Coop-Wahlen im Kanton Luzern: Opposition hat gegen das Männer-Gremium keine Chance © coop

Coop-Wahlen im Kanton Luzern: Opposition hat gegen das Männer-Gremium keine Chance

Coop: Noch ein Stück weniger Demokratie!

Wolf Linder / 17. Okt 2020 - Mit einem Husarenstreich hat der Coop-Verwaltungsrat echte Wahlen in ihre genossenschaftlichen Regionalräte verhindert.

Red. Wolf Linder ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft.

Die Geschichte machte keine grossen Schlagzeilen: Eine junge Konsumentengruppe wollte Einfluss auf die Wahl der rund 600 Coop-Regionalräte aus allen Landesteilen nehmen. Sie wehrte sich gegen die übliche, stille Bestätigung von Vertrauensleuten, die von der Unternehmensleitung eingesetzt wurden. Ihr Verein «Detailwandel.ch» wollte dafür sorgen, dass die Genossenschafter in echten Wahlen ihre Vertreterinnen (zwischen 30 und 120 aus jeder der sechs Regionen) bestimmen können. Die Wahl sollte auch zum Programm werden: Neben einer eigenen zunächst vertraulichen Wahlliste präsentierte der Verein eine Wahlplattform mit wenigen, aber prägnanten Forderungen. Sie verlangte eine konsequente Klimastrategie, bessere Arbeitsbedingungen und faire Preise für Produzenten und Konsumenten.

Zu solchen Wahlen kam es nicht: Der Coop-Verwaltungsrat unter Präsident Hansueli Loosli verdreifachte die Zahl der notwendigen Unterschriften für eine Kandidatur und verkürzte die Sammelzeit von 30 auf 15 Tage. Mit diesem Husarenstreich hat die Coop-Leitung echte Wahlen in die sechs Regionalräte vorerst verhindert.

Was das junge Team von «Detailwandel.ch» fordert

  1. Binnen eines Jahres weisen sämtliche Foodartikel transparent folgende Faktoren auf der Verpackung aus: CO2-Äquivalent, Wasserverbrauch, Tierwohl und Bodenverbrauch. Vorbild kann Eaternity sein, ein Unternehmen, das bereits entsprechende Infos für Produkteverpackungen liefert.
  2. Binnen eines Jahres werden die 10 Prozent jeder Sparte des Food-Sortiments, die gemäss obigen Kriterien am schlechtesten abschneiden, aus dem Verkauf genommen und durch bessere Alternativen ersetzt.
  3. Coop bietet bis 2022 die Möglichkeit eines CO2-neutralen Einkaufs innerhalb des gesamten Sortiments an.
  4. Coop ist bis 2030 im kompletten Sortiment nahezu CO2-neutral.

Ob der eigenmächtige Coop-Verwaltungsrat, in dem auch Alt-Bundesrätin Doris Leuthard sitzt, wusste, was er hier tat? Zunächst einmal hat er die Grundidee der Genossenschaft verraten: Diese Unternehmensform, so steht’s im Gesetz, ist nicht primär gewinnorientiert. Im Vordergrund steht die Förderung der gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder. Und darum entscheidet nicht der Kapitaleinsatz wie bei der Aktiengesellschaft, sondern die gleiche Stimme jedes Mitglieds über die wichtigsten Geschicke des Unternehmens. Derart «demokratisierte» Genossenschaften erlauben keine exorbitanten Gewinne für Einzelne, können nicht an der Börse verspekuliert oder ans Ausland verkauft werden. Dafür sind sie geeignet, längerfristige Interessen ihrer Mitglieder verantwortungsbewusst wahrzunehmen, wie das die zahllosen Wohnbaugenossenschaften in der Schweiz belegen.

Eine fatale Fehlentwicklung

Freilich haben Grossgenossenschaften wie Coop, Migros oder die Versicherungsgesellschaft Die Mobilar, ein gemeinsames Problem: Ihre Grösse, die Komplexität ihrer Organisation und Geschäftsfelder machen die direkte Teilnahme ihrer Mitglieder schwierig.

Grossgenossenschaften haben es, anders als der politische Föderalismus, nicht geschafft, funktionierende Partizipation auf mehreren Ebenen wie zwischen Gemeinden, Kanton und Bund zu schaffen, und ihren Wahlen liegt kein Wettbewerb zugrunde, sondern das faktische Diktat der Unternehmensspitze für bequeme «Yes-men» und «Yes-women». Damit werden Grossgenossenschaften auf ähnliche Art autokratisch geführt wie Aktiengesellschaften. Eine fatale Fehlentwicklung.

Alles schon dagewesen: Der verhinderte M-Frühling

Die Abwehr von Versuchen zur wirksameren Mitwirkung der Genossenschafter gehört auch zur Geschichte der Migros. Der 1979 gegründete Verein «M-Frühling» wollte die Migros demokratisieren, dezentralisieren sowie eine umweltfreundliche und entwicklungspolitisch verantwortungsvolle Unternehmenspolitik durchsetzen. Sein führender Kopf war Hans A. Pestalozzi, wegen seiner zunehmend radikalen Zeitkritik gekündigter Leiter des Gottlieb-Duttweiler Instituts, des Migros-Thinktanks. In seinem Leitbild kritisierte der «Migros-Frühling» die Expansion durch grosse Einkaufszentren, die Abhängigkeit vieler Zulieferer und Bauern, den Druck zur Industrialisierung der Landwirtschaft und den Import exotischer Früchte. Er forderte unter anderem dezentralisierte Versorgungs- und Verkaufsstrukturen sowie eine Selbstbeschränkung des Unternehmens insgesamt. Der «M-Frühling» bewegte die Öffentlichkeit stark; Télévision Suisse Romande strahlte ein Streitgespräch zwischen M-Chef Pierre Arnold und Nationalrätin Yvette Jaggi aus, der Tages-Anzeiger druckte eine Übersetzung ab. Der M-Frühling erhielt bei der Genossenschaftswahl 1980 zwar rund 20 Prozent der Stimmen. Wegen des Majorzprinzips errang er aber keinen einzigen Sitz.

Wie heute die Coop-Spitze, änderte die Migros die Spielregeln: Unterschriften für eine alternative Kandidatur erklärte sie nur für gültig bei gleichzeitiger Angabe der Mitgliedsnummer – um sie nachzutragen, hatte der Migros-Frühling die notwendige Einsicht in die Register vor Gericht zu erstreiten. Ab 1983 erhöhte der Migros-Genossenschaftsbund die Hürden für eine Kandidatur bei Genossenschaftswahlen. Damit schwanden die Chancen des Migros-Frühlings für eigene Kandidaturen nochmals, wie Regionalwahlen in Basel und St. Gallen zeigten. Der Migros-Frühling gab weiterhin eine «Gegenzeitung» zum Migros «Brückenbauer» heraus, verlor aber an Schwung und wurde Mitte der 1990er Jahre aufgelöst. Hans A. Pestalozzi zog sich zurück und wurde Biobauer.

Quellen: Christoph Wehrli: NZZ vom 11.12.2017 (gegen Bezahlung) / Beat Mahler: Frühlingsputsch im Migrosland

Warum wohl fürchtet die Coop-Leitung – ähnlich wie einst die Migros – den kleinen Hauch einer Demokratisierung wie der Teufel das Weihwasser? Warum sabotiert sie mit Reglements-Änderungen mitten im Spiel eine Prise echter Mitwirkung für ihre 2.5 Millionen Genossenschafter?

Ein erster Grund ist banal: Keine Unternehmensspitze liebt es, Macht oder Kontrolle zu verlieren. Ein professionelles Management verwaltet seine Macht lieber mit von oben bestellten Vertrauensleuten als mit von unten gewählten Repräsentanten. Die Sorge um das Überleben auf dem stark umstrittenen Markt dürfte der zweite Grund sein. Coop wie Migros sind heute der starken Konkurrenz von Lidl und Aldi ausgesetzt. Verständlich, dass das Coop-Management glaubt, ein möglichst ungehindertes professionelles Management biete die beste Gewähr im harten Wettbewerb. In diesem Wettbewerb setzt Coop heute stark auf die Karte «einheimische und ökologische» Produkte, wo ein Heimvorteil gegenüber den deutschen Newcomern vermutet werden kann. Offensichtlich mit Erfolg, denn der WWF – in einer Partnerschaft mit Coop –, bezeichnete die Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens verschiedentlich als «richtungsweisend», einzelne davon gar als «visionär». Ein b-moll dagegen ertönt aus Konsumenten-Tests: Was heisst es, wenn darin Produkte von Lidl und Aldi besser abschneiden punkto Ökologie und Schadstoff-Freiheit? Und was für Gedanken machen sich Konsumentinnen, wenn anscheinend «einheimische» Produkte mehr und mehr aus Deutschland stammen?

Selbst wenn Coop und Migros wirklich «grüner» wären, so bleiben Lidl und Aldi als international operierende Unternehmen mehr Möglichkeiten, Preise zu unterbieten. Im reinen Produktwettbewerb bleiben diese im Vorteil. Offen ist daher die Frage, wie viele Kundinnen und Kunden trotzdem bei den beiden «Alteingesessenen» bleiben. Lassen sie sich dauerhaft von billigeren Angeboten der «Neuen» beeindrucken? Oder aber macht ihnen jemand den kleinen Unterschied bewusst: Dass der Gewinn bei Lidl und Aldi in die Taschen von zwei der reichsten Familien in Deutschland fliesst, während Migros und Coop einen erheblichen Teil des Gewinns für viele soziale und bemerkenswerte gemeinnützige Aufgaben ausgeben?

Das ist kein kleiner, sondern ein bedeutender Unterschied. Mit ihrem «Kulturprozent» unterstützt die Migros ein breites Spektrum sozialer und kultureller Tätigkeiten. Es reicht von Konzert- und sonstigen Kulturanlässen bis hin zu Sprachkursen für Migrantinnen, gemeinnützigen Programmen für engagierte Grossväter oder die professionelle Beratung von Vereinen. Mit 118 Mio. Franken machte das Kulturprozent 2019 mehr als ein Drittel des Jahresgewinns von 335 Mio. Franken aus. Betragsmässig weniger klar ausgewiesen, aber ähnlich bekannt sind die sozialen Aufwendungen von Coop, z.B. die Berggebietsförderung vor Ort oder Produkte «Montagna» in den Läden).

Die Kunden: Bloss Konsumenten oder auch Genossenschafterinnen?

Viele Kunden – egal ob Genossenschafter oder nicht – kennen den «kleinen» Unterschied zu Lidl und Aldi nicht. Viele dürften einfach aus Gewohnheit bei Coop oder Migros bleiben. Stehen Freilandeier neben billigeren Batterie-Importeiern im Regal, nimmt die Mehrheit die billigen. Vielen ist die Tatsache egal, dass Import-Eier unter Bedingungen der Tierhaltung produziert sein können, die in der Schweiz längst verboten sind. Noch ferner ist ihnen der Gedanke, dass die Schweizer Landwirtschaft im liberalisierten Freihandelsregime mit ungleich langen Spiessen kämpft. Zur Verbreitung dieser gedankenlosen Kundenmentalität tragen auch all jene «Konsumententests» bei, die solche Zusammenhänge unterschlagen. Coop wie Migros hätten darum beide ein Interesse, ihre Käuferschaft vermehrt als «Genossenschafterinnen» und nicht bloss als «Konsumenten» anzusprechen.

Das zu tun, haben Coop und Migros einen grossen Vorteil. Ihre Wochenzeitungen «Coop Zeitung» und «Migros Magazin» sind die auflagenstärksten Printmedien in der Schweiz. Ihre Leser erfahren darin nicht nur etwas über das Ei, sondern auch über die Geschichte, bevor das Ei auf dem Tisch landet. Vielleicht könnte heute die Coop-Zeitung noch interessanter werden, wenn in ihren Spalten auch «Detailwandel.ch» zu Wort käme, geöffnet als Forum für eine öffentliche Debatte mit dem Management rund um eine «konsequente Klimastrategie». Zwar sind Migros und Coop nicht die Aufklärer der Nation. Aber dank ihren Wochenzeitungen mit dem grössten Leserkreis könnten sie es für ihre Kunden werden.

Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimawandel sind politisch kontrovers, von Ungewissheit und Widersprüchen geprägt. Das färbt auch auf die scheinbar unpolitische Geschäftspolitik der Grossverteiler ab. Diese steht im Kreuzfeuer gegensätzlicher Interessen von Produzenten, Konsumenten und Überlebensstrategien des Unternehmens samt seiner Belegschaft.

Die autokratischen Entscheide von Spitzenmanagern, die sich durch diese Situation durchschlängeln, dürften nicht die besten Lösungen erbringen. Dagegen bietet die Mitwirkung und Partizipation der verschiedenen Akteure, weise und stufengerecht eingerichtet, den Genossenschaften einzigartige Möglichkeiten, diese Konflikte auf verschiedenen Ebenen offen zu artikulieren und auf faire Art auszutragen. Damit lassen sich Ergebnisse erzielen, die für alle Teile befriedigend sind. Solche Prozesse fördern die Bindung von Genossenschaftern wie von Kundinnen an das Unternehmen. Initiativen wie «Detailwandel» versprechen neue Ideen und wollten etwas Licht in das Dunkel intransparenter Scheindemokratie bringen. Die Coop-Spitze hat diese Chancen vorerst verpasst.

Hoffen wir: bloss vorerst.

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Das junge Team von «detailhandel.ch» lädt dazu ein, einen Brief an den Coop-Verwaltungsrat zu unterschreiben, damit dieser die «demokratiefeindlichen» Massnahmen zurücknimmt: HIER.

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Siehe zur gleichen Problematik auch

«So wird die Genossenschaftsidee verraten» (auf Infosperber)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bern. Von 2012 bis 2019 war er Mitglied des Schweizerischen Wissenschaftsrats.

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6 Meinungen

Ich habe grade die Statuten der coop genossenschaft überflogen. Der Verwaltungsrat hat gar keine Kompetenz, über Bedingungen von Wahlen zu entscheiden und Beschlüsse zu treffen, die die Struktur der Genossenschaft betreffen, dies kann nur die Genossenschaft an einer Hauptversammlung. Er ist lediglich für die «Geschäfts» führende Struktur, aber nicht für die Genossenschaftsstruktur, sowie deren Wahlmethoden zuständig, er vertritt die Genossenschaft nach aussen und hat in der Genossenschaft wie jeder Genossenschafter nur eine Stimme. Eine Genossenschaft ist die reinste Form der Demokratie. Oder sollte es sein.
juerg wyss, am 17. Oktober 2020 um 11:13 Uhr
"Das ist kein kleiner, sondern ein bedeutender Unterschied. Mit ihrem «Kulturprozent» unterstützt die Migros ein breites Spektrum sozialer und kultureller Tätigkeiten.»
"bedeutend"? Wenn ich bei Aldi (gefühlt, nicht gemessen) 15-30% weniger bezahle, kann ich gut noch einige % für Kultur und Notlinderung spenden, was auch geschieht.
Heiner Graafhuis, am 17. Oktober 2020 um 14:52 Uhr
Dieses grundsätzlich zutreffende Demokratieverständnis wird leider immer seltener. Hochachtung, aber das ist eine vom Aussterben bedrohte Art in den Human-Wissenschaften.
Wolf Linder kann es sich als anständiger emeritierter (Politik-) Wissenschaftler leisten die Wahrheit über die Wirklichkeit auszusprechen. Er ist in seiner Professoren-Existenz nicht mehr abhängig davon, wieviel Drittmittel er von den Kapitalgewaltigen für seinen Herrschaftsbereich an Unversitäten, an denen die Freiheit von Wissenschaft und Lehre immer mehr zu 'fake science' ohne Qualitäts-Management/Kontrolle (Wissenschaftstheorie) verfault.
Gar nicht so wenige unanständige emeritierte Professoren bessern ihr kärgliches Ruhestandsgehalt ein wenig auf und geben sich u. ihre Wissenschaftlichkeit preis. Wieso auch nicht ?
Alles andere wäre moralinsauer und würde die allerheiligsten Marktkräfte im Wissenschaftsbetrieb behindern, wie die Libertären zu predigen pflegen.
Der Verein «Detaiwandel.ch» versucht «Partizipative Demokratie».
In der «Direkten Demokratie» werden politische Fragen nur mit Mehrheits-Abstimmung erledigt, während sich die Interessengruppen in der partizipatorischen Demokratie schon im Vorfeld abstimmen und sich verständigen, damit es nicht zur Spaltung in Sieger und Verlierer kommt.
Auch Ansätze des 'egalitären' Liberalismus (John Rawls) sind zu erkennen, in der 'Freiheit' eine relativieren Wert hat. Im Libertarismus hat sie dagegen einen absoluten Wert.
Ludwig Pirkl, am 17. Oktober 2020 um 16:49 Uhr
Wie der Autor hoffe ich sehr, dass die Coop-Führung die grosse Chance in diesem Vorstoss im nachhinein erkennt und wenigstens mit den innovativen Kräften hinter dieser Bewegung zusammensitzt, um über ihre berechtigten Forderungen zu reden und vielleicht sogar einige von Ihnen an Bord zu holen.

Langfristig sind die Forderungen von https://detailwandel.ch/ - inklusive faire Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter*innen und faire Preise für Produzenten - wahrscheinlich die beste Strategie, um am Markt seine von Nachhaltigkeit überzeugten Kunden zu überzeugen.
Der Trend geht eindeutig in diese Richtung, wie Coop sehr wohl weiss und auch Vieles bereits in diese Richtung unternimmt.

Europaweit zeigen Tausende von Solar- und anderen Genossenschaften, dass es sehr wohl funktionieren kann, wenn man denn wirklich will.
Dr. med. Paul Steinmann, am 19. Oktober 2020 um 09:57 Uhr
Ich bin immer wieder hin- und hergerissen, ob ich eher bei Coop oder Migros einkaufe, hauptsächlich aus ökologischen Überlegungen, die oft für Coop sprechen. Nun sehe ich hier einen weiteren Faktor, und werde mich bemühen, möglichst wenig bei den Grossverteilern zu beziehen.
Theo Schmidt, am 24. Oktober 2020 um 12:03 Uhr
Falsche Ansicht: �Migros und Coop geben wohl einen ganz kleinen Teil des Gewinns f�r soziale und gemeinn�tzige Aufgaben aus.� Korrekt ist: Aldi und Lidl geben einen ganz grossen Teil ihres infolge tiefer Preise nicht realisierten Gewinns f�r soziale Aufgaben aus, n�mlich f�r die Familien, die bei ihnen einkaufen.

Und hier liegt Infosperber nochmals falsch: �Stehen Freilandeier neben billigeren Batterie-Importeiern&.�. Seit mehr als 10 Jahren verkauft kein einziger Detailh�ndler in der Schweiz Batterie-Eier oder K�figeier. Die Importeier, ob Boden- oder Freilandhaltung, sind vom Tierwohl her genauso gut wie in der Schweiz. Einschl�gige Label-Anforderungen (u.a. KAT) �bertreffen die Schweizer Anforderungen.
Dann kommt man schnell zur Betriebsgr�sse der Bauern: wer von Coop und Migros wagt es, ihren Kunden zu erkl�ren, dass in der Schweiz nicht wenige Betriebe mit 18.000 Legehennen vorhanden sind? Keiner !

Der Bericht ist alles in Allem schlecht recherchiert und suggeriert den Lesern, Coop Migros w�ren gut, tun Gutes, etc. Das stimmt in vielen Teilen definitiv nicht.

Coop Migros, vor allem Letztere, wird in der Branche als �Krebs� bezeichnet.

Coop & Migros h�tten die KMU-Landschaft kontinuierlich ausgetrocknet und zum Verschwinden gebracht, w�ren Aldi & Lidl nicht gekommen. Beide haben wesentlich effizientere Strukturen. Bei Produkten des t�glichen Bedarf ist ihre Marge sehr tief , teils 10-14% ikl. MWSt.
Marco Zürcher, am 30. Oktober 2020 um 17:35 Uhr

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