt diese Verbreitung wenig aus.

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15.4.2020 RKI Corona Tests

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7 Meinungen

Seit Beginn der Corona Krise bin ich von der Schweizer Psychopolitik beschämt – habe das 1974-79 beim Bund selbst erlebt, damals noch an den Storch der Ausnahme geglaubt. Seit 1991 ist Substanz- und Landesverrat systemisch geworden – auch mit Beteiligung der HSG.

Auf https://www.facebook.com/emphaticpower kommentiere ich die Seite
https://synergy.think-systems.ch/corona-info.htm täglich aktuell. Am 5. April hat Prof. Reiner Eichenberger auf NZZ-Standpunkte dafür triftigen Anlass gegeben.

Lasst und doch zusammen die weiterführende Darstellung epidemischer Prozesse ausarbeiten, damit in Zukunft nicht die Spin Doctors die Führung in die Zerrüttung übernehmen – nur weil wir am 26. Nov. 2016 ins Zeitalter der Zerrüttung eingetreten sind und man sich bald nur noch als Disruptor zu einem Phyrussieg herausheben kann. Seit 1979 habe ich es fertig gebracht, reelle Humansysteme zu modellieren.

Existentiell geht das mit der gegenseitigen MX-Einstellung auf den Austausch mit der eigenen M-maximalen Perspektive der eigenen X-Substanz zur Erfüllung der eigenen X-Existenz weiter als mit der dunklen, in Zeitgeist-Sachzwängen, arglistig Bedeutung gebenden Stimme – zu deren Überwindung mit der so möglichen Synergie. Das ist ein Hinweis darauf, was mit Applied Personal Science hin zum jetzt mehr als je notwendigen L2-Rechtzeitig Projekt-Orientierten Kompetenzaustausch, wo nötig zum L3-Reframing der bisherigen Wissensarbeit möglich ist. Dr. Peter Meier Physiker
Roger Zamofing, am 16. April 2020 um 12:32 Uhr
Es ist sicher richtig, dass auf diese Mankos hingewiesen wird, doch bitte nicht fast jeden Tag die gleich Botschaft vom gleichen Autor.
Hans Rudolf Koelz, am 16. April 2020 um 13:01 Uhr
Warum das den Verantwortlichen in den Regierungen nicht in den Kopf will, ist und bleibt mir schleierhaft.
Ueli Custer, am 16. April 2020 um 13:33 Uhr
Weder PCR noch Antikörper Tests sind abschliessend validiert. Berichte rapportieren Qualitätsprobleme und instabile Resultate (s. auch Tele-Züri Check-up vom 13.4.). Die Statistiken sind so auf wackligem Fundament. Altershalber zur Risikogruppe gehörend interessieren mich mehr die Überlebenschancen und Krankheitsverlauf im ‚worst case‘. Da stimmen mich Studien nach dem Kreuzschiff Diamond Princess, u.a. von Virologe Hendrik Streeck, Pathologe Klaus Püschel zuversichtlich (Letalität nun noch zwischen 0.1 und 0.37%). Aber auch hier liegen instabile Tests zugrunde. Was mich wirklich interessiert, wie sieht es Behandlungschancen im ‚worst case‘ aus. Hoffnung bringen hier die Erkenntnisse zu Behandlungsmethode [1][2][3].
Zusammengefasst mein Wunsch an meinen Arzt, sollte es soweit kommen: „Keine Fiebersenkung und solange wie möglich nur Sauerstoffzufuhr ohne Druck“. Wie hoch wäre dann wohl noch die Letalitätsrate bei Anwendung dieser neu von Intensivmedizinern an der Front vorgeschlagenen Behandlungsmethode?
[1]COVID-19 pneumonia: different respiratory treatments for different phenotypes? Luciano Gattinoni, Intensivmediziner Italien https://link.springer.com/article/10.1007/s00134-020-06033-2
[2]“Do COVID-19 Vent Protocols Need a Second Look?” auf medscape.com mit Intensivmediziner Kyle-Sidell, New York
[3]”Coronavirus: zu intensive Therapie führt zum Verlust der Patiente“ in ganzemedizin.at mit Intensivmediziner Tobias Schindler
THOMAS OETTLI, am 16. April 2020 um 13:46 Uhr
Artikel ist ein Volltreffer !

siehe auch

"„Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen“ – Gesundheitsstatistiker Gerd Bosbach zur Corona-Debatte

Täglich melden die Medien neue „Infiziertenzahlen“, von denen eigentlich alle Beteiligten ganz genau wissen, dass sie viel zu niedrig sind. Im nächsten Halbsatz geht es dann um „Sterblichkeitsraten“, bei denen alle Beteiligten wissen, dass sie viel zu hoch sind. Es herrscht ein Begriffswirrwarr und die Politik muss auf Basis von höchst unsicheren Annahmen Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen gravierend für die Gesellschaft sind.
.
.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=59617

und

"Schluss mit Irreführung: „Wir brauchen harte, gesicherte Fakten statt nur scheinbar objektive“."

https://www.nachdenkseiten.de/?p=59903

Nicht viel anders sieht es mit den Maßnahmen aus !
Ausgangssperre + Abstandsgebot von 1,5 m.
In München, einer der deutschen Pandemie Hauptzentren, sehe ich an den nächsten Baustellen 5 - 10 Personen im Abstand von 30 - 50 cm stehen. Daneben steht eine Person mit Jacke, die ihn als Sicherheitsverantwortlichen kennzeichnet. Welche Aufgabe hat der, das Abstandsgebot «Light» von 30 cm zu überwachen ?
Ein Umverteilungsprogramm, wird als Konjunturprogramm untergejubelt.
Das kurbelt der Vermögenspreisindex an, aber nicht den Binnenmarkt !

"Die Wirtschaft ankurbeln statt im Haushalt sparen: ..."

https://www.n-tv.de/Teletext/Soeder-und-Scholz-wollen-Konjunkturpaket-article21694714.html
und
Dieter Gabriel, am 16. April 2020 um 15:08 Uhr
Bundesrat Pressekonferenz: 2 Stunden geredet und fast nichts gesagt. Ein Vierzeiler hätte die gleiche Info enthalten. Baumärkte können öffnen, den Begriff Baumarkt gibt es gesetzlich gesehen meines Wissens gar nicht. Viele Fachgeschäfte aus der Baubranche mit Baufarben, Holz, Eisenwaren sind verunsichert. Dürfen wir Kleinen nicht, was die Grossen dürfen??? Was gilt jetzt? Die Gesundheitsbehörden der Kantone wissen es auf Anfrage auch nicht. Sicherheitskonzept eingeben? An wen?? Am 16.4.2020 haben der Bundesrat und die Präsidentin nur Verunsicherung gestreut!
Lachenmeier Thomas, am 17. April 2020 um 15:29 Uhr
Ich sehe in dieser Situation mit der Pandemie ein kleines und ein grosses Risiko.
Das kleine Risiko ist leider die Toten wegen dem Corona Virus.
Das grosse Risiko sind die Folgen einer wirtschaftlichen Depression, welche uns bevorsteht, weil die meisten Regierungen falsch reagiert haben.
Wir kennen diese Art von wirtschaftlicher Depression zum Beispiel von 1929. Damals führte die Armut und Arbeitslosigkeit der Massen zur Machtergreifung Hitlers und damit «nur» zum 2. Weltkrieg.
Und auch heute gibt es durchaus ein paar Pulverfässer, die einen 3. Weltkrieg auslösen könnten.
Als Beispiele nenne ich das südchinesische Meer, der Osten der Ukraine, Kashmir, Iran, Nordkorea und Israel.
Aber auch ohne 3. Weltkrieg nimmt bei Armut, verursacht durch eine wirtschaftliche Depression, die Gewalt und Kriminalität massiv zu.
Meine Prognose ist auf jeden Fall, dass an den Folgen dieser globalen Wirtschaftskrise mehr Menschen sterben werden als dass dieses Corona Virus je hätte töten können.
Man kann nun einwenden dass die Notenbanken massiv Liquidität ins Finanzsystem gepumpt haben um diese Krise zu meistern. Erreicht wird aber damit das Gegenteil, wir werden bald eine Hyperinflation erleben, weil Banknoten kaum noch einen Wert haben, und dann werden die Menschenmassen auf einem vielfach höherem Niveau durchdrehen als jetzt wegen diesem lästigen Virus.
Operation gelungen, Patient gestorben!
Sie können mich gerne für einen Zyniker halten, aber die Zukunft wird zeigen, dass ich recht habe.
Daniel Christen, am 18. April 2020 um 15:48 Uhr

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