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Zürich bei Nacht: Der Stromverbrauch in der Schweiz ist weiter angestiegen © tmesis/Flickr/cc

Schweizer Stromkonsum auf Rekordstand

Hanspeter Guggenbühl /  Der Schweizer Stromverbrauch war im hydrologischen Jahr 2012/13 so hoch wie nie zuvor. Der Handel schrumpfte nur vermeintlich.

Wirtschaft und Bevölkerung in der Schweiz verbrauchten im hydrologischen Jahr 2012/13 (1. Oktober bis 30. September) 63,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom; dies brutto, also inklusive 4,5 Milliarden kWh Verteilverluste. Dieser Wert liegt um 0,7 Prozent über dem Wert des Vorjahres und um 0,2 Prozent über dem Rekordwert im hydrologischen Jahr 2010/11. Das zeigen die neusten Daten des Bundesamtes für Energie (BFE). Das hydrologische Jahr ist deshalb relevant, weil viele Stromfirmen ihr Geschäftsjahr ebenfalls per Ende September abschliessen.
Im Kalenderjahr 2013 hingegen dürfte der Stromverbrauch knapp unter jenem im Rekord-Jahr 2010 bleiben. Grund: Die Wintermonate Oktober bis Dezember waren 2013 deutlich wärmer als damals. Die Daten über das letzte Quartal und mithin über das ganze Kalenderjahr 2013 veröffentlicht das BFE erst im nächsten Frühling.
Zum höchsten Verbrauch kommt die zweithöchste Produktion: Im hydrologischen Jahr 2012/13 erzeugten die inländischen Kraftwerke netto, also nach Abzug des Stromverbrauchs der Speicherpumpen, 65,3 Milliarden kWh Elektrizität. Einzig in der von Hochwasser geprägten Vergleichsperiode 2000/01 war die Stromproduktion im Inland höher. Unter dem Strich resultierte im Jahr 2012/13 somit ein Exportüberschuss von 2,4 Milliarden kWh.

Vermeintlicher Wandel beim Aussenhandel

Was in der neusten Statistik besonders auffällt, ist der vermeintliche Einbruch des Aussenhandels. Demnach hätten Schweizer Stromfirmen im hydrologischen Jahr 2012/13 über 40 Prozent weniger Strom importiert und exportiert wie in der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Dieser Wandel steht im Kontrast zur Zunahme der Handelstätigkeit, die der Stromkonzern Axpo im parallel laufenden Geschäftsjahr 2012/13 auswies.
Des Rätsels Lösung: Der massive Rückgang ist auf einen Wechsel der statistischen Methode zurückzuführen. Denn seit Januar 2013 erfasst das Bundesamt für Energie den Aussenhandel mit Strom nicht mehr brutto wie früher, sondern netto. Die neuen Zahlen liegen nun näher beim tatsächlichen grenzüberschreitenden Stromfluss; dieser physikalische Stromfluss ist nur etwa halb so gross wie die kommerziell gehandelten Import- und Exportmengen, welche die Statistik bis Ende 2012 auswies.


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