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Extrem umweltbelastender Abbau Seltener Erden in China
Mit harten Bandagen sichern sich Industriestaaten immer knapper werdende Rohstoffe auf der ganzen Welt – jetzt in Kasachstan.
Red. Etliche wichtige Rohstoffe werden bald nicht nur viel teurer, sondern auch knapp. Namentlich die USA, China, Indien, Japan, Brasilien und europäische Staaten versuchen, sich knapp werdende Rohstoffe für die Zukunft zu sichern. Bereits heute Mangelware sind die sogenannten Seltenen Erden, die man u.a. für Handys und Computer braucht. Jetzt hat sich Deutschland exklusiven Zugang in Kasachstan gesichert. Im Folgenden ein aktueller Bericht von German-Foreign-Policy.com
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Deutschland unterzeichnet exklusives Abkommen mit Kasachstan
Im globalen Wettstreit um Rohstoffe sucht Deutschland mit einer «Rohstoffpartnerschaft» mit Kasachstan die Position deutscher Konzerne im globalen Wettstreit um Rohstoffe zu stärken. Im Rahmen eines offiziellen Besuchs des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew ist am 8. Februar ein «Abkommen über die strategische Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich» zwischen Deutschland und Kasachstan unterzeichnet worden. Führende Industriekonzerne, darunter BASF, Bayer, Daimler und ThyssenKrupp hatten bereits am 30. Januar 2011 eine «Allianz zur Rohstoffsicherung» ins Leben gerufen. Laut Ulrich Grillo, Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, zielt die «Allianz» auf den «Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten (...), um so die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen langfristig zu verbessern».
Strategische Bedeutung der Seltenen Erden
Mit dem neuen Abkommen sichern sich deutsche Unternehmen exklusiven Zugang zu den kasachischen Ressourcen, insbesondere zu den dortigen grossen, noch unerschlossenen Vorräten an Seltenen Erden. Bei diesen handelt es sich um einen für die Herstellung von High-Tech-Produkten wie Handys, Computer, Katalysatoren, Hybridantriebe usw. unverzichtbaren Rohstoff, der bisher zu 95 Prozent in China gefördert wird. Im Westen wird Beijing vorgeworfen, mit restriktiven Exportbeschränkungen für die besonderen Metalle deren Preis hoch und die industriellen Konkurrenten in Abhängigkeit zu halten. Das Ausbeuten Seltener Erden ist extrem umweltbelastend.
Dank der neuen «Rohstoffpartnerschaft» mit Kasachstan will die Bundesrepublik ihre Position im internationalen Konkurrenzkampf um strategisch wichtige Rohstoffe stärken - insbesondere mit Blick auf die Seltenen Erden.
Das Abkommen soll deutschen Unternehmen einen exklusiven Zugang zu den Rohstoffen Kasachstans garantieren. Astana habe bislang mit keinem anderen Land ein vergleichbares Abkommen geschlossen, heisst es in Wirtschaftskreisen: Kasachstan sei bereit, mit deutscher Hilfe die bisher unberührten Vorkommen an Seltenen Erden, aber auch an anderen Rohstoffen wie Uran und Kupfer zu erschliessen. Zu den beteiligten deutschen Konzernen gehören unter anderem ThyssenKrupp, Siemens und Linde.
Zugeständnisse im Technologie-Transfer
Als Gegenleistung für den exklusiven Zugriff auf die Ressourcen Kasachstans verspricht Berlin einen ebenso exklusiven Technologietransfer in den zentralasiatischen Staat. Bereits vor einigen Monaten war aus dem Bundeswirtschaftsministerium zu vernehmen, man strebe den «Aufbau von Industrieclustern einschliesslich der Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten» in dem zentralasiatischen Land an. Astana hob damals im Hinblick auf den nationalen Alleingang Berlins hervor, Deutschland sei zum Technologietransfer – «anders als die Amerikaner und Franzosen» – bereit.
Keine Rücksicht auf Verletzung von Menschenrechten
Der autoritär herrschende kasachische Präsident Nasarbajew ist seit 1991 an der Macht; sein Regime ist weltweit dafür bekannt, jeglicher relevanten Opposition im Land mit äusserster Repression zu begegnen. Erst im Dezember 2011 wurde ein über ein halbes Jahr andauernder Streik von Ölarbeitern in der westlichen Provinz Mangistau blutig niedergeschlagen; 17 Arbeiter kamen dabei ums Leben, mehr als neunzig wurden verletzt. Mit derlei brutalen Massnahmen werden letztlich unternehmerische Aktivitäten auch deutscher Konzerne in Kasachstan gegen soziale Widerstände abgesichert – wenn nötig, eben auch mit Gewalt.
Die "Informationen zur Deutschen Aussenpolitik" (german-foreign-policy.com) werden von einer Gruppe unabhängiger Publizisten und Wissenschaftler zusammengestellt, die das Wiedererstarken deutscher Grossmachtbestrebungen auf wirtschaftlichem, politischem und militärischem Gebiet kontinuierlich beobachten.
Artikel «An Handys und Computern klebt Blut»
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