Obama Komorowski Nato F-16 © Kiew Post

Obama drückt dem polnischen Staatspräsidenten Komorowski vor einem Kampfjet F-16 der NATO die Hand

Ukraine: Der Russe ist an allem schuld.

Helmut Scheben / 08. Sep 2014 - Die Dämonisierung Putins ist keine Politik, sondern «ein Versuch, sich für das Fehlen von Politik zu rechtfertigen.» (Kissinger)

»Die neuen Todfeinde: Viren, Vampire, Russen». So der Titel im Blick am Abend vom 2. September. Es geht zwar nicht um ein NATO-Papier, sondern um eine neue TV-Serie in den USA, der Titel umschreibt aber treffend den Geist, der derzeit durch die Medien weht. Das muntere Russen-Prügeln ist eine neue Sportart im Westen geworden.

Am 1. Februar 2008 ging ein Telegramm von der amerikanischen Botschaft in Moskau an die damalige Aussenministerin Condoleezza Rice. Der Inhalt wurde inzwischen von Wikileaks publik gemacht. US-Botschafter William Burns war damals zu Aussenminister Sergei Lawrow zitiert worden, der ihm klar machte, dass Russland nicht einverstanden sei mit einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine. Lawrow äusserte laut Burns «Befürchtungen, dass das Thema das Land entzweien und zu Gewalttätigkeiten führen könnte und sogar, so behaupten manche, zu einem Bürgerkrieg, der Russland zwingen würde, über eine Intervention nachzudenken.»

Burns gab seinem Telegramm den Titel: «Njet heisst Njet. Russlands rote Linien zum Thema NATO-Erweiterung.» Er schickte sein Telegramm mit höchster Priorität nach Washington. Nur zwei Monate später kündigten die NATO-Führer auf einem Treffen in Bukarest ihre Entschlossenheit an, Georgien und die Ukraine in die NATO zu führen.

Der Konflikt war also seit vielen Jahren programmiert, unsere Mainstream-Medien suggerieren dagegen heute, es handele sich um eine plötzliche und unerklärliche russische Aggression. Die Boulevard-Blätter üben sich seit Monaten in wahren Hetzkampagnen gegen Russland. Nach dem Absturz eines malaysischen Fluzeugs, dessen Ursache bis heute völlig ungeklärt ist, wurde Putin als Verantwortlicher hingestellt. Selbst seriöse deutsche Fernseh-Talkshows liefen in den vergangenen Wochen mit Titeln wie den folgenden:

»Putin der Grosse. Wie gefährlich ist Russland?»

»Putins Machtspiele. Gibt es Krieg?»

»Putin weiter auf dem Vormarsch»

»Spielt Putin mit dem Feuer?»

Die NATO-Osterweiterung

Die North Atlantic Treaty Organization (NATO), ein Militärbündnis, das im Kalten Krieg gegen den Warschauer Pakt der kommunistischen Länder gerichtet war, hat mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion seine Existenzberechtigung verloren und ist seit einem Viertel-Jahrhundert auf der Suche nach neuen Feinden. Nun ist die Reihe erneut am Russen. Ein Feind, wie ihn keine PR-Agentur besser gestalten könnte, denn sein Bild lebt seit langem in den Köpfen westlicher Ideologen. Es ist der Russe, wie man ihn seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges, spätestens aber seit dem Zweiten Weltkrieg und dem folgenden Kalten Krieg an jedem Stammtisch kennt: Er säuft Wodka, spielt Balaleika und überfällt andere Länder.

Auf der Feier zum Gedenken an Hitlers Angriff auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren fiel dem deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck nichts Besseres ein als vor der russischen Bedrohung zu warnen. «Die Geschichte lehrt uns, dass territoriale Zugeständnisse den Appetit von Aggressoren oft nur vergrössern,» sagte Gauck mit klarer Adresse an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Beim Thema deutscher Überfall auf Polen vom bösen Russen zu reden, dazu bedarf es einer akrobatisch verdrehten Logik. Diese sähe wahrscheinlich auch in den Atombomben, die die USA 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki warfen, ein präventives Mittel der Verteidigung. Gegen wen? Gegen den Russen natürlich.

In den letzten 15 Jahren wurden zwölf osteuropäische Staaten, einer nach dem andern, in die NATO aufgenommen. Es fehlen nur noch Georgien, die Ukraine und Weissrussland, dann ist Russland im Westen und Südwesten völlig von NATO-Staaten umgeben.

Zu welchem Zweck werden die Nachbarn Russlands in ein westliches Militärbündnis eingegliedert? Wenn es nur um Handelsaustausch, die vielbeschworene Partnerschaft für den Frieden und gute Beziehungen zu Europa und den USA geht, warum ist dann ein Militärbündnis notwendig? Eine Frage, die ich mir stellen würde, wenn ich Russe wäre. Dem ehemaligen amerikanischen Aussenminister Henry Kissinger wurde sie auf dem Sender CNN gestellt. Kissinger, einer der mächtigsten und fragwürdigsten aussenpolitischen Player zu Zeiten des Vietnam-Krieges, zeigte mit überraschender Offenheit Verständnis für die russischen Sicherheitsbedenken.

Der Moderator fragt: «Sie kennen Putin gut, haben ihn öfter getroffen als jeder andere Amerikaner. Denken Sie, dass Putin beobachtet, was in der Ukraine geschieht, und zu der Auffassung kommt, dass der Westen und die USA Russland einkreisen wollen? Kissinger antwortet nach kurzem Nachdenken: «Ich denke, er denkt, dass dies die Generalprobe ist für das, was wir in Moskau machen wollen. Nämlich einen Regimewechsel.» In einem Artikel in der Washington Post konstatierte Kissinger lapidar, die «Dämonisierung Putins» sei «keine Politik, sondern ein Versuch, das Fehlen von Politik zu rechtfertigen.»

Angst vor der «russischen Expansion»

In den grossen Medien vergeht fast keine Stunde, ohne dass Experten die «russische Expansion» beurteilen. TV-Korrespondenten erklären mit Sorgenfalten auf der Stirn vom NATO-Gipfel in Wales, wenn «der russische Bär seine Krallen über die NATO-Ostgrenze hinaus ausstrecke», dann… ja dann allerdings sei die NATO «zum Handeln gezwungen.» Präsident Obama kündigt die Entsendung von Kampfjets und Soldaten nach Polen und ins Baltikum an, denn Estland, Litauen und Lettland fühlen sich von Russland bedroht. Die NATO hat ihre Identitätskrise überwunden, die Generäle haben einen Feind gefunden.

Wenn die NATO seit 1999 fast das gesamte Osteuropa auf ihre Seite gebracht hat, darf man sich die Frage stellen: Wer hat da expandiert? Die einzige Organisation, die in den zwei Jahrzehnten seit dem Untergang der Sowjetunion eine aggressive Expansion betrieben hat, ist die NATO.

In der Ukraine-Krise spielt die NATO erneut den unschuldigen Wolf, der von den sieben Geisslein angegriffen wird. Ich habe selten eine politische Krise erlebt, in der die Fakten mit solcher Kaltschnäuzigkeit auf den Kopf gestellt werden. Wenn Putin einen Friedensplan vorlegt, antwortet der Premierminister in Kiew: «Die angebliche Waffenruhe ist ein Plan zur Vernichtung der Ukraine und zur Wiederherstellung der Sowjetunion.» Welche Glaubwürdigkeit kann dieser Mann beanspruchen, der auf seiner Homepage die Links zum State Department und zur NATO hervorhebt.

Die Sache mit den Einfluss-Sphären.

Seit fünfzehn Jahren schliesst die NATO militärische Bündnisse mit Russlands Nachbarstaaten. Man stelle sich einmal das Gegenteil vor: Russland ruft nach dem Modell des Warschauer Paktes einen militärischen Beistandspakt ins Leben und beginnt, sich die Länder in der Einfluss-Sphäre der USA einzuverleiben, dort Truppen zu stationieren und Stützpunkte aufzubauen. Russland finanziert und unterstützt eine «orange Revolution» in Panama oder Mexico, so wie es der Westen in der Ukraine tat. Sagen wir mal mit fünf Milliarden Dollar (vgl. Victoria Nuland weiter unten).

All dies liesse sich sogar politisch korrekt begründen, denn die kleinen Nachbarn des grossen Uncle Sam würden «Russland um Hilfe rufen.» Sie befürchten zu Recht, dass die US-Marines vor ihrer Tür stehen, sobald sie politisch nicht parieren. Die Geschichte Lateinamerikas ist ein unaufhörliches Beispiel einer Politik des «big stick», die Washington in seinem Hinterhof anwendete.

Wenn Russland im Fall der Ukraine für einmal eine ähnlich kalte Machtpolitk betreibt, erhebt sich alsbald ein grosses Gezeter westlicher Politiker und lautes Wehgeschrei in unseren meinungsführenden Medien. Es sind dieselben Medien, die es völlig in Ordnung fanden, dass die NATO Belgrad bombardierte und den Kosovo mit Gewalt von Serbien abtrennte. Da war dann für einmal das Selbstbestimmungsrecht des Kosovo-Volkes massgebend, nicht aber die territoriale Integrität, wie sie auf der Krim eingefordert wurde. Der Westen wendet eben sein Völkerrecht situationsgebunden an: mal so und mal so.

Wenn morgen Mexico oder Panama ein militärisches Bündnis mit Russland eingehen und russische Truppen stationieren würden, dann dürfte es keine drei Wochen dauern, bis die US-Marines landen. Geostrategische Interessen und die Sicherheit amerikanischer Bürger wären (wieder einmal) gefährdet. Putin muss davon ausgehen, dass eine Assoziierung der Ukraine mit der Europäischen Union den Beitritt zur NATO bedeutet, - so wie es in allen andern osteuropäischen Ländern der Fall war und ist. Im Paragraph 7 des Assoziierungs-Abkommens mit der EU ist sogar ausdrücklich von militärischer Zusammenarbeit die Rede. Aber wer von unseren Journalisten hat unter den Bedingungen der rasenden News-Produktion noch Zeit, die Verträge zu lesen, über die er schreibt oder redet?

Nun hat Russland reagiert und seinerseits eine rote Linie gezogen. Es hat seinen wichtigsten Stützpunkt am Schwarzen Meer gesichert. Ob Putins Krim-Politik klug war, sei dahingestellt. Es kann aber kaum Zweifel geben, dass eine grosse Mehrheit der Bevölkerung dort mit der russischen Intervention einverstanden ist. Unter völkerrechtlichen Aspekten ist es daher fraglich, ob von einer rechtswidrigen Annektion die Rede sein kann.

CIA-Leute warnen vor gefälschten Beweisen

Der durchschnittliche Zeitungsleser darf sich im Übrigen fragen, warum eine aufständische Menschenmenge auf dem Maidan unter heftigem Applaus des Westens eine Regierung stürzen kann (wobei das Parlament die entsprechenden Beschlüsse unter massivem Druck der Strasse fasste), hingegen ein Aufstand im Osten des Landes von westlichen Medien reflexartig in den Bereich des Separatismus, des Bandenwesens, der ausländischen Intervention und der Illegalität gerückt wird. Wenn der Umsturz in Kiew demokratisch gewesen sein soll, dann ist es der Aufstand in der Ost-Ukraine nicht minder, denn der überwiegende Teil der Bevölkerung dort hat wohl kaum Sympathien für die neuen Machthaber in Kiew.

Natürlich hat der Konflikt darüber hinaus seine Wurzeln in ethnisch-kulturellen Gegensätzen zwischen der ehemals habsburgischen Westukraine und dem russisch-orthodoxen Osten, aber das ist lediglich der fruchtbare Nährboden, auf dem der Westen seine Interessen kultiviert.

Vor dem NATO-Gipfel am 4. und 5. September haben hochrangige ehemalige Mitarbeiter amerikanischer Geheimdienste einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel publiziert. (vgl. Memorandum For: Angela Merkel, in: opednews.com) Darin stellen sie fest, dass die «nachrichtendienstlichen Erkenntnisse» über die russische Invasion in der Ukraine, die von den Medien als Fakt dargestellt wird, nicht zuverlässig sind. Vielmehr scheint diese «intelligence» – so die Unterzeichner wörtlich – «von derselben politisch festgelegten Art zu sein, mit der vor zwölf Jahren der Angriff auf den Irak gerechtfertigt wurde.»

Die ehemaligen Kaderleute (Veteran Intelligence Professionels for Sanity) halten einen Teil der «Geheimdienst-Informationen» zur Ukraine schlicht für «gefälscht». Vor einem Jahr sei es den Falken im US-Aussenministerium bereits fast gelungen, Präsident Obama zu einem Grossangriff auf Syrien zu bewegen. Auch damals auf der Grundlage von »nachrichtendienstlichem Material», welches «im besten Fall zweifelhaft war».

Sie fragen Frau Merkel, ob ihre Berater sie auf die mangelnde Vertrauenswürdigkeit des NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen hingewiesen haben. Es genüge, sich daran zu erinnern, dass dieser am Tag vor dem US-geführten Angriff auf den Irak als dänischer Premierminister vor das Parlament getreten sei und gesagt habe: «Irak hat Massenvernichtungswaffen. Das ist nicht etwas, das wir vermuten. Wir wissen es.»

Man kann davon ausgehen, dass russische Freiwillige - Soldaten oder ganze Milizeinheiten - in der Ukraine auf Seiten der Aufständischen kämpfen. Auch der Einsatz von schweren Waffen aus russischen Beständen ist nicht auszuschliessen. Selbst wenn reguläre russische Truppen im Einsatz wären, bedeutet das aber nicht, dass Russland diesen Konflikt gesucht oder geplant hätte. Putin wird – wie Henry Kissinger richtig bemerkt – wohl kaum 60 Milliarden Dollar ausgeben für Olympische Winterspiele, die Russlands Image aufpolieren sollen, um dann drei Tage später die Ukraine anzugreifen. Die russische Führung – und das ist eben nicht Putin allein – wurde von den sich überstürzenden Ereignissen möglicherweise überrascht und sah sich zum Handeln gezwungen, schon allein ihrer innenpolitischen Glaubwürdigkeit wegen.

«Orange Revolutionen» und wem sie nützen.

Schon Monate vor dem Umsturz in der Ukraine hatte Präsident Obamas Europa-Beraterin Victoria Nuland in einem Telefongespräch mit dem US-Botschafter in der Ukraine klar gemacht, wer die Fäden zog. Dort kam nicht nur ihr munteres «fuck the EU» vor, sondern auch eine klare Anweisung: «Klitschko sollte nicht in die Regierung. Er soll draussen bleiben. Jaz ist der Richtige, er ist unser Mann»

Wen wunderts, dass Jaz, also Arseni Jazenjuk, Regierungs-Chef wurde und Klitschko vorerst in der Versenkung verschwand. Besagtes Telefongespräch wurde abgehört – möglicherweise von russischen Geheimdiensten – und gelangte so an die Öffentlichkeit.

Victoria Nuland war es auch, die im vergangenen Dezember auf einer Veranstaltung der US-ukrainischen Gesellschaft die Unvorsichtigkeit beging, damit zu prahlen, Washington habe bereits mehr als fünf Milliarden Dollar investiert, um die Demokratie-Bewegung in der Ukraine zu stärken. Wohl nicht zufällig stand sie bei ihrem Vortrag vor den Logos zweier Sponsoren: ExonMobile und Chevron.

Was wiederum darauf hindeutet, welches die Beweggründe der USA sind, die «Demokratie in der Ukraine» zu fördern. Ähnlich wie beim militärischen «Engagement für die Demokratie» im Irak, in Libyen oder in Syrien geht es nicht zuletzt um Gas und Erdöl, um Pipelines, die gebaut werden oder geplant sind, kurz um strategische Reserven. Shell und Chevron wollen grosse Schiefergasvorkommen im Norden der Ukraine mit Fracking aus dem Boden holen, Exxon will ein neues Gasfeld im Schwarzen Meer erschliessen. Bei der Vertragsunterzeichnung im letzten November hiess es gar, ab 2020 könne die Ukraine ganz unabhängig von russischem Gas werden.

Offenbar lief alles nach Plan. Kurz nach dem Umsturz erscheint US-Aussenminister John Kerry in Kiew und gibt den Tarif durch: «Wenn die Russen nicht bereit sind, direkt mit der neuen ukrainischen Regierung zu verhandeln, dann werden unsere Partner keine andere Wahl haben, als uns zu folgen und auch die Massnahmen zu ergreifen, mit denen wir in den letzten Tagen schon begonnen haben, um Russland zu isolieren: politisch, diplomatisch und wirtschaftlich.»

Seit dem NATO-Gipfel der vergangenen Woche sind nun auch die militärischen Massnahmen beschlossene Sache. In den baltischen Staaten sowie in Polen und Rumänien, so verkündete der NATO-Generalsekretär, werde man «Rüstungsdepots» sowie «Infrastrukturen für einen schnellen Einsatz» aufbauen. Moskau darf sich fragen, was darunter zu verstehen ist.

Die Russen haben sich eine Menge «präventiver Verteidigungsübungen» der NATO-Staaten ansehen müssen. Ronald Reagans «Strategic Defense Initiative» (SDI) – populär bekannt als Krieg der Sterne – wurde von den Präsidenten Clinton und Bush Junior voran getrieben, als der Feind, die Sowjetunion, schon lange nicht mehr existierte. Die «Ballistic Missile Defense» sollte mit weltraum-gestützen Energiewaffen operieren und löste in Moskau zunächst hochoffizielle Proteste und später nur noch Kopfschütteln aus. Offiziell verbreitete die NATO die Legende, der Raketen-Schutzschild richte sich gegen Nordkorea oder andere «Schurkenstaaten». In Wahrheit ist es ein System, welches die Fähigkeit Russlands zum atomaren Erstschlag eliminieren sollte.

Der ehemalige russische Präsident Gorbatschow sprach in den Achtzigerjahren vom «gemeinsamen Haus Europa». Er glaubte vielleicht daran, dass die Feindschaften des Kalten Krieges überwunden werden könnten. Bei der Gründung des NATO-Russlandrates im Jahr 1997 hat der Westen Moskau versprochen, keine Truppen und Stützpunkte in den ehemaligen Sowjetrepubliken aufzubauen. Was Russland seitdem gesehen hat, ist eine NATO, die mehr und mehr dazu übergeht, politische Probleme durch Krieg zu lösen, sei es in Ex-Jugoslawien, in Afghanistan, im Irak oder in Libyen. Ist es da erstaunlich, wenn Wladimir Putin kein Vertrauen mehr in den Westen hat? Als Präsident Barack Obama Anfang Juni Polen besuchte, gab er zusammen mit dem polnischen Präsidenten eine öffentliche Erklärung ab. Für den Ort des Auftritts hatten sie einen stark symbolischen Hintergrund gewählt: Sie sprachen vor F-16-Kampfjets der NATO.

(Dieser Artikel erschien zuerst auf der Infoplattform Journal21.ch)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor, Dr. Helmut Scheben, war von 1993 bis 2012 Redaktor und Reporter im Schweizer Fernsehen SRF, davon 16 Jahre in der Tagesschau.

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32 Meinungen

Leider ist die Gesellschaft Schweiz - Russland, früher Schweiz - Sowjetunion, mit Hans Erni als bekanntestem noch lebendem Ehrenmitglied ziemlich am Boden, hätte heute eine Funktion, wahrscheinlich legitimer als auch schon, wiewohl eine rein unkritische Aktivität nichts bringen würde.
Pirmin Meier, am 08. September 2014 um 11:44 Uhr
Danke
Eine grossartige Analyse. Bin total einverstanden.
Zum Glück ist in diesem Fall der Fuchs Putin
den Kontrahenden intellektuell hochhaus
überlegen. Es geht jetzt ganz klar darum, wer zuerst in der Südostukraine eine kriegsfähige Präsenz darstellt. Wie so oft im Leben spielt alles auf zwei völlig unterschiedlichen Ebenen,
unten die militärische Macht und oben das diplomatische Geplänkel mit verlogenem Schattenboxen - aber alle wissen was wahr ist.
Paradebeispiel ist die Krim. Alle sind doch froh, dass Putin sie genommen hat als in Kiev niemand zu Hause war - und dass der Welt ein blutiges Scharmützel erspart wurde.
Ich sehe im Noch-Generalsekretär Rasmussen
einen der gerne kriegen möchte und der glaubt, dass Gott ihm die Blockfreien versprochen habe.
Hannes Keller, am 08. September 2014 um 14:25 Uhr
windig-aber heiliggesprochen muss ja immer einer werden-Alexander Dugin gelesen, der sagt: wir können von Stalin und Hitler lernen?
Rolf Leemann, am 08. September 2014 um 16:10 Uhr
Super Artikel. Vielleicht noch zu erwähnen:

Der IWF finanziert den Bürgerkrieg mit Milliarden Dollars kräftig mit (irgendwo müssen ja die ganzen frischgedruckten Dollars hin):

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42710/1.html


Weitere Provokationen seiten der USA mit Seemanövern:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/konflikt-mit-russland-vereinigte-staaten-und-ukraine-starten-seemanoever-13140912.html

Laut OSZE keine russischen Panzer in der Ukraine (bis 3. September):
http://www.osce.org/om/123151

Wie die Regierung Kiew die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa sabotiert:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42708/1.html


Medien und Politik im Gleichschritt:

"Die Berichterstattung unterscheidet sich kaum von den Statements der Politik"
Friedensforscher Lutz Schrader über den Journalismus in Zeiten geopolitischer Konflikte:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42673/1.html
Olivier Bregy, am 08. September 2014 um 18:09 Uhr
Wenn man eine Olympiade organisiert, ist man friedliebend - München 1936...
Rolf Leemann, am 09. September 2014 um 16:24 Uhr
Was an dieser Art Analysen (so originell und neu ist sie ja nicht) irritiert, ist: Sie kennt nur Grossmächte (Russen, USA, EU, wenn das denn eine Grossmacht sein soll) und ihre Interessen, die osteuropäischen Völker und Länder gibt es darin nicht. Was sie wollen, ist quantité négligeable. Klar, dass da der alte Grossmachttheoretiker und Imperialist Kissinger als Zeuge auftauchen muss - wobei man die zitierte Aussage von ihm auch anders interpretieren kann: Natürlich fürchtet Putin eine Maidan-Revolution in Russland. Aber nicht, weil die USA sie bezahlen könnten, sondern weil es noch nicht lange her ist, dass es grosse Demos gegen seine Wahl/Wahlbetrug gab. Es gibt eine Minderheit in Russland, die der trotz der Propagandawalze des Kremls die Ukrainepolitik kritisiert - sie wird mit üblen Mitteln fertiggemacht und bedroht. Das ist das zweite, was mich irritiert an dem Beitrag: es gibt keine Machtverhältnisse mehr in Russland - Pussy Riot, Schwulenverfolgung, alles vergessen? Zahlreiche renommierte Osteuropa-Historiker Europas (und das sind weiss Gott nicht alles NATO-Lakaien) haben sich auf die Seite der Ukraine gestellt - sollte einem das nicht zu denken geben?
Werner Baumann, am 09. September 2014 um 16:53 Uhr
Sotschi kostete - auch umgerechnet - mehr als München 1936, hatte aber eine um Welten geringere politische Bedeutung. Hitlervergleiche bringen es sowieso nicht. «Olympiade» ist überdies ein Zeitbegriff v. 4 Jahren, man sagt Olympische Spiele.

Pussy Riot sind in sicher nicht mit Sacharow und Maximow zu vergleichen, eher niedriges geistiges Niveau, platt mit Blasphemie operierend und garantiert neben dem Volk. Im Iran aber werden Homosexuelle Jahr für Jahr aufgehängt, was ein muslimischer Schüler von mir dokumentiert hat als Argument gegen «Vorurteile, die Scharia betreffend"; er fand es halt normal; in den an Zahl klar anwachsenden russischen Schwulenbars hingegen gibt es kaum Razzien; die «Verfolgung» der Homosexuellen besteht vor allem aus einem Mentalitätsrückstand von 30 - 50 Jahren. Da befasst man sich besser mit Zürich zur damaligen Zeit, sogar mein Lehrer Prof. Beck, kritischer Historiker, polemisierte damals noch gegen «warme Brüder». Hugo Loetscher und andere reisten zur Praktizierung v. ihrem Privatleben lieber nach Amerika. Schwule oder im Konkubinat lebende Redaktoren der NZZ-Geschichte finden heute noch in jenem Weltblatt nicht statt. Dort gab es zeitweilig wie im Vatikan eine «Schwulenlobby». Und überhaupt zum Thema: Ab 1842, als Preussen begann, die Homosexuellen per § 143 (später § 175) zu verfolgen, waren St. Petersburg und häufiger Rom (hier kam man nur in die Hölle, nicht ins Gefängnis) für Homosexuelle, etwa K.H. Ulrichs, eine erwählte Exil-Destination.
Pirmin Meier, am 09. September 2014 um 18:01 Uhr
PS. Die Verfolgung der Homosexuellen erfolgte in Russland erst ab 1933 durch Stalin, auch als Warnung an deutsche Kommunisten, die nach Moskau ins Exil reisten, betreffend den von ihnen verlangten sittlichen Standard. Es war eine Anpassung an die preussische Aufklärung im 19. Jahrhundert. Desgleichen wurde die Homosexualität in der Schweiz ursprünglich, als die Strafgesetze noch kantonal waren, fast nur in protestantischen Kantonen verfolgt. Nidwalden galt noch 1902 diesbezüglich, wie ich aufgearbeitet habe, als «Paradies». Die Einschätzung von Onanie und Homosexualität als Perversionen sind ein überholter Zwischenforschungsstand der europäischen Aufklärung. Dieses Denken ist bekanntlich auch von Marx und Engels übernommen worden, welche von Karl Heinrich Ulrichs Konzept der Befreiung der Homosexuellen nicht nur nichts wissen wollten, sondern sich darüber auf dreckigste Weise lustig machten. Marx und Engels erwähnen interessanterweise die Praxis homosexueller Vergewaltigung bei Kriegen und Volksaufständen. Mein Vorschlag, so etwas in ein Filmdrehbuch betr. die Schlacht bei Sempach einzubauen, fand übrigens keine Gegenliebe. Bei diesem Thema ist Wegschauen nach wie vor eher populär als Hinschauen.
Pirmin Meier, am 09. September 2014 um 18:22 Uhr
Danke Pirmin - Istand corrected
Rolf Leemann, am 09. September 2014 um 18:34 Uhr
Gestern in hart aber fair: Wladimir Putin – der gefährlichste Mann Europas?

http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/videowladimirputindergefaehrlichstemanneuropas100.html

Immer wieder dieselben Argumente vom Moderator. Als er Putin in die Nähe von Hitler oder Mussolini rücken will, muss Fritz Pleitgen energisch eingreifen.

Peinlich vor Allem die platten Argumente eines Reitschusters.

Die «Putinversteher» schneiden defintiv besser ab. Das Publikum goutiert die Statements der «Putinversteher».

Publikumsreaktion, Argumentation sind kaum vergleichbar mit Sendungen vor einem halben Jahr.
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 19:44 Uhr
@Baumann: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pussy-riot-lady-suppenhuhn-11867761.html
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 19:59 Uhr
@Schon gut, Herr Bregy, wir müssen aber von niemandem «Versteher» sein, wir sollen uns selber verstehen und wenn möglich selber denken. Es besteht die Pflicht, Abstand zu gewinnen. In einem gewissen Sinn kann man sagen, dass es unfair ist, wie Frankreich mit einem Hollande «fahren» muss, während es für Putin immerhin noch einigermassen ins Geschichtsbuch reichen könnte, gemäss dem Wallenstein-Motto von der «Parteien Hass und Gunst wankt sein Bild in der Geschichte», die bekannte Umstrittenheit.
Pirmin Meier, am 09. September 2014 um 20:28 Uhr
@Entschuldigen Sie, Herr Meier. Wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 20:38 Uhr
Sie treten mir nicht nahe. Ich warnte vor der Modeformulierung «Putin-Versteher», wobei es «Hollande-Versteher» gar nicht braucht, nicht mal Darbellay-Versteher oder Philipp-Müller-Versteher. Hingegen gibt es auch bei uns «Blocher-Versteher». Für politische Nullen, welche nichts bewegen, besteht natürlich nicht mal Bedarf nach «Verstehern», womit ich jetzt jedoch nichts über Philipp Müller gesagt haben möchte.
Pirmin Meier, am 09. September 2014 um 20:56 Uhr
Extra für Sie habe ich den Ausdruck in Anführungszeichen gesetzt. Und ich dachte schon, ich seie mittlerweile ein «Meierversteher».

"politische Nullen, die nichts bewegen»

Ich glaube Ihre Ausdrucksweise lässt auf Emotionen schliessen? Sollte man da nicht etwas Abstand gewinnen?

Wer ist denn eine politische Null? Wer bewegt denn gar nichts? Wer qualifiziert jemanden zur Null?

Eine etwas distanziertere Ausdrucksweise wäre dienlich.
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 21:14 Uhr
Habe konkret niemanden als politische Null bezeichnet, eben nicht, von einer Person es ausdrücklich verneint. Bei der anderen Person, theoretisch meinem Parteipräsidenten, kommt jetzt nach den jüdischen und muslimischen Friedhöfen das Ausbürgern, einfach so aus der Hüfte geschossen, dass wird ebenfalls nichts bewegen, und je kontraproduktiver man politisiert und je weniger man wirklich bewegt, desto stärker nähert man sich dem politischen Nullpunkt. Im Prinzip möchte ich aber niemanden so «in den Senkel stellen».
Pirmin Meier, am 09. September 2014 um 21:22 Uhr
Aus meiner Sicht kommt gute Politik (wie Alles, das Menschen anpacken) immer aus einem stabilen, harmonischen persönlichen Umfeld. Menschen, die nicht mit sich «im Reinen» sind, sind für eine Demokratie eher schädlich. Genauso wie Menschen, die nicht (finanziell) unabhängig leben. Also etwa 99.999 % der Politiker sind schädlich. Man darf allerdings von Politikern auch nicht erwarten, dass sie überdurchschnittlich sind. Wie schädlich sie sind, kann hier niemand beurteilen. Weil wir dann über das Ziel menschlicher Existenz an und für sich reden müssten. (Für mich ist der Planet Erde ein «Assessment Center.» Das darf sicher jeder sehen wie er will und auch aussprechen.)

Was meinen Sie damit? Was will ihr Parteipräsident genau?

"kommt jetzt nach den jüdischen und muslimischen Friedhöfen das Ausbürgern"
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 21:35 Uhr
Der am Anfang des Artikels zitierte Henry Kissinger wärmt jetzt eines neues altes Feindbild auf:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42730/1.html
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 21:56 Uhr
Kleiner Einschub: Neuigkeiten zu MH17:

"Es ist der Moment, in dem die Boeing mit 298 Menschen an Bord von «zahlreichen schnell fliegenden Objekten durchlöchert wird"» (Zwischenbericht)

http://www.spiegel.de/panorama/mh17-bericht-ueber-absturz-und-ursache-a-990611.html

Das hat vor Wochen bereits ein OSZE-Beobachter gesagt. Bilder haben das untermauert. Aber die westlichen Medien haben seine Aussagen ignoriert:

http://www.youtube.com/watch?v=qy7L3ApScf8

Also Luftabschuss? Die russische Regierung nach dem Unglück betont, dass ein ukrainischer Kampfflieger in der Nähe von MH17 war.
Olivier Bregy, am 09. September 2014 um 22:06 Uhr
Der Artikel ist m.E. klar und prägnant und auch die darauf folgende Diskussion weicht nicht von den beschriebenen Schlussfolgerungen ab.

Vor etwa 40 Jahren war ich Student an einer Renommierinstitution in Boston und einer unserer Political Science professors hat uns damals klar gemacht, dass für 500 $ überall in der Welt eine Manif gegen irgend ein Thema organisiert werden könne. Der Mann war in der Folge immerhin Berater in der Reagan administration.

Mein Vertrauen in die US-Diplomacy ist ziemlich nahe bei Null, obwohl ich Herrn Kerry eine minimale Ehrlichkeit zugestehen möchte. Ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass er mit Herrn Lavrov ein «Gentlemean's agreement» über Wortwahl und Niveau der individuellen Beleidigungen usw. abgeschlossen hätte.

Stellen Sie sich vor, dass morgen ein Analyst des Flugzeugabschusses auf eine Air-Air-Rakete schliessen würde. Nicht nur westliche Politiker, sondern auch einige Journalisten hätten einiges «an eigener Spucke hinunterzuschlucken» (avaler leur salive) wie das so schön auf französisch heisst.

Die politische Schizophrenie ist der Nationalsport im politischen Europa, aber z.T. auch in den Schweizer Medien. Das wenigstens ist meine Lektüre dieses Artikels.

Es wäre einfach schön, wenn auch Medienleute versuchen könnten, die «Events» aus der Sicht der lokalen Leute zu sehen (auf beiden Seiten) und entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Das wäre sicher nützlicher als amerikanische Vorgaben unbedacht zu kopieren.
Josef Hunkeler, am 10. September 2014 um 00:06 Uhr
...hoffen wir, dass das Beweisstück auch von MH17 stammt und nicht von der baugleichen MH370.
Olivier Bregy, am 10. September 2014 um 00:16 Uhr
...komischerweise finden die Einschusslöcher an den Flügeln keine Erwähnung, die eher Air-Air nahelegen.

http://friedensblick.de/12462/abschuss-mh17-spuren-deuten-auf-kugelhagel-von-jagdflugzeug-hin/#comment-2544
Olivier Bregy, am 10. September 2014 um 00:21 Uhr
Offener Brief an Merkel:
Amerikanische Ex-Geheimdienstmitarbeiter warnen vor Behauptungen der Geheimdienste zur Ukraine und erinnern an die irakischen Massenvernichtungswaffen:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42680/1.html
Olivier Bregy, am 10. September 2014 um 10:35 Uhr
Ich habe gedacht, bei Infosperber würde diskutiert über Argumente. Scheint ein Irrtum zu sein. Schade! (Über Homosexualität habe ich auch schon was gehört und Links mit irren Verschwörungstheorien kann ich selber finden.)
Werner Baumann, am 10. September 2014 um 13:41 Uhr
@baumann. Jenseits von Verschwörungstheorien ist das letzte Wort über den Flugzeugabschuss in der Ukraine noch nicht gesprochen; und was die Beurteilung Putins und Russlands betrifft, genügt das Schlagwort «homophob» nicht; mehr sollte bis anhin in dieser Diskussion nicht gesagt sein. Ich betrachte eine vernünftige Beurteilung immer noch als ergebnisoffen, musste jedoch aus bekannten Gründen eine Spätsommerreise auf die Krim bis auf weiteres verschieben. Wenn Sie mehr wissen, so formulieren Sie es hier doch.
Pirmin Meier, am 10. September 2014 um 13:49 Uhr
@baumann: Bringen Sie Ihre Argumente nur. Bisher kamen Sie mit pussy riot, was nachweislich psychisch gestörte Damen sind, die in Russland überhaupt keine Lobby haben. Die Anführerin hat hochschwanger im Biologie-Museum in Moskau eine Sex-Orgie organisiert. Danach wurde sie aus dem Elternhaus geworfen. Pussy Riot hat in Russland einen wesentlich schlechteren Ruf als etwa in der Schweiz Hausbesetzer.
Ich versichere Ihnen, die Dame hätte man hier auf Tranquilizer gesetzt und weggesperrt, die Erziehungsberechtigung für das Kind entzogen.

Und dann kommen Sie noch mit der russischen Homophobie. 80% der Russen sind homophob. Soll die Nato Russland deshalb einkreisen, oder was?

Aber wenigstens kann einer der Situation Humor abgewinnen:
Erwin Pelzig über Rasmussen - unschlagbar!

http://www.youtube.com/watch?v=R2O3KRsCc4U#t=113
Olivier Bregy, am 10. September 2014 um 20:30 Uhr
Ich bin schon eher Werner Baumanns Meinung - und auch selber bereits einwenig enttäuscht über die Platform. Der Artikel von Helmut Scheben liegt mir halt auch immer noch auf, und er wird durch dessen
Sekundanten auch nicht besser. Man muss schon fragen: 1) Wer dämonisiert hier wen? 2) Wer pflegt da nun wirklich eine Logik des Kalten Krieges? 3) Wer zitiert ausgerechnet wen? 4) Ist es denn wirklich so, dass nur die «andern» Fehler machen, und «wir» uns wie Sektenmitglieder der «Perfekten» verhalten müssen? 5) Wer hat denn immer noch nicht bemerkt, dass die Nachfahren der Nazis schon lange überall hocken, im Westen wie im Osten, im Süden wie im Norden? Wer meint denn, dazu noch immer nichts sagen und tapfer (ich meine feige) zu schweigen zu müssen? Wer verbreitet ganz direkte Hasspropaganda? Dass es Infirmation und Desinformation gibt, wissen wir alle. Warum scheint niemand auf die jeweilige Ausdrucks- und Argumentationsweise zu achten? Meiner Meinung nach enthüllen sie doch einiges.
Rolf Leemann, am 11. September 2014 um 02:43 Uhr
1) Wer dämonisiert hier wen?
Dämonisierung ist Argumentation ohne Fakten. Bitte Beispiele bringen. Enttäuscht sein kann jeder über andere Meinungen.

2) Wer pflegt da nun wirklich eine Logik des Kalten Krieges?
Mit der Logik des Kalten Krieges haben die aktuellen Ereignisse wenig zu tun.
-Wer investiert denn 5 Milliarden in die «ukrainische Demokratiebewgung» (USA)
-Wer hält denn den Bürgerkrieg mit Milliarden am laufen? (IWF)

3) Wer zitiert ausgerechnet wen?
- Bitte klarer formulieren

Oder meinen Sie, dass Joe Biden seinen Sohn in die Ukraine zitiert hat?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/biden-und-ukraine-sohn-des-us-vizepraesidenten-arbeitet-fuer-gaskonzern-a-969348.html

4) Ist es denn wirklich so, dass nur die «andern» Fehler machen, und «wir» uns wie Sektenmitglieder der «Perfekten» verhalten müssen?

Weil Putin Fehler macht, darf ein Land, das seine Ureinwohner in Reservate gedrängt hat auf der ganzen Welt Militärbasen errichten? Was ist das für eine Logik?

Oder von welcher Sekte sprechen Sie? Möchten Sie aussteigen?

5) Wer hat denn immer noch nicht bemerkt, dass die Nachfahren der Nazis schon lange überall hocken, im Westen wie im Osten, im Süden wie im Norden?

Die hocken nicht, die kämpfen, Herr Leemann:

http://www.20min.ch/ausland/dossier/ukraine/story/Ukraine-setzt-Neo-Nazis-gegen-Separatisten-ein-23925388
Olivier Bregy, am 11. September 2014 um 06:40 Uhr
Vielleicht darf ich Sie auch daran erinnern, wer den Aufstieg der Ur-Nazis, auf die sich heutige Nazis berufen, begründet hat:

http://www.heise.de/tp/artikel/15/15280/2.html

http://www.spiegel.de/einestages/henry-ford-und-die-nazis-a-947358.html
Olivier Bregy, am 11. September 2014 um 06:50 Uhr
@Leemann «Wer pflegt hier die Logik des kalten Kriegs"

Vielleicht passt die neue Partei unter dem Vorsitz von Jazenjuk in «ihre Logik des kalten Krieges».

Oder Vielleicht sein Mauerbau?

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42745/1.html
Olivier Bregy, am 11. September 2014 um 07:21 Uhr
Hier hocken ihre Neonazis, nicht in Moskau:

http://www.heise.de/tp/news/Neonazi-Besetzer-sorgen-fuer-Konflikte-in-Madrid-2389521.html
Olivier Bregy, am 11. September 2014 um 07:23 Uhr
Mit Aufmerksamkeit lese ich die Artikel zur Krise auf dieser Seite und bin froh darüber, dass es hier offensichtlich um die Wahrheit geht. Warum breitet sich die NATO aus ?
Die größte Kriegsgefahr besteht nun einmal in einer Diktatur.
Offiziell mag Rußland ein demokratisches Land sein, doch es zählt auch zur Wahrheit, dass es das eben nicht ist.
Die EU und die NATO sind bemüht, in Ländern eine wirkliche demokratische Infrastruktur aufzubauen. (gefällt nicht jedem)
Leider gelingt dies nicht immer, und schon gar nicht von heute auf morgen, dennoch hat die Demokratie mehr Frieden gebracht und ist somit ein Modell ohne langfristige Alternativen.
Putin ist ein Diktator mit einem riesigem Machtpotenzial, nur auf eine einzige reale Person vereint, dies ist natürlich als stetiges Gefahrenpotential zu betrachten.
Die Wahlen in Russland sind eine Realityshow, nicht mehr und nicht weniger.
Wenn selbst Putin nur Gutes im Schilde führt, wer wird einmal der Nachfolger ?? Die Strukturen für eine demokratische Entwicklung der Gesellschaft sind nicht ansatzweise vorhanden.
Morgen ein Herzinfarkt und dann ?
Wie wird ein Kim Jong-un mit diesem Machtpotenzial umgehen ??
Dieser Sachverhalt darf und muss, als Gefahr betrachtet werden.
Putin hatte Gelegenheit, den eingeleiteten Wandel fortzuführen statt seine Machtgier zu befriedigen.
Stattdessen hat er Strukturen geschaffen bzw. gefestigt, welche der Nächste liebend gerne ohne Änderungen am System übernehmen wird. Bedauerlich für das Volk.
Thorsten Flörsheimer, am 17. September 2014 um 10:33 Uhr

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