Masken schützen, aber nicht so viel, wie von der Task Force behauptet © srf

Masken schützen, aber nicht so viel, wie von der Task Force behauptet

Die Covid-19-Task Force übertrieb den Nutzen der Masken massiv

Urs P. Gasche / 27. Jul 2020 - Das wissenschaftliche Beratungsgremium des Bundesrats wollte ein Masken-Obligatorium. Übertreibung sollte wohl Druck erzeugen.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt in der Schweiz seit dem 6. Juli. Einen Nutzen solcher Hygienemasken hatte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) wiederholt abgestritten. Ganz anders die «Swiss National COVID-19 Science Task Force». Dieses Beratungsgremium des Bundesrats mit Experten aus der Wissenschaft, darunter Epidemiologen, Virologen und Infektiologen, drängte den Bundesrat, eine Maskenpflicht einzuführen.

«Bis zu 80 Prozent weniger Ansteckungen»

In einer Stellungnahme vom 1. Juli, an der sämtliche Expertengruppen der Task Force mitgearbeitet hatten, behauptete die Task Force, eine «systematische Auswertung» wissenschaftlicher Daten habe gezeigt, dass das Tragen von Hygienemasken das Infektionsrisiko um bis zu 80 Prozent verringere. Wörtlich auf Seite 9:

    «The use of face masks was found to result in a large reduction of infection of up to 80%»

Man schütze mit Masken nicht nur andere, sondern auch sich selber, betonte die Task Force.

Medien verbreiten gedankenklos die Schlagzeile

Irgendjemand sorgte dafür, dass dieser Satz mit den «80 Prozent» umgehend den Weg in Medien fand. Zeitungen der Tamedia-Gruppe, vom «Tages-Anzeiger» bis zum «Zürcher Oberländer», dem Berner «Bund» und dem «Thuner Tagblatt» verbreiteten in einem identischen Artikel:

    «Die Science Task Force des Bundes verweist in einem neuen Bericht ... die Masken könnten die Übertragungsraten insgesamt um bis zu 80 Prozent senken».

Auch «Watson» bezog sich auf die Task Force, um für die bevorstehende Maskenpflicht zu motivieren:

    «Sie können die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent senken

Die Task Force stützte sich bei ihrer Aussage auf eine Meta-Studie in der Fachzeitschrift «Lancet». Der «Beobachter» zitierte Professor Holger Schünemann, Co-Autor der «Lancet»-Studie, wie folgt:

    «Die 80 Prozent Risikoreduktion haben wir in verschiedenartig angelegten Studien ... gefunden.»
    [Es sind die Studien gemeint, welche Schünemann et al. in einer Meta-Studie ausgewertet haben.]

Aus zwei Gründen war dieses unbedarfte Zitieren der Task Force gedankenlos:

  1. Die Task-Force-Formulierung «bis zu» 80 Prozent hätte hellhörig machen müssen. Denn in der Wissenschaft gibt es Maximal-, Minimal- und Durchschnittswerte, jedoch keine «bis zu». Ein Beispiel zur Erläuterung: Würden zehn Versuchsreihen eine Risiko-Reduktion um 10 Prozent ergeben und nur ein einziger Versuch eine Reduktion um 80 Prozent, wäre die Aussage «bis zu 80 Prozent» immer noch korrekt.
  2. Nachdem unsere Behörden das Tragen von Schutzmasken monatelang als praktisch nutzlos bezeichneten, sollen diese Gesichtsmasken das Risiko einer Ansteckung jetzt plötzlich um sagenhafte 80 Prozent verringern. Diese unglaubwürdige Aussage hätte die Medien dazu veranlassen müssen, die von der Task Force zitierte Studie im Internet selber zu konsultieren.

Von «bis zu 80 Prozent» keine Rede

Bei ihrer eingangs zitierten Aussage stützte sich die Task Force auf eine Meta-Studie, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegeben hatte und im Juni in «The Lancet» publiziert worden war.

Ein Blick in diese Studie zeigt schnell, dass nirgendwo von «bis zu 80 Prozent» die Rede ist. Die Autoren Derek K. Chu, Holger Schünemann und andere haben Studien ausgewertet, die Maskentragende mit vergleichbaren Personen ohne Masken verglichen. Beide Gruppen waren infizierten Personen ausgesetzt. Sie kamen zu folgendem, mit grösserer Unsicherheit («low certainty») behafteten Ergebnis:

  • Mit Masken steckten sich beim Kontakt mit einem Infizierten 3,1 Prozent der Testpersonen an;
  • Ohne Masken steckten sich beim Kontakt mit einem Infizierten 17,4 Prozent der Testpersonen an.

Über dieses Resultat der Studie hätte die Task Force wie folgt informieren können, um den Nutzen des Maskentragens für alle verständlich zu machen:

  • Von 1000 Personen mit Maske, die einer infizierten Person nahe kommen, stecken sich durchschnittlich etwa 31 Personen an.
  • Von 1000 Personen ohne Maske, die einer infizierten Person nahe kommen, stecken sich durchschnittlich etwa 174 Personen an.
  • Für das Ansteckungsrisiko bleibt auch mit Maske entscheidend, wie nahe sich und wie lange sich eine infizierte Person in unmittelbarer Nähe aufgehalten hat.

Anstatt jedoch über diesen absoluten Nutzen von Masken, den alle sofort verstehen, verständlich zu informieren, griff die Task Force zum Trick des relativen Nutzens und des relativen Risikos. Von «relativem Risiko» spricht man, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung der Gruppe mit Masken (3,1 Prozent) mit der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung der Gruppe ohne Maske (17,4 Prozent) zueinander ins Verhältnis gebracht werden. Daraus folgerte die Task Force eine Risikoreduktion um «bis zu 80 Prozent» – ohne allerdings das Wort «relativ» zu erwähnen. Die relative Risikoreduktion läge sogar bei leicht über 80 Prozent. Aber das scheint der Task Force dann doch zu viel des Guten gewesen zu sein.

Den Unterschied zwischen dem relativen Nutzen und dem absoluten Nutzen kennen die Epidemiologen der Task Force natürlich genau. Doch die Aussage, das Infektionsrisiko sei dank Maske «um 80 Prozent geringer», wirkt sensationeller, als die Aussage, dass sich von 1000 Personen beim Kontakt mit Infizierten dank einer Maske durchschnittlich nur 31 statt sonst 174 anstecken.

Was eine solche relative Risikoreduktion tatsächlich bedeutet, versteht sogar ein grosser Teil der Ärzte nicht. Das haben die Professoren Gerd Gigerenzer und J.A. Muir Grayn in ihrem Buch «Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin» belegt. Wie soll denn die Öffentlichkeit verstehen, was mit den «80 Prozent» gemeint ist? Vor allem, wenn nicht einmal gesagt wird, dass es sich um eine «relative Risikoreduktion» handelt?

Wertlose Information

Die alleinige Angabe des relativen Nutzens («80 Prozent Risikoreduktion») ist unseriös. Das illustriert das folgende Beispiel:

  • Eine relative 80-prozentige Risikoreduktion kann heissen, dass sich beispielsweise von 5000 Personen beim Kontakt mit Infizierten dank der Maske 310 statt sonst 1740 anstecken (kann zum Beispiel in einem geschlossenen Club zutreffen, in dem sich ein stark Ansteckender aufhält).
  • Es kann jedoch genauso gut heissen, dass sich von den 5000 Personen nur 3 statt 17 Personen anstecken (kann zum Beispiel im Freien zutreffen, wo man einem stark Ansteckenden ganz nah begegnet).
In beiden Fälle besteht die gleiche relative Risikoreduktion von über 80 Prozent (310/1740 und 3/17). Im ersten Fall (im Club) ist der Nutzen von Masken gross, im zweiten Fall (im Freien, wo die allgemeine Ansteckungsrisiko sehr klein ist) – zu vernachlässigen. Die «80-prozentige Risikoreduktion» bringt dann keinen Nutzen.

Daraus folgt: Ohne die gleichzeitige Angabe von absoluten Zahlen ist die Angabe eines relativen Nutzens, wie es die Task Force und einige Medien taten, eine wertlose Information.

Auf die wertlose und irreführende Information der Task Force angesprochen, erklärt der Erstautor des Strategiepapiers und künftige Chef der Task Force Professor Martin Ackermann:

    «Ich sehe, dass diese Formulierung in unserem Dokument in der Tat wenig Information vermittelt darüber, wie genau die Reduktion der Ansteckungswahrscheinlichkeit interpretiert werden soll. Unsere Absicht war, eine anschauliche Interpretation der Risikoreduktion zu offerieren (in diesem Fall der relativen Risikoreduktion). Aber ohne weitere Angaben ist unsere Interpretation in der Tat wohl eine zu starke Vereinfachung. Wir werden uns darauf achten, dies in zukünftigen Dokumenten klarer darzustellen! Vielen Dank also für Ihren Hinweis.»

Infosperber fragte auch Professor Holger Schünemann, Co-Autor der «Lancet»-Studie, ob die Darstellung im «Beobachter» («Die 80 Prozent Risikoreduktion haben wir in verschiedenartig angelegten Studien ... gefunden.») nicht missverständlich sei. Seine Antwort:

    «Sie haben völlig Recht. Ich habe den Unterschied zwischen relativer und absoluter Risikoreduktion in allen Interviews immer wieder anhand von Beispielen versucht darzustellen ... Wenn das Ansteckungsrisiko klein ist, müssen sehr viele Menschen eine Maske tragen, um eine einzelne Infektion zu verhindern

Nochmals das mit grösserer Unsicherheit behaftete, aber verständlich dargestellte Resultat der Meta-Studie im «Lancet»:

  • Von 1000 Personen mit Maske, die einer infizierten Person nahe kommen, stecken sich durchschnittlich etwa 31 Personen an.
  • Von 1000 Personen ohne Maske, die einer infizierten Person nahe kommen, stecken sich durchschnittlich etwa 174 Personen an.
  • Für das Ansteckungsrisiko bleibt auch mit Maske entscheidend, wie nahe sich und wie lange sich eine infizierte Person in unmittelbarer Nähe aufgehalten hat.
  • Schutzmasken vor allem in geschlossenen Räumen mit vielen Personen sehr empfohlen

    Die Übertreibung des Nutzens von Masken ist das eine, der wirkliche Nutzen das andere. Den grössten Nutzen bringt das Tragen von Schutzmasken in geschlossenen Räumen mit vielen Personen. Maskenpflicht auf offenen Decks von Schiffen und an anderen Orten im Freien dagegen erscheinen angesichts des minimen Risikos als übertrieben. Masken haben im Vergleich zu anderen Präventionsmassnahmen aber den Vorteil, dass sie lediglich lästig sind, doch weder das Arbeiten behindern noch soziale Kontakte wirklich erschweren.

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    Infosperber-DOSSIER:

    Coronavirus: Information statt Panik

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    Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

    Keine

    Weiterführende Informationen

    200629_Lancet.Chu
    200701_Task Force 80 Prozent

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    31 Meinungen

    Es gibt keinen guten Grund, weshalb in diesem Fall die relative Risikoreduktion nicht gut verstanden wird. Dazu kommt, dass es nicht nur um die Risikoreduktion im Einzelfall geht, bereits eine mässige Reduktion des Infektionsrisikos bei den einzelnen Begegnungen kann einen grossen Effekt auf die Ausbreitung der Epidemie insgesamt und die Reproduktionszahl haben.

    Rationale Argumente gegen Masken gibt es kaum, nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Selbst wenn die Wirkung der Masken für die Eindämmung der Ausbreitung des Virus massiv wäre, sind die verhinderten Schäden sicher ein Vielfaches der Kosten der Masken. Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, welche die Wirksamkeit von Masken bestätigen, wer nicht lügen will, kann das also nicht bestreiten. Die letzte Ausflucht von Maskengegnern, die von irrationalen Emotionen getriebene sind, ist nun anscheinend, zwar widerwillig anzuerkennen, dass Masken wirksam sind und die Aussagen im Text, mit dem die Maskenpflicht begründet wurde, zutreffen, aber mit fadenscheinigen Argumenten zu behaupten, es sei irreführend. Wenn Gasche aus emotionalen Gründen gegen Masken ist, aber dafür keine sachlichen Argumente hat, soll er seine Emotionen für sich behalten.

    REPLIK VON URS P. GASCHE
    Falls Sie den Artikel und den gelben Kasten gelesen haben, sollte klar geworden sein, dass ich weder ein Maskengegner bin noch mich emotional geäussert habe. Fettgedruckt ist der Nutzen zweimal dokumentiert.
    Adrian Engler, am 27. Juli 2020 um 10:48 Uhr
    hier sucht Infosperber nun die Nadel im Heuhaufen. Es ist schon so, die offiziellen Zahlen sind mit 80% irreführend. Aber eben ... eine Maske schützt auf alle Fälle, dazu braucht es nur gesunden Menschenverstand. Und das sollte man (Infosperber) nicht klein reden.
    Marco Zürcher, am 27. Juli 2020 um 12:54 Uhr
    Wie der Fall mit der Fleischfabrik Tönnies zeigt, scheint auch der Nutzen in geschlossenen Räumen nicht garantiert [1], [2].
    So zeigte die Analyse der Gensequenzen, dass die Übertragung in den Arbeitsräumen stattfand und daselbst Maskenpflicht bestand. Allerdings wurden nur einfache, einlagige Maksen verwendet.
    [1] Universität Braunschweig, 23.7.2020, «Investigation of a superspreading event preceding the largest meat processing plant-related SARS-Coronavirus 2 outbreak in Germany», Seite 22
    [https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3654517]
    [2] Aerztelbatt.de, 23.7.2020: «Tönnies: SARS-CoV-2 wurde in klimatisierten Arbeitsbereichen übertragen» [https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114962/Toennies-SARS-CoV-2-wurde-in-klimatisierten-Arbeitsbereichen-uebertragen]
    THOMAS OETTLI, am 27. Juli 2020 um 12:54 Uhr
    Danke, sehr differenzierter Beitrag. Ich gehe sogar noch weiter betreffend Maske. Ich verwende vollumfänglich schließende Masken wie die KN95. Wenn ich nach Hause komme wird diese mit UVC desinfiziert. Alle Einkäufe gehen sowie auch die Post durch den UVC Schrank, sofern keine Gefahr besteht dass das UVC die Molekularstruktur der Nahrung verändern könnte. Alle Nahrung wird erhitzt. Ein Luftwäscher reinigt die Luft und erzeugt eine konstante Luftfeuchtigkeit von 50%. Zugunsten der Schleimhäute im alter spüle ich die Nase mit sterilem Meerwasser nachdem ich draußen war. Die Wohnung wird kontrolliert belüftet und saugt von Aussen pro Stunde 10 m3 Frischluft an. 1x pro Woche wird die Wohnung mit Ozon gespült für 1 Stunde, danach wird belüftet. Ich habe ein beschädigtes Immunsystem, das ist meine Prophylaxe. Dazu verwende ich die Covit19 App auf dem Handy. Mit UVC desinfizieren wir auch Lift und Treppenhaus gelegentlich in unserer Alterssiedlung. Bisher hatten wir bei uns keinen Corona Fall.
    Beatus Gubler, am 27. Juli 2020 um 13:01 Uhr
    Dieser Artikel teilt den entscheidenden logischen Fehler des gr�ssten Teils der kritschen Artikel �ber die Corona-Massnahmen, n�mlich: Er reflektiert nicht die Wirkung eines relativen Schutzes innerhalb einer pandemischen Dynamik, die ja immer, wo Ansteckung sich ungehindert ausbreiten kann, exponentiell bis zu dem Punkt einer tats�chlichen Herdenimmunit�t wirkt.

    Und dass Herdenimmunit�t keine Perspektive sein kann, da sie �berall zu zwischen 0,4 und 1% T(das w�ren weltweit 30-80 Millionen Menschen) und einer noch um ein Vielfaches h�heren Quote von Menschen mit gravierenden organischen - und Sch�den des Zentralnervensystems f�hren w�rde.

    D.h. selbst wenn das konsequente und l�ckenlose Tragen von Masken das Infektionsrisiko nur um ein Viertel senken w�rde, damit unter den R-Wert 1, w�rde langfristig alleine diese Massnahme in Verbindung mit dem Mindestabstand von 1,5 Metern, zum vollst�ndigen Erl�schen der Pandemie f�hren. Deshalb h�lt nat�rlich jeder Verweigerer der Maskenpflicht die Pandemie aufrecht und behindert somit die M�glichkeit einer m�glichst breiten Aufrechterhaltung sozialer geselllschaftlicher Aktivit�ten.

    Ich w�nschte mir die "Kritikerfraktion", welche ja nur ihr mangelndes Verst�ndnis epidemologischer Vorg�nge beweist, w�rde ihre europ�ische Arroganz gegen�ber den Asiaten �berwinden. W�ren wir in der Lage, von Singapur, Taiwan, S�dkorea und Vietnam (aber auch von den Chinesen) wirklich zu lernen, h�tten wir auch vergleichbar stabile Verh�ltnisse.
    Anja Böttcher, am 27. Juli 2020 um 13:32 Uhr
    Schlussendlich lese ich so viel, dass ich mir daraus überhaupr keine Meinung mehr bilden kann! Viel dazu beigetragen haben die vielen Medienartikel, die sich scheinbar gegenseitig nur noch abschreiben und keine Fachredaktionen mehr im Hintergrund unterhalten, die dies einordnen.Da lob ich mir den Kloppi von Liverpool, der auf Journianfrage zur Coronakrise klipp und klar sagte, er wisse viel über Fussball aber nichts über das Virus und schweige desshalb! Bei vielen Zeitungen wäre das auch besser.
    Willi Fetzer, am 27. Juli 2020 um 14:02 Uhr
    Dieser rationalen Kritik ist wohl nicht zu widersprechen. Nur geht es beim ganzen Corona-Verhalten nur am Rande um rational begründetes Verhalten. Rational und wohl auch ausreichend als Prävention wäre die Aufforderung: «halten sie den Mund», denn vor allem lautes Sprechen in nächster Nähe zu anderen erleichtert die Übertragung. Nur wird eine solche Empfehlung kaum befolgt. Wenn im Postauto hingegen Maskenpflicht besteht, Jugendliche ohne Maske zusteigen, jemand «Maskenpflicht» ruft, dann verstecken die Jugendlichen Mund und Nase im T-Shirt und senken den Kopf zum Handy – Ziel erreicht. Die Make ist mindestens eine Art Reminder zuhanden des Verhaltens.
    Matthias Wiesmann, am 27. Juli 2020 um 14:37 Uhr
    In dem Zusammenhang ist auch die CDC Studie zu Schutzmassnahmen interessant, die im letzten Mai keine Wirkung der Masken belegen konnte.
    https://archive.today/IWMtV#0%25
    Jürg Kyburz , am 27. Juli 2020 um 15:23 Uhr
    Wie immer bei Studien, zuerst sollte man genau darüber informiert werden, unter welchen Vor-Annahmen und/oder welchen Versuchsbedingungen diese durchgeführt wurden.

    Bei der Abstandsregelung wurde die Wind-Richtung u. -Stärke einfach mal ausgeblendet. Dass es Klimanlagen verschiedener Bauart u. Stärke gibt, auch nicht.

    Brillenträger wissen, dass die Ausatemluft mit Maske feuchter ist u. die Sars-Viren erhalten ihre Funktion eher in feuchter Umgebung u. auf feuchten Flächen.

    Feinstäube (PM2,5) u. vor allem Ultra-Feinstäube (PM0,1) gab es in all den Jahrtausenden der Evolution nicht. Deshalb war es kein evolutionärer Vorteil, wenn diese Mikropartikel durch genetisches Spiel mal abgewehrt wurden.Die Partikel schwimmen inzwischen im Blut mit und durchdringen die Bluthirnschranke.
    Die Partikel bestehen nicht einfach aus einem inerten Mineral, sondern mit chemischen Reaktionen in der Luft entstehen auch höchst giftige Moleküle auf den Aerosolen zum Schaden des Immunsystems, genetisch aber doch unterschiedlich.
    Ludwig Pirkl, am 27. Juli 2020 um 15:54 Uhr
    Diese Diskussion im Infosperber impliziert, dass Covid 19 eine sehr gefährliche Viren-Erkrankung wäre - allein schon dadurch, dass er mit dm Hype über Corona mitgeht. Naja Wiederholung hat auch hier seine Wirkung. Lassen wir doch die Grippe vorbei gehen. Ich wandere aus von Europa.
    Carlos Werner Schenkel, am 27. Juli 2020 um 16:41 Uhr
    Ich verstehe ihren Einwand nicht!
    Ist doch super wenn nur 3 anstelle 17 (von 5000) angesteckt werden. Masken im ÖV sind zwar unangenehm, aber nützen offenbar: Fünf mal weniger Ansteckungen!
    Stefan Forster, am 27. Juli 2020 um 17:43 Uhr
    Ja, Masken auf dem Außendeck eines Schiffes - ist wohl eine neue «Spezialität» der Schweiz. Ich sah Schiffe aus Deutschland und Österreich, da trug kein einziger eine Maske auf dem Außendeck. Dieser Unsinn kam wohl aus Gründen der viel gelobten «Einheitlichkeit» zu Stande. Deutsche lachten uns gar aus bei den Landestellen und sagten «seht mal, jetzt müssen die Schweizer gar auf dem Schiffsdeck noch Masken tragen.» Man wäre besser bei den Clubs und Diskos, wo es die meisten Ansteckungen gab vorsichtiger, statt Schiffspassagiere und den ÖV zu strafen.
    "Remo Rey (44), Chef der Schifffahrt am Untersee und Rhein (URh), spricht von einer grotesken Situation. «Wir haben bereits einige Anrufe von Gästen bekommen, die keine Freude daran haben, die Maske auf dem Freideck des Schiffs zu tragen.» Deshalb häufen sich bereits die Stornierungen.

    Ausserdem kommt es zu grosser Verwirrung im Grenzgebiet. Denn in Deutschland müssen Gäste keine Maske auf dem Aussendeck tragen. Da die Schiffe der URh unter Schweizer Flagge fahren, gelten aber auch Schweizer Verordnungen. Unabhängig davon, dass auch in Deutschland angelegt wird. «Die Regeln sind nicht gleichwertig», findet Rey."
    Edgar Huber, am 27. Juli 2020 um 18:43 Uhr
    Lieber Herr Gasche
    Ihr Artikel ist - für die Leser die jeden Tag mit ÖV reisen -, 5 x zu lang und wird dementsprechend kaum gründlich gelesen.
    Nach dem alten Sprichwort «In der Kürze liegt die Würze» verstehe ich und jeder andere Leser das ganze wie folgt viel besser schneller und einprägsamer:
    "Ohne Maske ist die Gefahr einer Ansteckung mindestens 5 x grösser». Oder: Mit Maske ist die Gefahr einer Ansteckung mindestens x kleiner.
    Freundliche Grüsse
    R. Mosimann
    Robert Mosimann, am 27. Juli 2020 um 19:39 Uhr
    Der Artikel und die Kommentare darunter zeigen, dass das Killervirus offensichtlich eine gefühlte Realität geworden ist. Ob Masken gegen Coronaviren schützen oder nicht, ist eigentlich völlig irrelevant da es keinen Grund für diesen Schutz gibt. Muss man sich heute mit Maske aus gesundheitlichen Gründen schützen, so hätte man das auch all die vergangenen Jahre tun müssen.

    Wieso hat Schweden, ohne Lockdown und Maseknpflicht, eine tiefere Übersterblichkeit als Spanien, Grossbritannien oder Italien? Tötet das Virus oder die Massnahmen? Einen kühlen Kopf, ein mitfühlendes Herz und ein stabiles Rückgrat schützen unsere Gesellschaft mehr als Masken.

    Die Massenpsychologie scheint zu funktionieren. Wir gewöhnen uns langsam an die «neue Realität», akzeptieren aus Angst tiefgreifende, gesellschaftliche Veränderungen und ziehen sogar freiwillig unseren Kindern Masken an.

    Wie wenig es doch braucht, um die Menschen im Gleichschritt marschieren zu lassen. Mit Maske im Gesicht und Desinfektionsmittel in der Hand, ziehen wir in den Krieg gegen den unsichtbaren Feind. Und zertrümmern wir dabei die Freiheit und die Menschlichkeit so sagen wir: Kollateralschaden sind nicht zu vermeiden.

    Eine Heimleiterin erzählt:
    https://www.youtube.com/watch?v=gPx119vZ9rw
    Stöckli Marc, am 28. Juli 2020 um 09:38 Uhr
    @ Beatus Gubler
    Ich hielt Ihren Beitrag zuerst für Satire, dachte, das darf ja nicht wahr sein, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?
    Sie machen das sogar im Treppenhaus, wo andere von Ihren Massnahmen betroffen sein können, lüften aus Ihrer Wohnung-Ozon-Partikel heraus, im Mehrparteienhaus anderen herein? Warnungen: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/anwendung-alltag-technik/uv/uv-c-strahlung/uv-c-desinfektion_node.html
    und
    https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/warnung-vor-luftreinigern-mit-ozon-bzw-ozon-generatoren-zur-geruchsbeseitigung/
    Die LED-Promotoren profitieren: https://ledwerkstatt.ch/2020/04/uvc-desinfektion/

    Meine Frage: Wenn HEV-Licht sogar der Haut schadet (Kosmetikfirmen davor warnen), wie schädlich muss das erst für die empfindliche Netzhaut sein?
    Mein Rat: Coop/Migros sollten stärkere Belüftungsanlagen laufen lassen, und wir alle anders Wohnen (bisher erinnerts mich an Hühnerbatterien, der gesundheitsschädliche Lärm dort - indoor und outdoor - ist ebenfalls ein Warnsignal dieses falschen Lebensstils/Dichtestresses).
    Wolfgang Reuss, am 28. Juli 2020 um 11:59 Uhr
    Auf englisch nennt man so etwas nitpicking, auf deutsch hat es einige Übersetzungen, die aber im Einzelnen das nicht so gut treffen. Herr Gasche, es drückt sich schon aus den darüber stehenden Kommentaren aus. Und jetzt frage ich einmal ganz direkt: Was wollen Sie eigentlich mit solchen Artikeln bewirken? Es kommt doch nichts dabei heraus, als neben Widerspruch zu Gelesenen, als bei einigen Verunsicherung und als bei anderen die Bestätigung, dass alle Massnahmen im Grunde genommen doch nur Humbug sind.
    Die Beiträge der Herren Engler und Wiesmann und v.a. der von Frau Böttcher fassen die Problematik gut zusammen. Vielleicht bauen Sie diese Argumentationen (es gibt noch mehr) ebenfalls in zukünftige Artikel ein, damit nicht bei (offensichtlich nicht nur) mir dieser fade Nachgeschmack von Unausgewogenheit zurück bleibt.
    Denn: der Unterschied zwischen einem R-Wert von 1.1 und einem von 0.9 mag im direkten Vergleich der Zahlen unwichtig klein sein, in seinen Auswirkungen kann er gravierend sein - und ist es auch.
    Jan Holler, am 28. Juli 2020 um 14:02 Uhr
    Ausgerottet werden kann das Virus auch mit dem Maskentragen nicht, weil es auf der Welt immer genug Menschen/Länder geben wird, wo Leute nicht maskiert sind. Somit wird die Pandemie jahrelang weitergeechleppt, obwohl unabhängige Forscher schon lange eine kontrollierte Durchseuchung fordern. Dies ist auch vernünftig ist doch die Sterblichkeit bei uns noch geringer als eine schwere Grippe. Leider aber will von unseren Politikern niemand diese Verantwortung übernehmen, um dem Volk die Wahrheit zu sagen. Unterdessen hat man sich zusammen mit den Massenmedien so tief in den Schlamassel geritten, das man nicht mehr rauskommt. Das alles wäre ja nicht so schlimm, aber unterdessen werden auch noch unsere Bürgerrechte torpediert: Zwangstestes, Ausreiseverbote und staatliche Gängelungen, Bussen bei Nichtbefolgung der teilweise abstrusen Anordnungen etc. nehmen keine Ende. Daneben gehen ganze Wirtschaftszweige mit ihren Wertschöpfungsketten unter. Daher fordere ich ein sofortiges Ende dieser täglichen BAG Panikmeldungen und eine sofortige Rückkehr zur alten Normalität.
    Martin Mader, am 28. Juli 2020 um 14:52 Uhr
    Vielen Dank, Herr Gasche! Zum wiederholten Mal ist Infosperber das einzige mir bekannte schweizerische Medium, das rechnen kann und die Verzerrungen der Covid-19 Task Force und des BAG seriös widerlegt.

    Ich habe die Lancet Metastudie und verschiedene Studien daraus gelesen und kann keine Evidenz für den Nutzen einer allgemeinen Maskentragpflicht erkennen, sondern einen Nutzen in speziellen Situationen. (Vorbehalten bleibt ein psychologischer Nutzen, aber das ist hier nicht das Thema und eine Maskenpflicht könnte hier ebenfalls kontraproduktiv wirken.)

    Zunächst geht es um den physikalischen Nutzen. Eine Studie Van der Sande et al. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0002618 misst Aerosole von 0.02-1 µm Grösse hinter und vor Stoffmasken, Hygienemasken, und FFP2 Masken sowohl bezüglich interner (Selbstschutz) als auch externer (Schutz Anderer) Wirkung. Der interne Schutzfaktor (analog Sonnenschutzmittel, d.h. 1 = gar keine Wirkung) wird im Mittel mit 3 (Stoff), 4 (Hygiene), und 100 (FFP2) angegeben, der externe mit 1.1, 2, und 3.3. D.h. der Nutzen bei Aerosolen ist i.A. bescheiden und es kommt viel mehr auf die Lüftung im Verhältnis zur Anzahl Personen im Raum an, und wenn diese genügt bringen die Masken nichts.

    Bei Tröpfchen ist die Schutzwirkung zwar grösser, wie andere Studien zeigen, aber sie kommt nur zum Tragen beim Unterschreiten des Sicherheitsabstands. Hier sind Masken sinnvoll, aber darüber dürfte das Tragen kontraproduktiv sein.
    Theo Schmidt, am 28. Juli 2020 um 15:37 Uhr
    @A.Engler @U.Gasche Zu den kontroversen Masken-‘Schutzmassnahmen’ – wenn das CDC (Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums) nach 14 randomisierten Studien feststellt, dass weder Masken noch Händehygiene vor Viren schützen, dann frage ich mich, auf Basis welcher wissenschaftlicher Evidenz z.B. unsere Swiss Covid Taskforce diesen Maskenzwang befehligt. Die Studie ist hier nachzulesen: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/5/19-0994_article
    Isabella Fischer, am 28. Juli 2020 um 16:58 Uhr
    Ich trage die Maske, wie wohl die meisten Leute, nicht gern. Aber seit es im ÖV Pflicht ist, und alle eine tragen, fühle ich mich erleichtert. Man fällt nicht mehr auf, ob man nun eine Maske trägt oder nicht. Ich nehme sie beim Aussteigen aus Tram oder Zug sogleich vom Gesicht, was offenbar die meisten Leute genau auch so machen.
    Ruth Obrist, am 28. Juli 2020 um 21:52 Uhr
    Glauben Sie ernsthaft, dass sich ca. 17,5 % dr Menschen, die einem Corona-Infizierten einmalig begegnen, sich anstecken? Jeder sechste ungef�hr? Was w�re da zur Hochzeit der Corona-Welle wohl losgewesen? Die Arbeit selbst ist wohl eine Meta-Analyse von Beobachtungs-Studien mit geringer Evidenz. Darin wird auch in der Arbeit hingewiesen. Ob die Ergebnisse der Studien, die teilweise im Klinischen Bereich mit N95-Masken (in etwa FP2) erhoben wurden auf den Alltag auch nur im Ansatz anwendbar sind, w�re auch zu bezweifeln. Wie war denn die Begegnung mit den Infizierten in den Studien? Eine intensive lang andauernde Pflege? Eine fl�chtige Begegnung auf dem Flur? In der Studie werden rct-Studien gefordert. Diese Studien gibt es bereits zu Influenza. Eine Meta-Anlayse von RCT-Studien vorgestellt von der CDC kommt zu dem Schluss, dass mechanistisch betrachtet der Nutzen von Masken einleuchtet. Es gibt nur keine Evidenz! Die rct-Studien geben dies eben nicht her! Sch�n h�tte ich auch gefunden, wenn der Autor eben einmal kurz zu Herrn Prof. Sch�nemann recherchiert hat. Er arbeitet an der Mc Master Universit�t in Hamilton, Ontario, Kanada. Nach Angaben der Bill and Melinda Gates Stiftung erhielt diese Universit�t noch im November 2019 ca. 12,4 Mio Dollar. Zumindest kann man einmal an einen m�glichen Interessen-Konflikt denken und genauer nachforschen.
    Dominik Pelzer, am 28. Juli 2020 um 23:05 Uhr
    Das sind die Konsequenzen, Herr Gasche. Nun zitiert Frau Fischer eine beliebige Studie, die in keinem Zusammenhang mit Coronaviren steht (sondern mit Influenzaviren, die nur eine kurze Zeit auf Händen überleben - im Gegensatz zu Coronaviren), um zu posaunen, dass weder Masken noch Händewaschen etwas nütze. Da sie aber zumindest so fair war, die Studie zu verlinken, kann das jeder selber nach lesen (mit dem sie wohl nicht gerechnet hat). In der Studie geht es um die *kombinierte* Anwendung von Händewaschen und Gesichtsmasken. Alleine in dieser Kombination wird dem Händewaschen nicht ein erhöhter Schutz vor der Übertragung von Influenzaviren zugesprochen:
    -
    "The effect of hand hygiene combined with face masks on laboratory-confirmed influenza"
    & «reported a marginally significant protective effect of a combination of hand hygiene plus face masks» & «Hand hygiene is also effective in preventing other infectious diseases, including diarrheal diseases and some respiratory diseases (8,26). The need for hand hygiene in disease prevention is well recognized among most communities. «
    -
    Und zu Studien zu Gesichtsmasken (Influenza!) heisst es nüchtern: «Most studies were underpowered because of limited sample size"
    -
    "be worn ... to protect accidental contamination of patient wounds, and to protect the wearer against splashes or sprays..."
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    Das ist eine bewusste Irreführung der Leserschaft durch Frau Fischer. Und verantwortlich für diesen Unsinn sind Sie mit Ihren Artikeln.
    Jan Holler, am 29. Juli 2020 um 07:18 Uhr
    Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Leute konditionieren lassen.
    Christoph Schweizer, am 29. Juli 2020 um 07:30 Uhr
    @Holler: Vielen Dank für Ihre Kommentare! Und noch mehr dafür, dass Sie weiterhin bereit sind, das Feld nicht gänzlich den Verklärern, Verharmlosern und Freiheitskämpfern ("und bedeutet es mein Tod, ich bleib bei meiner Meinung") zu überlassen... Ich selbst kann auf infosperber veranstalteten Trauerspiel (oder ist es ein Farce?) nur noch sporadisch einen Blick zuwerfen.

    Das es kein Ruhmesblatt für infosperber werden wird, steht ausser Frage. Ich hoffe sehr, infospeber wird sich von dieser «Krankheit» gut (und rasch) erholen können ...
    Stephan Kühne, am 29. Juli 2020 um 21:54 Uhr
    @Jan Holler Ich hoffe mal, dass sich Urs P.Gasche durch Ihren Kommentar nicht davon abhalten lässt, weiterhin einen sehr kritischen Blick auf das Bundesbehördliche resp. mediale Corona-Panik-Narrativ zu werfen. Ich mache Ihnen Herr Holler einen Vorschlag: recherchieren Sie zu Prof. Drosten und seiner Aussage zu den Masken («damit hält man Viren nicht auf/die technischen Daten dafür sind nicht gut», u.a. NDR Podcast ), und schauen Sie sich die von der WHO in Auftrag gegebene Metaanalyse an (publ. in The Lancet) – 200 Studien wurden ausgewertet betr. Ansteckungsrisiko von Viren wie MERS, SARS, SARS-CoV-2. Ergebnis: eine gewisse Schutzwirkung gebe es (analog den Ausführungen von U.P.Gasche, aber – die Forscher geben zu dass die Aussagekraft ihrer Ergebnisse «sehr begrenzt» sei. Das wäre doch ein weiteres interessantes Thema für den Infosperber!
    Isabella Fischer, am 30. Juli 2020 um 16:45 Uhr
    Frau Fischer, es ist nicht weiter verwunderlich, dass Sie nun mit keinem Wort auf die Widerlegung Ihrer falschen Behauptung (in der selben Quelle!) eingehen: «dass weder Masken noch Händehygiene vor Viren schützen». Sie hätten schreiben können: Ja, Sie haben Recht, ich habe die CDC-Aussage völlig falsch interpretiert. Stattdessen werfen Sie Weiteres hinterher und verlangen vom anderen, dass er das wieder recherchiert. Und so ginge das wohl in endlosen Schlaufen weiter. - Nachdem ich auch unter einem anderen Artikel einen Kommentar von Ihnen gelesen habe, folgere ich: Sie haben wohl keine wissenschaftliche Kompetenz, mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Expertise, argumentieren aus dem Bauch heraus und werfen mit Aussagen und Links um sich, die Sie selber nicht verifiziert haben. Und dann werten Sie auch noch ab: «dieser Text gehört «unter die Top Ten» der manipulativen Artikel».
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    Herr Kühne, danke für die Blumen. Bei anderen Themen ist mir das nicht so wichtig. Aber bei solchen geht es um die Gesundheit der Menschen und der Bewältigung der (gerade jetzt neu heftig aufflammenden) Krise. - Ich mache das ein paar Mal, lasse es aber irgendwann sein und wende ich anderen Autoren und/oder Medien zu.
    Jan Holler, am 01. August 2020 um 12:38 Uhr
    Man kommt sich hier vor wie in einer Arena-Sendung: Zwei Lager ereifern sich für ihre Wahrheit und finden immer wissenschaftliche Studien, die diese Wahrheit belegen.
    Tatsache ist: Im Netzt kann ich den Beweis für alles finden, was ich möchte; z.B. dass die Mondlandung nie stattgefunden haben kann, oder Beweise, dass diese Beweise Unsinn sind. Ich kann genauso Beweise finden, dass die Masken nichts nützen, oder aber dass sie eine entscheidende Wirkung haben. Wie mir beliebt.
    Ich ziehe mich daher immer auf Beobachtungen zurück, die jeder machen kann.
    Im Falle der Masken kann man sagen: Wir haben die Pandemie zu Beginn des Jahres erfolgreich bekämpft. Entscheidend waren vermutlich die
    Abstandshaltung, die Reduktion der sozialen Kontakte und die Schliessung der Grenzen hin zu Hot-Spots. Masken haben eindeutig nichts zu diesem Erfolg beigetragen, sie waren ja gar nicht vorhanden. Bis hin zu Mitte Juni waren Masken nicht präsent, die Ansteckungszahlen blieben trotzdem tief.
    Die positiven Tests stiegen danach leicht an. Die Maskenpflicht im ÖV hat sie nicht zum Sinken gebracht. Sie war also keine effektive Massnahme.
    Das alles sind Beobachtungen, denen wohl niemand widersprechen würde.
    Wenn jetzt die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Räumen kommt, die Infektionszahlen aber auch dann nicht zurückgehen werden: Dann wird Herr Holler eine Studie finden, die beweist, dass alles ohne Maske noch viel schlimmer gekommen wäre. Garantiert!
    Makrus Stadler, am 02. August 2020 um 12:16 Uhr
    Der Interpretationskonflikt zwischen Frau Fischer und Herrn Holler hat mich angestachelt, die Studie zu lesen - danke euch beiden!

    Ich teile Frau Fischer's Interpretation. Herr Holler hat zwar recht, dass es hier um Influenza und nicht Corona-Viren geht, aber sein unfreundlicher Vorwurf der Irreführung stimmt m.E. nicht, denn auch verschiedene Virentypen haben teilweise ähnliche physikalische und vitale Eigenschaften.

    Zitate:
    "In this review, we did not find evidence to support a protective effect of personal protective measures or environmental measures in reducing influenza transmission."

    "We did not find evidence of a major effect of hand hygiene on laboratory-confirmed influenza virus transmission (Figure 1). Nevertheless, hand hygiene might be included in influenza pandemic plans as part of general hygiene and infection prevention.

    "We did not find evidence that surgical-type face masks are effective in reducing laboratory-confirmed influenza transmission, either when worn by infected persons (source control) or by persons in the general community to reduce their susceptibility. However, as with hand hygiene, face masks might be able to reduce the transmission of other infections and therefore have value in an influenza pandemic when healthcare resources are stretched."

    Erstaunliches Fazit: Weder Handhygiene noch (einfache) Masken erwirken eine statistische Signifikanz, könnten aber während Pandemien trotzdem eine gute Idee sein!
    Theo Schmidt, am 02. August 2020 um 13:25 Uhr
    Auch wenn der Artikel informativ ist, finde ich hier den Titel ausnahmsweise zu reisserisch, sogar irreführend.
    Peter Spörri, am 04. August 2020 um 20:26 Uhr
    Die hauptsächliche Krise ist das BAG mit seinen verspäteten Massnahmen am Anfang, die widersprüchliche Kommunikation von Bern und die Kakophonie der Meinungen der Task-Force-Mitglieder, die sich alle mit Einzelaussagen profilieren wollen.
    Jürg Schmid, am 10. August 2020 um 16:46 Uhr
    Äh, ich verstehe den Artikel nicht. Wie soll man denn 80% überhaupt anders verstehen können als relatives Risiko?
    Alex Schuster, am 12. August 2020 um 19:02 Uhr

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