An einem Welt-Aids-Tag. HIV ist die tödlichste Epidemie seit der Spanischen Grippe von 1918/19 © cc/flickr/Marcel Crozet/ILO

Die Geschichte der tödlichen Pandemien der letzten 2000 Jahre

Urs P. Gasche / 04. Mai 2020 - Schlimm waren Beulenpest und Schwarzer Tod (beide von Bakterien) sowie die von Viren stammenden Pocken, Spanische Grippe und AIDS.

Drei Grafiken zeigen die Geschichte der Pandemien und ihre tödlichen Folgen. Aufbereitet hat sie die Grafik-Seite «Visual Capitalist». Infosperber darf sie freundlicherweise übernehmen.

Pandemien in der traurigen Rangfolge der Todesopfer
Gegen bakterielle Pandemien gibt es heute Antibiotika, gegen virale wie Pocken Impfungen und bei HIV/AIDS wirksame Medikamente. Die Zahl der Verstorbenen, die am neuen Covid-19 erkrankt waren, liegt gegenwärtig zwischen jener eines Ausbruch der Beulenpest im östlichen Teil Europas in den Jahren 1738 und 1740 und jener der Schweinegrippe H1N1 in den Jahren 2009 und 2010.
Black Death = Grosse Beulenpest im 14. Jahrhundert. Smallpox = Pocken im 16. Jahrhundert. Plague of Justinian = Justinianische Pest vom 6. bis 8. Jahrhundert.
M = Millionen (Tote). K = 1000 (Tote).
Grössere Auflösung hier.

Die Pandemien im zeitlichen Verlauf seit unserer Zeitrechnung
Die Justinianische Pest tritt hier optisch in den Hintergrund, weil sie am längsten zurückliegt. Grössere Auflösung hier.

 

Englische Namen der Pandemien, zeitliches Auftreten, Ursprung und ungefähre Zahl der Toten Grössere Auflösung hier.

 

Reproduktionszahl: Wieviele Personen steckt ein Infizierter durchschnittlich an (für Sars-CoV-2 vorläufige Angabe) Grössere Auflösung hier.

Die Reproduktionszahlen werden nicht überall gleich geschätzt und berechnet. Sie hängen auch von den gesellschaftlichen Verhältnissen und den Lebensgewohnheiten ab.

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Quelle: Visualizing the History of Pandemics by Visual Capitalist.

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10 Meinungen

Danke für Ihre Aufklärungsarbeit. Wichtig für das Verständnis und einen Vergleich des Ausmasses der Epidemien in der Geschichte wäre es, die Anzahl der bekannten Toten zumindest in Relation zu setzen mit der damalig bekannten Weltbevölkerung - was die Zahlen umso mehr relativieren würde. MLH
Monique Lehky Hagen, am 04. Mai 2020 um 12:56 Uhr
Statistiken bei Pandemien sind eine Sache, eine andere sind die Auswirkungen auf Gesellschaft, Bevölkerung und Kontinente. Zu letzterem sagen die heutigen Covid-19 bezogenen Statistikzahlen noch kaum etwas aus, zumindest werden sie im globalen Kontext sehr stiefmütterlich behandelt. Das ist wohl auch nachvollziehbar, nicht gut, ethisch fragwürdig, aber früher oder später unausweichlich, wenn man versucht wirklich einmal global zu denken. Covid-19 kann dann nämlich nicht mehr isoliert als „einfache“ Pandemie so „linear“ diskutiert werden, wie dies heute in praktisch allen Zeitungen und Nachrichtensendern geschieht.

Ich empfehle zwei Bücher:

William H. MacNeill: „Seuchen machen Geschichte“; Udo Primer Verlag, Müchen(1978), ISBN = 3-7906-0079-2 Erklärt werden weltgeschichtlich bedeutende Umwälzungen, Auf- und Niedergang von Kulturen, infolge von Infektionskrankheiten.

Johannes Krause: Die Reise unserer Gene; Ullstein Buchverlag GmbH (2019); ISBN 978-549-10002-8 In diesem spannenden Buch wird mittels genetischen Analysen die Menschwerdung erzählt, wobei den Infektionskrankheiten, aber auch dem Klima eine besondere Rolle zukommt.

Felix Speiser
Felix Speiser, am 04. Mai 2020 um 15:01 Uhr
Siehe auch Hunger und Übergewicht !

"OECD-Forscher haben untersucht, wie sich steigendes Übergewicht und Fettleibigkeit langfristig auf Lebenserwartung und Zufriedenheit der Bevölkerung auswirken – und wie teuer sie für die Volkswirtschaft sind. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

92 Millionen vorzeitige Todesfälle bis 2050. Eine um fast drei Jahre geringere Lebenserwartung. Und eine um mehr als drei Prozent geringere Wirtschaftsleistung. Es sind drastische Zahlen, ... (OECD) in einer neuen Studie vorlegt."

https://www.welt.de/wirtschaft/article201710104/Uebergewicht-OECD-fuerchtet-92-Millionen-vorzeitige-Todesfaelle.html

"Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören mit jährlich über 300.000 Fällen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Hälfte dieser Todesfälle hätte man verhindern können, wenn sich die Betroffenen gesünder ernährt hätten. Das stellen Forscher der Universität Halle-Wittenberg in einer neuen Studie fest."

https://www.mdr.de/wissen/ernaehrung-herz-kreislauf-erkrankungen-todesfaelle-100.html

"Der 11. Oktober ist Welt-Adipositas-Tag. Adipositas hat epidemische Ausmaße erreicht: Weltweit sterben mindestens 2,8 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Übergewicht und Fettsucht. Nach Schätzungen sind in der Europäischen Region der WHO 23% aller Frauen und 20% aller Männer adipös."
http://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/obesity/news/news/2017/10/world-obesity-day-understanding-the-social-consequences-of-obesity
Dieter Gabriel, am 04. Mai 2020 um 17:10 Uhr
Die gegenwärtige Pandemie hat gerade erst angefangen und dank rigoroser Massnahmen konnten die Ansteckungen gerade nocht rechtzeitig reduziert werden. Wieviele zusätzliche Todesopfer hätten wir ohne künstliche Beatmung ? Wieviele ohne die Ausgangssperren und Schliessungen ? Wieviele, wenn die Pandemie ohne Massnahmen und ohne Spitalbehandlung noch ein paar Jahre lang weiterläuft ? Woher kommt diese Manie, die Pandemie ständig kleinreden zu wollen und so die ergriffenen und erfolgreichen Massnahmen indirekt zu kritisieren ?
Karl Siegenthaler, am 04. Mai 2020 um 18:09 Uhr
Herr Siegenthaler, haben Sie selber Angst, waren oder sind sie angesteckt? über 75 Jahre alt? wurden Sie beatmet? hat es Ihnen gefallen, sind Sie nun genesen, dank den Massnahmen, oder bekommen Sie Geld von den professionellen Angstmachern?
Carlos Werner Schenkel, am 05. Mai 2020 um 07:45 Uhr
@Siegenthaler: Sie stellen hier tatsächlich die Frage, die uns interessieren müsste:

"Woher kommt diese Manie, die Pandemie ständig kleinreden zu wollen und so die ergriffenen und erfolgreichen Massnahmen indirekt zu kritisieren?» ... und dadurch zu sabotieren! (Sicher nicht ganz erfolglos - Trump und Johnson schafften das ja auf ihre Weise auch.)

Vielleicht nimmt sich der infosperber ja dann einmal - in einer mindestens so langen, öden Serie wie über die Statistiken - Ihrer (psychologischen) Frage an ... who knows?
Stephan Kühne, am 05. Mai 2020 um 09:17 Uhr
@ Carlos Werner: ich verstehe diese Antwort nicht, sie macht für mich keinen Sinn. Vielleicht könnten Sie Ihren Text noch etwas ausführen/erklären?
Felix Speiser, am 05. Mai 2020 um 17:13 Uhr
Danke der Nachfrage, Herr Schenkel, nichts von alledem. Ich denke einfach kritisch und sehe, dass da ein paar Fakten fehlen, die die Zahlen in ein anderes Licht setzen. Sowieso, wer Geld und Interesse hat, Leute für Meinungsäusserung zu bezahlen, sind die professionellen Verharmloser, die ihre Geschäfte möglichst schnell wieder öffnen möchte und meinen, das Virsuus verschwindet dann von alleine auch und der Rubel rollt wieder.
Karl Siegenthaler, am 05. Mai 2020 um 18:05 Uhr
Hallo Herr Siegenthaler, Ich finde es toll, dass Sie den Infosperber lesen, so haben Sie sicher ein breiteres Spektrum an Informationen als andere Zeitungsleser. Allerdings finde ich Ihren Satz: «die Pandemie hat gerade erst begonnen...» falsch, weil es eine Wirkung hat, wie eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Wenn das für Sie alleine gilt, mag das je gehen, aber wenn Sie es andern empfehlen zu glauben, dann bin ich dagegen. Leider sind viele Medien mit solchen impliziten unbewussten Botschaften vollgestopft. Dagegen wehre ich mich. Ich entscheide selber, was bei mir Wirkung hat. Deshalb habe ich die Fragen oben gestellt. Ich nehme an, Sie haben inne gehalten und nochmals überlegt, was wollen Sie selber wirklich glauben. Was unterstützen Sie dem entsprechend im Leben konkret. Ich tue alles das ich und meine Lieben gesund bleiben. Ich meditiere viel, gehe in die Natur, rede über Aufsteller, zeige andern, wie man aus Aengsten wieder raus kommt. Aktives Tun verbessert auf jedenfall Jedermanns Situation. Erdulden, was Texte in Zeitungen uns vorgeben, macht anfälliger auf Krankheiten. Indem Sinne finde ich Ihre Skepsis gut und hoffe, dass Sie zum Optimist mutieren können.
Carlos Werner Schenkel, am 06. Mai 2020 um 10:05 Uhr
An der Aktuellen Cov2 Krise wird uns suggeriert dass das Virus extrem gefährlich ist.
Dabei zeigen Studien dass es die Kurve bereits vor dem Lockdown am sinken waren. Selbst auf SRF. https://www.srf.ch/news/schweiz/professorin-zu-den-lockerungen-ich-habe-ein-mulmiges-gefuehl Aus dem Title des Beitrages ist dies jedoch nicht erkennbar. Weshalb wohl?
https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Hoehepunkt-nach-40-Tagen-Ende-bei-60-Tagen-unabhaengig-von-Massnahmen-4709759.html

Der Vergleich der verschiedenen Erkrankungen ist meiner Meinung sinnlos und darf nicht auf die Viren zurückgeführt werden.
Die Gründe der Anzahl Toten dürften eher auf Ernährung, Bevölkerungsstruktur, Familienstrukturen, Gesundheitsversorgung, Flugreisen usw. zurückzuführen sein.

Aber wie immer einfache Argumente ohne aufwändige Studien zählen heute nicht. Weshalb wohl?
Norbert Kurz, am 20. Mai 2020 um 13:01 Uhr

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