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Adolf Ogi im Juni 2005 mit der NZZ im Gasterntal. © R.

Adolf Ogi 70: Ein Mann der Worte – und der Werke

Robert Ruoff /  Eine Erinnerung an die Begegnung mit einem politischen Bergführer

«I am a mountaineer.» So hat Adolf Ogi die Medienkonferenz am Ende des UNO-Jahres des Sports für Entwicklung und Frieden (2005) vor dem internationalen Medienkorps am Hauptsitz der Vereinten Nationen eröffnet. Und so hat er mit dem ersten Satz die Aufmerksamkeit des abgebrühten UNO-Pressekorps gewonnen.

Adolf Ogi brauchte keinen «Medienberater». Ich wusste das. Und trotzdem habe ich keinen Augenblick gezögert, als man mir Ende 2004 die Gelegenheit bot, den ehemaligen Bundesrat auf seiner Mission durch die Welt von Sport und Politik zu begleiten. Im Wissen um die Unterschiede: Er ein Mann der respektablen Berner SVP, ich ein «alter 68er», irgendwo im freiheitlichen links-grünen Feld angesiedelt (nein, nicht grünliberal). Er ein Politiker, ich ein Journalist – zwei Welten auf kritischer Distanz, wenn jeder seine Rolle ernsthaft spielt.

Die drei Jahre mit einem Mann, den ich schon als Medienminister als echt und ursprünglich wahrgenommen hatte, wurden anforderungsreich, spannend und ungeheuer bereichernd.

Der Kommunikator

Adolf Ogi ist ein grosser Kommunikator. Das Buch, das zu seinem 70. Geburtstag erschienen ist, ist der jüngste Beleg. Es zeigt die nachhaltige Verbindung des Kanderstegers zur Welt von Medien und Politik. Bei der Vernissage sprachen Ringier-CEO Marc Walder und Peter Maurer, der ehemalige Botschafter der Schweiz bei der UNO und nunmehr Präsident des IKRK. Moderiert hat die Veranstaltung die SF-Moderatorin Christine Maier; das Schweizer Fernsehen steuerte für das Multimedia-Produkt Fernsehfilme und weiteres Dokumentarmaterial bei.

Der Titel ist ein echter Ogi. «So wa(hr es». Der Inhalt steckt voller Anekdoten. Er zeigt einen Mann, der ein Leben lang auf dem Weg zum Gipfel war: auf die Viertausender sowieso, und in Wirtschaft, Sport und Politik zuerst auf die nationalen Höhen und dann als Sonderberater von UNO-Generalsekretär Kofi Annan an die Spitze der Vereinten Nationen. Es ist eine beeindruckende Biographie, illustriert mit einer Fülle von Fotos: mit Kofi Annan, François Mitterrand, Tony Blair, Ellen Johnson Sirleaf…Ruth Dreifuss, Otto Stich, Moritz Leuenberger…Bernhard Russi, Erika Hess, Roger Federer…und im Kreis seiner Familie, mit Vater, Mutter, Frau, Tochter und dem unvergessenen verstorbenen Sohn Mathias, dem das Buch gewidmet ist.

Die «Seilschaft»: Disziplin, Leistung, Zusammenhalt – und Freude

Auf den Gipfel hat Adolf der kompromisslose Einsatz gebracht, bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Manchmal ungeduldig aufbrausend: seine Mitarbeiter wissen das und das Geburtstagsbuch verschweigt es nicht. Russi bestätigte einmal Ogis im Buch zitierten eigenen Satz: «Heute würde man mich wahrscheinlich wegen Verletzung der Menschenrechte anprangern». Auch die Mitarbeiter auf Ogis letzter grossen öffentlichen Etappe, dem UNO-Mandat, haben diesen pausenlosen Einsatzwillen erlebt.

Aber es war auch umgekehrt ein offenes, vielleicht sogar emotionales Wort erlaubt. Mit einem Ergebnis, das sich an der Sache und nicht an der Hierarchie orientierte. Und einem abschliessenden Shakehand, das den definitiven Abschluss des Disputs und den gegenseitigen Respekt bekräftigte. Und die Loyalität in beiden Richtungen. So kritisch Ogi seinen Mitarbeitern gegenüber sein konnte, so unbedingt nahm er sie in Schutz gegen Angriffe von aussen. Dies – und sein nicht selten selbstironischer Humor – haben ihm die dauerhafte Zuneigung seiner Leute eingebracht, über die Dauer der Arbeitsbeziehung hinaus.

Für den Bergler hat das Wort «Seilschaft» noch die ursprüngliche Bedeutung: Absicherung durch Zusammenhalt, die auf Disziplin und Leistung auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel beruht. Es meint die Haltung des Bergführers, die Ogi schon als Kind auf den Berggängen mit seinem Vater verinnerlicht hat. Und die selbstverständlich auch mit einem Gefühl grosser Befriedigung verbunden ist – Freude herrscht.

Der unbedingte, fast grenzenlose Leistungswille gilt deshalb – man möchte sagen: selbstverständlich – auch für Adolf Ogi selber.

Das Treffen mit Lula

Zum Beispiel auf der ersten Reise, die ich mit ihm antreten konnte: von Zürich nach Brasilia, Bogota, Medellin und wieder zurück nach Zürich, im kleinen Team: Ogi plus ein persönlicher Mitarbeiter plus ein Medienmensch. 16 Stunden Reisezeit waren gleichbedeutend mit mindestens 8 Stunden intensiver Arbeit – Programm- und Projektinformationen, Gesprächs- und Redenotizen und so weiter – vielleicht zwei Stunden Essen und Erholung, ein paar Stunden Schlaf, plus Umsteigen und Warten. Im Hotel kurz einchecken, danach Gespräch mit dem Sportminister und Begrüssungsempfang.

Am früheren anderen Morgen: Treffen mit Ignacio Lula da Silva, Brasiliens Arbeiter-Präsidenten. Die Stimmung am runden Tisch im Präsidentenbüro war zuerst kühl und skeptisch: Lula war offenkundig nicht der Politiker, der von einem UNO-Abgesandten viel Gutes erwartete. Sprich: Ogi brauchte etwa zehn Minuten, bis Lula begriff, dass er einem Mann gegenüber sass, der keine bürokratische Mission erfüllte sondern den ein echtes, ganz persönliches Engagement antrieb. Und damit hatten sich zwei gefunden, die aus ähnlichem Antrieb handelten. Es funkte.

Brasiliens Sportminister erhielt den Auftrag, Sport auch an den Universitäten zu etablieren. Und Lula selber versprach, mehr Sport zu treiben und sein Gewicht zu reduzieren. Der Erfolg ist bekannt – aber die brasilianischen Medien verbreiteten die Meldung mit viel Genuss (s. Fotostrecke). Danach Projektbesuche: «Pintando a Liberdade»: ein fussballerisches Resozialisierungsprogramm für Strafgefangene, und «segunde tempo» (zweite Halbzeit): ein äusserst erfolgreiches Angebot von Sport und Bildung für Kinder aus den Favelas (s. Fotostrecke).

Grenzenloser Leistungswille

Danach ein paar Stunden Schlaf und kurz nach Mitternacht Aufbruch zur nächsten Etappe: von Brasilia über Sao Paulo nach Kolumbiens Hauptstadt Bogota, mit dem üblichen Arbeitsprogramm während des Fluges, das vor allem Ogis persönlicher Mitarbeiter David Winiger absolvierte, während ich in der gleichen Economy-Reihe sass wie ein paar junge brasilianische Fussballer, die für die grossen europäischen Klubs nicht genug waren und deshalb nach Bogota flogen, um bei kolumbianischen Mannschaften ihr Geld zu verdienen. Ein kleiner, aufschlussreicher Einblick in die lateinamerikanische Fussballszene.

Aber unser Ziel war ein internationales Turnier des Strassenfussballs, mit dem fünf Jahre später Sepp Blatter seine FIFA-Weltmeisterschaft zu schmücken begann. Damals steckte die «streetfootballworld» noch in den Anfängen.

Von Bogota nach Medellín

Zuerst aber: Zwischenhalt in Bogota: Versammlung der UNO-Bürokraten, sprich: der Leiter der UNO-Organisationen und Unterorganisationen mit Domizil in Kolumbien, Aufreissen des «Gärtchendenkens», Injektion der Idee vor Sport als Mittel der Bildung: gesunder Geist in gesundem Körper, der Konfliktbewältigung: Sieger und Verlierer in der gleichen Mannschaft, der Emanzipation und Gleichberechtigung: Frauen und Sport. Danach Verpflegung und Empfang in der Botschaft, mit einem Schweizer Botschafter, dem Entwicklung und Frieden ein offenkundiges Anliegen war, und danach ohne Ruhepause weiter nach Medellin, zuerst im Flugzeug, dann eskortiert von Bewaffneten auf Motorrädern im Geländewagen die Serpentinen hinunter in die Stadt des Drogenkartells und der Paramilitärs.

Nach nahezu 24 Stunden vollem Einsatz, mit 7 Stunden Flug, zwei weiteren Stunden Zeitdifferenz seit Brasilia, insgesamt etwa 2000 Höhenmetern, davon knapp 1000 über einen Andenpass, verabschiedete sich Adolf Ogi rasch – ihm war speiübel -, nicht ohne uns vorher für den Morgen ein striktes Joggingverbot zu erteilen. Sergio Fajardo Valderrame, der als Bürgermeister die Mordrate um 80 Prozent senken und Medellin wieder zur aufblühenden Stadt machen sollte, war gerade erst zwei Jahre im Amt.
David und ich setzten uns noch zusammen zu einer leichten Verpflegung – und zu einem kurzen Briefing mit Michael Kleiner, Ogis Bürochef bei der UNO in Genf, der vorausgereist war, um die kommenden Abläufe in Medellin zu koordinieren: Treffen mit Bürgermeister Fajardo (Fotostrecke), Besuch bei Projekten für Schule, Sport und Gesundheit in den ärmsten Vierteln der Stadt, Fahrt mit der neuen Luftseilbahn in ein Drogenviertel, das zuvor von den Drogenbanden völlig abgeriegelt war, Treffen und Ansprache vor früheren Paramilitärs und Drogenkriminellen.

Intuition: der schnelle Blick

Ogi ging es noch immer nicht gut, aber er handelte wie in manchen entscheidenden Situationen seines Lebens: mit dem unbeugsamen Willen und der Selbstdisziplin des Leistungssportlers. Und wo er Zeit kürzen musste, zum Beispiel bei der Besichtigung des Drogenviertels, kam ihm die intuitive Intelligenz des Berggängers zugute, die so manchen kopfgesteuerten Akademikern abgeht: das blitzschnelle Erkunden und Erfassen des Geländes und die unmittelbare Wahrnehmung der Menschen, denen er begegnete und zu denen er sprechen sollte. Um sie aus ihrer Situation heraus für seinen Auftrag und sein Ziel zu begeistern.

Die ehemaligen Paramilitärs und Drogenmafiosi bildeten die kolumbianische Mannschaft für das internationale Strassenfussballturnier, das den Anlass zum Besuch geboten hatte. Daneben ein deutsches Team gegen Rassismus, aus Ruanda Hutus und Tutsis, und allesamt einschliesslich der Argentinier, die das Turnier gewannen, mit mindestens einem Drittel Frauen in der Mannschaft.

Nach dem Final Rückfahrt und Rückflug nach Zürich mit Zwischenhalt in Bogota. Wo Ogi im der Lounge zufällig Kolumbiens Aussenminister traf, den er irgendwann irgendwo auch schon getroffen hatte – und dem er so seine Botschaft auch noch mit auf den Weg geben konnte.

Und dann der Einstieg in die Maschine nach Europa – entspanntes Lächeln: »So, jetzt weißt Du, wie das geht», Händeschütteln wie nach der Bergtour, «mission accomplished», Verpflegung mit einem Glas Wein und eine Runde Schlaf. Bis nach dem kurzen Stopover in Paris die Planung der nächsten Einsätze in Angriff genommen wurde.

Nach dieser ersten Reise mit dem UNO-Sonderberater Adolf Ogi habe ich gewusst, wie man Weltmeister macht. Wie man sie trimmt nicht nur auf physische sondern auch auf gedankliche und mentale Präsenz in jedem Sekundenbruchteil. Zur absoluten Konzentration auf ein Ziel. Und zur Umsetzung der Zielsetzung in der täglichen Arbeit. Bis zur entspannten Erholung nach dem erfolgreichen Einsatz.

Die Schweiz: satte Insel der Seligen

Ogis Mission war in Schwellenländern und Entwicklungsländern, in Gebieten von Krieg und Spannung einfacher als in der wohlgenährten satten Schweiz. Dort war das Potential des Sportes als Instrument der Bildung und Entwicklung und der Konfliktbewältigung schnell einsichtig und vor allem: der Bedarf war offenkundig und Sport galt nicht nur als Freizeitvergnügen. In der satten Schweiz waren sogar die bescheidenen Programme von Schule und Sport gefährdet.

Die Boulevardmedien aus dem Hause Ringier und das Schweizer Fernsehen in allen Sprachregionen waren zwar offen für Ogis Anliegen, aber bei den grossen «seriösen» Tageszeitungen fiel «Sport für Entwicklung und Frieden» lange in die Ressortlücke zwischen Sport und Politik. Die Sportredaktion erklärte das Thema zu einem Gegenstand der Politik und die Inlandredaktion schob es zurück an den Sport. Mit dem Ergebnis, dass es zum Beispiel bei der «Neuen Zürcher Zeitung» bis Mitte 2005 praktisch kein Thema war.

Medienarbeit aus den eigenen Ursprüngen

Als sich nach langem Bohren harter Bretter der Bundeshausredaktor der NZZ dann doch entschloss, dem Thema Raum zu geben, schöpfte der UNO-Sonderberater aus der Kraft seiner engeren Heimat. Adolf Ogi lud den NZZ-Redaktor ein in das Gasterntal, holte ihn persönlich ab am Bahnhof Kandersteg und fuhr mit ihm in das enge Bergtal mit seinem idyllischen Boden und den hoch aufragenden Wänden. Bei der Kapelle machte er einen Zwischenhalt und zeigte uns die Gasterenbibel, um die sich jedes Jahr am ersten Sonntag im August die Bewohner von Kandersteg und des Kandertals zur Gasternpredigt versammeln.

Erst danach ging es weiter zur Verpflegung im Berggasthaus – Käse, Aufschnitt, ein Glas Wein -, ein paar weiteren Erläuterungen zum Tal und dem umliegenden Gebirge – der NZZ-Redaktor erwies sich auch als Berggänger -, bevor sich Ogi dem Thema zuwandte: Sport für Entwicklung und Frieden, seine Bedeutung für die Welt und die Schweiz. Und das UNO-Jahr des Sportes mit seinen zahllosen Aktivitäten rund um den Globus und den grossen Konferenzen: Sport und Bildung, Sport und Entwicklung, Sport und Gesundheit, Sport und Frauen, Sport und Frieden. Ein dichtes Gespräch in einer starken Landschaft.

«Das ist ja ein Konzept. Das hat ja System», sagte mir der NZZ-Redaktor auf dem Rückweg ins Unterland. Wenig später erschien der grosse Artikel im Inlandteil, genauer gesagt: auf der Frontseite des Inlandbundes. Das Thema «Sport für Entwicklung und Frieden» war damit in der NZZ und in der ganzen Schweizer Medienszene etabliert und fand danach kontinuierliche Aufmerksamkeit. Und für den «Medienberater», der vor allem die Verbindungen herzustellen und die Begegnungen herbeizuführen hatte, hiess es an dieser Stelle: «mission accomplished».

Politischer Bergführer

Das Gasterntal, Ursprung der Kander, der Bergkessel von Kandersteg mit seiner Bahnverbindung zur Welt, all das ist die Heimat, aus der Ogi die Energie bezog für seine schliesslich weltumspannende Tätigkeit. Die er manchmal auch ohne Rücksicht auf Gefahren und diplomatische Anspräche ausübte.
In Medellin zum Beispiel, wo er der «Streetfootballworld» Schub gab im Schutz der Maschinenpistolen. Oder in Thailand, wo er einen Tag nach dem Treffen mit dem damaligen Ministerpräsidenten Thaksin ein Lager besuchte, in dem Tausende Menschen aus Burma/Myanmar während Jahren isoliert und abgeschirmt waren, denen derselbe Thaksin den Flüchtlingsstatus verweigerte. Unter anderem, weil er, wie man sagte, eigene wirtschaftliche Interessen in Myanmar hatte und deshalb das burmesische Militärregime nicht verärgern wollte.

Er tat das, auch wenn ihm gute, freundschaftliche Beziehungen auch als Teil der Politik immer wichtig waren, über die Grenzen politischer Anschauungen hinweg: im Interesse seiner Ziele und im Interesse der Schweiz.

Adolf Ogi mahnt heute immer wieder und immer mehr Grundwerte an, die auch in seinem, in unserem Land zunehmend gefährdet sind. In der Rede zur Vernissage seines Geburtstagsbuches hat er an den Pfarrer seiner Gemeinde Kandersteg erinnert, der den Respekt vor Menschen anderer Herkunft, anderer Kulturen und Religionen als einen Grundwert des christlich-abendländischen Denkens immer wieder eingefordert hat.

Das ist gegenwärtig die vielleicht wichtigste Botschaft des politischen Bergführers aus Kandersteg.

Energie aus den Ursprüngen und der eigenen Welt

Abgesehen davon, dass sein Blick für die Menschen Adolf Ogi dazu befähigt hat, die entscheidenden Kräfte für ein Werk wie die NEAT hinter sich zu scharen: nicht nur die politischen Mehrheiten in der Schweiz sondern auch die mittelbaren und unmittelbaren europäischen Nachbarn.

Mit einer Energie, die er in entscheidenden Momenten auch immer wieder aus dem Rückzug auf sich selber holte. Wie damals, als Adolf Ogi allein in seinem Bundesratszimmer sich noch einmal die Schweiz in ihrer sprachlichen und kulturellen Vielfalt vergegenwärtigt und die ganz und gar eidgenössische Entscheidung getroffen hat, dass die NEAT zwei Äste haben muss: neben dem Gotthard auch den Lötschberg. Eine Entscheidung, die sich, wie wir heute alle wissen, nicht nur gesellschaftspolitisch sondern auch verkehrspolitisch sehr bewährt.

Und mit einer Kraft, die er immer aus seiner Familie und seinen Ursprüngen geschöpft hat, ist Adolf Ogi nicht nur zu einem Mann der Worte sondern auch zu einem Mann der grossen Werke geworden. Er hat Weltmeister hervorgebracht. Er hat die NEAT auf den Weg gebracht. Und er hat dem Sport als Mittel zu Entwicklung und Frieden in der UNO und vor allem: auf allen Kontinenten zum Durchbruch verholfen.

«I am a mountaineer»

Als wir damals, Ende 2005, in New York die Pressekonferenz zum Abschluss des UNO-Jahres des Sports vorbereiteten, hatte sein Büro selbstverständlich die üblichen «speaking notes» vorbereitet, für sein Einstiegsreferat. Ogi erklärte sie am Nachmittag des Vortags für ungenügend. Machte neue Vorgaben. Also setzte ich mich in unserem kleinen Dreierteam zusammen mit der brillanten neuseeländischen Sportjuristin Ingrid Beutler und dem dynamischen Genfer Bürochef David Winiger an einen neuen Text. Beim abendlichen Abschlussbriefing kam das Verdikt: «Das cha me nid bruuche» – nicht zu gebrauchen. Betretenes Schweigen. «Ihr habt frei: ich mache das jetzt selber.» Und am anderen Vormittag kam er mit seinem eigenen Text.

«I am a mountaineer – ich bin ein Bergler», so hat er sich den UNO-Journalistinnen und Journalisten vorgestellt, so hat er sich für eines seiner grossen Anliegen den Rückhalt der Weltpresse geholt. Mit dem Einsatz und der Durchsetzungskraft seiner ganzen ursprünglichen Person. Als Bergbewohner, Bergsteiger, politischer Bergführer.

Die Schweiz hat ihm viel zu verdanken.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Der Autor hat von Ende 2004 bis Ende 2007 als Medienberater von Adolf Ogi, UNO-Sonderberater für Sport im Dienste der Entwicklung und des Friedens gearbeitet.

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Eine Meinung zu

  • am 29.07.2012 um 17:40 Uhr
    Permalink

    clevere Selbstdarstellung von Herrn Ogi. Er hat den Lötschberg-Basistunnel durch-gedrückt mit falschen Argumenten z.B. besserer Anschluss der Westschweiz. Die fahren nicht durch das Wallis, sondern über Freiburg oder Neuenburg. Dafür fehlen jetzt die Tunnelhöhen für die Zufahrtsstrecken ab Basel. Beim Bau des Gotthardtunnels haben seinerzeit Italien und Deutschland mitbezahlt, jetzt zahlt der CH-Steuerzahler für jeden Lastwagen zur Verbilligung. Weiter hat der heute desolate Zustand der CH-Armee unter Ogi begonnen.

    0

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