Wie aus Fakten Fake wird

Christian Müller © aw
Christian Müller / 29. Aug 2017 - Auch wissenschaftliche Resultate werden angezweifelt, wenn sie nicht liefern, was man gerne hören möchte.

Wie recht er doch hat, Said Rezek, im Migazin vom 26. August 2017:

«Zunächst einmal die guten Nachrichten. Die Religionsmonitor-Studie 2017 stellt eine positive Arbeitsmarktintegration in Deutschland lebender Muslime fest. Die Erwerbsbeteiligung von Muslimen unterscheidet sich nicht vom Bundesschnitt. Ausserdem gehören Freundschaften zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zur gelebten Realität. 84 Prozent der in Deutschland geborenen Muslime verbringen ihre Freizeit mit Nichtmuslimen. Soweit, so gut.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Studie werden in den Kommentarspalten von nicht wenigen die Studienergebnisse angezweifelt. Der Zuspruch ist gross. Frei nach dem Motto: ‹Es kann nicht sein, was nicht sein darf.› Zu lesen sind Sätze wie ‹Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast›. Alternativ wird die Bertelsmann-Stiftung als Herausgeber der Studie, mit einem Wort als ‹Märchenerzähler› abgekanzelt. Soweit, so schlecht.

Fake-Wissenschaft

Bei negativen Integrationsergebnissen, wäre die Studie von den gleichen Personen höchstwahrscheinlich bejubelt worden, ohne die Studienergebnisse auch nur ansatzweise anzuzweifeln. Frei nach Motto: ‹Wir haben es schon immer gewusst!›

Die Reaktionen zeigen einmal mehr, dass manche Menschen mit Fakten nicht überzeugt werden können. Vor allem zeigt es, dass mit Fake-News oder Fake-Wissenschaft nicht unbedingt faktisch falsche Informationen gemeint sind, sondern Ergebnisse, die die eigene Meinung nicht bestätigen.»

Ist dem was beizufügen? Es lohnt sich, auf Said Rezeks eigenes Blog-Portal zu gehen. Ein kluger Kopf!

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Zum Religionsmonitor 2017 "Muslime in Europa" (als pdf)

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2 Meinungen

Die Ergebnisse der Studie stimmen nicht mit der Wahrnehmung der Bevölkerung überein, also wehren sich die Leute. Richtig so!

Schon Titelblatt und Vorwort zeigen, dass das keine seriöse Studie ist, sondern eine PR-Auftragsarbeit. Und tatsächlich, die Methodik ist lachhaft. Zum Beispiel wurden nur Migranten bis 2010 berücksichtigt. Die Flüchtlingskrise begann aber erst 2015!

Der wirkliche Skandal ist, wie völlig unkritisch diese PR-Arbeit von den PR-Medien wieder einmal übernommen wird, nichts wird hinterfragt, solange es in die eigene Ideologie passt. Auch der Infosperber scheint auf einem Auge blind zu sein und verbreitet lieber ungeprüft die Bertelsmann-Fakenews.
Serge Raymond, am 29. August 2017 um 21:20 Uhr
‹Es kann nicht sein, was nicht sein darf› Ist das nicht eine «klassische» Aussage der Linken?

Vielleicht noch direkter: «Es ist nicht, was nicht sein darf!

Möglicher Dialog, der wahrscheinlich nie stattgefunden hat:

Meinungsforscher: Sie möchten eine Trendumfrage in Auftrag geben?
Kunde: Ja, wir möchten mit einer Umfrage die Stimmung, ein Trend «erforschen“!
Mf: Was wünschen Sie für ein Resultat?
K: ???, warum?, es ist doch klar um was es geht!?
Mf: Ja, aber je nach dem, werden wir die Fragen zusammenstellen.
K: Aber, dann stimmt doch das Resultat nicht, oder?
Mf: Ja, vielleicht! Aber es „stimuliert“ das Volk!
Sie möchten das Volk doch beeinflussen, oder nicht?
K: ja, aber .... ganz leise: geht das?
Mf: Wir werden sehen….

Ein etwas böser Gedanke zu Studien und Umfragen!
Willy Brauen, am 31. August 2017 um 18:40 Uhr

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