Millionen von Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg in ihrer Heimat © swa

Wie Kriege der USA zur globalen Massenflucht beitragen

Red. / 04. Okt 2020 - Kriege der USA und ihrer Verbündeten haben 37 Millionen Menschen auf die Flucht getrieben. Eine Studie fordert Wiedergutmachung.

Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland, darunter jene auf den Ägäis-Inseln, sind von Kriegsschauplätzen westlicher Mächte geflohen, werden aber von Deutschland und der EU ausgesperrt. Mehr als drei Fünftel aller Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr in Griechenland registriert wurden, stammen aus vier Ländern, in denen die deutsche Bundeswehr operiert (Afghanistan, Irak, Syrien) oder die Vereinigten Staaten Drohnenangriffe durchführen (Pakistan). Auf Lesbos sind insbesondere Flüchtlinge vom Hindukusch präsent. Dies entspricht den Resultaten einer aktuellen Studie des Watson Institutes for International and Public Affairs an der Brown University (Providence/Rhode Island). Dieser Studie zufolge haben die Kriege der USA und ihrer Verbündeten – darunter Deutschland – in den vergangenen zwei Jahrzehnten mindestens 37 Millionen Menschen auf die Flucht getrieben. Nur der Zweite Weltkrieg hat mehr Flüchtlinge produziert als sie. Berlin und Brüssel stellen hohe Summen zur Verfügung, um die Grenzen gegen unerwünscht Einreisende abzuschotten. Das Zugeständnis, zu dem sich Berlin nach dem Brand im Lager Moria bereit findet: die Aufnahme von nicht mehr als 1700 Menschen.

Das «Costs of War Project»

Den Anteil, den die Kriege der westlichen Mächte an der aktuellen globalen Massenflucht haben, hat zuletzt das «Costs of War Project» analysiert, das das Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University (Providence/Rhode Island) seit dem Jahr 2010 unterhält. Das Projekt, getragen von insgesamt rund 50 Experten, erforscht systematisch die Schäden, die US-Kriege in aller Welt seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verursacht haben – von der Zahl der Toten über die Zerstörung der betroffenen Gesellschaften bis hin zu den Auswirkungen, die die ungebrochene Kriegspolitik auf das Innere der kriegführenden Staaten hat.

Anfang September haben Mitarbeiter des Projekts eine Studie publiziert, die sich allein der Frage widmet, wie viele Menschen die US-Kriege seit 2001 auf die Flucht getrieben haben.[1] Die Resultate der Studie betreffen auch die deutsche Politik, da Deutschland an zahlreichen US-Kriegen auf die eine oder andere Art beteiligt war und ist.

Vor westlichen Kriegen geflohen

Im Mittelpunkt der Studie stehen acht Länder, in denen die USA entweder die massgebliche (Irak 2003) oder eine unter mehreren führenden Kriegsparteien (Afghanistan, Libyen) waren bzw. sind – oder in denen sie mit Drohnenangriffen bzw. mit dem Bereitstellen notwendiger Aufklärungsdaten (Somalia, Jemen) zumindest eine tragende Rolle innehaben.[2]

Das «Costs of War Project» weist ausdrücklich darauf hin, dass es bei der Zählung der Flüchtlinge vorsichtige Schätzungen wählt; in seine Statistik über afghanische Flüchtlinge in Pakistan gehen beispielsweise nur Flüchtlinge ein, die offiziell als solche registriert wurden, nicht aber die unregistrierten Flüchtlinge, deren Zahl in Pakistan 2015 auf 1,3 Millionen geschätzt wurde.

In Syrien haben die Autoren der Studie lediglich Flüchtlinge aus denjenigen fünf Gouvernements aufgenommen, in denen US-Militärs ab 2014 im Rahmen des Kriegs gegen den IS operierten. Selbst bei dieser – definitiv zu niedrig angesetzten – Zählweise ergibt sich, dass in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten 37 Millionen Menschen in den acht analysierten Ländern auf die Flucht getrieben wurden; tatsächlich könnte die Zahl sogar bei bis zu 59 Millionen liegen. Hinzu kommen zahllose weitere Flüchtlinge – in Ländern wie Mali, Burkina Faso oder Niger, in denen ebenfalls US-Truppen operieren.

Zwar sind gut 25 Millionen mittlerweile in ihre Herkunftsorte zurückgekehrt; dies ist aber in zahlreichen Fällen nicht freiwillig geschehen, etwa durch Abschiebung oder Vertreibung, und zudem herrscht in den Herkunftsorten oft immer noch Elend, Hunger und Krieg.

Fast so viel wie im Zweiten Weltkrieg

Um die Fluchtsituation zu verdeutlichen und eine Einschätzung des Geschehens zu erleichtern, weist die Studie zunächst darauf hin, dass allein in fünf Herkunftsstaaten – Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien, Jemen – bei Kampfhandlungen, erneut vorsichtig geschätzt, rund 800'000 Menschen ums Leben gekommen sind; rechnet man die Opfer direkter Kriegsfolgen wie Unterernährung oder Krankheiten ein, kommt man auf mindestens drei Millionen, vielleicht sogar eine zweistellige Millionenzahl an Kriegstoten.

In Afghanistan sind seit 2001 26 Prozent der Vorkriegsbevölkerung auf die Flucht getrieben worden, im Irak und in Syrien jeweils 37 Prozent, in Somalia sogar 46 Prozent. Schon in der vorsichtigen Schätzung des «Costs of War Project», die von gut 37 Millionen Flüchtlingen ausgeht, haben die US-Kriege seit 2001 zusammengenommen inzwischen ein Niveau erreicht, das die Flüchtlingsströme des Ersten Weltkriegs (10 Millionen), des Vietnamkriegs (13 Millionen) und der von Massengewalt begleiteten «Teilung» Indiens im Jahr 1947 (14 Millionen) bei weitem übersteigt. Lediglich der Zweite Weltkrieg zwang mehr Menschen auf die Flucht als die Kriege seit 2001. In diese ist Deutschland überwiegend involviert: als Kriegsteilnehmer, etwa in Afghanistan sowie im Krieg gegen den IS in Syrien und im Irak; mit dem Stellen von Personal in NATO-Stäben wie 2011 in Libyen; als Standort für US-Basen, die zum Transport von Truppen und Material oder für die Durchführung von Drohnenoperationen (US-Basis Ramstein [3]) genutzt werden.

Ein Prozent der Weltbevölkerung auf der Flucht

Dass die westlichen Mächte mit ihren globalen Kriegen und Militäroperationen einen grossen Teil der weltweiten Flüchtlingsströme verursachen, zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Statistik des UN-Flüchtlingshilfswerks. Laut Angaben des UNHCR ist weiterhin Syrien das Land, aus dem die höchste Zahl an Menschen ins Ausland geflohen ist – rund 6,6 Millionen; Afghanistan befindet sich mit 2,7 Millionen Flüchtlingen auf Rang drei. Zählt man Asylsuchende sowie Binnenvertriebene hinzu, sind insgesamt beinahe 13,5 Millionen Syrer und rund sechs Millionen Afghanen betroffen, zudem 2,5 Millionen Iraker, 3,6 Millionen Somalier, knapp 3,8 Millionen Jemeniten.

Insgesamt ist die Zahl der Menschen weltweit, die sich innerhalb oder ausserhalb ihres Herkunftslandes auf der Flucht befinden, im vergangenen Jahr auf 79,5 Millionen Menschen gestiegen – fast so viel wie die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik bzw. gut ein Prozent der Weltbevölkerung.[4] Weiterhin hat die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in Entwicklungsländern Zuflucht gefunden – 85 Prozent; 80 Prozent aller Flüchtlinge halten sich in Ländern auf, in denen eine sichere Versorgung mit Nahrung nicht sicher gewährleistet ist.

Auch unter denjenigen, die über Griechenland nach Europa zu fliehen versuchen, sind Menschen aus Staaten in der Mehrheit, in denen der Westen Kriege führt: Nach Angaben des Greek Council for Refugees kamen von den 77'287 Menschen, die vergangenes Jahr in Griechenland um Flüchtlingsschutz nachsuchten, 23'828 aus Afghanistan, 10'856 aus Syrien, 7140 aus Pakistan und 5738 aus dem Irak; die übrigen verteilten sich in geringerer Zahl auf andere Länder.[5]

Die Legitimität von Kriegen hinterfragen

Mit Blick auf die Faktenlage urteilen die Autoren der «Costs of War»-Studie: «Die Legitimität und die Effizienz von Kriegen sollte nach fast zwei Jahrzehnten desaströser Ergebnisse mehr denn je in Frage gestellt werden.» [6] Zudem müsse man die Frage aufwerfen, «welche Schritte» die für die Kriege verantwortlichen Staaten unternähmen, um «den Schaden wiedergutzumachen», den sie den mindestens 37 Millionen Flüchtlingen zugefügt hätten.

Die Antwort, die Deutschland und die EU mit Blick auf die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln geben, spricht eine deutliche Sprache. So wurden nach dem Brand im Lager Moria lediglich unbegleitete Kinder und Jugendliche auf das griechische Festland gebracht; für die anderen über 12'000 Flüchtlinge auf Lesbos wird – mit EU-Geldern – ein neues Lager gebaut. Die Bundesregierung hat sich bereit erklärt, neben 150 unbegleiteten Minderjährigen gerade einmal 408 Familien – 1553 Menschen – in Deutschland Zuflucht zu gewähren, allerdings nur solchen, deren Flüchtlingsstatus bereits anerkannt ist; mehr ist nicht geplant.

An Geld mangelt es nicht: Die EU stellt gleichzeitig immense Summen bereit, um weitere Menschen, die von den Kriegsschauplätzen auch europäischer Staaten fliehen, an der Einreise zu hindern. Allein der Etat für die Flüchtlingsabwehrbehörde Frontex ist von 2015 bis zum Jahr 2020 auf mehr als das Dreifache gesteigert worden – von 140 Millionen auf 460 Millionen Euro.

Kriege seit 2001 produzierten 37 Millionen Flüchtlinge

Quelle: «Costs of War Project», Brown University, Sept. 2020; Grafik: Kelly Martin/IRW

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Dieser Beitrag erschien auf german-foreign-policy.com

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Infosperber-DOSSIER:

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FUSSNOTEN:

[1] Zitate hier und im Folgenden: David Vine, Cala Coffman, Katalina Khoury, Madison Lovasz, Helen Bush, Rachel Leduc, Jennifer Walkup: Creating Refugees: Displacement Caused by the United States' Post-9/11 Wars. Providence, 08.09.2020.

[2] Bei den acht Ländern handelt es sich um Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien, Libyen, Jemen, Somalia und die Philippinen, Letzteres wegen der US-Beteiligung an der Aufstandsbekämpfung im Süden der Philippinen, vor allem auf Mindanao.

[3] S. dazu Drohnenmorde vor Gericht

[4] UNHCR: Global Trends. Forced Displacement in 2019

[5] Statistics: Greece. asylumineurope.org

[6] David Vine, Cala Coffman, Katalina Khoury, Madison Lovasz, Helen Bush, Rachel Leduc, Jennifer Walkup: Creating Refugees: Displacement Caused by the United States' Post-9/11 Wars. Providence, 08.09.2020.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Die «Informationen zur Deutschen Aussenpolitik» (german-foreign-policy.com) werden von einer Gruppe unabhängiger Publizisten und Wissenschaftler zusammengestellt, die das Wiedererstarken deutscher Grossmachtbestrebungen auf wirtschaftlichem, politischem und militärischem Gebiet kontinuierlich beobachten.

Weiterführende Informationen

Creating Refugees: Displacement Caused by the United States’ Post-9/11 Wars

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10 Meinungen

"Eine Studie fordert Wiedergutmachung."
Beat Richner forderte auch direkt von den Amis eine Beteiligung an den Kosten des Kambodschanischen Gesundheitssystems. Nicht als Wiedergutmachung, sonder aus Haftungsgründen.
Die Amis ignorierten ihn einfach und die Schweiz war ihm in diesem sehr wohl berechtigten, vernüftigen Anliegen auch keine Hilfe.
Die Amis und Wiedergutmachung? Leider sind die Amis Propaganda- und Desinformationsopfer, habe daher keine reale Sicht auf ihre Aussenpolitik und deren Folgen. Wie will man also mit jemanden über Wiedergutmachung sprechen, der sich gar keinem Unrecht bewusst ist?
Marc Fischer, am 04. Oktober 2020 um 12:48 Uhr
Und wieviele Worte Angela Merkels «Wir schaffen das» haben zur Flucht nach Europa beigetragen?....
Beda Düggelin, am 04. Oktober 2020 um 14:25 Uhr
Aktuelle Studie, die gibt es schon paar Jahre.
An Aktualität hat die nichts verloren.
Kosten sind bis 2050 gerechnet, damit unvollständig.
An D + EU können wir sehr deutlich sehen, das die Folgen des 2. WK, lange nicht überwunden sind !

Krieg ist ein Beitrag für die Massenflucht.
2. Fluchtursache sind Embargos.

"Der vergessene Krieg gegen Iraks Zivilbevölkerung
.
.
...Tim Dyson, Professor für Bevölkerungswissenschaften an der London School of Economics, in einer Studie von 2006. Er schätzt, dass zwischen 1990 und 2003 etwa 660.000 bis 880.000 irakische Kinder unter fünf Jahren aufgrund des Zusammenbruchs der irakischen Ökonomie gestorben sind. Wie viele Iraker anderer Altersstufen umkamen, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass deutlich mehr Mütter im Kindbett starben.
.
.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html

3. asoziale «Wirtschaftsabkommen».

"1. Was sind EPAs?
.
.
Schon jetzt entledigt sich die EU in den AKPs ihrer landwirtschaftlichen Überproduktion und zerstört damit die lokalen Märkte. Werden die Importzölle weiter gesenkt, verlieren Millionen gänzlich ihre Lebensgrundlage. Auch die wenigen Industriebetriebe und das Kleingewerbe werden einer vernichtenden Konkurrenz ausgesetzt. Ausländische Investoren werden kaum Auflagen erhalten. Dadurch werden die soziale und ökologische Verwüstung weiter vorangetrieben.
.
.
https://www.attac.de/kampagnen/handelsabkommen/einzelne-handelsabkommen/epas/
Dieter Gabriel, am 04. Oktober 2020 um 15:17 Uhr
An dieser Situation sind wir alle, die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen in den westlichen Demokratien schuld, denn wir haben die Herrschaft an Politiker abgegeben, die wir nicht aufhalten können. Verantwortungslos haben wir nicht bloss delegiert, wir haben abgedankt, und damit keine Demokratien sondern Eliterepubliken geschaffen. Jetzt können unsere Volksvertreter und –Vertreterinnen heuchelnd von Menschenrechten labern, während sie die Opfer ihrer von der UNO nicht bewilligten Kriegshandlungen in ihrem Elend lassen. Sie geben weiterhin Unsummen für Kriegsgerät aus, während zehn Prozent und mehr ihrer Bevölkerungen an oder unter der Armutsgrenze leben. Wie lange wollen wir das noch dulden? Wir wollen ein Souverän sein? Ist jemandem diese lächerliche Aussage schon bewusst geworden?
Michel Mortier, am 04. Oktober 2020 um 15:19 Uhr
Würde jeder Mensch, jede Nation, jede Regierung, auf jede Form von Gewalt auf allen Ebenen, welche jenseits von angemessener Notwehr liegt, verzichten, dann wären in kurzer Zeit viele Probleme schon gelöst. Würde es bei den Kriegen ausschließlich um die Verteidigung guter humaner Werte und um die Vernichtung von destruktiven Diktatoren und Gewaltregimen gehen, wäre unser Planet in einem besseren Zustand. Es gibt wohl zu viele welche die Macht und die Gewalt lieben und Lust daran erleben. Das schnelle Geld und erobern von Ressourcen, das nähren der Waffenindustrie, die Lust an der Kriegsbeute auf wirtschaftlicher Ebene, diese destruktiven Triebe scheinen stärker zu sein als jedes Gesetz, als jeder Ethos, als jeder gute Vorsatz, als jedes Ideal. Die Spezies Mensch wird sich selber zerstören wenn sie ihr Verhalten nicht ändert. Traurig ist, das darüber eine kleine elitäre Gruppe von Reichen und Mächtigen alleine entscheidet.
Beatus Gubler, am 04. Oktober 2020 um 15:41 Uhr
Darüber berichten unsere MSM (NZZ, Tagi, Blick, SRF, etc.) viel zu wenig.
Pedro Reiser, am 04. Oktober 2020 um 17:10 Uhr
Die Schweiz ist mit Kriegsmaterialexporten, der Finanzierung von Waffenexporten und Investitionen in ausländische Rüstungskonzerne an diesen Kriegen die Millionen Flüchtlinge produzieren beteiligt.

Seit über 50 Jahren verfolge ich die Kriegsmaterialexporte der Schweiz, früher für die Arbeitsgemeinschaft für Rüstungskontrolle und eine Waffenausfuhrverbot ARW)

Im ersten Halbjahr 2020 verkaufte die Schweiz Kriegsmaterial im Wert von mehr als 501 Millionen Franken. Dies ist eine Steigerung von fast 184% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 und fast so viel wie im gesamten Jahr 2018.

Laut der offiziellen Statistik des Bundes exportierte die Schweiz von 1975 – bis Ende Juni 2020 für 19,7 Milliarden Franken Kriegsmaterial. Verkauft wurden diese Rüstungsgüter zu einem grossen Teil an kriegführende Nato-Staaten, in Spannungsgebiete, an menschenrechtsverletzende Regimes und an arme Länder in der Dritten Welt, in denen Menschen hungern und verhungern. In den 19,7 Milliarden Franken sind die besonderen militärischen Güter nicht eingerechnet, die ebenfalls exportiert wurden, aber nicht in der offiziellen Statistik erscheinen. Auch die Finanzierung von Waffengeschäften durch Schweizer Banken erscheinen in diesen Zahlen nicht. Schweizer Geldinstitute, die Nationalbank, Banken, Versicherungen und Pensionskassen investierten in den letzten Jahren sogar in Firmen, die an der Atomwaffenproduktion, an der Herstellung von Anti-Personenminen und Clusterbomben beteiligt sind.
Heinrich Frei, am 04. Oktober 2020 um 18:28 Uhr
» Die erwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland.... sind von Kriegsschauplätzen westlicher Mächte geflohen, werden aber von Deutschland und der EU ausgesperrt.»
So ist das wohl. Und die Schweiz diskutiert eine «Begrenzungsinitiative» ( hallo RUAG). Und bildet such noch was auf ihre «humanistische Tradition ein.

Aussetdem haben or ja jetzt eine Lösung fpr diese Probleme. Nein, nicht Herrschaft, seit 200 Jahren in das Mäntelchen des Kapitalismus gekleidet.

Nein,es ist ein - nan staune- ein Virus. Jedenfalls, wenn man der Maximalpräsenz in den Medien glaubt.
Diese friedenssichernde Erkenntnis gehört mit dem Nobelpreis geehrt. Ich weiß nur noch nicht mut welchem. Vielleicht : Wirtschaft?
Bernd Mensing, am 06. Oktober 2020 um 08:00 Uhr
Viele Flüchtlinge sind durch die „Willkommenskultur“ zur Flucht ermutigt worden. Aber natürlich vor allem vertrieben worden durch die Kriege der USA und der NATO. Das sind die „westlichen Werte“. Die Perser werden oft ‚dank‘ der Sanktionen gegen Iran, was zur Verhärtung des Regimes und zu wirtschaftlicher Not führt, in die Flucht getrieben.
Ruth Obrist, am 06. Oktober 2020 um 21:29 Uhr
In Deutschland wurde die Entwicklungshillfe massiv gekürzt, dafür die Verteidigungsausgaben drastisch erhöht. Friedliebende Politik sieht anders aus! Wann endlich stehen dir Bürger, die Kirchen gegen diese irrsinnige Politik auf? Die Waffenindustrie stoppen, sinnvolle Werte schaffen, den geschundenen Völkern endlich beim Wiederaufbau helfen, in die Bildungspolitik investieren. Das wäre Friedenspolitik. Alles andere ist nur verlogene Heuchelei. Auch die Medien müssten aufklären, Fakten nennen.
Gerhard Hampel, am 13. Oktober 2020 um 15:55 Uhr

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