Kommentar

Wohnungsknappheit: Politik und Medien blenden Lösungen aus

Felix Schläpfer ©

Felix Schläpfer /  Die von der Gesellschaft geschaffenen Wertgewinne des Bodens könnten stärker abgeschöpft werden. Dies würde das Problem lösen.

Red. – Felix Schläpfer ist Ökonom und unabhängiger Forscher. Bis Ende 2024 leitete er als Professor den Bereich Empirische Wirtschaftsforschung an der Fachhochschule Kalaidos in Zürich.

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Das Problem ist bekannt: Die Schweiz hat zu wenige und zu teure Wohnungen. Eine Hauptursache sind die steigenden Bodenpreise. Sie sind im Kanton Zürich in den letzten zwanzig Jahren rund zehnmal stärker angestiegen als die Löhne – gemäss Zahlen des Statistischen Amts des Kantons Zürich und des Bundesamts für Statistik. 

Regelungen bestimmen Preise

Dass die Bodenpreise so stark steigen, ist die Folge von ganz besonderen Regelungen: 

  1. Verknappung des Baulands durch die Raumplanung.
  2. Förderung der Nachfrage durch öffentliche Infrastruktur, Personenfreizügigkeit, Abwertung des Frankens, Pauschalbesteuerung, geringe Steuerlast, Bodenerwerb durch Ausländer etc.
  3. Grosszügiges Verschenken der resultierenden Wertsteigerungen des Bodens an private Grundeigentümer.
  4. Fehlendes Verursacherprinzip bei den Kosten des Siedlungswachstums.

Die Regelungen erzeugen Bodenrenten – Einkommen der Grundbesitzer allein aus dem Halten von Boden. In der Grössenordnung geht es um 100 Milliarden Franken jährlich. Hohe Bodenrenten bedeuten hohe Bodenpreise. Denn Bodenpreise sind nichts anderes als kapitalisierte Bodenrenten, also erwartete zukünftige Einkommen aus Boden. 

Die aktuellen Regelungen lassen die Bodenpreise steigen. Dieser Anstieg liesse sich bremsen, indem die Regelungen angepasst würden. Naheliegend sind Abgaben auf den Wertgewinn des Bodens, der von der ganzen Gesellschaft geschaffen wird, aber weitgehend den Grundeigentümern überlassen wird. Eine einfache Möglichkeit wäre die stärkere Abschöpfung von Grundstückgewinnen und Planungsmehrwerten, denn die Instrumente dafür sind bereits vorhanden. Grundstückgewinne und Planungsmehrwerte werden zwar schon abgeschöpft, es bräuchte aber höhere Abgabesätze und allenfalls Massnahmen, damit diese Abgaben nicht umgangen werden können.

Naheliegende Lösung wird nicht genannt

Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat 2024 einen Aktionsplan Wohnungsknappheit erarbeitet. Er umfasst 35 «empfohlene», 3 «mögliche» und 4 «nicht weiterverfolgte» Massnahmen. Eine stärkere Abschöpfung von Wertgewinnen (oder andere Abgaben auf Boden) wird nicht einmal erwähnt – auch nicht unter den nicht weiterverfolgten Massnahmen. 

Der Bericht des Bundesrats «Mietpreisentwicklung und Wohnungsmangel in der Schweiz» vom März 2025 umfasst zwar Kapitel mit den Überschriften «Grundprinzipien» und «Analyse des Wohnungsmarkts», geht aber nicht auf die zentralen Treiber Bodenpreise, Bodenrenten, Grundstücksgewinne und Planungsmehrwerte ein.

Der Kanton Zürich hat, ebenfalls 2024, eine Studie in Auftrag gegeben, welche die «politisch relevantesten Massnahmen» untersucht. Eine Begleitgruppe bestimmte 16 zu untersuchende Massnahmen. Eine stärkere Abschöpfung von Wertgewinnen (oder andere Abgaben auf Boden) ist nicht darunter. Zentrale Begriffe wie «Grundstücksgewinne», «Planungsmehrwerte», «Bodenrente», «Wertsteigerungen» kommen im Bericht (wie auch im Aktionsplan des Bundes) nicht einmal vor.

So wurden aus volkswirtschaftlicher Sicht naheliegende Lösungen einfach ausgeblendet. Die grossen Medien stellten keine Fragen. Warum sollten sie auch? Alle grossen privaten Medienhäuser sind an Unternehmen der Immobilienbranche beteiligt: Die TX-Gruppe an Homegate und Moneypark, CH Media und die NZZ-Gruppe an Newhome, Ringier an Immoscout und Homegate. 

Von Spezialisten an Hochschulen war ebenfalls kaum etwas zu hören. Viele davon werden von Akteuren der Immobilienbranche gesponsert. Das Institut für Volkswirtschaftslehre und das Center for Urban and Real Estate Management (CUREM) der Universität Zürich beispielsweise von der UBS. Institute an der Universität St. Gallen von SENN, psp Swiss Property, Wüest Partner, FPRE, und weiteren. Institute im Bereich Finanzwirtschaft, Banking & Finance an verschiedenen Universitäten werden vom Swiss Finance Institute (SIF) gesponsert – einer öffentlich-privaten Partnerschaft der Schweizer Finanzindustrie mit Universitäten und der Eidgenossenschaft.

Ein Vertreter des CUREM gab Ende 2025 ein Interview in einem Magazin der Universität Zürich, in dem er «die Wechselbeziehungen und Missverständnisse des Wohnungsmarkts erklärt».  Auf die Frage, was von einer regulatorischen Perspektive aus gegen die hohen Preise («Bezahlbarkeitskrise») getan werden könne, antwortet er: «Es ist komplex und es gibt keine einfachen Lösungen.» In den weiteren Ausführungen werden Abgaben auf Boden – in welcher Form auch immer – nicht einmal erwähnt. 

Mechanismen auf dem Boden- und Wohnungsmarkt

Wie würde eine stärkere Abschöpfung von Wertgewinnen des Bodens wirken – beispielsweise ab einem Stichtag, etwa dem 1. Januar 2027? 

Die Bodenpreise würden je nach Höhe der Abgaben nicht mehr so rasch steigen, gar nicht mehr steigen oder sinken. Angenommen, die Abgabe wird so angesetzt und angepasst, dass die (teuerungsbereinigten) Bodenpreise etwa konstant bleiben: Was passiert dann auf dem Boden- und Wohnungsmarkt?

Die Wertsteigerungserträge und -renditen würden wegfallen, denn sie beruhen auf der Wertsteigerung des Bodens. Den Vermietern von Immobilien blieben aber die Renditen aus der Vermietung (sogenannte Cashflow-Rendite). 

Wenn die Wertsteigerungsrenditen wegfallen, sind die Gesamtrenditen geringer. Immobilien würden folglich als Investitionsobjekte weniger attraktiv. Auf Wertsteigerungen zu spekulieren würde zum Verlustgeschäft. Spekulative Investoren, die neben der Cashflowrendite auch eine Wertsteigerung erwarten, fielen als Nachfrager weg. Für alle anderen Investoren und für die Eigennutzung bliebe das Bauen attraktiv, und es wäre im Vergleich zur heutigen Entwicklung weniger teuer, weil die Bodenpreise nicht weiter steigen.

Bauland würde als Geldanlage weit weniger attraktiv. Auch Immobilien mit viel Umschwung wären als Anlage weniger interessant, denn das im Boden gebundene Kapital würde keine Wertsteigerungsrendite mehr abwerfen. Eigentümer von Renditeliegenschaften müssten «nur» mit Wohnungen statt mit Wohnungen und Boden Geld verdienen. 

Das würde die Investitionsanreize weg vom Boden und hin zum Bau von Wohnungen verschieben. Folglich würde mehr gebaut. Dicht gebaute Immobilien mit geringem Landanteil würden attraktiver. Das würde Anreize zum Verdichten setzen. 

Was passiert mit den Mietpreisen? Wenn die Bodenpreise nicht mehr steigen, dann steigen auch die mietrechtlich zulässigen Neumieten nicht weiter an. Und weil die Neumieten nicht mehr steigen, steigen auch die Bestandsmieten nicht weiter an.

Über Abgaben auf Wertsteigerungen lassen sich die Bodenpreise, die ohnehin von Regulierungen abhängen, flexibel steuern. Eine Möglichkeit wäre ein offiziell deklariertes Zielband für die Entwicklung der Preise, vergleichbar mit dem Vorgehen der Notenbanken zugunsten der (übrigen) Preisstabilität. 

Die Abgaben könnten auch so angesetzt werden, dass die Bodenpreise wieder tiefer zu liegen kommen als heute. Spricht man Fachleute auf diese Möglichkeit an, so hört man manchmal, dass nur die Bodenpreise sinken und die Mieten konstant bleiben würden, weil die Abgaben überwälzt würden. Dies ist aber nur in speziellen Fällen möglich. Bei Abgaben auf Wertgewinnen ist eine Überwälzung bei Neumieten nicht möglich. Denn ausbleibende Wertgewinne können nicht als Kapitalkosten an die Mieter verrechnet werden. Längerfristig sinken dann auch die Bestandsmieten. Einerseits wegen der sinkenden Neumieten und anderseits, weil mehr Wohnungen gebaut werden. Die behauptete Überwälzung ist also nur ein Vorwand.

Eine Art Schweigekartell

Diese grundlegenden Zusammenhänge erhalten heute praktisch keine Aufmerksamkeit. Es wird nicht offen über die Nachteile steigender Bodenpreise und wirksame Gegenmassnahmen geredet. Man blendet diesen grundlegenden und naheliegenden Ansatz einfach aus und befasst sich lieber mit wenig wirksamen Massnahmen, die Märkte verzerren und substanzielle Risiken für die Finanzstabilität weiter erhöhen. Auch die Finanzmarktaufsicht (Finma) meldet sich nicht zu Wort. Hauptsache, die Wertsteigerungen gehen weiter. Bundesrat Guy Parmelin schreibt im Vorwort des Aktionsplans Wohnungsknappheit: «Dafür zu sorgen, dass genügend angemessener Wohnraum zu zahlbaren Bedingungen und am richtigen Ort vorhanden ist, ist eine komplexe Aufgabe.» – Um reinen Wein einzuschenken, hätte er anfügen müssen: «…, wenn die Regelungen den Grundeigentümern auch weiterhin jährlich hundert Milliarden Franken an Wertgewinnen bescheren sollen».

Es ist eine Art Schweigekartell ohne Absprache. Alle machen mit, von der Immobilienbranche bis zum Bundesrat. Bemerkenswert ist dabei, dass sogar linke Kreise in dieser Falle gefangen sind. Vielen Mieterinnen und Mietern dürfte nicht einmal bewusst sein, dass der Anstieg der Mieten über Abgaben auf Bodenwertgewinne ganz einfach gebremst werden könnte. Ein Hauptgrund dafür ist wohl wiederum bei den Medien zu finden, deren Herausgeber in diesen Fragen wie erwähnt nicht unabhängig sind. So lassen die Journalisten die immer gleichen ausgewählten Stimmen zu Wort kommen – und kaum je unabhängige Stimmen, die aus volkswirtschaftlicher Sicht die grundlegenden Zusammenhänge und Lösungsmöglichkeiten erklären oder kommentieren. Zudem profitieren heute auch viele linke Wählerinnen und Wähler von den Wertsteigerungen des Bodens. Diese Tatsache dürfte klare Analysen und hörbare Wortmeldungen von linken Vordenkerinnen behindern, und daran wird sich wohl so rasch nichts ändern.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zersiedelung der Schweiz

Folgen des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums. Eine Alternative wäre verdichtetes Bauen in der Nähe von Arbeitsplätzen.

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12 Meinungen

  • am 18.01.2026 um 12:49 Uhr
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    Dieser Beitrag startet sachlich und endet einseitig, weil
    1 Verknappung des Baulands durch die Raumplanung. richtig, aber weitgehend erwünscht
    3 Grosszügiges Verschenken der resultierenden Wertsteigerungen des Bodens an private Grundeigentümer: wird beleuchtet und stimmt in Bereichen mit Spekulation, die nicht überall gleich stark zutrifft. Da Vorschriften Bauprojekte vielerorts auch stark behindern habe ich Zweifel, ob der Bauboom wirklich startet, wenn die Spekulation verhindert wird. In D scheint eher das Gegenteil der Fall.
    4 Fehlendes Verursacherprinzip bei den Kosten des Siedlungswachstums: ???Lösung dazu fehlt???
    2 Förderung der Nachfrage durch öffentliche Infrastruktur, Personenfreizügigkeit, Abwertung des Frankens, Pauschalbesteuerung, geringe Steuerlast, Bodenerwerb durch Ausländer etc.???Lösung dazu fehlt???
    Punkt 4 wäre mein erster Lösungsansatz: Wachstum fördert Preissteigerungen. Reduktion senkt Preise.

  • am 18.01.2026 um 13:18 Uhr
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    Planwirtschaft! Funktioniert nicht, dass weiss man doch. Wie wäre es mit der Regulierung der Nachfrage? Die Zuwanderung und die tiefen Zinsen haben nämlich in der Vergangenheit zu steigenden Immobilien- und Bodenpreisen geführt. Auf die Zuwanderung, also auf die Nachfrage, kann man Einfluss nehmen, oder?

  • am 18.01.2026 um 15:35 Uhr
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    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag.

    Der Verein Gemeingut Boden (gemeingutboden.ch) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein in der Bevölkerung und der Politik zum (negativen) Einfluss der Bodenpreise zu erhöhen und Lösungsvorschläge auszuarbeiten.

    Ich lade die Lesenden ein, an die Anlässe des Vereins zu kommen und selber aktiv zu werden. Es handelt sich um eines der grössten volkswirtschaftlichen Probleme der Schweiz mit massiven sozialen Auswirkungen.

  • am 18.01.2026 um 16:13 Uhr
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    Es gibt auch Leute bei denen die selbst bewohnte Wohnung (Haus) ein Teil der Rente ist. Sei es durch das günstige Wohnen oder als Rücklage für das Alter. Würde man diese Wertsteigerung abschöpfen, würden neue Probleme geschaffen. Stichworte: Altersarmut, Belastung der AHV durch Ergänzungsleistungen, noch mehr Probleme mit den Kosten für Krankenkasse etc.

  • am 18.01.2026 um 17:07 Uhr
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    Die Argumentation von Felix Schläpfer ist eigenartig. «Dass die Bodenpreise so stark steigen, ist die Folge von ganz besonderen Regelungen». Die wirtschaftlich einfachste Erklärung fehlt: Die Menge des Bodens in der Schweiz ist konstant, die Menge der Menschen, welche Boden durch ihr Dasein beanspruchen, steigt stark. Deshalb steigt der Preis des Bodens.
    Man könnte die Menge des für Wohnraum und Industrie verfügbaren Bodens erhöhen durch Umzonungen zu Lasten der Landwirtschaft oder anderer Bereiche. Das ist auch in gewissem Mass passiert. Aber das wollen wir bestimmt nicht. Alternativ könnte man die Menge der Menschen begrenzen, beispielsweise durch die Beschränkung der Zuwanderung. Ob wir das wollen, wird in Bälde im Rahmen der Volksabstimmung zur «Nachhaltigkeits-Initiative» an der Urne entschieden.

  • am 18.01.2026 um 17:44 Uhr
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    Zu stark erinnert der real existierende Kommunismus, an ein repressives System voll Zwang und Überwachung um endlich das rare Gut: «den Boden» zu verstaatlichen. Verblüffend ähnelt dieses Verhalten an das Geifern des pawlowschen Hundes vor seiner Fütterung. Ökonomen, die kaum im Verdacht mit linken Ideen zu stehen, sehen auch bei der Bodenspekulation ein klassisches Marktversagen. Ein Heer von neoliberalen Wirtschaftsfachleuten sucht erfolglos nach marktwirtschaftlichen Lösungen. Dieses Suchen sieht der Einstein’schen Definition von Wahnsinn erschreckend ähnlich: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten. Diesem Reflex scheint auch Herr Prof. Schläpfer zu erliegen, wenn er behauptet, dass dem explodierenden Betongold mit höheren Abgaben auf Wertgewinnen des Bodens beikommen zu können, anstatt den Boden zu kollektivieren und im Baurecht abzugeben.

  • am 18.01.2026 um 19:30 Uhr
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    Falsch! Macht doch die Augen auf! Wenn einige von 9 Millionen Einwohnern Boden kaufen wollen, wird das Problem wie überall, über den Preis „gelöst“. Je grösser die nachfragende Meute, umso höher der Preis. Wenn dann die Nationalbank und die Banken Geld zum Nulltarif (tiefe Zinsen) zur Verfügung stellen, steigt der Preis noch einmal. Es muss ja irgendwie eine Art Triage erfolgen. Nur noch wenige können Platz beanspruchen wie Roger Federer. Und auch die bescheidenen Liegenschaften werden rar bleiben. Aber, vorbeugend wird schon heute von 300’000 fehlenden Personen im Arbeitsmarkt vom Jahr 2050 geschwafelt, im Tonfall, als wäre fehlende Arbeitskräfte das gleiche die fehlende Arbeit.

    Shet eifach zwenig Lüüt i de Schwyz.

  • am 19.01.2026 um 08:37 Uhr
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    Ihr kauft und verkauft das Land, wie Hosenstoff nach Ellen.
    ein Fetzen da und dort ein Band, als wären’s Bagatellen.
    Ihr handelt wie mit Speck und Kohl und Fischen und Kommoden
    und dabei geht’s um ein Monopol und geht’s um unsern Boden.
    Ihr schneidet gross und kleine Stück’ mit wuchtiger Gebärde
    und dabei geht’s um Menschenglück und geht’s um Gottes Erde.

    Hans Bernoulli (1876-1959)

    • am 21.01.2026 um 05:33 Uhr
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      1.) Schweiz hat europaweit den höchsten Mieter-Anteil (etwa 58 Prozent).
      2.) Schweiz hat europaweit die einzige Direktdemokratie.
      3.) RECHNE! Warum also hat das reichste Land dann Wohnungsnot?
      Die Volksmehrheit könnte locker viel mehr und bezahlbare und gesunde (!) Wohnungen durchsetzen. Der Mieterverband schreibt seit vielen Jahren, dass jedes Jahr etwa 10 Milliarden Franken ZU VIEL die Vermieter kassieren. Die Volkszitrone wird ausgepresst weit über Gebühr. Aber ich sehe keinen wirksamen Widerstand. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Französische Revolution in der Schweiz? PS: Eine Volksinitiative und alle Mieter an die Urne, würde reichen.

  • am 19.01.2026 um 10:34 Uhr
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    Ich bin in Deutschland mitverantwortlich für den Aufruf «Grundsteuer: Zeitgemäß!» und stimme Herrn Schläpfer zu. Bloss empfehle ich eine jährlich wiederkehrende und flächendeckende Bodenwertsteuer (international: Land Value Tax), anstelle von nicht nur vorteilhaften Grundstückgewinnsteuern und Mehrwertabgaben. Mit der Etablierung einer (noch zu tiefen) Bodenwertsteuer waren wir bisher nur in Baden-Württemberg erfolgreich, aber immerhin. Man begibt sich damit in direkte Konkurrenz zum Geschäftsmodell der renditegetriebenen Immobilien- und Wohnungswirtschaft inkl. Pensionskassen etc., wie auch zur Volkspredigt vom Eigenheim als mutmasslich bester Form der Altersvorsorge. Die Vorbehalte in den Medien und allen politischen Lagern sind enorm, «eine Art Schweigekartell ohne Absprache» ist zumindest plausibel. Die schöne Aussicht: Parallel zur Einführung einer genügend hohen Bodenwertsteuer werden andere Steuern und Abgaben obsolet, die Bodenrenten können einen Staat vollständig finanzieren.

  • Felix Schläpfer
    am 20.01.2026 um 10:29 Uhr
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    Verschiedene Kommentare weisen auf andere Lösungen hin: weniger Zuwanderung, mehr öffentliches Grundeigentum. Die Ansätze können sich gegenseitig ergänzen.

  • am 21.01.2026 um 05:25 Uhr
    Permalink

    Mein Vorschlag: Jedem Schweizer seine Anzahl Quadratmeter Erstwohnen – als seinen Anteil an seiner Heimat! – garantieren auf Lebenszeit (nicht vererbbar) statt bodenlose Heimatlose. Auch damit er nicht vor Leerkündigungen und überflüssigen ständigen «Sanierungen» zittern muss.
    m2 pro Kopf – statt pro Geld: allerlei Sawiris horten schweizweit Quadratmeter für Luxusreiche (Zweit-, Dritt-, Wohnungen und Häuser). Ausverkauf Heimat. Spielcasino.
    Früher sah ich eine Doku über Sozialen Wohnungsbau in Österreich, gute Wohnungen und viel preisgünstiger. Übrigens kritisierte mal jemand, sogar in der Gewerbezeitung, dass der Staat via Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe Immo-Millionäre subventioniert via teure Mieten.
    Einzig richtig finde ich den direkten Sozialen Wohnungsbau des Staates – also ohne Umweg über sehr teure private «Zwischenhändler».

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