Spritzen Gesichtsmaske

Häuften sich Infekte mit Viren, weil wir so lange Masken trugen? Oder hemmt die mRNA-Impfung gegen Covid das Immunsystem?, fragt der St. Galler Infektiologe Pietro Vernazza. © AlesMunt / Depositphotos

Mehr Evidenz zur Hemmung des Immunsystems durch mRNA

Pietro Vernazza /  Es gibt immer mehr Hinweise, dass wiederholte mRNA-Impfungen das Immunsystem nachteilig verändern können.

Red. – Professor Pietro Vernazza war bis Sommer 2021 Chefarzt der Infektiologie/Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen und ist Mitherausgeber des Buchs «Der Corona-Elefant». Der folgende Beitrag von ihm erschien am 31.8.2023 auf seinem Blog «infekt.ch» und auf der Website «Der Corona-Elefant».

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In meinem Artikel vom November 2022 hatte ich über die Überlastung der Kinderspitäler in den USA berichtet. Als mögliche Erklärung habe ich die Folgen von Social Distancing genannt (siehe auch Corona-Elefant, S. 140). Um unser angeborenes Immunsystem aktiv zu halten, muss dieses immer wieder durch Viren und andere Erreger gereizt werden. Durch die Stimulation wird die Fähigkeit der Zellen, Abwehrprodukte, insbesondere Interferon aufzubauen, erhöht.

Können Impfungen das Immunsystem negativ beeinflussen?
Das angeborene Immunsystem ist wichtig für die Abwehr von Corona- und anderen Viren, wie ich bereits im Beitrag vom 31. Dezember 2022 beschrieben hatte. Dort hatten wir auch schon über die Arbeiten von Christine Benn berichtet, die schon vor über zehn Jahren einen möglichen negativen Effekt von Impfstoffen gezeigt hat. Einen solchen «unspezifischen» negativen Effekt hat sie auch für mRNA Impfstoffe postuliert (im zitierten Artikel referenziert).

Im März 2023 haben wir dann aufgrund einer aktualisierten Analyse der holländischen Forscher um Mihai Netea berichtet, dass die mRNA-Impfung tatsächlich angeborene Abwehrmechanismen langfristig hemmt. Netea hatte dabei unter anderem auf die nach einer mRNA-Impfung reduzierte Fähigkeit der Interferon-Produktion in Zellen von Geimpften hingewiesen.

Kaum Reaktionen von Medienschaffenden
Nun, mein Hinweis auf diese doch weitgehend unbekannten, aber wichtigen Nebenwirkungen der Covid-mRNA-Impfungen hat kaum Medienschaffende dazu bewogen, etwas darüber zu berichten. Dies ist erstaunlich, denn solche Beobachtungen sind doch sehr relevant für die Beurteilung einer Impfung. Und ich weiss auch, dass einige Journalistinnen und Journalisten meinen Blog abonniert haben. Vielleicht haben sich diese gedacht, das sei einfach eine Pre-print-Studie von unsicherer Qualität eines einzelnen Labors.

Mehr und mehr Evidenz – nicht übersehbar
Doch tatsächlich handelt es sich nicht um eine Beobachtung einer einzelnen Gruppe. Denn eine negative Wirkung der mRNA-Impfung auf unsere Abwehr wurde bereits im Oktober 21 von chinesischen Autoren (Liu et al.) in Nature «Cell Discovery» beschrieben. Nun kommt ein weiterer Puzzlestein – auch von einem anderen Labor – dazu. Australische Forscher haben diese Woche eine ähnliche Beobachtung bei Kindern publiziert (Noe et al., Front. Immunol, 25.8.23). Die Autoren untersuchten 29 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren vor und 28 Tage und ein halbes Jahr nach einer mRNA Covid-Impfung (Pfizer). Sie haben – ähnlich wie Netea – in den Blutzellen dieser Kinder in-vitro-Effekte untersucht.

Spezifische Antwort gut – aber nicht die ganze Geschichte
Dabei stellten sie fest, wie das auch Impfstudien zeigen, dass vier Wochen nach einer Impfung die Antikörper gegen das Spike-Protein ansteigen. Dies ist der gewünschte «Impfeffekt», der immer noch als Mass für eine wirksame Impfung angesehen wird. Doch wichtig sind die von den Autoren dokumentierten «unspezifischen» Effekte. Also Veränderungen auf die Abwehrmechanismen für andere Erreger. Und hier wird es nun interessant: Sie fanden das gleiche Phänomen, worüber wir von der Netea-Gruppe (Föhse et al., 2023, Pre-print) berichtet hatten: Wenn man die Zellen dieser geimpften Kinder nach vier und 24 Wochen mit anderen Erregern in Kontakt bringt, so fallen die Abwehrreaktionen signifikant schlechter aus. Im Labor misst man als «Abwehrreaktion» die Menge an Zytokinen [das sind bestimmte Entzündungsbotenstoffe – Anm. d. Red.], welche nach einem Kontakt mit einem Erreger gebildet wurden. Dabei fand man eine signifikante Abnahme der Zytokinantwort nach Stimulation mit Pilzen, Bakterien und Viren. Die Antwort auf eine Virusstimulation fiel auch nach sechs Monaten noch signifikant schlechter aus.

Das angeborene Immunsystem – weitgehend unbeachtet
All diese beschriebenen Phänomene betreffen unser angeborenes Immunsystem. Also nicht die Antikörper oder spezifischen Abwehrzellen, welche nach einem Kontakt mit einem Erreger vom erworbenen Immunsystem gebildet werden. Es geht um die Abwehr, welche in jeder Zelle bereits ab der Geburt programmiert ist. Es ist interessant, dass unsere Impfforschung und die Zulassungsbehörden diese Phänomene, welche das angeborene Immunsystem betreffen, sträflich vernachlässigen.

Und meine Konsequenz aus diesen Beobachtungen
Ich hatte es schon oft erwähnt: Wer einmal eine Impfung hatte oder eine Covid-Erkrankung durchgemacht hat, hat bereits eine zelluläre Immunantwort aufgebaut und muss eigentlich in den meisten Fällen keine schwere Erkrankung befürchten. Ob eine Booster-Impfung tatsächlich noch einen zusätzlichen Nutzen hat (bezüglich milderem Verlauf) ist fragwürdig oder wenn, dann nur ungenügend dokumentiert. Doch was wir nun mit immer grösserer Sicherheit als Fakt annehmen müssen, ist die zunehmend dokumentierte Tatsache, dass eine mRNA-Impfung (wie auch andere Totimpfstoffe) einen negativen Effekt auf unser angeborenes Immunsystem haben. Diese Effekte können sehr weitreichende Folgen haben, denn unser angeborenes Immunsystem schützt uns nicht nur vor Infektionen, es ist auch wichtig für die Bekämpfung von Krebszellen. Dies erklärt auch die jüngste Beobachtung, dass die Gabe von hochdosiertem Vitamin D Rezidive von Darmkrebs reduzieren (Kanno et al, 22.8.23, JAMA Network).

Wer all dies in seinen Überlegungen zu einem allfälligen Impfentscheid einbezieht, wird wohl meinem Aufruf «Stoppt den Booster» vom 22. November 22 folgen. Aber die Menschen sind frei, das zu glauben, was sie wollen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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Man impft gesunde Menschen zum Vorbeugen. Deshalb muss der Nutzen deutlich grösser sein als mögliche Schäden.

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2 Meinungen

  • am 13.09.2023 um 16:31 Uhr
    Permalink

    Danke für den Artikel.

    Zitat:»Diese Effekte können sehr weitreichende Folgen haben, denn unser angeborenes Immunsystem schützt uns nicht nur vor Infektionen, es ist auch wichtig für die Bekämpfung von Krebszellen. Dies erklärt auch die jüngste Beobachtung, dass die Gabe von hochdosiertem Vitamin D Rezidive von Darmkrebs reduzieren (Kanno et al, 22.8.23, JAMA Network).

    Das klingt ebenfalls sehr interessant. Leider habe ich als Nicht-Mediziner den Sprung vom angeborenen Immunsystem hin zu Vitamin D bei Darmkrebs nicht verstanden.

    Vielleicht machen Sie dazu einen seperaten Artikel.

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