Urs Scherrer: «Intensivmedizinische Behandlungen enden mit Tod, mit Demenz oder Depressionen» © srf

Corona: «Die Katastrophenszenarien waren offensichtlich falsch»

Urs Scherrer / 16. Mai 2020 - Medizinprofessor Urs Scherrer bezeichnet die Corona-«Task Force» als Deckmäntelchen für die Entscheidungsunfähigkeit der Politik.

upg. Die abgeschottete und stillgelegte Stadt Wuhan, das Video über den dortigen Bau eines Notspitals innerhalb einer Woche, die Bilder aneinandergereihter Särge in Bergamo oder Berichte aus New York: Sie haben tiefe emotionale Spuren hinterlassen. Deshalb ist es verständlich, dass nicht nur die notwendigen und zu spät erlassenen Verbote von Massenveranstaltungen bei uns auf breite Unterstützung stossen, sondern selbst die Schul- und Geschäftsschliessungen sowie Ausgehbeschränkungen. Noch weiss niemand sicher, ob dieser verordnete Stillstand eines Teils der Wirtschaft mit allen ihren finanziellen und sozialen Folgen sowie die Abermilliarden an neuen Schulden verhältnismässig waren. Im Folgenden stellen wir einen Gastbeitrag des Medizinprofessors Urs Scherrer* zur Diskussion.

Notizen eines alternden Mediziners zur Corona-Krise

Ich liebe dieses Land, dem ich viel zu verdanken habe, zahlte pünktlich Steuern, hatte Vertrauen in die Institutionen. Doch inzwischen frage ich mich, ob dieses Vertrauen berechtigt war. Da tritt ein neues Virus auf, mässig gefährlich, keine Pest. Experten malen den Teufel an die Wand, die ratlose Regierung verfällt in Panik und erklärt den Notstand. Das Volk kuscht, die Freiheit ist bloss noch eine Erinnerung, das Land steht still, das Volksvermögen wird hochwassernd die Aare hinuntergespült. Der Staat verfällt in einen inkohärenten Aktivismus.

So mutiere ich auf Geheiss der Regierung von einem einigermassen intakten Forschungsgruppenleiter zu einem vulnerablen, potenziell einzusperrenden Greis, der mittels milliardenschwerer Massnahmen geschützt werden soll. Nur: Will ich das? Eine intensivmedizinische Behandlung endet in meinem Alter nach wochenlangem Siechtum in mehr als der Hälfte der Fälle letal – und bei den wenigen Überlebenden ist sie mit Folgen wie Demenz oder therapieresistenten Depressionen verbunden.

Wundersame Macht der Bilder

Vor einem Jahr um diese Zeit pflegten und begleiteten wir meine todkranke Frau bis zu ihrem Ableben zu Hause. Während dieser schweren Zeit war jeder der Besuche der Enkelkinder ein heiss ersehntes Fest für meine Frau, ein lebensprägendes Ereignis für die Enkel. Die Abdankung unter Anteilnahme der ganzen Dorfbevölkerung ein zentrales Element für den Beginn der Trauerarbeit. Nicht auszudenken heute. Die Toten werden einsam verscharrt, die Kirchen üben sich in nobler Zurückhaltung.

Das Bild des vor Napalmbomben fliehenden Mädchens führte zur Wende im Vietnamkrieg. Die Bilder der Särge abtransportierenden italienischen Militärlastwagen führten zur plötzlichen und widerspruchslosen Akzeptanz von Notrechtmassnahmen europaweit. Welches Bild braucht es für eine Wende, die rasche und vollständige Rücknahme der Massnahmen?

Lemmingen gleich verordnen Politiker die überall gleichen Massnahmen. Grossbritannien knickt nach anfänglichem Widerstand ein, bleibt noch Schweden. Sonst herrscht überall der Primat der Gesundheit. Wo bleibt das Land, das, «whatever it takes», eine rasche, breitflächige Durchseuchung der Bevölkerung knapp unterhalb der Belastungsgrenze des Gesundheitssystems anstrebt? Als mögliche Belohnung winken die rasche Wiedergewinnung weltweiter Bewegungsfreiheit, geringere Notfallmassnahmen-induzierte Kollateralschäden, weniger schulschliessungsbedingte Ungleichheit und mehr.

Was macht der Bundesrat? Er strebt neuerdings eine Zahl neuer Fälle unter 100 pro Tag an. Sein Argument: Nur so sei konsequentes Nachverfolgen weiterer Ansteckungen logistisch möglich. Ist es das uneingestandene Ziel der ­Regierung, unter horrenden Qualen und Kosten für das Volk einigen App-­Entwicklern Studien zu ermöglichen? Diese Strategie wird die Pandemie verlangsamen, nicht stoppen. Gibt es eine elendere Perspektive, als während der nächsten achtzehn Monate maskenbewehrt, «socially distanced» und von der eigenen Regierung kujoniert dahinzuvegetieren?

In den Task-Forces wimmelt es von Epidemiologen, den Apparatschiks der modernen Medizin, die Daten sammeln, wenn die Schlacht längst vorbei ist. Nun mutieren sie zu Propheten. Die Datenlage ist unsicher und widersprüchlich. Kein Problem, das Computerprogramm berechnet ja den Pandemieverlauf auf die Kommastelle genau. Die zu treffenden Schutzmassnahmen sind alternativlos und kristallklar, werden auf allen Kanälen mit Nachdruck propagiert.

Die Spitäler stehen halb leer, die Intensivstationen sind nicht überlastet, die gemalten Katastrophenszenarien waren offensichtlich falsch. Verantwortliche Experten und Regierung schweigen vornehm dazu, malen stattdessen das nächste Katastrophenszenarium einer zweiten Pandemiewelle an die Wand. Gibt es stichhaltige Gründe, den neuen Szenarien mehr zu vertrauen?

Handeln in Ungewissheit

Der Kampf gegen die neue Pandemie, deren Verlauf niemand kennt, erfordert Entscheide auf unsicherer Grundlage. Risikoaversion ist keine wünschenswerte Eigenschaft für Politiker in Krisenzeiten. Task-Forces dienen bestenfalls als Deckmäntelchen für die eigene Entscheidungsunfähigkeit. Zahlen wir den Preis für das zunehmende Fehlen mutiger und unabhängig denkender Persönlichkeiten in Regierung und Parlament?

Ich trotze den Notmassnahmen, verlasse mein quarantänekonformes Domizil, mache mich unmaskiert auf den Weg zur Bootshaab am See. Maskentragende Zombies, so weit das Auge reicht, ausweichend, abweisend, bonjour tristesse!

Wir sind sterblich. Weder die Notmassnahmen noch die Apparatschiks verhelfen uns zum ewigen Leben, die Epidemie wird weitere Opfer fordern. Der Verlauf der Epidemie in unserem Land ist gutartig. Aber steht die durch die Notmassnahmen möglicherweise erreichte Verlangsamung der Ansteckungen nicht in groteskem Missverhältnis zu den induzierten Schäden medizinischer, sozialer und gesellschaftlicher Natur? Und, übelstes aller Übel, die Massnahmen verlängern die Dauer der Pandemie.

Eine Alternative: Schweizerinnen und Schweizer, werft eure Handys zu den Munitionskisten in die Seen, lebt, liebt, lächelt, lernt. Mir bleibt die Gnade der frühen Geburt.

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Dieser hier leicht gekürzte Gastbeitrag erschien in der NZZ vom 15. Mai.

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Infosperber-DOSSIER:
Coronavirus: Information statt Panik

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

*Der Kardiologe Urs Scherrer ist emeritierter Professor für Medizin an der Universität Lausanne und ist heute Forschungsgruppenleiter am Inselspital Bern.

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43 Meinungen

"Kein Problem, das Computerprogramm berechnet ja den Pandemieverlauf auf die Kommastelle genau.» Diese Aussage wird in den täglich publizierten Todesfallzahlen pro Kanton noch bestätigt. Sogar Todesfallzahlen werden mit einer Kommastelle angegeben, als ob es «halbe» Todesfälle geben könnte.

Der «gesunde Menschenverstand» erschien zwar auf höchster Regierungsebene weitgehend gegeben. In der Zwischenzeit wurden in der administrativen Umsetzung aber einige Inepsien erbracht, welche nicht zuletzt dem in diesem Artikel angesprochenen «Lemmingverhalten» zugeschrieben werden dürfen.

Problemverstärker wie der Darius vom RTS, aber auch diverse andere inklusive einzelne SRF-Beiträge, haben dazu beigetragen, den Spielraum der politisch verantwortlichen einzugrenzen. Dabei ist dies allerdings alles andere als ein Spiel und die Profilierungssucht einzelner Akteure aus der zweiten Linie ist unverantwortlich.

Besten Dank für diese klare Stellungnahme.
Josef Hunkeler, am 16. Mai 2020 um 11:55 Uhr
Es geht ja nicht um die Frage, ob Schutzmassnahmen ergriffen werden sollen oder nicht. Vielmehr geht es um ein Kontinuum, das zwischen Polen wie Wuhan (extremer Schutz mit allen Konsequenzen) und Michigan (weitgehende Aufhebung aller Schutzmassnahmen) anzusiedeln ist. Die Erfahrungen in Bergamo und New York haben gezeigt, dass eine zu grosse Zurückhaltung bei den Schutzmassnahmen, das (zusammengesparte) Gesundheitssystem durchaus an seine Grenzen bringen kann. Die Massnahmen exakt so zu kalibrieren, dass die Belastung gerade noch bewältigt werden kann, ist extrem anspruchsvoll. Dazu kommen die kulturellen Unterschiede, die nicht einmal erlauben, Schweden mit der Schweiz wirklich zu vergleichen. - Das alles bedeutet nicht, dass die Gedanken von Urs Scherrer nicht auch bedenkenswerte Punkte umfassen. Aber auch hier bewegen wir uns auf einem Kontinuum zwischen Argumentationen wie «Wir können die Würde und Lebensqualität älterer Menschen durch Schutzmassnahmen nicht beliebig einschränken» und «Es sind ja nur die Alten, die sterben; das löst die Probleme der AHV». Einfache Antworten auf die Frage nach dem richtigen Weg gibt es nicht, sondern nur persönliche Haltungen. Ich persönlich tendiere eher dazu, die Strategie des Bundesrates als im Grossen und Ganzen für richtig zu halten, trotz der Konsequenzen, die diese Strategie für Wirtschaft und die Individuen hat.
Martin Hafen, am 16. Mai 2020 um 12:06 Uhr
Ein problematischer Beitrag.
Matthias Vogelsanger, am 16. Mai 2020 um 12:10 Uhr
Die Bilder von Särgen in Italien sind das beste Beispiel von Manipulation. Nur die Wenigsten sind sich bewusst, dass in Italien in Normalfall kaum kremiert wird und es deshalb sehr wenige Krematorien hat. Wenn plötzlich alle diejenigen, die MIT Corona verstorben sind, kremiert werden sollen, gibt es lange Transportwege und Särgestau. Also ist nicht auf Bilder, sondern auf statistischen Zahlen und konkrete Untersuchungen (Obtuktionen, etc) abzustellen. Diese Daten ubd Erkentnisse sind von unabhängigen ungesponserten Fachleuten zu interpretieren. Experten aller Richtungen, auch Finanzexperten. Dabei sind denjenigen mehr zu glauben, die schon in früheren Vorfällen (Schweine- und Vogelgrippe) richtig lagen. So müsste nebst der Gefährlichkeit auch Varianten möglicher Eindämmung auf die Volksgesundheit und die Kosten verglichen werden.
Dann wäre es richtig, würde die Politik auf diese Zahlrn und Fachexperten abstützen. Aber genau das hat man nicht gemacht. Im Gegenteil, mann machte sich gar nicht die Mühe dazu, zB Aufträge zu statistisch richtiger Auswertung aufgrund von Studien und Obtuktionen zu geben. Die jetztigen Konsequenzen waren deshalb voraussehbar und all diejenigen Mahner unter den unabhängogen Experten die es prophezeit hatten, hat man nicht beachtet, als Verschwörungstheoretiker gebrandtmarkt statt bei der Analyse einbezogen
Beat Schärer, am 16. Mai 2020 um 12:12 Uhr
Lieber Herr Scherrer
Mitnichten will ich Ihre Fachkompetenz anzweifelt, weil ich in dieser Sache (und in vielen anderen) Laie bin. Was mich etwas ärgert, ist der Zeitpunkt dieser Publikation, kurze Zeit nachdem die meisten anderen durch den Verlauf der Dinge zur gleichen Erkenntnis gekommen sind. Möglicherweise haben Sie sich ja rechtzeitig geäussert – nur dass Ihnen niemand zugehört hat.
Auch Politiker sind keine Fachleute für Medizin. Auch sie sind darauf angewiesen, was Fachleute ihnen sagen. Vielleicht waren es die falschen Fachleute, vielleicht waren die Menschen im Bundesrat zu vorsichtig, da auch sie es nicht genau wussten. Dennoch waren sie bereit, im Moment der (vermeintlichen) Krise Verantwortung zu übernehmen. Klar, dass sie sich jetzt auch der Manöverkritik zu stellen haben. Aber wie so oft sind Zeitpunkt und Perspektive für die Qualität und Nützlichkeit der Kritik entscheidend.
Ihre Schelte «nachdem die Schlacht vorbei ist», lieber Herr Scherrer, wird möglicherweise anderen Politikerinnen und Politikern bei einer nächsten Krise helfen.
Hoffentlich…
Bleiben Sie gesund!
Hans Rudolf Dietiker, am 16. Mai 2020 um 12:18 Uhr
Nur drei Fragen: Was hätte Urs Scherrer am 16.3.20 ganz konkret getan? Mit welchen Konsequenzen hätte er mit seinem Handeln gerechnet? Wie hätte Urs Scherrer am 16.3. sein Handeln begründet?
Helmut Kaiser, am 16. Mai 2020 um 12:22 Uhr
Die Lebenserfahrung des älteren Autors trügt nicht.
In die Intensiv bringen, beweist doch klar, dass alles
menschenmögliche für den Patienten getan wird, für
den kurz zuvor vielleicht zu wenig getan wurde.

aus erster Hand weiss ich, dass schon früher in einem
ostschweizer Kanton die Unart bestand, dass Landspitäler
Patienten kurz vor dem Exitus noch in die Intensiv des
Kantonsspitals brachten. Dies zur Pflege der Statistik, in
der der Landspital dann sehr 'gesund' benotet wurde...
Peter Schleuss, am 16. Mai 2020 um 12:24 Uhr
Was für ein wunderbares Land, in dem man sich auch so äussern kann wie Urs Scherrer. Mit Wahrheiten und Halbwahrheiten. Ich bin einfach dankbar, dass ich im März die Entscheidungen - die eigentlich immer nur falsch ausfallen konnten - treffen musste. Und vielleicht bewirkt die Veränderung ja doch eine Veränderung - und wir können einiges lernen. Die Hoffnung ist klein, doch sie stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Markus Scheuring, am 16. Mai 2020 um 12:29 Uhr
Warum wohl wird mit übelsten Verleumdungen und Rufmordkampagnen auf die Gegner vom Lockdown geballert?
Peter Herzog, am 16. Mai 2020 um 12:43 Uhr
Urs Scherrer sagt, die Katastrophe sei nicht eingetreten. Und sagt das als Kritik. Ich bin froh, ist sie nicht eingetreten. Und: Könnte sein, dass die Katastrophe nicht eingetreten ist eben wegen der Massnahmen des Bundesrates. Und wenn er für sich spricht und sagt, er werde eben sterben jetzt oder später, egal. Das gilt für mich nicht. Ich würde gerne noch ein paar Jahre leben. Auch mit Maske. Von wegen Wirtschaft: Vielleicht müssten unsere Wirtschaftsweisen aus den renommierten Hochschulen ein Wirtschaftssystem entwickeln, das nicht wegen 6 Wochen Unterbruch abstürzt. Könnte sein, dass Corona nicht das letzte Virus war.
Ruedi Beglinger, am 16. Mai 2020 um 13:30 Uhr
Ein gekränkter alter Mann, der nicht verträgt, dass er zur «vulnerablen» Gruppe gezählt wird. Das kann ich nachvollziehen. Ich gehöre mit 73 ebenfalls dazu und habe mich auch über die willkürlich gezogene Altersgrenze geärgert. Nur die schnell und konsequent eingeführten Massnahmen konnten die Übersterblichkeit eindämmen. Ausserdem ignoriert er, dass eine Analyse des Senders NDR ergeben hat, dass die an Corona verstorbenen Menschen im Durchschnitt 9 Jahre länger gelebt hätten. Darunter auch diejenigen mit Vorerkrankungen und auch zahlreiche unter 65 Jährige. Wie sich Urs Scherrer persönlich verhält, ist seine Sache. Auch ist es sein gutes Recht, seine eigene Meinung zu vertreten. Allerdings ist diese angesichts der erhärteten Fakten irrelevant.
Christine Fivian, am 16. Mai 2020 um 13:35 Uhr
Hervorragende Stellungnahme, danke Urs Scherrer! Im Besonderen ist der folgende Satz exakt auf den Punkt gebracht: «Gibt es eine elendere Perspektive, als während der nächsten achtzehn Monate maskenbewehrt, «socially distanced» und von der eigenen Regierung kujoniert dahinzuvegetieren?» Vielleicht schaffen es die Regierungen, diese bisherige Fehlleistung in gewissen Abständen zu wiederholen? Auch mir bleibt die Gnade der frühen Geburt! Junge Leute, wehret Euch!
Willy Brauen, am 16. Mai 2020 um 13:53 Uhr
Einen guten Anfang finde ich, dass nun so Artikel wie dieser bereits in der Tagepresse escheinen - zB. in der Aargauer Zeitung mit dem Titel: War der Lockdown übertrieben - hätten wir es auch ohne geschafft?. Bin gwundrig, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Ich bin dafür, dass der Bundesrat angeklagt wird mit dem STGB Art. 258. - damit er gerade stehen muss für die finanziellen Auswirkunge, die sie mit dem Lockdown geschaffen haben. Die SNB bringt sich schon in Stellung mit der Aussage: Wir zahlen nicht mehr als bisher. Aber wofür haben wir denn die Möglichkeit von Notverordnungen des Parlaments?
Carlos Werner Schenkel, am 16. Mai 2020 um 13:54 Uhr
Ausgezeichneter Beitrag. Bin nicht Mediziner, habe aber ähnliche Leserkommentare im Tagesanzeiger-Online geschrieben. Meine Argumentation: Wir sperrten die höchstens leicht gefährdeten unter 65-Jährigen und schützten die Gefährdeten in den Altersheimen schlecht. Damit erzeugten wir den grössten Wirtschaftseinbruch seit den 20-ziger Jahren, ohne die Todesfälle bei den Gefährdeten zu reduzieren. Neben vereinzelten Zustimmungen erhielt ich jeweils über 300 ablehnende Stimmen. Das zeigt, wie sehr Urs Scherrer recht hat, wenn er über «das zunehmende Fehlen mutiger und unabhängig denkender Persönlichkeiten in Regierung und Parlament» schreibt. Nicht nur in Regierung und Parlament fehlen unabhängig denkende Persönlichkeiten, sondern überall im Volk. Leider...Das verspricht nichts Gutes für die Zukunft. Wenn mit Panikmache in kürzester Zeit ein demokratisches Volk in eine Schafherde umgepolt werden kann, sehe ich schwarz für uns und die nächsten Generationen.
Pedro Reiser, am 16. Mai 2020 um 14:49 Uhr
Es ist unglaublich, wie alle genau wissen, wie es sein müsste; natürlich immer im Nachhinein. Diesen Besserwissern möchte ich es gönnen, wenn sie einmal im Leben solche Entscheidungen treffen müssten, aber in der Regel haben sie ein Leben lang keine wichtigen Entscheidungen getroffen, sondern nur die Entscheidungen anderer Menschen abgeurteilt.
Armin Preisig, am 16. Mai 2020 um 15:00 Uhr
WELTKLASSE, HERR SCHEERER ... DANKE !
Danke dem Infosperber, dass diese Stimme gehört wurde.
Jacques Marchand, am 16. Mai 2020 um 15:15 Uhr
Fakt ist: die Massnahmen haben gewirkt. Ohne sie hätten wir Zustände gehabt wie in Norditalien, New York, etc. Zu Schweden: Mortalität und BIP Absturz höher als in CH.
Interessant welche „nachher Besserwisser“ sich erst jetzt zu Wort melden.
H. Sigrist, am 16. Mai 2020 um 15:16 Uhr
Solche Beiträge sind ähnlich wie wenn jemand, nachdem die Feuerwehr einen Brand gelöscht hat, sagen würde, es sei falsch gewesen, die Feuerwehr zu holen. Schliesslich habe nur ein kleiner Teil des Hauses gebrannt, und Wasser verursache auch Schäden.

Es geht hier gar nicht darum, zu beurteilen, welche Massnahmen konkret welchen Effekt hatten - offensichtlich spielten sowohl verordenete Massnahmen als auch individuelle Verhaltensanpassungen eine grosse Rolle.

Aber es ist sicher falsch, anzunehmen, dass es besser „für die Wirtschaft“ gewesen wäre, wenn man auf Leute wie Urs Scherrer gehört hätte und hingenommen hätte, dass sich das Virus viel stärker ausgebreitet hätte und es viel höhere Todeszahlen gegeben hätte. Auch wenn vieles offen gewesen wäre, wäre ein bedeutender Teil der Kunden sowieso ausgeblieben. Wirtschaftlich am glimpflichsten davonkommen werden voraussichtlich Länder in Ostasien, die schnell und entschieden gehandelt haben (Lockdowns, wo nötig, sonst contact tracing und individuelle Quarantänen), während sich in Ländern wie Schweden, die im Verhältnis zur Bevölkerung eine grosse Anzahl von Toten hinnehmen, ein starker Wirtschaftsrückgang abzeichnet.

Ich schätze es an sich, verschiedene Meinungen zur Kenntnis zu nehmen. Aber Urs Scherrer verzichtet fast vollständig auf sachliche Argumente und appelliert nur an Emotionen.
Adrian Engler, am 16. Mai 2020 um 15:32 Uhr
Sehr geehrter Herr Dr. Scherrer. Genau das, was Sie schreiben, ist bei mir im Kopf mehrmals abgelaufen. Ich staunte über die Obrigkeitsgläubigkeit rundum, auch bei den Medien. Die behördlich verordnete Einteilung zur Risikokategorie hat mich veranlasst, dem Bundesrat zu schreiben: Mit meinen 85 sei die Sterbewahrscheinlichkeit 100%, mit und ohne Corona, bitte keine Intensivstation und keine Beatmungsmaschine bereitstellen, werde mich freiwillig nicht einliefern lassen. Und den Flugzeugkredit könne man ja nun getrost streichen und für Masken verwenden, die Flugzeuge töten Menschen, nicht das Virus. Das Virus macht das aber billiger. Nein, das Theater ist ohne Sarkasmus kaum zu ertragen. Korrekterweise wollen wir zugeben: noch wissen wir nicht, ob unsere Einschätzung richtiger ist als die der Behörden. Sollten wir uns irren, werden wir uns entschuldigen. Böse Absicht hat ja den Behörden bisher niemand unterstellt.
Walter Schenk, am 16. Mai 2020 um 15:42 Uhr
Ach Herr Scherrer, wie recht sie haben. Ich erlebe es ganz ähnlich. Statt weiter Fallzahlen zu addieren, wäre eine grundsätzliche Reflexion und Diskussion darüber fällig, was uns gesund erhält, was unser Immunsystem stärkt und warum die Natur für uns Menschen vorgesehen hat, unser Immunsystem ab 65 schwächer werden zu lassen (ich gehöre auch dazu). Soll mit einer nicht mehr bezahlbaren Armada an Hochleistungsmedizin und staatlichen Verordnungen unser Leben bis mindestens 100 Jahren aufrecht erhalten werden? Dazu wirkt es fast zynisch, dass die Behörden die Gesundheit von uns Alten schützen will, auf der anderen Seite das pestizidverseuchte Grundwasser, die zunehmende Strahlenbelastung durch ausgebaute Funknetze usw. einfach hingenommen werden. Wie viele Lebensmittel schwächen das Immunsystem? Die Werbung für Fleisch und Käse wird staatlicherseits mit Millionenbeträgen unterstützt, Biobauern, die nur Gemüse anbauen, von Subventionen ausgenommen. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit???
Hansueli Minder, am 16. Mai 2020 um 15:50 Uhr
Typischer Denkfehler. Die Katastrophe ist nicht eingetreten, also war die Prävention unnötig. Schweden zeigt ja gerade, was ohne Prävention passiert.
Florian Sarkar, am 16. Mai 2020 um 16:53 Uhr
Es liegt mir fern zu sagen, dass die Massnahmen alle richtig waren und heute sieht man, dass nur ein Teil davon für den starken Rückgang massgebend waren. Jetzt im Nachhinein sind wir alle klüger. Ich würde Herrn Prof. Scherrer bewundern, wenn er Anfang März sich zu Wort gemeldet hätte und einen mutigeren Weg vorgeschlagen hätte
. Aber jetzt bleibt nur die Erkenntnis: Die grössten Kritiker der Elche, waren früher selber welche. Und der Vergleich mit Schweden? Schauen wir mal, denn ausser dass die es auf mehr Tote gebracht haben und immer noch eine hohe Anzahl Neuansteckungen aufweisen, sehe ich keine grosse Differenz. Insbesondere nicht in der Wirtschaft.
Beiträge wie diese, ermutigen offenbar viele Leute gleich alle Vorsichtsmassnahmen fallen zu lassen, wie ich eben bei einem Spaziergang durch die Stadt feststellen konnte. So frage ich denn, meinerseits als Tierarzt und einfacher Kuhstallakademiker, den Professor auf dem Olymp, nicht nur nach einer Rückschau sondern nach einer Vorausschau. Wie wird es in 2 Monaten aussehen und was muss man jetzt tun? Aber da wird er wohl schweigen.
Martin Schoch, am 16. Mai 2020 um 17:56 Uhr
Unter hundert Fälle pro Tag bedeutet: In 230 Jahren, eher länger, hat jeder Bewohner der Schweiz das Virus. Gemessen an diesem «Tempo» werden selbst Weinbergschnecken zu Sportwagen. Wenngleich man zu Beginn nicht sicher war, ob das Virus das Potential haben könnte jenes der Spanischen Grippe - spätestens aus heutiger Sicht steht fest, dass dieses Virus-Gedöhns Grundlage sein wird für ein weltweites Patriot-Act. Mit einem einzigen solchen Vorfall kann man Prozesse um 70 Jahre beschleunigen.
Leonhard Fritze, am 16. Mai 2020 um 19:08 Uhr
Als 85-Jähriger habe ich nur eine Frage an den Herrn Doktor: Was schlägt er vor, wenn die nächste Epidemie von einem Virus verursacht wird, das so ansteckend wie Masern und so tödlich wie Ebola ist? Läuft er dann auch infiziert ohne Maske (sie schützt die anderen, nicht uns) in der Öffentlichkeit herum? Ist seine Einstellung „nach mir die Sintflut“?
Michel Mortier, am 16. Mai 2020 um 19:34 Uhr
Ich weiss schon, warum ich die NZZ abbestellt habe. Die überbordenden Meinungsbeiträge darin zielen immer in die gleiche Richtung, wie man es schon von der Weltwoche kennt.
Thomas Läubli, am 16. Mai 2020 um 20:11 Uhr
Befremdlich: Prof. Urs Scherrer, ist, wie ich ergoogeln konnte, eremetierter Kardiologe und hat 2018 große mediale Aufmerksamkeit erzeugt, als er mit einer umstrittenen, weil auf nur 100 Probanden beruhenden Studie lautstark behauptete, bewiesen zu haben, dass in vitro gezeugte Kinder ein eklatant höheres Risiko für Bluthochdruck, Gefäßverkalkung und schwere kardiovaskuläre Erkrankungen hätten.

Wie in Deutschland Lungenarzt Wolfgang Wodarg und Bakteriologe Sucharid Bhakdi ist er also ein nicht mehr tätiger, ergo nicht in Verantwortung stehender Mediziner mit Schwerpunkt in einem Nachbarfachgebiet, aber kein Virologe, erst recht kein Experte für Sars-Covid 19.

Begleitend erklärt er sich dramatisch als «tief enttäuscht» von seinem Land - und liefert damit nicht zum ersten Mal eine medial rauschende Show.
Anja Böttcher, am 16. Mai 2020 um 20:22 Uhr
Es gilt eines zu Bedenken: Der Bundesrat hat im Angesicht einer drohenden Epidemie entschieden. Er hatte dazu nicht viel Zeit.
Die sieben Bundesräte hatten weniger Informationen zur Verfügung, als wir es jetzt haben - zwei Monate später.
Sie haben entschieden, nicht mit der Gesundheit der Bevölkerung zu spielen und Notrecht verhängt.
Man kann und soll diskutieren, ob diese Massnahmen alle angemessen und zielführend waren.
Man kann und soll aber auch anerkennen, dass der Bundesrat in dieser Situation seiner Aufgabe und seiner Verantwortung in hohem Masse gerecht wurde. Ich würde soweit gehen, zu sagen: Sie haben agiert wie ein Dream-Team.
Und was lese ich im Beitrag von Herrn Scherrer? Vorwürfe (im Nachhinein) an die Entscheidungsträger, sie seien gesteuert von den Massenmedien, nähmen das Virus sowieso viel zu ernst und hätten das Land aus Unfähigkeit ins grosse Unglück gestürzt.
Ich hätte nicht erwartet, im Infosperber so etwas sehen zu müssen.
Markus Stadler, am 16. Mai 2020 um 22:01 Uhr
Erst heute habe ich entdeckt, dass unter dem Beitrag ja steht: «Dieser hier leicht gekürzte Gastbeitrag erschien in der NZZ vom 15. Mai."
Und im Nachhinein wird mir nun klar, was ich gestern beim ersten Mal lesen verspürt habe. Die Leserkommentare hier bringen es schon auf den Punkt, darum nur das: Es fängt weit herum seit einiger Zeit ein heiliger Furor gegen die Eindämmungsmassnahmen an, der nun auch auf den Infosperber übergegriffen zu haben scheint. Das muss nicht sein. Kritik ja, aber bitte keine so bequem einseitig und besserwisserisch erscheinende, die man sich schon etwas zu eigen macht. Der Entscheid zur Publikation liegt schliesslich bei der Redaktion. Und die hat sich als selber schreibende ja auch schon in dieser, meines Erachtens, zu wenig differenzierenden Kritik geübt. Die Art ähnelt, mit Verlaub, der, wie es andere Medien machen, die hier im IS regelmässig genau dafür kritisiert werden.
Ich möchte nicht als Leser so drangsaliert werden, da vergeht mir der Appetit auf mehr.
Jan Holler, am 16. Mai 2020 um 23:14 Uhr
Danke Herr Scherrer, Sie sprechen mir aus der Seele. Wenn ich das Geld hätte, würde ich Klage einreichen. Der demokratische Weg ist auch verwehrt, wer dieses Epidemiengesetz uns untergejubelt hat war mehr als raffiniert, z.B. gibt
"Art. 7 Ausserordentliche Lage

Wenn es eine ausserordentliche Lage erfordert, kann der Bundesrat für das ganze Land oder für einzelne Landesteile die notwendigen Massnahmen anordnen.» eine nur in Diktaturen übliche (ohne demokratische Kontrolle) totalitäre Handlungsvollmacht.
Mir wird schlecht !
Alfred Egle, am 16. Mai 2020 um 23:55 Uhr
Eine geleakte Studie aus dem deutschen Innenministerium kommt zum Schluss, dass der Lockdown mehr Menschen tötet als die Krankheit.
https://www.europeanscientist.com/de/artikel-der-woche/corona-ein-extrem-teurer-fehlalarm/
https://deutsch.rt.com/inland/102403-gefahr-im-verzug-wie-hoher/
Auch österreichische Regierungsexperten waren gegen einen Lockdown
https://deutsch.rt.com/europa/102434-osterreich-experten-waren-gegen-lockdown/
Jürg Herzog, am 17. Mai 2020 um 01:24 Uhr
Es ist wie bei einem Bombenalarm. Räumt man, wird man bezichtigt voreilig gehandelt zu haben. Aber jeder in einer solchen Situation lässt das Haus räumen, denn keiner will den Familien schlechte Nachrichten bringen. In einer Krise muss man handeln, auch wenn man nicht alle Daten für den Entscheid hat. Der Bundesrat war in einer solchen Situation und hat gehandelt. Also verdient er Lob. Hätte er nicht gehandelt wäre Herr Scherrer wohl der erste der das kritisieren würde. Richtig ist, dass im Nachhinein eine gründliche Analyse kommt, um es in Zukunft besser zu machen.
Jürg Ackermann, am 17. Mai 2020 um 03:08 Uhr
Herr Scherrer hat absolut recht. Herzlichen Dank für den mutigen Beitrag! Denjenigen die fragen, weshalb eine solche Kritik nicht schon früher geschrieben wurde, kann ich nur sagen, dass dies durchaus geschehen ist. Leider waren die grossen Medienhäuser damals nicht daran interessiert, kritische Meinungen, abweichend von der Regierungsmeinung zu drucken. Zu gross war die Angst und Hysterie vor dem 'gefährlichen' Virus. Es gab sie aber durchaus, die kritischen Experten. Jedoch musste man aktiv nach ihnen suchen. Renommierte Experten wie Karin Mölling, Pietro Vernazza, Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi, Hendrick Streeck und viele mehr. Nicht wenige wurden in der Folge diffamiert und diskreditiert.
Gerade in einer ausserordentlichen Situation wie der Corona 'Pandemie' sollten die Experten sich kontrovers äussern können. In der Wissenschaft gibt es nicht einfach EINE Wahrheit. Die Wahrheit wird durch These, Antithese und Synthese gefunden. Wenn aber lediglich die Intensität und Durchdringung einer Information deren Gehalt wahr macht und die Mehrheit der Bevölkerung zu denken aufhört, dann beginnen wir mehr und mehr mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen, ganz wie es der Regierung gefällt.
Daniel Hurni, am 17. Mai 2020 um 10:29 Uhr
Ich bin mit mir nicht schlüssig, ob ich für den Beitrag dankbar sein soll oder aber eher verärgert. Wie verschiedene Kommentatoren treffend erwähnen, es ist wichtig, kritisch die Entscheide der letzten Wochen zu hinterfragen und daraus auch für die Zukunft zu lernen. Auch ich hätte mir eine bessere Vorbereitung und eine vielschichtige Debatte dazu gewünscht - Zeit wäre seit SARS dazu ausriched vorhanden gewesen.

Ich denke aber, sie wie auch der Infosperber machen es sich mit der «Kritik danach» etwas gar einfach. Wenn ich von «dahinvegetieren», von «Apparatschniks» und «makentragenden Zombies» lese, dann höre ich primär einen weiteren Wutbürger. Da ändert auch der Prof dr Titel nchts. Kritischer Diskurs und fehlende Dialogbereitschaft, qualifizierte Meinungsbildung und hartes Ringen um einen tragfähigen Mittelweg hat die Politik - aber auch die Medienwirtschaft - dem Diktat der 30 Sekunden aufmerksamkeit und Klick-Raten geopfert. Diese Artikel schlägt in die gleiche Kerbem giesst Öl ins Feuer statt Brücken zu bauen. Eine verpasste Chance.

Ich hätte viel lieber von Herr Scherrer gelernt wie wir Entscheide wie diese in der Zukunft besser fällen. Sich mit «ich bin dann mal weg» und auf die Jungen zu verweisen scheint mir ein zu einfacher Weg - wenn nicht sogar eine sehr feige Position?

PS; ist das Problem in den Entscheiden anfangs März zu suchen, oder im Nichtentscheiden in den 2 Monaten davor, als hier in Asien bereits das Pandemieprogram hochgefahren wurde?
Guido Mueller, am 17. Mai 2020 um 10:34 Uhr
Der Beitrag von Herrn Scherrer scheint mir in zweierlei Hinsicht inakzeptabel: Mir scheint die Auffassung, die Risikogruppen könnten einem
höheren Todesrisiko überlassen werden, ethisch verwerflich. Wenn der Autor dieses Risiko für sich persönlich in Kauf nimmt,ist es seine Sache, es aber generell den verschiedenen Risikogruppen zuzumuten, ist ein no-go. Er übersieht, dass auch eine ganze Anzahl von jüngeren Personen einem erhöhten Sterberisiko ausgesetzt sind, die ohne dieses spezielle Risiko noch mit einer langen
Restlebenszeit rechnen können. Der Artikel belegt aber auch, dass sich der Autor mit der epidemiologischen Seite des Problems nicht auseinandergesetzt hat. Wer die vielfältigen Publikationen und Interviews von renommierten Epidemiologen zur Kenntnis nimmt, vor allem von solchen, die nicht einfach ihre Meinung als alleinseeligmachende Weisheit verkünden, sondern einen Überblick über die weltweit aktuellen Erkenntnisse vermitteln (Prof. Drosten von der Charité Berlin zweimal wöchentlich auf dem Youtube-Kanal des NDR, Prof. Kékule, Professor an der Uni Halle jeden Wochentag auf dem Kanal des MDR), weiss genau, dass energische Massnahmen zu der heute spürbaren Entspannung geführt haben und Länder mit geringeren Massnahmen (Schweden) nicht nur bezüglich Todeszahlen, sondern auch wirtschaftlich schlechter dastehen. Ich schätze den Sperber als vielfältige alternative Publikation sehr, aber auch hier sollten Tatsachenbehauptungen wenigstens minimal fundiert sein.
Philippe Zogg, am 17. Mai 2020 um 10:52 Uhr
Als 75-jähriger Nichtakademiker habe ich bisher unter Wissenschaftern Menschen verstanden, die Wissen schaffen, ein Irrtum! Was ich in letzter Zeit über Covid-19 von Wissenschaftern unterschiedlichster Fachrichtungen höre und lese, sind Behauptungen, Profilierungsabsichten, usw. Meine Einschätzung aufgrund der weltweiten Covid-19-Pandemie ist, dass dieser Virus nicht mit einem Grippe-Virus zu vergleichen ist, und dass noch sehr viel Wissen rund um dieses unsichtbare Ding fehlt. Hätte der Bundesrat nicht regelmässig informiert und den Lockdown beschlossen, hätten wir vermutlich dieselben Folgen zu tragen wie der Staat New York. Im Gegensatz zu den Italienern und Spaniern wurden wir seit dem 16. März nie eingesperrt. Auf Artikel von Herrn Scherrer & Co. kann ich verzichten. Ich wünsche mir als Unwissender nur, dass sich die Akademiker jeglicher Provenienz künftig als Wissenschafter verhalten und ihre Erkenntnisse untereinander austauschen und einen Konsens finden. Erst dieser Konsens sollte an die Öffentlichkeit gelangen, sonst verlieren die Wissenschafter jede Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung.
Victor Ruch, am 17. Mai 2020 um 13:02 Uhr
"Die Spitäler stehen halb leer, die Intensivstationen sind nicht überlastet, die gemalten Katastrophenszenarien waren offensichtlich falsch». Allein dieser Satz, Herr Scherrer, von einem Akademiker ausgesprochen, erstaunt mich sehr. Jedem Kind ist schon klar, dass diese Aussage falsch ist. Zu keiner Zeit wird man nämlich wissen was passiert wäre, wenn man die die getroffenen Massnahmen nicht umgesetzt hätte. Dazu müsste man nochmals in Wuhan starten und überall einfach nichts, aber auch gar nichts unternehmen. Vielleicht würde Herr Scherrer dieses Wagnis eingehen - wer weiss......
G. Kauffmann, am 17. Mai 2020 um 13:20 Uhr
Was von der Meinung meines Kollegen Scherrer zu halten ist, mag jede und jeder nach Lektüre des Interviews mit Piot vom 2. Mai «Science» entscheiden. Der Virologe Peter Piot, 71 J. , Direktor der London School of Hygiene & Tropical Medicine, Mitendecker des Ebola Virus, AIDS Forscher, wurde Mitte März von COVID-19 befallen und ist seither geschwächt. Er schildert eindrücklich den Multiorganbefall und die Langzeitfolgen sowie die hohe Mortalität - und die Langzeitkonsequenzen für viele Menschen. Jacques Schiltknecht
Jacques Schiltknecht, am 17. Mai 2020 um 14:02 Uhr
Die aktuellsten, wissenschaftlichen Studien zeigen, dass die Letalität des Virus' tatsächlich im Bereich der Grippe liegt. Die prophezeite Katastrophe wäre nie eingetreten. Die statistische Trickserei der Exekutiven, welche eine exponentielle Ausbreitung des Virus behauptete just zu dem Zeitpunkt als das Virus in Wahrheit im Rückgang war, war unnötige Panikverbreitung und der Lockdown nicht gerechtfertigt.

https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/
Stöckli Marc, am 18. Mai 2020 um 11:03 Uhr
Danke für diesen Bericht. Bei allen Kommentaren ist etwas Richtiges dabei. Was mich echt traurig, oder besser, wütend macht, ist die Heuchelei der Menschen in diesem Land: Wie oft muss ich alte Personen im Migros- oder Coop-Restaurant beobachten, die vor der Kaffeemaschine stehen und sich überlegen müssen, ob ein weiteres Tässchen Milchkaffee noch drin liegt, da das Geld für ein Leben in Würde einfach nicht reicht ist während sich Bundesangestellten (inkl. BR!) und Wirtschaftsbosse sich schamlos an der Steuerkasse bedienen. Ich sehe Jugendliche, einsam und hoffnungs- sprich elternlos am Handy herumklicken. Ich sehe wie die Bauern hektoliterweise Gift über die Felder versprühen. Der Nachbar liegt seit Tagen tot in seiner Wohnung, ohne dass es jemand interessiert. Flugzeuge und Kreuzfahrtsdampfer verpesten unsere Luft. Wir vergiften die Meere mit Eisenoxyd und Plastik. Wir werden mit 4G und 5G-Strahlen krank gemacht. Tag für Tag der gleiche Wahnsinn! 7-24 -- Und nun sind die gleichen «Leute», die solches zulassen plörzlich um unsere Gesundheit besorgt? Perverser geht es wirklich nicht mehr! Ich lebe lieber kurz und frei als lange in solcher Knechtschaft. Cui bono? ...
René Lütold, am 18. Mai 2020 um 11:04 Uhr
Jan Holler bringt es für mich auf den Punkt. Ich lese den infosperber nicht wegen oberflächlichen Artikeln wie diesem, schon gar nicht nach dem x-ten ohne merkliche +Info. Dass Wirtschaftskreise in einer NZZ, Tagi oder einem anderen ihnen gehörenden Medium ihre eigene Rolle nicht kritisch hinterfragen und lieber den Schwarzpeter auslagern, ist zu erwarten. Dass wir Milliarden für die Abwehr der einen Bedrohung ausgeben, für die eintreffende Bedrohung dann aber zu wenig 70 Rappen-Masken etc. haben – obwohl Bill Gates als einer der ihren eindringlich davor gewarnt hat – zeigt schlicht, wie sehr Bias bis Betriebsblindheit normal ist. Den Bundesrat oder Virologen zum Sündenbock für die Wirtschaftsschäden zu machen liegt halt nahe.

Gäbe es da nicht eine Tonne interessantere Themen: z.B. der Nexus Gesundheit+Foodsystem-Ökosysteme oder warum Impfungen, Durchseuchung oder andere teure Massnahmen gegen Viren im Vordergrund stehen? – so wie es gegen multiresistente Keime nur Antibiotika in den Köpfen der meisten Fachleute gab, bis mit einer Kombination von Pflanzenölen und Antibiotika offenbar der Durchbruch gegen multiresistente Keime gelang https://www.epo.org/news-events/events/european-inventor/finalists/2017/remmal_de.html – mit den Extrakten allein waren die Resultate schon positiv – zur Zeit in der Tiermast in Marokko in Forschung – warum war es kein EU, sondern ein marokkanischer Forscher? warum stehen die umfangreichen Studien für die Herstellung in der Pharma noch aus?
Daniel Meier, am 19. Mai 2020 um 12:43 Uhr
„Indem wir etwas in Frage stellen, stoßen wir auf die Wahrheit.“
―Marcus Tullius Cicero
Lis Eymann, am 19. Mai 2020 um 18:47 Uhr
Schon wieder einer, der es angeblich wusste. Als der Virus angekommen ist, wussten wir nichts: Sterblichkeitsrate, Übertragungsmöglichkeiten, Risikogruppen, Medikamente, Symptome, Verbreitung usw. Nehmen wir an, es hätte eine Mortalitätsrate von 20% gegeben, das hätte eine Katastrophe apokalyptischen Ausmasses gegeben. Beim Ebola liegt sie näher bei 80%. Noch heute ist vieles unbekannt (der Tiger kann den Virus haben, Nerze können den Virus übertragen, aha) und so soll mit entsprechender Vorsicht diese Pandemie angegangen werden. Kritik ist angebracht, aber global richtig gehandelt.
Michael Wittmer, am 21. Mai 2020 um 23:12 Uhr
Die Auswirkungen des neuen Corona konnte niemand exakt vorhersagen. In einer Demokratie wäre um so mehr eine breite Abstützung bei allen Wissenschaftlern, auch innerhalb, notwendig gewesen! Scheinbar war die Lösung abgesprochen, denn sie unterscheiden sich nur in der Schärfe der Einschränkungen. Auch höchst erstaunlich ist doch, dass für das Corona, scheinbar schon seit 1968 bekannt, kein Impfstoff erforscht wurde.

Eines gilt es jedoch in dieser Krise endlich zu begreifen, dass die Öffentlichkeit seinen Staat nicht finanziert. Das Geldvolumen für die ihm übertragenen Aufgaben werden entweder von der Zentralbank direkt, oder über das Bankensystem via Wirtschaft, indirekt geschöpft. Mit dem uns zugeordneten frei verfügbaren Geldwert der Leistung tauschen wir zur Bedürfnisabdeckung die gegenseitige Leistung. Der Preis der Leistung des Staates wird über die Objektpreise umgelegt und ergibt die anteiligen Wirtschaftseinnahmen. Die praktizierte indirekte Umlage aus den Wirtschaftseinnahmen über die Erwerbseinkommen, suggeriert einen Zahler, welcher nur als Phantom umherirrt und den Regierenden, ihren Spieltrieb ermöglicht.

Das Geldvolumen wird demnach während der Krise grösser und wird mittels Bedürfnisabdeckung einfach umverteilt, weil gewisse Leistungen nicht mehr angeboten werden dürfen (Umlage). Bei einer korrekten Rückflussorganisation kann es keine Gewinner geben, denn wir tauschen die gegenseitigen Leistungen, nicht mehr und nicht weniger.
Paolo Ermotti, am 25. Mai 2020 um 23:34 Uhr

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