Es gibt noch «deutsche Männer»…

Heinz Moser © zvg

Heinz Moser /  In einer Zeit der Gendersterne gibt es wenigstens noch die AfD in Deutschland, die weiss, was deutsche Männer wert sind.

In der Debatte des deutschen Bundestages zur Afghanistanerklärung der Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte der Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland, dass politische Ziele wie Schulunterricht für Mädchen kein zureichender Grund waren, um deutsche Soldaten ins Ausland zu schicken. Originalton Gauland: «Um Geschlechtergerechtigkeit in die muslimische Welt zu tragen, mussten deutsche Männer dort ihr Leben lassen.»

Frauenrechte und den Tod deutscher Männer gegeneinander aufzuwiegen, ist eine der übelsten Sumpfblüten im gegenwärtigen Bundestagswahlkampf. Gauland gibt sogar noch eines obendrauf, wenn er anfügt: «Wie viele afghanische Frauen in hohen Ämtern oder Mädchen in Schulen wiegen eigentlich einen deutschen toten Soldaten auf?» Wohl keinen, suggeriert er damit.

Doch solche Zahlenspielereien und das Aufrechnen von Zahlen sind unangebracht. Der Einsatz für die Frauenrechte ist noch der plausibelste Grund für den Afghanistaneinsatz des Westens, der sich in Machtpolitik und Unterstützung eines korrupten Regimes verhedderte. Gauland kontert dagegen mit einem  Nachsatz zur fremden Lebensart, der total deplatziert ist: «Statt im Orient die Frauenrechte gegen die Taliban zu verteidigen, sollten sie lieber die deutschen Grenzen vor Gefahren schützen, die sich aus dem Zustrom von Menschen ergeben, denen unsere Art zu leben völlig fremd ist.» Da werden von rechts aussen Ängste vor einer neuen Flüchtlingskrise in Europa geschürt, bevor die wenigsten der gefährdeten Einheimischen, die den Westen unterstützten, überhaupt eine  Chance hatten, Afghanistan noch rechtzeitig zu verlassen. Übrigens: Viele dieser Menschen flüchten gerade vor einer Lebensform, die auch für sie «völlig fremd» ist.  


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7 Meinungen

  • am 28.08.2021 um 11:12 Uhr
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    Richtig ist, individualisierte Menschenrechte, Demokratie und eben auch Frauenrechte gehören exklusiv zum Westen und haben weder in Afghanistan, noch in Sambia oder in der VR China Existenzrecht.
    Ein NATO- Armee darf nicht für den Export westlicher Werte eingesetzt werden, das ist weder völkerrechtlich noch moralisch abgedeckt. Frauenrechte wird es auch in ferner Zukunft in Asien, Afrika, im Nahen und Fernen Osten nicht geben.

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  • am 28.08.2021 um 11:38 Uhr
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    Dieser Artikel von Herrn Moser ist von der ersten bis zur letzten Zeile ketzerisch und verwerflich. Er soll nur Angst und Ressentiments schüren. Was soll das?

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  • am 28.08.2021 um 12:34 Uhr
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    Ob der Einsatz für afghanische Frauenrechte das Leben von Ausländern wert ist, müssten die gefallenen deutschen Soldaten selber beantworten, möglich ist es, aber nicht sicher. – Punkt zwei: «Viele dieser Menschen flüchten gerade vor einer Lebensform, die auch für sie «völlig fremd» ist.» – Ein Blick auf die Migranten-Ghettos in USA, Frankreich und Deutschland zeigen ein anderes Bild: Die Migranten ziehen zwar ein Leben im Westen vor, installieren aber einen Grossteil ihrer ethnischen Traditionen und Gepflogenheiten in der neuen Heimat. Es entstehen regelrechte Parallelgesellschaften.

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  • am 28.08.2021 um 13:19 Uhr
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    Mit seinen Geplänkel über die Formen der Wolken hoch am Himmel, versucht der Autor die Wahrheit in Gaulands Worten zu banalisieren…… fehlt nur noch, dass er den US Feldzug mit deutscher Beteiligung mit einem Zuckerguss versüsst.
    Zur Debatte im Deutschen Bundestag: Hier muss eine Debatte stattfinden, die Antworten zu den Kriegsverbrechen mit deutscher Beteiligung gibt. Es gab Zeiten, da hiess es „nie wieder“. Ich war so naiv, dies zu glauben. „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „nie wieder“ …… sind der Deutschen Seele bewusst… aber keiner getraut es auszusprechen. Gauland wagte sich nur, tote Männer zu beklagen. Nun beobachten wir, wie blockierte Politiker und ein verunsichertes Volk versuchen, die erneuerte Schuld zu verdrängen….und nebenbei die Regierung neu zu bestellen….. tun als ob…. Das ist eine schlechte Durchhalteparole.

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  • am 28.08.2021 um 17:00 Uhr
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    Der Versuch unsere Wertmassstäbe anderen Ländern aufzuzwingen hat 60 «deutschen Männern» das Leben gekostet. Die Frauenrechte in denen Ländern werden nicht nur durch Männer negiert, sondern auch von alten Frauen. Die dämlichste aller Aussagen: «die deutsche Demokratie am Hindukusch zu verteidigen» musste ja zu Häme führen. Ausdrücke wie Sumpfblüten haben das gleiche Niveau, wie die Vergleiche von Gauland. Ich bin der Meinung, dass Jeder nach seiner Façon leben können soll und Journalisten gut beraten wären, die Wahl ihrer Worten in eidgenössicher Zurückhaltung wählen sollte.

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  • am 28.08.2021 um 17:10 Uhr
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    Wäre ja schön, wäre das Motiv für den Einmarsch der westlichen Mächte (der USA und der europäischen Verbündeten) in Afghanistan die Verteidigung der Frauenrechte gegen die Taliban gewesen. Gaulands Verknüpung des Bundeswehreinsatzes in diesem Land, um ihn gegen die Frauen auszuspielen ist deshal doppelt falsch. In erster Linie ging es den USA angeblich um Rache gegen die «Anschläge» an 9/11, in Wirklichkeit um Geopolitik und Sicherung ihres Zugriffs auf Öl. Partiell konnten in einigen Städten, vor allem in Kabul Schulen und Universitäten für Mädchen und Frauen geöffnet werden und die Frauen sich freier kleiden und bewegen, nicht aber auf dem Land. Der ganze Truppenaufmarsch der Natokräfte war von Beginn weg geprägt von Hybris und Heuchelei. Die Warlords und ihre Gefolgsleute behielten ihre Pfründen, Korruption war an der Tagesordnung, die einfachen Leute profitierten kaum von dem, was als «Demokratie» praktiziert wurde. Die ausländischen Kräfte, ausser einige Hilfswerke, interessierten sich nicht für die grosse Mehrheit der Landbevölkerung. Warum sollte sie ihren Abzug bedauern und verhindern wollen? Die Taliban hatten für die «Rückeroberung» leichtes Spiel.

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  • am 28.08.2021 um 17:36 Uhr
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    Um den Terror in Ländern wie Afghanistan auszurotten müsste man den Islam abschaffen. Leider geht dies nicht also lasst die Leute mit ihrer Ideologie einfach so leben wie sie es möchten. Wir können unserem Nachbar auch nicht sagen wie er zu leben hat auch wenn es nicht mit den Gräueltaten der Muslimen zu vergleichen ist!
    Keine Politik und kein Regime hat die Jahrhunderte überdauert! Auch unsere wird es nicht ewig geben!
    Aufs übelste verurteile ich die Amerikaner, dass Sie ihre Feinde mit Waffen beliefern! Warum hat man so viele Waffen und Fahrzeuge nach Afghanistan gebracht? Ein Land, dass Hunger leidet und ungebildet ist braucht nicht Waffen sondern eine Perspektive! Besser wäre es gewesen das Land zu besetzen und zu beschützen danach einer Wirtschaftlichen Revolution zu unterziehen. Traktoren und Maschinen wären wohl besser investiert gewesen als AR 15 Sturmgewehre mit Nachtsichtgerät! Die Chinesen haben die Mannskraft in Afrika entdeckt und nutzen die Menschen dort als billige Arbeitskräfte anstatt die Menschen gegeneinander aufzuhetzen wie in Afghanistan!

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