Gestaltete Aussenräume: Totes Geröll – Kiesfläche mit der Flora einer Magerwiese © Beatrix Mühlethaler
Im Grünen wohnen mit Geröll vor dem Haus… © Beatrix Mühlethaler
... oder mit Blumen © Beatrix Mühlethaler

Natur im Quartier : Blühendes Grün statt Geröll

Beatrix Mühlethaler / 12. Okt 2014 - Unsere Siedlungen könnten Raum bieten für Tiere und Pflanzen. Aber oft sind sie Kampfzonen gegen die Natur. Eine Bildserie, Teil 1.

Pflegeleicht soll es sein, das Grün um Häuser, an Strassen und auf Plätzen. Diesem Ziel ordnet die Mehrheit der Planer und Gartenbaufirmen, Gemeinden und privaten Bauherrschaften alles andere unter. Mit dieser Einseitigkeit verbreiten die Raumgestalter tödliche Langeweile. Schlimmer noch: Wenn Einheitsrasen, Geröllflächen und Abstandsgrün aus Zwergkoniferen das Feld beherrschen, finden Pflanzen und Tiere im überbauten Raum immer weniger für sie geeignete Nischen. Fürs Auge und für die Seele gibt es in einem solch toten Umfeld kaum mehr Nahrung. Die Jahreszeit lässt sich nur noch an den wechselnden Temperaturen spüren. Das Erlebnis der Natur wird in die Freizeit delegiert und schlägt sich in Autokolonnen und vollen Parkplätzen in Naherholungsgebieten nieder.

Beispiel: Steinreich oder blütenreich

Im Grünen wohnen mit Geröll vor dem Haus…

…oder mit Blumen

Es wäre so einfach, mit naturnahen Flächen und Strukturen wieder Leben in die Quartiere zu bringen. Das ist weder in Gestaltung und Pflege aufwändiger, noch teurer. Nur müssten sich die Verantwortlichen etwas kundig machen, was Mensch, Tier und Pflanze gleichermassen dient.

Wer von diesen Zusammenhängen etwas versteht, verunstaltet nicht Flächen mit Geröll und behauptet, das wirke ordentlich und mache keinen Aufwand. Nach wenigen Jahren siedeln sich trotzdem Kräuter an, und zwar die hartnäckigsten wie die Gänsedistel, die kaum eine ästhetische Zierde darstellen. Als Alternative empfiehlt sich eine langfristig funktionierende Lösung, die Augenweide, Lebensraum und leichte Pflege in einem bietet: eine Kiesfläche mit der Flora natürlicher Magerwiesen. Das bringt farbige Blüten vom Frühling bis in den Herbst, Pollen und Unterschlupf für allerlei Insekten und im Winter Samen für die Vögel. Nur einmal im Frühling braucht es einen Schnitt.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Die Gestaltungsbeispiele stammen aus einer Ausstellung, welche die Autorin im Auftrag von Illnau-Effretikon produziert hat.

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2 Meinungen

Bitte geben Sie einen Hinweis, was man genau tun muss, (z.B. welche Kiesmischung und/oder Samenmischung einbringen), damit es so wird wie in Ihrem Beispiel, bzw. Links zu mehr Info.
Theo Schmidt, am 13. Oktober 2014 um 10:52 Uhr
Als Bodensubstrat für eine Magerwiese eignen sich gewöhnlicher Strassenkies oder Wandkies, den man durch ein Gartenbauunternehmen einbringen lassen kann. Strassenkies ergibt eine gleichmässigere Oberfläche zum Mähen, Wandkies ist dekorativer, wenn einzelne Steine sichtbar bleiben. Als Samenmischung wählt man Schotterrasen, Magerrasen oder Dachbegrünung (auf original CH-Saatgut achten!) oder sät einzelne erwünschte Arten ein. Link zu Naturgartenfachleuten und Wildstaudengärtnereien: www.bioterra.ch, www.wildstauden.ch
Beatrix Mühlethaler
Beatrix Mühlethaler, am 14. Oktober 2014 um 10:06 Uhr

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