Daniele Ganser (links) und Moderator Jonas Projer in der Arena vom 24.2.2017 © srf

Jonas Projer griff Daniele Ganser unfair an

Michael Graf / 27. Feb 2017 - In der SRF-Arena vom 24. Februar wurde Ganser als «umstritten» vorgestellt. Eine private Mail-Aussage wurde manipulativ zitiert.

Red. In der Arena-Sendung zum Thema «Trumps Krieg», Fake News und das Misstrauen in die Medien kam es zu einen ungewöhnlichen Eklat zwischen Moderator Jonas Projer und dem eingeladenen Historiker Daniele Ganser, der über «Nato-Geheimarmeen» doktoriert hatte. Der Zürcher Naturwissenschaftler Michael Graf hat die Sendung analysiert.

Verschwörungstheorie?

Im Kern ging es darum, ob ein Wissenschaftler, der die offizielle Version in Zweifel zieht, wonach das dritte Hochaus 9/11 ebenfalls wegen der entführten Flugzeuge einstürzte, als «Verschwörungstheoretiker» disqualifiziert werden darf.

Die Arena versprach interessant zu werden, da die Sendung wichtige Themen wie die Rolle der Medien in Demokratien, «Fake News» und das Vertrauen in die Medien diskutieren wollte. Dafür wurde auf der Seite der Medienkritiker der Historiker Daniele Ganser eingeladen. Bereits zu Beginn der Sendung stellte die Arena Daniele Ganser als «umstrittenen Publizisten» vor. Dieses Vorgehen nennt man in den Kommunikationswissenschaften Framing. Indem man Daniele Ganser als «umstritten» betitelt, führt man einen Deutungsrahmen ein. Gansers Aussagen werden dadurch vom ahnungslosen Zuschauer automatisch anders bewertet als jene der anderen Gäste.

Warum nicht einfach sagen, dass Ganser eine Doktorarbeit über «Nato-Geheimarmeen» verfasst hat und dass er die offizielle Version des Einsturzes des Dritten Hochhauses in New York bezweifelt?

Dann wäre Ganser inhaltlich eingeordnet worden, aber nicht als «umstritten» abgewertet. Eine solche Abwertung führt dazu, seine Aussagen in der Sendung zum vorneherein abzuwerten. Damit wird eine faire und ausgewogene Diskussion erschwert.

Vorbildlich stellt zum Beispiel der SRF-«Club» die Gäste vor, indem eine inhaltliche Position angegeben wird.

Die (Dis-)Qualifizierung beim Vorstellen der Gäste war nur der Auftakt zu einem wesentlich gravierenderen Vorfall. Nach rund 15 Minuten zeigte Projer einen öffentlich verbreiteten Tweet von Ganser, den dieser als Reaktion auf eine SRF-Sendung «Einstein» über Verschwörungstheorien verfasst hatte:

«Für das SRF ist kritische Forschung zu WTC7 = Verschwörungstheorie. Diffamierung statt Aufklärung. Schade!»

Projer wollte Ganser als unglaubwürdig und widersprüchlich vorführen, indem er aus einem privaten Mail Gansers an «Einstein-Produzent» Peter Höllrigl zitierte:

«Ich fand den Teil zu 9/11 fair und sachlich. Danke … Herzlich Daniele»

Was vordergründig als Widerspruch erscheint, ist keiner. Denn Projer hat den zweiten Satz dieser Mail an Höllrigl unterschlagen. Hier die ganze Mail:

«Lieber Peter. Ich fand den Teil zu 9/11 und WTC7 fair und sachlich. Danke. Der Mix mit ‹Klimalüge› und Protokolle hingegen fand ich schlecht. Herzlich, Daniele.»

Man kann einen Sendungsteil als ausgewogen und fair erachten, während man die Sendung in ihrer Gesamtheit oder einzelne Aussagen, wie die Bezeichnung als Verschwörungstheoretiker in der Sendung Einstein, kritisiert. Der von Projer aus dem Zusammenhang gerissene Satz stellt eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht dar. Jonas Projer wäre aber meines Erachtens aufgrund des Fairnessgebots verpflichtet gewesen, die Aussagen im Sinne des Gastes zu interpretieren.

Während der Sendung beklagte sich Ganser, dass ein Teil des Mail-Zitats weggeschnitten worden sei und kritisierte die Vorgehensweise der Medien in solchen Fällen. Die Situation eskalierte daraufhin rasch. Moderator Projer bezichtigte Ganser, in der Arena eine Verschwörungstheorie zu konstruieren. Dieser Vorwurf war für einen neutralen Moderator unprofessionell, denn es war zu diesem Zeitpunkt nicht ansatzweise ersichtlich, dass Ganser irgendeine Verschwörungstheorie verbreitete. Projer nutzte diese Diffamierung, um die Kritik Gansers am einseitigen Zitat zu kontern. Später drohte Jonas Projer sogar damit, die Sendung abzubrechen.

Die Konfrontation Gansers mit angeblich widersprüchlichen Aussagen sollte dazu dienen, die Glaubwürdigkeit des Historikers zu untergraben.

Gegenüber den andern Gästen, beispielsweise SVP-Politiker Claudio Zanetti oder Medienbesitzer Roger Schawinksi, griff der Moderator nicht zur gleichen Methode.

Das Vorgehen von Jonas Projer in der Arena irritiert. Er hat verschiedene journalistische Grundregeln verletzt. Man kann nicht mit Hilfe einer aus dem Zusammenhang gerissenen Mail, die man sogar noch kürzt, einen Widerspruch konstruieren und die Reaktion des Gastes darauf als Verschwörungstheorie abtun. Zudem muss man der betroffenen Person nach einem happigen Vorwurf ausreichend Zeit geben, sich zu rechtfertigen. Doch Projer blockte Ganser in der Sendung nach kurzer Zeit ab. «Umstritten» verhielt sich in dieser Sendung nicht Gast Daniele Ganser, sondern der Moderator Jonas Projer.

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Verschwörer auch bei der NZZ?

Red. Der Online-Dienst «Klein-Report», der laufend über Medien berichtet, schrieb über die Arena wie folgt:

«Der emotionale Streit um eine E-Mail zwischen SRF-Moderator Jonas Projer und Publizist und Historiker Daniele Ganser rückte die Glaubwürdigkeit des Schweizer Fernsehens in den Mittelpunkt einer grossen Debatte. ‹Ich war überrascht, dass ich in der Sendung live erlebte, wie Lückenpresse funktioniert›, kritisierte Ganser nach der Sendung.» ...

«Auch in den sozialen Netzwerken wurde die Glaubwürdigkeit des SRF-Moderators und des Historikers kontrovers diskutiert: Jan Flückiger, noch bis Ende Juni Bundeshausredaktor der NZZ, bezeichnete es als ‹unsauber, Leute, die Kritik an offizieller Version von WTC7 ausüben, pauschal als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren›. Zudem überraschte er mit folgendem Tweet: ‹Mindestens WTC7 war kontrollierte Sprengung. Das sieht auch ein Laie.›

Dafür erntete er einen Rüffel vom eigenen Geschäftsführer: ‹Wirklich? Wenige Themen der Menschheitsgeschichte sind so gründlich durchleuchtet wie 9/11›, so Veit Dengler, CEO der ‹Neuen Zürcher Zeitung›.» [Siehe dazu den Meinungseintrag von Jan Flückiger weiter unten.]

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Peter Studer hat medienethische Bedenken (auf persoenlich.com)
«Der Verschwörungsbegriff vernebelt das Denken», Infosperber vom 2. März 2017

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28 Meinungen

Es schleckt keine Geiss weg, dass Daniele Ganser gegenüber dem Fernsehen per eMail etwas ganz anderes gesagt hat als auf Twitter. Warum soll das Fernsehen nicht darauf hinweisen? Das stellt zwar Ganser nicht als Ganzes in Frage, aber es kratzt schon an der Glaubwürdigkeit dieses Wissenschaftlers und das ist gut so.
Rolf Trechsel, am 27. Februar 2017 um 19:34 Uhr
Schade. dass sich das Schweizer Fernsehen nach «Einstein» schon wieder eine Entgleisung gegenüber Daniele Ganser leistet. Wenn ich die NZZ lese, bin ich selber schuld, wenn ich alle nicht NATO-Konformen Meinungen abqualifiziert sehe.
Jemand der Zwangsgebüren einziehen will braucht aber wohl mehr als die NATO-ausgerichtete Regierung hinter sich. Zudem die SVP dafür auch schon verloren ist.
MfG
Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 27. Februar 2017 um 19:47 Uhr
Der journalistisch unrelevante Hr. Projer wollte sich auf die billige Art profilieren.
Dumm auch, das der junge Mann nicht daran gedacht hat, dass das Internet nicht vergisst.
Wenn jemand wie Hr. Dr.Ganser, der gewisse Tatbestände in Frage stellt, erwiesenermassen sogar von Wikip. und der WoZ verunglimpft wird, kann das für mich nur bedeuten: 1. «von Rechts bis Links» haben sie Angst vor ihm. 2. Aus gutem Grund...
vitto chiarini, am 27. Februar 2017 um 20:05 Uhr
Ich habe die Einstein Sendung auch angeschaut und auch jetzt die Diskussion in der Arena. Das volle Zitat von Ganser hätte man in der Arena bringen können.
Das Zitat lautete:

«Lieber Peter. Ich fand den Teil zu 9/11 und WTC7 fair und sachlich. Danke. Der Mix mit ‹Klimalüge› und Protokolle hingegen fand ich schlecht. Herzlich, Daniele.»

Viele Zuhörer wisse vielleicht nicht, was Ganser mit den «Protokollen» meinte. In der Einstein Sendung waren damit die antisemitischen «Protokolle der Weisen von Zion» gemeint. Mit der Erwähnung dieser «Protokolle» in der Einstein Sendung rückte man 9/11 Kritiker in den Bereich von Antisemiten, von Leuten die an eine jüdische Weltverschwörung glauben.

Jeder sollte sich selbst ein Bild von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 machen und eines der vielen Bücher lesen die namhafte Journalisten geschrieben haben, unter anderem Mathias Bröckers. Piloten, (http://pilotsfor911truth.org/), Architekten und Ingenieure: (http://www.ae911truth.org/) haben auf ihren Websiten auch umfangreiche Dokumentationen über die Fragen rund um 9/11 zusammengestellt die lesenswert sind.

Der aus Palästina stammende Elias Davidsson, Sohn deutsch-jüdischer Eltern, hat kürzlich auch ein interessantes Buch zu 9/11 geschrieben: «Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung. Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung», Zambon Verlag, Frankfurt am Main 2017
Heinrich Frei, am 27. Februar 2017 um 21:19 Uhr
Äh, erklärt mir jemand, was an der Gegenüberstellung des Tweets zum Mailauszug falsch sein soll? Ganser hat kritisiert, was er an einer anderen Stelle als fair und sachlich bezeichnet. Was tut da der Rest der eMail zu Sache? Man kann aber auf diesen Details rumreiten - und dabei die wichtigen Fragen vernachlässigen. Wie nennt man das in den Kommunikationswissenschaften?

Ganser IST umstritten. Man kann das den Arena-Gästen natürlich auch vorenthalten. Sie können es dann ja selber z.B. bei Wikipedia nachlesen. Framing funktioniert durchaus auch umgekehrt: Man lade z.B. die Nora Illi ein und behandle sie als einfache, typische Moslem.

Warum Infosperber (schon wieder) die WTC7-Sprengung ins Spiel bringt, kann ich nicht nachvollziehen. Erkläre mir endlich jemand, warum man das tun sollte: Ein Gebäudezusammensturz offiziell als Unfall neben einem Terrorakt darstellen und so doof sein, die vorbereitete Sprengung nicht viel chaotischer und weniger gezielt aussehen lassen. Das nämlich bekäme sogar ich als Laie hin. Und es wäre das allererste, um das ich mir als Beteiligter bei einer solchen Operation Gedanken machen würde...
Felix Rothenbühler, am 27. Februar 2017 um 21:24 Uhr
Kurze Ergänzung in eigener Sache (zum Artikel des Kleinreports). Dass man Kritiker jedwelcher Positionen, nicht pauschal als Verschwörungstheoretiker diffamieren sollte, dazu stehe ich nach wie vor.

Punkto WTC7 habe ich meine Meinung nach der Lektüre des NIST-Berichts zu WTC7 geändert. Ich stützte mich auf die auch von Infosperber schon angeführten Quellen, die die offizielle Version kritsieren (AE9/11Truth, zwei ETH-Professoren mit Ferndiagnose). Muss aber sagen, nach eingehender Lektüre der Original-Berichte und Wiederlegungen zu den Behauptungen von AE9/11Truth et al., komme ich zum Schluss, dass von mir aus gesehen wenig dran ist. Es lohnt sich immer, die Primärquellen zu lesen!
Jan Flückiger, am 27. Februar 2017 um 22:05 Uhr
Ich kann Felix Rothenbühler nur zustimmen: Warum um Himmels Willen sollte jemand so etwas inszenieren? Dazu habe ich bisher noch nie irgendein Argument gehört. Bis ich ein solches vernommen habe, werde ich diese ganzen Verschwörungstheorien weiterhin als solche beurteilen.
Ueli Custer, am 28. Februar 2017 um 11:47 Uhr
Die ziemlich peinliche «Projer vs Ganser"-Einlage könnte leider über folgendes hinwegtäuschen: Herr Projer und auch Herr Schawinski, beides Medienschaffende, scheinen über Grundlegende Sachverhalte überhaupt nicht im Bild zu sein. Herr Projer behauptet, der Umstand dass einer der Kouachi-Brüder beim Attentat auf Charlie Hebdo seinen Pass in einem der Fahrzeuge habe liegen lassen sei eine Verschwörungstheorie. Dies zeugt von erschreckender Unkenntnis der Vorfälle. Noch extremer finde ich aber die Aussage von Roger Schawinski, keiner der 9/11-Attentäter sei gefoltert worden, dies sei gar nicht möglich, da ja sämtliche Terroristen mit den beiden Flugzeugen in die Türme geflogen seien. Vielleicht sollte Herr Schawinski einmal den 9/11 Commission Report sowie den CIA-Folterreport lesen...oder würde er diese dann als Verschwörungstheorien abtun? Das würde dann aber sehr kompliziert werden, weil das sind ja beides offizielle Berichte. Kurzum: Uns wird gesagt, wir würden in einer sogenannten «Filterblase» leben; nach den beiden oben genannten Aussagen jedoch muss man fragen: In welcher Blase genau will oder muss man leben, um über Ereignisse, welche zu noch mehr Krieg und Elend führen keinen blassen Schimmer zu haben, beziehungsweise haben zu wollen?
Thomas Bissegger, am 28. Februar 2017 um 12:51 Uhr
Das Verhalten von J. Proyer hat mich auch sehr irritiert. Warum jemanden als Gesprächsgast einladen, wenn man ihn dann von Anfang an diskreditieren will? Die Kritik an Ganser hatte auch keinen Zusammenhang mit dem Arena-Thema, also was sollte das ganze? Völlig schräg.
Stefan Bachmann, am 28. Februar 2017 um 14:27 Uhr
Der Umgang mit dem Thema 9/11 eignet sich als Forschungsobjekt dafür, wie bestimmte Meinungen, die nicht stichhaltig sind, von medialen und politischen Kreisen als einzige Wahrheit dargestellt und gegenüber Zweifeln vehement verteidigt werden.
Die Befürworter der offiziellen Version von 9/11 versuchen, diese in den Rang eines quasireligiösen Dogmas zu erheben: Es müssen Bin Laden und seine Bande gewesen sein, es geht gar nicht anders, auch wenn die Beweislast dafür, daß es ein Insiderjob war, erdrückend ist. Wer nicht an diese offizielle Version wie an ein religiöses Dogma glaubt, ist unvermeidlich ein Ungläubiger, ein „Verschwörungstheoretiker“, dem man keinen Glauben schenken darf. Da man die stichhaltigen Beweise des sachlichen Historikers Daniele Ganser nicht widerlegen kann, versucht man, ihn mit faulen Tricks unglaubwürdig zu machen.
Einige Leute müßten im Falle einer vollständigen Aufklärung damit rechnen, den Rest ihres Lebens hinter Gittern zu verbringen und ihren Ruf und vielleicht auch ihr Vermögen zu verlieren. Da die von ihnen abhängigen Personen auch viel zu verlieren haben, halten sie zu ihnen und beteiligen sich eifrig an der Verteidigung der offiziellen Version, ebenso die meisten Journalisten und sonstigen Medienvertreter. Es fehlt noch – wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern – das kleine Mädchen, das nicht nur den Kaiser selbst, sondern auch alle um ihn herum bloßstellte, die gegen besseres Wissen eine falsche Vorstellung vertraten und verteidigten.
Frank Bubenheim, am 28. Februar 2017 um 14:51 Uhr
Auch die neuen Posts beweisen, dass noch niemand ein Argument gefunden hat, um diese Verschwörungstheorie zu untermauern. Nochmals meine Frage: Warum um Himmels Willen hätten die USA so etwas tun sollen?
Ueli Custer, am 28. Februar 2017 um 15:27 Uhr
Lieber Herr Rothenbühler. Die Infos über Daniele Ganser auf Wikipedia werden fortlaufend von anonymen Schreibern manipuliert und verzerrt, während Ganser und sein SIPER-Team immer wieder korrigierend einzuwirken versucht. Bei Wiki-Einträgen handelt es sich ja nicht zwangsläufig um objektive Darstellungen und ultimative Wahrheiten; sie sind gerade bei heiklen Themen und Personen des öffentlichen Lebens gleichfalls mit Vorsicht zu geniessen.
Jacqueline Zwahlen-Stucki, am 28. Februar 2017 um 15:38 Uhr
Jonas Projer ist ein ausgeprägter Profilneurotiker, kein Moderator. In jeder Sendung unterbricht er immer dann, wenn es Interesannt wir und gegen seine SVP geht, da scheut er auch nicht der Bundesrätin ins Wort zufallen. Eine Schande für den Journalismus, aber typisch für das Deutschschweizer-ZH-Fernsehen.
Bruno Denger, am 28. Februar 2017 um 15:39 Uhr
Ueli Kuster: Vielleicht aus dem Bedürfnis heraus, sich den Nahen und Mittleren Osten mit seinen Öl- und Gasvorkommen unter den Nagel zu reissen? Für den «Krieg gegen den Terror» brauchte es schliesslich zuerst einmal einen ordentlichen Terroranschlag in den USA, um das amerikanische Volk von der Notwendigkeit zu überzeugen, 7, bzw. bis dato 6 Länder in 5 Jahren platt machen zu müssen. Wie Hagen Rether so schön sagte: «Die Öllobby im Weissen Haus... - Hat ja alles so gut gepasst, dass eine Öldynastie wie die Buschs ausgerechnet ein Ölland (Irak) überfallen. - Da kann man nur froh sein, dass die Bushs keine Rotwein-Fans sind..."
Jacqueline Zwahlen-Stucki, am 28. Februar 2017 um 15:58 Uhr
@ Hr.Custer: Hr. Dr. Ganser stellt Fragen und die müssten um Himmels Willen die USA beantworten und nicht die Schreiber hier.
Was offensichtlich ist, dass es Ungereimtheiten gibt auf die niemand befriedigende Antworten hat.
vitto chiarini, am 28. Februar 2017 um 16:08 Uhr
Jaklin Zwahlen: Ich sehe, die Fantasie der Verschwörungstheoretiker kennt offenbar keine Grenzen. Wenn man allen Menschen nur Böses zutraut, wird das Leben echt schwierig. Ich tu mir das jedenfalls nicht an.
Ueli Custer, am 28. Februar 2017 um 16:08 Uhr
Jemand fragt, warum die USA sich das mit den Anschlägen von 9/11 hätten antun sollen? Die Mehrzahl der US-Bürger hat sich zu sehr auf ihre Politiker verlassen und ihren eigenen Verstand ausgeschaltet, und unter diesen kidnappte die Neocon-Bande ihre Demokratie. Wenn man sich genau mit den Leuten dieses Thinktanks und deren Ideen befaßt, kann man dort tatsächlich Weltmachtpläne erkennen. Im Zeitalter der Vereinten Nationen kann man jedoch Länder wie Afghanistan und dem Irak nicht einfach so mit der Argumentation überfallen: „Ich bin die führende Weltmacht und möchte dieses Land aus geostrategischen Gründen in meiner Gewalt haben und jenes, um dessen Ressourcen zu plündern“, sondern man muß es so geschickt einfädeln, daß das überfallene Land als Aggressor dasteht und man vielleicht auch noch ein Mandat der UNO bekommt. Im Falle Afghanistans klappte das gut, im Falle des Irak ging es mehr oder weniger schief, was jedoch nichts daran ändert, daß die damalige US-Regierung für ihre Verbrechen nicht bestraft wird.
Jemand schreibt: „Wenn man allen Menschen nur Böses zutraut, wird das Leben echt schwierig.“ Spaßeshafter würde ich „schwierig“ durch „langweilig“ ersetzen. Nein! Man muß nicht allen Menschen nur Böses zutrauen, sondern nur einigen wenigen, und wenn diese die Macht in Händen haben, dann sehen wir ja, was dabei herauskommt. Auch das „nur“ können wir weglassen. Es genügt schon, wenn sie nur teilweise böse sind.
Frank Bubenheim, am 28. Februar 2017 um 17:28 Uhr
Lieber Ueli Custer. Das Problem ist halt, dass nichts Liebes und Gutes dabei herausgekommen ist - bei den Interventionen der USA in mid east. Die Resultate der amerikanischen Aussenpolitik machen es doch etwas schwierig, gewissen Menschen nichts Böses zuzutrauen. Trauen Sie denn allen Menschen nur Gutes zu? Ich bevorzuge es, mich an die Fakten zu halten.
Jacqueline Zwahlen-Stucki, am 28. Februar 2017 um 17:32 Uhr
Liebe Jacqueline Zwahlen-Stucki. Aus meiner Sicht ist es völlig unmöglich, ein derart gigantisch Unterfangen im Rahmen einer (mindestens damals) demokratischen Ordnung mit hunderten von zwangsläufig Eingeweihten geheim zu halten. Ich bleibe dabei: Da sind derart abstruse, um 100 Ecken gedachte und an unzählige Voraussetzungen gebundene Annahmen dabei, dass ich zum Schluss komme: Ein paar Leute haben herausgefunden, dass sie damit die Bevölkerung verunsichern können und haben einen Heidenspass daran. Und dank leichtgläubigen Menschen gelingt es ihnen auch, immer mehr von ihrem abstrusen Theorien zu überzeugen.
Ueli Custer, am 28. Februar 2017 um 17:41 Uhr
Was D. Ganser aufgeregt hat, ist der Umstand dass er zum x-ten Mal mit wirklich durchgeknallten, zumeist sektiererischen Jüngern von irgendwelchen bedauernswerten Fantasten in den gleichen Topf geworfen wird und seine Mail dann in gekürzter Form gezeigt wird. Diese Empörung würde ich als legitim betrachten. Die Absichten von Herrn Projer sind mir schleierhaft.

Ich denke es wäre allen gedient, wenn die Begriffe «Verschwörungstheorie» und «Verschwörungstheoretiker» nicht auf diese inflationäre Art und Weise benutzt würden. Diese Begriffe sind Kampfbegriffe, und wenn man sich mit ihrem Ursprung sowie ihrer Verwendung seit den 60er Jahren auseinandersetzt, beginnt man solche Begriffe eher zu meiden, beziehungsweise hellhörig zu werden, wenn sie verwendet werden. In einer Diskussion sind diese Begriffe meist einfach nur da, um das Gegenüber als Irrgläubige/n oder -geleiteten zu bezeichnen und den Disput oft aus Angst vor dem Mangel an Argumenten vorzeitig zu beenden. Was schade ist, denn vielleicht hätte die Diskussion zu einem gemeinsamen Konsens und somit zu einer guten Erfahrung im Sinne einer Bereicherung für beide Parteien führen können.

Bezüglich 9/11: Es ist sehr interessant sich eher mit dem Zuvor sowie mit dem Danach zu beschäftigen, als mit dem geschichtsträchtigen Tag selbst. Für das Zuvor haben Ganser, Bröckers, Talbot und viele andere wichtige Arbeit geleistet. Für das Danach ist unter vielen anderen Graeme MacQueen zu empfehlen. Dann selber abwägen.
Thomas Bissegger, am 28. Februar 2017 um 18:16 Uhr
Die beiden Lohnempfänger von unseren Gebühren; Hr. Proyer und Hr. Schawinski sind ein treffendes Beispiel für das Höhlengleichnis von Platon. Sie gehöhren zu denjenigen welche nicht draussen ( aus der Höhle) waren und gegenüber denjenigen welche es nach draussen schaften mit Agressionen begegnen.....
Heinrich O. Matthias, am 28. Februar 2017 um 18:19 Uhr
@Zwahlen-Stucki: Der Artikel über Ganser bei Wiki ist gut belegt, die Diskussions-Seite zeigt aus meiner Sicht sehr gut die korrekte Arbeit und auch, dass Seitens Ganser und Team (was Sie bestätigen) zu manipulieren versucht wird - und nicht etwa umgekehrt.

In der Regel kommen Wiki-Artikel den Tatsachen sehr nahe. Wo dies nicht der Fall ist, ist es meist schnell ersichtlich: Mit wenig eigener Recherche werden sowohl Fakten wie Fehler sichtbar.

Zum Osten (und hier auch @Bubenheim): Das mit dem Gas und Öl ist ja noch nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist: Warum sollte man dazu WTC 1, 2 und 7 sprengen und das Pentagon? Hätte es nicht auch ein viel kleineres Ziel absolut getan? Nur z.B. WTC 1? Und warum sollte man auf WTC 1 + 2 Raketen schiessen, dies als von mehrheitlich Saudis (warum Saudis? Weil man im Irak oder in Afghanistan einmarschieren will?) entführte Flugzeuge (warum Flugzeuge? Warum Passagierflugzeuge?) tarnen und 8 Stunden später (warum nicht gleichzeitig?) noch WTC 7 fachgerecht (warum fachgerecht-kontrolliert?) sprengen? War für WTC 7 keine Rakete mehr übrig? War da ein Sprengmeister zu blöd, das weniger «sauber» und augenfällig zu sprengen? Damit man hinterher behaupten muss, es wäre «nur» Feuer gewesen?

Fragen über Fragen...

Ich bitte um Antworten!
Felix Rothenbühler, am 28. Februar 2017 um 18:45 Uhr
Ja, eben, lieber Herr Custer! Wie kann es da sein, dass die Geheimdienste derart versagt haben? Meiner Meinung nach kann das nur sein, weil die selber involviert waren. Eine von so langer Hand geplante Aktion vom Ausmass 9/11s so «erfolgreich» durchzuführen, ohne dass die Geheimdienste davon Wind bekommen, halte ich für so gut wie unmöglich. Dafür pflegen und pflegten die Amerikaner zu gute Beziehungen mit den Saudis.
Jacqueline Zwahlen-Stucki, am 28. Februar 2017 um 18:53 Uhr
AN ALLE DISKUSSIONS-TEILNEHMENDEN: BITTE BETRACHTEN SIE DEN MEINUNGSAUSTAUSCH ALS ABGESCHLOSSEN. REDAKTION INFOSPERBER.
Urs P. Gasche, am 28. Februar 2017 um 18:55 Uhr
Im Zusammenhang mit der SRF-Sendung «Arena» vom 26. Februar 2017 ist es aus meiner Sicht grundsätzlich egal, welche Haltung man für oder gegen Herrn Ganser einnimmt bzw. ob man ihn als Verschwörungstheoretiker betrachten oder eben nicht. Denn diese Sendung war schon von Anfang an nichts anderes als eine geplante und äusserst fiese Attacke gegen Herrn Ganser. Warum sonst wurden immer wieder Aussagen von Herrn Ganser eingespielt (wenn auch nicht ganz), obwohl doch das Thema für diese Sendung «Trumps Krieg» war und nicht etwa «Gansers Verschwörungstheorie».
Hinzu kommt, dass Herr Ganser Gast in der «Arena» war und es sich daher nicht ziemt, wenn ihn der «Arena»-Moderator Jonas Projer schon am Anfang der Sendung (zusammen mit Herrn Schawinski) mit Vorwürfen einteilt, also schon beim Beginn der Sendung vom eigent-lichen Thema (gewollt?) abwich.
Diese Sendung samt Moderator war, zumindest für mich (aber nicht nur), untere Schublade.
Rolf Burri, am 06. März 2017 um 15:33 Uhr
Lieber Herr Rothenbühler, ich finde sehr löblich, dass Sie den NIST-Bericht als Primärquelle nutzen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass Sie den in so kurzer Zeit gelesen haben, aber die Inhalte dieses Berichts wurden auch von Fachleuten mit Zeit unter die Lupe genommen. Ich empfehle hiermit: https://youtu.be/EKN4qilUOfs
Dr. Hulsey zeigt, dass hier sehr unsauber vorgegangen wurde, was bei dem Minibudget von 10 Mio$ auch nicht anders zu erwarten war (also nicht, wie NZZ-CEO meint: einer der bestaufgekärtesten Fälle).
So wurde z.B. beim NISTmodell 2008 nicht das ganze WTC-Gebäude modelliert, sonderm nur ein Teil. Ebenso wurde der gesamte Beton weggelassen. Die Stahlweichheit scheint auch nicht zu stimmen. Ebenso das «Corpus Delicti», die eine Trägerverbindung. Das Modell zeigt auch nur den Beginn des Einsturzes und witzig ist auch, dass es auch ganz und gar nicht wie der Originaleinsturz aussieht.
Hulsey und seine Mitarbeiter hingegen haben selber mit zwei unabhängingen Modellsoftwares mit wesentlich mehr und genaueren Parametern modelliert. Dass der Schluss ein anderer ist, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Also: Machen Sie weiter und nehmen Sie es noch genauer!
Jan-Martin Mächler, am 12. März 2017 um 22:12 Uhr
Pardon, die Namen der Comments sind etwas verwirrlich. Meine Nachricht richtet sich an Jan Flückiger.
Jan-Martin Mächler, am 12. März 2017 um 22:17 Uhr
WIR SCHLIESSEN DEN MEINUNGSAUSTAUSCH ZU DIESEM ARTIKEL AB. DIE REDAKTION.
Urs P. Gasche, am 13. März 2017 um 09:17 Uhr

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