CORONA-UPDATE

Corona Update. Stand 10.7.2021 © is

Corona-Fallzahlen haben als Hauptkriterium endgültig ausgedient

Urs P. Gasche /  Seit ein grosser Teil der Bevölkerung geimpft ist, führen stark steigende «Infizierungen» nur noch zu wenig schweren Erkrankungen.

Die ZDF-Tagesschau vom 10. Juli 2021 begann mit der Schlagzeile

«Die positiv getesteten Fallzahlen oder ‹Neuansteckungen› sollen nicht mehr das Mass aller Dinge sein.»

Doch bis heute meldeten die Nachrichtensendungen von ZDF und ARD praktisch täglich die Zahl der neuen «Fälle», die das Robert Koch-Institut bekanntgibt. Die «7-Tage-Inzidenz» war bisher in Deutschland das wichtigste Kriterium, um Corona-Massnahmen zu lockern oder wieder zu verschärfen. In der ZDF-Tagesschau meinte nun der deutsche Epidemiologe Klaus Stöhr, wichtiger als die Fallzahlen (der positiv Getesteten) sei die «Krankheitslast». Das ist die Zahl der Hospitalisierungen wegen Covid-19 sowie die Zahl der Behandlungen auf Intensivstationen. Diese Zahlen bleiben tief, weil die meisten in der Regel älteren Leute mit Vorerkrankungen wie Herz- und Lungenprobleme oder Diabetes Typ 1 und Typ 2 unterdessen geimpft sind. Es waren seit Beginn der Pandemie diese Risikogruppen, die den weitaus grössten Teil der an Covid-19 schwer Erkrankten, Hospitalisierten und Verstorbenen ausmachten. Auch Menschen ohne ersichtliche Vorerkrankungen können an Covid-19 schwer erkranken. Aber ihre Zahl ist so klein, dass sie das Gesundheitswesen nicht überlasten.

Deshalb dürfen Fallzahlen von positiv Getesteten schon seit längerem nicht im Vordergrund stehen. «Das irreführende Starren auf die Corona-Fallzahlen» stellte Infosperber schon mehrmals in Frage. In den monatlichen Corona-Updates informierte Infosperber in erster Linie über die Zahlen der Patienten, die wegen oder mit Corona in Spitälern und auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Im Folgenden das Update vom 10. Juli 2021:

Positiv Getestete auf Intensivstationen:

Update Intensiv.10.7.21
Die Zahl der Sars-Cov-2-positiven Patienten und Patientinnen auf Intensivstationen hat seit einem Monat auf schweizweit noch 24 abgenommen.

Spitaleintritte von positiv Getesteten (schon vor Eintritt oder unmittelbar nach Eintritt getestet):

C. Hospit..8.7.21
Spitaleintritte von positiv Getesteten pro 100’000 Einwohner ganze Schweiz: Tägliche (hellblaue Balken) und durchschnittliche über sieben Tage (dunkelblaue Linie).

Mit oder an Corona Gestorbene

C. Todesfälle 8.7.21
Die Todesfälle «mit oder an Corona» pro 100’000 Einwohner sanken im 7-Tage-Schnitt seit einem Monat auf unter eins (letzte statistisch nachgeführte Zahl am 8.7.2021). Tägliche Todesfälle (hellblaue Balken) und durchschnittliche über sieben Tage (dunkelblaue Linie).

Blick in die Kristallkugel der Zukunft

Für einen weiteren Abwärtstrend der schweren Folgen, welche die Corona-Epidemie verursacht, sprechen die zunehmende Durchimpfung vor allem der Risiko-Gruppen sowie das warme Wetter. Viel weniger Menschen halten sich in geschlossenen Innenräumen auf.
Nach den Sommermonaten könnte es vor allem dann zu einer Anspannung im Gesundheitswesen kommen, falls sich neue, bösartigere Virusvarianten verbreiten, die auch bei den bisher Geimpften zu schweren Erkrankungen führen.

Die wenigsten «Infizierten» oder «Angesteckten» werden krank

Die verbreiteten Fallzahlen darf man nicht mit den Erkrankten verwechseln. Nur eine Minderheit aller «Angesteckten» ist oder wird krank. Doch noch immer informieren viele Behörden, Experten und manche Medien so, dass der falsche Eindruck entstehen kann, es handle sich bei den «Angesteckten», «Infizierten» oder «Fällen» um Erkrankte.
Infosperber hatte seit Beginn der Pandemie immer wieder auf diese leicht irreführende Wortwahl hingewiesen. Sachlich wäre der Begriff «positiv Getestete».


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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18 Meinungen

  • am 11.07.2021 um 11:19 Uhr
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    «Die positiv getesteten Fallzahlen oder ‹Neuansteckungen› sollen nicht mehr das Mass aller Dinge sein.»
    Bildungsferne schlägt Politik, Vernunft und damit auch die Epidemiologie. Bildungsferne ist das Hauptkennzeichen der Öffentlichkeit im 21. Jahrhundert.
    Für die Wahl des antiepidemischen Konzeptes zählt ausschliesslich die Inzidenzrate. Medizinische Parameter wie Krankheitsschwere oder Sterblichkeit haben keine Bedeutung für die epidemiologische Lagebeurteilung. Auch wenn alle Krankheitsverläufe nahezu unmerklich sind und keine Todesfälle verursachen, muss die Pandemie mit aller zur Verfügung stehenden Kraft bekämpft werden. Denn es reicht eine Virusmutation, um die Krankheit grundlegend zu verändern. Der Iststand hat keine Bedeutung, die Pandemie muss weg, egal der zugrunde liegenden Krankheit, egal um welchen Preis.
    Die Pandemie hätte in aller Welt nach der ersten Welle zu Ende sein können, hätten alle Staaten sich wie die VR China verhalten und eine harte Quarantäne bis zur Inzidenzrate = 0 für wenigstens 14 Tage durchgehalten. So wie aktuell verfahren, hört die Pandemie nie auf.
    Wer Krankheit, Wirtschaft oder Tourismus, Fussball- Gladiatorenspiele, Befindlichkeit der Bevölkerungen und andere Bedeutungslosigkeiten berücksichtigt, handelt verantwortungslos. So wie heute argumentiert, hört die Pandemie nie auf.

    18
  • am 11.07.2021 um 12:59 Uhr
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    Danke für diesen Artikel. Davon, dass Fallzahlen keine Relevanz haben (dürfen), reden viele Fachpersonen schon lange, schon 2020, ebenso ist das in meinem Umkreis weitherum bekannt. Warum das immer noch so ist, bleibt wohl das Geheimnis einer unfähigen Taskforce und einem Bundesrat, die sich alle konsequent gegen neue Erkenntnisse stellen, wie auch der meisten Medien, die damit unhinterfragt seitenweise Spalten füllen. Diese alle agieren wie kleine Kinder, die einfach gar nicht erst verstehen wollen, warum rtwas nicht geht, sondern einfach weiterzwängen. Sie alle beweisen damit vor allem ihre Unfähigkeit oder eben, dass jemand anderes seine Interessen wahren möchte.

    5
  • am 11.07.2021 um 14:46 Uhr
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    Falls wir weiterhin mit diesem PCR Test messen ( der Laut Erfinder Dr. Kary Mullis gar nicht Infektionen nachweisen kann (am besten selber recherchieren)) werden wir wieder im Herbst wieder steigende Zahlen haben.
    Ob wir das dann einfach beenden wollen oder uns mit diesem tollen «Impfstoff » Versuch in regelmässigen Abständen unsere Freiheit kaufen wollen ? Mutationen wird es noch lange geben.
    Angeblich soll die Impfung die Rettung sein.
    Robert Malone der Erfinder der RNA Technologie sieht das ganze was hier abläuft sehr kritisch

    https://childrenshealthdefense.org/defender/erfinder-der-mrna-technologie-impfstoff-fuehrt-zu-einer-anreicherung-der-lipid-nanopartikel-in-den-in-eierstoecken-und-zwar-in-hohen-konzentrationen/?lang=de

    https://swprs.org/schweiz-circa-10000-schwerwiegende-corona-impfreaktionen/

    https://www.freiewelt.net/nachricht/erfinder-des-pcr-tests-test-kann-keine-infizierung-mit-corona-nachweisen-10084269/

    4
  • am 11.07.2021 um 15:17 Uhr
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    Super und vielen Dank für diesen klärenden Artikel, insbesondere auch für den Hinweis zum Unterschied von Anzahl infiszierten zu Anzahl positiv getesteten Personen!

    1
  • am 11.07.2021 um 17:24 Uhr
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    Der Infosperber füllt bei der Interpretation dieser «Fallzahlen» eine grosse Lücke. Es ist aber fraglich ob wir es bei Behörden, Fachstellen und Medien mit Unwissen oder gezielter Desinformation zu tun haben. – «Nach den Sommermonaten könnte es vor allem dann zu einer Anspannung im Gesundheitswesen kommen, falls sich neue, bösartigere Virusvarianten verbreiten, die auch bei den bisher Geimpften zu schweren Erkrankungen führen.» – Die Karte mit dem «überlasteten Gesundheitswesen» zieht nur noch bei jenen die sich gerne irreführen lassen oder mit diesem Motto Geld verdienen. Seit über einem Jahr hatten die Gesundheitsämter Zeit und Gelegenheit und Vollmacht dieses «Gesundheitswesen» der «epidemiologischen Lage» anzupassen.

    3
  • am 11.07.2021 um 17:37 Uhr
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    Danke für den Artikel.
    Den Staatlichen Medien würde diese Art von Berichterstattung sicher nicht schaden.

    3
    • am 12.07.2021 um 11:06 Uhr
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      Das tönt so, als ob private Medien besser informieren würden. Das Gegenteil ist meistens der Fall.

      0
  • am 12.07.2021 um 08:29 Uhr
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    Herr Markus Stadler
    Drosten ist Virologe, also Arzt, kein Epidemiologe. Er kann sich zum Virus und zur Krankheit hinter der Diagnose Covid 19 äussern, aber nicht zur Pandemie. Da ist er Laie, wie auch Sie und der Verfasser dieses Artikels.
    Für die Epidemiologie gilt, bei die Bewertung der Situation werden medizinische Parameter nicht berücksichtigt, so wie die Medizin keine epidemiologischen Daten berücksichtigt. So können Sie es in jedem Lehrbuch der Epidemiologie nachlesen.

    1
  • am 12.07.2021 um 09:16 Uhr
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    An Markus Stadler, Panik Drosten hat der Welt nicht viel gebracht ausser sinnlose und schädliche Lockdowns und Fokus auf statistisch falsche und dazu noch irrelevante Tests.
    Ich empfehle ihnen doch das Studium von weltbekannten (vor Corona hochgeachteten) staatsunabhängigen Forschern wie John Ioannidis, seines Zeichens Director medical Research at Stanford University Der hat es nicht nötig den Medien und Politikern nach dem Mund zu reden. Wissenschaft ist wertfrei, Wissenschaftler sind es nicht. Gegen die breit gefasste falsche Meinung anzutreten kann die Karriere killen. Galileo lässt grüssen.

    3
  • am 12.07.2021 um 09:33 Uhr
    Permalink

    @Markus Stadler: Sie bezeichnen Drosten als die «Fachwelt». Das ist doch ziemlich weit hergeholt und eine extreme Sicht auf die Dinge. Drosten ist ja kein unbeschriebenes Blatt: als in der Schweinegrippezeit solche Affären noch aufgearbeitet wurden, musste Drosten selbst zugeben, dass er in ziemlich allem falsch lag. Auch heute ist alles bereits mehrfach widerlegt von vielen Wissenschaftlern und Studien: Drostens Studie über die symptomlose Ansteckung entpuppte sich als falsch, das PCR-Test nicht zur Festestellung einer Infektion taugen steht selbst in den Gebrauchsanleitungen und Tests. Drosten liegt so ziemlich mit allem, was er von sich gibt, zuverlässig falsch.

    2
  • am 12.07.2021 um 11:48 Uhr
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    Infiziert >> positiv getestet >> erkrankt sind komplett unterschiedliche Mengen. Als Kriterium für die unsinnigen Massnahmen wird die mittlere Zahl verwendet. Diese ist noch dazu statistisch falsch erfasst und taugt nicht mal zur Hochrechnung. Relevant sind aber nur die Erkrankungen und allenfalls korrekt gezählte und gewertete Todesfälle. Die Tatsache dass wir wesentlich mehr Infizierte haben (symtomlos) wird mit völlig absurder Verdrehung aller Logik als Gefahr und Begründung für Massnahmen verwendet, dabei sind sie genau das Gegenteil. Nämlich der Beweis für die allgemeine Harmlosigkeit einer Infektion. Sehr Alte und schwer Vorerkrankte sterben an allem. Entweder heute oder in 3 Monaten. Da hilft kein Lockdown dagegen.

    1
  • am 12.07.2021 um 18:02 Uhr
    Permalink

    Christian Drosten hatte 2014 bei MERS noch eine andere Haltung zum Sinn von PCR-Tests und Fallzahlen:

    «Drosten: […] Als in Dschidda Ende März diesen Jahres aber plötzlich eine ganze Reihe von Mers-Fällen auftauchten, entschieden die dortigen Ärzte, alle Patienten und das komplette Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dazu wählten sie eine hochempfindliche Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR).
    Interviewer: Klingt modern und zeitgemäß.
    Drosten: Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben.»

    https://www.wiwo.de/technologie/forschung/virologe-drosten-im-gespraech-2014-die-who-kann-nur-empfehlungen-aussprechen/9903228-2.html

    0
  • am 12.07.2021 um 22:04 Uhr
    Permalink

    @Urs P. Gasche, Spiegel b. Bern
    Nein, es ist nicht so, dass Private besser informieren. Es ist so, dass SRF sich in der Berichterstattung den Privaten angleicht. Im Bezug auf Corona konnte ich keinen Unterschied mehr feststellen.

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  • am 13.07.2021 um 14:48 Uhr
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    @Alexa Konstell
    Das scheint ja ein ganz klassischer Fall von «aus Erfahrung dumm werden» 😉

    0
  • am 13.07.2021 um 15:28 Uhr
    Permalink

    Guten Tag Herr Gasche
    Danke für den guten Artikel! Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung in diesem Land!

    0
  • am 14.07.2021 um 08:53 Uhr
    Permalink

    Ralf Schrader, Luzern, am 11.07.2021 um 11:19 Uhr
    «Der Iststand hat keine Bedeutung, die Pandemie muss weg, egal der zugrunde liegenden Krankheit, egal um welchen Preis.»

    Zero-Covid? Unmöglich, das sagt Ihnen jeder Epidemiologe, wenn er denn nicht gerade Lauterbach heisst..
    Bei allem Respekt: Wir reden hier von einer Krankheit, die nur für – inzwischen klar definierbare – sehr überschaubare Gruppen eine Gefahr darstellen kann (!). Alle anderen sind praktisch nicht betroffen und stellen auch keine Gefahr dar. Und Sie wollen die ganze Menschheit einsperren? Bis Inzidenzrate = 0??? Wie stellen Sie sich das Leben der Menschheit in Zukunft vor? Abstand, Lockdown, Masken, Impfen in immer kürzeren Abständen mit immer risikoreicheren Impfstoffen?

    Ich will so nicht leben. Ich möchte meine Liebsten umarmen, mit ihnen tanzen, feiern, fröhlich, glücklich sein. Das stärkt mich und mein Immunsystem um Klassen besser als die aktuell politisch propagierten Mittel und Maßnahmen.

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  • am 15.07.2021 um 14:14 Uhr
    Permalink

    Die aktuellen BAG-Daten, aber auch die SRF-Daten auf Teletext sind aus meiner Sicht aktuell auf brauchbarem Niveau. Ich gehe natürlich mit UPG einig, dass «Fallzahlen» keine «harten» Daten sind und auch für die Entwicklung der Pandemie nur beschränkt relevant sind.

    Das BAG hat wenigstens seit ein paar Wochen auch die retroaktiven Korrekturen der Zahlen zur Hospitalisierung sowie der erfassten Todesfallzahlen öffentlich ausgewiesen. Statistisch ist das zwar immer noch nicht besonders schön. Die Transparenz wurde aber etwas erhöht.

    Statistisch exotisch bleibt aber der «R»-Faktor der Task-Force. Glaubwürdigkeit kann so wohl kaum erreicht werden. Immerhin ist die graphische Aufbereitung etwas lesbarer geworden.

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