Die Impfungen sind ein Grossversuch mit ungewissem Ausgang

Bernd Hontschik /  Die Behauptungen, die neuen Impfungen seien entweder unbedenklich oder sie seien gefährlich, sind beide aus der Luft gegriffen.

Die Geschichte der Impfung beginnt vor 225 Jahren, am 14. Mai 1796. Der englische Landarzt Edward Jenner hatte beobachtet, dass Milchmägde, die eine harmlose Kuhpockenerkrankung überstanden hatten, danach nicht mehr an Pocken erkrankten. So ritzte er dem 8-jährigen James Phipps eine kleine Wunde in den Oberarm und rieb Eiter aus Kuhpockenbläschen hinein. Eine geringe Lokalreaktion war rasch abgeklungen. Sechs Wochen später brachte er an der gleichen Stelle Eiter mit echten Pockenviren ein. Der Junge erkrankte nicht. Er war immun. Jenner begann nun mit einer regelrechten Versuchsserie, zumeist an Kindern, sogar auch an seinem elf Monate alten Sohn Robert. Seine Theorie funktionierte in der Praxis – zum Glück. Das hätte auch anders ausgehen können. 

Hontschik Impfbild
Der 1-Jährige wurde 1807 gegen Pocken geimpft: «Es lebe Dr. Jenner»

Jenner konnte mit dem Kuhpocken-Lebendimpfstoff den Ausbruch der unheilbaren lebensgefährlichen Pockenerkrankung verhindern. Es begann ein weltweiter Siegeszug der Pockenimpfung. Die Öffentlichkeit war begeistert.
Auf dem Impfausweis meines Urururgrossvaters Eduard Honzik, der am 22. April 1807 in Brünn im Alter von einem Jahr geimpft worden war, steht daher zu lesen: „Es lebe Dr. Jenner.“ In der Folge wurden viele weitere Impfungen mit abgeschwächten oder getöteten Erregern entwickelt, die jeder kennt, gegen Mumps, Masern, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Typhus und andere. Heute sind diese Impfungen selbstverständliche Bestandteile der medizinischen Routine, besonders in der Kinderheilkunde. 
Gegenwärtig wird über die Impfung gegen das Coronavirus heiss diskutiert. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Professor Wolf-Dieter Ludwig, wurde jüngst gefragt, ob es auf Kosten der Qualität gehe, dass Covid-19-Impfstoffe so schnell entwickelt und zugelassen worden sind wie nie zuvor. Seine Antwort lautete: „Ich hoffe nicht.“ Entsetzen packte mich. An die Stelle solider Arzneimittelsicherheit ist das Prinzip Hoffnung getreten.

Einige gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben der Prüfung und Zulassung von Arzneimitteln mussten verbogen, übersprungen, ignoriert und komprimiert werden, um schon ein Jahr nach der ersten Corona-Diagnose mit gewaltigen, bis dato nicht dagewesenen Impfprogrammen mit einer zuvor noch nie angewandten Technologie starten zu können. Nachdenklichkeit und Besorgnis sind dabei eher unerwünscht. 

225 Jahre nach Edward Jenner kann nämlich heute wieder von einer bahnbrechenden medizinischen Innovation berichtet werden: Vektorimpfstoffe, mRNA-Impfstoffe und DNA-Impfstoffe sind allesamt genbasiert. Dabei wird nicht das fremde Antigen, also der abgeschwächte oder abgetötete Erreger, sondern der genetische Bauplan des Antigens in die Körperzelle transportiert, um eine Immunantwort auszulösen. So faszinierend diese neuen Methoden sind, so wenig weiss man über mittel- und längerfristige Folgen ihrer Anwendung. 

Insofern ist die Lage heute ähnlich, wie sie es für Edward Jenner vor 225 Jahren war: Es ist ein Versuch mit ungewissem Ausgang. Wenn Ihnen also jemand erzählt, die aktuelle Covid-19-Impfung sei ungefährlich, dann hören Sie ruhig weg. Und wenn Ihnen jemand erzählt, sie sei lebensgefährlich, dann können Sie auch weghören. Denn man weiss das nicht, man kann das nicht wissen. Unklar ist auch noch immer, wie gross der Schutz durch die Impfung wirklich ist, besonders hinsichtlich der inzwischen aufgetretenen Mutationen. Unklar ist auch, ob man andere anstecken kann, obwohl man geimpft ist. Fragen über Fragen, wenig Antworten, viele Hypothesen. Für Geimpfte müssen daher weiterhin die gleichen Regeln gelten wie für Nichtgeimpfte. Wer sich impfen lassen will, muss von all diesen Unsicherheiten wissen. 

Eines ist aber völlig anders als vor 225 Jahren: Edward Jenner verzichtete auf ein Patent, denn er wollte, dass von der Pockenimpfung alle profitieren. Biontech-Chef Ugur Sahin hingegen gehört seit kurzer Zeit mit einem Vermögen von über fünf Milliarden Dollar zu den 500 reichsten Menschen der Welt. 


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Diese Kolumne erschien am 30. Januar 2021 in der «Frankfurter Rundschau».

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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16 Meinungen

  • am 3.02.2021 um 12:09 Uhr
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    Lieber Herr Hontschik,
    werden Sie sich gegen Covid-19 impfen lassen? Mit welchem Impfstoff, wenn Sie wählen können?
    Freundliche Grüsse

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  • am 3.02.2021 um 12:42 Uhr
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    Die heute von YouTube gelöschte Sitzung Nr. 37 mit den extrem wichtigen Informationen zu den Gefahren der Impfung – speziell durch die mRNA mit ihrem Lipid-Mantel – steht nun anderweitig zur Verfügung. Link über https://corona-ausschuss.de. Das Gespräch zur Impfung beginnt ab 3:57:00.
    Die Aussagen der Zellbiologin bringen mich ins Nachdenken und in die klare Ablehnung, dieses „teleskopierte“ Verfahren zugelassen zu haben.

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  • am 3.02.2021 um 13:14 Uhr
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    Großen Dank Herrn Holtschik und dem Infosperber für diesen Artikel. Seit Monaten frage ich mich, wo die riesengroße Mehrheit der Menschen ihren Verstand lässt. Die im Artikel gestellten Fragen zu den Impfstoffen müssten sich jedem normal denkenden Menschen aufdrängen. Hier geht es um einen Großversuch, sogar um einen globalen Menschenversuch, unsere Geschichte hat dafür schreckliche Beispiele. Wir haben das Grundrecht auf „körperliche Unversehrtheit“, unsere Politiker leisten einen Eid, für das „Wohl“ der Bevölkerung zu sorgen und „Schaden abzuwenden“. Hierzu gehört, dass neue Impfmethoden eine lange Testzeit durchlaufen müssen, um Risiken weitgehend ausschließen zu können, bevor sie zugelassen werden. Hier eine „Notsituation“ zu behaupten, die das Verfahren abzukürzen erlaubt, schafft einen unverantwortbaren Präzedenzfall. Haftung der Hersteller wurde ohnehin zuvor ausgeschlossen. Seit Impfbeginn hört man aus verschiedenen Ländern, dass einige nach der Impfung starben oder körperliche Schäden aufwiesen. Während pauschal jeder Verstorbene, der Corona positiv getestet ist, als Coronatoter in die Statistik eingeht, egal, ob eine andere Ursache oder Corona zum Tod geführt hat, wird bei den unerwünschten Nebenwirkungen dieser Impfung, die genau das verursachen, was mit der Impfung vermieden werden soll, einfach ausgeschlossen, dass es Folgen der Corona- Impfung sein könnten. Dass die meisten Medien ihren Aufklärungsauftrag so eklatant verletzen, ist nicht akzeptabel.

    3
  • am 3.02.2021 um 13:17 Uhr
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    Wir wissen es (noch) nicht. Das ist richtig. Es wäre ein Segen für die Menschheit, wenn es funktionieren würde ohne zu schaden. Denn es gibt noch viele andere Viren, welchen man erst langsam auf die schliche kommt, welche bis jetzt für harmlos gehalten wurden. Woher kommen all die idiopathischen Krankheiten welche seit 1950 am zunehmen sind? Einige davon könnten von Viren verursacht werden. Autoimmunerkrankungen, MS, ALS, Lupus, usw. Es gibt ja mehrere Corona Viren, netterweise haben einige die gleichen Hülle und die gleichen Spikes. Also sollte der mRna Impfstoff, wenn er denn wirkt, gleich gegen mehrere Sorten der Coronaviren wirken. Wenn dieser mRna Wirkstoff funktioniert, keine Toleranzen erzeugt, keine Spätfolgen, dann könnte es auf die gleiche Weise womöglich auch noch anderen Viren an den Kragen gehen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit könnte es dann sein, das einige idiopathische Krankheitsbilder ebenfalls verschwinden werden. Wenn das Prinzip der Anwendung von mRna Botenstoffen im allgemeinen sich als effizient und sicher bestätigen wird, dann stehen wir vor einer neuen medizinischen Ära. Von da aus könnte der Schritt, das man Krebs endgültig besiegen könnte, oder den Alterungsprozess anhalten könnte, kleiner sein als man sich dies vorstellen könnte. Aber eben, wir wissen es noch nicht, wie ein Körper auf lange Sicht reagiert, wenn wir unter Verwendung seiner eigenen Programmiersprache ihm Informationen oder Befehle geben. Nun sind wir gezwungen, dies zu erforschen.

    5
  • am 3.02.2021 um 13:30 Uhr
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    Was wir sicher wissen: Die Impfkampagnen der Regierungen und ihrer «Experten» sind NICHT wissenschaftlich.
    Im besten Fall handelt es sich um eine Phase III-Studie eines voreilig zugelassenen Impfstoffes – ohne die Vorteile einer solchen Studie, nämlich der wissenschaftlichen Nachbeobachtung.
    Zulassungsbehörden wurden für die Impfstoffzulassungen massiv unter Druck gesetzt.
    Die Grundlage jeder Wissenschaftlichkeit mit These und Antithese und einem wissenschaftlichen Dialog mit evidenzbasierter und gewissenhafter Suche nach bestmöglicher Erkenntnis wurde verunmöglicht. Kritiker werden abgewertet und zensiert. Prof. Bhakdi hat Deutschland verlassen.
    Vielmehr wurde Wissenschaft durch «Glaube auf Rettung» ersetzt, wobei primär noch zu klären wäre vor welcher Gefahr wir gerettet werden müssen, wenn die Überlebenswahrscheinlichkeit für COVID-19 weit über 99.5% liegt.
    Wir sehen uns mit einem Rückfall ins «Digitale Mittelalter» und seinen Religionen konfrontiert.

    Es ist gut möglich, dass wir eigentlich viel eher vor der «Religion des Geldes» und den Gefahren (auch Kriege) ausgehend von seinen Jüngern gerettet werden müssen.
    Zumindest sollten wir erkennen, dass für die Vertreter dieser «Religion» unser Wohl nicht zuoberst auf deren Agenda steht.

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  • am 3.02.2021 um 14:56 Uhr
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    Es ist schade, dass der interessanten Information und Einschätzung ein Hammer folgte. Der 500 Mio. Hammer. Ugur Sahin wird sein Geld nicht in 0.X % Papiere wirtschaftsfeindlicher, planwirtschaftlich geführten Staatsgebilden investieren. Er wird sein Vermögen in neue Medikamente und Arbeitsplätze investieren. Er wird Risiko tragen. Und hoffentlich gewinnen.

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  • am 3.02.2021 um 16:13 Uhr
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    E ist ja toll, dass es eine Möglichkeit gibt, sich impfen zu lassen.
    Ich frage mich aber dennoch, wie unbedenklich das ganze ist.
    Wenn ein Bauer eine genveränderte Pflanze anbauen will, sind höchst Sicherheitsvorkehrungen nötig, damit ja nichts in unser Essen gelangen kann.
    Aber wenn wir uns genveränderte Impfungen direkt in unseren Körper spritzen lassen, soll das unbedenklich sein.

    1
  • am 3.02.2021 um 16:16 Uhr
    Permalink

    Nomen est omen: Biontech ist in Mainz «An der Goldgrube» domiziliert……

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  • am 4.02.2021 um 06:33 Uhr
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    Lieber Herr Hontschik, die mRNA-Impfstoffe sind NICHT genbasiert. Schade dass man auf Infosperber zu COVID mehr einseitige bis falsche Informationen lesen kann als wirkliche Informationen, wie zum Beispiel die durchschlagenden Erfolge in Israel. Ich wurde am 12.1.2021 mit der Pfizer-Biontech-Vakine geimpft und habe bisher keinen Schaden davongetragen.

    4
    • am 5.02.2021 um 12:39 Uhr
      Permalink

      Ohne moderne gentechnische Methoden hätte man diese Impfstoffe nicht herstellen können. Die Bezeichnung «genbasiert» scheint mir da nicht falsch.
      Wer sagt denn, dass «genbasiert» a priori schlecht sein muss? Ich hoffe sehr, dass sich dieser Impfstoff auch weiterhin als wirksam und sicher erweist.
      Es ist jedoch auch verständlich, wenn Leute angesichts des kurzen Zulassungsverfahrens und der neuartigen Methoden gewisse Restzweifel haben. Jeder soll selber entscheiden, welches für ihn der richtige Weg ist.

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    • am 7.02.2021 um 12:26 Uhr
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      Lukas Fierz: «bisher keinen Schaden davongetragen»

      Die irische Immunologin und Molekularbiologin Prof. Dr. Dolores Chahill erklärt anhand der Studie “Immunisierung mit SARS-Coronavirus-Impfstoffen führt nach Injektion mit wildem SARS-Virus zu schwerer Immunerkrankung der Lungen“ warum mRNA-Impfstoffe mit extremen Risiken verbunden sind.
      Wenn die Geimpften einige Monate nach der Impfung mit wilden Coronaviren in Kontakt kommen, wird ihr Immunsystem in vielen Fälle mit einem tödlichen Zytokinsturm reagieren. Dies weil die Impfstoff-mRNA die Körperzellen gentechnisch so modifiziert, dass sie das Spike-Protein des Coronavirus produzieren. Wenn später ein neues Coronavirus das Immunsystem aktiviert, erkennt es die selbst produzierten Spike-Proteine als Gefahr und startet einen Grossangriff gegen die eigenen Körperzellen. Als Folge erleiden die Geimpften einen septischen Schock mit multiplem Organversagen, was in der Regel mit dem Tod endet.

      Prof. Dr. Hans Martin Klein schreibt:
      Unmittelbar nach der Impfung liegen genügend passende (neutralisierende) AK vor, so dass eine Infektion und auch eine ADE verhindert wird.
      Spannend wird es, wenn der AK-Titer sinkt oder neue Virus-Varianten auftreten – also entweder zu wenig oder nicht passende (neutralisierende) Antikörper vorhanden sind.
      Also in ca. 6-9 Monaten. Derzeit weiss schlichtweg niemand, was passiert. Kann noch niemand wissen!

      Also, ich wünsche Ihnen viel Glück!

      0
  • am 4.02.2021 um 10:40 Uhr
    Permalink

    Die Pocken sind nicht mit Grippeviren vergleichbar. Pocken mutieren nicht. Grippeviren und andere hingegen verändern (mutieren) sich schon seit Millionen von Jahren!
    Die alte Impfung ist auch nicht vergleichbar mit der neuen mRNA-Impfung. Bei der alten Impfmethode gegen mutierende und nicht-mutierende Viren liegt das Problem noch heute in den Hilfsstoffen, welche die Impfung haltbar machen. Das Risiko der mRNA-Impfmethode ist noch völlig unbekannt. Es gibt keine Studien, die Geimpften selbst werden zum «Versuchstier», das beobachtet wird.
    Stirbt jemand Stunden, Tage oder Wochen nach der Impfung, schiebt man Vorerkrankungen ins Feld, die bei der Zählung der Corona-Toten nicht beachtet werden. Bei Corona-Toten gibt es auf magische Art keine Vorerkrankungen.

    Symptomfreie Infizierte werden wie Kranke behandelt, obschon inzwischen sogar die WHO und viele andere Experten sagen, das ein symptomfrei Infizierter das Virus NICHT weiter geben kann. Diese Theorie gehört inzwischen ins Land der Märchen – https://www.cnbc.com/2020/06/08/asymptomatic-coronavirus-patients-arent-spreading-new-infections-who-says.html .

    Trotzdem werden weltweit Millionen von Menschen ohne Symptome in den Hausarrest oder ins Quarantäne-Lager gesteckt.

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  • am 17.02.2021 um 17:09 Uhr
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    Dank an den Autoren für die differenzierende Berichterstattung. Die meisten Medien verhalten sich diesbezüglich leider anders, nämlich so, wie wenn jemand das Wort «Fuchs» laut in einen Hühnerhof rufen würde.
    Übrigens: Impfstoffhersteller BioNTech hat in Deutschland als Domizil die Adresse „An der Goldgrube 12“.

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