Menschen auf einem Markt in der Stadt Taizz, den Saudi-Arabien mit Bomben zerstört hat © cc

Alliierte der USA ebenso schlimm wie die Russen

Red. / 11. Feb 2016 - Medien berichten über die Russen in Syrien, aber wenig über den Jemen, wo saudische Bombardierungen zu Hunger und Flucht führen.

Hilferufe der UN-Ernährungsorganisation FAO von Ende Januar stiessen in den Medien auf geringes Echo. Über 14 Millionen Einwohner in Jemen hätten nicht mehr ausreichend zu essen und zu trinken. Damit leben mehr als die Hälfte der Bevölkerung in grosser Not. Die Lage habe sich massiv verschlechtert, seit Saudiarabien mit Kampfjets und Söldner-Soldaten in Jemen die totale Unterwerfung der schiitischen Huthis anstrebt.

Etienne Peterschmitt, FAO-Verantwortlicher in Jeman, sprach Ende Januar von einer «vergessenen Krise mit Millionen Menschen in grösster Not». Nach Angabe der FAO befinden sich 2,3 Millionen Menschen auf der Flucht innerhalb des Landes.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, der Jordanier Zeid Ra'ad Al Hussein, gab die Zahl der Todesopfer mit fast 3000 und die der Verletzten mit rund 5000 an.

Das Land mit 24 Millionen Einwohnern hänge für die Ernährung zu 90 Prozent von Importen ab. Nur vier Prozent des Bodens sei fruchtbar. Die Produktion darauf hänge wiederum stark vom Import von Düngemitteln ab. Jemen gehöre zu den wasserärmsten Regionen der Welt.

Über das humanitäre Drama im Jemen und die Rolle des von den USA unterstützten und mit den USA verbündeten Saudiarabiens berichten unsere Medien nur spärlich.

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Dieser Beitrag stützt sich auf einen UN-Bericht.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

UN-Bericht über Tote und Verletzte in Jemen

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2 Meinungen

Die Tage erschien eine Studie, die an Hand der NZZ die Berichterstattung zum Syrien- und UkraineKonflikt. Das Ergebnis erstaunte mich wegen der redaktionellen Ausrichtung der NZZ nicht.
Bedenklicher find ich die Themenauswahl der SRG Nachrichten betreffend. Wäre wünschenswert die SRG würde/müsste sich mal einer Positionsprüfung unterstellen. (Besonders stossend empfinde ich; dass wenn jeweils ein Konflikt gefährliche Dimensionen annimmt, holt die SRG regelmässig «Experten» vor's Mikrophon die Ideologien verbreiten und nicht im Ansatz Situationen möglichst wertneutral erklären. Interessante, der Objektivität verpflichtete Experten bietet die SRG zwar auch; nur sind die eher an den Rand gedrängt.)

NZZ-Studie:
https://swisspropaganda.wordpress.com/die-nzz-studie/
Florian Frey, am 11. Februar 2016 um 10:44 Uhr
"Das mit den USA alliierte Saudiarabien handelt in Jemen ebenso schlimm wie die Russen in Syrien."

Bei allem Respekt mit Verlaub, die USA / NATO / Golfscheichtümer führen in Syrien und im Jemen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, während Russland von der legitimen Regierung Syriens völkerrechtskonforn um Hilfe gegen die Aggressoren gebeten wurde.
Thomas Binder, am 11. Februar 2016 um 11:32 Uhr

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