RevengePorn_Front

Sex-Bilder in Eintracht aufgenommen – später zur Rache in Netz verbreitet: Opfer weitgehend hilflos © Tracy Clark-Florly

Facebook-Chefin: «Schickt uns Eure eigenen Nacktbilder»

Urs P. Gasche /  Dank dem Abgleich der Nacktbilder, die Dritte rechtswidrig posten, könne man Betroffene sofort informieren. Ein Anwalt protestiert.

Ein Pilotprogramm läuft bereits in Australien: EIne Facebook-Software gleicht alle eingehenden Nacktbilder mit den freiwillig zur Verfügung gestellten ab. Treffer werden den Betroffenen, welche ihre Bilder Facebook zur Verfügung stellten, sofort mitgeteilt, so dass sich diese wehren können. Facebook «garantiert», die zur Verfügung gestellten Nacktbilder komplett vertraulich zu behandeln.

Regelmässig verbreiten enttäuschte oder verlassene Liebhaber, meistens Männer, Sexbilder von ihren Ex-Partnerinnen, um sich an ihnen zu rächen. Betroffene Jugendliche wurden so bereits in den Selbsttod getrieben.
Um dieses Problem des «Rache-Porno» in den Griff zu bekommen, soll Facebook als eine von verschiedenen Massnahmen ihre Userinnen und User aufrufen, Nacktbilder von sich selber Facebook zur Verfügung zu stellen. Dann könne Facebook eingehende Bilder von Dritten mit diesen abgleichen und sofort informieren. Das hat Niamh Sweeney vorgeschlagen, Verantwortliche für die Facebook-Politik in Irland. In Australien laufe bereits ein entsprechendes Pilot-Projekt, meldet die «New York Times».
Als «absurd» kritisiert Anwalt Paul Tweed diesen Vorstoss von Facebook. Tweed hat gegen Facebook schon etliche Prozesse wegen Persönlichkeitsverletzungen geführt und den Konzern in Vergleichen zur Zahlung von Entschädigungen gezwungen. In einem Interview fragte er kürzlich: «Welche Schnapsidee von Facebook ist denn das, Menschen zu fragen, sie sollen freiwillig kompromittierende Bilder zustellen?»
———-
Funktion und Background von Niamh Sweeney (Quelle: Linkedin):

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

Privatsphre2

Schutz der Privatsphäre

Internet-Seiten, E-Mails, Telefonanrufe, Handy-Standorte usw. werden flächendeckend erfasst. Wer stoppt´s?

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581