Drohende Minuszinsen: Die Irrtümer der Finanzspezialisten

Werner Vontobel © wv
Werner Vontobel / 17. Sep 2019 - Nicht die Sparguthaben der «Babyboomer» drücken die Zinsen nach unten. Hauptproblem ist die zunehmende Ungleichheit der Einkommen.

Thomas Jordan hat die Diskussion zwar nicht erfunden, doch weil er als Präsident der Schweizerischen Nationalbank nun mal der «Herr der Zinsen» ist, wird eine seiner Aussagen immer wieder zitiert: «Für den globalen Rückgang der Realzinsen gibt es verschiedene Gründe. Vereinfacht ausgedrückt spielt einerseits die demografische Entwicklung eine wichtige Rolle, weil eine alternde Bevölkerung aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung tendenziell mehr spart.»

Simon Schmid hat diese vage Andeutung in einem längeren Text für die Online-Zeitung «Republik» wie folgt ausgedeutscht: «Die höhere Lebenserwartung hat die Sparneigung zusätzlich verschärft. Wer seinen Lebensunterhalt fast ein Vierteljahrhundert über die Pensionierung hinaus finanzieren muss, handelt anders als jemand, der nur halb so lang von der Rente und dem Ersparten leben muss. Der Effekt auf die Zinsen ist wie gehabt: Sie werden durch das enorme Sparangebot nach unten gedrückt.»

Höhere Lebenserwartung erhöht den Spardruck

Machen wir es mit einem kleinen Rechenbeispiel noch deutlicher: Als das BVG 1985 eingeführt wurde, betrug die mittlere Lebenserwartung nach der Pensionierung noch 19 Jahre. Man musste also mit dem Einkommen von 45 Arbeitsjahren insgesamt 64 Lebensjahre finanzieren. Um das Einkommen gleichmässig auf die Lebensjahre zu verteilen, musste man also – Dreisatz – jedes Jahr 30% des Einkommens zur Seite legen. Falls man ab 65 – von der Last der Kinder befreit – 20% weniger Einkommen braucht, reduziert sich der Sparbedarf auf 25% des Einkommens.

Wenn nun aber die Lebenserwartung nach der Pensionierung – wie Schmid sagt – auf 25 Jahre steigt, muss man mit weiterhin 45 Arbeitsjahren 70 Lebensjahre finanzieren. Unter der unveränderten Annahme eines um 20% niedrigeren Bedarfs im Rentenalter errechnet sich jetzt eine zur Finanzierung der Rente nötige Sparquote von 31%. So viel muss man in den aktiven Jahren zur Seite legen, um die Kaufkraft gleichmässig auf die Lebensjahre verteilen zu können.

Individuelle Logik des Alterssparens nicht übertragbar auf Gesamtwirtschaft

Das ist genau das, was Jordan meint, wenn er behauptet, dass eine alternde Bevölkerung einen höheren Sparbedarf hat: Die Aktiven müssen mehr auf die hohe Kante legen, damit sie nach 65 noch genug zum Leben haben. So weit, so logisch. Das Problem dabei ist allerdings, dass der individuelle Sparbedarf jedes Einzelnen einer ganz anderen Logik gehorcht, als der Investitionsbedarf der ganzen Wirtschaft. Dieser hängt nämlich nicht vom Anteil der Alten ab, sondern allein von der Nachfrage und vom Stand der Technologie. Aktuell muss die Schweiz bloss 21% (und nicht 31%) des BIP aufwenden, um den Kapitalstock zu erhalten, der nötig ist, um den – zum grossen Teil aus Dienstleistungen bestehenden – Konsumbedarf zu decken. (Und darüber hinaus noch einen Exportüberschuss von rund 10% des BIP zu produzieren.)

Kommt hinzu, dass die Unternehmen und der Staat seit Jahren ihre Investitionen aus dem laufenden Einkommen selbst finanzieren können. Anders gesagt: Die Privathaushalte haben alle Investitionen bereits über die Preise der Konsumgüter bzw. mit den Steuern bezahlt. Volkswirtschaftlich gesehen sind die Ersparnisse aus der Altersvorsorge nicht nur so überflüssig wie ein Kropf, sondern auch noch schädlich: Je mehr gespart wird, desto weniger wird konsumiert, und desto weniger muss oder kann investiert werden. Das ist ein Teufelskreis, der – wie Jordan und Schmid beide richtig bemerkt haben – die Zinsen nach unten drückt.

Schuld daran ist aber nicht die Überalterung an sich, sondern bloss der Versuch, die individuelle Logik des Alterssparens mit Hilfe eines Kapitaldeckungsverfahrens auf die ganze Wirtschaft zu übertragen. Das geht einfach nicht. Und wenn man, wie das unter vielen anderen der Finanzprofessor Erwin Heri in einem Interview mit «Watson» fordert, die sinkenden Zinsen auf den BVG-Guthaben mit zusätzlichen, steuerlich privilegierten Spareinlagen kompensieren will, wird das Überangebot an Ersparnissen nur noch grotesker.

Auf den Sparguthaben sitzen primär die Reichsten

Nun sind aber sinkende oder gar negative Zinsen ein weltweites Phänomen, das auch Länder betrifft, die nicht den Fehler begehen, die Altersrenten mit einer kapitalgedeckten 2. Säule zu finanzieren. Simon Schmid liefert deshalb eine generelle Erklärung der sinkenden Zinsen: Seit 1975 ist der Anteil der 25- bis 70-Jährigen in den Industrieländern von 50 auf 60% gestiegen. «In dieser Phase verdienen Menschen typischerweise mehr Geld, als sie ausgeben – und bringen dieses deshalb zur Bank oder legen es in Wertpapieren an. Besonders zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr ist die Sparneigung erfahrungsgemäss sehr hoch.» Deshalb, so Schmid weiter, «hat sich über die letzten Jahrzehnte eine Welle an Spargeldern aufgetürmt. Daran, dass irgendwer diese Gelder auch investieren und damit eine Rendite erzielen muss, haben die Babyboomer aber nicht gedacht. So sitzt diese Generation nun auf ihrem Sparguthaben – und realisiert, dass dieses viel weniger wert ist als gedacht.»

Richtig daran ist, dass sich in den letzten Jahrzehnten wirklich eine Welle an Spargeldern aufgetürmt hat. Ferner trifft es zu, dass gleichzeitig der Anteil der Babyboomer an der Gesamtbevölkerung zunahm. Dass letzteres die Ursache von ersterem sein soll, ist jedoch unzutreffend. Vielmehr liegt die Ursache darin, dass die Ungleichheit der Einkommen seit einigen Jahrzehnten stark zugenommen hat. Auf den Sparguthaben sitzt nicht eine ganze Generation – wie Schmid schreibt – sondern im Wesentlichen bloss die reichsten 20% dieser Generation.

In der Schweiz und in Deutschland kassiert dieses reichste Fünftel rund 50% aller Einkommen vor und etwa 40% nach Steuern. In anderen Industrieländern sind die Einkommensunterschiede noch krasser. Beim Konsum ist die Diskrepanz naturgemäss viel geringer. Die Reichen, vor allem das reichste Prozent, kann unmöglich so viel ausgeben, wie es einnimmt. Das ärmste Drittel könnte von dem wenigen, was es verdient, nicht überleben, und sich auch keine Kinder leisten, was wiederum die Überalterung erklärt.

AHV ausbauen statt individuell fürs Alter sparen

Damit das ganze System nicht zusammenbricht, verschuldet sich Staat bei den Reichen und gibt das Geld an das ärmere Drittel weiter. Die Reichen sitzen so auf immer grösseren Finanzguthaben, die sie nicht real investieren können, weil dazu schlicht die Nachfrage fehlt. Sie fehlt erst recht, wenn diese Reichen für ihr Sparen noch steuerlich belohnt werden.

Die logische Schlussfolgerung aus diesen Überlegungen wäre, dass wir die Altersvorsorge wieder organisieren müssen wie einst – vor der Erfindung des Geldes. Damals musste man für seine alten und kranken Tage auch keine Essensvorräte anlegen, sondern man wurde von den Jungen und Aktiven durchgefüttert. Übertragen auf die moderne Zeit heisst das: «Umlageverfahren» oder Ausbau der AHV. Das hätte nebenbei auch den Vorteil, dass damit auch die Ungleichheit abgebaut würde. Zudem würde der mittlerweile auf über 1000 Mrd. Franken angewachsene Kapitalstock der 2. Säule zumindest nicht mehr ganz so schnell aufgebläht.

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Keine.

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11 Meinungen

Die Pensionskassen sind abzuwickeln und deren Beträge der AHV zu überführen.
Eine Schuldenkrise ist immer eine Vermögenskrise. Die Schulden der einen sind die Vermögen des anderen. Sobald alle Schulden getilgt sind, gibt es daher kein Vermögen mehr. Der Grund warum die Staatsschulden so hoch sind liegt daran das gewisse Personen und Firmen zu wenig besteuert wurden und zu reich sind.

Der demografische Wandel ist ja immer bei allem Schuld. Die Negativzinsen wurden eingeführt um eine Deflation zu verhindern die wir schon haben.
Wir produzieren schlicht zuviele Güter die niemand haben will.
Die nicht vorhandene Nachfrage wurde über Konsumkredite die letzten Jahre gepuscht. Nun da sich schon jeder Arbeitslose über beide Ohren verschuldet hat, dreht sich die Rezesionsspirale weiter. Die Negativzinsen sind nur Öl im Feuer und schöpfen der Wirtschaft real Geld ab.

Das Stimmvolk hat nein gesagt zur Vollgeldinitiative und muss nun mit dem «Experiment» der Negativzinsen leben. Leider bedeutet das ein langsames und qualvolles sterben unserer Binnenwirtschaft.
Daniel Bertschi, am 17. September 2019 um 11:44 Uhr
Diese Faktoren haben sicher auch einen Einfluss. Die Geldschwemme kommt aber von der ungebändigten Geldschöpfung der Banken. Die ständige Vergrösserung der Kredite erzeugen die Geldflut. Die Vollgeldinitiative hätte das unterbunden!
Marcel Hablützel, am 17. September 2019 um 11:50 Uhr
Mit Verlaub. Minuszinsen kann man mit realwirtschaftlichen Argumenten nicht erklären. Minuszinsen sind ausschliesslich durch die irrwitzige Geldproduziererei der Zentralbanken zu erklären. In der Finanzkrise von 2008 agierten sie als Feuerwehr. Bei der nächsten Finanzkrise sind sie die Brandstifter. Eine Feuerwehr gibt es dann nicht mehr.
Es ist die „notorische Sturheit der grossen Notenbanken“ (Kurt Schiltknecht, ehemaliger Chefökonom der SNB), welche für das Debakel verantwortlich ist. Allen voran gilt das für die Europäische Zentralbank, die damit den überschuldeten EU-Ländern ermöglicht, sich billig noch weiter zu verschulden.
Hans Geiger, am 17. September 2019 um 12:11 Uhr
Es findet schon heute eine starke umverteilung von oben nach unten statt. Z.b. bei den steuern, der ahv, und auch der pk. Wenn jemand der viel pk guthaben hat kurz nach der pensionierung stirbt, hinterlässt er in der pk viel geld, das anderen zu gute kommt. Nicht so, wenn einer mit wenig guthaben stirbt. Dies nennt man solidarität und ist in ordnung. Man soll aber nicht so tun, als würden die reichen den armen nicht heute schon gewaltig helfen. Wenn man nun die pk in eine erweiterte ahv umwandelt, so wird diese umverteilung noch grösser. Das umverteilungssubstrat sollte nicht belbig geschröpft werden. Deshalb ist eine umwandlung der pk in eine ahv plus eher abzulehnen. Es sei denn, man gestaltet sie umverteilungsneutral.
Christian von Burg, am 17. September 2019 um 12:16 Uhr
Einverstanden, es ist nicht die Demografie, die die Zinsen herunterdrückt. Geld wird über Kredit geschaffen. Jede Investition schafft damit simultan eine Ersparnis von gleicher Höhe in Form einer Bankeinlage. D.h. Investitionen und Ersparnisse sind immer gleich, unabhängig davon, wie hoch der Zins ist. Es kann also nicht sein, dass «zu viele» Ersparnisse die Zinsen drücken. Das Zinsniveau wird in erster Linie von den Notenbanken bestimmt. Und weshalb setzen diese die Zinsen so tief? Weil die wirtschaftliche Lage so schlecht ist. Das hat einerseits mit der mangelnden Nachfrage (insbesondere aufgrund der Ungleichheit) und andererseits mit der tiefen Rendite in der Realwirtschaft zu tun (weshalb über Spekulation in den Finanzmärkten nach höheren Renditen gesucht wird). Die Geldpolitik ist also gezwungen, die Zinsen zu senken in der Hoffnung, dass damit die Profitperspektiven für den Privatsektor wieder besser werden. Es scheint nicht zu funktionieren, weil sich an der fehlenden Nachfrage damit nämlich nichts ändert.
Basil Oberholzer, am 17. September 2019 um 12:26 Uhr
Der Schlussfolgerung kann ich nur zu 100% zustimmen.

Mein Senf dazu:
Die Finanzkrise 2007/2008 hat die Zinssenkung enorm beschleunigt. Damals wechselten riesige Vermögenswerte den Besitzer. Und zwar von Schuldner (Arm) nach Gläubiger (Reich). Die Schere ging ruckartig ein grosses Stück weiter auf. Je reicher eine Person (oder Institution) ist, je weniger verkonsumiert sie Anteilig und ihr Sparanteil wächst. Je mehr Geld gespart und der Wirtschaft entzogen wird, desto mehr Geld muss in den Umlauf gebracht werden um die bestehenden Schulden zu begleichen. Damit die dazu nötigen Kredite vom Publikum aufgenommen werden, ist Zinssenkung als Lockmittel die einzige, mögliche Lösung. Die Finanzkrise 07/08 verschärfte somit den Trend der sinkenden Zinsen stark. Man soll aber nicht im Glauben sein, ohne Finanzkrise oder Babyboomer oder sonst etwas währe die heutige Situation nie eingetreten. Da es sich beim Zins um eine Exponentialfunktion handelt, müsste das verkonsumieren aller monetären Werte bei exakt 100% liegen, damit die heutige Zinssituation nicht irgendwann eintreten würde. Also niemand von uns dürfte Geld in irgend einer Art und Weise auf der hohen Kante haben. Das ist absolut utopisch. Die heutige Situation ist also eine logische Folge unseres (kranken) Geldsystems und innerhalb dessen mit keinen Mitteln verhinderbar.


http://geld-und-nachhaltigkeit.de/wp-content/uploads/geld-und-nachhaltigkeit_de__wachstumszwaenge_in_der_geldwirtschaft.pdf
Stöckli Marc, am 17. September 2019 um 16:44 Uhr
@ Hans Geiger: Danke für das kurze, prägnante und klare Votum.
Ich war schon daran, selbst in die Tasten zu greifen, aber nun aus berufenem Munde ist das besser so. :-)
Heiner Graafhuis, am 17. September 2019 um 23:05 Uhr
Es ist immer so, dass die Jungen, die Alten versorgen egal ob via AHV oder PK.

Die AHV verteilt das Geld vom Arbeitslohn direkt zum Rentner.

Die Pensionskasse verteilt das Geld durch Verkauf (?) von Kapitalanlagen, Immobilien, Staatsanleihen an die Rentner.

Möglich wäre auch, dass Rentner von den Dividenden der Kapitalanlagen bezahlt werden, was aber aufgrund der Grössenordnung nicht möglich ist.

Die zukünftigen Rentner müssen die PK-Anlagen von den aktuellen Rentnern abkaufen.

Im Grunde ist die PK damit nicht viel anders als die AHV ausser das eben der Kapitalstock ausgetauscht wird und nicht der Lohn.

Problematisch ist es, wenn der Kapitalstock nicht korrekt bewertet wird.

Aktien, Immobilien usw. haben aufgrund des Niedrigzinses ungeahnte Höhen erklommen.

Die zukünftigen Rentner müssen heute diese hohen Preise bezahlen und es müssen mehr Lebensjahre der Rentner finanziert werden.

Eine Überführung der PK in die AHV hilft nicht wirklich, weil zwei unterschiedliche wirtschalftliche Grössen verbunden werden: Kapitalstock und laufende Löhne bzw. Renten.

Würde der Kapitalstock zugunsten einer AHV-Auszahlung verkauft gibt das eine weitere Machtverschiebung auf den Kapitalstock zugunsten der Käufer.

Die PK-Gelder betragen rund 1000 Milliarden CHF, in etwa identisch zur Bilanz der Schweizer Nationalbank.

Ein Verkauf hätte auch dramatische Auswirkungen auf den Kapitalmärkten, wobei es evtl. auch langsam gemacht werden könnte.

Teil II folgt.
Klaus Marte, am 18. September 2019 um 08:54 Uhr
Teil II

Ich denke es muss eine Einigung über die Generationen geben, welcher Anteil von jung nach alt geht und wie sich dieses Verhältnis ändert, sobald die Leute älter werden.

Falsch ist auch die Annahme, dass die Leute immer älter werden. Es sieht so aus, dass insbesondere ältere Frauen bereits jetzt eine kürzere Restlebensdauer ab einem gewissen Alter (65?) haben als noch vor einigen Jahren.

Ob dies an Stress, Antibiotika, Pestiziden, Nanopartikel, Übermedikation, Strahlung oder was auch immer liegt, ist nicht ganz klar, scheint aber so zu sein.

Ebenso muss es eine Einigung geben, wieviele Kosten man für die Verwaltung der Pensionskassen ausgeben will.

Norwegen gibt für seinen Staatsfonds nur ein Zehntel der Kosten aus, welche die Schweizer Pensionskassen erzeugen.

Die Risikokosten sind zusätzlich versteckte Verwaltungskosten und machen einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten aus.

Einige Pensionskassen erheben 3% Risikokosten auf den Prämien und ca. 50% davon sind Kosten bzw. Gewinne der Versicherungen.
Klaus Marte, am 18. September 2019 um 09:03 Uhr
Freundliche Grüsse, Klaus Marte
Nationalratskandidat Bern, Ständeratskandidat Zürich
www.helvida.ch
Klaus Marte, am 18. September 2019 um 09:04 Uhr
Kann den Kommentar zu H.Geiger nur sekundieren.

Vom Spar-Überschuss, welcher Unterkonsum und tiefe Zinsen produziert, ist in der Realwirtschaft nicht viel zu sehen. Marx darf noch etwas länger schlafen.

Die PK-Gelder machen zwar grosse Beträge aus, sind aber im wesentlichen ein Zeichen der Umverteilung der Besitzverhältnisse, nicht der Konsumausgaben. Die wenigsten PKs halten flüssige Mittel und auch das nur in kleinem Masse. Wenn Pensionierte ihr Altersgeld, direkt oder über die PK in Immobilien «parkieren», ist das nicht «per se» schlecht. Auch Betriebsfinanzierungen über den Aktienmarkt durch die PKs sind durchaus systemkohärente Vorgänge.

Wenn Umstellungen aber zu schnell passieren, können Anpassungsschwierigkeiten wie Blasenbildung in einzelnen Sektoren entstehen. Strukturänderungen in der Besitzverteilung zu Gunsten der Besitzer der Altersgelder ist aber «per se» weder «gut» noch «schlecht».

Die Vermengung von «Flows» und «Stocks» schaffen die unrealistischen Interpretationen und Ängste. Die Welt ist stabiler, als sie erscheint, selbst, wenn die Zauberlehrlinge der Nationalbanken alles daran setzen, diese Welt zu Gunsten einzelner Intreressengruppen -- insbesondere verschuldeter Regierungen -- zu destabilisieren.
Josef Hunkeler, am 18. September 2019 um 09:53 Uhr

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