Über 60 Professorinnen und Professoren fordern ein Runterfahren der Wirtschaft. © J. Garget / Pixabay

Über 60 Professorinnen und Professoren fordern ein Runterfahren der Wirtschaft.

Ökonomen-Aufruf: Mit Lockdown der Wirtschaft helfen

Monique Ryser / 08. Nov 2020 - Gesundheit und Wirtschaft seien bei hohen Fallzahlen kein Widerspruch. NZZ wollte offenen Brief nicht abdrucken, dafür die FAZ.

Die Situation in der Schweiz wird immer fiebriger: Nachdem sich der Bundesrat für einen «Slowdown» entschieden hat und es den Kantonen überlässt, weitergehende Massnahmen zu ergreifen, kommen dafür fast täglich neue Video-Appelle aus dem Bundeshaus: «Der Bundesrat sind wir alle» ist das letzte Werk dieser Art, das in den sozialen Medien zur Einhaltung der Massnahmen auffordert. Aber: Nach der teilweisen Stilllegung der Schweiz im Frühjahr will der Bundesrat einen «Lockdown» aus Angst vor grossen wirtschaftlichen Schäden unter allen Umständen vermeiden.

Taskforce warnt

Doch schon länger weisen VolkswirtschafterInnen darauf hin, dass zwischen Schutz der Wirtschaft und Schutz der Menschen kein Widerspruch besteht. Im neusten Lagebericht formuliert es die Science Task Force, die den Bundesrat aus wissenschaftlicher Sicht berät, so:

«Die wirtschaftlichen Kosten eines überlasteten Gesundheitssystems sowie die nachteiligen Auswirkungen der Unsicherheit, die eine längere Zeitspanne mit hohen Infektionsraten auf das wirtschaftliche Leben ausüben würde, könnten einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen (zusätzlich zum Reputationsschaden). Die gezielten Massnahmen, die erforderlich sind, um die Zahl der Infizierten, der Krankenhausaufenthalte und der Todesfälle zu senken, wären für die Wirtschaft sehr wahrscheinlich weniger kostspielig, trotz der öffentlichen Mittel, die benötigt würden, um von Schliessungen und Einschränkungen betroffene Unternehmen und Einzelpersonen zu entschädigen.»

Noch deutlicher sind über 60 Volkswirtschaftsprofessorinnen und -professoren aus Schweizer Universitäten aller Landesgegenden. Sie haben einen offenen Brief an den Bundesrat veröffentlicht, in dem sie strengere Massnahmen verlangen, um die Verbreitung der Pandemie wieder in den Griff zu bekommen und so auch die hohen Fallzahlen, Spitaleintritte und nötigen Intensivbehandlungen rasch herunterzubringen.

«Einseitige Debatte»

Sie hatten die NZZ angefragt, den offenen Brief auf der Meinungsseite abzudrucken, bekamen aber eine Absage. Vielmehr belehrte sie die NZZ in einem Kommentar, dass es einen Zielkonflikt zwischen Gesundheit und Wirtschaft gebe. Genau das aber bestreiten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufs. Charles Gottlieb, Assistenzprofessor an der Universität St. Gallen und zusammen mit Florin Bilbiie, Professor an der Universität Lausanne, einer der Initianten der Stellungnahme, begründet: «Wir haben die aktuelle Debatte zu diesem Thema als einseitig wahrgenommen. Neue wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass im Falle einer sehr raschen Verbreitung des Virus die Wirtschaft und die Gesundheit nicht im Zielkonflikt stehen.» Die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ fand den offenen Brief im Gegensatz zur NZZ bedenkenswert. Sie hat ihn in der Printausgabe am Samstag als Meinungsbeitrag veröffentlicht.

Obwohl sie unterschiedliche Spezialgebiete und Ansichten hätten, seien sie sich doch in einem einig: «So schwer es fällt und so schmerzhaft es sein wird, die Schweiz braucht einen zweiten “Lockdown”, gekoppelt mit umfassenden fiskalischen Unterstützungsmassnahmen, um weiteren wirtschaftlichen Schaden durch die Corona-Pandemie abzuwenden.» Die WissenschafterInnen erwähnen nicht nur die hohe Rate, mit der sich das Virus in der Schweiz verbreitet, sondern auch die rasant steigenden Hospitalisationen. «Und, was noch tragischer ist: Die Sterbefälle steigen ebenfalls exponentiell.»

Zielkonflikt nur vorhanden, wenn Pandemie unter Kontrolle

Den Zielkonflikt zwischen Gesundheit und Wirtschaft gebe es bei hohen Fallzahlen nicht, erklärt Gottlieb die Position der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Vielmehr habe man heute die Wahl zwischen

● einer tiefgreifenden Rezession und einer Überforderung des Gesundheitssystems unter den derzeitigen Massnahmen oder

● einer tiefgreifenden Rezession mit weniger Toten und einem Gesundheitswesen, welches vor Überlastung geschützt werde mit einem zweiten Lockdown.

«Wir negieren den Zielkonflikt nicht, aber den gibt es nur, wenn die epidemiologische Lage unter Kontrolle ist», präzisiert Gottlieb. Sei sie ausser Kontrolle, wie jetzt in der Schweiz, gebe es keinen Zielkonflikt mehr. «Denn sowohl Menschen als auch Unternehmen reagieren auf die Unsicherheiten, welche die Pandemie mit sich bringt. Haushalte konsumieren weniger. Firmen fehlt die Planungssicherheit um zu investieren. So gehen mit oder ohne drastische Massnahmen Arbeitsplätze verloren und Unternehmen werden gefährdet.» Bereits Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH und Mitglied der Science Task-Force, hatte darauf hingewiesen, dass «dieser Trade-off zwischen Wirtschaft und Gesellschaft und Gesundheit nicht so vorhanden ist, wie viele Leute das im Kopf haben» (Point de Presse Coronavirus 27. 10. 2020). Er wies auch darauf hin, dass ein hohes Infektionsgeschehen in der Schweiz Touristen abhalten werde, in die Schweiz zu kommen, was diesen Sektor noch härter treffen würde als bisher.

Bund erhält Geld für geliehenes Geld

Klar sei aber, so die WirtschaftswissenschafterInnen in ihrem offenen Brief: Ein Lockdown müsste finanziell abgefedert werden. Laut Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat die Pandemie die Schweizer Wirtschaft bis anhin rund 40 Milliarden Franken gekostet. Mit der zweiten Welle eingerechnet geht man von einem Verlust bis 53 Milliarden Franken aus. Gleichzeitig wurden über die Arbeitslosenversicherung bereits acht Milliarden mehr ausbezahlt als im Vorjahr. «Trotzdem steht die Schweiz finanziell gut da. Sie hat eine niedrige Staatsverschuldung und somit die Möglichkeit, gezielt zu intervenieren, um Unternehmen und diejenigen zu unterstützen, die von möglichen Massnahmen betroffen wären», so Gottlieb.

Das hatte bereits die Ökonomin Dina Pomeranz in einem Gespräch im «Echo der Zeit» von SRF erläutert. Sie betont immer wieder, «die Wirtschaft sind wir alle, nicht einzelne Verbände oder Branchen.»

Der KOF-Leiter Sturm hatte zu Beginn der Pandemie gar von einem Hilfsfonds von 100 Milliarden gesprochen, den sich die Schweiz leisten könnte. Auch mit der jetzt steigenden Verschuldung stehe der Staatshaushalt sowohl im Vergleich mit anderen Ländern als auch im historischen Rückblick noch sehr gut da, so Sturm (Point de Presse Coronavirus 27. 10. 2020). Gottlieb weist zudem darauf hin, dass die Zeitachse berücksichtigt werden müsse. «Es gibt keinen Grund, die jetzt gemachten Schulden in den immer wieder genannten 15 Jahren abzubauen. Dazu kommt, dass der Bund für seine Geldaufnahme auf dem Kapitalmarkt noch Zinsen verlangen kann und nicht selber Zinsen zahlen muss.»

Für Gottlieb und seine Kolleginnen und Kollegen ist klar: «Wir müssen langfristig denken: Die ökonomischen Folgen einer Pandemie, die ausser Kontrolle gerät, würden viel höher ausfallen als die einer zeitnahen Verschärfung von Massnahmen.»

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Keine

Weiterführende Informationen

Lagebericht Science Task Force, 6. November 2020

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13 Meinungen

Ich kann diesen Ökonomenaufruf nicht ernst nehmen. Ein 2. Lockdown wäre eine Katastrophe, vor allem für die vielen KMU's in unserem Land. Und die fiskalischen Massnahmen des Bundes? Klar, Geld ausgeben kann man immer, die Zeche bezahlen unsere Kinder, von denen wir punkto Solidarität in dieser Krise viel abverlangen!
Das Gesundheitswesen in der CH ist gut aufgestellt und es gibt noch Raum nach oben, eine Überlastung ist im Moment kein Thema. Aber alle müssen mithelfen - das geht ohne Lockdown!
Daniel Burger, am 08. November 2020 um 11:56 Uhr
Was soll man davon halten? Wenn sich die Wirtschaft so um Gesundheit bemüht, ist das für mich verdächtig. Irgendwo will sich sehr wahrscheinlich jemand bereichern wie schon zuvor. Wenn sonst ein bedürftiger oder einen Franken will, hat die Wirtschaft und der Staat nie Geld. Es heisst immer, dass man die Massnahmen verschärfen müsse. Was wollen den diese Leute eigentlich noch? Wir machen alles was sie sagen: Laufen mit Masken bis über die Augen herum, waschen Hände, halten Distanz. Was soll man dann noch mehr machen? Wieso geht es in Schweden anders als hier. Es sind ungute Kräfte am Werk, das ist ja klar.
Rainer Strässle, am 08. November 2020 um 12:19 Uhr
Es wäre verdienstvoll, diese Stellungnahme der Task Force in allen grossen Schweizer Zeitungen unterzubringen und die NZZ rechts liegen zu lassen. Ihre Argumente geen mir schon lange durch den Kopf.
Willi Bürgi, am 08. November 2020 um 12:26 Uhr
Na ja, ich denke, dass es sich bei den Unterzeichnern in erster Linie um Professoren handelt, die sich in einem Elfenbeinturm befinden und nicht wirklich eine Ahnung haben, wie es im wirklichen Leben aussieht. Aber halten wir uns an die Fakten: In der Schweiz ist das Durchschnittsalter der Verstorbenen 86 Jahre. 97 % davon hatten eine schwere Vorerkrankung und rund 80 % lebten in Alters- oder Pflegeheimen. Das Durschschnittsalter der Hospitalisierten liegt bei 74 Jahren und 84 % hatten eine relevante Vorerkrankung. Man sieht also sehr schnell, dass sich das Pandemiegeschehen in erster Linie in der Altersgruppe der Leute über 65 Jahren mit Vorerkrankungen abspielt. Die allermeisten dieser Leute sind nicht mehr berufstätig und spielen damit für Ökonomie der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Oder anders gesagt: Die für die Wirtschaft relevanten Leute sind in einer Altersklasse die vom Virus kaum betroffen ist. Und angesichts dieser Tatsache ist es offensichtlich, dass die Forderung nach einem Lockdown aus ökonomischer Siche Unsinn ist. Es wäre viel intelligenter, die bekannten Risikogruppen zu schützen, die Spitalkapazitäten den Bedürfnissen anzupassen und und die Wirtschaft unbehindert laufen zu lassen. So hätte man eine Win-Win-Situation. Die Risikogruppen wären geschützt und die Spitalpatienten hätten genügend Betten zur Verfügung und der wirtschaftliche Schaden wäre minimal.
Reto Derungs, am 08. November 2020 um 13:22 Uhr
Charles Gottlieb. Assistenzprofessor für Volkswirtschaftslehre an der HSG in St. Gallen findet, die epidemiologische Lage in der Schweiz sei «ausser Kontrolle», und damit bestünde «kein Zielkonflikt zwischen Gesundheit und Wirtschaft». Seine Forschungsgebiete sind Makroökonomie, Entwicklungsökonomie, Household Finance und Geldpolitik. Das sind kaum Fachgebiete, die ihn kompetent erscheinen lassen für die Frage der Kontrolle der Epidemie und wohl auch nicht für die Frage des Zusammenhangs zwischen Gesundheit und Wirtschaft.
Hans Geiger, am 08. November 2020 um 15:09 Uhr
Die Argumentation der Wissenschaftler geht von der Annahme aus, dass die Pandemie ausser Kontrolle geraten sei. Die Zahlen des BAG sprechen allerdings eine andere Sprache: Die täglichen Neuinfektionen und Hospitalisationen haben ihren Höhepunkt wohl erreicht. Leider hinken Todesfälle dem hinterher, so dass noch einige Tage mit weiter steigenden Opferzahlen zu rechnen sein wird.
Die Massnahmen des Bundesrates haben eindeutig gewirkt. Anstelle über einen zweiten Lockdown mit nochmaligen immensen wirtschaftlichen Schäden zu sprechen, sollen die gegenwärtigen Massnahmen konsequent fortgeführt und diszipliniert befolgt werden. Dann sinken die Zahlen schnell (wenn auch etwas langsamer als bei der ersten Welle).
Wir müssen uns auch vor Augen führen, dass die Wissenschaftler, welche einen Lockdown fordern, von dessen Konsequenzen selbst vollständig ausgenommen sind: Weder werden weder ihre Jobs noch ihre üppigen Gehälter verlieren, noch werden ihnen die Subventionen für ihre Institute gekürzt.
Markus Stadler, am 08. November 2020 um 16:38 Uhr
Recht haben diese Ökonomen mit der Feststellung, dass es eigentlich keinen Zielkonflikt zwischen «Wirtschaft» und «Gesundheit» gibt.

Völlig falsch liegen sie hingegen, wenn sie meinen, sie wüssten ganz bestimmt, wie man diese Pandemie aus gesundheitlicher Sicht am besten bewältigen könne. Wer meint, es gehe einzig darum, im nächsten Monat möglichst tiefe Zahlen zu haben, denkt nicht sehr weit über die eigene Nasenspitze hinaus. Nochmals Lockdown - und was dann?
Jahrelang Lockdown? Wenn diesen Herren so etwas vorschwebt, dann müssten sie es auch offen sagen.
Dass nach einem kürzeren Lockdown das Spiel einfach wieder von vorne beginnt, sobald wir öffnen und ein gutes Pfnüselwetter herrscht, scheint doch ziemlich klar.
Ob bald ein sicherer und wirksamer Impfstoff verfügbar sein wird, ist ungewisser denn je.
Wenn die verfügbaren Zahlen auch nur halbwegs stimmen, dann ist der exponentielle Anstieg der Fälle vorbei. Dass die Hospitalisierungen und Todesfälle mit einigen Tagen Verspätung reagieren, ist eine längst bekannte Tatsache. Es sind in meinen Augen nicht die besten Experten, die ohne neue Erkenntnisse ausgerechnet jetz nochmals weitere Verschärfungen der Massnahmen fordern.
Daniel Heierli, am 08. November 2020 um 17:52 Uhr
@Rainer Strässle: genau, Schweden ist ein gutes Beispiel:

https://ourworldindata.org/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2020-03-03..latest&country=CHE~SWE~DEU~ESP~USA&region=World&deathsMetric=true&interval=smoothed&perCapita=true&smoothing=7&pickerMetric=location&pickerSort=asc

Die Schweden preformen mit ihrer Strategie VIEL besser!

Die Profesoren sollten sich besser informieren! ... und nicht mit Panikmache der Mainstreammedien Hand in Hand gehen.
Peter Gander, am 09. November 2020 um 08:49 Uhr
Die Ökonomen haben von der Logik her schon recht, aber nur dann, wenn es ein KOMPLETTER Lockdown ist und nach diese Lockdown das Corona eliminiert ist. Sonst bringt ein Lockdown wenig bis nichts.

Nur ist es dann so: bei einem KOMPLETTEN Lockdown müssen alle EU-Länder mitmachen und am gleichen Strick ziehen. Ziel muss sein, das Corona in der ganzen EU auszurotten. Und wenn das geschafft ist, sind ganz strenge Einreisebestimmungen notwendig, egal ob man nun beruflich oder privat unterwegs ist: kein Eintritt ohne Test, mind. 10 Tage Quarantäne (auch mit Test), dann zweiter Test. An und für sich könnte man auf den ersten Test verzichten, wenn die Leute strikte in eine Quarantäne gehen und dort nicht raus können.

Aber ein solches Vorgehen wir vorerst niemand schaffen. Dafür braucht es Einsicht und eine weise Voraussicht, und diese werden erst nach einigen Lockdowns vorliegen.
Marco Zürcher, am 09. November 2020 um 11:42 Uhr
DIE Schweizer werden zunehmend wie DIE US-Amerikaner und die gesellschaftlichen Verhältnisse gleichen sich den lupenreinen US-Demokratischen u. Plutokratischen an.
In Sachen Corona wird genauso gemeint oder Meinung gemacht
und andererseits noch zutreffend erkannt u. geurteilt.
Der Sachverhalt 'Corona' ist ein Geschenk der Natur für alle die nach immer mehr gesellschaftliche Macht u. Kapital gieren. Die sterben auch nicht an Corana oder tragen die Last der Lebenserhaltung.
'Corona' lässt sich von denen hervorragend 'instrumentalisieren und bewirtschaften' für das Herrschaftsprinzip von 'Teile u. Herrsche' (Divide et impera)
Die unergründliche Mischung von Inkompetenz u. Opportunismus bei den Oberen in der BAG wird deshalb wohl auch belassen.

Habe mir die Liste dieser kompetenten, aufrechten u. mutigen Ökonomen ausgedruckt. Die bekommen bestimmt weniger Drittmittel und riskieren ihre Karriere in der Schweiz. Denen vertraue ich viel mehr als den Propheten, die die erz-rechtslibertäre Ideologie vom Gott Markt und der kulturrassistisch überschätzten Nation predigen.
In der 'Pluralen Ökonomik» geht es um viel mehr Seiten, bei Kunst u. Technik einer guten Ökonomie für möglichst viele.
Dabei sollten sich gerade Nationalisten nicht mit anderen Nationen vergleichen, sondern wie ungleich die Lebensverhältnisse innerhalb der Nation sind.
Ludwig Pirkl, am 09. November 2020 um 14:58 Uhr
Man kann sich nur noch wundern über die Arroganz dieser Besserwisser, welche zu wissen glauben, dass echte Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus nichts nützen. Warum gibt es überhaupt eine zweite Welle ? Weil viele glaubten, die Sache sei ausgestanden und keinerlei Vorsicht mehr walten liessen. Und nun haben wir die Quittung dafür bekommen. Und wenn wir so sorglos weitermachen, werden wir auch eine dritte und vierte Welle erleben müssen. Corona ist definitiv keine Grippe !
Gerold Wunderle, am 09. November 2020 um 16:47 Uhr
"Vielmehr belehrte sie die NZZ in einem Kommentar, dass es einen Zielkonflikt zwischen Gesundheit und Wirtschaft gebe."
Ja, wenn man Wirtschaft so versteht wie die NZZ, dann schon. Was eigentlich ein Argument für eine andere Wirtschaft ist. Wenigstens ruinieren sich die Mänätscher gleich auch selber. Das macht sie glaubhaft. Und zeigt gleichzeitig die ganze Absurdität des Systems. Da liegt mir ein Louis XIV und seine besoffene Entourage in ihrem fantastischen Pomp noch näher, als diese durch koks aggressiv und impotent gewordenen Wirtschaftsheinis und Politiker in ihrem Dauerleistungswahn.
Man stelle sich eine Guillotine mit den heutigen technischen Möglichkeiten vor, es wäre ein Spektakel sondergleichen.
Marc Fischer, am 10. November 2020 um 06:34 Uhr
@Wunderle
Betrachtet man die Massnahmen gegen die Pandemie, welche zwischen Mai/Juni und Anfang Oktober von den Kantonen gegen die Pandemie eingeführt wurden, so gab es nur eine: Maskenpflicht. In ständig ausgeweiteter Form. Nichts anderes. Die zwite Welle rollte an. Da liegt der Schluss doch nahe: Diese Massnahmen genügten nicht. Die Maskenpflicht (so wie gehandhabt) hat keine massgebende Wirkung gezeigt.
Erst, nach dem der Bundesrat Kontaktbeschränkungen verordnete und einige Kantone diese noch verschärften, erst dann konnte die Welle gebremst werden.

Ich halte die Überschätzung der Wirkung einer allgemeinen Maskenplicht als die Hauptursache dafür, dass die Pandemie erneut anzog, denn es wurden darob die (politisch und organisatorisch) unbequemeren, aber wirkunsvollen Massnahmen lange völlig vernachlässigt.

Sie können diese Argumentation als besserwisserisch abtun, wenn Sie wollen. Wenn sie Sie für falsch halten, so sind Gegenargumente immer willkommen.
Makrus Stadler, am 10. November 2020 um 11:56 Uhr

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