Prostitution beschädigt auch den Käufer

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Jürgmeier / 20. Mrz 2015 - Der Mangel an Selbstbewusstsein und fehlender Stolz «des Mannes» in sexuellen «Dingen» bilden die Geschäftsbasis der Prostitution.

Red. Aufgrund mehrerer Postulate hat der Bundesrat den Auftrag erhalten, einen Bericht zum Spannungsfeld Prostitution, Sexarbeit, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel auszuarbeiten. Sein Erscheinen ist für März beziehungsweise April dieses Jahres angekündigt. Infosperber veröffentlicht im Vorfeld eine Reihe von grundlegenden Beiträgen zu diesem Thema. Aus diesem Anlass stellt Infosperber den Beitrag «Prostitution beschädigt auch den Käufer» vom 26. März 2014 noch einmal online.

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Ich gebe es zu – ich bin ein Romantiker, ich kann mir lustvollen Sex ohne Verliebtheit, auch wenn sie nur für die berühmte eine Nacht anhalten sollte, nicht vorstellen. Ich schaue mir, gelegentlich gerührt, lieber Kitschfilme als Pornos an. Ich wäre immer zu stolz gewesen, für Sex zu bezahlen, vielleicht auch zu geizig oder zu verklemmt. Wenn ich gelegentlich von Prostituierten angesprochen wurde, hätte ich gerne entgegnet: «Bei mir kostet es tausend.» Ich tat es nicht, dachte es nur, der Frauen wegen, aus Angst vor dem Zuhälter, den ich hinter der nächsten Hausecke vermutete, und weil mir mein Tarif dann doch etwas kühn erschien.

Als Jugendlicher reihte ich mich vor der Kinokasse zuweilen hinter meiner damaligen Freundin ein, weil ich ihr Ticket nicht auch bezahlen wollte, was sie, bestimmt, gar nicht erwartet und gewollt hätte. (Manchmal lud ich sie auch ein, weil ich mehr Geld hatte als sie.) Irgendein unreflektierter Reflex in mir sträubte sich gegen die vor über vierzig Jahren und, wenn ich meinen Lernenden zuhöre, auch heute noch verbreitete Vorstellung, «der Mann» müsse «der Frau», materiell, etwas bieten, damit sie sich ihm, wie auch immer, hingebe.

Nach einer Scheidung beklagte sich ein Freund in den Achtzigerjahren bei mir, er hätte – aufgrund von Unterhaltszahlungen und Schulden, die das Paar gemeinsam angehäuft hatte – keine Chance mehr auf eine neue Beziehung. Weil er eine Frau nicht mehr «ausführen» könne. «Wenn er sagen würde, lass uns halbe-halbe machen, wäre das für mich das erste und letzte Date», gibt die «mit dem Feminismus vertraute 27-jährige Ethnologin» Jennifer den Männern noch im November 2006 im «Magazin» den Tarif durch.

«Eine Welt ohne Prostitution ist denkbar» (Alice Schwarzer, «Emma»)

Auch wenn in den letzten Jahren und Jahrzehnten in «normalen» heterosexuellen Beziehungen der traditionelle Tausch «Sex gegen Geld» durch zunehmende, wenn auch noch längst nicht vollständig eingelöste Gleichheit der Geschlechter, das heisst durch Liebe und Leidenschaft auf Augenhöhe abgelöst worden zu sein scheint, zeigt das wirtschaftliche Ausmass realer Prostitution, dass Sexualität nach wie vor eine Ware ist, für die insbesondere Männer zu zahlen bereit sind und es, offensichtlich, auch häufig tun. Das ist, unter anderem, Indiz für ein schwaches sexuelles Selbstbewusstsein «der Männer» und dafür, dass der sozioökonomischen Befreiung «der Frau» keine gleichwertige sexuelle (und emotionale) Befreiung «des Mannes» gegenübersteht.

Es geht in diesem Text nicht um die vor allem im Ausland heftig diskutierte Frage, ob Prostitution Frauen generell zu Opfern mache oder ob sie auch als selbstbestimmte Profession betrieben werden könne, ob monetarisierte sexuelle Dienstleistungen grundsätzlich verboten oder nur die Bedingungen, unter denen sie praktiziert werden, frauen- beziehungsweise menschenfreundlicher gestaltet werden müssten. Thema ist die Liaison zwischen Prostitution und Männlichkeit.

Ich habe einen Traum – dass Sex nur noch für Sex zu haben sei, dass kein Mann (und keine Frau) mehr für Sex bezahle beziehungsweise bezahlt werde. Ich hoffe, der sexuelle Markt wird, lieber früher als später, ausgetrocknet. Weil die Nachfrage einbricht, Männer nicht länger durch dieses Geschäft – das Leidenschaft und Erotik zur physiotherapeutischen Dienstleistung degradiert, u.a. in so genannten «Verrichtungsboxen», die sprachlich, den «Versäuberungsplätzen» Konkurrenz machen – beschädigt werden wollen; weil sie zu stolz geworden sein werden, für etwas zu bezahlen, das einem (und einer) nur zufallen kann, aufgrund gegenseitigen Begehrens.

Die Angst «des Mannes» vor der Sexualität = «der Frau»

Noch bilden ein Mangel an Selbstachtung und Stolz «des Mannes» in erotischen «Angelegenheiten» die krisensichere Geschäftsgrundlage der Prostitution. «Wenn du Sex kaufst, heisst das, dass Du den Kern Deiner eigenen Sexualität nicht gefunden hast. Ich finde, das ist schade für Dich… Du musst ein verschmähter und frustrierter Mann sein…», schreibt Tanja Rahm, eine dänische Therapeutin, die während drei Jahren selbst als Prostituierte gearbeitet hat, in einem Offenen Brief an ihre Freier, der u.a. in der «Emma» (März/April 2014) veröffentlicht worden ist, «ein maskuliner Mann würde sich niemals selbst erniedrigen und für Sex bezahlen.» Das brüchige sexuelle Selbstbewusstsein «des Mannes» ist die Folge verschiedener Geschlechtervorurteile und der damit verbundenen Ängste.

Die Angst vor Abhängigkeit und Ausgeliefertsein

Das Ja zur Gesetzesvorlage über die Energiestrategie mache «das Energiesystem der Schweiz weniger versorgungssicher», schreibt jetzt NZZ-Redaktor Giorgio Müller, der in der gespaltenen NZZ-Redaktion die Nein-Fraktion vertritt. Das ist Unsinn. Denn ein Nein, also die Erduldung der Energiewende, hätte die absehbare Kluft zwischen sinkender Atomstromproduktion, abnehmenden Erdölvorräten und wohl weiter steigendem Strom- und Treibstoffverbrauch vergrössert. Die am Sonntag beschlossenen Massnahmen hingegen werden diese Lücke teilweise schliessen. Aber eben nur teilweise.

Um die Richtwerte der Energiestrategie zu erfüllen, also den gesamten Endenergieverbrauch pro Person bis 2035 um 43 Prozent unter das Niveau im Jahr 2000 zu senken und den Anteil der erneuerbaren Stromernte zielkonform zu erhöhen, benötigt die Schweiz zusätzliche energiepolitische Massnahmen oder Unterlassungen, die in der beschlossenen Gesetzesrevision nicht enthalten sind. Dazu braucht es vor allem Lenkungsabgaben, welche die bestehende CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen erhöhen und ausweiten auf Treibstoffe sowie Elektrizität. Weil der Ertrag dieser Lenkungsabgaben pro Kopf an die Bevölkerung zurückerstattet werden muss, werden Leute mit unterdurchschnittlichem Energieverbrauch unter dem Strich mehr Geld erhalten, als sie mit der Abgabe bezahlen.

Die Zustimmung zur Energiestrategie setzt damit nicht nur die in der Gesetzesvorlage enthaltenen Massnahmen in Kraft. Es ist auch ein Richtungsentscheid, um die Ziele der Energiestrategie sowie die Klimaverpflichtungen von Paris vollständig zu erfüllen. Nachdem die Mehrheit der Abstimmenden die erste Etappe befürwortet hat, sind Bundesrat, Parlament und Parteien verpflichtet, die erwähnten Lenkungsabgaben nicht immer nur als «grundsätzlich richtig» zu loben, sondern endlich auch einzuführen. Nach dem Ja vom 21. Mai ist das leichter als vorher. Denn das abstimmende Volk hat gezeigt: Es will eine griffigere Energiepolitik.

Die Angst, nicht immer zu können

Es ist offensichtlich, dass die auf Erektion und Ejakulation reduzierte männliche Potenz schon rein physiologisch (und mit zunehmendem Alter sowieso) bedrohter ist als die weibliche, was die chemische Industrie in hohe Profitraten ummünzt. Die von Männern (und Frauen) kultivierte Fiktion «Männer wollen immer – Frauen nur selten» soll kaschieren, dass sie längst nicht immer können und es, zu ihrem Glück, nur selten beweisen müssen.

Ein im Buch «Freier – Das heimliche Treiben der Männer» zitierter Mann verrät: «Mit meiner Frau, am Tage, wo ich sie um ihre Hand gebeten hatte, haben wir achtzehn Stunden im Bett verbracht, und sie hat dreissig Orgasmen bekommen, ich zwei…» Das lässt sich als Beweis grandioser und selbstloser Potenz interpretieren, aber auch als Eingeständnis, nicht dasselbe erotische Erlebnispotenzial wie «die Frau» zu haben. Das erhöht, zum einen, den Leistungsdruck, von dem Freier sich bei Prostituierten zu entlasten versuchen: «Wenn du aber Geld gibst, dann brauchst du überhaupt keine Ansprüche zu erfüllen, du brauchst noch nicht einmal gut im Bett zu sein.» Freut sich einer von ihnen.

Zum anderen führt die Angst «des Mannes», nicht dieselbe Lust und erotische Attraktivität entwickeln zu können wie «die Frau», dazu, Sexualität insgesamt nicht als Teil des eigenen Seins zu sehen, sondern auf «das schöne Geschlecht» zu projizieren. Wo «der Mann» sich selbst nicht als sexuelles Wesen empfindet, muss er, fürs Sexuelle, eine Frau haben. Aber was in erster Linie Teil des Habens ist, nicht des Seins, nicht der eigenen Identität, kann einem dauernd genommen werden. Deshalb muss, geradezu suchtartig, Potenzbeweis an Potenzbeweis gereiht, jede Gelegenheit zur sexuellen Gebärde genutzt werden, mit wem auch immer. «Immer geil sein zu müssen, macht es einem Mann schwer, eine sexuelle Einladung ablehnen zu können», notiert Bernie Zilbergeld in seinem Buch «Die neue Sexualität der Männer».

Die Angst, als erotisches Objekt nicht zu genügen

Die zentrale Angst «des Mannes» ist, mit der eigenen erotischen Ausstattung beziehungsweise Ausstrahlung «den Frauen» im Allgemeinen und der Begehrten im Besonderen nicht genügen zu können, das heisst, als sexuelles Objekt keine oder nur sehr beschränkte Erfolgschancen zu haben. Dagegen helfen auch die bekannten Potenzgebärden nicht wirklich. Auf der Kommentarseite von «NZZ Campus» findet sich im Rahmen einer der verschiedenen Sexismusdebatten eine Offenbarung dieser Angst: «Frauen beschweren sich über ein Privileg, um das wohl jeder Mann sie massiv beneidet: Das Privileg, vom anderen Geschlecht offen begehrt zu werden.» Und Julie Zeh lässt in ihrem Roman «Nullzeit» den Ich-Erzähler Sven das die Beziehungen zwischen Frau und Mann prägende Geschlechterklischee ausformulieren: «Der Mann gewöhnt sich im Lauf seines Lebens daran, dass Frauen bis auf wenige Ausnahmen nicht mit ihm schlafen wollen. Eine Frau hingegen kann davon ausgehen, dass theoretisch jeder Mann mit ihr schlafen will.»

Natürlich stimmt das Bild «der Männer», die immer und mit jeder nach Sex lechzen, so wenig mit der Realität überein wie die Vorstellung, dass alle Frauen ernsthaft glauben, sie könnten jeden haben, wenn sie nur wollten. Was der US-amerikanische Professor für Sozialpsychologie Roy F. Baumeister in seinem Buch «Wozu sind Männer eigentlich überhaupt noch gut?» als amtlich gesehen haben will – «Männer sind geiler als Frauen» – ist eine doppelte Schutzbehauptung, einerseits kann so das Bild der Omnipotenz «des Mannes» aufrecht erhalten werden, andrerseits müssen Männer die Zurückweisung durch eine Frau nicht persönlich nehmen, denn Frauen wollen ja, ganz generell, nur selten Sex.

Geschlechtervorurteile prägen nach wie vor und nachhaltig die realen sexuellen Verhältnisse. «Frauen zahlen nicht für Geschlechtsverkehr», stellt Baumeister fest, sie bekämen, anders als die Männer, so viel Sex wie sie wollten – umsonst. «Daher ist die weibliche Sexualität in der sexuellen Marktwirtschaft mehr wert als die männliche.» Folgert er, streng ökonomisch. Gleich einem «billigen Jakob» versucht «der Mann», seinen sexuellen Marktwert mit materiellen «Dreingaben», Schmuck, Pelz und Rosen zum Beispiel, aufzupolieren, um doch noch ans Ziel zu kommen, auch wenn er hinterher nie sicher sein kann, ob die sexuelle Hingabe ihm oder nur seinem Geld, seiner Macht, seiner Drohung gilt.

Wer Angst hat, dass die eigene Sinnlichkeit nicht genügt, damit ihm (oder ihr) das Ersehnte zufällt, wer nicht mit einer allfälligen Zurückweisung und Kränkung, mit der Begrenztheit des eigenen erotischen Einflusses leben könnte und will, neigt dazu, die Kontrolle mit allen Mitteln an sich zu reissen. So wie im politisch-wirtschaftlichen Kontext die weniger Einflussreichen, die eigentlich «Schwachen», ganz besonders nach Macht streben, während die wirklich «Starken» dieser Krücke nicht bedürfen, so greifen jene Männer – die nicht auf ihre erotische Wirkung vertrauen – zu den Zauberstäben Geld und Erfolg, Macht und Gewalt, soweit sie ihnen zur Verfügung stehen. «Dafür zu zahlen», gibt ein Freier zu Protokoll, «hat das gewisse Etwas. Eigentlich ist das Macht. Da besitzt man die Frau. Man kann mit ihr machen, was man will» (Alice Schwarzer: «Prostitution – Ein deutscher Skandal»). Die Prostitution ermöglicht es «dem Mann», seine Ängste sowie die unberechenbare Sexualität=Frau in den Griff zu bekommen und sich jederzeit zu holen, was er nicht zu glauben wagt, dass es ihm auch zufallen könnte: «Solche Frauen wie die hier, die würde ich normalerweise nie kriegen» (Ein Freier in: «Prostitution – Ein deutscher Skandal»).

Mehr Mut, mehr Stolz

Ich habe einen Traum, und der ist jetzt nicht mehr geheim – dass Männer in sexuellen «Dingen» mehr Stolz entwickeln, ihre eigene erotische Ausstrahlung selbstbewusster pflegen (nicht nur in Kraftkellern) und stärker auf ihre Attraktivität als Sexualobjekt zu vertrauen beginnen. Dass sie ihre sinnliche Erlebnisfähigkeit von eingeengten Potenzvorstellungen zu befreien vermögen, den Mut entwickeln, auf «Zugaben» aller Art zu verzichten, ganz auf das «Sex gegen Sex» zu setzen sowie sich tapfer den Unwägbarkeiten eigener und fremder Leidenschaften auszuliefern. Dass sie Zeiten, in denen ihre Wünsche nicht erfüllt werden, mit gelassener Abstinenz, liebevoller Selbstbefriedigung oder einem Abend unter besten FreundInnen begegnen.

Ich habe eine Vision – dass Männer und Frauen gleichermassen Subjekte und Objekte des Begehrens werden, die sich einander hingeben oder verweigern, ganz nach Lust und Laune, befreit von allen Abhängigkeiten, jenseits von Macht- und Gewaltverhältnissen. Dann würden Männer Frauen nicht mehr als das «schöne Geschlecht», als Hüterinnen des sexuellen Feuers sehen, die sie, wie auch immer, haben müssen, sondern ihrerseits zum schönen, zum erotischen Geschlecht werden, das Sexualität nicht haben muss, sondern in ihrer ganzen Vielfalt lebt und ist.

Dann hätten Männer keine (oder nur noch ganz wenig) Angst mehr vor dem fremden und dem eigenen Nein, davor, einzugestehen, dass sie nicht immer wollen und können, dann würde ihr gelegentliches (oder häufiges) Nein Allmachtphantasien, auch weibliche («Ich könnte jeden haben, wenn ich wollte.»), beenden und erotische Realitäten schaffen, dann hätte Prostitution – die Käufer und Verkäuferinnen gleichermassen beschädigt – keine Chance mehr. Auch ohne gesetzliches Verbot.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Dossier: Prostitution – Freiheit oder Zwang?
Bericht der Expertengruppe des Justizdepartements zur Prostitution
Alice Schwarzer (Hg.): Prostitution - Ein deutscher Skandal
Gesichtsbesamung auf Litauisch (auf Infosperber)
Herrenwitze und andere Übergriffe (auf InfoSperber)
Überdruck und andere einfache Erklärungen (auf Infosperber)

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18 Meinungen

Was Jürgmeier «Sex auf Augenhöhe» nennt, wird in sog. emanzipierter Epoche erst recht zu geschäftlicher Beziehung, was Sexualität in der bürgerlichen Gesellschaft ohnehin in einem grossen Ausmass stets war, wie das die nicht zu unterschätzende alternative Feministin, nicht Antifeministisn, Ester Vilar in ihren Büchern betont hat. Spekulationen betr. dass sich was Wesentliches ändert in Sachen Prostitution, bleiben Spekulationen. Es wird sich daran nie viel ändern, im Wesentlichen schon gar nicht, ausser dass Männer diese Geschäftspartnerinnen heute ernster zu nehmen und hoffentlich etwas weniger zu verachten hätten als früher.

Selbstverständlich wäre Kundenstrafbarkeit für Prostitution reine Männerkriminalisierung und Männerunterdrückung, mittelfristig sind - in Ablösung zu den Homosexuellen - die sexuell unattraktiven unter den Heterosexuellen längerfristig für den letzten Platz in der sexuellen Hierarchie vorgesehen, zumindest deutet viel in diese Richtung.

PS. Der Traum von der Sexualität in der sogenannten Vielfalt, wie sie zu leben wäre, ist wohl insgesamt, von ein paar Privilegierten abgesehen, eine naive Schlaraffenlandillusion. Diese Illusion hängt mit dem sogar von Rousseau wieder zurückgenommenen Dogma zusammen, der Mensch sei gut. Ist eher nicht der Fall, besonders dann nicht, wenn noch das Geld dazu kommt, welches allerdings bei Ehe und Scheidung eine noch «teurere» Rolle spielt als in der Prostitution. Das war notabene Vilars damals provozierende These.
Pirmin Meier, am 26. März 2014 um 11:31 Uhr
Zwei Links zum Thema, um mich nicht zu wiederholen:

http://www.infosperber.ch/Artikel/Sexismus/Prostitution-Sexarbeit2

http://www.politnetz.ch/artikel/21798-die-frau-koenigin-und-hure-eine-rolle-mit-welcher-so-viele-nicht
Ernst Jacob, am 20. März 2015 um 18:18 Uhr
Die Prostituierte verkauft ihren Körper, der Banker seine Seele, der PR-Agent seine Moral, der Politiker seine Ideale, der Eisenleger seinen Rücken und Jürgmeier spätestens im letzten Absatz seinen Faden. Was soll's!
Olivier Bregy, am 20. März 2015 um 23:59 Uhr
>> Der Mangel an Selbstbewusstsein und fehlender Stolz des Mannes in sexuellen Dingen bilden die Geschäftsbasis der Prostitution. <<

Der Herr verwechselt ja offenbar sowieso Stolz mit Trieb, ich würde schreiben:

>> Der Mangel an Selbstbewusstsein und fehlender Trieb des Mannes in sexuellen Dingen zerstören die Geschäftsbasis der Prostitution. <<

Einfacher wäre es demnach, noch etwas zuzuwarten, bis sowieso bald kein Mann mehr eine Frau will, dann bräuchte es gar keine Gesetze, um das Triebleben des Mannes endlich zu bändigen. Zumindest Derer, die über ein Solches verfügen. Und natürlich den Stolz, noch ein funktionsfähiger, richtiger Mann zu sein.

Um es in etwa so zu formulieren, dass es zum Titel passt. Sorry, aber so darf man Männer nicht beleidigen.
Ernst Jacob, am 21. März 2015 um 03:53 Uhr
"fehlender Stolz des Mannes in sexuellen Dingen"

Er meint, dass stolze Männer für Sex nicht bezahlen.Tsss. Ein Irrtum, dem meist Männer verfallen, die eine nichterwerbstätige Frau halten - äh haben, meine ich.
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 03:58 Uhr
Es existiert keine Spezie auf dieser Welt, wo nicht für Sex bezahlt wird. Jede Blume würgt sich einen ab, um bestäubt zu werden, die Tierwelt kämpft um ihr nacktes Leben, um sich fortzupflanzen, und selbst bei den Affen, die's aus Spass den halben Tag lang, sekundenweise, tun, bestimmt der Beste, was abzugehen hat.
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Natürlich gibt es Männer, die gratis dürfen. Wie der junge Hirschmann, als Beispiel, der konnte gar nicht so viel, wie er gedurft hätte. Mit Vater Milliardär. Abr schon ein paar Millionen hätten wohl gereicht, um die hungrige Meute erwartungsfreudiger Chicks anzuziehen wie Mücken im Licht. Lebender Beleg, für, um was die Welt sich wirklich dreht.
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Wir hatten es viel einfacher, damals, unsere Super8 Pornos liefen nur 3-5 Minuten, dann war es vorbei. Alles. Und man gewöhnte sich daran, irgendwie...

Heute sieht das Anders aus, im HD Format, Stunden, gleiche Potenz, wer sollte sich denn an sowas gewöhnen können, ohne minimum 250 Miligramm Ständersteller. Oder so ähnlich.

Es ist viel komplizierter geworden, die Ansprüche stiegen gewaltig, deshalb vielleicht der vom Stolz.

Zu stolz vielleicht, um überhaupt noch daran zu denken. Fördert zudem das Selbstbewusstein, weil man nie Angst davor haben muss, irgendwo flach rauszukommen. Etwas, was aber mit Sicherheit bei einer Professionellen nicht vorkommt. Sie verdient ihr Geld nämlich damit, ihm genau das zu geben, was er braucht, und wie besser sie das tut, desto lieber kommt er wieder. Weiss aber nur, wer's weiss
Ernst Jacob, am 21. März 2015 um 05:03 Uhr
Wahrscheinlich musste der Autor das Handanlegen mit einer Ohrfeige bezahlen.

Darum jetzt die traumatische Herangehensweise ans Thema.
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 13:31 Uhr
Um polemischen Werk von Esther Vilar, vom dressierten Mann bis zu ihrem Plädoyer für das Rechte des Mannes auf zwei Frauen wird die bürgerliche Ehe, soweit sie primär auf Unterhalt der Frau aus ist mit deren Gegenleistungen, als die wahre Prostitution bezeichnet. Sie hat im Prinzip nicht recht, aber die Warnung war zu ihrer Zeit höchst berechtigt.
Pirmin Meier, am 21. März 2015 um 15:42 Uhr
Um polemischen Werk von Esther Vilar, vom dressierten Mann bis zu ihrem Plädoyer für das Rechte des Mannes auf zwei Frauen wird die bürgerliche Ehe, soweit sie primär auf Unterhalt der Frau aus ist mit deren Gegenleistungen, als die wahre Prostitution bezeichnet. Sie hat im Prinzip nicht recht, aber die Warnung war zu ihrer Zeit höchst berechtigt.
Pirmin Meier, am 21. März 2015 um 15:42 Uhr
..im Prinzip nicht, aber eigentlich schon ein bisschen.
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 15:53 Uhr
Diese Vilar scheint sich in jungen Jahren sämtliche Augenbrauen gezupft zu haben. Mit 40 spätestens müssen die dann die Augenbrauen nachzeichnen - meist mit gänzlich unpassenden Bögen. Gefährliche Frauen, die ihre buschigen Augenbrauen ausdünnen...
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 16:00 Uhr
Laut wiki: «Prostitution (von lateinisch prostituere „nach vorn/zur Schau stellen, preisgeben“), früher Gewerbsunzucht, bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt."

Demnach besteht kein Zweifel: Die klassische Frauenhaltung ist Prostitution. Wenn der Mann ihr keine Kleider mehr kauft, ist ausgeblasen.
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 16:19 Uhr
...nach Durchspielen von diversen Szenarios bin ich sicher, dass das Recht auf zwei Frauen eine Scheinlösung ist oder zu einer solchen verleiten könnte. Artgerechter wäre sicher die Pflicht zur Haltung in Dreiergruppen. Ich meine in Zeiten, wo selbst vierbeinige Nager zu zweien gehalten werden müssen.
Olivier Bregy, am 21. März 2015 um 19:00 Uhr
Keinesfalls, ich habe schon Mühe, einer Einzigen gerecht zu werden. Es sollte eigentlich andersrum laufen, zwei Männer und ein Frau. Den Männern zuliebe, denn so ist wenigstens sichergestellt, dass nicht plötzlich noch ein Dritter im Gebüsch nur darauf wartet, bis MANN geht. Die die Frau könnte so wenigstens nicht sagen, sie hätte nur zugenommen, weil der Verkehr abgenommen hätte. Oder abgenommen, auch eine Variante.

MANN sollte einfach etwas toleranter sein, FRAU auch, und vielleicht die EHE eher noch als geschäftliche Verbindung betrachten, und zu leben versuchen, fast schon irgendwie ähnlich wie damals, auch mit meinen Eltern, man sich noch verheiratete, weil man sich im Grundsatz mochte, und weil es gemeinsam einfach viel besser ging, mit eigenem Geschäft, sein Leben zu fristen, in den Dreissigern, und dem dann folgenden Krieg.

Zugegeben, für die Frauen spielte der Sex, in den wohl meisten Fällen, eine untergeordnete Rolle, zudem war es gefährlich, es produziert ja auch Leben. Wie für meine Mutter, wie mein Vater damit fertig wurde, blieb mir immer ein Geheimnis, das einzige, was er nicht mit mir teilte. Ich wollte es auch nicht wissen, 'still ruht der See', waren seine Worte, wenn es 'unter uns' zu bleiben hatte. Sie wurden steinalt, gemeinsam.

Umsomehr sollte man heute darüber sprechen, nicht in der Porno-Form, sondern einfach so, wie es ist. Und nicht so tun, als sei Sex doch eigentlich etwas Schmutziges, vor Allem, wenn es 'auswärts' geschieht, so funzt es nicht.
Ernst Jacob, am 21. März 2015 um 19:26 Uhr
Ihnen gefiele vielleicht das Modell der Mosuo:

"Die Mosuo kennen keine Ehe zwischen Frau und Mann, bei der das verheiratete Paar zusammenlebt; diese wird als unnatürlich betrachtet und als Gefahr für die Familie. Sie pflegen vielmehr die Besuchsehe bzw. Besuchsbeziehung ..."

http://de.wikipedia.org/wiki/Mosuo
Olivier Bregy, am 22. März 2015 um 00:57 Uhr
Mir fehlt es nicht an Selbstvertrauen, aber ich habe so hundsmieserable Erfahrungen gemacht mit unserer Scheidungsjustiz, dass ich n i e mehr heiraten werde und jahrzehntelang keine feste Beziehung mehr wollte. Ich liebte a l l e meine Freudenmädchen, wenn auch nur kurz und einige
liebten auch mich. Viele müssen ihre Familie in
einem armen Land durchbringen und ich brachte ihnen viel höhere Achtung entgegen als meiner Scheidungshure.
Hansruedi Bolliger
Hansruedi Bolliger, am 23. März 2015 um 15:21 Uhr
Der Ausdruck «Scheidungshure» ist unter jeder Sau, das ist verarbeitungsfreie Bitternis, um es milde auszudrücken. Dass reine Geschäftsbeziehungen freundlich sind bzw. sein können, sollte man nicht mit «ich liebte» und «sie liebten mich» überschätzen, jedenfalls nicht im Regelfall. Hier beginnen oft neue Illusionen.
Pirmin Meier, am 23. März 2015 um 15:30 Uhr
Ob Hr. Bolliger seine 'Beziehungen' überschätzt, oder nicht, seine Aussage belegt zumindest den Grad seiner Verbitterung, subjektiv, und seine Eindrücke über das Geschehene.

Auch die Erkenntnis, dass trotz Emanzipation und Gleichstellung, in den allermeisten Fällen, der Mann der Dumme ist, und bleibt, und die Frau die Arme, unrecht behandelte, von potentiell männlicher Gewalt und Rohheit umgebene Unschuldige, wehrlose, die eigentlich gar nie so recht wusste, was ihr eigentlich geschah, und deshalb wohl ein quasi naturgegebenes Anrecht darauf hat, ihn per Gerichtsentscheid dafür für den Rest seines Lebens dafür büssen zu lassen, sie um ihre Jugend, vielleicht gar Unschuld, und ein erfülltes Leben, voller Freunde, Geld und immerwährendem Glück, gebracht zu haben.

Selber schuld, der Knaller, er hätte ja besser aufpassen können, werden wohl die Richter denken, er ist ja ein Mann. Sie aber, in all ihrem Unglück, obwohl sie vielleicht auch Fehler machte, wer wollte sie denn, als Frau, deswegen verurteilen, und schliesslich weiss man ja, wie die Mäner sind...

Zugegeben, ich kenne und weiss es nicht persönlich, ich wurde nur vielfach Zeuge solcher Geschehnisse, und auch schon gar als Zeuge geladen, in zwei Fällen, um meine Eindrücke 'darüber' zu schildern. Und einer antworte mir mal, auf die Frage, weshalb er, als Unternehmer, denn keine Gütertrennung vereinbart habe, sie hätte ihn wohl sonst gar nie genommen.

Wer als Mann aber solche Risiken eingeht, ist wirklich selber schuld
Ernst Jacob, am 23. März 2015 um 19:18 Uhr

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