Selinunte

Erschaffen aus Menschenhand – vor 2700 Jahren: Griechischer Tempel in Selinunte © cm

Die Welt ohne uns Menschen

Christian Müller /  Wie sähe eine Welt ohne Menschen aus? Wie sieht sie aus, wenn die Menschen tatsächlich verschwinden? Das Buch dazu gibt es schon.

Die Originalausgabe erschien in den USA schon 2007, die deutsche Übersetzung 2009. Der US-amerikanische Autor Alan Weisman hatte die brillante Idee, zu recherchieren, wie sich die Welt verändert, wenn die Menschen – Weisman nennt dazu keinen Grund – plötzlich verschwinden. Das Buch wurde in kürzester Zeit zum Bestseller.

In Manhattan in New York City geht es keine fünf Tage, bis die Kanalisation stillsteht und von Pflanzen und Tieren langsam zurückerobert wird. Aber selbst die Wolkenkratzer werden langsam aber sicher abgebaut, brechen ein, werden zu Schutthaufen. Allerdings braucht es dazu hundert Jahre und mehr. Trotzdem: Die griechischen Tempel waren noch deutlich besser für die Ewigkeit gebaut – siehe das Bild oben von Selinunte im Süden Siziliens.

Alan Weisman hat aber nicht nur New York untersucht, sondern auch Afrika und andere Regionen der Welt. Ein paar Kapitel-Themen: «Das afrikanische Paradox», «Was zerfällt», «Was bleibt», «Der Ölfleck», «Welt ohne Krieg», «Die Vogelwelt ohne uns». In der deutschen Taschenbuchausgabe 370 Seiten, die anschaulich zeigen, was wir Menschen alles – gewollt oder ungewollt – verändert haben und wie die Natur alles wieder rückgängig machen wird.

Ein undenkbares Szenario? Damals, als das Buch vor etwas mehr als zehn Jahren erschien, vielleicht schon. Heute aber brandaktuell. Es kann ja auch ein Virus auftauchen, das weniger rücksichtsvoll mit uns Menschen umgeht. Vom Homo sapiens über den Homo oeconomicus zum Homo extinctus.

Das Cartoon-Video zum gleichen Szenario dauert nur 3 Minuten und 36 Sekunden und muss unbedingt angeschaut werden. Einfach phantastisch! Zum Lachen und zum Heulen zugleich! Und so oder so zum Nachdenken!

Hier anklicken!

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Zur Bestellung des Buches hier. (ca. CHF 18.-)


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3 Meinungen

  • am 4.06.2020 um 12:03 Uhr
    Permalink

    Was Alain Weismann vor Jahren hellsichtig beschrieb ist nicht bisher eingetreten. Corona lässt uns erkennen, dass das Verschwinden des Homo Sapiens Realität werden könnte. Das beigefügte Cartoon-Video zeigt, welche Katastrophe der Mensch für den Planeten bedeutet. Ich bezweifle, dass er rechtzeitig erkennen wird, dass Gott sich mit seiner Krone der Schöpfung geirrt hat.

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  • am 4.06.2020 um 19:05 Uhr
    Permalink

    Zu diesem Thema empfehle ich die amüsante und kurzweilige Erzählung von Hermann Hesse » Die Stadt» (1910). Er schildert auf den Punkt genau Beginn und Prosperität sowie die zwangsläufige Dekadenz samt Ende.

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