Übergewicht ist einer der Gründe für zu frühe Pubertät © CC/Salon
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Schon bei 7-jährigen Mädchen wachsen Brüste

Urs P. Gasche / 23. Feb 2015 - Viel zu frühe Pubertät schadet der physischen und psychischen Gesundheit. Es ist eine Fehlentwicklung unserer Zivilisation.

In den USA wachsen bereits bei 7-jährige Mädchen die Brüste und deren Pubertät beginnt Jahre zu früh. Es sind nicht wenige: Bei den weissen Mädchen (ohne aus Süd- ud Mittelamerika eingewanderte) ist jedes zehnte Mädchen betroffen, bei den Hispanos jedes siebte und bei den schwarzen sogar jedes fünfte. Das geht aus einer fortlaufenden Studie hervor, das die Entwicklung von 1200 Mädchen seit 2005 beobachtet.

Die Studienleiterinnen Louise Greenspan von der HMO-Versicherung «Kaiser Permanente» und Anna Deardorff von der University of California in Berkeley haben für die verfrühte Pubertät von Mädchen folgende drei Hauptursachen ausgemacht:

  1. Starkes Übergewicht. Fett ist eine Quelle für Östrogen, das die Geschlechtsentwicklung fördert.
  2. Emotionaler Stress in der Familie. Ursachen für den Stress sind viele schlecht ausgetragene Konflikte sowie sexueller Missbrauch. Mädchen, die ohne ihren biologischen Vater aufwachsen, bekommen die Periode doppelt so häufig bereits vor dem 12. Geburtstag.
  3. Hormonaktive Chemikalien. Sie können wie Östrogene wirken. Sie werden u.a. in Kunststoffprodukten als Weichmacher verwendet und sind seit langem umstritten. Wahrscheinlich sei nicht eine bestimmte Chemikalie entscheidende, sondern das Zusammenwirken vieler. Mädchen seien heute Hunderten von Chemikalien ausgesetzt.

Gesundheitliche Folgen

Die gesundheitlichen Folgen zu früher Pubertät sind vielfältig: Sie erhöht das Risiko für Akne, Essstörungen, Depressionen, Missbrauch von Psychopharmaka und andern Drogen, Bluthochdruck und später im Leben von Brustkrebs und Eierstockkrebs.

2013 berichtete die «Welt», dass eine frühzeitige Geschlechtsreife bei Mädchen «bedeutende psychosoziale und biologische» Auswirkungen haben könne. Und im 2005 hatte «NBC-News» über den Zusammenhang von Übergewicht und verfrühte Pubertät berichtet.

Tipps, um einer vorzeitigen Pubertät vorzubeugen

Die beiden Autorinnen der Studie gaben in der «New York Times» folgende Tipps:

  • Die Mutter soll vor und während der Schwangerschaft nicht stark übergewichtig sein.
  • Babys möglichst lange mit der Brust ernähren.
  • Zu Hause ein warmes emotionales Umfeld schaffen.
  • Vermehrt Soya-Produkte wählen.
  • Auf gesunde Ernährung achten. Möglichst wenig Süssgetränke. Sich für qualitativ gute Schulmahlzeiten einsetzen.
  • Erwachsene sollten Vorbild sein, nicht stark übergewichtig, sich viel bewegen und Stress vermeiden.

    Die Kinder sind später dankbar dafür.

    ---

    Es stellt sich die gesellschaftspolitische Frage, ob stark übergewichtigen Müttern verboten werden soll, Kinder zur Welt zu bringen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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18 Meinungen

Wie kommt denn Soya auf die Liste mit den guten Tipps? Soya selbst steht im Verdacht, den Hormonhaushalt durcheinanderzubringen. Es enthält sogenannte Phyto-Oestrogene und könnte unter anderem auch mitverantwortlich sein für die reduzierte Fruchtbarkeit von Männern. Dass die Studienautorinnen zu vermehrtem Soya-Konsum raten, ist fahlässig. Und ein kritisches Medium wie Infosperber dürfte solche Empfehlungen nicht einfach blind übernehmen. Wer den seit Jahren diskutierten Verdacht nicht selbst kennt, findet die wissenschaftliche Kontroverse mit einer kurzen Google-Recherche. Der Tipp gehört sofort von der Empfehlungsliste gestrichen.
Beat Glogger, am 23. Februar 2015 um 14:30 Uhr
Ich bin betroffen vom Nachsatz: «Es stellt sich die gesellschaftspolitische Frage, ob stark übergewichtigen Müttern verboten werden soll, Kinder zur Welt zu bringen». Schon wieder ein willkurlicher Eingriff in Lebensbereiche die zum Glueck noch als privat gelten. Wer bitte soll ein solches Verbot aussprechen und wie lauten die Sanktionen fuer Widerhandelnde?
Gabriella Broggi, am 23. Februar 2015 um 15:36 Uhr
Bezüglich Soya scheint es sich noch nicht um gesicherte Erkentnisse zu handeln. Daher scheint der Tipp gerechtfertigt.
Hier die Verfasserinnen: «Work by our team also shows that consuming soy foods may delay puberty, which is contrary to the widely held belief that all soy-based products accelerate it."
http://ihtbd.com/ihtuser/print/old%20THT/06-02-2015/a0602x09xxxxxxxxx.pdf
Reto Studer, am 23. Februar 2015 um 15:39 Uhr
Und die Bisphenol A-Alternative steht jetzt im Verdacht, das Hirn zu schädigen:

http://www.20min.ch/wissen/gesundheit/story/13066733

Selbst die gesündesten Nahrungsmittel sind schädlich, wenn die Verpackung sie mit Weichmachern anreichert. Zudem sind den Konsumenten viele Weichmacher-Quellen gar nicht bewusst (Lego, Tuperware, Duschvorhang, Zahnbürste, Maus/Tastatur, PET-Flasche usw.).
Olivier Bregy, am 23. Februar 2015 um 16:10 Uhr
...sorry, Lego ist weichmacher-frei.
Olivier Bregy, am 23. Februar 2015 um 16:14 Uhr
...das Schlimme ist: Schwermetalle kann man aus dem Körper ausleiten, Weichmacher nicht. Immerhin erleichtert man so Gunther von Hagen die Arbeit.
Olivier Bregy, am 23. Februar 2015 um 16:17 Uhr
"Die Mutter soll vor und während der Schwangerschaft nicht stark übergewichtig sein."

Auch beim Übergewicht sind Weichmacher im Verdacht:

http://www.welt.de/gesundheit/article13932480/Weichmacher-foerdern-Diabetes-und-Fettleibigkeit.html

http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_63281744/uebergewicht-chemikalie-in-plastikverpackungen-macht-dick.html

Das Einzige was hilft, ist ein Verzicht auf Plastik. Wer Essen in Plastikverpackungen in der Mikrowelle erwärmt, muss sich nicht wundern, wenn er keine Verhütungsmittel mehr braucht.
Olivier Bregy, am 23. Februar 2015 um 16:27 Uhr
In der Tat schafft der Körper die Weichmacher aus, die ständige Konfrontation ist das Problem:

http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2013/13/weichmacher_dehp_wird_hauptsaechlich_ueber_lebensmittel_aufgenommen-186791.html
Olivier Bregy, am 23. Februar 2015 um 18:13 Uhr
Zur Soja-Frage: Phyto-Östrogene verhalten sich weitgehend nicht wie tierisches Östrogen, d.h. man müsste wörtlich tonnenweise Tofu am Tag essen, damit z.B. einem Mann Brüste zu wachsen beginnen.

Tierische Östrogene hingegen wirken weitgehend gleich wie unseres, und vielleicht ist das der Grund für den Soja-Tipp. Denn wer z.B. mehr Sojamilch konsumiert, wird weniger Tiermilch trinken, die aus naheliegenden Gründen sehr hormonhaltig ist. Entgegen den Klischees könnte Soja also Teil der Lösung sein, während Tiermilch Teil des Problems ist.
Peter Zweigelt, am 24. Februar 2015 um 09:41 Uhr
Der Kuhmilch-Cocktail ist schliesslich auch für Kälber im Wachstum gemixt und nicht für erwachsene Menschen.
Olivier Bregy, am 24. Februar 2015 um 09:55 Uhr
Im artikel und den Meinungen wird ersichtlich, dass viele Kenntnise über verursachende Substanzen für das Phänomen der Frühpubbertät glasklar vorliegen. Menschen bestrafen oder verantwortlich machen für Dinge deren Opfer und nicht Verantwortungsträger für ursächlich krank machendes sie sind finde ich recht zynisch. Da wird etwas verdreht und bei mir kommt das einer Verhönung von Opfern gleich. Die brauchen nach meiner Auffassung eine achtsam und empatisch gestaltete Beratung und Unterstützung für notwendende Massnahmen, die ihr Leben und ihre Gesundheit verbessern. Erst nach ihrer Gesundung sind sie überhaupt in der Lage wieder Verantwortung für sich und ihren Körper zu übernehmen. So stellt sich für mich Gesellschaftspolitisch die Frage, wie Unternehmen und Gesundheitsämter in die Verantwortung genommen werden können, konsequent Massnahmen gegen die Verbreitung von schädlichen Stoffen zwingend ergreifen zu müssen. Isabella Lechleitner, ich arbeite für ein ganzheitliches Lebenskonzept
Isabella Lechleitner, am 24. Februar 2015 um 12:56 Uhr
Nur weil Übergewicht und hormonelle Störungen korrelieren, auf eine Kausalität zu schliessen, ist vielleicht verfehlt:

Die gemeinsame Ursache von Übergewicht UND Störungen im Hormonhaushalt, könnten hormonaktive Subsanzen wie Bisphenol-A sein.

Aufgrund der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, würde es zudem nicht verwundern, wenn sowohl Übergewicht wie auch hormonelle Störungen in sozialen Unterschichten vermehrt auftreten.
Olivier Bregy, am 24. Februar 2015 um 14:05 Uhr
Bis wir genau wissen, was alles ungesund ist, können wir uns an das halten, was mit grösster Wahrscheinlichkeit gesund ist. Es ist das, was uns Mutter Natur schenkt. Bewährt seit Jahrtausenden, möglichst naturnah, also un- oder wenig-verarbeitet. Kuhmilch ist für Kälber...
Ein gutes Zeichen ist das urbane Gärtnern - schön, das Bewusstsein wächst. Die Werbung geht in eine andere Richtung und erreicht Menschen, welche sich nicht genügend informieren wollen oder können.
Reis, bespielweise ist ein wunderbares Lebensmittel, das wir seit Jahrzehnten als Vollreis geniessen. Sehr schmackhaft und gesund. Doch die meisten Menschen essen den faden, entwerteten Reis, das nährt einseitig und schlecht, erzeugt Hunger, weil es die doppelte Menge zur «Sättigung» braucht.
Urs Lachenmeier, am 27. Februar 2015 um 10:23 Uhr
"Ein gutes Zeichen ist das urbane Gärtnern"

Mmh, Honig mit Blei, Gemüse mit Zink und Chrom... vergessen Sie das urbane Gärtnern!

http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/landwirtschaft/urban_farming/faktencheck.jsp
Olivier Bregy, am 27. Februar 2015 um 10:28 Uhr
Beitrag zur Schadstoffbelastung von Stadtgemüse - «Gift im Gartenkaraut»:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/gemuese-104.html
Olivier Bregy, am 27. Februar 2015 um 10:35 Uhr
Danke Bregy,
es gibt Möglichkeiten, und glücklicherweise sind nicht alle Gärten an stark befahrenen Strassen. Interessant ist auch, dass «Gemüse aus dem Supermarkt» insgesamt nicht besser dasteht, laut diesen Untersuchungen...
Dann gibt es noch ganz erstaunliches... http://www.agnikultur.de/
Urs Lachenmeier, am 27. Februar 2015 um 12:12 Uhr
Man wird voraussichtlich gar nicht drumrum kommen, die pränatale Injektion, um zumindest die nachfolgende Generation so wieder auf die 'Linie' zu bringen, in irgend einer Form, wäre ein zumindest humaner Lösungsansatz.

Tatsache aber bleibt, dass wir ein fundamentales Problem haben, die über Jahrtausende gelebte Art der genetischen Generations-Planung ist einem Erlebens-Narzismus gewichen, Fortpflanzung geschieht nach dem Zufalls-Prinzip, und das ehedem 'natürliche' Familie-Bild ist daran, vom Einpersonen-Haushalt mit Angang ersetzt zu werden.

Das Problem bleibt, dass Erziehung der Nachkommenschaft so nicht funktioniert. Sie kann gar nicht, in den allermeisten Fällen, ist/war ja Krieg der Grund dazu, dass Nachkommen 'ehedem Kriegender' als faktische Halbwaisen aufwachsen müssen, geschädigt und beeinflusst durch Geschehnisse, die sie selber dann auch noch zeitlebens mit sich schleppen müssen.

Heute abend war in den CH-TV Nachrichten APPLE ein Hauptthema. Wäre es nicht APPLE, hätte niemand darüber in den Nachrichten gesprochen. Weil aber jeder Redaktor gern auch Eines hat, ist man lieb, und bringt es in den Nachrichten. Als Dank dafür wird man dann eingeladen, ins Ressort, mit Business-Flug, und Gratis Muster. Später mal... Oder auch nur ein Muster, zumindest.

Wir sind durchdrungen von Eindrücken, die man uns ununterbrochen reinbläst. Dass unsere Kinder damit nicht fertigwerden können, wenn sie zuhause auch nicht mal ein Zuhause, mit Eltern, Beiden, vorfinden, ist mir klar.
Ernst Jacob, am 10. März 2015 um 03:26 Uhr
...Ein grosser Teil der iDgenössischen Beamten bekommt jedes Jahr iPhones, iPads und bald wahrscheinlich iWatches geschenkt. Da muss das Inhouse-TV unseren iErköpfen schon die neuen Features zeigen. Seit die Funktionen der Geräte besser bekannt sind, leiden deutlich weniger Beamte am Boreout-Syndrom.
Olivier Bregy, am 10. März 2015 um 08:12 Uhr

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