Bildfälschung im Weissen Haus: US-Regierung täuscht Millionen

Das Weisse Haus verbreitete das Bild auf X, ohne anzugeben, dass es manipuliert ist. Das mit KI entstellte und verzerrte Gesicht der Bürgerrechtsanwältin Levy Armstrong wurde auf X schon über sechs Millionen Mal angesehen.
Konfrontiert mit dem gefälschten Bild, dessen Manipulation die «New York Times» unabhängig bestätigt hatte, zeigte sich das Weisse Haus uneinsichtig. Es sei «eben ein Internetbild», meinte der stellvertretende Kommunikationsdirektor Kaelan Dorr.
Über das Foto ist «ARRESTED» (verhaftet) geschrieben, zusammen mit einer irreführenden Beschreibung von Frau Levy Armstrong als «extrem linke Agitatorin», die «Kirchenunruhen in Minnesota orchestriert».
Armstrong war während Protesten bei einem Gottesdienst verhaftet worden.
Gegenüber der «New York Times» sagte sie, sie sei sowohl während ihrer Verhaftung als auch während des Transports ins Gefängnis «cool, ruhig und gelassen» geblieben. «Sie konnten mich durch die Verhaftung nicht brechen, also haben sie ein Bild manipuliert, um der Welt eine falsche Darstellung dieser Zeit zu zeigen und mich schwach aussehen zu lassen.»
Ihr Image auf eine verängstigte, weinende Frau zu reduzieren, sei einfach «erniedrigend». Dies zeige, «wie tief das Amt des Präsidenten gesunken» sei. «Die Präsidentschaft, das Weisse Haus, soll die grösste Supermacht der Welt symbolisieren, aber stattdessen haben sie sich wie eine 2-Dollar-Boulevardzeitung verhalten.»
Als die 49-jährige Mutter von vier Kindern zum Gefängnis von Sherburne County in Minnesota transportiert wurde, habe sie sich «mit drei Paar Fesseln an Handgelenken, Taille und Füssen so nah wie nie zuvor wie in der Sklaverei gefühlt». Dennoch sei sie ruhig, mit entschlossenem Gesichtsausdruck und hoch erhobenem Kopf gegangen.
48 Stunden vor ihrer Festnahme hatte Präsident Donald Trump die Kirchenprotestierenden in einem Social-Media-Beitrag als «Aufwiegler und Aufständische» bezeichnet, die «ins Gefängnis oder aus dem Land geworfen» werden sollten.
«Wir wissen nicht, was wir glauben sollen»
Professor Hany Farid von der University of California in Berkeley, der sich mit digitaler Forensik, Deepfake-Bildern und Fehlinformationen beschäftigt, hält die Reaktion des Weissen Hauses für «eine beunruhigende Eskalation im Einsatz künstlicher Intelligenz».
Dieser Fall sei ungewöhnlich, weil das Foto echt war und mit KI verändert wurde, um ihren Gesichtsausdruck zu verändern. «Es war nicht als solches gekennzeichnet und aus dem Kontext überhaupt nicht ersichtlich, dass es sich um ein Meme handelte, wie das Weisse Haus behaupten wollte.»
Farid ist auch Mitbegründer und Chief Science Officer von GetReal Security, einem Unternehmen, das Falschinformationen durch KI identifiziert: «Wenn die Regierung Echtes und Fälschungen so nahtlos vermischt, warum sollte ich dann irgendetwas glauben, was sie tut?», fragte er. «Wo stehen wir als Wählerschaft, wenn wir nicht mehr wissen, was wir glauben sollen?»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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«Another brick in the wall». Ich frag mich wirklich, was noch passieren muss, bis unsere Regierung endlich auf Distanz zu den USA geht. Trump wird mit allen Mitteln versuchen, die «midterms», die Zwischenwahlen, zu verhindern. Wahrscheinlich wird er auf den «insurrection act» zurückgreifen oder gleich Kriegsrecht verhängen. Ich übertreibe? Wenn die Demokraten die Zwischenwahlen gewinnen, womit zu rechnen ist, werden sie Trump zur Rechenschaft ziehen. Dann riskiert er, den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen. Da kommt noch ein Hammer. Es wäre schon schön, wenn unsere Regierung etwas Prospektiver handelte und nicht immer nur reagiert wie ein aufgeschreckter Hühnerstall.
Es wäre höchste Zeit, den F35-Vertrag zu kündigen. Je länger wir warten, desto teurer wirds.
In der digitalen Welt wissen wir nur eines: Alles kann gefälscht sein, Beweise sind nahezu unmöglich.
Ich habe auch nie verstanden, wie sich Regierungen dazu verleiten liessen, soziale Netzwerke als „offizielle“ Kommunikationskanäle einzuführen. Die Obama Regierung war übrigens die erste, die soweit ging. Vom Wahlkampf, bis zum verwenden während der Amtszeit.
Das Beispiel zeigt, wie wichtig die Kennzeichnung von KI-manipulierten, fotorealistischen Bildern in den Informationsmedien wäre, um deren Glaubwürdigkeit zu behalten. Wäre, weil leider auch infosperber in der Vergangenheit Bilder als vermeintliche Fotografien präsentiert hat, die das nicht waren.
Wer mit Betrüger, Lügner, Vertragsbrecher geschäftet wird auch damit bedient werden. Wer startet eine Initiative? Zölle für Dienstleistungen und Waren aus den USA!