Schweiz der Zukunft mit 12 Millionen Einwohnern? Bild Shanghai 2013. © gaheilon/flickr/cc

9 oder 12 Millionen Menschen in der Schweiz?

Urs P. Gasche / 05. Sep 2014 - Alle machen Front gegen die Ecopop-Initiative. Deshalb hier Argumente, die für eine Beschränkung der Netto-Zuwanderung sprechen.

Bundesrat, sämtliche Parteien, alle Wirtschaftsverbände und alle grossen Medien sind gegen die Initiative der Ecopop. Deshalb seien hier Argumente zur Diskussion gestellt, die für eine Begrenzung der maximalen jährlichen Nettozuwanderung, also Einwanderer minus Auswanderer, auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung sprechen.

---

Fakten

Nach Annahme der Ecopop-Initiative kann die Bevölkerung jedes Jahr noch um über 30'000 Personen zunehmen: um 16'000 durch Netto-Zuwanderung (bei 75'000 Auswanderern also 91'000 Einwanderer) und um 15'000 wie bisher durch Geburtenüberschuss. 30'000 Personen entsprechen der Bevölkerung der Stadt Chur oder der Städte Solothurn und Liestal zusammen. Im Jahr 2013 hat die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz um 100'600 Personen auf 8,14 Millionen zugenommen.

Die Agenda 21 der Uno-Weltkonferenz zur Umwelt von 1992 in Rio verlangt «einzelstaatliche bevölkerungspolitische Ziele und Programme». Diese Agenda hat die Schweiz unterschrieben, jedoch nicht in Taten umgesetzt. Im Gegenteil: Die Zuwanderung wird mit Steuererlass für Unternehmen, mit Pauschalsteuern und dem Freizügigkeitsabkommen aktiv gefördert.

Fragen

Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern stellen sich vier grundsätzliche Fragen:

  1. Wollen wir eine Wohnbevölkerung von neun oder von zwölf Millionen Menschen in der Schweiz? Bringt eine Bevölkerung von zwölf Millionen mehr Lebensqualität oder weniger?
  2. Bremst die Ecopop-Initiative den Verbrauch von Ressourcen?
  3. Schaden wir mit einer Bevölkerungszunahme von nur noch 30'000 pro Jahr den weniger Privilegierten im Ausland? Handelt es sich um eine egoistische, ausländerfeindliche Initiative?
  4. Schadet ein begrenztes Bevölkerungswachstum der Wirtschaft? Wird der Wohlstand grösser und werden Arbeitsplätze sicherer, wenn die Schweiz zwölf Millionen Einwohner hat?

1. Lebensqualität

Die Dichte der Besiedlung entscheidet wesentlich über das Aussehen der Landschaften, die Qualität der Natur, die Artenvielfalt, die Nähe von Erholungsräumen, die Attraktivität als Touristenland und den Ablauf des täglichen Lebens. Im Empfinden vieler hat die jüngste Zunahme von 6 auf 8 Millionen Einwohner die Lebensqualität eher verschlechtert als verbessert. Manche sind der Ansicht, dass es sich mit sechs Millionen besser leben liess, und es sich mit künftig neun Millionen Einwohnern jedenfalls besser leben lässt als mit zwölf Millionen.

Kaum abzustreiten ist, dass ein derart extremes Wachstum der Bevölkerung wie in den letzten Jahren den Nährboden schafft für rechtspopulistische Propaganda, soziale und politische Konflikte.

2. Verbrauch von Ressourcen

Der Verbrauch von Naturgütern wächst. Das Naturkapital der Erde schrumpft. Die reiche Schweiz braucht dreimal mehr Rohstoffe und nicht erneuerbare Energie als die Erde regenerieren kann, wenn alle so leben würden. Es ist unmöglich, dass alle Chinesen, Inder und Afrikaner soviel Naturkapital nutzen wie wir.

Wenn wir unseren Verbrauch von Ressourcen reduzieren wollen, braucht es eine ökologische Steuerreform und Anreize für einen geringeren Konsum. Das bedeutet eine Abkehr vom Wirtschaftswachstum im bisherigen Stil. Für solche Massnahmen haben sich Initianten und Sympathisanten der Ecopop-Initiative eingesetzt, bisher leider vergeblich.

Die politischen Mehrheiten und die Wirtschaftsverbände haben eine Wende in Richtung ökologischer Steuerreform und Anreize für einen geringeren Konsum bisher stets verhindert. Im Gegenteil: Bei «schlechter Konsumentenstimmung» kurbelten sie den Konsum mit Subventionen und Steuererleichterungen an. Als Resultat verbrauchen die Einwohner der Schweiz eine Rekordmenge an Ressourcen, bedeutend mehr als Spanier, Portugiesen oder Kroaten.

3. Ströme von Armutsflüchtlingen

Eine Begrenzung der Einwanderung kann weder das weltweite Bevölkerungswachstum bremsen noch die Ströme von Armutsflüchtlingen verhindern. Allerdings: Beides vermag auch eine Schweiz mit offenen Grenzen für 10 oder 12 Millionen Einwohnern nicht.

Wer behauptet, die Ecopop-Initiative sei fremdenfeindlich, weil sie die reiche Schweiz egoistisch abschotten und Armutsflüchtlinge fernhalten wolle, muss konsequenterweise auch das Schengenabkommen mit ihren verbarrikadierten Grenzen nach aussen ablehnen. Das ist nicht der Fall:

  • Die meisten Kritiker der Ecopop-Initiative finden das Schengenabkommen gut und akzeptieren, dass Europa ums Mittelmeer einen eisernen Vorhang errichtet.
  • Die meisten Kritiker der Ecopop-Initiative stören sich nicht daran, dass Bauern in Afrika und Asien den Spekulationspreisen von Getreide-, Kaffee-, Kakao oder Baumwollbörsen ausgeliefert sind, während sie es für selbstverständlich halten, dass unsere Bauern von festen Preisen und Subventionen profitieren. Die fremden Bauern in Afrika behandeln sie als Menschen zweiter Klasse.

Diese Kritiker der Ecopop-Initiative sind nicht glaubwürdig, wenn sie den Initianten Fremdenfeindlichkeit vorwerfen.

4. Folgen für die Wirtschaft

Bei Wirtschaftsverbänden und bürgerlichen Parteien stehen andere Motive im Vordergrund. Sie wollen auf keinen Fall das Wachstum der Wirtschaft behindern. Beim Wirtschaftswachstum geht es um Umsätze und Gewinne. Dank grösserer Bevölkerung verspricht sich die Bauwirtschaft Aufträge für sechsspurige Autobahnen, mehr Hoch- und Tiefbauten. Detailhandel und Versicherungen möchten mehr Kunden und Kundinnen. Die Flughäfen und Fluggesellschaften wollen mehr Passagiere und Flüge. Die Energiekonzerne möchten mehr Strom, Heizöl und Benzin verkaufen.

Diese Konzerne und Lobbys wissen, um was es geht: Schon seit 1990 wächst die Bevölkerung stärker als das Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf. Mehr als die Hälfte des BIP-Wachstums kam nur wegen der Zunahme der Bevölkerung zustande. Die Ecopop-Initiative würde verhindern, dass die Wirtschaft ihre Umsätze weiterhin auf billigste Art erhöhen kann, nämlich einfach mit mehr Kundinnen und Kunden, die in der Schweiz leben.

«Deckelt man das Bevölkerungswachstum, wird die Wirtschaft stranguliert», erklärte Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch. Der Öffentlichkeit macht man Angst damit, es stünden Wohlstand, Arbeitsplätze und die AHV auf dem Spiel.

Falls jedoch die Wirtschaft tatsächlich nur mit einer wachsenden Bevölkerung rund laufen kann, und falls Arbeitsplätze und AHV nur mit immer mehr Einwohnern gesichert werden können, dann braucht es Antworten auf folgende Fragen:

  • Ab wie vielen Millionen Einwohnern funktioniert das System ohne weitere Zunahme der Bevölkerung?
  • Können Wohlstand, Arbeitsplätze und AHV noch gesichert werden, wenn die Schweiz eines Tages flächendeckend besiedelt ist? Falls ja: Warum geht es nicht schon heute?

In Deutschland nahm die Bevölkerung zwischen 2004 und 2012 jedes Jahr ab. Trotzdem wurde das Land zum Wirtschaftsmotor Europas.

Bilaterale Verträge

Und wie steht es mit der Kündigung und Neuverhandlung einiger bilateraler Verträge mit der EU? Die EU hat diese nicht aus Liebe zur Schweiz abgeschlossen, sondern aus mindestens so grossem Eigeninteresse. Verträge sind immer neu verhandelbar. Immerhin hat es das kleine Lichtenstein geschafft, bei der Personenfreizügigkeit eine definitive Ausnahme auszuhandeln.

Im Verhältnis mit der EU muss sich die Schweiz nicht darauf beschränken, nur Bruttosozialprodukt, wachsenden Konsum, Umsätze und Gewinne im Auge zu haben. Andere gesellschaftspolitische Werte wie das Erhalten von Natur und Erholungsräumen, kein Zwang zum raschen Ausbau der Infrastruktur, weniger soziale Konflikte und weniger Dichtestress können ein geringeres Wirtschaftswachstum kompensieren.

Die Alternative ist ein Pseudo-Alleingang mit «autonomem Nachvollzug» und mit der Unmöglichkeit, über eine so wichtige Frage zu befinden, ob die Schweiz in absehbarer Zukunft mit neun, zehn oder zwölf Millionen Menschen bevölkert sein soll. Wenn es bei diesem und bei andern Entscheiden aus wirtschaftlichen Zwängen keine Wahl mehr gibt, tritt die Schweiz besser der EU bei und kann dort wenigstens mitreden.

Abstimmungskampf verkommt zum Scheingefecht

Eine Schweiz mit acht Millionen Einwohnern sieht ganz anders aus als eine Schweiz mit zehn oder zwölf Millionen. Wie andere Initiativen löst die Ecopop-Initiative weder weltweite ökologische noch demographische Probleme. Weil aber Wirtschaftsverbände und Parteien die Initiative unisono ablehnen, verkommt der Abstimmungskampf zu einer oberflächlichen Stimmungsmache mit Schlagworten und Unterschiebungen. Es dominieren Totschlag-Argumente wie «brandgefährlich» (Monika Büttler), «verächtliche, neokolonialistische Haltung» (Balthasar Glättli) oder «kleinkariert, moralisierend und bigott» (Alexander Tschäppät).

So wird die Chance verpasst, sich mit der Bevölkerungsdichte, dem Wert von Natur und Lebensräumen, mit unserem Ressourcen-Verbrauch, dem sozialen Zusammenhalt und der Fremdenfeindlichkeit auseinanderzusetzen. Und die Chance wird verpasst, unsere Politik gegenüber Flüchtlingsströmen und Armut in deren Herkunftsländern zu hinterfragen. Das müssten vor allem jene tun, welche die Ecopop-Initiative als untauglich ablehnen. Sonst nehmen sie eine mit zwölf Millionen Menschen überfüllte Schweiz wegen kurzfristiger wirtschaftlicher Vorteile in Kauf, ohne damit ein Jota zur Bewältigung der weltweiten Herausforderungen beizutragen.

---

In einem zweiten Teil folgen Argumente für die zweite Forderung der Initiative, nämlich mit zehn Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfe die freiwillige Familienplanung zu ermöglichen.

---

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Co-Autor des Buches «Schluss mit dem Wachstumswahn – Plädoyer für eine Umkehr», Rüegger-Verlag 2010, 16.40 CHF.

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

28 Meinungen

So einen klar verständlichen Artikel habe ich selten gelesen !

Diese Argumentationen haben mich definitiv bewogen ein Ja zur Ecopop Initiative in die Urne zu legen … wohl wissend dass ich (leider) zur Verlierer Riege gehören werde.

Wenn es um (kurzsichtige) „ Wachstums Träume“ bzw. „Aufschwünge mit steigende Gewinne“ geht, schleicht sich bei allen das Trugbild des „Wohlstandes für alle“ ein, was wohl ein schwerer Irrtum ist, denn wie immer sind es nur wenige die Profitieren während das „gemeine Volk“ NUR weiter an Lebensqualität einbüsst.
Frau Carmey Bruderer, am 05. September 2014 um 13:29 Uhr
Einige Stichworten:
- Diskussion soll nicht über BIP- Wachstum sondern über Wohlfahrtentwickling/Glück pro Kopf geführt werden.
- Bevölkerungswachstum der Energieperspektiven liegt bei 27000 pro Jahr, also unter der obigen Initiative.
- verdichtet Bauen als eine der Zauberlösungen heisst neues Bau- und Planungsrecht mit mindestens doppelter Ausnutzung, keine Grenzabstände, keine privaten Einsprachen und Vereinbarungen, Abschaffung der Denkmalpflege, erhöhte Bodenrenten etc.
- die Profiteure der überdurchschnittlichen Einwanderung sind die Landeigentümer. Bei einem Bodenwert von 500 Milliarden und einer Bodenpreissteigerung von 5 % pro Jahr sind es 25 Milliarden oder knapp 5% des BIP. Alle bisher diskutierten Verteilungsmassnahmem sind dagegen marginal. Die laufende räumliche Segregation wird massiv verstärkt.
ruedi meier, am 05. September 2014 um 14:03 Uhr
Kleine Öko-Schulung

Mit der Natur im Gleichgewicht
Das sind wir heute leider nicht.

Nach UNO hat vertausendfacht
Sich ’s Artensterben, menschgemacht.
Am übergrossen Artensterben
Die Überlast gezeigt kann werden.

Und die Physik hat uns gelehrt,
Dass Überlast Kollaps beschert.

Niemand kann sagen wie und wann,
Doch sind wir schon sehr nahe dran.
Das Klima gibt uns ernste Zeichen! –

Die Öko-Balance zu erreichen,
Sei deshalb unser höchstes Ziel,
Sonst gibt’s Probleme noch sehr viel.

Erreicht wird die Öko-Balance
Durch Ausstieg aus der Wachstums-Trance.

Markus Zimmermann-Scheifele
Markus Zimmermann, am 05. September 2014 um 15:27 Uhr
War allerhöchste Zeit gewesen, dass jemand das trendige Ecopop-Bashing differenziert in Frage stellt. Anzufügen wäre, dass sich ausser den eingangs des Artikels genannten ("Bundesrat, sämtliche Parteien, alle Wirtschaftsverbände und alle grossen Medien"), nicht zu knapp auch Umwelt- und Entwicklungsorganisationen am «Bashing» beteiligen. Sie und wir sollten wie Urs Gasche besser die Chance nutzen, zu der die Ecopop Initiative endlich Anlass gibt (geben könnte), nämlich diese dringend zu diskutierende Frage endlich breit zu thematisieren: Wieviel Bevölkerungswachstum und welche Bevölkerungszahl wollen wir wegen Umwelt und Wohlergehen zulassen?
Peter Vogelsanger, am 05. September 2014 um 15:30 Uhr
Danke für die fundierte Unterstützung der ECOPOP-Initiative!
Alex Schneider, am 05. September 2014 um 18:11 Uhr
Meinungseinträge, die mit Adjektiven wie «bräunlich» und «braun» eine Nähe zu Nazis suggerieren, haben wir gelöscht.
Urs P. Gasche, am 05. September 2014 um 21:28 Uhr
Es würde wahrscheinlich nicht dem schweizerischen Weitblick entsprechen (auch die SVP hat diesen, wenn auch etwas differenzierter als andere Parteien, dies sagt ein FDP-Mitglied), dem Ja am 9. Februar noch ein weiteres Ja folgen zu lassen, das Ja vom 9. Februar genügt völlig. Wir sollten einfach die Chance packen, aus dieser Konstellation eine Siegernation zu kreieren, welche der EU vorlebt, wie wir selbst unsere eigene Arbeitslosigkeit mit gezielten Massnahmen in den Griff bekommen, d.h. vermehrte Förderung von bereits in der Schweiz lebenden Arbeitskräften. Schon in den Sechszigerjahre warnte Prof. Francesco Kneschaurek von einem möglichen Szenario von 10 Millionen Einwohnern. Heute stehen wir bei knapp 8,2 Millionen. Wenn ich die letzten BIP-Zahlen betrachte bin ich zuversichtlich, dass wir keine Trendextrapolation in den nächsten 20 Jahren sehen werden!
Beda Düggelin, am 05. September 2014 um 21:52 Uhr
@ Ruedi Meier

Sie sagen :
… die Profiteure der überdurchschnittlichen Einwanderung sind die Landeigentümer …
Wie recht sie haben ! Wir vergessen immer das wir nicht die Dimensionen von der Wüste Sahara besiedeln sondern eine begrenzte Anzahl Quadrat Kilometer zur Verfügung haben die sich leider nicht nach Wunsch ausdehnen lassen.
Ergo müssen wir uns „nach der Decke“ strecken.
Aber auch das verdichtete Bauen / Wohnen ist limitiert praktizierbar denn wir sind kulturell nicht gewohnt wie die Tokioter auf 4 m2 zu (über) leben.

Und die Ultimative Frage ist : Warum sollten wir uns dies antun, … für was ?
Frau Carmey Bruderer, am 05. September 2014 um 22:07 Uhr
Den Beitrag von Rolf Zimmermann mit seinen farbigen Äusserungen fand ich auch daneben und habe dies auch geschrieben. Schlechte Polemik, keinerlei Faktenbezug. Wieso aber löschen?
ruedi meier, am 06. September 2014 um 02:29 Uhr
Es tut gut, mal Argumente quer zu den rituellen, angeblich anti-rassistischen Sprechblasen von links-grün bis Wirtschaft&Industrie zu lesen. Man muss die Ecopop-Initiative nicht gutheissen; aber man muss die richtigen Fragen stellen und die ehrlichen Antworten darauf suchen. Urs Gasche tut es. Verglichen damit tut es weh, zu sehen, wie grün-linke Freunde reflexartig das (selbst)kritische Denken abschalten, wenn sie nur schon die geringste Gefahr wittern, als «fremdenfeindlich» beschimpft zu werden.
Manchmal wünsche ich solchen Freunden, dass sie für ein paar Jahre im Ausland leben würden, wenigstens so lange, dass sie bei der Rückkehr in die grauenhaft enge und bünzlige Schweiz sofort wieder abhauen möchten. Man kann eben ein kleines Land nicht beliebig mit Menschen vollstopfen, jedenfalls nicht, solange helvetische statt hongkongische Sitten herrschen.
Billo Heinzpeter Studer, am 06. September 2014 um 14:23 Uhr
Offenbar geraten begründete «farbige» Adjektive unter den Zensurhammer. Ich werde die Sperberaugen deshalb kaum noch haufig belästigen. Grünlinks «reflexartig das kritische Denken abschalten» wird hingegen (zurecht) als Meinung stehen gelassen. Sachlicher: Seit dem Bericht des 'Club of Rome' ist klar, dass Umweltpolitik keine nationalen Grenzen haben kann, will sie wirksam sein und bei den globalen Ursachen ansetzen. Nationalstaatliche Boden-, Energie-, Verkehrs- oder ressoucenschonende Wirtschaftspolitik ist selbstverständlich dennoch dringend nötig. Die Umweltschäden aber vornehmlich mit einer rigorosen Einwanderungspolitik stoppen zu wollen, wie sich diese Initiative anmasst, zielt ausschliesslich auf eine Gruppe von Menschen, auf Ausländer, die mehrheitlich erst noch einkommensmässig zu den Wenigverbrauchern gehören dürfte. Sie ist deshalb, aller Beschönigung zum Trotz fremdenfeindlich und ausgrenzend. Sie tut so, als ob wir mit Bevölkerungspolitik zu einer ohne Einwandernde heileren Schweiz kämen. Sie macht die Fremden zu Sündenböcken. Dafür gibt es zurückhaltend gesagt katastrophale Beispiele in der Geschichte. Das ist nicht unkritisch, sondern (farblos) grundsätzlich.
Rolf Zimmermann, am 06. September 2014 um 14:53 Uhr
Herr Zimmermann. Ich gehe davon aus, dass Sie die Einwanderungspolitik der Schengenstaaten (und der USA) ebenso als fremdenfeindlich und ausgrenzend verurteilen. Sie argumentieren sicher, dass die Schengenstaaten (und die USA) so tun, als ob sie mit ihrer Einwanderungspolitik zu einer ohne Einwanderer heileren Region würden. Frage: Soll die Schweiz das Schengenabkommen kündigen?
Urs P. Gasche, am 06. September 2014 um 15:04 Uhr
Die Art, wie die Parteien und die Medien mit der Ecopop-Initiative umgehen, ist ein Armutszeugnis und zeugt von der Kopflosigkeit, mit welcher ein grosses Problem unserer Zeit abserviert wird.
Dass die konzeptlose grenzenlose Bevölkerungszunahme zu sozialen Spannungen führen dürfte, sobald unser Wohstand sich abschwächt, sehen wir in unzähligen Fällen. Die grossen Problemherde unserer Zeit sind weitgehend durch solche Spannungen gekennzeichnet. Zu glauben, dass in der Schweiz alles anders ablaufen wird ist ein frommer oder blinder Wunsch.
Wer ist fremdenfeindlich - derjenige, der solche Auseinandersetzungen durch eine vernünftige Politik vermeiden will?
Jürg Schiffer, am 06. September 2014 um 15:56 Uhr
Gleichnis :

„Einwanderungspolitik = Fremdenfeindlichkeit“
...ist zum spaltenden Zankapfel geworden.
Links und rechts profilieren sich indem sie sich mit Schimpfwörtern bewerfen, und alle meinen sie haben die Wahrheit gepachtet.
Dabei sollten wir das Thema doch eher mit Logischem anstatt ideologischem denken betrachten.

Hier eine kleine Analyse :

A. Kleines Land, limitiert bewohnbares Territorium.

B. Umwelt Belastungen = motorisierter PW Verkehr, zu viele Lastwagen (vermehrtem Import bedarf) und Transit.

C. Ressourcen verbrauch = Wasser, Strom (müssen beschafft werden), Boden für mehr Strassen (Gotthard Tunnel muss erneuert werden), Bahnen müssen ausgebaut und unterhalten werden (Alp Transit), usw.

D. Dichte Stress. Gleich wie im Tierreich wenn zu viele Individuen sich ein Revier teilen gibt es Kämpfe, bei uns „Zivilisierteren“ sind die folgen (nur !) psychische Krankheiten, bei anderen Völker sind es territorial Kriege, davon erleben wir aktuell eine ganze Reihe.

E. Finanzielle Belastungen, mehr Krankenhäuser, mehr Schulen, mehr Altersheime, mehr Infrastrukturen (durch die Intensive Bautätigkeit notwendig), letztlich müssen mehr Steuern erhoben werden.

F. Die Sozialwerke geraten unter Druck. Das Asylwesen am explodieren, die Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen nehmen zu. Alles muss bewältigt werden, mehr Staats Angestellte, usw.

Und nun sollten die Plus Punkte aufgezählt werden.
Ich verzichte darauf, das Stichwort es gibt „Wohlstand für alle“ gilt nicht !
Frau Carmey Bruderer, am 06. September 2014 um 16:12 Uhr
Die folgende Internetseite des Bundesamtes für Statistik:
http://www.atlas.bfs.admin.ch/maps/13/de/9682_3002_3501_70/17033.html
könnte einigen Bevölkerungs-Verängstigen Handlungsmöglichkeiten in Erinnerung rufen.
Wer gern für sich, mit wenigen Nachbarn lebt, der wähle doch eine entsprechende Gemeinde mit tiefer Bevölkerungsdichte, ländlichem Idyll und Abgeschiedenheit. Wer städtisches Leben bevorzugt, hat die Wahl von Städten. Ich bin in Basel aufgewachsen. Ich fühlte mich wohl in diesem Bevölkerungs-dichtesten Kanton und der Stadt und hatte ausser am Morgenstreich nie «Dichtestress».
Wer in der Schweiz Angst hat, vor zu vielen Leuten, reise doch bitte nie mehr in eine Stadt, die grösser ist, als Basel oder Zürich. Dann hat er oder sie schon wesentlich mehr gegen den Resourcenverbrauch getan, als mit einem Ja zur Ecopop-Initiative. Die Anzahl Flüge aus der Schweiz, in alle Welt und insbesondere in die Metropolen Paris, Berlin, London, New York, etc. lassen aber befürchten, dass der «Dichtestress» ein perfides Schlagwort ist, das die anderen zu Tätern macht.
Ecopop lebt von schlecht reflektierten Schlagworten. Wenn auch diesmal ein demokratischer «Ja-Unfall» passiert, wer entscheidet dann:
- wer sich in der Schweiz niederlassen darf?
- wie hoch Einkommen und Vermögen sein müssen?
- wer Land beanspruchen darf?
- wer eine Auswanderprämie erhält?
- wer wieviel Kinder haben darf?
etc., etc.
Wir sind doch ein Teil der Welt, nicht eine Insel!
Heini Glauser, am 06. September 2014 um 18:25 Uhr
Ich hätte eigentlich gern gelesen, wie Rolf Zimmermann hier argumentiert hatte. Vielleicht lässt sich sein Beitrag nochmals freischalten? Ich gehe davon aus, dass alle hier in der Lage sind, Sachargumente von Farbbeuteln zu unterscheiden.
Billo Heinzpeter Studer, am 06. September 2014 um 23:02 Uhr
Der Artikel ist die beste «Pro"-Analyse, die ich bisher gesehen habe. Anders als die meisten emotionell und/oder verunglimpfend geführten «Kontra"-Analysen, ist sie sachlich und lässt Spielraum, sich zu entscheiden.

Zu den Fragen:

1)
Für *mich* sind schon 9 Millionen zu viel. Die Schweiz ist bereits jetzt überbevölkert. Es ist nicht der Platz - es könnten hier auch 25 Millionen leben - sondern der gegenwärtige Verbrauch von Ressourcen, der je nach Indikator einen Faktor 3-10 zu hoch, also hochgradig ungerecht ist.
Aus dieser Sicht ist auch Ecopop viel zu wenig. Eine wirkliche Lösung gibt es nicht, da die Menschen nicht bereit sind, sich freiwillig überhaupt zu mässigen, und schon gar nicht im notwendigen Mass.

2)
Ecopop bremst den Verbrauch von Ressourcen wohl nur marginal, nämlich dann, wenn die avisierte Familienplanung greifen würde, und wenn die Einwanderer aus Verschwendern bestehen würden, die in der Schweiz sparsamer leben lernen, statt Bescheidene, welche in der Schweiz dann zwangsläufig mehr konsumieren. Der entscheidende Faktor ist vielleicht, wieviel Nachkommen die Einwanderer haben, wenn sie zu Einheimischen geworden sind.

3) und 4) folgen.
Theo Schmidt, am 07. September 2014 um 11:27 Uhr
3)
Klar wird jemand geschädigt, der aus einer schlechten Situation *nicht* einwandern darf. Klar ist dies egoistisch. Aber nach derselben Logik sind alle von uns egoistisch, die sich irgendwelchen Luxus gönnen und nicht alle nicht unbedingt benötigte Mittel an gemeinnützige Projekte verschenken. Bis auf ganz wenige super-Altruisten sind wir alle teilweise egoistisch; das entspricht unserer Genetik.
Auch die Bevorzugung derjenigen, die schon da sind, ist natürlich und logisch. Wir Schweizer sind nicht fremdenfeindlich, aber wir sind geldgierig: willkommen sind Fremde, die reich sind und viel ausgeben, also besonders viel Ressourcen verbrauchen.
Wer als «fremd» betrachtet wird, folgt aus der Defintion von Grenzen. Fast niemand in der Schweiz lässt einfach «Fremde» in die eigene Wohnung einziehen. In einer idealen Welt wären wir alle Freunde, es gäbe keine Fremde, und man wäre vollkommen frei. In der heutigen Welt gibt es Grenzen und Verwaltungseinheiten. Es ist nicht «per se» logisch, die Schengengrenzen den Landesgrenzen vorzuziehen.

4)
Klar profitiert die Wirtschaft, wenn sie ihre Angestellten weltweit auswählen kann, statt mit denen zu arbeiten, die schon da sind. Und je mehr reiche Kunden da sind, desto mehr wird profitiert.
Aber ebenso klar ist Wirtschaftswachstum begrenzt; unsere Verwalter und Politiker, die das nicht begreifen, sind extrem kurzsichtig. Jedes System, das seine Wachstumsgrenze nicht auf einen optimalen Wert beschränken kann, wird kollabieren.
Theo Schmidt, am 07. September 2014 um 11:47 Uhr
Die neuen UNO-Bevölkerungsprogosen könnten auch mal noch zur Diskussion gestellt werden: 12 Mrd. Menschen bis 2100. Afrika soll die Bevölkerung vervierfachen. Es ist halt eben nicht so dass etwas mehr Bildung und Frauenrechte zu einer Stabilisierung des Bevölkerungswachstum führten. Das Machotum ist in Afrika tief verankert. Wer etwas mehr Geld hat leistet sich mehr Kinder von möglichst vielen verschiedenen Frauen.
ruedi meier, am 19. September 2014 um 15:32 Uhr
@ Ruedi Meier

Nicht die Machos mit Geld sind das Problem, sondern die die kein Geld haben und sich vermehren in der Illusion „mit Kinder“ zu Wohlstand zu kommen; wie auch die viele Schwangerschaften die durch (zu) aktive und verantwortungslose Machos herbeigeführt werden, sind Afrikas Haupt Sorgen.

… und bald werden findige Schlepper und geschäftstüchtige Schiffsbauer sich einfallen lassen wie man ein günstiges «einweg Boot» baut ... dann kann sich Europa warm anziehen .....
Frau Carmey Bruderer, am 20. September 2014 um 03:33 Uhr
Antwort an Karl Buchberger
Ihr Beispiel ist sehr theoretisch und wird so niemals eintreffen.
In den letzten 13 Jahren sind im Durchschnitt 93'000 Leute ausgewandert.
Plus 16'000 = 109'000 die einwandern können.
Die könnten sich z.B. so zusammensetzen:
- 20'000 Fachpersonen inkl. Medizin und Pflege
- 25'000 Familiennachzug
- 21'000 Asylbewerber
- 14'000 Heiraten mit ausl. Partnern
- 29'000 Bildung, Kultur und weiteres
Die Wirtschaft würde so animiert qualitativ statt quantitativ zu wachsen.
Die Annahme der ECOPOP-Initiative würde bewirken
Markus Zimmermann, am 30. Oktober 2014 um 11:07 Uhr
Antwort an Karl Buchberger
Der Egoismus liegt bei Ihnen und allen die am ungebremsten quantitativen Wachstum festhalten wollen. Ein ewiges Wachstum in einem begrenzten Lebensraum ist nicht möglich. Ökologisch richtig wäre Wanderungssaldo Null gewesen. 0,2 % ist der EU Durchschnitt und entspricht dem mittleren Scenario des Bundesrates.
Markus Zimmermann, am 30. Oktober 2014 um 21:05 Uhr
@ Karl Buchberger
Als erstes sollten wir die Arbeitgeber mehr in die Verantwortung nehmen !
Wen eine Fa. also Leute braucht (zuerst im Inland schauen usw. dies ist klar), aber dann für die suche im Ausland sollte der Bund ein Paar Rekrutierungs-Restriktionen erlassen. Es kann kniffelig werden wegen den EU Richtlinien, aber ein Weg lässt sich bestimmt finden.

Ich nenne hier nur ein Paar Beispiele in welche Richtung es gehen könnte.
Ausnahmen könnte es z.B. geben für medizinisches personal.

1. Der Unternehmer übernimmt zu 100% die kosten für die Arbeitslosigkeit des Arbeiters für die ersten 2 Jahre, er muss das Geld hinterlegen oder eine explizite Versicherung abschliessen. Sozialhilfe ist somit auch schon mal ausgeschlossen.
Dies führt dazu dass das Personal VIEL SORGFÄLTIER ausgewählt wird da es ans eigene Portemonnaie geht. Dies alleine führt schon zu einer Reduktion ohne dass „ein Beamter“ irgend welche (unmögliche) Quoten anwenden muss.
NB. Es gibt leider auch viele Ausländer die hier eine Fa. gründen (mit sehr wenig eigen Kapital), Landsleute hierherholen, sie für 6 oder 12 Mt. anstellen und dann der AL überlassen, … so was wäre dann schon mal auch unterbunden.

2. Das Unternehmen garantiert die Zahlung der Miete der belegte Wohnung für die nächste 1 oder 2 Jahre, auch mittels Garantie.

3. Firmen die Land erwerben, bebauen, Steuervergünstigung bekommen dann aber zu 90 % nur Ausländer oder Grenzgänger anstellen, sollten dies NICHT MEHR TUN DÜRFEN !
Frau Carmey Bruderer, am 31. Oktober 2014 um 01:41 Uhr
@ Karl Buchberger

Ich sehe aber noch ein ganz anderes Problem.

Wie sie oben aufgeführt haben ist die «nicht arbeitende» Einwanderung viel zahlreicher. Da stossen wir dann an einer unüberwindbare grenze, denn diese Leute können wir nicht zurückhalten, die kommen einfach.
Wenn wir also nur die «Arbeitende» Klasse beschränken kommen die anderen (Asylanten, irgendwann auch deren Familien angehörige, angeheiratete, Studierende, usw.), ungehindert trotzdem ins Land (und dies sogar ohne das ein Rappen mehr Steuern eingenommen wird, … eher im Gegenteil !), ... dies kann ein Volk auch ruinieren ! ...

Das sollten wir auch nicht ausser betracht lassen, … bin echt wieder am Zweifeln !!!
Frau Carmey Bruderer, am 31. Oktober 2014 um 02:00 Uhr
@Karl Buchberger
Ich war leider abwesend. Wir hatten früher einmal Kontingente und sind nicht untergegangen. Kontingente werden von der Politik zugeteilt und nicht von der Wirtschaft bestimmt. Jetzt geht die Wirtschaft den Weg des geringsten Widerstandes und der kurzfristigen Gewinnmaximierung, anstatt qualitatives Wachstum anzustreben.
Gegenfrage: Wie wollen Sie das von der UNO für jedes Land geforderte Gleichgewicht mit der Natur erreichen, wenn wir jetzt schon auf 4-facher Überbelastung sind und wenn die Bevölkerung im derzeitigen Tempo weiterwächst?
Markus Zimmermann, am 31. Oktober 2014 um 21:44 Uhr
@ Karl Buchberger
Ich glaube kaum, dass die Wirtschaft schrumpfen muss, wenn die ECOPOP-Initiative angenommen wird, denn auch bei Annahme haben wir immer noch ein Bevölkerungswachstum von 32'000. Eine Dämpfung in quantitativer Hinsicht wird es geben, aber man könnte ja auch qualitativ wachsen, so wie es die meisten Politiker immer predigen, aber in dieser Richtung nichts unternehmen.
Bis jetzt ist trotz aller anderen Massnahmen, die Überlast weitergestiegen,
weil man den zweiten Faktor, die Bevölkerung, nicht berücksichtigte.
Dass durch die Dämpfung Probleme entstehen ist mir schon bewusst, aber diese sind zu lösen. Die Probleme, die entstehen, wenn wir die ökologische Überbelastung nicht senken, werden dereinst kaum mehr zu lösen sein. Ich empfehle Ihnen das Buch «Der Ecological Footprint» von Prof. Dr. Mathis Wackernagel.
Sie müssen sich also entscheiden, ob sie kurzfristig oder langfristig denken wollen.
Markus Zimmermann-Scheifele
Markus Zimmermann, am 02. November 2014 um 18:10 Uhr
@ Karl Buchberger und Markus Zimmermann
Ich lese gute Argumente bei beiden, aber trotzdem meine ich dass wir etwas unternehmen sollten, … es läuten doch die Alarm Glocken.
Und in diesem Sinne wie bringt man dann unsere „Unwillige & Kurzsichtige“ Politiker dazu endlich das heisse Eisen „Überbevölkerung in der Schweiz“ (scheint ein Tabu Thema zu sein), anzupacken ohne dass das Volk wieder mal mit einem Ja zu ECOPOP Initiative ein Zeichen setzen muss ???

In Bern ist doch gar kein Wille vorhanden, die wollen ja nur ein blindes „weiter so wie bis anhin“ … !
Frau Carmey Bruderer, am 03. November 2014 um 01:27 Uhr
@ Karl Buchberger
Vorab ein Kompliment für ihre anständige Art, das gefallt mir und so sollten wir miteinander diskutieren !

Muss der einzelne sich wirklich so einschränken (verdichtetes Bauen, mehr ÖV, mehr Spitäler, mehr Strom & Wasser, mehr Abfall, mehr Produkte herstellen, alles mehr mehr …), damit immer mehr Menschen, Autos, Strassen, Hochhäuser, Bahnen sich breit machen können ?
Wozu ? Ok, es klingt etwas egoistisch, aber ist es nicht so dass der Mensch nach «besserem» strebt (für das hat er ja sämtliche Entwicklungen und Erfindungen bereitgestellt ... damit es ihm, und allen anderen besser geht), aber enger zusammenrücken ist nicht in seinem genetischen Plan, denke ich, es ist eher eine „Not“ ...
Und wenn WIR so weiter machen, was überlassen wir unseren Kinder in 50 Jahren ? Aggressionen und stress werden zunehmen, zu viel „enge“ könnte sogar in kriegerische Auseinandersetzungen ausarten.
Sicherlich passt sich der Mensch an alles an ansonsten wäre er nicht so erfolgreich gewesen auf diesem Planeten.
Aber soll er sich wirklich so Masslos ausbreiten ? Was ist mit der Natur, was mit den Tieren (die haben in meinen Augen genau dasselbe Recht zu leben wie wir, und wir verdrängen diese immer mehr, oder essen sie sogar), und was wird aus der Landschaft die wir so sehr lieben !

Wenn ECOPOP nicht die Lösung ist, dann Bitte hilft mit einen guten Weg zu finden, ... einen Massvolleren meinetwegen, aber ETWAS MUSS getan werden und zwar bald.
Frau Carmey Bruderer, am 04. November 2014 um 02:16 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung unter Ihrem richtigen Namen zu äussern. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User, um Missbräuche zu vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Achtung: Die Länge der Einträge ist beschränkt und wir erlauben nicht, zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander zu platzieren. Unnötig herabsetzende Formulierungen ändern oder löschen wir ohne Korrespondenz.