Faktencheck: Hautschäden durch Maske

Daniela Gschweng © Infosperber
Daniela Gschweng / 06. Sep 2020 - Bilder, die angeblich Hautschäden durch Schutzmasken zeigen und in den sozialen Medien kursieren, sind Unsinn.

Ein Posting aus mehreren Bildern, die in den sozialen Medien kursiert, weist auf schlimme Hautschäden durch Gesichtsmasken hin. Das ist grösstenteils Unsinn, zeigt der Faktencheck.

Die «Horrorgalerie» zeigt unter anderem Bilder aus medizinischen Fachpublikationen, die Hautkrankheiten beschreiben. Die meisten wurden vor der Corona-Pandemie aufgenommen.

Diese Bildergalerie kursiert seit einiger Zeit in den sozialen Medien (Facebook, Screenshot: Daniela Gschweng)

Mehrere Bilder stammen aus der Online-Enzyklopädie «Wikipedia», andere aus Bilddatenbanken. Mit nur einer Ausnahme: das Bild einer italienischen Pflegerin, die Druckstellen von einer Atemschutzmaske an Nase und Wangen hat. Ihre Maske ist mit einem Mund-Nasen-Schutz aus Papier oder Stoff nicht zu vergleichen. Überdies wurde das Foto so bearbeitet, dass die Verletzungen schlimmer aussehen, als sie sind, fand das Recherchezentrum «Correctiv». Den Ursprung eines Bildes konnten die Faktenchecker nicht feststellen.

Das Bild einer italienischen Krankenschwester (li.) wurde nachträglich bearbeitet. (Screenshot und Vergleich: Correctiv.org, Originalbild: Valeria Zedde auf Instagram).

Masken können durchaus zu Pickeln und Juckreiz führen, wenn der Maskentragende sich beim Auf- und Absetzen mit unsauberen Händen ins Gesicht fasst. Eine völlig durchfeuchtete Maske kann ebenfalls zu Hautirritationen führen und sollte gewechselt werden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

«Hautauschlag durch Maske? Nein, diese Fotos haben fast alle einen anderen Ursprung», Correctiv
Das Bild einer italienischen Krankenschwester (links das Original) wurde nachträglich bearbeitet.
Diese Bildergalerie kursiert seit einiger Zeit in den sozialen Medien.

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9 Meinungen

Faktencheck... und die Quelle dazu ist correctiv? Oder wie ist der Fakt jetzt gecheckt worden? Es kann also doch passieren, aber nicht auf diesen Fotos... hmm
Patrick Grogg, am 06. September 2020 um 13:08 Uhr
@Patrick Grogg Sie können durch das Maskentragen den ein oder anden Pickel bekommen, so ähnlich wie durch einen Schal beim Skifahren. Das, was Sie auf den Fotos sehen, sind ernsthafte Hautkrankheiten, die nicht durch Corona-Masken verursacht wurden (ausser der beschriebenen, verfälschten Ausnahme).
Daniela Gschweng, am 06. September 2020 um 14:24 Uhr
Ja, die Masken. Es mag schon sein, dass diese Bilder gefälscht sind. Das ändert aber nichts daran, dass die Masken nach wie vor umstritten sind. Es gibt da den schönen Vergleich wo gesagt wird, dass die gängigen Alltagsmasken in etwa soviel gegen Viren schützen wie ein Maschendrahtzaun gegen Mücken. Auch steht auf den Beipackzetteln der Alltagsmasken, dass sie nicht gegen Viren schützen. Länder wie Schweden oder Finnland zeigen auch sehr schön auf, dass man im Umgang mit dem neuen Coronavirus erfolgreich sein kann ohne Maskenpflicht. Auch aus Österreich war vor einigen Wochen von offizieller Seite zu vernehmen, dass man sich bewusst sei, das Masken nicht gegen Viren schützen. Die begrenzte Maskenpflicht sei mehr als ein psychologisches Zeichen zu sehen damit sich die Leute bewusst seien, dass das Virus noch da sei........
Reto Derungs, am 06. September 2020 um 15:06 Uhr
Schön, dass man hier eine Debatte auslösen darf. Dass Masken aber eingesetzt werden um zu zeigen, wie Menschen dominiert werden können, wäre eine viel wichtigeres Thema. Legt die Maske einfach wieder weg und vertraut darauf, dass Euer Immunsystem selber einen Filter parat stellt. Wer mit sich selber im Clinch ist, schwächt natürlich sein Immunsystem - nur dafür soll, muss, darf er/sie dann auch die Verantwortung tragen. Ausserdem zeigen kummulierte Schwächen / Krankheiten dem Befallenen auch auf, dass er eine bessere Ausrichtung in seinem Leben willkommen heissen sollte - und sei es die, dass man mit dem Tod Frieden schliessen dürfte.
Carlos Werner Schenkel, am 07. September 2020 um 06:24 Uhr
Aus eigener Erfahrung darf ich Ihnen mitteilen, dass verschiedene Spitalangestellte an unterschiedlichen Folgen des Masketragens leiden. Dazu zählen Scheuerwunden, schmerzende Druckstellen, Akne, trockener Husten, Ekzeme, brennende Augen, Kopfschmerzen bis hin zu grossflächigen Erythemen und Dekubiti. Ganz zu Schweigen von den sich ablösenden Maskenfasern, die dann ungehindert eingeatmet werden. Das Tragen von Schutzmasken über einen ganzen Arbeitstag (mind. 2 x 4 Std. am Stück) ist nicht ganz so harmlos, wie man uns weiss machen will. Ausserdem: pro Tag atmen wir rund 200 ml Feuchtigkeit ab. Feuchtigkeit ist der Feind jeder Schutzmaske.
Urs Steudler, am 07. September 2020 um 17:41 Uhr
@Urs Steudler Das ist richtig, wenn es um Masken geht, wie sie in Labors und Krankenhäusern eingesetzt werden (habe da ebenfalls Erfahrung).
Diese sind eine grössere Barriere, nach aussen wesentlich dichter und entsprechend anstrengender zu tragen als „Papier“- oder OP-Masken sowie Stoffmasken. „Grossflächige Dekubiti“ ist nach meinem Gefühl aber etwas dick aufgetragen. Die meisten Menschen werden eine solche Maske nie tragen müssen, wenn sie nicht in einem entsprechenden Umfeld arbeiten. Dass eine Maske, die ja eigentlich Partikel filtern soll, Fasern abgibt, kann ich mir ehrlich gesagt schlecht vorstellen. Haben Sie dazu Daten?
Daniela Gschweng, am 07. September 2020 um 18:44 Uhr
Hallo Zusammen. Ich arbeite als Kundenmaurer. Masketragen ist für mich Alltag. Pickel krieg ich, an der Backe neben der Nase, nass wird das Teil, dass es trieft, je nachdem nach 30 Minuten. Staubmasken mit Ausatemventil (Kunststoffmembrane) kosteten vor Corona CHF 5.0, die wechselt niemand, wenn die feucht ist ;-) . Da ist ein Feierabendbier doch höher im Kurs. Die Masken zum Schutze Anderer (ohne Ventil) sind schon nicht so toll wie die «Staubmasken». Was ich oft feststelle ist, dass Viele immer noch der Meinung sind, die Maske schütze sie selber. Die «Coronamasken» schützen die Anderen vor des Maskenträgers Spuke und nicht andersherum. Ansonsten empfinde ich, als professioneller Maskenträger, das Gstürm ums Maskentragen ziemlich grotesk. Angst oder Panik sind sicher unnötig, ja und es ist sicher nicht so toll mit Maske, aber an die Jammeris: Es gibt Menschen die tragen täglich irgendwelche Masken und ruinieren zudem ihre Gesundheit berufsbedingt, nur damit andere unter anderem «standesgemäss» auf Toilette können. Keep calm and keep on flying. Ist nicht böse gemeint, jedoch die Chlönerei von mutmasslich Privilegierten kann Einen schon nachdenklich stimmen.
Urs Huber, am 08. September 2020 um 13:41 Uhr
@ Daniela Gschweng: Ihre Informationen zu in Spitälern getragenen Schutzmasken sind ganz offenbar nicht aktuell (bitte exakter recherchieren). In Spitälern werden nur selten FFP-Masken getragen; es handelt sich bei den Masken um OP-Masken. Und – ein Fehler – «grossflächig» bezieht sich nur auf Erytheme, nicht auf Dekubiti. Die meisten Dekubiti entstehen hinter und/oder an den Ohren und werden daher erst sehr spät bemerkt; was das Problem verschärft.
Urs Steudler, am 09. September 2020 um 00:54 Uhr
@Urs Steudler Ich habe eben nachgefragt: Im Unispital Basel sind Masken anscheinend kein grosses Problem.

Eine Krankenschwester, die ich gefragt habe, berichtet bei sich und bei Kolleg*innen von gelegentlichen Hautirritationen im Bereich der Mundwinkel, vermutlich wegen Feuchtigkeit. Es herrscht Maskenpflicht im ganzen Spitalbereich, auch im Garten.

Das Personal im Unispital BS trägt grösstenteils OP-Masken, auch auf der Intensivstation, berichtet sie und schickt Fotos der Verpackungen. Im OP werden Chirurgiemasken zum Binden verwendet. FFP3-Masken mit Ventil kommen nur bei Risikopatienten zum Einsatz (Covid19, Transplantations- und Leukämiepatienten, etc.).

Frauen nähmen die Gummis hinter den Ohren oftmals doppelt, damit die Masken besser passen, berichtet sie. Das erhöht natürlich den Druck, Dekubiti sind ihr keine bekannt.
Daniela Gschweng, am 10. September 2020 um 09:50 Uhr

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