Corona-Kranker wird mit einer Lungenmaschine beatmet. © zdf

Corona: «Die Lungenmaschine ist häufig kontraproduktiv»

Werner Vontobel / 21. Apr 2020 - Der Einsatz von Beatmungsmaschinen, die an einigen Orten rar wurden, sei oft nicht angezeigt, erklären namhafte Intensivmediziner.

Corona ist auch eine Pandemie von Fehlern. Angefangen bei der Prävention bis hin zu den Behandlungsprotokollen auf den Intensivstationen.

Wie sollte man die Patienten behandeln? Viel Zeit war nicht. Kaum war das Corona-Virus identifiziert, waren Spitäler an manchen Orten schon voll. Man einigte sich auf die bewährten Leitlinien für akutes Atemnotsyndrom (Fachjargon ARDS – Acute Respiratory Disease Syndrom), das den frühen Einsatz von maschinellen Beatmungsgeräten vorsieht. In der Folge wurden diese schnell einmal knapp – und die Spitäler waren froh, dass einige Patienten diesen Eingriff kategorisch ablehnten.

Sehr erfolgreich sind diese Leitlinien bei Erkrankungen an Covid-19 allerdings nicht. In der Schweiz beispielsweise wurden bis zum 4. April 3212 Patienten wegen Covid-19 ins Spital eingeliefert. 899 oder 28 Prozent von ihnen sind gestorben. Das ist selbst dann ein extrem hoher Wert, wenn man bedenkt, dass fast 70 Prozent der Verstorbenen älter als 80 Jahre waren und fast immer an schweren Grunderkrankungen litten.

Doch inzwischen hat sich bei Fachärzten auf den Intensivstationen herumgesprochen, dass die allermeisten Covid-19 Patienten ganz andere Symptome aufweisen als die üblichen ARDS-Patienten. So litten sie etwa auch bei einer extrem tiefen Sauerstoffsättigung des Blutes kaum unter Atemnot. Dem italienischen Intensivmediziner Professor Luciano Gattinoni am Universitätsspital von Göttingen ist aufgefallen, dass sich einige der Patienten, die eine künstliche Beatmung verweigert hatten, überraschend gut erholten.

Gattinoni ist der Sache nachgegangen. Gemeinsam mit sieben Fachkollegen schrieb er Mitte April in einem Editorial, dass nur etwa 20 bis 30 Prozent der Covid-19 Patienten die üblichen ARDS-Symptome zeigten. Die Schlussfolgerung, dass 70 bis 80 Prozent der Patienten falsch behandelt werden, wurde aber in dem Text nur sanft angedeutet. Das hat der New Yorker Notfallmediziner Cameron Kyle-Sidell in einem Interview mit Medscape nachgeholt. Er hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie Gattinoni und setzt sich jetzt in seinem Spital in Brooklyn dafür ein, dass das Protokoll geändert wird. Die New York Times holte unterschiedliche Ansichten von Ärzten ein.

Es bestehe ein «hart begründeter Verdacht», dass nicht allein die so genannte «Schocklunge» (das akute Atemnotsyndrom Acute Respiratory Distress Syndrome ARDS) den Tod von Covid-19-Patienten verursacht, sondern Lungenembolien – also das Verstopfen lebenswichtiger Lungengefässe mit Blutgerinnseln. Das sagte Nils Kucher, Angiologe und Kardiologe an der Universität Zürich und Spezialist für Thrombosen und Lungenembolien gegenüber dem Tagesspiegel. «Ungewöhnlich viele Thrombosen und Lungenembolien» hat auch der Direktor des Hamburger Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf, Klaus Püschel, bei Obduktionen von Covid-19-Verstorbenen entdeckt. «Den typischen Verlauf mit einer Atemwegsentzündung und einer Lungenentzündung durch das Virus sehen wir nur sehr vereinzelt», sagte Püschel in der FAZ. Die meisten Fälle seien Mischformen, bei denen auch weitere Infektionen eine grosse Rolle spielten.

Falls überwiegend Lungen-Embolien durch Thrombosen für den Tod von Covid-19-Erkrankten schuld sind, wären diese unzureichend behandelt worden. Denn Covid-19-Patienten wurden bisher nicht primär auf Embolien behandelt. Die Beatmung nützt hier nicht viel, weil der Sauerstoff bei Embolien der Lunge dort gar nicht ankommt, wo er ankommen sollte.

Was man mit einem guten Behandlungsprotokoll erreichen kann, zeigt Didier Raoult, Gründer und Direktor des Hopital de la Timone in Marseille. Dort wurden bis zum 15. April 2628 Corona-Patienten frühzeitig, sobald Symptome einer Lungenbelastung auftraten, mit einem Cocktail von Hydrochloroquinin und Azithromycin behandelt. Von diesen 2628 Patienten sind laut einem Interview mit Raoult bisher lediglich 10 – also weniger als 0,5 Prozent gestorben. Auch wenn man das so nicht direkt vergleichen kann, ist der Unterschied zu den 28 Prozent Verstorbenen in der Schweiz eklatant.

Raoult gilt als einer der besten Virologen Frankreichs, wenn nicht der Welt. Dennoch wurde er von manchen Medien bisher als „Wunderheiler von Marseille“ mehr verspottet als beachtet. Ihm wird vorgeworfen, er habe seine Ergebnisse nicht ausreichend durch klinische Doppelblindstudien abgesichert. Worauf Raoult erwiderte, die Abgabe von (unwirksamen) Placebos sei angesichts seiner Erfolgsquote unethisch. Seine Aufgabe als Arzt sei es, alle seine Patienten bestmöglichst zu versorgen.

Immunsystem als wichtiger Faktor

Ob ein Infizierter im Spital oder gar auf einer Intensivstation landet, hängt auch von der Stärke des Immunsystems ab. Auf diesen Punkt hat – unter vielen anderen – der Lungenarzt Professor Roger Seheult immer wieder hingewiesen. In diesem Beitrag etwa zitiert er eine Studie aus Japan, die zeigt, dass schon zwei auf zwei Tage verteilte Spaziergänge im Wald die Anzahl der für die Immunabwehr entscheidenden natürlichen Killerzellen um 50 Prozent erhöht und zudem deren Aktivität markant steigert. Eine Ausgangssperre, wie sie etwa in Frankreich, Italien und Spanien angeordnet worden ist, sei deshalb extrem kontraproduktiv. Ähnlich hatte sich auch der deutsche Epidemiologe Hendrik Streeck im ZDF verlauten lassen.

Seheult verweist auf ältere Studien, wonach Fieber, wärmende Bäder oder auch Sauna-Gänge die körpereigene Produktion von weissen Blutkörperchen aller Art entscheidend erhöhen können. Das sei zwar eine uralte Erkenntnis. Trotzdem griffen viele beim Auftreten von Fieber sofort zu fiebersenkenden Mitteln. In manchen Apotheken waren Paracetamol und ähnliche Medikamente ausverkauft, meldeten diverse Medien.

In einer neueren Folge seines Coronavirus Pandemic Update erklärt Lungenspezialist Roger Seheult, man hätte – statt mehr Atemgeräte – rechtzeitig ausreichend UV-Strahler mit einer Wellenlänge von 220 Nanometer herstellen sollen. Diese seien gemäss dieser Studie vom Dezember 2018 für die Menschen ungefährlich, zerstören aber alle Viren und Bakterien, für die sie bisher getestet wurden. (Das Covid-19-Virus kannte man 2018 noch nicht).

Gemäss dieser Studie sind solche Geräte ein «sicheres Mittel, um die Verbreitung von Viren und Bakterien in öffentlichen Lokalen zu unterbinden». Laut einer Umfrage der Pittsburgh Post Gazette wird die Umsetzung in Spitälern, Flugzeugen, Flughäfen, Schulen und Restaurants von vielen Experten und Anwendern befürwortet. Im März habe die US-Aufsichtsbehörde Federal Drug Administration den Einsatz unter anderem von UV-Strahlern in Spitälern und Pflegeheimen gutgeheissen, noch bevor eine formelle Bewilligung vorliegt.

Diese paar Beispiele zeigen einen Ausschnitt aus der Lernkurve, welche die Corona-Krise begleitet. Beim Sars-CoV-2 handelt es sich um ein neuartiges Corona-Virus, über dessen Eigenschaften, Behandlungs- und Abwehrmöglichkeiten trotz internationaler Forschung noch zu wenig Wissen vorhanden ist. Je zielgerichteter Strategien entwickelt werden, desto stärker wächst die Hoffnung, dass eine mögliche zweite Corona-Welle ohne Lockdowns zu bewältigen ist.

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14 Meinungen

Sehr informativer und interessanter Artikel. Sehr glaubwürdige Recherche über das, was man weiss und was man halt nicht weiss.
Alexander Baur, am 21. April 2020 um 12:03 Uhr
Im Artikel nicht explizit erwähnt wurde der dramatische Aufruf von Dr. Tobias Schindler, Intensivmediziner in Selb [1] kurz vor Ostern.

Die grosse Aufmerksamkeit in Politik und Medien hat die Mediziner verunsichert. Ein Arzt wird nicht belangt, wenn er nach aktuellen Paradigmen handelt. Ein Zuviel ist das kleinere Risiko belangt zu werden als ein Zuwenig.
Dr. Claus Köhnlein hat das bereits in einem am 20. März publizierten Video illustrativ anhand des Behandlungsprotokolls eines 50jährigen mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten aufgezeigt [2].

Zusammengefasst: Der ursächliche Auslöser für die drastischen Massnahmen mit Lockdown war getrieben vom Willen die Ausbreitungswellen flach zu halten, um befürchtete Engpässe bei Beatmungsplätzen zu vermeiden. Wenn sich nun herausstellt, dass das Paradigma Covid-19 Patienten möglichst früh invasiv zu beatmen - höflich ausgedrückt - „kontraproduktiv“ ist, bricht die ganze Argumentationskette für die Massnahmen und Lockdown wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
[1] https://ganzemedizin.at/coronavirus-intensivabteilung-zu-intensive-therapie-fuehrt-zum-verlust-der-patienten
[2] https://www.youtube.com/watch?v=f4oir54WV1k&t=323s timestamp: 07:53
THOMAS OETTLI, am 21. April 2020 um 13:47 Uhr
Ich habe gelesen Trump lässt dasselbe Medikament auch in den USA einsetzen und die Demokraten sind dagegen - weil wahrscheinlich auf PHARMA-Linie getrimmt.
Carlos Werner Schenkel, am 21. April 2020 um 13:59 Uhr
Herzlichen Dank, eine vortreffliche Arbeit, gut recherchiert. Ich habe den Link an zahlreiche Freunde gesendet, endlich werden diese Themen dem guten Journalismus wichtig. Das freut mich sehr. Ich selber habe mir schon im Februar eine UVC Lampe bestellt, um alles zu dekontaminieren was von draussen reinkommt. (Ich bin behindert und in freiwilliger Quarantäne) Traurig finde ich die vielen Ansteckungen in Pflegebetrieben. Ich habe einige Freunde verloren und meinen Bruder. Es gab kein Abschied, keine Aufbahrung. Die Urne mit der Asche wird ihnen zugesendet... Ich hoffe dass alle lernen aus dieser Katastrophe. Ich fürchte es wird eine zweite Welle kommen, ich sehe, dass schon viele sich nicht mehr an den sozialen Abstand halten, weder draussen am Rhein, noch beim Einkaufen. Es sind bisher zu viele Fehler passiert und wir waren sehr schlecht vorbereitet. Möge sowas nie wieder kommen. Mögen alle Entscheidungsträger ebenfalls daraus lernen, dies war im Vergleich zu anderen Corona-Viren noch ein milder Vorfall. Danke an alle welche eine gute Arbeit machen an der Front. Bleibt oder werdet alle gesund. www.beatusgublerbasel.ch
Beatus Gubler, am 21. April 2020 um 14:36 Uhr
Die - wie in diesem Artikel - Vermischung von Fakts und Mutmassungen machen alles so unglaubhaft und schwierig, dass man schliesslich nichts mehr glaubt: auch dem IS nicht mehr. So schade :(
Markus Scheuring, am 21. April 2020 um 14:55 Uhr
"COVID-19: Beatmung – und dann?

Wird ein COVID-19-Patient beatmungspflichtig, sind seine Überlebenschancen nach derzeitiger Studienlage schlecht. Auch wer überlebt, muss mit Folgeschäden rechnen.
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Hohe Mortalität unter invasiv beatmeten Patienten

Wenn COVID-19-Patienten erst einmal beatmet werden müssen, ist ihre Prognose eher trübe. In einer Studie mit 52 COVID-19-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, belief sich die Mortalität der Patienten unter invasiver Beatmung auf ganze 86%. Von den Patienten, die nichtinvasiv beatmet wurden, starben 78%.
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Selbst nach der Entlassung von langzeitbeatmeten Intensivpatienten ist die Sterblichkeit hoch. Die Autoren einer Meta-Analyse untersuchten insgesamt 6.616 Patienten mit unterschiedlichen Krankheiten, die länger als 14 Tage beatmet wurden oder als Folge eines akuten Lungenversagens tracheotomiert werden mussten. Ein Jahr nach Krankenhausentlassung verstarben mehr als die Hälfte der Patienten (58 %).
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https://www.doccheck.com/de/detail/articles/26271-covid-19-beatmung-und-dann?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520corona%253A%2520k%25C3%25BCnstliche%2520beatmung%2520und%2520dann
Dieter Gabriel, am 21. April 2020 um 21:34 Uhr
Leider ist es so, dass auch andere PatientInnen Chloroquin benötigen!
Ich kenne eine junge Mutter mit einer agressiven systemischen Autoimmunkrankheit, die sich nun von Schachtel zu Schachtel ängstigen muss, ob sie weiter korrekt behandelt wird!
Barbara Lampérth, am 22. April 2020 um 07:40 Uhr
@Markus Scheuring, ich bin einverstanden, dass es rund um Corona sehr viel Spekulationen gibt. Alle Tests ob PCR oder Antikörper, auf aufbauen, sind noch nicht regulär validiert, über die laufende Mutation des Virus, Kreuzreaktionen bei Tests, Kreuzimmunität bei Infektion gibt es viele Vermutungen.
Hier haben wir aber endlich einmal Fakts von Intensivmedizinern der Front, die sich direkt mit der Behandlung und deren Verbesserung befassen. Als Risikogruppen-Senior ist es das einzige was mich wirklich interessiert. Dazu hört man bei SF1 und den Printmedien in der Schweiz nichts
THOMAS OETTLI, am 22. April 2020 um 21:52 Uhr
Auch zu viel Sauerstoff bei der Beatmung kann schädlich sein. Beatmungsmaschinen erlauben sehr hohe Konzentrationen bis um die 100%.
Der in der Ukraine geborene Wissenschaftler und praktizierende Arzt Buteiko fand heraus, dass nicht Sauerstoff, sondern CO2 für die Regulierung des Gasaustausches in der Lunge verantwortlich ist.

Der medizinische Laie kennt CO2 nur als Abfallprodukt, das bei der Verbrennung von Sauerstoff im Körper anfällt und möglichst bald ausgeatmet werden sollte. In der Tat ist es die wesentliche Aufgabe der Atmung, neben der Versorgung mit Sauerstoff CO2 abzugeben. Die Atemsteuerung orientiert sich jedoch im allgemeinen gar nicht am Sauerstoffbedarf. Das Blut ist in der Regel gut gesättigt mit Sauerstoff, und wir verbrauchen vom eingeatmeten Sauerstoff nur einen kleinen Teil. Der vorrangige Zweck der Atmung ist, dafür zu sorgen, dass der CO2-Pegel einen optimalen Wert hat.

Beim Gesunden enthält die Luft in der Lunge 6 % CO2 gegenüber 0,03 % in der uns umgebenden Atmosphäre. Sinkt der CO2-Wert in der Lunge unter 3 % funktioniert der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr. Durch Regelung der Atemfrequenz und Atemtiefe hält der Körper eine Konzentration von etwa 6 % aufrecht. Ist z. B. der CO2-Wert zu hoch, vertieft oder beschleunigt die Atemsteuerung die Atmung. Es ist also in der Regel nicht der Bedarf an Sauerstoff, der eine Einatmung auslöst, sondern der Überschuss an CO2.
http://yoga-praxis.de/krank-durch-zuviel-atmen
Paolo Ermotti, am 22. April 2020 um 23:31 Uhr
@Paolo Ermotti, spannend!
Das initiale Video von Intensivmediziner Dr. Cameron Kyle-Sidell in New York vor Ostern hat eine wahre Welle von Beiträgen auf Youtube dazu ausgelöst. Ich muss meine Vorbehalte gegen die USA revidieren. Die Pandemie musste zuerst nach New York kommen, bis endlich Tabus bei den Behandlungsmethoden gebrochen wurden und ein iterativer Verbesserungsprozess einsetzen konnte. Siehe z.B. ein weiteres Video von C. Kyle-Sidell “Could COVID-19 be causing DIFFUSION hypoxemia??“, https://www.youtube.com/watch?v=NmRlvX3VrAQ
Während sich bei uns unter dem BR-Corona-Regime keiner getraut zu äussern und der Fokus nur auf kommerziell interessante Themen fokussiert (Testen, testen,… Impfen, impfen,… Digital tracing,…) kümmert man sich in New York auch einmal um den Patienten. Bald werden wir wohl wie beim Ölpreis mit Negativzahlen bei der Letalität rechnen können.
THOMAS OETTLI, am 24. April 2020 um 08:44 Uhr
NOCEBO-EFFEKT
Mich würde interessieren inwiefern der Nocebo-Effekt einen Einfluss auf die Corona-Krise hat. Was löst die seit Wochen anhaltende Panikmache in unserem Körper aus, wenn schon die Angst uns dazu treibt sämtliches Toilettenpapier in den Läden aufzukaufen?
Siehe dazu: 6min, Der Nocebo-Effekt https://youtu.be/oyR4-D5r8H8
Planet Wissen: 60min, Wie uns negative Gedanken krank machen: https://youtu.be/Ljneqpg-vMI
Die Zahl der Coronatoten relativiert sich, wenn man sich wieder einmal in Erinnerung ruft, dass täglich über 20‘000Menschen verhungern.
Claudia Ghirlanda, am 25. April 2020 um 23:58 Uhr
Wenn man von Anfang an an COVID-19 Verstorbenen systematische (Pflicht-)Obduktionen (Autopsien) durchgeführt hätte, hätte man das Problem mit der pulmonalen Mikrozirkulationsstörung vielleicht schon früher herausgefunden. Doch das RKI hat von Autopsien abgeraten aufgrund der möglichen Infektionsgefahr (Nebenbemerkung: auch Verstorbene mit Creutzfeld-Jakob, HIV, Tuberkulose etc. werden obduziert. Das hat sich als Fehler herausgestellt und würde jetzt rückgängig gemacht. Siehe auch Interview mit Prof. Tzankov, Patho Uni Basel, in der Süddeutschen Zeitung https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-covid-19-tote-1.4884154)
Christian Schürch, am 26. April 2020 um 11:38 Uhr
Achtung bei den Zahlen von Raoult: ich habe den verlinkten Beitrag angeschaut sowie andere Äusserungen von Raoult gelesen. Mir scheint, er meint mit dem Wort. «patient» alle, die sich in seinem regionalen Testzentrum testen liessen, also nicht nur die Hospitalisierten. Die Sterblichkeit für seine Region wird inzwischen mit 0.8% angegeben. Es sind immer noch gute Werte, aber weit weniger sensationell als hier dargestellt.
Stefan Wiesendanger, am 26. April 2020 um 12:54 Uhr
27. April: Das Thema ist beim Schweizer Fernsehen angekommen. SF1 Puls [16:31]: Daniela Lager fragt Peter Steiger, stv. Dir. Intensivmedizin Uni-Spital ZH, „Beatmen kann mehr schaden als nutzen...?“ mit Verweis auf eine der Studien dazu. Peter Steiger antwortet mit souveränem Lächeln: „Das ist keine neue Erkenntnis, wissen wir schon lange…“. Seine internationalen Kollegen in den Hotspots Italien, NY, DE, NL etc, die um Ostern das Tabu mit grossem Risiko den Job zu verlieren brachen, scheinen ja richtige Deppen zu sein. Schade hat er ihnen das nicht gesagt, vielleicht hätte das ja dem einen oder anderen Patienten geholfen.
THOMAS OETTLI, am 28. April 2020 um 07:34 Uhr

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