In den USA ist die Lebenserwartung fünfeinhalb Jahre tiefer als in Japan. © Inequality Media

In den USA ist die Lebenserwartung fünfeinhalb Jahre tiefer als in Japan.

Plädoyer für eine Grundversorgung ohne Konzernprofite

Red. / 02. Dez 2019 - In den USA koste die Gesundheit am meisten, doch die Lebenserwartung sei tief und die Kindersterblichkeit hoch, sagt Robert Reich.

Im US-Wahlkampf wollen demokratische Kandidatinnen und Kandidaten ihre Wählerschaft mit ihrer Absicht gewinnen, den Missstand endlich zu beseitigen, dass noch immer 28 Millionen Einwohner keine Krankenversicherung haben. Doch die Rezepte sind unterschiedlich.

Die meisten propagieren zwar «Medicare for all», aber sie schlagen ganz unterschiedliche Finanzierungen vor.

In einem Kurzvideo zeigt Robert Reich in gewohnt pointierter Art die Differenzen auf. Für den früheren US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton geht es bei den Vorschlägen von Joe Biden lediglich um eine Entlastung der bisher Versicherten zu Lasten der Steuerzahlenden. An den insgesamt rekordhohen Kosten würde sich wenig ändern.

Wer die hohen Kosten der Grundversorgung reduzieren möchte, müsse den radikalen Vorschlägen von Bernie Sanders und Elizabeth Warren folgen. Diese beiden schlagen eine staatliche Einheitsversicherung vor, welche private, profitorientierte Versicherungskonzerne ausschalten würde.

Das habe zwei Vorteile: Erstens würden die enorm hohen Kosten für Marketing und Werbung wegfallen. Zweitens hätte der Staat eine starke Verhandlungsmacht gegenüber den Leistungserbringern und könnte tiefere Preise aushandeln. Richard Reich kommt zum Schluss, dass eine staatliche Versicherung der medizinischen Grundleistungen deutlich günstiger käme. Den Privatversicherungen würde er das Geschäft mit freiwilligen Zusatzversicherungen überlassen.

Richard Reichs kurzes Plädoyer für eine richtige Grundversorgung für alle:

Auch ein richtig regulierter Wettbewerb unter Krankenkassen kann Kosten senken

upg. In den USA hat der Wettbewerb unter privaten Versicherungen versagt, weil der Staat als Regulierer versagte: Unter anderem keine Versicherungs- und Aufnahmepflicht, keine Gate-Keeper-System, unzureichende Kartellverbote, ungenügende vergleichbare Qualitätsdaten. Das Beispiel Holland zeigt, dass ein regulierter Wettbewerb unter grossen Krankenkassen, die eine Aufnahmepflicht haben, aber auch über eine weitgehende Vertragsfreiheit gegenüber den Leistungserbringern verfügen, sowie staatlich kontrollierte Qualitätsmessungen und richtig gesetzte finanzielle Anreize sowohl zu einer guten Behandlungsqualität als auch zu akzeptablen Kosten der Grundversorgung führen können.

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