Auch Grande Dixence gehört zu den unrentablen Kraftwerken, die Alpiq verkaufen will © Roland Zumbühl/Wikimedia Commons/cc

Auch Grande Dixence gehört zu den unrentablen Kraftwerken, die Alpiq verkaufen will

Wie die Alpiq den Strommarkt kreativ austrickst

Hanspeter Guggenbühl / 08. Mrz 2016 - Not macht erfinderisch: Um ihre Verluste im Strommarkt zu reduzieren, will die Alpiq Wasserkraft-Beteiligungen verkaufen.

Die Gründe dafür: Die Preise auf dem Strommarkt, auf dem die Alpiq ihre Produktion verkauft, brachen ein. Darum musste der Konzern Investitionen in Milliardenhöhe abschreiben. Die Verluste in der Konzernrechnung summierten sich seit 2010 auf mehr als vier Milliarden Franken; im Jahr 2015 allein resultierte ein Verlust von 0,83 Milliarden Franken.

Riskante Flucht in Immobilien

Laut Bloomberg sind die Immobilienpreise in Dänemark seit 2012 um 40 bis 60 Prozent gestiegen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Immobilienblase platzen wird. Auch bei uns schiessen die Immobilienpreise aufgrund der niedrigen Zinsen in immer neue Höhen. So mancher lässt sich von den niedrigen Zinsen anlocken und kauft eine Immobilie, die er sich im Grunde genommen überhaupt nicht leisten kann. So wird die Immobilienblase immer weiter aufgepumpt. Einige werden sich dabei in Zukunft eine blutige Nase holen.

[[Ruf nach Abschaffung des Bargelds]]

Derzeit wird das Geschrei nach der Abschaffung von Bargeld immer lauter. Erst hiess es noch, die Sparer mit Negativzinsen zum Geldausgeben zu animieren, wozu Bargeld abgeschafft oder zumindest drastisch eingedämmt werden müsse. Egal, ob der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der Havard-Ökonom Kenneth Rogoff, der ehemalige Chef der Weltbank Larry Summers oder Andrew Haldane, Chefökonom der Bank of England – unisono erklären alle plötzlich, dass Kriminalität und Terrorismus durch eine Abschaffung des Bargeldes bekämpft werden könnten.

In das gleiche Horn bläst inzwischen auch die Politik, denn sie weiss, dass Menschen in Angst immer die Sicherheit der Freiheit vorziehen. Doch in Wirklichkeit geht es um etwas ganz anderes. Sie wollen uns die Freiheit nehmen und uns gnadenlos in die Abhängigkeit von Banken treiben. Larry Summers und Kenneth Rogoff argumentieren unverhohlen, dass es darum gehe, auch private Ersparnisse mit Negativzinsen für Regierungen «nutzbar» zu machen. Deshalb sollte uns allen klar sein, dass uns die Niedrigzinsphase erhalten bleibt. Es ist absehbar, dass die Zinsen sogar noch weiter sinken und die Enteignung durch die Notenbanken weiter fortschreiten wird, um die Kosten der Krisen auf uns alle abzuwälzen.

Einen Sturm auf die Banken verhindern

Darum will die Alpiq weiter devestieren: Weil heute kaum jemand ihre Beteiligungen an den unrentablen Atomkraftwerken Gösgen und Leibstadt kaufen will, bietet die Alpiq jetzt 49 Prozent ihrer verbliebenen Wasserkraft-Beteiligungen zum Verkauf an. Dazu gehören unter anderen die Speicherkraftwerke Grand Dixence und Chandoline im Wallis, die Blenio- und Maggia-Kraftwerke im Tessin, drei Flusskraftwerke an der Aare sowie Anteile an den Kraftwerken Hinterrhein und Engadin.

Mit diesem Verkauf könne die Alpiq ihre Abhängigkeit von den Marktpreisen im Grosshandel begrenzen und ihre Verschuldung weiter reduzieren, begründet Konzernchefin Jasmin Staiblin gestern Montag vor den Medien ihr Verkaufsangebot. Als Käufer kämen langfristig orientierte Anleger, aber auch Strom-Verteilwerke in Frage, die Endkunden direkt beliefern. Dazu gehören auch die Baselbieter EBM (Elektra Birseck) und EBL (Elektra-Baselland), die zusammen mit 21 Prozent am Alpiq-Aktienkapital beteiligt sind, oder Westschweizer Stromversorger im Reich der Alpiq-Aktionärin EOS. «Schweizer Hauptaktionäre», so sagte Staiblin gestern vor den Medien, «haben bereits ihr Interesse angekündigt».

All dies geschieht natürlich nur zu unserer eigenen Sicherheit. Warum die Kriminellen dann aber nicht auf kleinere Euro-Noten ausweichen, kann uns keiner erklären. Lassen Sie sich nicht blenden und hinters Licht führen. Diese Argumentation, dass dadurch Terrorismus, Drogenhandel und Mafia bekämpft werden können, ist lediglich vorgeschoben, um die wahren Beweggründe zu verschleiern. Bargeld ist Freiheit!

Die Marschrichtung ist klar: Es geht um Kontrolle, Überwachung und Enteignung. Denn mit der Abschaffung von und der Kontrolle über Bargeld kann man problemlos Negativzinsen einführen, ohne dass sich die Bürger diesen entziehen können. Schweden ist bereits auf dem besten Weg, Bargeld abzuschaffen. Wenn das Bargeld begrenzt oder sogar verboten ist und die Negativzinsen in unvorstellbare Höhen steigen, dann werden auch die Narren, die heute für die Bargeldabschaffung plädieren, erkennen, dass sie ihre Enteignung selbst unterschrieben haben. Doch dann ist es zu spät. Aus den genannten Gründen ist es essenziell, sich aktiv um sein Vermögen zu kümmern. Wir sind grosse Verfechter von Sachwerten.

Krisen sind gewollt!

Die letzten dreissig Jahre waren geprägt von zyklischen Krisen. Börsencrash 1987, Asienkrise, Russlandkrise, Staatsbankrott Argentinien, Dotcom-Blase, Zusammenbruch des Neuen Marktes, Immobilienkrise … Krise bedeutet Krankheit. Wenn also immer wieder Krisen aufbrechen, ist dies ein Zeichen, dass unser System offensichtlich schwer krank ist. Dass die Krisen immer umfassender und heftiger werden, sollte uns warnen und die Alarmstufe Rot auslösen. Der Zustand des Krisenpatienten wird immer bedrohlicher und eine Rettung immer unwahrscheinlicher.

Allen grossen Krisen folgte ein Paradigmenwechsel. Vom Liberalismus zu Keynes und von Keynes zum Neoliberalismus. Immer? Nein, 2008 war alles anders. Nach dem Finanzcrash wurde Grundlegendes nicht neu überdacht, infrage gestellt, geschweige denn geändert. Obwohl der Neoliberalismus total versagt hat, bleibt man dem gescheiterten Kamikazekurs treu. Warum ist das so? Wir konnten es nicht fassen, bis wir das Puzzle selbst zusammengesetzt hatten. Ein Wandel ist überhaupt nicht gewollt. Noch schlimmer: Krisen sind gewollt und erwünscht.

Niemals zuvor ist das Vermögen der Superreichen schneller und stärker gewachsen, nie konnten Staaten sich günstiger verschulden und auf Kosten der Bürger entschulden. Die Bürger wurden und werden durch Niedrigzinsen beziehungsweise Negativzinsen enteignet. Banken wurden mit Steuergeldern gerettet und Gesetze im Schnelldurchgang verabschiedet, die unter normalen Umständen nicht hätten realisiert werden können.

Neben unserem Wohlstand und unseren Vermögen ist eines der Hauptopfer der Krisen unsere Demokratie und damit unsere Freiheit! Die Politik hebelt die Demokratie Schritt für Schritt aus, und niemand empört sich. Keiner erhebt sich, um unsere hart erkämpften demokratischen Werte und unsere Freiheit zu verteidigen.

Preiswirrwarr in der Stromversorgung: Eine Entwirrung

  • Es folgt 2. Teil: Der Finanzkapitalismus ist schlechter Kapitalismus. Der deregulierte Finanzsektor dient kaum mehr der Realwirtschaft, sondern ist zum gefährlichen Wettcasino verkommen.

● Der Marktpreise für Schweizer Spitzenstrom (Lieferung werktags von 06 bis 20 Uhr), wie ihn Wasserkraftwerke mit Stauseen erzeugen, ist nochmals einen halben bis einen Rappen höher. Er liegt gegenwärtig bei 4,5 Rappen und damit unter den Produktionskosten der meisten (nicht aller) Wasser-Speicherkraftwerke. Darum sind heute auch die meisten Speicherkraftwerke unrentabel. Einige machen trotzdem gute Geschäfte, indem sie sich auf Lieferungen zu Spitzenstunden oder Systemdienstleistungen zum kurzfristigen Netzausgleich spezialisieren.

● Der reine Strompreis, den Verteilwerke mit Marktzutritt, aber ohne eigene Produktion bezahlen, liegt heute im Durchschnitt von Band- und Spitzenstrom bei 4 bis 6 Rappen/kWh. Wer den Strom mit einem neuen marktkonformen Vertrag bezieht, zahlt eher 4 Rappen, wer noch an einen früheren zweijährigen Vertrag zu damaligen Terminpreisen gebunden ist, zahlt eher 6 Rappen/kWh. Diese Marktpreise sind identisch mit den Gestehungskosten der betreffenden Verteilwerke. Darum bezahlen Haushalte im Monopolgebiet dieser Verteilwerke einen reinen Stromtarif von rund 4 bis 6 Rappen, konkret: Im Verteilgebiet des Zürcher Kantonswerks EKZ 6,5 Rappen/kWh.

● Verteilwerke mit eigener Produktion hingegen können ihren im Monopol gefangenen Kunden als Gestehungskosten die Produktionskosten ihrer Kraftwerke verkaufen. Dabei wählen sie gerne ihre besonders teuren Kraftwerke. Darum verrechnet zum Beispiel die Berner BKW ihren Monopolkunden Stromtarife von heute rund 9,5 Rappen/kWh.

● Bei den «gut 20 Rappen pro Kilowattstunde», mit denen Giorgio Müller die im Monopol gefangenen Haushalte verunsichert, handelt es sich um den vollen Stromtarif. Davon entfallen im Durchschnitt weniger als 40 Prozent auf die reinen Gestehungskosten des Produktes Stroms ab Klemme Kraftwerk (also den rohen Apfel). Mehr als 60 Prozent entfallen auf die Netzkosten (Stromverteilung vom Kraftwerk bis zur Steckdose) sowie Abgaben aller Art.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

Weiterführende Informationen

«Die Mär vom Fall der Wasserkraft» (auf Infosperber)
«Alpiq ist weiterhin auf Schrumpfkurs» (Infosperber vom 5.3.2014)
«Der Tanker Alpiq schrumpft zum Segelschiff» (Infosperber vom 13.3.2013)
DOSSIER: «Die Politik der Stromkonzerne»

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12 Meinungen

Ich verstehe nicht im geringsten was ich mit noch billigerem Strom verbunden mit dem ganzen Marktliberalisierungstheater soll? Bis heute beziehe ich Strom der bezahlbar ist und in der Haushaltrechung das tut was er soll, eine technische Errungenschaft zu erträglichen Selbstkosten (nicht zu Investorgerechten Marktkosten) anzubieten. Bis heute bezahlbar und das noch verbunden mit wertschätzenden Arbeitsplätzen und Sozialleistungen auf Seite der Anbieter.

Die Bezüger haben es gut, die Angestellten ebenfalls. Profite kann man allen weitergeben, reinvestieren oder die Preise senken. Es muss in einer Gesellschaft Bereiche geben die explizit nicht Marktkräften untergeordnet ! werden und das ist gut so.

Weder braucht man dazu dutzende Anbieter mit kreativen AGBs die nicht mal Anwälte richtig einschätzen können, noch den von neoliberalen Irrläufern so heilig gesprochene liberaliserte Märkte und künstlichen Dauerwettbwerb der am Ende alles runterreisst, Angestellte, natürliche Ressourcen, Regionen, Dörfer, Städte ja ganze Nationen.

Marktliberalismus ist die totalitäre völlig unkoordinierte Plünderung des Planeten. Den Tanz um das goldene Kalb... eine alte Geschichte. Eine Geschichte mit der weder Nationen, Konzerne, Standorte geschweige den Arbeiter umgehen können. Freiheit ohne soziale solidarische Leitplanken wird zum Irrenhaus für alle.
Uwe Borck, am 08. März 2016 um 09:11 Uhr
Vielleicht will Hanspeter Guggenbühl diesen eingenen Artikel zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, ob es Sinn macht, gegen die Strommarktliberalisierung anzuschreiben. Giorgio Müllers Bemerkung ist sowohl sachlich, wie auch im Kern korrekt — auch wenn der Vergleich nicht 100% korrekt ist, das stimmt und das weiss Giorgio Müller auch — andernfalls die Alpiq und die Verteiler mit gefangener Kundschaft nicht so leicht in Versuchung geraten würden, zu tricksen. Markt liberalisieren, für alle selbstverständlich, alles andere ist eigentlich ein Bruch des Gleichbehandlungsgebots, und durchgängig mit Abgaben die Produktion lenken ist der richtige Weg.
Peter Vogelsanger, am 08. März 2016 um 13:40 Uhr
Wie man aus diesem interessanten Artikel (http://bazonline.ch/schweiz/standard/alpiq-will-too-big-to-fail-werden/story/13803131) über das Lobbykonzept zur Rettung der Alpiq entnehmen kann, sind die Gegner der Strommarktliberalisierung vor allem ... die Alpiq und die Axpo Manager und wahrscheinlich Verwaltungsräte, die um ihre Karriere und den Verlust ihrer exorbitanten Löhne, Boni und Entschädigungen fürchten. Die Befürworter dürften fehlgeleitete Sozialisten und übermässig kompromissbereite Grüne sein, unter anderen.
Peter Vogelsanger, am 08. März 2016 um 13:58 Uhr
@Peter Vogelsanger. «fehlgeleitete Sozialisten» wo doch neoliberale einen auf totalitären Wettbewerb und liberalisierte Märkte bauende Ideologie umsetzen und eigentlich nichts so recht funktioniert und viele leiden.
Uwe Borck, am 08. März 2016 um 19:39 Uhr
"unrentable Kraftwerke verkaufen» - das verstehe ich nicht. Sind die Kraftwerke unrentabel, wird sie niemand kaufen. Wären sie rentabel zu betreiben aber Alpiq schafft es nicht, dann müsste das Management ausgewechselt werden.

Ich habe das Gefühl, das ganze Brimborium in Moment wird einfach veranstaltet, damit die Konzerne mehr Subventionen vom Staat kriegen. Eine gesicherte Stromversorgung ist elementar für die Wirtschaft und die Gesellschaft und da wird der Staat (unter anderem all die superliberalen Politiker schon Geld springen lassen, damit die Versorgungssicherheit mit einheimischen Strom gewährleistet ist.
Franz Abächerli, am 09. März 2016 um 10:55 Uhr
@Uwe Brock: Die Schweizer Energiewirtschaft ist überwiegend staatlich. Die allermeisten der grossen Unternehmen sind zwar privatrechtlich organisiert, aber im Besitz von Kantonen, meist im Besitz verschiedener Kantone. Es ist organisierte Verantwortungslosigkeit. Und die Unternehmen dienen als versteckte Steuerbeschaffungsmaschinen. Das ist nicht zuletzt so, weil die meisten Sozialisten meinen, es sei gut, wenn die Stromproduktion im Besitz des Staates ist und auch die versteckte Mittelbeschafftung wird gerne gesehen. Das Resultat der staatlichen Privatunternehmen ist aber verheerend, für die Umwelt, für die Unternehmen und nun auch für den Staat, also für die Bürger und für die Stromverbraucher.
Etwas besser schneiden die Energieunternehmen ab, die zwar den Kantonen bzw. Gemeinden gehören, aber nicht privatrechtlich organisiert sind (IWB, EWZ), wodurch Verantwortlichkeiten eher festgelegt sind, und das Management nicht einfach über alle Stränge schlagen kann — wobei auch dort längst nicht alles so ist, wie es sein sollte.
Der Markt würde schon funktionieren und das beste Resultat liefern, auch beim Strom, wenn man den Markt nur zulassen würde, bei der Produktion wie beim Verbrauch, aber bei beidem sind wir von einem Markt weit entfernt.
Das Netz sollte staatlich sein, und zwar bis zur Stelle, wo der Konsument den Strom übernimmt. Alles andere sollte der Konkurrenz unterstellt werden. Aber natürlich braucht es konequente Abgaben auf Unweltbelastung und Umweltrisiken.
Peter Vogelsanger, am 09. März 2016 um 12:56 Uhr
Vielen Dank für die Zusammenstellung der Strompreise. Meiner Meinung nach sollten die Stromkonsumenten inklusive Grossbezüger Abgaben zahlen müssen, welche den externen Kosten ihres Stromkonsums entsprechen. Beim Atomstrom müsste also so viel dazukommen, dass es für den Rückbau der AKWs und die Endlagerung der Abfälle reicht. Beim Kohlestrom wäre es eine CO2-Abgabe. Dann hätten wir relativ rasch Bewegung in die richtige Richtung. Beim heutigen System zahlen vor allem künftige Steuerzahler und bei Unfällen sogar die ganze Bevölkerung. Das Verursacherprinzip wird aber nicht angewendet, weil die Politik inklusive die Linke nicht die Interessen der ganzen Bevölkerung vertritt, nicht einmal der abstimmenden Bevölkerung oder der Steuerzahler, sondern Wirtschaftsinteressen und -ideologieen.
Theo Schmidt, am 09. März 2016 um 14:09 Uhr
"Franz Abächerli; Der Beweis das so etwas wie Märkte überhaupt «funktionieren» ist bis heute in der realen Welt nicht erbracht worden weil nie in breiten verbindlichen Debatten definiert wurde wer die Parameter für eben diese funktionierende Märkte festlegt. Bis heute basieren die Annahmen über funktioniernde Märkte rein auf Profit oder Verlust irgendwelcher Akteure. In der Regel Investoren, Finanzmärkte aber nie das Indiviuum, Familen, Regionen, Dörfer, Städte, Kollektive Werte. Dies werden schlicht nicht berücksichtigt...

Was bitte soll ich als einzelner mit noch soviel Wissen korrekt einschätzen können ob nun Wettbewerb (der stets künstlich angefeuert werden muss und somit kein natürlicher Zustand ist) und Auswahl rein logischer Vielfalt etwas davon habe, nebst angeblichen Tiefstpreisen oder Vielfalt von Anbietern.

Bei mir machen die Strom- Licht- Heiz-Warmwasserkosten um die 90-100.- Sfr. monatlich aus. Was bringt es nun am Ende wirklich wenn ich plötzlich 90.- bezahle? Auf ein Jahr gerechnet sind das 120.- und dafür muss ich mich als Anwalt, Marketingspezialist, Mathematiker, Verkäufer und Einkäufer schlau machen und durch fantasiereiche AGB's durchlesen.

Wobei gem. neoliberalen Markttheorien alles so gestaltet werden muss damit Märkte effizient funktionieren. Wie effizient ist also die tägliche Auseinandersetzung mit AGB's, Angeboten, Preisen?

Simple Pauschalen sind an Effizienz nicht zu übertreffen.
Uwe Borck, am 09. März 2016 um 14:56 Uhr
Interessanter Artikel. Wie dies Peter und Theo zumindest indirekt ansprechen, das bestehende Debakel ist eine Folge der verpassten Strommarktliberalisierun. Monopolrenten konnten lange abgeschöpft werden und wurden gigantisch fehlinvestiert. Energieabgaben aufgrund externer Kosten mit voller Rückerstattung hätten parallel realisiert werden müssen.
ruedi meier, am 09. März 2016 um 20:14 Uhr
Danke für diesen Artikel und vor allem für die «Entwirrung». Ich bezahle lieber «meinem» EW etwas mehr als die aktuellen Marktpreise, nämlich die Gestehungskosten, wenn es dafür keinen Strom von AKWs und Kohlekraftwerken kauft (oder kaufen muss) und auch in Zeiten von hohen Strompreisen bei den Gestehungskosten bleibt. Deshalb ist es wichtig, dass die EWs in öffentlichem Besitz bleiben.
Christoph Hugenschmidt, am 09. März 2016 um 21:36 Uhr
fehlgeleitete Sozialisten und fehlgeleitete Marktgläubige....
Es ist selten ein «entweder-oder» sondern meist die Kombination beider Übel, gerade in den Chefetagen von privaten wie von «staatlichen» Konzernen.
In einem freien Markt müsste die Vollkostenrechnung gelten!
"Fehlgeleitete Sozialisten» müssten mehr versuchen soziale Lasten zu reduzieren, damit diese in die Vollkostenrechnung integriert werden müssen.
Die Wirtschaft brauche billige Energie... die Wirtschaft brauche billige Arbeiter, am liebsten Sklaven. Arbeitsplätze erhalten und verteidigen mit allen Mitteln.... wirklich mit «allen"?
Weder die billige Energie noch die Sklaverei wird die Wirtschaft retten.
Gut so wir Menschen sind auch viel wertvoller als dieser undefinierte Mythos «Wirtschaft"!

Berechnung der Haftpflichtkosten Leipzig:
http://www.versicherungsforen.net/portal/media/forschung/studienundumfragen/versicherungsprmiefrkkw/KKW-Studie_Versicherungsforen_Leipzig.pdf
Urs Lachenmeier, am 10. März 2016 um 10:02 Uhr
Not macht erfinderisch. Wieso selbst Atomschrott entsorgen. Kostet ja nur: http://www.blick.ch/news/politik/wie-alpiq-mit-pr-tricks-politiker-instrumentalisiert-denken-sie-ueberhaupt-noch-selbst-herr-nationalrat-id4776961.html . Siehe auch den Medien Monitor dazu http://medienmonitor.ch/thema/schwerpunkt/ . Als engste Nachbarn von Mühleberg (Mit Jod seit Jahren im Apothekerschrank) haben wir zwei Aussichten. Würfelt ALPIQ falsch im Monopoli, zahlen wir mit dem Leben sonst uns nur dumm und dämlich.
Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 12. März 2016 um 07:55 Uhr

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