Parasiten und Pilzbefall machen den Lachsen das Überleben schwer © Arte
Folgen der Massentierhaltung unter Wasser: Zuchtlachs mit handtellergrossen Wunden © Screenshot Arte
Lachsverarbeitung in Chile: Zwölf Stunden stehen Arbeiterinnen in kalten Hallen am Fliessband © Screenshot Arte
Patagonien: In unberührten Gewässern sollen neue Fischfarmen entstehen © Screenshot Arte
Meeresschützer Juan Carlos Cárdenas kämpft vehement gegen die chilenische Lachsindustrie © Screenshot Arte

Lachsfarmen in Norwegen: «Schlimmer als Schweinezucht»

Barbara Jud / 25. Jun 2020 - Lachse werden mit Soja gemästet, leiden unter Parasiten. Qualvoll verenden Millionen Fische in den Netzgehegen der Zuchtanlagen.

Einst war Lachs eine rare und teure Delikatesse, die man sich nur zu festlichen Anlässen gönnte. Das ist heute anders. Mit zunehmendem Fischkonsum wurde der Edelfisch zur Alltagsmahlzeit – auch weil die Lachsindustrie mit gigantischen Zuchtanlagen laufend für preiswerten Nachschub sorgt. Allein Norwegen produziert als Leader im weltweiten Lachsgeschäft 1,2 Millionen Tonnen Zuchtlachs pro Jahr. Fast 90 Prozent des Lachses, der in unsere Läden kommt, stammt aus Norwegen. Ein Massenprodukt aus Massentierhaltung mit katastrophalen Folgen für die Natur. Doch ob das den KonsumentInnen so bewusst ist? Die «Arte»-Dokumentation «Die Gier nach Lachs» liefert unappetitliche Fakten zur Lachsindustrie und stellt die unbequeme Frage: «Wollen wir das wirklich essen?»

50 Millionen tote Zuchtlachse jedes Jahr

Unterwasseraufnahmen einer Lachsfarm in Norwegen zeigen, wie sich Tausende Lachse in einem Netzgehege drängen. Dass viele davon krank sind, fällt sofort auf. Einige haben deformierte Körper, sind grossflächig von Pilzen befallen, haben handtellergrosse Wunden, Fischkot verdreckt den Meeresboden. Der schwedische Journalist Mikael Froedig, der die Aufnahmen in der Zuchtanlage gemacht hat, ist nach seinem Tauchgang sichtlich aufgewühlt. Er habe nicht erwartet, «dass es da drin so übel aussieht», sagt er. «Aber das passiert unter der Wasseroberfläche, wo es keiner sieht.»

Wie überall bei der industriellen Produktion von Fleisch, steht der Profit über dem Tierwohl. Das ist bei der Lachszucht nicht anders. Ulrich Pulg, Fischbiologe am Forschungszentrum für Aquakultur im norwegischen Bergen, vergleicht die Lachszucht mit der Schweinezucht – beides industrielle Massentierhaltungen, «nur ist die Lachszucht noch schlimmer». Pulg weist dabei auf die hohe Sterblichkeitsrate beim Zuchtlachs hin: Jeder fünfte Fisch verendet während der Aufzucht. Eine Ausfallquote von 20 Prozent also, die Produzenten bei Schweinen oder Rindern niemals hinnehmen würden – bei Fischen aber offenbar schon. Laut Plug sterben jedes Jahr etwa 50 Millionen Lachse in der Zucht, «weil die Bedingungen so schlecht sind».

Folgen der Massentierhaltung unter Wasser: Zuchtlachs mit handtellergrossen Wunden. (Bild: Arte)

Ein Hauptgrund für das Lachssterben ist ein Parasit, die Lachslaus. Dieser winzig kleine Krebs saugt sich am Fisch fest und frisst sich dann immer tiefer ins Fleisch. Die offenen Wunden machen den Lachs anfällig für Infektionen, viele verenden qualvoll. In den grossen Zuchtanlagen, wo Zehntausende Lachse in Netzkäfigen eingepfercht sind, finden die Parasiten ideale Bedingungen vor und vermehren sich rasant. Die Parasitenplage lässt sich weder mit chemischen Mitteln noch mit Putzerfischen effektiv bekämpfen.

Im Film wird klar: Das Problem lässt sich wohl nur lösen, wenn sich an den Haltungsbedingungen der Lachse etwas grundlegend ändert. Technisch wäre das machbar. Sondre Eide, Mitinhaber von zehn Lachsfarmen in Norwegen, sieht die Zukunft der Lachsindustrie in geschlossenen Kreislaufanlagen an Land: Umweltschäden liessen sich dadurch vermeiden und das Tierwohl verbessern, ist er überzeugt. Ein grosser Haken hat die Sache aber: Solche Anlagen sind sehr viel energie- und kostenintensiver als andere Systeme, auch weil für Lachse zwei getrennte Kreisläufe mit Süsswasser und Salzwasser für die Aufzucht und Mast nötig sind.

Die «Arte»-Dokumentation macht deutlich: Die boomende Lachsindustrie entlang der Küste und in den Fjorden bedroht zunehmend auch die atlantischen Wildlachse in Norwegen, deren Bestand sich in den letzten 35 Jahren halbiert hat. Laut Angaben des Marine-Institus Bergen gibt es in Norwegen nur noch 530’000 Wildlachse – gegenüber 400 Millionen Zuchtlachsen. Fischschützer sind zu Recht besorgt: Jedes Jahr brechen einige hunderttausend Zuchtlachse aus den Meereskäfigen aus und werden zur Konkurrenz für die wenig verbliebenen Wildlachse in Norwegens Flüssen. Zudem verbreiten die entflohenen Zuchtlachse unter den Wildlachsen Krankheiten und Parasiten wie die Lachslaus, sie paaren sich gar mit ihren «wilden» Artgenossen und verunreinigen das Genmaterial.

Fisch- und Umweltschützer machen noch auf ein weiteres gravierendes Problem aufmerksam: Fischkot, Futterreste und giftige Rückstände aus den Netzgehegen verschmutzen die einst sauberen Fjorde, tragen zur Überdüngung bei und lassen ganze Küstenabschnitte übersäuern. Für den Fortbestand des atlantischen Wildlachses und anderen Meeresbewohnern alles andere als ideale Bedingungen.

Farbstoff im Futter macht das Lachsfleisch rosa

Nicht nur vor Ort hat die Lachsindustrie katastrophale Folgen für die Natur. Lachsfarmen fördern auch die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds. Denn die Züchter mästen die Lachse mit Futter, das grösstenteils aus Soja besteht. Das ist einfacher und billiger zu beschaffen als Fischmehl und -öl. Besonders in Brasilien werden für den Anbau von Soja riesige Waldflächen gerodet.

Der Lachs – in freier Wildbahn eigentlich ein Raubfisch – muss sich in der Zucht mit vorwiegend vegetarischer Kost begnügen. Doch dadurch fehlt ihm etwas Entscheidendes: der natürliche Farbstoff Astaxanthin, der dem Lachs die charakteristische rötliche Farbe verleiht. Wildlachse nehmen Astaxanthin mit ihrer natürlichen Nahrung auf, die unter anderem aus kleinen Krebstierchen besteht. Nicht artgerecht gefütterte Zuchtlachse hingegen haben nur gräulich blasses Fleisch vorzuweisen – ein Mangel, den die KonsumentInnen wohl nicht goutieren würden. Deshalb setzen die Lachsproduzenten dem Futter synthetischen Farbstoff zu, der den Lachs schön rosa färbt.

Doch das ist nicht alles: Oft wird dem Fischfutter Ethoxyquin als Konservierungsstoff beigemischt, um es für den Transport in Containerschiffen haltbarer zu machen. Beunruhigend dabei: Als Pflanzenschutzmittel wurde Ethoxyquin in Europa schon vor Jahren verboten, weil es unter Verdacht steht, krebserregend zu sein und die Leber zu schädigen. Im Tierfutter blieb Ethoxyquin jedoch erlaubt. Labortests haben in den vergangenen Jahren im Lachs aus konventioneller Zucht immer wieder Ethoxyquin-Rückstände nachgewiesen. KonsumentInnen erfuhren davon nichts. 2017 verkündete die EU, dass Ethoxyquin ab 2020 als Zusatzstoff im Fischfutter verboten werden soll. Ob das nicht-EU-Land Norwegen sich an dieses Verbot halten wird, ist allerdings fraglich.

Lachszucht in Chile: Eine ökologische Katastrophe

Die «Gier nach Lachs» beschränkt sich nicht auf Norwegen. Im Süden Chiles, rund um die Insel Chiloé, gibt es mittlerweile über 1000 Lachsfarmen. Viele wurden mit Beteiligung der norwegischen Fischindustrie aufgebaut oder sind im Besitz norwegischer Grosskonzerne. Und vor der Küste entstehen immer mehr Aquakulturen. Produziert wird fast ausschliesslich für den Export. Leidtragende sind die lokalen Fischer, die ArbeiterInnen in den Zuchtanlagen und die Umwelt, wie der Dokumentarfilm zeigt.

In Chile sind die Folgen der industriellen Lachsproduktion für das Ökosystem noch verheerender als in Norwegen. Die Verschmutzung des Meeres ist auch hier ein grosses Problem, ein viel grösseres jedoch ist der Lachs selbst. Vor zwei Jahren entkamen bei einem Gewittersturm 700’000 Lachse aus der Zuchtfarm eines norwegischen Unternehmens im Süden Chiles. Umweltorganisationen reagierten empört. Denn der Atlantik-Lachs, auf der nördlichen Halbkugel heimisch, bedroht als invasive Art in freier Wildbahn die Fischbestände einer ganzen Region und damit die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Hinzu kommt: Die Zuchtlachse aus dem Atlantik können in chilenischen Zuchtfarmen im Pazifik schwer überleben. Nur mit massiver Antibiotika-Zugabe erreichen sie die Schlachtreife. Laut Zahlen von Greenpeace werden die Lachse in Chile mit einer 700-fach höheren Menge Antibiotika behandelt als ihre Artgenossen in Norwegen.

Ein Aktivist, der besonders engagiert gegen die Lachsindustrie in Chile kämpft, ist der Tiermediziner Juan Carlos Cárdenas. Als Vorsitzender der NGO «Ecoceanos» setzt er sich seit über 15 Jahren für Meeresschutz und die Rechte der indigenen Völker und kleinen Fischer ein. Vor allem aber kritisiert er die miserablen Arbeits-, Hygiene- und Sicherheitsstandards in den Zuchtanlagen. Gesetzliche Vorgaben und Kontrollen gebe es in Chile kaum. «Der günstige Preis, für den Konsumenten in Europa den Lachs kaufen, spiegelt nicht die realen Kosten der Produktion wieder, die von der Umwelt, den Fischern und den Arbeitern in Chile getragen werden», sagt er.

Unmenschliche Arbeitsbedingungen

50 Tote in der Lachsindustrie beklagt «Ecoceanos» in den letzten sieben Jahren, darunter viele Taucher. «Man springt ins Wasser und weiss nicht, ob man lebend oder tot wieder hochkommt», beschreibt ein Taucher im Ruhestand die gefährliche Arbeit im Gewirr aus Maschendraht und Kabeln. Sein Kollege ergänzt: «Man taucht sogar bei Sturm, selbst wenn die Häfen geschlossen sind.» Der Interessenvertreter des Industrieverbandes «Salmon Chile» schiebt diese Todesfälle auf «mangelnde Vorsicht» der – meist schlecht ausgebildeten – Taucher. Bessere Schulung, weniger Druck bei der Arbeit, entsprechende Instruktionen und Sicherheitsvorkehrungen – offenbar alles kein Thema für den Industrieverband der Lachsproduzenten.

Lachsverarbeitung in Chile: Zwölf Stunden stehen Arbeiterinnen in kalten Hallen am Fliessband. (Bild: Arte)

Über miserable Arbeitsbedingungen beklagen sich auch Arbeiterinnen, die den Zuchtlachs an Land verarbeiten. Täglich stehen sie zwölf Stunden in kalten, feuchten Hallen am Fliessband. Viele leiden unter Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen. Auch Arbeitsunfälle mit Maschinen kommen immer wieder vor. Eine ehemalige Reinigungskraft verlor zwei Finger, weil ein Kollege vergass, die Maschine auszuschalten, die sie putzte. Eine andere Maschine habe einem Jungen den Arm herausgerissen, erzählt sie. Eine vernünftige Aufklärung und Ausbildung hatte sie wie die meisten ihrer Kolleginnen nicht erhalten.

Ungebremstes Wachstum um jeden Preis

Trotz aller Missstände sieht sich Chiles Lachsindustrie gerne als Wohltäterin in einer unterentwickelten Region. Die Unternehmen versprechen Arbeitsplätze, mehr Lebensqualität und mehr Wohlstand für die Bevölkerung. Doch der Aktivist Juan Carlos Cárdenas widerspricht: «Die Lachsindustrie bringt der chilenischen Bevölkerung keinerlei Vorteile. Die einzigen Gewinner sind die transnationalen Unternehmen.» Der offizielle Report des chilenische Sozialministeriums, der die Armut im Land misst, gibt dem Kritiker Recht: Die Region, zu der Chiloé gehört, ist als die zweitärmste Gegend des Landes aufgeführt.

Juan Carlos Cárdenas: «Die Lachsindustrie bringt der chilenischen Bevölkerung keinerlei Vorteile. Die einzigen Gewinner sind die transnationalen Unternehmen.» (Bild: Arte)

Die Lachsindustrie hat vor allem eines im Sinn: ungebremstes Wachstum. Laut Plänen der norwegischen Regierung soll die Lachsproduktion bis 2050 verfünffacht werden und einen Exportumsatz von 50 Milliarden Euro pro Jahr generieren. Angesichts der offensichtlichen Tierschutz- und Umweltprobleme klingt es da wie ein Hohn, wenn in der TV-Dokumentation Vertreter der Lachsindustrie von «Nachhaltigkeit» sprechen.

Auch in Chile will die Lachsindustrie in den nächsten Jahren weiterwachsen, angestrebt wird eine jährliche Produktion von 1,2 Millionen Tonnen bis 2032. Hunderte neue Lachsfarmen sollen im chilenischen Teil Patagoniens entstehen. Patagonien ist eine der Regionen mit den meisten Naturschutzgebieten und Biosphärenreservaten der Welt. Aber es sind gerade die unberührten Gewässer, die Lachszuchtunternehmen anlocken. Für die indigene Bevölkerung, die in diesen Gebieten von nachhaltigem Fischfang lebt und für Naturschützer sind das katastrophale Aussichten.

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TV-Dokumentation «Die Gier nach Lachs»: In der «Arte»-Mediathek verfügbar bis 8. Juli 2020

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DOSSIER: Die Plünderung der Weltmeere

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10 Meinungen

Ich war schon mehrmals in Norwegen, das Land hat eine Küstenlinie von ca. 20000 km, was genau zu berechnen eine Lebensaufgabe ist. Die Küstenlinie ist, geografisch betrachtet, ein Teil der Umwelt. Um diesem Begriff mal etwas Greifbares einzuhauchen. Ebenso das Wasser, ebenso der Mensch. Wenn Millionen Menschen ernährt werden, kann man also, mittels der Logik, nicht sagen, es sei ein Umweltschaden.
Ich angel in den Fjorden, direkt neben so einer Farm. Weder stinkt es, noch ist das Wasser verschmutzt. Es ist glasklar und sauber und wimmelt von Leben. Dass es sich um Qualzucht handelt und Gensoja eines der größten Probleme unserer Zeit ist, keine Frage. Es ist aber nicht so, als wäre da alles zugepflastert mit Lachsfarmen. Täte man dies, könnte man schätzungsweise 50 Milliarden Menschen ernähren. Denn es gibt unglaublich viel Platz. Viel mehr, als man sich vorstellen kann. Man sollte es einfach mal sehen und verstehen. Das ist aber auch eines unserer größten Probleme heute. Viele tun so, als wäre BladeRunner 2049 Realität. Es ist aber bloß ein dystopischer Film. Die Realität is viel weiter, schöner und leerer als es heute gerne erzählt wird. Davon sollte man sich nicht blenden lassen. VG
Victor Müller, am 25. Juni 2020 um 11:48 Uhr
Übrigens war Lachs bis ins Hochmittelalter ein Arme Leute Essen. Zuhauf hat man diese im Rhein gefangen, die gab's dann jeden Tag für die Bediensteten der Fürsten. War ja umsonst. Man hat hier nur alles kaputt gemacht. Alle Wälder waren weg, alle Flüsse wurden gestaut, begradigt usw. Daher übrigens auch die Überschwemmungen. Nicht wegen eines sich radikal ändernden Klimas. Nur mal so am Rande. Geschichte, Geografie und Physik, dann kann man sich zu so einem Thema auch eine Meinung bilden. Alles andere ist fahrlässig wenn nicht gar gefährlich.
Victor Müller, am 25. Juni 2020 um 12:05 Uhr
Bei extrem vielen Produktionen steht der Gewinn zuvorderst. Dem wird leider alles untergeordnet.
Ruedi Basler, am 25. Juni 2020 um 13:26 Uhr
Am besten isst man gar nichts mehr, wer holt mich raus aus diesem Dschungel-Camp??
Beda Düggelin, am 25. Juni 2020 um 13:26 Uhr
Konzernverantwortung, die sie meinen! Diese international tätigen Frevler nützen die liberale Gesetzgebung Norwegens um ihren Frevel weltweit zu betreiben. Sollte das Schweizervolk die Konzernverantwortungsinitiative ablehnen, dann können diese Gauner getrost in die Schweiz kommen und weiterhin im Trüben fischen, auch wenn Norwegen den Horror verbieten sollte. Als «Lizenz zum Plündern» hat man das schon im alten Jahrtausend erkannt. Heute heisst das «Globalisierung». Alternativloser Marsch in die Hölle.
Walter Schenk, am 25. Juni 2020 um 14:41 Uhr
Alleine in der Schweiz werden jährl. 2,66 Mio. Schweine geschlachtet.
http://www.schlachthof-transparent.org/pages/statistik.php
Bei einem durchschn. Gewicht von 200 Kg/schlachtreifen Schwein sind das 532'000 Tonnen Schwein, nur in der Schweiz.
Im Gesamten Wirtschaftsraum Europa dann wohl 25 Mio. Tonnen.

Der durchn. Bestand an Zuchtlachsen in Norwegen ist auf 400 Mill. limitiert. Jetzt mit Sojafütterung wächst ein Zuchtlachs in ca. 18 Monaten schlachtreif heran, mit einem Gewicht von 3,5 kg.
Jahresproduktion Norwegen, 1 Mio. Lachs.

Dass 1 Mio. Tonnen aus Lachszucht schlimmer als 25 Mio Tonnen aus Schweinezucht sein sollen, ist zumindest fragwürdig.
Ludwig Pirkl, am 26. Juni 2020 um 02:08 Uhr
Bekanntlicherweise muss leider Herr Jordan den Kurs der Frankens drücken.
Dazu beauftragte er «unsere Schweizer Banken» mit dem Kauf von Aktien ausländischer Unternehmungen.
Dazu kauft man ganz neutral ganze Aktienindizes.
So sind wir mit 700 Milliarden,ganz nebenbei, auch Mitbesitzer dieser armen Lachse und kippen dort eisenbahnwagenweise Antibiotika ins Meer.
Andreas Willy Rothenbühler, am 27. Juni 2020 um 14:36 Uhr
Meine Frage geht in die gleiche Richtung wie jene von Michael Schmidt.
Was kann ich als Konsument tun? Wo kriege ich nachhaltig, und unter verträglichen Umständen gefischten Lachs, meinetwegen auch Zuchtlachs - her?
Bei Migros bediene ich mich oft beim «Lachs mit Haut», wenns mal vom Bio-Label wieder solchen Lachs gibt. Was könnt ihr mir empfehlen? Kann Frau Jud als Verfasserin dieses Artikels vielleicht mehr dazu sagen?

Danke und liebe Grüsse
Christian
Christian Leippert, am 28. Juni 2020 um 14:52 Uhr
Da kann ich nur sagen - pfui Teufel! Ich wusste dass man nur Bio-Lachs in geringen Mengen verspeisen sollte, aber dass es so schlimm ist auf so vielen Ebenen wusste ich nicht. Da gibts nur noch eins: Boykottiert das Zeugs!
Domenica Ott, am 28. Juni 2020 um 22:53 Uhr
@Christian
Nach meiner Meinung ist jeder gefangene Fisch heute einer zu viel. Bei dem Grad der Überfischung kann man nicht mehr von «nachhaltig» sprechen. Zudem ist Fisch heute das giftigste Lebensmittel überhaupt, da er meist weit oben in der Nahrungskette steht. Da kumulieren sich die Umweltgifte. Einheimischer Süsswasserfisch ist auch keine wirkliche Lösung, da 97% des Fischs bei uns importiert wird.
Auch darum lege ich seit drei Jahren vegan, und es geht dir damit so gut wie noch nie.
Und wenn es unbedingt mal «Lachs» sein soll, geht das auch mit «Ruebli"!
https://www.eat-this.org/stullen-mit-karottenlachs-smorgasbord-vegan/
Alexander Stebler, am 14. Juli 2020 um 15:10 Uhr

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