Sperberauge

Bernie Sanders: «Mit diesen Anliegen unterstütze ich Biden»

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Red. /  Seine grössten Anliegen sind eine Gesundheitsversorgung für alle und ein sozialeres Amerika.

Red. Bernie Sanders hatte Hillary Clinton allzu lange bekämpft und am Schluss nur lau unterstützt. Dieses Mal unterlag er ebenfalls als Präsidentschaftskandidat. Doch jetzt unterstützt er Joe Biden. In der «New York Times» nahm er Stellung dazu.

«Die USA sind das reichste Land der Weltgeschichte. Trotzdem hangeln sich hier viele Menschen von einer Lohnauszahlung zur andern durch. 40 Millionen von 328 Millionen Einwohnern leben unter der Armutsgrenze, 87 Millionen sind ungenügend oder gar nicht krankenversichert, eine halbe Million Menschen sind obdachlos.»

Recht auf gesundheitliche Versorgung
«In der jetzigen Doppelkrise – der Pandemie und der Rezession – müssen wir dringend überprüfen, warum die Fundamente der amerikanischen Gesellschaft versagen. Mittlerweile sollten alle begriffen haben, dass unser Gesundheitssystem grausam ist: Millionen verlieren wegen der Pandemie ihre Arbeit und damit auch ihre Krankenversicherung: Denn diese ist von der Grosszügigkeit der Arbeitgeber abhängig und kein einforderbares Recht. Deshalb brauchen wir eine neue Gesetzgebung, die allen eine Gesundheitsversorgung garantiert – egal welchen Alters, mit Arbeit oder ohne Arbeit.

Arme sterben zuerst

«Wir haben kein Gesundheitssystem, sondern ein Labyrinth von medizinischen Institutionen und Pharmakonzernen. Alle richten sich nach dem Profit aus. Absurderweise entlassen Spitäler mitten in der Krise tausende Pflegende, um nicht bankrottzugehen.»
«Das Covid-Virus trifft zwar alle sozialen Schichten: Auch Prinz Charles und Boris Johnson infizierten sich. Aber die Ärmeren sterben viel häufiger daran, besonders solche afroamerikanischen oder hispanischen Ursprungs. Denn sie sind wegen ihrer schlechteren Lebensbedingungen weniger resistent, oft bereits gefährdet durch Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herzbeschwerden, Asthma oder Drogenkonsum. Und sie können sich nicht zu Hause komfortabel isolieren, sondern müssen arbeiten, um nicht zu verhungern.»

Hoffnung auf einen Wertewandel

«Eine Hoffnung gibt es in der gegenwärtigen schlimmen Zeit: Dass Amerika seine Werte neu überdenkt. Es geht nicht nur darum, eine neue Präsidentschaft von Donald Trump zu verhindern. Wir brauchen einen grundsätzlichen gesellschaftlichen Wandel, weg von der Gier eines schrankenlosen Kapitalismus. Wir brauchen faire Löhne, eine qualifizierte Ausbildung und eine garantierte Gesundheitsversorgung für alle. Wir müssen massiv investieren in erschwingliche gesunde Wohnungen und eine saubere Umwelt.»
«In diesen Zielsetzungen werde ich Joe Biden tatkräftig unterstützen. ‹Es scheint immer unmöglich, bis es gelungen ist›, sagte Nelson Mandela. Packen wir’s an!»
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Übersetzungen aus dem Englischen von Marie-Louise Zimmermann.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Bernie Sanders ist demokratischer US-Senator von Vermont.

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Eine Meinung zu

  • am 19.08.2020 um 00:24 Uhr
    Permalink

    Der Anblick der US-amerikanischen Flagge gleicht wohl alle Miss-Stände aus. Wem ist eigentlich schon mal aufgefallen, dass die Flaggenmeere im Hintergrund viel stärker wachsen, als die US-Wirtschaft ?
    Im Übrigen wird die Biden-Blase nur marginal besser für die meisten US-Amerikaner sein, als die Trump-Blase.
    Die Selbst-Entmachtung der noch vorherrschenden First-Weltmacht in Militär und Finanz-Kapital ist vorerst gar nicht so verkehrt für den Rest der Menschheit. MAPA, Make America Petty Again.

    0

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