Es bleibt fraglich, ob die Schliessung von Ladenabteilungen in der Schweiz zweckmässig war. © srf

Es bleibt fraglich, ob die Schliessung von Ladenabteilungen in der Schweiz zweckmässig war.

Politische Covid-Massnahmen sollten mehr nützen als schaden (1)

Red. / 09. Sep 2020 - Massnahmen gegen Corona sind schwach abgestützt. Aus Sicht evidenzbasierter Medizin ziehen Wissenschaftler und Ärzte Bilanz.

Red. Das EbM-Netzwerk in Berlin hat eine aktuelle Einschätzung zu Covid-19 veröffentlicht. Infosperber informiert darüber in drei Teilen. Vertreter der evidenzbasierten Medizin wägen Nutzen und Risiken aufgrund wissenschaftlicher Daten ab, machen auf Wissenslücken aufmerksam und fordern entsprechende gezielte Forschung.

Als Ende Dezember 2019 über die ersten Infektionen mit dem Coronavirus in China berichtet wurde, war kaum absehbar, dass sich hieraus eine weltweite Pandemie entwickeln würde. Anfänglich wollte man die Ausbreitung des Sars-CoV-2 durch Isolierung der Erkrankten und Quarantänemassnahmen für Verdachtsfälle stoppen. Inzwischen ist klar, dass das Virus weltweit verbreitet ist und die Menschheit sich wahrscheinlich dauerhaft mit seiner Existenz auseinandersetzen muss.

Es stellt sich die Frage nach der bestmöglichen Strategie für ein Leben mit dem Virus. Die Strategie soll einerseits der Erkrankung entgegenwirken und andererseits die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen nicht durch Kollateralschäden der Eindämmungsmassnahmen gefährden.

Höhepunkt der Pandemie war in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits im März

Der Zenit der Pandemie wurde nach einem anfänglich exponentiellen Anstieg der laborbestätigten Fälle in Deutschland bereits am 16.3.2020 mit 5’481 Testpositiven pro Tag [4], in der Schweiz am 23.3.2020 mit 1463 Testpositiven pro Tag [5] und in Österreich am 26.3.2020 mit 1065 Testpositiven pro Tag [6] überschritten. Zuvor waren erste Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung, vor allem ein Verbot von Grossveranstaltungen, ausgesprochen worden (Deutschland 13.3., Österreich 10.3., Schweiz 28.2.).

Zumindest in Deutschland gingen die Zahlen also bereits zurück, bevor am 23.3.2020 die von der Bundesregierung beschlossenen umfassenden Massnahmen zum Social Distancing (Schulschliessungen, Geschäftsschliessungen) überhaupt greifen konnten.

Laut epidemiologischem Bulletin 17/20 des Robert Koch-Instituts RKI sank auch die Reproduktionszahl R [wieviele Personen steckt ein Infizierter durchschnittlich an. Red.] von etwa 3 Anfang März auf einen stabilen Wert von 1 ab dem 22. März und stabilisierte sich danach bei 1. Das RKI schreibt diese Stabilisierung den am 23.3. ergriffenen Massnahmen (d.h. einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit) zu [7]. Der Rückgang von R wird auf das Verbot von Grossveranstaltungen und Verhaltensänderungen der Bevölkerung zurückgeführt [7], obwohl R nur rückwirkend berechnet werden kann [und der Rückgang deshalb schon vor den Massnahmen eingetreten sein muss. Red].

Im Gegensatz zu Regionen in einigen anderen Ländern (Italien, Frankreich) kam es weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz jemals zu einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Geringe Sterblichkeit

Nach einem Minimum von ca. 500 neuen Testpositiven pro Tag in Deutschland [4] und ca. 40 in Österreich [6] von Mitte Mai bis Mitte Juni kam es in den letzten Wochen zu einem leichten Wiederanstieg der Testpositiven. Allerdings führte dieser Wiederanstieg nicht zu einer relevanten Zunahme von hospitalisierten oder intensivpflichtigen Patienten oder von Todesfällen (in Deutschland seit vielen Wochen <400 Hospitalisierte [9], in Österreich 123 Hospitalisierte [6] (Stand 31.08.2020). Eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems ist auch jetzt nicht zu befürchten.

Inzwischen gibt es relativ zuverlässige Zahlen zur Letalität [Anteil der Erkrankten, die sterben. Red.] von Covid-19. Die ersten Schätzungen im Frühjahr 2020, die auf der simplen Division der Anzahl der Todesfälle durch die nachgewiesene Zahl der Erkrankten beruhten und eine Case Fatality Rate (CFR) von teilweise über 10% prognostizierten, haben sich mittlerweile als falsch erwiesen.

Inzwischen spricht man häufiger von der Infection Fatality Rate (IFR, Anteil der Todesfälle an der Gesamtzahl der Infizierten), die auch Infizierte ohne oder mit nur leichten Symptomen berücksichtigt. Diese Sterblichkeit liegt in den vergangenen vier Wochen in Deutschland zwischen 0,1% und 0,4% [9] und lässt sich in Österreich aus den Zahlen des österreichischen amtlichen Dashboards zwischen 0,1 und 0,6% errechnen [6]. Hierbei wird allerdings weder die Dunkelziffer nicht erkannter Infizierter (weil nicht gemessen oder falsch negativ getestet) noch eine mögliche Falsch-Positiv-Rate berücksichtigt.

Insgesamt entspricht die Grössenordnung den Ergebnissen vorliegender Studien wie von Ioannidis oder Streeck [10,11], welche die Infection Fatality Rate mit 0,27% bzw. 0,36% angeben. Beide Studien wurden bisher aber nur als Preprint ohne formales Peer-Review veröffentlicht. Die Ergebnisse sollten durch weitere Studien abgesichert werden.

Eine im Juli publizierte Metaanalyse aller weltweit verfügbaren Daten (24 Studien) zur IFR beziffert diese auf 0,68% (95% KI 0,53-0,82) [12]. Es bestehen jedoch grosse Unterschiede zwischen Studien, Ländern und untersuchten Populationen. Die Ergebnisse sind also mit grosser Vorsicht zu interpretieren.

Es kann jedoch mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden, dass die IFR weit unter den ursprünglichen Befürchtungen liegt, die eine IFR in ähnlicher Höhe wie die anfangs gemessene CFR annahmen.

Mit grosser Zuverlässigkeit kann bereits gesagt werden, dass die Todesfälle in erster Linie ältere und vor allem hochbetagte Menschen betreffen. In Deutschland gab es nur 3 Todesfälle unter dem 20. Lebensjahr. Der Altersmedian der Covid-Verstorbenen liegt bei 82 Jahren und 85% der Verstorbenen waren 70 Jahre oder älter [9].

Neben dem Alter stellen auch Begleiterkrankungen wesentliche Risikofaktoren dar. In einer kürzlich publizierten Metaanalyse zeigten sich kardiovaskuläre Vorerkrankungen, Hypertonie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, chronische Niereninsuffizienz und Krebs als unabhängige Risikofaktoren für die Covid-19-Sterblichkeit [13].

Wenig Evidenz zum tatsächlichen Nutzen von Lockdowns und Quarantänen

An dieser Stelle sollen vor allem die derzeit praktizierten sogenannten „nicht-pharmakologischen“ Interventionen (NPI) wie Massnahmen des „Social Distancing“ erörtert werden, also z.B. staatlich angeordnete Interventionen von der Schliessung von Bildungseinrichtungen bis hin zur Verpflichtung, einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Insgesamt gibt es nach wie vor wenig belastbare Evidenz, dass NPIs bei Covid-19 tatsächlich zu einer Verringerung der Gesamtmortalität führen [Vorrangiges Ziel aller Massnahmen muss sein, die Gesamtsterblichkeit der Bevölkerung zu verringern. Red.].

Eine kürzliche Analyse von Daten aus 149 Ländern zeigte eine relative Reduktion der Covid-19-Inzidenz um lediglich 13% durch vier Massnahmen: Schulschliessung, Schliessung von Arbeitsplätzen, Verbot von Massenveranstaltungen und Einschränkung der Bewegungsfreiheit (Lockdown) [14]. Aus der Studie lässt sich aber nicht ableiten, ob der Rückgang nicht auch ohne Massnahmen eingetreten wäre, da es keine entsprechende Vergleichsgruppe gibt.

Eine amerikanische Studie fand einen Zusammenhang zwischen der Covid-19-Inzidenz und der am 23. März in 22 Staaten ausgegebenen „Stay-at-home-order“ sowie der am 3. April verordneten Maskenpflicht [15].

Ein aktueller Cochrane Review stuft die vorliegende Evidenz zu Quarantäne alleine oder in Kombination mit anderen Massnahmen als niedrig bis sehr niedrig ein [16].

Schliessung von Schulen mit bescheidenem Nutzen

So ist auch unklar, ob die von März bis Mai dauernden Schulschliessungen in Deutschland oder Österreich einen relevanten Effekt auf den Verlauf der Epidemie hatten. Eine US-amerikanische Studie fand zwar einen deutlichen Zusammenhang zwischen Covid-Inzidenz und Schulschliessung, gibt aber zu bedenken, dass die Effekte nicht von anderen NPI-Massnahmen zu trennen sind [17].

In einem JAMA-Editorial wird auf die unabsehbaren negativen Effekte von Schulschliessungen hingewiesen [18]. Mehrere an Schulkindern erhobene Prävalenzstudien haben gezeigt, dass Kinder nicht oder nur selten an Covid erkranken. Beispielsweise fand eine sächsische Studie, welche die Schulöffnung in Sachsen von Anfang Mai bis Ende Juni begleitete, bei 2'599 mit PCR getesteten Kindern und Lehrkräften keinen einzigen Test-Positiven.

Widersprüchliches zu den Gesichtsmasken

Für die derzeit noch vorgeschriebene Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gibt es widersprüchliche Daten. Ein Systematic Review, der für das Community Setting zwei randomisierte kontrollierte Studien ausreichend hoher Qualität einschloss, attestiert dem Mund-Nasen-Schutz im Community-Setting eine Reduktion der Infektionszahlen um relativ 17% [21]. Im Gesundheitsbereich wurde für die üblichen chirurgischen Masken eine relative Risikoreduktion von 88% errechnet, und N95 Masken reduzieren das Risiko gegenüber den chirurgischen Masken nochmals relativ um 22% [21]. Ein anderer systematischer Review, der jedoch nur Beobachtungsstudien einschloss, fand ebenfalls eine relative Risikoreduktion von etwa 85%. Die Autoren geben die überwiegend niedrige Studienqualität zu bedenken und stufen die Evidenz bei hoher Studienheterogenität (I²=73%) als sehr niedrig ein [22].

Wieder ein anderer Review fand bei 6’500 Teilnehmern von 10 randomisierten kontrollierten Studien keinen signifikanten Effekt von Mund-Nasen-Schutzmasken auf die Übertragungsrate von Influenza [23].

Alle relativen Risikoreduktionen werden ohnehin bedeutungslos, wenn das absolute Risiko niedrig ist. Derzeit gibt es in Deutschland eine kumulative 7-Tage-Inzidenz von etwa 10 Test-positiven pro 100’000 Einwohner (Stand 2.9.2020, RKI), in der Schweiz von 24 pro 100'000 Einwohner (Stand 2.9.2020, täglicher Situationsbericht des Bundesamtes für Gesundheit) und in Österreich 27 „aktive Fälle“ pro 100’000 Einwohner ohne Zeitangabe (Stand 2.9.2020, amtliches Dashboard des Gesundheitsministeriums).

Es ist also sehr unwahrscheinlich, einem Test-Positiven zu begegnen, so dass selbst eine relative Risikoreduktion von 88% zu einer verschwindend geringen absoluten Risikoreduktion wird. Ob es im kommenden Herbst und Winter sinnvoll werden wird, einen Mund-Nasenschutz in geschlossenen öffentlichen Räumen zu tragen, wird man von der weiteren Entwicklung des epidemiologischen Geschehens abhängig machen müssen.

In jedem Fall sind dringend entsprechende randomisierte kontrollierte Studien zu fordern, um dort, wo es möglich ist, die Wissenslücken zu schliessen und herauszufinden, welche Massnahmen wirklich sinnvoll und nützlich sind, aber auch um sicherzustellen, dass die politisch angeordneten Massnahmen nicht möglicherweise mehr schaden als nutzen (allein dadurch, dass beispielsweise ineffektive Massnahmen eingehalten und die wirklich wirksamen missachtet werden).

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  • Es folgt ein zweiter Teil über den Sinn und Unsinn des Testens

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Infosperber-DOSSIER:

Coronavirus: Information statt Panik

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FUSSNOTEN – LITERATUR

1. Lau R. Time-series Covid-19 confirmed [Internet]. 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://github.com/CSSEGISandData/Covid-19/blob/master/csse_covid_19_data/csse_covid_19_time_series/time_series_19-covid-Confirmed.csv

2. Thurner S, Klimek P. Coronavirus-Massnahmen in Österreich eventuell zu gering, um Kapazitätslimits von Spitalsbetten zu vermeiden [Internet]. 2020 [zitiert 2020 März 14]. Verfügbar unter: https://www.csh.ac.at/csh-policy-brief-coronavirus-kapazitaetsengpaesse-spitalsbetten

3. Ioannidis J, Cripps S, Tanner M. Forecasting for Covid-19 has failed. Int. Inst. Forecast. [Internet] 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://forecasters.org/wp-content/uploads/Ioannidisetal_03082020-1.pdf

4. Robert-Koch-Institut. Covid-19-Dashboard [Internet]. 2020 [zitiert 2020 Sep 2]. Verfügbar unter: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

5. Bundesamt für Gesundheit. Epidemiologische Zwischenbilanz zum neuen Coronavirus in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein [Internet]. [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/mt/k-und-i/aktuelle-ausbrueche-pandemien/2019-nCoV/covid-19-zwischenbilanz-mai-2020.pdf.download.pdf/BAG_Epidemiologische_Zwischenbilanz_zum_neuen_Coronavirus.pdf

6. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Amtliches Dashboard Covid19 - öffentlich zugängliche Informationen [Internet]. 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://info.gesundheitsministerium.at/

7. An Der Heiden M, Hamouda O. Schätzung der aktuellen Entwicklung der Sars-CoV-2- Epidemie in Deutschland – Nowcasting. 2020 [zitiert 2020 Sep 2]. Verfügbar unter: https://edoc.rki.de/handle/176904/6650.4

8. Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin. Covid-19: Bisherige Belegung der Schweizerischen Intensivstationen & Rolle der Intensivmedizin bei erneut steigenden Infektionszahlen [Internet]. 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://www.sgi-ssmi.ch/de/covid19.html?file=files/Dateiverwaltung/Covid_19/Stellungnahmen%20SGI/IMSGCVCM_Stellungnahme_Covid-19_200716_DE_06.pdf

9. Robert Koch-Institut. Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 vom 25.8.2020 [Internet]. [zitiert 2020 Aug 30]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-25-de.pdf?__blob=publicationFile

10. Ioannidis J. The infection fatality rate of Covid-19 inferred from seroprevalence data [Internet]. Infectious Diseases (except HIV/AIDS); 2020 [zitiert 2020 Aug 19]. Verfügbar unter: http://medrxiv.org/lookup/doi/10.1101/2020.05.13.20101253

11. Streeck H, Schulte B, Kuemmerer B, Richter E, Hoeller T, Fuhrmann C, u. a. Infection fatality rate of Sars-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event [Internet]. Infectious Diseases (except HIV/AIDS); 2020 [zitiert 2020 Aug 19]. Verfügbar unter: http://medrxiv.org/lookup/doi/10.1101/2020.05.04.20090076

12. Meyerowitz-Katz G, Merone L. A systematic review and meta-analysis of published research data on Covid-19 infection-fatality rates [Internet].Epidemiology; 2020 [zitiert 2020 Aug 21]. Verfügbar unter: http://medrxiv.org/lookup/doi/10.1101/2020.05.03.20089854

13. Ssentongo P, Ssentongo AE, Heilbrunn ES, Ba DM, Chinchilli VM. Association of cardiovascular disease and 10 other pre-existing comorbidities with Covid-19 mortality: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE 2020;15:e0238215.

14. Islam N, Sharp SJ, Chowell G, Shabnam S, Kawachi I, Lacey B, u. a. Physical distancing interventions and incidence of coronavirus disease 2019: natural experiment in 149 countries. BMJ 2020;m2743.

15. Xu J, Hussain S, Lu G, Zheng K, Wei S, Bao W, u. a. Associations of Stay-at-Home Order and Face-Masking Recommendation with Trends in Daily New Cases and Deaths of Laboratory-Confirmed Covid-19 in the United States. Explor. Res. Hypothesis Med. 2020;1–10.

16. Nussbaumer-Streit B, Mayr V, Dobrescu AI, Chapman A, Persad E, Klerings I, u. a. Quarantine alone or in combination with other public health measures to control Covid-19: a rapid review. Cochrane Database Syst. Rev. [Internet] 2020 [zitiert 2020 Apr 15]. Verfügbar unter: http://doi.wiley.com/10.1002/14651858.CD013574

17. Auger KA, Shah SS, Richardson T, Hartley D, Hall M, Warniment A, u. a. Association Between Statewide School Closure and Covid-19 Incidence and Mortality in the US. JAMA [Internet] 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2769034

18. Donohue JM, Miller E. Covid-19 and School Closures. JAMA [Internet] 2020 [zitiert 2020 Aug 31]. Verfügbar unter: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2769033

19. Jurkutat A, Meigen C, Vogel M, Maier M, Liebert U, Kiess W. Studie zur Bewertung des Infektionsgeschehens mit Sars-CoV-2 bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern in Sachsen [Internet]. 2020 [zitiert 2020 Aug 20]. Verfügbar unter: Studie zur Bewertung des Infektionsgeschehens mit Sars-CoV-2 bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern in Sachsen

20. Banholzer N, van Weenen E, Kratzwald B, Seeliger A, Tschernutter D, Bottrighi P, u. a. Impact of non-pharmaceutical interventions on documented cases of Covid-19 [Internet]. Health Policy; 2020 [zitiert 2020 Aug 21]. Verfügbar unter: http://medrxiv.org/lookup/doi/10.1101/2020.04.16.20062141

21. Dugré N, Ton J, Perry D, Garrison S, Falk J, McCormack J, u. a. Masks for prevention of viral respiratory infections among health care workers and the public: PEER umbrella systematic review. Can. Fam. Physician Med. Fam. Can. 2020;66:509–17.

22. Chu DK, Akl EA, Duda S, Solo K, Yaacoub S, Schünemann HJ, u. a. Physical distancing, face masks, and eye protection to prevent person-to-person transmission of Sars-CoV-2 and Covid-19: a systematic review and meta-analysis. The Lancet 2020;395:1973–87.

23. Xiao J, Shiu EYC, Gao H, Wong JY, Fong MW, Ryu S, u. a. Nonpharmaceutical Measures for Pandemic Influenza in Nonhealthcare Settings—Personal Protective and Environmental Measures. Emerg. Infect. Dis. 2020;26:967–75.

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10 Meinungen

Jedes Jahr dasselbe.
In D-A-CH-FL gibt es auch zu den Vorjahren keinen relevanten Unterschiede. Auch bei früheren Grippewellen starben hauptsächlich Leute über 80 Jahren.

In Ländern mit extrem hoher Sterblichkeit wurde die Gesundheitsversorgung zu Tode gespart und bei stärkeren Grippewellen stürzt jedesmal die Gesundheitsversorgung zusammen.

Die Folge der unnötigen Lockdown-Krise wird sein, dass auch die Gesundheitsversorgung in D-A-CH-FL massiv gekürzt und zu Tode gespart wird.
Peter Herzog, am 09. September 2020 um 16:56 Uhr
Da die Massnahmen insgesamt wirksam sind kann der einzelne Beitrag nicht evidenzbasiert bestimmt werden. Die Wirksamkeit von Masken z.B. ist durch zahlreiche Einzeluntersuchungen belegt und kann nur bezweifelt werden, wenn die Virusausbreitung über Tröpfchen bestritten wird.
Schweden kann nur darauf verzichten, weil gleichzeitig social distancing rigoros durchgesetzt wird und beinahe alle Veranstaltungen und Versammlungen landesweit verboten sind.
Christoph Wydler, am 09. September 2020 um 18:10 Uhr
Wann fällt bei den Medien der Groschen und sie bringen Lösungen, nicht nur Kritik? Man kann Vieles an den Corona-Massnahmen kritisieren, aber ist es nicht zu früh? Und was wären und sind die Alternativen? Bringen Statistiken nicht nur Muster, sondern auch Antworten? Wer weiss mit Bestimmtheit, dass sich das Virus nicht in eine gefährlichere und tödlichere Variante mutieren wird? Wer ist sich sicher, dass er oder sie nicht eine versteckte Krankheit (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Krebs usw.) in sich hat, die dank dem Virus richtig ausbricht? Wie viele Tote wird es benötigen, bis wir die Herdenimmunität erreicht haben? Und zu den demokratischen Rechten: wie viele Leute erinnern sich daran, dass Demokratie nicht nur Freiheit und Gleichheit, sondern auch Solidarität bedeutet, und das nicht nur unter Bekannten, sondern besonders mit allen Verängstigten, Kranken, Alten und Armen?
Michel Mortier, am 09. September 2020 um 19:06 Uhr
Vielen Dank für diesen sachlichen und gut fundierten Bericht. Er bestätigt, was der gesunde Menschenverstand eigentlich schon lange fühlt. Wenn in der Schweiz pro Tag um die 200 positiv getestete Menschen zirkulieren (plus einige ohne Test positive), dann braucht es unter 8 Mio Menschen wirklich den ganz besonderen Zufall, einem von ihnen zu begegnen und auch noch etwas mehr als 15 Minuten mit ihm/ihr in einem Innenraum in einem nahen Kontakt zu sein. Die verordnete Maskenpflicht im ÖV wird dabei zur Farce oder zu einer Disziplinierungsmassnahme mit undurchsichtiger Zielsetzung.
Hansueli Minder, am 09. September 2020 um 22:19 Uhr
Sehr guter Artikel! Er bestätigt auch meine Beobachtungen:

Fakt ist, dass der R-Wert – analog zu Deutschland – in der Schweiz am 23.3. bereits unter dem Schwellwert war (0.98). Der grosse Peak war so auch hierzulande bei Beginn des Lockdowns schon vorbei.
Offen ist, wieweit die vor dem Lockdown getroffenen Massnahmen zum raschen Abklingen der Welle beigetragen haben (Hygiene, keine Grossveranstaltungen).

Für die kurze Übersterblichkeit in der Schweiz während Lockdown (W 12-16) ist die neue Studie vom 11.8., Universitätsspital Bern ‘Barriers to seeking emergency care during the pandemic lead to higher mortality' zu den gleichen Schlüssen gekommen wie Reiss und Bhakdi für Deutschland in ihrem Corona-Buch (S. 22):
Der Aufschub von Operationen und zu späte Interventionen bei anderen schweren Leiden trugen ebenfalls zur kurzen Übersterblichkeit während Lockdown bei.

Trotzdem sind wir in der Schweiz immer noch sehr gut dran. Im Jahresvergleich effektiver versus zu erwarteter Mortalität ist das Jahr 2020 bis jetzt deutlich unter 2015, tiefer als 2012,2013 und im Bereich von 2017,2019 [1].

Der «Covid-Anteil» an der Gesamtmortalität ist während den Wochen 12-16 nur in den Kantonen GE, TI, VD um 35%, gesamtschweizerisch bei 16% [2].

[1] BFS, ts-d-14.03.04.03-wr_ZR,ts-d-14.03.04-wr.
[2] BFS/cc-d-01.04.02.01.32.xlsx, BAG/Dashboards_1&2_COVID19_swiss_data_pv.xlsx
Thomas Oettli, am 10. September 2020 um 09:01 Uhr
Mir ist sowieso nicht klar, wie eine simple Schutzmaske vor Viren schützen soll, für Die man bei Wasserfiltrierung Aktivkohlefilter benötigt, weil die Partikelgrösse so klein ist. (rund 10 mal kleiner als Bakterien).
Da jeder Kanton seine eigenen Massnahmen erstellen kann, Habe ich für mich auch eine 23-stufige Prioritätenliste für die Maske erstellt. Von:"Hier MUSS ich eine tragen"(zuhause oder auf einem öffentlichen Klo) über: «Hier SOLLTE ich eine tragen"(Zuhause oder in einer Restaurant/Imbisstandküche)
bis zu: «Habe ich vergessen, aber die Lüftung verteilt sowieso alles im ganzen Raum»
(Zuhause oder in jedem Öffentlichen Gebäude).
Falls von Aussen Partikel an die Maske gelangen, werden Sie Das Risiko, Je länger Sie die Maske tragen erhöhen, diese durch Ihre eigenen Atemzüge durch die Maske zu ziehen.
Viren sind nun mal da, und abgesehen vom mutieren, «verschwinden» sie auch nicht mehr.(Das mutieren lässt sie nur für einen moment aus unseren «Suchkriterien» verschwinden). In irgendeiner Form sind sie immer da.
Natürlich ist das Virus auch an allen sozialen, und wirtschaftlichen Problemen schuld, die DER MENSCH beschliesst, um SEINE Standards aufrecht zu erhalten. Sei es regional, kantonal oder national.
Claude Fontana, am 10. September 2020 um 12:32 Uhr
@Christoph Wydler
Grundsätzlich stimmt es, was Sie schreiben: Die Maske reduziert das Ansteckungsrisiko, weil die Tröpfcheninfektion gehemmt wird.
Das bedeutet aber aber nicht, dass Maskenpflicht deshalb eine wirksame Massnahme gegen die Pandemie sein muss. Wir haben aktuell eine Menge Beobachtungen dafür, u.a. in der Schweiz: Keinerlei Reduktion der Ansteckungen trotz eingeführter Pflicht.
Der Grund ist, dass Masken keine wirksame Massnahme sein können, wenn sie nur dort zum Einsatz kommen, wo das Ansteckungsrisiko ohnehin schon minimal ist. Das ist der Grund dafür, dass viele Experten Maskenpflicht im öffentlichen Raum als unwirksam ablehnen.
Das berührt auch einen wichtigen Punkt, der im Titel des Beitrages erscheint: Massnahmen sollen mehr nutzen als schaden, oder doch zumindest eine nachweisbare (=beobachtbare) Wirkung haben. Ansonsten bleiben sie reiner Aktionismus und das Verständnis der Leute dafür geht verloren.
Mir scheint es derzeit so zu sein, dass man (fast ausschliesslich) auf Masken setzt. Und das auch noch an der falschen Stelle: Beim Einkaufen oder im Museum, wo sich ohnehin kaum jemand angesteckt hat. Steigen dann die Zahlen (wie zu erwarten) dennoch, wird einfach eine neue Stufe der Maskenpflicht eingeführt.
Dieses eindimensionale Vorgehen scheint bisher jedenfalls nicht gerade von Erfolg gekrönt zu sein.
Markus Stadler, am 10. September 2020 um 14:17 Uhr
Lieber Herr Gasche, da sie immer alles so genau nehmen und gerne mit Zahlen jonglieren, erstaunt mich Ihre Aussage »...ist es sehr unwahrscheinlich jemandem mit Covid zu begegnen» .
Ich hab das mal nachgeprüft:
In der Stadt Zürich weist der Tagi 100 positive Tests pro 100'000 Personen in 7 Tagen aus.
Wenn ich konservativ schätze, gibt es 5 mal so viele Personen, die sich nicht testen aber den Virus auch erwischen und ansteckend sein können (Dunkelziffer). Wenn ich zudem konservativ annehme, dass diese Personen während 7 Tagen ansteckend sind, komme ich auf 500 ansteckende Personen pro 100'000 oder: Eine ansteckende Person pro 200 Personen.
Ich muss also theoretisch nur einmal durch den Bahnhof Zürich laufen um einer angesteckten Person zu begegnen.
Da ist es mir doch lieber diese Person bleibt zu Hause oder hält einen grossen Abstand zu mir!
Stefan Forster, am 10. September 2020 um 21:22 Uhr
Mal wieder ein sehe guter Bericht.
Aber Foderungen/Frage zu stellen, ob die Maßnahmen nötig waren oder sind, ist müßig.

Es geht nämluch um was ganz anderes:
Es ist die Zeit, der Wiedergänger, die Unterordnung und absoluten Willen zu vollstäniger Kontrolle über Dinge, die sich naturgemäß der Kontrolle entziehen, als oberstes Ziel anstreben. Es ist die Zeit der willigen Vollstrecker. Es geht um eine Versuchsanordnung, mit der untersucht werden soll,
wie weit man gehen kann, um Herrschaft auszuweiten ohne zunächst die Mittel einer Gewlatherrschaft anzuwenden.. Nach dem Motto: Von China lernen, heißt siegen lernen. Die Propaganda rund um Corona geht in die Richtung absolute ,"freiwillige» soziale Kontrolle.
Langfristiges Ziel ist, ob mittels eines Punktesystems, wie in China oder auf eine andere aber ähnlich perfide Weise,
eine allgemeine soziale Kontrolle des «jeder gegen jeden» einzuführen.Eine Art subtilen Faschismus dem man bei Bedarf, auch wieder die «tradierten» Maßnahmen, der guten alten Gewaltherrschaft hinzufügen kann, wenn man es für geboten hält, genau wie wa u.a.China auch macht.

Aber das ist doch nur Verschwörungstheorie und daher völliger Blödsinn.
Bernd Mensing, am 11. September 2020 um 13:53 Uhr
Und immer wieder dasselbe. Ein aussagekräftiges Mass bei ansteckbaren Krankheiten ist alleine die Anzahl ERKRANKTER oder die Anzahl GESTORBENER pro 100‘000 Einwohner. Alles andere ist reine Manipulation.
Hans-Peter Rauber, am 24. September 2020 um 19:14 Uhr

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