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Griechisches Parlament: Finanzen in Schieflage © Sindre Wimberger/Flickr

«Staaten übernehmen immer mehr private Schulden»

/  Die Europäische Zentralbank kauft weiter faule Papiere. «Das Domino ist erst zu Ende, wenn der letzte Stein fällt», warnt die FAZ.

Das Wirtschaftsblatt «Frankfurter Allgemeine Zeitung» ärgert sich darüber, dass «Rettungsmilliarden» in einem Fass ohne Boden verschwinden und bei dieser Übung die privaten Banken und Versicherungen einen immer grösseren Teil ihrer Schulden der öffentlichen Hand abwälzen können: «Täglich wandern jetzt über die EZB und andere einseitige Tauschgeschäfte immer mehr schlechte Schulden von Privaten zur öffentlichen Hand.»
Griechenland war das erste Land der Euro-Zone, das die Zinsen seiner Schulden nicht mehr allein zahlen, geschweige denn, die Schulden zurückzahlen konnte. Griechenland sei klein und könne von der Gemeinschaft leicht gerettet werden, hiess es. Im April 2010 hatte die griechische Regierung Hilfe beantragt: «Der Albtraum begann; es kippte ein Dominostein nach dem anderen», schreibt die FAZ.
Wann stellt sich die EU der Wahrheit?
Griechenland könne auch seine Sparziele wiederum nicht einhalten. Die Ausgaben des Staates steigen kräftig, die Einnahmen sinken. Das griechische Parlament gebe jetzt zu, dass die Staatsschulden «ausser Kontrolle» sind. Die FAZ frägt: «Wann stellt sich die EU dem zweiten Teil der griechischen Wahrheit, der noch härter ist?»
Es sei gefährlich, den Tag der Wahrheit weiter hinauszuschieben. Doch die Staats- und Regierungschefs würden versuchen, mit verdoppeltem Einsatz und mittels Staatsfinanzierung durch den Euro-Krisenfonds die Märkte in die Knie zu zwingen.
Das Spiel der Banken
Man könne ohne Risiko wetten, dass dies nicht gelingen werde: «Während sich Parlamentarier in den Euroländern den Kopf zerbrechen, wie sie mit dem kleinen Finger noch auf ihr Haushaltsrecht pochen können, wandern täglich über die Europäische Zentralbank und andere einseitige Tauschgeschäfte immer mehr schlechte Schulden von Privaten zur öffentlichen Hand. Das Spiel der Banken heisst Domino; es ist erst zu Ende, wenn der letzte Stein fällt.»


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