Das neue Buch «Komplementärmedizin» von Daniel Bouhafs © rüegger

Das neue Buch «Komplementärmedizin» von Daniel Bouhafs

Komplementärmedizin: Von Erfolgen bis Hokuspokus

Red. / 05. Jan 2012 - Ein Buch, das alternative Methoden – und auch die Schulmedizin – ohne Vorurteile beurteilt, mit allen Vor- und Nachteilen.

(Red.) Homöopathie, Phytotherapie, traditionelle chinesische Medizin TCM und Neuraltherapie gehören ab 1. Januar 2012 erneut zu den kassenpflichtigen Leistungen. Buchautor Daniel Bouhafs analysiert differenziert, wie wirksam und zweckmässig diese komplementären Heilmethoden sind, und wann sie sich am besten eignen.

Bouhafs befasst sich jedoch auch mit umstrittenen Methoden, bis hin zur Scharlatanerie und Quacksalberei.

Bouhafs Buch über die Komplementärmedizin deckt die handfesten Interessen der Pharmaindustrie auf, welche den Streit um die Zweckmässigkeit solcher Methoden schüren. Ohne Scheuklappen klärt der Autor auf, wo die Schulmedizin unverzichtbar ist, wo aber auch die Schulmedizin mit unwissenschaftlichen Versprechen arbeitet.

Im folgenden bringt Infosperber einen Auszug aus dem Kapitel «Scharlatane» mit einer Checkliste, die hilft, ruchlose und vollmundige Geschäftemacher sofort zu entlarven.

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Gute Geschäfte mit der Hoffnung

«Was Ihnen Ärzte nicht sagen können, dürfen und wollen: Die Schulmedizin befasst sich mit Symptomen, die Germanische Neue Medizin GNM kennt die Ursachen einer jeden sogenannten Krankheit, die gleich die Therapie miteinschliesst!» Dieses anmassende Zitat stammt von einem gewissen Ryke Geerd Hamer. Für seine Anhänger ist der ehemalige Arzt ein Heilsbringer. Seine «Theorie»: hinter jedem Krebs und jeder Krankheit stecke ein «akuter Konflikterlebnisschock». Hamers Schweizer Jünger, die Patientinnen und Patienten grauenvoll zu Grunde gehen lassen, haben ihren Vereinssitz im thurgauischen Weinfelden. Von dort aus verbreiten Harald Baumann, ein ehemaliger Bauarbeiter und die Naturärztin Arlette Büchel ihre kruden Thesen. Von dort aus organisieren sie Briefkampagnen, Demonstrationen und vor allem Vortragsabende, die sie landesweit in verschiedenen Gaststätten durchführen. Vor Ort indoktrinieren sie das Publikum mit Sätzen wie: «Chemotherapie ist ein Gift, welches das Gegenteil des Gewünschten bewirkt.» Oder: «Die Schulmedizin ist von der Chemo-Mafia unterwandert und für den Tod von Hunderttausenden von Menschen verantwortlich.» Metastasen gebe es genauso wenig wie Hirntumore, wird behauptet.

«Heilende Hände», die nach dem Geldbeutel greifen

Das Angebot an alternativen Heilmethoden gleicht einem unüberschaubaren Jahrmarkt, in dem Scharlatane ein allzu leichtes Spiel haben. Alleine in der Schweiz tummeln sich einige Tausend esoterischer «Therapeuten», Heiler, spirituelle Meister und Medien. Sie versprechen ihren Klienten und Anhängerinnen den Aufstieg ins kosmische Licht, die vollständige Genesung von ihren Leiden und die spirituelle Transformation in ein höheres Bewusstsein, kurz: übersinnliche Wunder. In unserer Zeit des Machbarkeitswahns wecken wundersame Versprechen ungestillte Sehnsüchte und fallen bei vielen verunsicherten Personen auf einen fruchtbaren Boden. Kann sie der Schulmediziner nicht mehr erfüllen, tritt der Spiritualist noch so gerne in die Lücke. Schamlos machen sie Geld mit der Angst und den Schmerzen ihrer Opfer.

«Geheimnis der lebenslangen Gesundheit»

Längst hat sich ein Teil der Heilerszene in einen therapeutischen Supermarkt verwandelt, in dem Gesundheit und Erfolg sozusagen per Knopfdruck angeboten werden. Eine Ikone, die für solchen Instanterfolg steht, ist der äusserst umtriebige Deutsche Kurt Tepperwein, der sich bis 2006 mit einem gekauften Professorentitel schmückte. Der ehemalige Schreiner und angebliche Unternehmensberater ist heute als Heilpraktiker, Buchautor, CD-, Video-Produzent, Seminarreferent, «Mentaltrainer» und «Lebensmeister» tätig. Wer seine teuren Kurse absolviert hat, glaubt, dass nur «negative Gedanken» für Krankheit und Misserfolg verantwortlich sind. Und wie man solche in den Griff oder weg bekommt, erläutert Tepperwein in Seminaren mit Titeln wie: «So aktivieren Sie ihre Selbstheilungskräfte» oder «Die geistigen Gesetze des Erfolgs – wie man vom Leben bekommt, was man will.»

Lieber «hausgemacht» als importiert

Sind nun paramedizinische oder esoterische Methoden wie das Geistheilen einfach nur Humbug? Nein. Nur, weder geistige Energie noch Geistwesen lassen sich unter das Mikroskop klemmen oder in der Zentrifuge schleudern. Inzwischen belegen aber zahlreiche Studien, dass beispielsweise schamanische Rituale durchaus eine Heilwirkung entfalten – allerdings mit einer gewichtigen Einschränkung: Sie schlagen bevorzugt dort an, wo sie kulturell und traditionell zu Hause sind; in Südamerika, Asien, Polynesien oder Afrika. Doch der Import exotischer Therapiemethoden in den westlichen Kulturkreis mit all ihren Hausgöttern oder Feldgeistern birgt mehr Gefahren als Nutzen.

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Daran erkennen Sie Scharlatane – CHECKLISTE

Das ist unseriös und sollte Sie misstrauisch stimmen.

1. Wenn ein Heiler mit einem Repertoire an Behandlungen protzt: Neben Bachblüten- und Vitalenergietherapie, bietet er beispielsweise Rückführungen in vergangene Leben an, legt Tarotkarten, ist Geistheiler.

2. Wenn sich die Heilerin als «Channelmedium» ausgibt, die einen göttlichen Draht zu einem aufgestiegenen (verstorbenen) Meister oder anderen Wesenheit hat, von der sie angeblich Anweisungen oder Heilenergie erhält.

3. Wenn ein Therapeut schnelle und nachhaltige Heilung innert kurzer Zeit verspricht – selbst bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Aids. Es gibt bei einer Krankheit nie eine Garantie auf Heilung.

4. Wenn er von «effizientem Heilen» und «Bewusstseinstraining» oder «Mentaltraining » spricht und Sie auch noch von «fremden Energien» befreien will. Geistheilen setzt viel Demut voraus. «Effizientes» Heilen gibt es nicht. Wer das Gegenteil behauptet, betreibt Gehirnwäsche mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten mental und finanziell abhängig zu machen.

5. Wenn die Therapeutin sich abschätzig über die Schulmedizin äussert oder gar von schulmedizinischen Therapien und der Einnahme von Medikamenten abrät. Dasselbe gilt auch, wenn sie sich gegenüber anderen alternativen Methoden ablehnend äussert.

6. Wenn ein Therapeut Ihnen mit einer Verschlimmerung Ihres Leidens oder gar anderen Erkrankungen droht, falls Sie sich nicht auf ihn einlassen oder sich nicht von ihm weiterbehandeln lassen wollen.

7. Wenn es zum direkten Körperkontakt an intimen Stellen kommt.

8. Wenn der Heiler mit Gütesiegeln wie Diplomen, Anerkennungen, Zulassungen und Prüfungen zu beeindrucken versucht – in der Hoffnung auf Ihre Unkenntnis, dass es gegenwärtig kein einziges auch nur halbwegs wissenschaftlich abgesichertes Prüfverfahren für Geistheiler gibt. Meiden Sie Heiler, aber auch andere Therapeuten mit dubiosen akademischen Titeln.

9. Wenn hervorragende Ergebnisse bei völlig nebenwirkungsloser und schmerzloser Behandlung versprochen werden. Oft wird ein wunderbarer wissenschaftlicher Durchbruch verkündet, der sich bisher aber nicht habe durchsetzen können, weil der Durchbruch vom Establishment, gemeint ist die Schulmedizin, bekämpft werde.

10. Wenn Diagnostik oder Behandlung auf einer ungeprüften Theorie beruht und bei kritischem Einwand immer wieder entsprechend neu angepasst wird.

11. Wenn ein Therapeut mit paramedizinischen Diagnoseverfahren aufwartet: Dazu zählen Kinesiologie, Irisdiagnostik oder das Pendeln.

12. Wenn ohne ausführliches Erstgespräch eine Behandlung durchgeführt wird.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Autor des neuen Buchs «Komplementärmedizin. Alternative Heilmethoden unter der Lupe».

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13 Meinungen

Das Buch mag sicher sehr berechtigt sein, angesichts vieler skurriler Blüten die im Sektor der Komplementärmedizin emporsprießen. Aber was die Check-Liste betrifft, kann ich einigen Punkten absolut nicht zustimmen und empfinde sie als realitäts-verleugnend und zu Unrecht beschuldigend. Hier sollte man nicht im Glashaus sitzend, selber mit Steinen werfen!!!

WER bitte ist dieser Autor der Check-Liste oder des Buches denn, daß er sich das Recht herausnimmt, JEDEN sofort als «Scharlatan» und somit «Betrüger» zu denunzieren, der nicht in SEIN Raster paßt? Ich empfinde es nicht nur als Anmaßung, sondern schon als sehr provokant wenn nicht sogar als Unverfrorenheit solche vernichtenden Urteile fällen zu wollen über Bereiche, die sich UNMÖGLICH einem Menschen vollständig erschließen können. Ist er etwa ein Gott oder «höheres Wesen", daß er ÜBER allen Dingen steht und somit «EINE absolute Wahrheit» vertreten kann?

Sicher sind die Ansätzen gut gemeint, sicher stimme auch ich zu, daß es eine Menge Scharlartanerie leider mitunter hier gibt. Ich habe selbst darum viele Jahre mich geweigert einer Heilpraktikerprüfung zu unterziehen, um nicht in eine Schublade mit vielen solcher Praktizierenden geworfen zu werden, bis ich mich durch geltendes Recht doch dem beugen mußte.

Hier meine Sichtweise zu der Check-Liste:
"Daran erkennen Sie Scharlatane – CHECKLISTE"

zu 1. - meine völlige Übereinstimmung, trotzdem würde ich es nicht als Absolutheit so drastisch definieren, weil es auch hier immer Ausnahmen geben könnte, die ich vielleicht gar nicht abschätzen kann. Mit WELCHEM Recht also begehe ich dann Verurteilungen? Das wäre anmaßend und ein Unrecht denjenigen gegenüber, die tatsächlich ehrlichen Herzens versuchen Hilfe zu leisten.

zu 2. - definitiv auch meine völlige Übereinstimmung - Hier lehne ich mich sogar jetzt etwas sehr weit aus dem Fenster, weil ich selbst in einem anderen viel tieferen Wissen stehe und für mich selber weiß, daß hier tatsächlich sehr viel blühende Phantasie, Einbildung, Selbstüberschätzung, Scharlartanerie und wirklich Betrug am Werk sind. Ich werte hiermit nicht ab, daß es höhere Wesen und Bewußtseinsformen gibt. Ganz im Gegenteil. Ich kenne deren Existenz nur zu genau und in all meinen Worten und Taten bin ich persönlich wissentlich einer deutlich höheren Instanz Rechenschaft schuldig.
Aber der ganze Bereich über Channeln ist für mich esoterischer Unfug. Dieses Recht nehme ich mir aber nur deshalb persönlich heraus weil ich die anderen Realitäten tatsächlich KENNE!
Andere Menschen haben nicht die Prüfmöglichkeit bzw. Erfahrungen oder das tatsächliche Wissen. Daher kann ich nur für mich sprechen. Letztlich bleibt das nämlich einbe Glaubenssache, der sogenannte «wissenschaftliche Beweise» weiter fehlen werden.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 09:08 Uhr
zu 3. - «Wenn ein Therapeut schnelle und nachhaltige Heilung innert kurzer Zeit verspricht – selbst bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Aids. Es gibt bei einer Krankheit nie eine Garantie auf Heilung. » - Hiermit stimme ich überhaupt nicht überein und fühle mich sogar selbst durch die unsachliche Behauptung angegriffen!

Tatsache ist, daß wir in einem völlig anderen Wissen stehen als andere Menschen. Wir betreiben in unserer Praxis in Stralsund und Hamburg die «Chinesische Kaiser-Medizin", die sich deutlich von der «moderene» TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) abhebt, und zwar deshalb, weil durch die komplexen tieferen Zusammenhänge und authentisches bewahrtes Wissen teilweise völlig andere Resultate tatsächlich möglich sind. Dieses erleben wir in unserer Praxis nahezu tagtäglich und sehr viele unserer Patienten, denen selbst die «moderne» TCM nur wenig oder teils sogar gar nicht helfen konnte, sind gesund geworden!!! - Aber das ist immer relativ zu sehen. Einen schwer krebskranken Patienten können wir auch nicht innerhalb einiger Tage HEILEN. Das wäre in der Tat völliger Quatsch. Als Behandlungszeitraum geben wir mindestens 1 bis 1,5 Jahre an wo Behandlung und Nachbehandlung vonnöten sind. Aber erste Resultate sind oft schon nach einigen Tagen und Wochen nachweislich festzustellen. Der aggressivste Krebs mit dem wir in unserer Praxis konfrontiert waren, war fortgeschrittener Lymphdrüsenkrebs bei einem ca. 40-jährigen Patienten. Jeder Schulmediziner weiß, daß nach Feststellung dieser Krebsart in der Regel nur noch eine 2-monatige Lebenswerwartung besteht. Nun unser Patient, bei dem dann auch noch HIV-positiv festgestellt wurde, konnte nach einem halben Jahr wieder arbeiten gehen und nach ca. 1 Jahr fühlte er sich völlig gesund bereits.
Ähnliche Ergebnisse haben wir bei zahlreichen Krebserkrankungen. Ich würde jedoch nie so vermessen sein und eine 100 %ige Heilung behaupten! Daß wir definitiv HELFEN können (!), ist eine Tatsache, die ich aufgrund des hintergründigen Wissens und unserer Möglichkeiten sehr genau weiß und einschätzen kann. Ob es aber dann auch zu einer tatsächlichen Heilung kommt oder nur zu einer Besserung oder zu einem Stillstans des Ausbreitens bzw. Wachsens von Metastasen und somit zu einer deutlich besseren Lebensqualität des Patienten, kann auch ich nicht im vorabe zu 100 % genau sagen. Erstens darf ich so eine Aussage rechtlich gar nicht tätigen, nämlich ein Heil-VERSPRECHEN so abzugeben, zweitens ist hier sehr entscheidend für einen tatsächlichen Erfolg, die Mitwirkung des betroffenen Patienten. Wenn er sich nämlich überhaupt nicht an spezifische Lebensmittelvorschriften hält, können beispielsweise Kräuterrezepturen völlig unwirksam gemacht werden! Diese Kenntniss davon aber sind oft vielen modernen TCM-Therapeuten weder hier in Europa noch in China selbst häufig bekannt. Zusammen mit meiner Partnerin Yun Yi Na unterrichte ich nicht nur in Deutschland, sondern auch in China selbst das alte Wissen, habe darüber verschiedene Veröffentlichungen getätigt und weiß daher sehr genau um dieses Dilemma.
Desweiteren sind die Einnahmen spezifischer und individuell angepaßter Kräuterpräparate zwingend notwendig, um so ein Gleichgewicht der Kräfte innerhalb der Organbereiche tatsächlich zu realisieren. Wie aus Sicht der Chinesischen Medizin Krebs oder Tumore tatsächlich zu bewerten sind, was die Usachen sind und wie man realistisch wirkliche Möglichkeiten hat, wird auch auf unserer Praxisseite http://www.tcm-praxis-jin-feng.de/page/TCM-Ratgeber/103.html beschrieben.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 09:29 Uhr
Auch bei Aids ist definitiv Hilfe möglich. Nur begenet man hier wieder gesetzlichen Hürden, weil Heilpraktiker nämlich juristisch gesehen, diese Erkrankung gar nicht behandeln dürfen hierzulande. Was es aber mit HIV bzw. Aids tatsächlich auf sich hat und weshalb westliche Behanslungsstrategien aus meiner Sicht völlig falsch sind, möchte ich hier nicht vertiefen. Zum besseren Verständnis für diesen Bereich sollten meiner Meinung nach Betroffene oder Interessierte hier sehr kritisch die Erklärungen und Sichtweisen der westlichen Schulmedizin hinterfragen und sich bitte auch über andere Sichtweisen informieren. So gibt es z.B. bei youtube sehr interessante Dokumentationen, die einer Auseinandersetzung damit aus meiner Sicht sehr wert sind.

zu 4. - «4. Wenn er von «effizientem Heilen» und «Bewusstseinstraining» oder «Mentaltraining » spricht und Sie auch noch von «fremden Energien» befreien will. Geistheilen setzt viel Demut voraus. «Effizientes» Heilen gibt es nicht. Wer das Gegenteil behauptet, betreibt Gehirnwäsche mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten mental und finanziell abhängig zu machen."

Was das Thema Demut betrifft, meine 100 %ige Zustimmung. Das die meisten «Angenbote» hier tatsächlich Scharlartanerie sind, sehe ich ebenfalls so.
Trotzdem möchte ich dieser absoluten Verallgemeinerung wieder widersprechen. Es gibt sehr wohl uralte daoistische Praktiken aus dem alten China, wo solche Phänomene möglich sind. Diese beherrsche auch ich nicht. Trotzdem gabe ich genug Ehrfurcht, Respekt und Demut im Herzen und würde sie nie verleugnen.

Wir selber gehen bei jedem Patienten zusätzlich auch sehr auf die Psyche bzw. das Unterbewußtsein ein, weil aus Sicht der Chinesischen Kaiser-Medizin der Mensch IMMER als ein ganzheitliches Individuum betrachtet werden muß, bestehend aus Körper, Seele und Geist.


Dies sind die 5 Stufen eines Therapeuten der Chinesischen Kaiser-Medizin, die wir auch auf unserer Praxis-Seite unter www.Praxis-der-TCM.de erläutert haben:

Seit Beginn der Ursprünglichen Chinesischen Medizin vor weit über 5.000 Jahren, wurde die ärztliche Heilkunst in fünf Stufen unterschieden, durch die der ganze Mensch, von rein geistigen Disharmonien bis zu rein körperlichen Störungen geheilt werden konnte:
Der wahre Weise (Zhen Ren - 真人) : der höchste Arzt, ein wirklicher Meister. Er heilt nicht nur körperliche Leiden mittels Heilkräuter und Nahrungsmittel, sondern auch besonders den Geist und die Seele und weist seinen Patienten so den richtigen Lebensweg.
Diese Stufe ist in heutiger Zeit sowohl im Westen, als auch in China selbst kaum noch vertreten, gilt aber nach der Chinesischen Kaiser-Medizin (CKM) bzw. den Traditionen der Wu-Familie als EINZIGE richtige Herangehensweise, um den Patienten WAHRHAFTIG zu helfen, innere und äußere Harmonie zu erreichen.
Der Nahrungs-Arzt (Shan Shi Zhuan Jia - 膳食专家): Er wendet sowohl Kräuter-Arzneien, als auch Nahrungsmittel therapeutisch an, da diese eng miteinander verbunden sind.
Diese Stufe wird von Therapeuten der modernen TCM zumeist nur noch ansatzweise praktiziert. Es ist selbst im heutigen China mehr und mehr eher eine Vermischung zwischen dieser und der dritten Stufe festzustellen.
Der Allgemein-Arzt (Zong He Yi Shi - 综合医师): Er behandelt durch rein äußerliche Anwendungen (manuelle Therapien) wie z.B. Akupunktur (Zhen Jiu - 针灸), Akupressur (Dian Xue - 点穴), Schröpfung (Ba Huo Guan - 拔火罐), Schabung (Gua Sha - 刮痧), Blutegel-Therapie (Shui Zhi Liao Fa - 水蛭疗法), Heil-Massagen (An Mo Zhi Liao - 按摩治疗 bzw. Tui Na - 推拿) , Moxibustion ( Ai Jiu - 艾灸 / Wärme-Behandlungen z.B. durch Abbrennen von Beifuß), Kräuter-Kompressen (Cao Yao Re Fu - 草药热敷), Heilbäder (Bao Jian Yu - 保健浴), usw.
Der Chirug (Jie Gu Yi Shi - 接骨医师): Er heilt lediglich Knochenbrüche.
Der Tier-Arzt (Shou Yi - 兽医): Er behandelt Tiere wie beispielsweise Pferde, Hunde oder Katzen, aber keine Menschen.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 09:44 Uhr
zu 5. - «5. Wenn die Therapeutin sich abschätzig über die Schulmedizin äussert oder gar von schulmedizinischen Therapien und der Einnahme von Medikamenten abrät. Dasselbe gilt auch, wenn sie sich gegenüber anderen alternativen Methoden ablehnend äussert."

Auch dies finde ich äußerst vermessen und befremdent! Rechtlich darf ich als Heilpraktiker nicht in die Behandlung eines Schulmediziners hineinreden. Das ist Tatsache.
Aber alles jetzt gutheißen???
Das ist ein Widerspruch in sich! Selbstverständlich äußere ich mich negativ sowohl gegen andere Behandlungsmethoden der Alternativmedizin, als auch der Schulmedizin. Jedoch spreche ich ihr keinesfalls Wirksamkeit ab. Ich halte beispielsweise persönlich wenig von Bachblüten, Homöopathie oder schamanischen Ritualen bei ernsten Erkrankungen wie z.B. Krebs. Da wäre solche Versuche aus meiner Sicht Unsinn bzw. vergebliche Liebesmühe. Sie sind viel zu schwach zu bewerten, als daß dadurch je eine Heilung erfolgen könnte. Sicher ist der Einäugige auch unter Blinden ein König, und sicher ist es besser wenigstens auch solche Versuche zu unternehmen, als gar nichts zu tun. Aber tatsächliche Heilung von ernsten Erkrankungen ist damit aus meiner Sichtweise nicht möglich!

Was nun die Schulmedizin betrifft, nahezu jeder 3. meiner Patienten der unter starken körperlichen Schmerzen LEIDET, bei allen wird aber schulmedizinisch nicht gefunden, trotz teuerster Apparatetechnologie, bekommt dann die Diagnose «Phantom-Schmerzen", auf deutsch: EINBILDUNG, zusammen mit einer Überweisung in psychatrische Behandlung, also ein Freifahrtschein in die «Klapse". Selbstverständlich fühlen sich solche Patienten zu Recht von der Schulmedizin im Stich gelassen. Und selbstverständlich sind das verantwortungslose Verhaltenspraktiken!
Tatsache ist, daß die Schulmedizin nicht in der Lage ist ernste chronische Erkrankungen richtig zu behandeln und erst recht nicht heilen kann. Das wird von verantwortungsbewußten Schulmedizinern (die meisten unserer Patienten SIND Schulmediziner!!!) auch keinesfalls bestritten!
Darum lehne ich persönlich die Schulmedizin hier vollständig ab. Sie hat in meinen Augen völlig versagt, weil sie sich anderen Denkweisen verschließt und nur der Pharmalobby hörig ist. Dies dient NICHT dem Wohle der Patienten.

Es ist bekannt, daß die Schulmedizin nur symptomatisch und somit oberflächlich behandelt, eine ursächlich und somit tiefgründige Behandlung ihr jedoch völlig fremd ist! Darum dürfte ich wohl als strikter Gegner zu betrachten sein.

Trotzdem würde ich nicht wagen sie völlig zu verteufeln. Denn wo sie hervorragend ist, ist in der Unfall- und Notfallmedizin. Das zu negieren wäre völlig absurd. Darum ist auch Sachlichkeit und Toleranz notwendig.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 10:06 Uhr
zu 6. - «6. Wenn ein Therapeut Ihnen mit einer Verschlimmerung Ihres Leidens oder gar anderen Erkrankungen droht, falls Sie sich nicht auf ihn einlassen oder sich nicht von ihm weiterbehandeln lassen wollen."

Auch hier kann ich absolut nicht zustimmen. Der Autor kann unmöglich hier alle Therapeuten über einen Kamm scheren.

Ich stehe ganz im Gegenteil zu der Sichtweise, daß ein Therapeut die heilige Pflicht sogar hat, den Patienten genau aufzuklären, was passiert wenn man Behandlungen nicht durchführt. Das bedeutet nämlich auch Verantwortungsbewußtsein. Der Patient muß selbst den Willen haben. Ein Zwang bringt gar nichts. Wenn einem Unfallverletzen der halbe Arm abgerissen wurde und die Behandlung ist zuerst abbinden und Infusion geben und er möchte das nicht, dann soll ich als Therapeut ihn nicht über die Konsequenzen aufklären und ihm klarmachen, daß er ausbluten und sterben wird wenn er diese Behandlung ablehnt? Vielleicht ein überspitztes Beispiel. Aber genug Patienten habe ich selbst erlebt, die ich im Beisein ihrer Angehörigen eindringlich gewarnt hatte die Behandlung nach meinen Anweisungen durchzuführen und die dann «schlauer» sein wollten bzw. anderen Therapeuten oder Schulmedizinern vertrauten und dann in genau der Zeit gestorben sind die ich ihnen gesagt hatte. Dann kamen unzählige Tränen und Wehklage «...Ach hätte mein Mann doch auf Sie gehört nur. Genau wie Sie es gesagt haben, ist es eingetreten!"

Es geht nicht datum Menschen grundlos zu verängstigen oder mit Ihrer Furcht Geschäfte zu machen. Es geht um Verantwortungsbewußtsein zum einen für den Therapeuten zum Patienten, zum anderen daß der Patient SELBST Verantwortung für seinen Körper übernimmt! Einer der alten Weisen, Shui Xiang Shang Ti, lehrte einst: «Lehrer öffnen dir die Tür. Über die Schwelle GEHEN, mußt DU SELBST!"

Auch mir wurde einige Male der Vorwurf gemacht, ich wolle nur Angst schüren um meine Produkte besser «verkaufen» zu können. Da ich mich hier sehr angegriffen gefühlt habe, habe ich solchen Patienten dann die Tür gewiesen mit dem Rat, sie mögen sich dann bitte einen anderen Therapeuten suchen. Denn sowas ist weder mein Ansinnen, noch könnte ich das mit meinem Gewissen persönlich vereinbaren, weil ich einer höheren Instanz Rechenschaft schuldig bin. Daher verzichte ich bei solchen «Patienten» dann gerne auf vermeintlichen Umsatz.
Werde ich in höflicher Weise um Hilfe gebeten, versuche ich alles in meiner Macht stehende, um tatsächlich zu helfen. Und das kann bereits für den Einzelnen eine ganze Menge sein...
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 10:22 Uhr
zu 7. - «7. Wenn es zum direkten Körperkontakt an intimen Stellen kommt."

Auch ein sehr sehr grenzwertiger Themenpart...
Erstens ist es einen Heilpraktiker nach deutschem Recht untersagt Genitalien zu untersuchen bzw. diese zu berühren. Zweitens ist dies eine sehr leicht anrüchige und falsch zu verstehe Problematik bzw. ein Thema wo es schwer sein dürfte wirkliche therapeutische Hilfsmaßnahmen von mißbräuchlicher sexueller Nötigung oder Befriedigung zu trennen.

Aufgrund dieser sehr schwammigen Grenze und der Gefahr von totalen Mißverständnissen, sind wir in unserer Praxis mit diesen Bereichen sehr sehr vorsichtig. Dies betrifft selbst schon Andeutungen oder Äußerungen zum Thema Sexualität. Ganz besonders dann, wenn es sich bei der Patienten noch um eine sehr attraktive junge Frau handelt und der Therapeut männlicher Natur ist. Dann sollte der Therapeut sich nicht unnötig bei solchen Themen in Gefahr begeben und unbedingt auf der Hinzuziehung des Partners oder der Mutter der Frau bestehen, damit er nicht mit dem Vorwurf sexueller Nötigung oder Mißbrauchs konfrontiert werden kann, wenn er tatsächlich helfende Ratschläge geben möchte.

Ein persönliches Handanlegen des Therapeuten an den Genitalien läßt natürlich leicht den Eindruck entstehen, ihm geht es vielleicht nur datum kleinere Nachwuchs-Patienten zu produzieren. Schon aus diesen Gründen der Falschdeutung vermeiden wir solche Bereiche völlig.

Doch auf der anderen Seite gibt es durchaus eine gewisse Berechtigung dafür. Nur inwieweit eben kein Mißbrauch betrieben wird, ist sehr schwer einzuschätzen.

In der Chinesischen Kaiser-Medizin vertreten wir schon den Leitsatz der alten Weisen vor über 5.000 Jahren «Der Schlüssel des Lebens liegt in der Sexualität!» Es wäre ja auch fatal wenn das nicht so wäre, denn dann wäre die Menschheit wohl längst ausgestorben. Doch hinter dieser Aussage steckt sehr sehr viel mehr. Über die Sexualität lassen sich Energien freisetzen, steuern und aufnehmen, um die eigene Lebensenergie zu stärken. Das ist uraltes chinesischen Wissen. Andeutungen sind auch in den Tantra-Praktiken oder daoistischen Techniken und Methoden noch zu finden, auch wenn das nur noch Btuchstücke des eigentlichen Wissens sind bzw. sie sehr oberflächlich betrieben werden. Es gab in alter Zeit sogar eine Sexual-Medizin, als «Fang Chung Shu» bezeichnet, wo über das kontrollierte Leiten der Energie und sexualler Aktivitäten heilend auf gesundheitliche Aspekte eingewirkt wurde.
Natürlich führen wir solche Praktiken nicht in unserer Praxis durch. Nur sollte man sie auch nicht völlig negieren oder verleugnen. Denn Potential und eine gewisse Daseinsberechtigung haben sie durchaus, auch wenn es aus modernen ethischen oder moralischen Gründen vielleicht nicht immer nachvollzogen werden kann.

Genauer haben wir das auf unserer Praxis-Seite unter dem Artikel «Erotik und Spiritualität» hier beschrieben: http://www.tcm-praxis-jin-feng.de/page/TCM-Ratgeber/178.html
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 11:33 Uhr
zu 8. - «8. Wenn der Heiler mit Gütesiegeln wie Diplomen, Anerkennungen, Zulassungen und Prüfungen zu beeindrucken versucht – in der Hoffnung auf Ihre Unkenntnis, dass es gegenwärtig kein einziges auch nur halbwegs wissenschaftlich abgesichertes Prüfverfahren für Geistheiler gibt. Meiden Sie Heiler, aber auch andere Therapeuten mit dubiosen akademischen Titeln."

In der Tat ist das sehr beliebt. Doch aussagen tut so etwas wirklich kaum. Die meisten Zertifikate sind lediglich Teilnahme-Bescheinigungen, daß derjenige anwesend war. Ob er aber mit den Gedanken auch tatsächlich dabei war und davon auch etwas gelernt hat oder nur Zeit totgeschlagen hat und über das nächste Mittagessen nachsann, das sagt dieses Zertifikat natürlich nicht aus.

Auch die Heilpraktikerzulassung besagt gar nicht über irgendeine Art der Qualifizierung. Denn von behördlicherseite wird nur schulmedizinisches und anatomisches Grundwissen geprüft und juristisch festgestellt, daß der Heilpraktiker «keine GEFAHR für die Volksgesundheit ist!» - Das ist ALLES, was diese Bescheinigung in Wahrheit aussagt.

Ich habe selber im Februar 1999 den Rang eines Großmeisters für Chinesische Medizin und Feng Shui sogar bekommen. Obgleich es in 5.000 Jahre chinesischer Geschichtsschreibung noch nie einen Nicht-Chinesen gab, der diesen Rang bekam, kann auch hier kaum jemand nachvollziehen, stimmt das nun alles so, sind daher alle Aussagen richtig, usw. Auch trotz meiner 15-jährigen Dozenten- und Autoren-Tätigkeit in Deutschland und China vertrete ich keinen Absolutheitsanspruch, sondern sage nur was MEINE Meinung ist, solange es noch das Recht auf die «freie» Meinungsäußerung gibt. Trotzdem läßt es sich bewerten. Patienten gebe ich als Lebensweisheiten oft zwei Zitate aus der christlichen Bibel mit auf den Weg:
1. «Prüfet ALLES und das Gute BEHALTET!"
2. «An ihren FRÜCHTEN werdet ihr sie erkennen!"

Darum lade ich stets jeden Kritiker, Zweifler, Skeptiker oder Andersdenkenden gerne ein, auch meine Meinungen, Sichtweise, Standpunkte GENAUESTENS zu hinterfragen und auch meine FRÜCHTE sehr genau zu prüfen. Stellt derjenige nun fest, daß doch keine faulen Früchte, sondern REIFE sind, dann ist derjenige gut beraten meine Ratschlägen bzw. Verordnungen Folge zu leisten.

Aber eine wirkliche Argumentation mit Zweiflern, Nörglern, Neidern bringt nichts, außer nur den eigenen Seelenfrieden zu zerstören.

Shui Xiang Shang Ti sagte einst:
"Selbst wenn dein Feuer noch so hoch lodert, es wird die Mauern der Unverständigen NIE verbrennen!"
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 11:52 Uhr
zu 9. - «9. Wenn hervorragende Ergebnisse bei völlig nebenwirkungsloser und schmerzloser Behandlung versprochen werden. Oft wird ein wunderbarer wissenschaftlicher Durchbruch verkündet, der sich bisher aber nicht habe durchsetzen können, weil der Durchbruch vom Establishment, gemeint ist die Schulmedizin, bekämpft werde."

Hier widerspreche ich ebenfalls entschieden. Es ist mittlerweile weltweit bekannt, daß die Chinesische Medizin nahezu völlig frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist. Selbstverständlich kann man dies auch Patienten so mitteilen. Auch Beschwerden werden doch nicht zusätzlich ausgelöst, sondern sollen beseitigt werden. Das ist Sinn und Zweck einer Behandlung. Ich halte diesen gesamten Punkt für völlig absurd!

Daß die schulmedizinisch Lobby selbstverständlich «Durchbrüche» verhindert, Studien verschwinden läßt, Vertreter anderer Meinungen denunziert und mundtot macht, ist ja nun wirklich bekannt genug. Fast konnte man meinen, der Autor ist selbst ein Verfechter der Schulmedizin?

Was aber aus Sicht der westlichen Medizin als «Durchbrüche» gefeiert werden, sind eigentlich zumeist nur aus der Versenkung alte Weisheiten, Wissensbereiche die oft nur neu aufgelegt oder in neuen Deckmäntelchen serviert werden.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 11:59 Uhr
zu 10. - «10. Wenn Diagnostik oder Behandlung auf einer ungeprüften Theorie beruht und bei kritischem Einwand immer wieder entsprechend neu angepasst wird."

Auch dies ist zweideutig. Selbstverständlich sollten Therapien immer INDIVIDUELL an den Patienten angepaßt werden. Und in einem Behandlungsverlauf ist es selbstverständlich, daß Kräuterrezepturen verändert, weggelassen oder ergänzt werden. Diese Anpassung geht davon aus, weil es sich um keine Kontinuität handelt, denn der Patient LEBT ja noch und verändert sich auch, und «Bewegung IST Leben! - Stillstand ist Tod!"

Wenn sich Behandlungen natürlich nur verändern aufgrund von erheblichen Nebenwirkungen, Schmerzen oder Beschwerden von Patienten, dann ist es richtig die Behandlungsstrategien kritisch zu hinterfragen.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 12:05 Uhr
zu 11. - «11. Wenn ein Therapeut mit paramedizinischen Diagnoseverfahren aufwartet: Dazu zählen Kinesiologie, Irisdiagnostik oder das Pendeln."

Ein ähnliches Thema. Aus meiner Sicht zu vermessen SÄMTLICHE paramedizinischen Diagnoseverfahren im Vorfeld zu verurteilen.
Ich halte von den meisten dieser Methoden auch nicht viel. Aber bei Irisdiagnostik wäre ich schon vorsichtig. Denn auch ich schaue mir in der Chinesischen Kaiser-Medizin sowohl das physische Auge an (Glanz, Leere, Trübheit, Augenrötung, geplatzte Adern, Farbe, usw.), schaue aber auch durch das physische Auge hindurch, gewissermaßen in die Seele des Patienten.

Auch der Aurafotographie kann ich nach eigener Überprüfung einen berechtigten Stellenwert nicht absprechen.

Nun aber alles zu verteufeln und als falsch darzustellen ist nicht korrekt. Denn auch meine diagnostischen Methoden, wozu auch die zweierlei Betrachtung des Auges, die Zunge und des Pulses gehören könnte man dann leicht hier wieder mit in den Topf werfen.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 12:13 Uhr
zu 12. - «12. Wenn ohne ausführliches Erstgespräch eine Behandlung durchgeführt wird."

Auch nur ein JEIN. In der Regel zu 99 % stimmt das natürlich. Und eine Annamnese sollte schon aus rechtlicher Sicht durchgeführt und unbedingt dokumentiert werden. Und für einen durchschnittlichen Therapeuten ist es tatsächlich auch zwingend notwendig um eine sachliche Diagnose zu erstellen, worauf eine Therapie abgestimmt werden sollte.

Doch es gibt auch noch die andere Seite, wo diese Behauptung ebend falsch wäre. Hierzu vielleicht kurz eine Begebenheit, die vor größerem Publikum sich bei mir vor ca. 10 Jahren ereignete.

Ich bin viele Jahre häufig denunziert worden und besonders in Kreisen der modernen TCM als Scharlatan, Quacksalber, Spinner usw. bezeichnet worden, vielleicht aus Neid, vielleicht aus Angst selbst bloßgestellt zu werden, vielleicht einfach weil nicht sein darf was nicht sein kann.

So begab es sich auch, daß meine eigene Schwester, dadurch daß sie Vize-Europameister wurde, Kontakt zu einem koreanischen Großmeister Kim hatte, der mit seinen damals ca. 65 Jahren bereits mehrfacher Weltmeister in Taekwondo und Hapkido war und als die oberste Führungsspitze der koreanischen Kampfkünste galt. Mit diesem und seiner chinesischen Begleiterin, einer Großmeisterin der Chinesischen Medizin, die lange Leiterin der Universitätsklinik in Peking war, kam sie nach Stralsund, um vor größerem Publikum zu beweisen, daß bei mir alles nur Lug und Trug wäre. Soweit wohl der Plan. Der Koreaner sah mir kurz in die Augen, schmunzelte in sich etwas und trat nach der Begrüßung freundlichst lächelnd bescheiden zurück. Die chinesische Großmeisterin ganz anders hingegen. Sie stellte sich fordernd mit verschränkten Armen vor mich und meinte nur recht spöttisch und unfreundlich, wenn ich wirklich das alte authentische Wissen hätte, was hätte sie denn genau und womit müßte man das behandeln?
Nun wer mag nun schon solche Herausforderungen, doch es galt mein Gesicht zu wahren, denn gerade zu jener Zeit war der Ruf natürlich noch nicht gefestigt und als Spinner oder Aufschneider vor vielen Leuten denunziert zu werden, würde einer Verbreitung des alten Wissens auch über Seminare, Veröffentlichungen, Schulungen und Weiterbildungen nicht gerade förderlich sein. Daher entschloß ich mich, doch darauf einzugehen.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 13:03 Uhr
Ich konzentrierte mich kurz, blickte ihr in die Augen und sagte ihr sehr genau welche Symptome sie alles hatte neben ihren häufigen Migränekopfschmerzen, wie diese sich genau äußern, welche Ursachen sie genau haben, obgleich sie nie zu jemandem darüber gesprochen hatte. Ich sagte ihr weiter, wie ihre Zunge genau aussehen würde, was die einzelnen Darstellungen bedeuteten, obgleich ihr Mund geschlossen war und ich die Zunge gar nicht sehen konnte. Ich erklärte ihr daraufhin die Ursachen sehr genau und Zusammenhänge, erklärte ihr weiter welche Kräuterrezepturen sie genau benötigen würde, welche Lebensmittel sie nur noch essen darf und welche sie unbedingt meiden müsse. Sie hörte mit schweigend zu mit weit aufgerissenen Augen und fing dann nach meiner Erklärung an in eine Art Schreikrampf zu verfallen, während sie mit ausgestrecktem Arm auf mich zeigte und schrie: «Das gibt es ja gar nicht. Der kann das ja wirklich!» Es dauerte einige Minuten bis sich sie faßte und zusammen mit dem koreanischen Großmeister verbeugten sie sich sehr tief ehrfuchtsvoll immer wieder und baten dann doch weiter unterwiesen zu werden. Drei Tage lange waren sie danach zu Gast und während der Gespräche erfuhr ich dann, daß beide schon über zehn Jahre in China vergeblich nach jemand suchten, der das alte Wissen hat. Und umso erstaunter, fast schon schockiert waren sie, es bei einem äußerlich wirkendem Europäer zu finden, der im Angesicht zu ihrem Alter noch eher wie ein junger Spunt wirkte. Alle Anwesenden waren selbstverständlich höchst verblüfft, während meine eigene Schwester bedauerlicherweise nur mit ihren Tränen zu kämpfen hatte aus Wut und Ärger wohl, daß ihr Plan nicht aufging. Als dann der koreanische Großmeister, der sie zuvor ja unter seine persönlichen Fittiche genommen hatte, dann noch zu ihr belehrend sprach, sie solle unbedingt auf ihren Bruder hören und der hätte viel tieferes Wissen auch in der Medizin als er und alles was ihr Bruder sagen würde, wäre genau richtig, da hielt sie diese Schmach wohl nicht mehr aus und rannte wutheulend hinaus. Bedauerlicherweise besteht seither auch kein Kontakt mehr.
Beide Großmeister hingegen waren voller Dank, brachten Geschenke und meinen Schülern blieb es im Gedächtnis als einschneidendes Erlebnis.

Tatsache ist jedoch, daß ich solche Spielchen nur selten machte bzw. machen mußte und sie mich eine Unmenge an Kraft bzw. Energie kosten wenn ich mich derart konzentriere. Schon aus eigenem Selbsterhaltungstrieb untersuche ich meine Patienten lieber auf die herkömmliche Methode über Zunge, Auge, Puls und führe auch eine Annamnese durch. Die Patienten fühlen sich dadurch besser (denn das andere Verfahren wirkt einigen doch viel zu unheinlich und schon gar bedrohlich), ich verbrauchen nur ein Quentchen meiner eigenen Energie und es ist viel gesetzeskonformer wenn alles vorschriftsmäßig schön in einer übersichtlichen Patienten-Akte dokumentiert wird.

Mit diesem Beispiel aus meiner eigenen Tätigkeit möchte ich hier lediglich zum Ausdruck bringen, ja - es GEHT auch anders. Ja, es ist tatsächlich eine Behandlung auch ohne ein «ausführliches Erstgespräch", auch ohne eine differenzierte Untersuchung, auch ohne eine Annamnese möglich. Sicher äußerst selten, aber solche Phänomene sind nun einmal auch real. Oder ich muß ja dann doch nur ein Blender, Täuscher, Quacksalber, Spinner oder Betrüger sein und der erstaunlicherweise sowohl im Feng Shui als auch der Chinesischen Medizin seit 15 Jahren auch alle weltweit berühmtesten Koryphäen nur genarrt hat? Der allen Überprüfungen wieder und wieder besonders auch in China, dem Ursprungsland diesen Wissens, standhalten konnte? Chinesische Verlage, die unsere veröffentlichten Lehrtafeln auf Korrektheit prüften, waren völlig erstaunt festzustellen, daß ca. 30 % des dortigen Wissens auch im heutigen China in keinem Buch mehr steht und nachweislich seit über 2.200 Jahren verloren ging, usw.
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 13:22 Uhr
Aber wenn das alles nur Spinnerei und Scharlatanerie ist, wieso stimmt dann das Ergebnis stets? Wieso sind es dann «gute Früchte» die meine Tätigkeit hervorgebracht hat?

Man dürfte sie in gewisserweise ja wohl auch zur Paramedizin rechnen, denn sie entziehen sich jeder modernen wissenschaftlichen Betrachtungsweise definitiv.
Oder sind das alles nur Zufälle? Ein Scharlartan mit so einer Unmenge an Glückspotenzial, daß ihm in 15 Jahren im Bereich der Chinesischen Medizin weder in Deutschland noch in China nie ein einziger Fehler angelastet werden konnte?

Nun aus Sicht dieses Autoren des obigen Artikel MUSS das ja nur ein toll inzenierter Betrug sein und ein Querulant bin ich mit Sicherheit ;)


Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich die «Check-Liste» als falsch empfinde. Durch eine sicher gut gemeinte Art und Weise kann man sich auch sehr schnell zu einem Werkzeug schmieden lassen, um wieder von Wahrheit und wahrhaftigen Alternativen zur Schulmedizin abzulenken. Doch WEM nutzt das dann? Diese Seite ist doch genau deshalb interessant, weil sie aufklären möchte, weil sie zeigen möchte, es gibt auch eine andere Realität und nicht nur die Seite der unzureichenden Schulmedizin.

Ich zolle den Menschen großen Respekt, die versuchen ihren Mitmenschen die Augen zu öffnen, ihnen die andere Seite der Realität aufzuzeigen. Aber sie dürfen nicht den selben Fehler machen und ebenfalls anklagen, anprangern und zu denunzieren. Sie sollten vielmehr die Entscheidung IMMER dem Leser, dem Rat- oder Hilfesuchendem SELBST überlassen, denn dafür hat jeder Mensch seine 3 Pfund graue Masse mit sich herumtragen, dafür hat er das einzigartige kostbare Geschenk: die Entscheidungd-FREIHEIT!

Mögen sie DIESE nun in rechter Weise gebrauchen...
Frank Behrendt, am 21. Oktober 2013 um 13:35 Uhr

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