SRF-Tagesschau vom 23. März 2020 © srf

Covid-19 überfordert die Medien

Urs P. Gasche / 25. Mär 2020 - Das Ausrufen von «Krieg gegen das Virus» oder von «Notstand» bringt Medien unter Druck. Kritische Fragen bleiben unbeantwortet.

Die grossen Medien sind voller Artikel, Radio- und TV-Beiträgen über das Coronavirus. Doch sie verfügen über fast keine Wissenschaftsjournalisten, weil sie überall weggespart wurden. Private TV- und Radiosender sind ohnehin überfordert.

Praktisch alle Medien unterstützen die drastischen Quarantänemassnahmen und wagen höchstens zu fragen, ob denn diese Massnahmen nicht besser schon im Januar hätten ergriffen werden müssen. BAG-Krisenmanager Daniel Koch weicht solchen Fragen aus mit dem Argument, man müsse jetzt in die Zukunft schauen. Diese Zukunft sieht der Freiburger Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger in der NZZ vom 24. März düster: «Konkurse und Kreditausfälle drohen sich zu Finanz-, Immobilien- und Schuldenkrisen auszuwachsen.»

Um solchen Krisen und einen Börsencrash wie 1929 zu vermeiden oder hinauszuschieben, kauft die US-Notenbank FED allein in dieser Woche Wertpapiere für unglaubliche 600 Milliarden Dollar, wie die NZZ berichtet. Bereits am 28. Januar hatte Infosperber darauf hingewiesen, dass das Coronavirus die fragilen Finanzmärkte anstecken kann.

Doch vorerst sind es die drastischen Ausgehbeschränkungen, geschlossenen Läden, fehlenden Spitalbetten, Gesichtsmasken und Testgeräte, welche die Öffentlichkeit beschäftigen und verunsichern. Nicht alle glauben, dass die Behörden den Nutzen und die Risiken dieser Massnahmen gründlich miteinander abgewogen haben.

Zweifler finden offene Ohren

Deshalb finden Stimmen einzelner Ärzte und Ökonomen, welche dies bezweifeln, vor allem im Internet und in Social Media eine grosse Beachtung. Argumentiert wird teilweise mit korrekten Fakten, jedoch gewagten Schlussfolgerungen. Hohe Klickraten werden auch mit unsinnigen Darstellungen erzeugt, wenn sie denn nur plausibel tönen.

Beachtung fanden beispielsweise Darstellungen des Nuklearmediziners Professor Jörg Spitz von der Akademie für menschliche Medizin («Nicht das Coronavirus ist das Problem, sondern der Mensch»), des Homöopathen Rolf KronDas Coronavirus ist ein Schwindel mit System»), des 73-jährigen Lungenarztes und früheren SPD-Politikers Wolfgang WodargWeder in China, noch in Italien oder anderswo werden aussergewöhnliche Fälle von schwerer Krankheit registriert … eigentlich ist gar nichts los.»), des 73-jährigen Mikrobiologen Sucharit BhakdiDie getroffenen Massnahmen sind sinnlos, weil nur Menschen mit Vorerkrankungen sterben»), des 59-jährigen Stefan Hockertz, früher Direktor und Professor des Institutes für Experimentelle und Klinische Toxikologie am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf («Die heutigen Massnahmen sind masslos übertrieben. Das neue Coronavirus ist in seiner Gefährlichkeit mit der bekannten Influenza vergleichbar») oder des Ökonomen Ernst Wolff. Für Wolff, dessen Gastbeiträge in der Vergangenheit manchmal auf Infosperber zu lesen waren, handelt es sich bei der Corona-Krise um einen «international orchestrierten finanzfaschistischen Coup» mit dem Ziel, den ohnehin unweigerlichen Kollaps des weltweiten Finanzsystems auf das Virus zurückführen zu können. Die heraufbeschworene Hysterie diene dazu, schlussendlich alle zu enteignen.

Andere verbreiten, die Chinesen hätten das Virus selbst entwickelt und es sei ihnen aus dem Labor entwichen. Andere erklären, das Virus stamme aus den USA, welche China im Handelsstreit schwächen wollten. Und wieder andere behaupten, dass eigentlich die Pharmaindustrie oder Milliardäre wie Bill Gates selbst dahintersteckt, um mit der folgenden Nachfrage an Medikamenten Millionen zu scheffeln.

Behörden und grosse Medien machen es sich jedoch allzu einfach, wenn sie sämtliche diese Stimmen einfach in einen Topf werfen und als «Verschwörungsgläubige» bezeichnen. Das befreit sie auf einfache Weise davon, zu den teilweise berechtigten Fragen und unangenehmen Fakten Stellung nehmen zu müssen. Selbst die Webseite Correctiv macht es sich etwas allzu leicht, indem sie einzelne Argumente und Zitate von Wolfgang Wodargs einfach einseitig interpretiert und als unwissenschaftlich hinstellt. Auch Aussagen des Robert-Koch-Instituts einfach als erwiesen anzunehmen, wie es Correctiv tut, ist kein Faktencheck.

Behörden und grosse Medien sind teilweise selber schuld

Es liegt auch an unseren Behörden und grossen Medien, dass solche Stimmen auf viel unkritisches Echo stossen. Denn auch ihre Informationen sind unvollständig und zuweilen sogar irreführend. Skepsis ist auch angebracht, weil die gleichen Behörden – in der Schweiz auch Daniel Koch vom BAG – vor zehn Jahren die Folgen der Schweinegrippe völlig falsch einschätzten und dem Roche-Konzern zu Milliardenumsätzen mit dem weitgehend untauglichen Tamiflu verhalfen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die Schweinegrippe damals zu Unrecht als eine Pandemie ein. Unterdessen ist die WHO auch deshalb nicht über jeden Zweifel erhaben weil sie heute zu 80 Prozent von privaten Stiftungen und der Pharmaindustrie finanziert wird. Diese Information über mögliche Interessenkonflikte gehört dazu, wenn Medien die WHO zitieren. Andreas Zumach hat dies auf Infosperber ausführlich gemacht.

Für die Glaubwürdigkeit grosser Medien ist es auch nicht hilfreich, wenn sie fast täglich den Eindruck erwecken, die Pandemie breite sich gegenwärtig trotz der verhängten Quarantänen weiter «rasant» aus, wie es beispielsweise die SRF-Tagesschau am 23. März machte.

Bei den Todesopfern müsste deutlich erwähnt werden, dass sich alle noch Tage vor den Ausgehbeschränkungen angesteckt hatten. Die weiterhin stark steigende Zunahme der Infizierten (siehe SRF-Grafik) ist eine Unstatistik, worauf Infosperber schon wiederholt hingewiesen hat. Je mehr Tests man macht, desto mehr Infizierte findet man. Vor kurzem machte man nach offiziellen Angaben in der Schweiz noch rund 2000 Tests täglich, jetzt 7000. Diese Information, welche die Kurve der Grafik stark beeinflusst, hat die Tagesschau unterschlagen. Wenigstens wies der Moderator auf einen anderen Fehler der Grafik hin: Seit zwei Tagen seien «alle positiv Getesteten» berücksichtigt, während es vorher nur diejenigen waren, die das Referenzlabor bestätigt hatte.

Fazit: Diese Kurve vergleicht Äpfel mit Birnen. Niemand weiss, wie viele vor drei Wochen und wie viele heute angesteckt sind. Sollten es in der Schweiz zwanzigmal so viel sein wie die unterdessen offiziell rund 10'000 Bestätigten, dann wären es 200'000 oder 2,3 Prozent der Bevölkerung. Das Todesrisiko wäre ähnlich wie bei einer Influenza. Das BAG und die Medien müssten viel mehr Menschen auch mit leichten Symptomen testen. Und mindestens müssten Behörden und Medien jeweils darüber informieren, wie viele Personen jeweils getestet wurden, und wie viele davon mit «positivem» und mit «negativem» Resultat. Von einer seriöser Information kann sonst nicht die Rede sein.

Wenig glaubwürdig macht sich BAG-Spezialist Daniel Koch, wenn er heute erklärt, normale Gesichtsmasken brächten «praktisch keinen Schutz». Noch vor zwölf Jahren forderte das BAG alle Erwachsenen auf, je 50 Hygienemasken anzuschaffen, um das Infektionsrisiko zu begrenzen. Und laut Epidemieplan des BAG von 2018 können Hygienemasken «gesunde Personen bis zu einem gewissen Grad vor einer Ansteckung schützen». Auch die vom BAG jährlich empfohlene Influenza-Impfung hilft nur «bis zu einem gewissen Grad». Kommt dazu, dass viele, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind, dies während mehrerer Tage gar nicht merken und andere ohne Maske häufiger anstecken. Warum nicht offen informieren, dass in der Schweiz zu wenige Masken vorhanden sind und aus diesem Grund vom Tragen abgeraten wird? Das würde den Verdacht vermeiden, dass das BAG auch über andere Fragen nicht offen informiert.

Ein Handicap der Medien besteht darin, dass selbst grosse Medien nur vereinzelt über Journalistinnen oder Journalisten verfügen, welche epidemiologisch geschult sind und auftretenden Experten kritische Fragen stellen können. Es fällt nicht einmal auf, dass beispielsweise der heute viel zitierte Professor Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel noch Ende Januar erklärte, es gebe «keinen Grund zur Panik». Es seien «sehr gute und effiziente Möglichkeiten vorhanden, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen» [Ausgangsbeschränkungen und Lädenschliessungen waren nicht gemeint]. Die Sterblichkeitsrate sei «bislang wesentlich kleiner als bei der Infektionskrankheit Sars». Zwei Monate später, am 22. März, liess sich Neher von der NZZ am Sonntag wie folgt zitieren: Selbst wenn man harte Gegenmassnahmen ergriffe, wäre bis Ende Juni mit fast 3700 Toten zu rechnen.

Spitalengpässe als Hauptgrund der drakonischen Massnahmen

Die jährliche Influenzaepidemie, an der nach Angaben der WHO weltweit bis zu 650'000 vor allem alte Menschen vorzeitig sterben, hat Behörden bisher in keinem Land dazu veranlasst, ähnliche drastische Notstandsmassnahmen zu ergreifen. Das kann jedoch mit zwei Eigenschaften des Covid-19 begründet werden. Erstens führt das Virus nach heutigem Wissen zwar nicht zu häufigeren, aber zu schwereren Krankheitsfällen, die eine längere Intensivbehandlung nötig machen. Zweitens verbreitet sich das neue Coronavirus ungleich rascher. Beides zusammen kann schnell dazu führen, dass es in Spitälern während des Höhepunktes der Epidemie zu wenig Kapazitäten gibt. Die getroffenen Massnahmen werden die Verbreitung des Virus sicher stark verlangsamen, so dass sich die Intensivpatienten über einen längeren Zeitraum verteilen und bestmöglich behandelt werden können.

Offene Fragen

Hier nur eine kleine Auswahl von Fragen und Feststellungen, auf die es noch keine definitiven Antworten gibt:

  • Die Todesfälle infolge Coronavirus müssten dazu führen, dass während der Pandemie insgesamt mehr Menschen sterben als ohne Pandemie (Höhere «Gesamtmortalität»). Das war bisher nicht der Fall, was zeigt, dass masslos übertrieben wird.
    Mögliche Antwort: Nur dank der drastischen Massnahmen sind in China und bei uns bisher nur wenige Menschen gestorben, so dass dies keinen Einfluss auf die Statistik der Gesamtsterblichkeit hat.
  • Coronaviren hat es schon immer gegeben.
    Mögliche Antwort: Beim Coronavirus Sars-CoV-2 handelt es sich um ein neuartiges Coronavirus, gegen das noch eine geringe Immunität besteht* und dessen Eigenschaften noch wenig bekannt sind.
  • Mit der Einnahme von genügend Vitamin D und einer allgemeinen Stärkung des eigenen Immunsystems ist man gegen Sars-CoV-2 weitgehend geschützt. Die drastischen Massnahmen sind unnötig.
    Mögliche Antwort: Wie bei der jährlichen Influenza sind Menschen mit einem guten Immunsystem tatsächlich viel weniger betroffen. Risikogruppen sind vor allem über 70-Jährige, die an Diabetes, Bluthochdruck und Herzkreislaufkrankheiten leiden. Dieser Risikogruppe helfen Vitamin D, Selen oder Zink kaum mehr. SARS-CoV-2 ist für diese Risikogruppe noch gefährlicher als die bisherigen Influenza-Viren.

Best and Worst Case

Im besten Fall sieht die Zukunft wie folgt aus: Warmes Wetter bekommt dem Virus schlecht und die Pandemie flaut ab. Bis zum nächsten Winter ist das neue Virus Sars-CoV-2 mutiert und macht kaum noch krank, ähnlich wie das beim SARS-Virus geschah. Es sterben fast nur alte Menschen, die meistens schon an Diabetes, Lungen- und Herzkreislaufkrankheiten litten und auch ohne das Virus bald gestorben wären. Im Februar 2021 kommt eine Impfung auf den Markt, so dass das Virus unter Kontrolle bleibt. Die Wirtschaft erholt sich schnell.

Im schlimmsten Fall rechnet der britische Epidemiologe Neil M. Ferguson trotz Massnahmen allein in den USA mit zwischen 1,1 und 2,2 Millionen Toten (in der Schweiz wären dies 23'000 bis 55'000 Personen). Es kommt zu einer Wirtschafts- und Finanzkrise mit enorm vielen Arbeitslosen.

Die Alternative der geregelten Ansteckung

Der britische Premier Boris Johnson und der niederländische Premierminister Mark Rutte wollten zuerst eine andere Strategie fahren: Nur die Risikogruppe der Seniorinnen und Senioren würde bestmöglichst geschützt. Alle anderen wären dem Virus ausgesetzt und würden in den allermeisten Fällen nach einer harmlosen Grippe gegen das neue Virus immun.

Patrick Vallance, Grossbritanniens oberster wissenschaftlicher Regierungsberater, hatte empfohlen, das Land solle «einen Grad von Herdenimmunität» erreichen. In den Niederlanden hatte Jaap van Dissel, oberster Virologe am Reichsinstitut für Volksgesundheit und Umwelt gesagt: «Wir wollen das Virus kontrolliert unter jenen sich verbreiten lassen, die damit wenig Probleme haben.»

Mit einer solchen Strategie hätte man die Wirtschaft weiterlaufen lassen und die teilweise ebenfalls tödlichen Folgen einer grossen Wirtschafts- und Finanzkrise vermeiden können.

Thomas House, Statistiker der Universität Manchester, erstellte Simulationen mit verschiedenen Covid-Szenarien. Er hält es für durchaus möglich, dass die strikten Massnahmen, die viele Länder jetzt verhängen, die Epidemie nicht verlangsamen, sondern nur um einige Wochen oder Monate verschieben. Irgendwann müsse aber das normale Leben wieder aufgenommen werden. Wenn bis dahin keine Immunität in der Bevölkerung erreicht werde, nehme die Epidemie sofort wieder an Fahrt auf.

Der Londoner Infektionsspezialist Martin Hibberd hält es für wünschenswert, dass möglichst viele Menschen eine Immunität gegen Covid-19 erlangen, bevor in etwa neun Monaten die nächste Grippe-Saison beginnt. Bis dann sei ein wirksamer Impfstoff noch kaum entwickelt.

Doch viele andere Immunologen halten dagegen und bezeichnen diese Strategie als «unethisches Experiment». Die britische Gesellschaft für Immunologie stellt in Frage, ob an Covid-19 Erkrankte nachher tatsächlich länger dagegen immun bleiben. Auch auf politischen Druck hin nahmen Boris Johnson und Mark Rutte von dieser angedachten Strategie Abstand und verhängten ähnliche drastische Massnahmen wie andere Länder.

In der Schweiz plädiert der Freiburger Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger für eine «geregelte Corona-Ansteckung». Er befürchtet, dass die Verzögerungsstrategie scheitert: «Mit Isolation, Bewegungsmangel und Angst um die wirtschaftliche Existenz wachsen Stress, Vereinsamung, innerfamiliäre Konflikte, Suchtprobleme und Depressionen.» Die Frage stehe im Raum, «ob die Verzögerungsstrategie am Ende nicht mehr Todesfälle bewirkt, als sie verhindert».

Eichenberger befürchtet einen «flächendeckenden wirtschaftlichen Zusammenbruch». Deshalb schlägt er in einem Gastartikel der NZZ (Bezahlschranke) vor, nur die besonders Gefährdenden hart abzuschotten, aber den wenig Gefährdeten ihre volle Freiheit zurückzugeben. Gut organisierte, gelenkte Infektionen seien «für die Betroffenen und die Gesellschaft mit weniger Risiken verbunden als die ungeplanten Infektionen unter der Verzögerungsstrategie». Die heute praktizierte Corona-Strategie «vermag wohl ein Ende mit Schrecken zu verhindern, aber nur um den Preis eines Schreckens ohne Ende».

Ob Reiner Eichenberger recht hat, kann niemand sagen. Aber man macht es sich zu leicht, wenn man seine Argumente einfach ignoriert. Vor allem gilt es, die Entwicklung in China genau zu verfolgen. Dort werden die drastischen Massnahmen schrittweise zurückgefahren. Bestehen Anzeichen, dass sich die Epidemie wieder ausbreitet?

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Infosperber-DOSSIER:
Coronavirus: Information statt Panik

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Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin: Covid-19: Wo ist die Evidenz?

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*KORREKTUR VOM 26. März 2020
Anfänglich hiess es hier «überhaupt keine Immunität». Unser Leser Benjamin Kilchör wies zu recht darauf hin, das in der Bevölkerung offensichtlich eine «Restimmunität» von früheren Erkrankungen an anderen Coronaviren vorhanden ist. Sonst würden viel mehr Menschen an Covid-19 schwer erkranken.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

16.3.2020 Ferguson

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31 Meinungen

Als Laie kann man zu Corona nicht viel sagen. Man ist auf sachgerechte Informationen von Wissenschaftern angewiesen. Es heisst «Bleibt zu Hause». Hier in Oerlikon sprayen das Kinder schon auf die Strasse: «Stay home». Ich frage mich, warum soll ich nicht spazieren gehen, an die frische Luft, an die Sonne? Es heisst ja sonst das sei gesund, auch wenn man schon älter als 65 ist.
Wohl oder übel informieren wir Laien uns auch im Netz und nehmen die Aussagen von Fachleuten zur Kenntnis die sich kritisch zu den drastischen Massnahmen äussern.

Zum Beispiel: Professor Dr. Stefan Hockertz, Immunologe und Toxikologe:
Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist in seiner Gefährlichkeit mit der bekannten Influenza vergleichbar, die wir schon in früheren Jahren hatten. «Corona» ist nicht die Pest, es ist nicht Ebola und sogar Masern sind gefährlicher. Die getroffenen Maßnahmen sind überzogen und ruinieren mehr Menschen als das Virus selbst. Interview unter:
https://www.youtube.com/watch?v=7wfb-B0BWmo
Heinrich Frei, am 25. März 2020 um 12:00 Uhr
Ich teile die Meinung, dass der momentan gafahrene Kurs kurzsichtig ist. Hebt man die getroffenen Massnahmen auf, stehen wir wieder in der Situation wie im Februar. Irgendwann müssen wir die Existenz des Virus und unsere Machtlosigkeit ihm gegenüber akzeptieren. Deher stimme ich Herrn Eichenberger in seinem Fazit «Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende» zu.
Marc Fischer, am 25. März 2020 um 12:14 Uhr
Zwischen USA und China gibt es zur Zeit einen Schlagabtausch.
Trump bezeichnet die Krankheit als Chinavirus und die Chinesische Führung behauptet, das Virus wurde durch die USA eingeschleppt.
Eine Konfrontationspolitik ist wenig hilfreich.
Eher wohl ein Kooperation und ein gemeinsamens Lernen.
Die chin. Ärzte waren, das die Europäer die gleichen Fehler machen, wie die China am Anfang.
https://www.focus.de/gesundheit/news/fehlende-schutausruestung-chinesische-mediziner-warnen-macht-europa-die-gleichen-fehler-wie-wuhan_id_11784289.html

Japan, Taiwan u Singapur haben weitaus mehr Krisenerfahrungen als Europäer, durch Erdbeben, Tsunami und Taifune. Sie können daher die Corona Krise besser handhaben.
Wir sollten uns mit denen, im Krisenmanagement austauschen.
Unter anderen der österreichische Kanzler Kurz bemängelte aber die fehlende Kooperation und die Hilfsbereitsschaft in der EU.
Auf Hilfsanfragen Italien an die EU, gab es daher auch den Mittelfinger.
Dafür helfen Italien aber Russen, Chinesen und Kubaner.
Polen und Tschechen u.a. behindern dagegen die Hilfslieferungen an Italien.

"EU-Solidarität: Polen und Tschechien beschlagnahmen chinesische Hilfe für Italien «
https://deutsch.rt.com/europa/99729-eu-solidaritat-polen-und-tschechien/

Statt sich im Kampf gegen Corona zu einen oder zur Kooperation aufzurufen, nutzen deutsche Medien die Corona Krise für Hetzpropaganda.

siehe
"Auf die Corona-Infektionen reagierte Russland zügig"
https://www.nachdenkseiten.de/?p=59587
Dieter Gabriel, am 25. März 2020 um 13:09 Uhr
Ich finde es schlicht und einfach hoch riskant und letztlich auch völlig unverantwortlich einmal «auszuprobieren» was passiert, wenn man die Schutzmassnahmen auf die besonders gefährdete Bevölkerung einschränkt. Das sind Experimente an Menschen.
Völlig berechtigt ist allerdings der Hinweis, dass die Fallzahlen direkt von der Anzahl der Tests abhängen. Solange nicht z.B. wöchentlich eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung getestet wird, sind wir im Blindflug. Aus diesem Grund machen auch Vergleiche mit andern Ländern keinen Sinn. Aussagekräftig ist einzig die Zahl der am Virus verstorbenen Menschen. Sofern der Staat in der Lage ist, diese auch korrekt zu erfassen. Was ja im Moment offenbar nicht der Fall ist. Aber diese Zahlen sind letztlich nicht mehr sehr wichtig weil es für diese Menschen ja zu spät ist. Hingegen wären repräsentativ erfasste Zahlen von positiv getesteten Menschen sehr aufschlussreich und würden auch ein reales Bild der Entwicklung und der Auswirkungen von Massnahmen vermitteln.
Ueli Custer, am 25. März 2020 um 13:12 Uhr
Guten Tag Herr Gasche

Danke für die den kritischen Übersichts-Artikel, der wichtige Fragen stellt.

Zwei Fragen/Bemerkungen:

Wie kommen Sie darauf, dass es zwanzigmal mehr Infizierte sein könnten, als positiv getestet wurden? Aktuelle Studien gehen doch eher vom Faktor 5 bis 11 aus. In der Schweiz könnte dieser Faktor eventuell noch tiefer sein, da jetzt sehr viel getestet wird.

Bei der Feststellung/Frage zur Gesamtmortalität sollte ein Zeitraum und eine Region angegeben werden. Es kann ja niemand abstreiten, dass in einigen Regionen Norditaliens die Gesamtsterblichkeit in den letzten Wochen massiv höher war als ohne Pandemie.
Thomas Neuenschwander, am 25. März 2020 um 13:36 Uhr
Danke für diesen weitgefassten ausgezeichneten Rundumblick.
Wenn alle Medien «geradeheraus» die gesamten Fakten berichten würden, würde es wohl auch falsch interpretiert, denn ich (und wohl alle Infosperber-Leser) diskontiere eine Aussage je nach Herkunft.
Herrn Koch rechne ich hoch an, dass er sich als zuverlässigen Fahnenträger in Szene setzt - auch wenn er wohl nicht immer sagen kann, was wirklich Sache ist, denn er muss ja auch wieder abwägen, wie es aus seinem Munde ankommt. Eine vertrackte Situation.
Ich vermisse aber auch sehr zuverlässige Zahlen über die Anzahl geprüfter u.ä.
Die Proben haben wohl stark zugenommen, das exponentielle Wachstum scheint in der Schweiz gebrochen.
Heiner Graafhuis, am 25. März 2020 um 13:59 Uhr
Sehr geehrter Her Gasche, INFOsperber übersieht nichts, wie wir wissen. Haben Sie die ausgezeichnete Sendung «Leschs Kosmos» vom 24. März eventuell doch übersehen? Ihr Inhalt schützt vor Corona auch nicht, aber er hätte Ihren langen Exkurs über das Mediengeschnatter unnötig gemacht.
https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/corona-was-sagt-die-wissenschaft-102.html
Walter Schenk, am 25. März 2020 um 13:59 Uhr
Lieber Herr Gasche
An Stelle des Schwätzers Wodarg (zit. Lukas Fierz), gibt es auch ernstzunehmendere kritische Stimmen, welche zitiert werden können und auch wirklich konstruktiv zur Diskussion beitragen:
zB Pietro Vernazza vom Kantonspital St. Gallen
https://infekt.ch/2020/03/neues-verstaendnis-der-covid-19-epidemie/
Thomas Oberhänsli, am 25. März 2020 um 15:06 Uhr
Es gibt also bisher die zwei Möglichkeiten: Isolation oder gewollte (nicht verhinderte) Ansteckung. Da niemand das Virus Sars-CoV-2 bislang genau genug kennt und bisher nur empirische Daten zu Verlauf, Betroffene und Anzahl der Sterbefälle vorliegen, lassen sich nur ungesicherte Vorhersagen über die Dauer und Schwere der Pandemie treffen. Wem höre ich nun zu: Leuten wie R. Eichenberger oder Virologen, Medizinern und Forschern? (Die immer auftretenden «Experten» interessieren mich nicht). Mir ist der Vorschlag Eichenberger zu radikal, es geht fast ins Zynische. Das kann man einfach vorschlagen, wenn man keine Verantwortung trägt.
Aber trotzdem: irgendwann müssen wir zurück zum Normalbetrieb und je länger der Ausnahmezustand dauert, je drängender wird das. Würde man mit einem Teil des vielen Geldes nicht nun besser ein Notkrankenhaus mit ein paar Tausend Betten errichten? Gibt es eine Mischform: Isolation der Gefährdeten, bis die Immunität eines genügend grossen Teil der Bevölkerung hergestellt ist?
Auf die Impfung können wir nicht warten. So lange können wir das Leben nicht lahm legen (> 1 Jahr). Dann werden die 42 Milliarden CHF nicht reichen, bei weitem nicht.
Jan Holler, am 25. März 2020 um 15:19 Uhr
Sehr geehrter Herr Gasche Aus meiner Sicht ist das grosse Problem der meisten Medineschaffenden ganz allgemein, dass sie nicht geschult sind Visionen oder Utopien zu präsentieren. Menschen handeln aber sehr stark auf der Basi von Visionen. Die einnen sehen die Zukunft mit Millionen von Toten zu denen sie möglicherweise selbst zählen.Sie selbst haben mir die Gründe geliefert. Ich bin 62, nehme Insulin und Blutdrucktabletten. Das perfekte Einfallstor für den Coronavius, wie sie geschrieben habe. Nun ich sehe die Welt ganz anders. Ein zukünfiges System wird vor allem stabilisiert durch die Wandlung der bisherigen Systeme in ein nachhaltiges Grundeinkommen. Mit bisherigen Systemen meine ich Kindergelder, Arbeitslosengelder, IV, AHV, Sozialhilfe usw. Als nachhaltige bezeichne ich die Fanzierung mittels Ressourcen-Lenkungsabgaben und einer Mikrosteuer. Wie wir aus der Corona-Krise heraus kommen, hängt primär davon ab, ob es uns gemeinsam gelingt Visionäre und Utopische Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Was mit Sicherheit zur Katastrophe führt ist, Schuldige zu suchen und die alten Systeme aufrecht zu erhalten. Oder in den Worten von Einstein, die reinste Form des Wahnsinns sit es nichts zu ändern und zu glauben es ändere sich etwas. Bitte hallten sie ihre Kollegen an, gemeinsam eine neue humanistische Zukunft zu gestalten.
Urs Anton Löpfe, am 25. März 2020 um 15:30 Uhr
Lese endlich die Zeitungsartikel der letzten Tage, die ich mir runtergeladen habe und erschrecke:
Praktisch überall werden die Massnahmen damit begründet, dass sonst unser Gesundheitssystem kollabiert. Für 80 % der Erkrankten sei die Grippe aber völlig harmlos (NZZ). Da kommt mir die Galle hoch: Weil unsere Sparpolitiker das Gesundheitssystem heruntergefahren haben, Spitäler geschlossen haben und noch mehr schliessen wollen, entsteht der Schweiz nun ein Schaden von wahrscheinlich 50 Milliarden. Seit Jahren schreibe ich, dass Sparpolitiker nur Kosten und Leid bzw. Unmenschlichkeit verursachen. Von echtem Sparen haben sie null Ahnung und selbst ein Blinder ist weitsichtiger als sie und wegen dieser Politiker müssen sich nun alle einschränken, kommt mir nie mehr mit einer Sparvorlage, schaue sie nicht einmal an, sondern stimme nein!
Michel Ebinger, am 25. März 2020 um 16:55 Uhr
Das BAG liefert seit dem 9.3. täglich eine Zusammenfassung
https://tinyurl.com/r8wpqpf
Frühere Versionen können leider nicht heruntergeladen werden, da die Adresse unverändert bleibt. Immerhin wird auf der ersten Seite der tägliche Verlauf der „COVID-19 Fallzahlen“ seit 23.2.2020 grafisch dargestellt.
Was beim Blick auch auf dem aktuellen Bericht (25.3.) auffällt, ist der Abfall der Fallzahlen der letzten Tage. Der Vergleich mit den früheren Berichte zeigt allerdings, dass dies vor allem darauf beruht, dass die Nachführung der Fallzahlen zu den vergangenen Tage in Verzug ist - und mit der Zeit z.T. aufgefüllt wird.
Dies ändert jedoch nichts an der Kritik, dass hier „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden. Gesucht sind deshalb belastbare Daten - und solche sollten eigentlich zur Verfügung stehen. Konkret: Die Zahl der Corona-Patienten in den Spitälern. Ein mit den Insignien des Kantons ZH versehenes IT-Projekt hat ein Instrument dafür zur Verfügung gestellt: SARS-CoV-2 Cases communicated by Swiss Cantons and Principality of Liechtenstein „Our aim is to create a common official OGD dataset of SARS-CoV-2 cases of the Swiss Authorities.“ https://github.com/openZH/covid_19/blob/master/README.md,
das allerdings ausgerechnet von ZH nur mit den wenig aussagekräftigen Test-Zahlen gefüttert wird. Würden alle Kantone nur schon die Zahl der aktuell hospitalisierten Corona-Fälle einliefern, wäre auf Knopfdruck auch die Gesamtzahl für die Schweiz und deren zeitlicher Verlauf bekannt.
Ruedi Knutti, am 25. März 2020 um 17:54 Uhr
Die �m�glichen Antworten� auf die drei Fragen sind leider alle nicht zutreffend:

1) Man sieht nirgends eine �bersterblichkeit, richtig, aber auch in S�dkorea und Japan nicht, die keine �drastischen Massnahmen� einf�hrten. Somit kann es nicht an den Massnahmen liegen.

2) Dass gegen das Virus �noch �berhaupt keine Immunit�t besteht� wird von Immunologen wie Hockertz und anderen bestritten, weil bis zu 75% dr Personen gar keine Symptome entwickeln. Es ist noch nicht einmal klar, wie neu das Virus �berhaupt ist, es wird ja erst seit ein paar Monaten danach gesucht.

3) Das neue Virus ist auch f�r Senioren 70/80 nicht gef�hrlicher als Influenza, die in dieser Altersgruppe ebenfalls eine Letalit�t von �ber 10% ht. Im Gegenteil zeigt der kontrollierte Fall der Diamond Princess, dass sich das �neue Virus� eher auf der Stufe einer starken Erk�ltung bewegt, die bei vorerkrankten Patienten ebenfalls eine Letalit�t von 5 bis 8% ht.
Michael Javav, am 25. März 2020 um 19:30 Uhr
Was hätte man im Falle eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche gemacht ?
Josef Hunkeler, am 25. März 2020 um 20:25 Uhr
SRF Tagesschau Hauptausgabe 25.3.2020, 19:30h: Offensichtlich scheint es dem Parlament aktuell nicht möglich seiner Kontrollfunktion über den Bundesrat nachzukommen. Markus Schefer, Professor für Staatsrecht Universität Zürich, fordert deshalb die Presse im Interview auf (m:ss 8:40), in die Lücke zu springen, nicht nur als Sprachrohr des Bundesrates zu dienen sondern auch Kritik zu üben. Mit diesem Artikel kommt infospreber.ch diesem Apell in vorbildlicherweise nach. Bravo!
THOMAS OETTLI, am 25. März 2020 um 20:35 Uhr
Lieber Urs
Ich danke dir herzlich für deinen gut recherchierten Artikel. Es ist für mich von grossem, selten anzutreffendem Wert, sich einem so komplexen Thema mit der sauberen Unterscheidung von Fakten, Widersprüchen und offenen Fragen anzunähern, ohne sich ideologisch auf eine Seite zu schlagen. Du bist für mich ein Leuchtturm des aufklärerischen, der Demokratie und Freiheit verpflichteten Journalismus!
Danke an dieser Stelle auch für das Projekt Infosperber!
Stefan Bittner, am 25. März 2020 um 22:39 Uhr
Interessante Zahlen: Anzahl und Alter der Corona-Todesfälle im Kanton ZH:
Stand 25.März, sieben Menschen im Alter zwischen 78 und 97 Jahre.
Durchschnittsalter der Corona Toten in Deutschland = 81 Jahre !!!!
Paul Stolzer, am 25. März 2020 um 23:28 Uhr
Eine weitere totale Verzerrung in der Berichterstattung tritt auch auf, weil bei den von den Medien kommunizierten Corona-Toten nicht angegeben wird, ob sie DURCH oder MIT Corona verstorben sind. Das sind zwei grosse Unterschiede, gerade weil über 99% der Verstorbenen an einer oder mehreren Vorerkrankungen litten (Quelle: Italienisches Gesundheitsamt, stand 17. März)
Der Präsident des italienischen Zivilschutzes betont denn auch genau diesen Sachverhalt explizit (Minute 03:30 der Pressekonferenz). Mit anderen Worten, diese Personen starben, während sie zusätzlich positiv getestet wurden.
https://youtu.be/0M4kbPDHGR0?t=210
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es in Redaktionen heute überhaupt noch gewisse Qualitätsprüfungen gibt, bevor man solche offenkunding mangelhaften Zahlen und Statistiken untermauert von hysterisch anmutendem Vokabular einer schon verängstigten und verunsichterten Bevölkerung als Fakten serviert. Und dass hier die meinungsbildenden grossen Medienhäuser inkl. SRF unisono unkritisch und anderen, auch durchaus begründeten, Meinungen total intolerant reagieren, halte ich für äusserst gefährlich und letzten Ende demokratiegefährdend.
Joel Ruf, am 26. März 2020 um 10:11 Uhr
Herzlichen Dank für diesen sehr guten Artikel. Viele der Fragen treiben mich auch um, und das momentane Gefühl der Hilflosigkeit stellt sich genau darum ein, weil die Antworten (teilweise noch) nicht da sind.
Ein wichtiger Punkt in den Statistiken ist die Anzahl Menschen, die an COVID-19 sterben. Aber ist es wirklich richtig, bei über 80 Jahre alten Patienten mit signifikanter Vorerkrankung zu sagen, sie seien an COVID-19 gestorben? Viele Schwerkranke sterben in letzter Konsequenz unmittelbar an einer Infektion. Aber aus dieser Warte wirkt die neue Krankheit meines Erachtens tatsächlich schlimmer, als sie ist. Über einen medizinisch kompetenten Kommentar zu dieser Sichtweise würde ich mich freuen.
Adrian Borer, am 26. März 2020 um 11:15 Uhr
ich hätte gerne eine genaue Statistik, über die Todesfälle der sog. Covid19-Erkrankten /Gestorbenen - nämlich sehr genau, welche Vorerkrankungen diese hatten, wie lange schon und in welcher Kombination, ob sie zuhause gepflegt wurden, oder in einem Spital, wo die spitalinternen Erreger auch noch Infektionen verstärken - nämlich nur so kann der Bund Rückschlüsse ziehen, welche Strategie sinnvoll war, oder auch noch werden könnte. Die Frage stellt sich, welche Lobby hat keine Interesse an einer solchen Aufschlüsselung - oder weshalb tun die Universitäten da nichts (oder man hört nichts davon!) Es freut mich dass der BR mit dem Geld herausrückt, aber an wen er es verteilt, da werden wir sehr unscharf informiert. Gut fände ich es, wenn die Krankenkassen im Auftrag des Bundesrates ein zeitweises bedingungsloses Grund-Einkommen an jeden Bürger auszahlt, welcher zB nicht über Krankentaggeld verfügen kann, weil er dazu nicht versichert ist. Die Daten wären wahrscheinlich dort schon erhoben und brauchen nicht noch eruiert zu werden. Ein weiteres Anliegen wäre mir, dass der E-Franken von des SNB direkt an den Bund gehen, anstatt dass dieser Geld bei privaten Banken aufnehmen muss, um es später wieder zurück-zahlen zu müssen. Das Geld von Privaten Banken erzeugen die sowieso aus der Luft und müssen es selber auch niemanden mit Zinsen zurückzahlen. Die SNB hat sowieso des Recht digitales Geld in genügender Menge zu schöpfen.
Carlos Werner Schenkel, am 26. März 2020 um 11:40 Uhr
Guten Tag Herr Gasche,
Wieder mal ein super Artikel. Sie schaffen es komplexe Informationen einfach zu beschreiben. Machen Sie weiter so und bleiben Sie gesund!
Daniel Bertschi, am 26. März 2020 um 13:02 Uhr
"Beim Coronavirus Sars-CoV-2 handelt es sich um ein neuartiges Coronavirus, gegen das noch überhaupt keine Immunität besteht und dessen Eigenschaften noch wenig bekannt sind."

Gleich zwei Immunologen haben diese «mögliche Antwort» verneint, nämlich der im Bericht erwähnte Stefan Hockertz, aber auch Beda Stadler, der in der Weltwoche vom 19.3. schreibt (S.18):

"Es ärgert mich also wirklich, wenn alle derzeit den Satz nachplappern, dieses neue Virus sei so gefährlich, weil im Volk keine Immunität dagegen bestehe. Wäre das so, würde das Virus Jung und Alt gleichermassen krank machen. Es weiss nun wirklich jeder, dass dies nicht der Fall ist. Aus diesem Grund sollte man vielleicht epidemologische Modelle, die alle von null Immunität ausgehen, etwas hinterfragen."

Dies führt er dann noch weiter aus, ganz ähnlich wie Hockertz mit der ähnlichen Oberflächenstrucktur von Sars-CoV-2 mit anderen Coronaviren und spricht von einer «Restimmunität», die offensichtlich vorhanden sei:

"Da wir also praktisch alle einmal eine Corona-Erkältung hatten, haben wir mit grösster Wahrscheinlichkeit einen Rest an Immunität gegen Sars-CoV-2. Man nennt das Restimmunität und beobachtet dieses Phänomen bei fast allen Virenfamilien, selbst bei Influenzaviren."

Schade, dass die Behauptung, es gebe «überhaupt keine Immunität» trotz öffentlicher Einsprüche von Immunologen immer noch herumgeistern.
Benjamin Kilchör, am 26. März 2020 um 17:50 Uhr
@Carlos Werner Schenkel, Sie wünschten Statistiken:

Statistik des Koreanischen Gesundheitsministeriums KCDC vom 11.03.20
http://is.cdc.go.kr/upload_comm/refile.do?cmd=fileDownloadC&comfile_se=VIjNVSGT0pEA7VTLzJwRIfU1Mq||^||yL8NA5EoGv3cx9Us=&

Statistik des Chinesischen Gesundheitsministeriums CCDC vom 11.02.20
http://infekt.ch/content/uploads/2020/02/COVID-19.pdf

Statistik des Italienischen Gesundheitsministeriums ISS vom 13.03.20
https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/bollettino/Report-COVID-2019_13_marzo.pdf

Anmerkung:
War den Regierungen bekannt und wurden jedoch ignoriert. Die Folgen sind kopf- und planlose Massnahmen. Kurz: Staatsversagen.
Peter Herzog, am 27. März 2020 um 08:09 Uhr
Danke Peter Herzog. Werde wahrscheinlich aus nicht journalistisch aufbereiteten Statistiken nicht schlau, aber ich bin froh dass es einen Teil davon gibt. Jetzt fehlt also noch die politische Kraft, die sich für die aufklärende Veröffentlichung - bis zu deren Anerkennung - vielleicht schon nur im Parlament, einsetzt. Anstatt Staatsversagen müsste man konstatieren: diverse Lobbyisten helfen den Regierungen das Volk an der Nase herum zu führen und die Mainstream-Medien dienen ihnen ev. sogar gerne.
Carlos Werner Schenkel, am 27. März 2020 um 18:20 Uhr
Danke Herr Gasche für diesen Artikel. Da sind endlich einmal alle Bedenken systematisch, logisch und sachlich zusammengefasst, die ich bislang auch hatte. Eine Zahl, die im Zusammenhang mit der «Coronakrise» interessant sein könnte, aber die ich noch nirgends gesehen habe, ist die Anzahl Menschen, die «normalerweise» sterben. Das lässt sich aus amtlichen Quellen leicht errechnen. In der Schweiz sterben laut

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle/todesfaelle.html

mehr als 65'000 Personen pro Jahr, also rund 180 pro Tag. Für Frankreich bin ich auf rund 1600 Todesfälle pro Tag gekommen, in Italien sind es etwa 1700. Dies sind nun die Durchschnittswerte. Wie stark die Zahlen saisonal schwanken also z.B. in der Grippesaison höher, im restlichen Jahr entsprechen tiefer sind, weiss ich nicht, aber dass schon der Durchschnittswert so hoch ist, ist wohl den wenigsten bewusst. Wenn man es aber einmal weiss, relativiert sich eine «Horrormeldung», dass z.B. in Italien an einem Tag 700 Menschen «am Coronavirus» gestorben sind, schon beträchtlich, zumal noch mit dem berechtigten Hinweis in einem Kommentar weiter oben, dass viele Patienten eben nicht «an», sondern «mit» COVID-19 sterben.
Daniel Wacek, am 27. März 2020 um 20:43 Uhr
Danke für den Artikel.
Logisch: je mehr Tests gemacht werden, desto mehr CoViD19-Fälle werden entdeckt. Weil Tests jetzt nur erfolgen, wenn Symptome vorliegen, sagen die Fallzahlen gegenwärtig überhaupt nichts aus über die Anzahl bereits Infizierter und noch weniger darüber, wie viele bereits eine Immunität entwickelt haben. Die Anzahl Todesfälle hängt davon ab, wie gut ein Gesundheitssystem, die Vorbereitung auf Pandemien und die Altersstruktur der Bevölkerung ist.
Für eine realistische Abschätzung der Anzahl Infektionen und Immunisierungen müsste wohl eine repräsentative, genügend grosse Zahl zufällig ausgewählter Leute aus allen Altersklassen während mindestens 4 bis 5 Wochen jeweils ein- oder mehrmals getestet werden. Bei den positiven Fällen müsste danach auch noch überprüft werden, ob tatsächlich eine Immunisierung vorliegt, ob es Zweitinfektionen gibt usw. Für solche Untersuchungen müssten während mehrerer Wochen tausende von Tests reserviert werden, die dann ev. für die bereits auftretenden symptomatischen Fälle nicht zur Verfügung stehen. Das wäre sicher ein gewisses Dilemma. Aber wie sonst, als mit einer Untersuchung von repräsentativen Bevölkerungs-Samples, könnten einigermassen zuverlässige Daten über den Verlauf der Pandemie erhoben werden, auf deren Grundlage entschieden werden kann, wie weiter vorzugehen ist? Denn es ist auch klar, dass der Lockdown nicht während Monaten aufrechterhalten werden kann, und das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen.
Kurt Brülisauer, am 28. März 2020 um 12:25 Uhr
Bin froh das es doch noch einige Menschen gibt, die den guten Artikel von Herr Gasche verstärken.
Viel Gutes wurde geschrieben, möchte es teils noch ergänzen.
Als erstes ist es wichtig das Umfeld und die Player zu kennen. Nachfolgend ein für micv zwingend wichtiger Beitrag eines öffentlichen Fernsehsenders. Alles Fakten, bilden Sie sich bitte eine Meinung: https://youtu.be/0mlim_sQsRI
Zu den Todesfällen: 99% (Herr Ryf) haben nachgewiesener Massen ei e oder mehrere Vorerkrankungen. Man macht jeweils keine Autopsie beim anderen 1%, dh vielleicht wären es sogar 100%.
Zu den Coronaviren: es gibt wie verschiedene Leser erwähnten kein Beleg keiner Immunität. Nebst kein Beleg eines Toten durch den Virus, macht man gegen die hingegen als Vergleich sicher 100000den von Grippetoten gar nichts.
Vitamin D: alle Toten bei denen man es gemesen hatte, hatten viel zu tiefe Vitaminspiegel. Vitamin D hilft erwiesenermassen nebst dem Immunsystem bei Asthma dh auch der Lunge. Alles (praktisch) ohne Nebenwirkung. Könnte es deshalb nicht auch einigen der Betroffenen def Risikogruppe helfen? Nichts sprichg dagegfn, dies sogar zur Vorbeugung zu nehmen.
Übrigens Dr Wodarg ist einer der wenigen unabhängigen Fachleute, der sich mit Viren auch in China etc beschäftigte. Der das mit der Schweine- und Vogelgrippe vorausgesagt hat. Und der wegen der begründeten Kritik an der Pharma von der Transperency International, der Koalition gegen Korruption ausgeschlossen, obwohl er da Vorstandsmitglied ist!
Beat Schärer, am 28. März 2020 um 18:56 Uhr
Nun geht es los in den USA ....

Die 38% der Bevölkerung mit zum Teil unfassbarem Übergewicht
( Weltweit Platz 1)
und die daraus resultieren
10.5% der Bevölkerung in einer eigentlichen Diabetes-Pandemie
und die wiederum daraus resultierenden Kinder/Jugendlichen mit Hyperglykämie

Versterben mit covid19 als Auslöser.

Eine gefundene Schlagzeile für die Medien, wenn
180kg bis 240kg (Entschuldigung ) „Thunder“ der Afro– und Latin Amerikanischen Bevölkerung, welche sich nur mit Hilfe von Elektro–Rolator fortbewegen können oder sonst schon auf Pflege angewiesen waren, mit Covid19 in Verbindung gebracht werden können.

Die eigentlichen Pathologischen Probleme dieser Opfer werden einfach NICHT kommuniziert. Wie auch in der Schweiz diese nicht kommuniziert werden.

Es ist wirklich Unfassbar, das die Menschen nicht aufgeklärt werden,
schon nur über Leben und Tod.
Jacques Marchand, am 29. März 2020 um 04:09 Uhr
Gemäss WHO verbreitet sich Influenza schneller als das COVID-19. Da hat sich im Infosperber-Artikel wohl einen Fehler eingeschlichen?
https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-similarities-and-differences-covid-19-and-influenza
Urs Giezendanner, am 29. März 2020 um 22:55 Uhr
Vielen Dank für den ausgewogenen Beitrag! Eine Wohltat in diesen emotional sehr aufgeheizten, stark polarisierten Zeiten sogar unter engsten Freunden!
Eine kleine Ergänzung: in den Mortalitätsraten werden laut RKI derzeit alle positiv getesteten Menschen aufgenommen, unabhängig von der faktischen Todesursache, sprich 'mit Corona' oder 'an Corona' werden nicht differenziert (vor allem für Italien sehr aktuell).
Nina Ahrens, am 30. März 2020 um 02:50 Uhr
@Giezendanner. Diese WHO-Darstellung «Q&A: Similarities and differences – COVID-19 and influenza» ist m.E. nicht seriös. Quellenangaben fehlen vollständig. Und alle Virenträger werden als Kranke bezeichnet. Doch krank ist man gemäss allgemeiner Definition erst, wenn die Gesundheit wegen auftretender Symptome beeinträchtigt wird. Wir tragen alle viele Viren in uns.
Urs P. Gasche, am 30. März 2020 um 10:47 Uhr

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